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	<title>Medial Digital</title>
	
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	<description>Das Blog zur Zukunft der Medien und des Journalismus</description>
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		<title>Daniel Fiene: “Das Schaufensterprinzip lohnt sich”</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 10:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Daniel Fiene, Radiojournalist und Podcaster, ist experimentierfreudig und ein Paradebeispiel für meine These,  dass Journalisten (vor allem freie) eigenständige Netzprojekte als Portfolio ihrer Expertise betreiben sollten. Daniel nennt es das &#8220;Schaufensterprinzip&#8221;. Für das Gemeinschaftprojekt &#8220;Was mit Medien&#8221;, das von Daniel mitproduziert wird, hat sich sich dieses Prinzip schon mehrfach ausgezahlt &#8211; ab Juni läuft der [...]]]></description>
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<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/a7b1ea186fa74446b4ac891186bc0be5" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><strong>Daniel Fiene, Radiojournalist und Podcaster, ist experimentierfreudig und ein Paradebeispiel für meine These,  dass Journalisten (vor allem freie) eigenständige Netzprojekte als Portfolio ihrer Expertise betreiben sollten. Daniel nennt es das &#8220;Schaufensterprinzip&#8221;. Für das Gemeinschaftprojekt <a href="http://www.wasmitmedien.de">&#8220;Was mit Medien&#8221;</a>, das von Daniel mitproduziert wird, hat sich sich dieses Prinzip schon mehrfach ausgezahlt &#8211; ab Juni läuft der erfolgreiche Podcast bei DRadio Wissen.</strong></p>
<p><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Daniel_Fiene.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-5504" title="Daniel_Fiene" src="http://medialdigital.de/wp-content/Daniel_Fiene-225x316.png" alt="" width="225" height="316" /></a>Daniel, gibt es &#8220;Was mit Medien&#8221; bei DRadio Wissen. Wie kam es dazu?<br />
</strong><br />
Wir haben ja mit &#8220;Was mit Medien&#8221; 2004 angefangen als kleine Sendung beim Campusradio in Münster und damit weitergemacht, als wir eigentlich schon aus der Campusradiozeit herausgewachsen waren. Und jetzt sind wir schließlich bei DRadio Wissen gelandet. Ab Juni 2012 senden wir regelmäßig beim digitalen Programm des Deutschlandradio Kultur, was eine große Freude für uns ist, denn wir haben ja wirklich schon Jahre durchgehalten mit über 270 Folgen, die wir eigenständig produziert haben. Das ist wirklich eine coole Sache, dass die uns gefragt haben: &#8220;Wir würden gerne &#8216;Was mit Medien&#8217; haben, wollte Ihr nicht zu uns kommen?&#8221;</p>
<p><strong>Wäre das auch passiert, wenn Ihr mit einem Konzept oder einer Idee für eine Radiosendung auf die Redaktion zugegangen wärt?</strong></p>
<p>Da bin ich mir nicht so sicher. Das Interessante ist &#8211; und das wissen die bei DRadio WIssen wahrscheinlich gar nicht mehr &#8211; als die vor zwei Jahren an den Start gegangen sind, sind wir auf sie zugegangen. Wir glaubten, dass wir mit unserem Format sehr gut zu ihnen passen würden. Sie wollen ja jung und frisch sein, und Sachen ausprobieren, ein bisschen anders sein als die anderen Radiosender. Das sind eigentlich Attribute, die wir uns auch auf die Fahne schreiben &#8211; zumindest versuchen wir, sie zu erfüllen. Wir haben uns bei DRadio Wissen gemeldet und &#8220;Was mit Medien&#8221; vorgestellt. Es kam aber keine Reaktion. Dass die Kooperation jetzt mit so großem zeitlichen Verzug von deren Seite kam, ist irgendwie cool. Es zeigt aber auch, dass es sich für und gelohnt hat, durchzuhalten. Wir hatten ja zwischendurch auch eine gute Phase, als wir anderthalb jahre bei Welt Online waren. Die haben uns Woche für Woche den Podcast abgekauft. Bis auf diese anderthalb Jahre haben wir den Podcast aber ehrenamtlich produziert, weil wir einfach Spaß an der Sache hatten. Und weil wir auch merkten: &#8220;Was mit Medien&#8221; ist ein Schaufenster. Wir haben ein Produkt, das uns Spaß macht. Man kann nie kalkulieren, was an Kooperationen dabei herauskommen wird. Aber das ist nicht schlimm, weil immer etwas passiert ist, und am Ende waren das richtig coole Sachen.<br />
<strong>Habt Ihr denn nach dem Ende der Kooperation mit Welt Online nicht auch erwogen, mit &#8220;Was mit Medien&#8221; aufzuhören? </strong></p>
<p>Das war schon ein kleiner Schlag in die Magengrube. Wir hatten natürlich Sorgen, wie weitergehen würde, denn wir hatten uns natürlich daran gewöhnt, Geld zu bekommen haben für die Arbeit, die wir da hineingesteckt haben. Aber zum Glück begann in der Zeit auch die Kooperation mit Radio Eins. Wir haben seitdem Beiträge für Radio Eins, WDR 5, das Medienmagazin des Deutschlandfunk, das &#8220;Medienecho&#8221;, &#8220;Breitband&#8221; vom Deutschlandradio Kultur produziert, für Radio Eins sogar sehr regelmäßig. Die sind alle über unsere eigene Seite auf uns aufmerksam geworden. Daraus habe ich etwas gelernt: Redakteure in Sendern sind auf Vorschläge von außen angewiesen, aber sie haben auch bestimmte Ideen und Konzepte im Kopf. Wenn sie dann im Netz unterwegs sind und Ansprechpartner suchen, finden die es cooler, wenn sie uns selbst entdecken. Deshalb lohnt es wirklich, das Schaufensterprinzip beizubehalten.</p>
<p><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/WasmitMedien.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-5505" title="WasmitMedien" src="http://medialdigital.de/wp-content/WasmitMedien-225x143.png" alt="" width="225" height="143" /></a>Wieviel Zeit steckst Du in &#8220;Was mit Medien&#8221; ?</strong></p>
<p>&#8220;Was mit Medien&#8221; ist eine einstündige Sendung mit jeweils drei Themen, das ist schon ziemlich aufwändig. Wir haben das mal ausgerechnet, als wir damals zu Welt Online gegangen sind. Es sind 20 Arbeitsstunden pro Sendung, auf drei bis vier Schultern verteilt. Wir haben außerdem im letzen Jahr damit begonnnen, viele stärker unsere Webseite zu pflegen. Wir produzieren jetzt nicht nur Podcasts, sondern transkribieren sie auch und stellen die Texte ins Netz. Dadurch wird man anders wahrgenommen. Wir hatten schon tolle Interviews zu Themen, wo wir uns anschließend gefragt haben: Warum ist das in der aktuellen Diskussion nicht richtig aufgegriffen worden? Als wir dann anfingen, die Texte zu trankribieren, dann ging das plötzlich ab. Jetzt werden wir darauf angesprochen: Ihr habt ja super Interviewgäste. Unsere Antwort ist dann: Eigentlich hatten wir die schon immer.  Das alles nimmt viel Zeit in Anspruch. In dem Moment, wo man sich noch hinsetzt, eine halbe Stunde, bevor man zur Arbeit fährt und denkt, jetzt muss ich noch dieses Interview zuende abtippen, dann hasst man sich so sehr. Aber am Ende des Tages zahlt es sich aus.</p>
<p><strong>Wie groß ist &#8220;Was mit Medien&#8221;?</strong></p>
<p>Wir haben jede Woche 10.000 Hörer, das sind 10.000 Abrufe innerhalb einer Woche. Ich weiß nicht, wieviele davon tatsächlich die Sendung hören, aber dieses Problem haben alle Podcaster. Wir sprechen von 10.000 regelmäßigen Hörern, denn nach einer Woche wachsen die Zahlen immer noch ein bisschen an. Mit der Zahl sind wir sehr zufrieden. Wir tauchen ab und zu auch in den Podcast Hitlisten von iTunes auf, das ist schon cool. Wir haben mittlerweile über 270 Folgen, alle so zwischen 45 Minuten und einer Stunde lang. Da hat sich schon einiges an Material zusammengesammelt.</p>
<p><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/WasmitMedienZeitung.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-5506" title="WasmitMedienZeitung" src="http://medialdigital.de/wp-content/WasmitMedienZeitung-225x162.png" alt="" width="225" height="162" /></a>Habt Ihr auch mal versucht, Sponsoren zu gewinnen?<br />
</strong><br />
Irgendwie stand das immer auf unserer Agenda. Wir hatten zweimal eine gesponserte Einzelsendung, einmal für das NRW Forum zum Thema Kriegsfotografie ging und einmal für die Landesanstalt für Medien in NRW zum Thema Bürgermedien. Das waren sozusagen akustische Verlagsbeilagen, die wir auch entsprechend gekennzeichnet haben. Aber darüberhinaus hatten wir nie wirklich Zeit, uns aktiv um Sponsoring zu kümmern. Deshalb haben wir es nicht gemacht. Wir probieren gerade ein Zeitungsprojekt aus. Wir bringen Inhalte aus den Podcasts verschriftlicht als Zeitung heraus und bilden damit den Crossmedia-Gedanken andersherum ab. Die Zeitung verkaufen wir für fünf Euro das Stück oder für acht Euro Unterstützerpreis. Für Verlage, die haben es ja nicht so dicke [grinst], kostet es nur 3,50 Euro. Unsere Autoren wollen wir auch bezahlen. Das machen wir, um mal zu gucken, wie Print wirkt [zwinkert]. Aber das ist jetzt kein großes Businessmodell. Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte und beruflich mehr auf &#8220;Was mit Medien&#8221; angewiesen wäre, dann hätten wir garantiert eigene Werbeakquise gemacht, lieber als einem einem Werbenetzwerk anzugehören. Ich hätte lieber selbst kontret Leute angesprochen: Wollt ihr nicht zwei Monate lang zum Preis xy &#8220;Was mit mit Medien&#8221; sponsern? Ich glaube, das funktioniert auch, wenn man nicht fünf Millionen User hat.</p>
<p><em>Anmerkung: Dieses Interview ist die aktualisierte Fassung eines Videointerviews, das ich mit Daniel im März 2012 bei der SXSW Konferenz in Austin / Texas geführt habe.</em></p>
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		<title>Linktipps vom Pazifik: Die Roboterjournalisten kommen</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 20:12:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Can an Algorithm Write a Better News Story Than a Human Reporter? Machen schreibende Roboter Journalisten ihre Jobs streitig, oder bereichern sie den Journalismus? Die Zeitsschrift Wired portraitiert  Narrative Science, den marktführenden Anbieter journalistischer Algorithmen. Dessen Co-Gründer Kristian Hammond behauptet, in spätestens fünf Jahren werde einer seiner Computer für einen maschinengenerierten Text den Pulitzerpreis gewinnen. [...]]]></description>
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			</a>
		</div>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Roboterjournalismus.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5489" title="Roboterjournalismus" src="http://medialdigital.de/wp-content/Roboterjournalismus.jpg" alt="" width="518" height="389" /></a></p>
<p style="text-align: center;">
<h4><a href="http://www.wired.com/gadgetlab/2012/04/can-an-algorithm-write-a-better-news-story-than-a-human-reporter/all/1">Can an Algorithm Write a Better News Story Than a Human Reporter?</a></h4>
<p>Machen schreibende Roboter Journalisten ihre Jobs streitig, oder bereichern sie den Journalismus? Die Zeitsschrift Wired portraitiert  <a href="http://www.narrativescience.com"><strong>Narrative Science</strong></a>, den marktführenden Anbieter journalistischer Algorithmen. Dessen Co-Gründer <strong>Kristian Hammond</strong> behauptet, in spätestens fünf Jahren werde einer seiner Computer für einen maschinengenerierten Text den Pulitzerpreis gewinnen.</p>
<p>Weitere aktuelle und interessante Texte zu diesem Thema:</p>
<p><strong><a href="http://www.theatlantic.com/entertainment/archive/2012/04/can-the-computers-at-narrative-science-replace-paid-writers/255631/">Can the Computers at Narrative Science Replace Paid Writers? </a>(The Atlantic, James Fallows)</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><a href="http://www.theatlanticwire.com/technology/2012/04/robot-journalism-still-doesnt-sound-scary/51557/">Robot Journalism Still Doesn&#8217;t Sound So Scary</a> (The Atlantic, Rebecca Greenfield)</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><a href="http://gigaom.com/2012/04/25/are-robots-and-content-farms-the-future-of-the-news/">Are robots and content farms the future of the news?</a> (GigaOm, Matthew Ingram)</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><a href="http://netzwertig.com/2012/04/26/computergenerierter-journalismus-maschine-fordert-mensch-heraus/">Maschine fordert Mensch heraus</a> (netzwertig, Martin Weigert)</strong></p>
<h4><a href="http://newschallenge.tumblr.com/post/20968613548/themes-surprises-and-outliers-from-1000">Themes, surprises and outliers from 1000+ #newschallenge apps on Networks</a></h4>
<p>Die aktuelle <strong>Knight News Challenge</strong> &#8211; der wichtigste und gut dotierte amerikanische Journalismus-Innovationswettbewerb (der auch ausländischen Bewerbern offensteht) &#8211; geht in die nächste Runde. Aus über 1000 eingereichten Vorschlägen hat die Jury 52 Angebote für die Endrunde ausgewählt. Die Ausschreibung war diesmal spezifisch darauaf ausgelegt, nicht das 300. hyperlokale Blog oder die 200. Sportapp mit einer Ansschubfinanzierung zu belohnen, sondern neue Netzwerke zu fördern, die mehr aus bestehenden Angeboten machen (Stichwort: Kuratieren, Datenjournalismus, Crowdsourcing). <strong>Ryan Jacoby</strong> war in der Nominierungskommission und beschreibt die Trends der Vorschläge (s. Überschrift). Direkte Links zu allen nominierten Angeboten gibt es bei <a href="http://www.pbs.org/idealab/2012/04/52-applicants-move-to-next-round-of-knight-news-challenge115.html"><strong>Mediashift</strong></a>.</p>
<h4><a href="http://pressthink.org/2012/04/rosens-trust-puzzler-what-explains-falling-confidence-in-the-press">Rosen’s Trust Puzzler: What Explains Falling Confidence in the Press?</a></h4>
<p>Der New Yorker Medienprofessor <strong>Jay Rosen</strong> wirft in seinem Blog Pressthink die Frage auf, welche Modell am besten erkärt, warum die (amerikanischen) Bürger das Vertrauen in etablierte Medien weitgehend verloren haben. Die meisten Thesen (z.B. alle Institutionen leiden unter Vertrauensverlust) verwirft er gleich selbst wieder, um bei seiner seit Jahren verfochtenen Lieblingsthese hängen zu bleiben: Das amerikanische Dogma strikter Presseneutralität (&#8220;he said &#8211; she said journalism&#8221;) sei einfach nicht mehr glaubhaft und zeitgemäß. Das Beste an diesem Beitrag sind die unfassbaren vielen und guten Kommentare.  An der anregenden Diskussion hat sich praktisch jeder beteiligt, der in der amerikanischen Medienvordenkerszene Rang und Namen hat.</p>
<h4><a href="http://blogs.reuters.com/felix-salmon/2012/04/24/could-the-nyt-make-money-from-its-scoops">Could the NYT make money from its scoops?</a></h4>
<p>Ein etwas bizarr anmutender Beitrag zur Paid-Content-Debatte, der aber in der anglo-amerikanischen Medienvordenkerszene durchaus diskutiert wird: Reuters-Blogger <strong>Felix Salmon</strong> regt an, die New York Times könne mit ihren Scoops Geld verdienen, wenn sie die exklusiven Rechercherergebnissen zunächst Wall-Street-Investoren zur Verfügung stellen würde (s. Überschriftenlink). Aktueller Anlass: Die NYT deckte einen Bestechungsskandal in Mexiko auf, in den Walmart verwickelt war. Salmons Idee birgt allerdings nicht nur den Keim möglichen  illegalen Insiderhandels. Sie könne auch dem Image der New York Times als &#8220;Newspaper of Record&#8221; schaden, <a href="http://gigaom.com/2012/04/24/should-the-nyt-charge-for-early-access-to-the-news/"><strong>argumentiert Matthew Ingram</strong></a> bei GigaOm. Unter seinem Blogbetrag hat er per Storify eine interessante Twitter-Diskussion zu diesem Thema eingebettet.</p>
<h4><a rel="bookmark" href="http://ingeseibel.de/?p=1851">Daniel @fiene goes TV oder: Ausflug in die mediale Zukunft</a></h4>
<p>Die Journalistin und Radioexpertin <strong>Inge Seibel </strong>portraitiert auf ihrem privaten Blog den &#8220;Was mit Medien&#8221;-Podcaster <strong>Daniel Fiene</strong>, der ab Mai Teil von <strong>Richard Gutjahrs &#8220;Rundshow&#8221; TV-Experiment</strong> sein wird:  &#8220;<a href="http://www.mywebwork.de/fiene.tv/" target="_blank">Daniel Fiene</a>,  der &#8216;Radiotyp aus Düsseldorf&#8217; (O-Ton Daniel),  fährt mit noch vielen  offenen Fragen nach München: “Muss ich einen übergroßen  Digital-Bildungsauftrag in meinen Koffer packen? Oder reicht es, ein  gutes Beispiel zu sein? [...] Wer kennt einen Radiojournalisten, der so selbstverständlich zwischen  den Mediengattungen und den öffentlich-rechtlichen und privaten  Radioanstalten hin und her wandert wie Daniel?&#8221; Was Daniel Fiene selbst zu seinem Engagement für Gutjahrs Projekt sagt, steht in dessen privatem Blog <a href="http://www.mywebwork.de/fiene.tv/archive/2012/04/24/fiene-das-fernsehprojekt/"><strong>my webwork</strong></a>. Für die &#8220;Rundshow&#8221;, die vom 14. Mai bis 7. Juni <span style="text-decoration: line-through;">wöchentlich</span> montags bis donnerstags im Bayerischen Fernsehen zu sehen und im Netz zu finden ist, hat der Erfinder  und Moderator Richard Gutjahr ein eigenes <a href="http://rundshow.gutjahr.biz/"><strong>Projektblog</strong></a> aufgesetzt.</p>
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		<title>Linktipps vom Pazifik: Roboterjournalismus</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 03:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Can the Computers at Narrative Science Replace Paid Writers? Das Magazin The Atlantic war bei den Gründern von Narrative Science &#8211; der Firma, die Journalisten teilweise durch Roboter ersetzen will. In der statistik- und floskelgetriebenen Sport- und Börsenberichterstattung funktioniert das schon erstaunlich gut. Algorithmen müssen Journalisten allerdings nicht unbedingt fürchten, sie können sich auch mit [...]]]></description>
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			</a>
		</div>
<h4><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Robocup.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5482" title="Robocup" src="http://medialdigital.de/wp-content/Robocup.jpg" alt="" width="512" height="384" /></a></h4>
<h4><a href="http://www.theatlantic.com/entertainment/archive/2012/04/can-the-computers-at-narrative-science-replace-paid-writers/255631/">Can the Computers at Narrative Science Replace Paid Writers?</a></h4>
<p>Das Magazin The Atlantic war bei den Gründern von <strong>Narrative Science</strong> &#8211; der Firma, die Journalisten teilweise durch Roboter ersetzen will. In der statistik- und floskelgetriebenen Sport- und Börsenberichterstattung funktioniert das schon erstaunlich gut. Algorithmen müssen Journalisten allerdings nicht unbedingt fürchten, sie können sich auch mit ihnen anfreunden. Algorithmen können helfen, den Scoop in der Flut belangloser Polit-PR-Floskeln zu finden, schreibt das Magazin:</p>
<blockquote><p>Look no farther than Wikileaks&#8217; imposing data dumps to see this  illustrated. The true significance of these revelations cannot be  measured because no one has the time or resources to study them  completely. In theory, Narrative Science could change that, working like  a team of cheap interns to scour the dross, find the gems, and deliver  insight. With bales and bales of mind-numbing government and corporate  documents to sort through, Narrative Science could eventually help  writers find the needle in the haystack.</p></blockquote>
<p>Das nennt man dann allerdings Datenjournalismus.</p>
<h4><a rel="bookmark" href="http://www.niemanlab.org/2012/04/the-newsonomics-of-small-things/">The newsonomics of small things</a></h4>
<p>Es kommt nicht oft vor, dass die US-Medienszene auf der Suche nach Innovationen zu ihren deutschsprachigen Pendants schaut, aber US-Medienanalyst <strong>Ken Doctor</strong> tut dies innerhalb kurzer Zeit schon zum zweiten Mal (hier ist das <a href="http://www.niemanlab.org/2012/02/looking-to-europe-for-news-industry-innovation-part-3-the-swiss-mikrozeitung-small-community-news-model/"><strong>erste Mal</strong></a>). <strong>Meinolf Ellers</strong>, Geschäftsführer DPA Digitaltochter infocom, wird von Doctor ausgiebig in dessen Kolumne Newsonomics zitiert.  Ellers referierte kürzlich bei der Moskau-Konferenz von Minds International, einem internationales Kooperationsprojekt von Nachrichtenagenturen, über die Verlage noch ungewohnte Ökonomie der kleinen Gewinnspannen. (Auf gut Deutsch: Kleinvieh macht auch Mist.) Ellers &#8211; für Doctor &#8220;one of the best forward thinkers in the news industry&#8221; &#8211; glaubt, dass Verlage zwei Strategien aus anderen Industrien beherzigen sollten:</p>
<ol>
<li>Das Freemium-Konzept aus der Gaming-Industrie: Inhalte an die breite Masse verschenken, um daraus zahlende Kunden für kostenpflichtige Premium-Produkte zu rekrutieren.</li>
<li>Das Entbündelungsprinzip aus der Musikindustrie. Die eine Zeitung (CD) für alle wird und mehr ersetzt durch framentierte und individuelle Einzelllösungen.</li>
</ol>
<h4><a href="http://blog.findings.com/post/20527246081/how-we-will-read-clay-shirky">How We Will Read: Clay Shirky</a></h4>
<p>Netzvordenker <strong>Clay Shirky</strong> hat dem Blog findings ein brilliantes Interview zur Zukunft der Lesekultur und der Verlagindusrie gegeben. Ein Auszug:</p>
<blockquote><p><strong>How is publishing changing?</strong></p>
<p>Publishing is not evolving. Publishing is going away. Because the  word “publishing” means a cadre of professionals who are taking on the  incredible difficulty and complexity and expense of making something  public. That’s not a <em>job</em> anymore. That’s a <em>button</em>. There’s a button that says “publish,” and when you press it, it’s done.</p></blockquote>
<p>Vom Modebegriff &#8220;social reading&#8221; hält Shirky übrigens wenig:</p>
<blockquote><p>The social piece of reading is a kind of penumbra. It’s something that  forms around the text and after the fact. The feature of “highlight this  passage and immediately see how many other people have highlighted it”?  I mean, ZOMG, <em>no</em>. I want my own thoughts rendered as the most  recent entry in the constant, long-running popularity contest that is  the Internet – in real-time. Pick it up and do anything you like with  it. Tell me later who else liked it. Show them to me, introduce them to  me, whatever — <em>not right now</em>. Right now I’m reading.</p></blockquote>
<h4><a href="http://nymag.com/news/intelligencer/encounter/alan-rusbridger-2012-4/">63 Minutes With Alan Rusbridger</a></h4>
<p>Steve Fishman von New York Magazine hat mit Guardian Chefredakteur <strong>Alan Rusbridger </strong>bei dessen Antrittsbesuch in der neuen New Yorker Redaktion der US-Ausgabe gesprochen und war beeindruckt, wie Europas radikal- innovativster Chefredakteur gleichwohl von einer inneren Ruhe geleitet wird: &#8220;Rusbridger, 58, seems less a commanding newsroom boss than a grown-up  Harry Potter: foppish hair, schoolboy smile, and, until recently, round  wire-frame glasses (which he swapped for a dark rectangular pair). And  unexcitable—“Zen,” as one of his journalists put it to me.&#8221;</p>
<h4><a href="http://www.pbs.org/mediashift/2012/04/collabspace-2012-building-trust-tools-and-relationships-for-collaborating-104.html">Collab/Space 2012: Building Trust, Tools and Relationships for Collaborating</a></h4>
<p><strong>Megan Walsh</strong> hat für <strong>Mediashift </strong>die wichtigsten Erkenntnisse der ersten gemeinsam vom <a href="http://journalism.berkeley.edu/program/investigative/">Investigative Reporting Program</a> (IRP) der UC Berkeley und PBS Mediashift veranstalteten Konferenz Collab Space 2012 aufgeschrieben. Es ging um Tools wie <a href="http://storify.com">Storify</a>,  <a href="http://sparkwi.se/">Sparkwise</a> oder <a href="http://www.scribblelive.com/">ScribbleLive</a>, aber auch um veränderte Einstellungen im investigativen Journalismus. <strong>Lowell Bergman</strong> (ja, <a href="http://www.imdb.com/title/tt0140352/"><strong>genau der</strong></a>). &#8220;Before the age of the Internet, collaboration was a terminable offense&#8221;, wird Bergman von Walsh zitiert. &#8220;But the benefits of collaboration &#8212; from gaining  additional resources to cover a story, to reaching a wider audience &#8212;  have come to outweigh individual egos, something that was evident as  attendees openly discussed challenges and solutions over the course of  the day.&#8221;</p>
<p><em>Fotoquelle: Wikimedia Commons</em></p>
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		<title>Geld verdienen im Netz – Seminarfolien für freie Journalisten</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 16:57:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Leben für freie Journalisten wird immer härter. Allerdings auch vielfältiger, wenn man sich im sozialen Netz und auf neuen digitalen Plattformen zu vermarkten weiß. Zu diesen Themen habe ich Ende März in mehreren deutschen Städten Seminare gegeben: Akademie für Publizistik, Hamburg, 26. und 27. März Bayerischer Journalistenverband, München, 28. März Journalistenverband NRW, Düsseldorf, 30. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p style="text-align: left;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Geld-verdienen.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-5473" title="Geld verdienen" src="http://medialdigital.de/wp-content/Geld-verdienen.png" alt="" width="609" height="456" /></a>Das Leben für freie Journalisten wird immer härter. Allerdings auch vielfältiger, wenn man sich im sozialen Netz und auf neuen digitalen Plattformen zu vermarkten weiß. Zu diesen Themen habe ich Ende März in mehreren deutschen Städten Seminare gegeben:</p>
<ul style="text-align: left;">
<li>Akademie für Publizistik, Hamburg, 26. und 27. März</li>
<li>Bayerischer Journalistenverband, München, 28. März</li>
<li>Journalistenverband NRW, Düsseldorf, 30. März</li>
</ul>
<p style="text-align: left;">Der Foliensatz für den Zweitags-Workshop in Hamburg ist der umfangreichste. Er steht deshalb allen Teilnehmern auch der übrigen Seminare und natürlich auch meinen anderen Bloglesern zu Verfügung. Da ich ein halbes Jahr lang keinen Workhop mehr gegeben habe, ist diesmal circa die Hälfte aller Folien neu. Die Dateimenge ist gewaltig, deshalb ich den Foliensatz in vier Teile unterteilt. Sie können unter <a href="http://www.slideshare.net/mauisurfer"><strong>diesem Link</strong></a> angesehen und heruntergeladen werden.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Verbreiten der Folien, gerne &#8211; bitte Namensnennung und einen Link auf diesen Beitrag und/oder mein Slideshare-Konto nicht vergessen.</p>
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		<title>SXSW: Was Journalisten von Wissenschaftlern lernen können</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Mar 2012 01:48:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienvisionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Journalisten und Wissenschaftler streben beide nach der Wahrheit (sie sollten es zumindest tun, auch wenn die Wahrheit oft nur ein Annäherungswert ist). Darüber hinaus gibt es aber große Unterschiede in der Denk- und Arbeitsweise beider Berufssparten. Warum sich Journalisten von den methodischeren und präziseren Ansätzen ihrer Kollegen in der Forschung ruhig inspirieren lassen sollten, erklärten [...]]]></description>
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			</a>
		</div>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/e35f6b418dc74a7e8cd198fa555ce2ea" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/SXSW_Lichfield_Thompson.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5464" title="SXSW_Lichfield_Thompson" src="http://medialdigital.de/wp-content/SXSW_Lichfield_Thompson.jpg" alt="" width="518" height="389" /></a></p>
<p>Journalisten und Wissenschaftler streben beide nach der Wahrheit (sie sollten es zumindest tun, auch wenn die Wahrheit oft nur ein Annäherungswert ist). Darüber hinaus gibt es aber große Unterschiede in der Denk- und Arbeitsweise beider Berufssparten. Warum sich Journalisten von den methodischeren und präziseren Ansätzen ihrer Kollegen in der Forschung ruhig inspirieren lassen sollten, erklärten Gideon Lichfield und Matt Thompson in einem ebenso vergnüglichen wie präzisen <a href="http://schedule.sxsw.com/2012/events/event_IAP12420"><strong>V</strong><strong>ortrag bei der Digitalkonferenz South by Southwest Interactive (SXSWi)</strong></a> in Austin/Texas. Lichfield ist Medienredakteur beim Wirtschaftmagazin &#8220;The Economist&#8221;, Thompson berät als Editorial Program Manager des öffentlichen Radios NPR die lokalen Partnerstationen bei ihren Digitalstrategien. Dies sind ihre drei wesentlichen Forderungen an Journalisten:</p>
<ul>
<li><strong>Ein Zitationsindex für Nachrichten:</strong> Die meisten journalistischen Beiträge werden monolithisch präsentiert, auch wenn sie auf den Erkenntnissen anderer aufbauen. Lichfield und Thompson fragen sich: Warum gibt es keinen Citation Index für Nachrichten? (Hintergrund: Für den Science Citation Index wertet das Institute for Scientific Information in Philadelphia regelmäßig etwa 6.110 naturwissenschaftliche Publikationen aus.) Ein Zitations-Index auch für andere Fachmedien und Publikumsmedien würde sowohl Kollaboration mit Kollegen, die an ähnlichen Themen arbeiten, als auch korrektes Referenzieren erleichtern. Er würde auch unterschiedliche Perspektiven besser herausstellen, und die Reputation mehrfach referenzierter Quellen erhöhen.</li>
<li><strong>Fußnoten für journalistische Texte:</strong> Darin könnten zusätzliche Erklärungen und annotierte Links untergebracht werden. Fact-Checking und Kontextualisierung würden erleichtert. Die Wikipedia benutzt Fußnoten, um wissenschaftlich korrekt zu zitieren, aber auch um den Lesefluss nicht zu unterbrechen. (Meine Meinung dazu: In Onlinebeiträgen reicht zum Kontextualisieren oft schon das einfache Verlinken auf Originalquellen und Beiträge mit interessanten anderen Perspektiven, wie z.B: bei Online-Medien wie Zeit Online. Leider hat sich aber selbst die simple Kulturtechnik des Verlinkens bei vielen deutschen Internetmedien noch nicht durchgesetzt.)</li>
<li><strong>Mit Hypothesen arbeiten:</strong> Wissenschaftler stellen solange neue Hypothesen auf, bis sich in einer wiederholbaren und nachvollziehbaren Versuchsreihe eine Hypothese als überlegen erweist. Dann gilt diese Theorie als bewiesen oder als wahrscheinlich, bis zum Beweis des Gegenteils. Journalisten hingegen lassen sich bei ihren Recherchen zu oft davon leiten, nur das zu berücksichtigen, was zu ihrer Hypothese passt. Mehr Offenheit gegenüber vielen anderen möglichen Hypothesen würde die journalistische Glaubwürdigkeit erhöhen.</li>
</ul>
<p>Gute Beispiele aus der Präsentation, die zeigten, wie manche US-Medien sich mit neuen Werkzeugen und Methodden um mehr Transparenz und Überprüfbarkeit bemühen:</p>
<ul>
<li>ProPublica bietet sogenannte <strong><a href="http://www.propublica.org/article/why-were-giving-away-our-reporting-recipe-304">reporting recipes</a></strong>.  Sie erklären nachvollziehbar Recherchewege und Hypothesen.</li>
<li>Die  &#8220;New York Times&#8221; benutzt <a href="http://www.niemanlab.org/2009/06/knight-news-challenge-a-grant-to-documentcloud-promises-a-data-boost-for-investigative-journalism/"><strong>DocumentCloud</strong></a>, das von ihrem Datenjournalismuschef <a href="http://medialdigital.de/2010/10/02/scoopcamp-2010-highlights-aus-aron-pilhofers-keynote/"><strong>Aron Pilhofer</strong></a> mitentwickelt wurde. Beim Bewegen des Mauszeigers über gekennzeichnete Links öffnen sich Kästen mit annotierten Originalquellen.</li>
<li>Politifact, eine Webseite, die Aussagen von Politikern auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft, installierte 2009 ein <strong><a href="http://www.politifact.com/truth-o-meter/promises/obameter/">Obameter</a></strong>. Damit  verglichen sie Wahlkampfaussagen des Präsidenten mit deren Umsetzung.</li>
<li>Mit <strong><a href="http://stateimpact.npr.org/">StateImpact</a></strong> unterfüttert NPR Berichte mit Datensätzen.</li>
</ul>
<p>Lichfield und Thompson präsentierten auch die von ihnen erfundene  Maßeinheit &#8220;Friedman Unit&#8221;, benannt nach dem  &#8220;New York Times&#8221;  Kolumnisten und dreifachen Pulitzer-Preisträger Thomas Friedman. Die  beiden Journalisten zeigten Zitate aus Texten von Friedman, in denen der  politische Publizist von 2003 bis 2006 mindestens ein halbes Dutzend  Mal prognostizierte, für die weitere Entwicklung im Irak seien jeweils  &#8220;die nächsten sechs Monate&#8221; entscheidend. Eine &#8220;Friedman Einheit&#8221; ist  nach Lichfield/Thompson deshalb &#8220;die Zeitspanne, innerhalb derer die  Vorhersage, die ein Journalist macht, schon wieder vergessen wird.&#8221;  Damit in dieser wissenschaftliche Maßeinheit möglichst selten etwas  gemessen wird, empfehlen Lichfield und Thompson allen Journalisten: Lieber mal  öfters auf ein paar steile Thesen und Prognosen verzichten.</p>
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		<title>Open Journalism bei der SXSW Konferenz</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Mar 2012 21:16:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Open Journalism&#8221; ist ein momentan ziemlich oft benutztes Schlagwort. Es bedeutet, dass Journalisten sich öffnen sollen gegenüber ihren Nutzern und Wege finden sollen, möglichst konstruktiv und effektiv mit ihnen gemeinsam an journalistischen Projekten zu arbeiten. Es bedeutet aber auch, sich gegenüber neuen Technologien und anderen Branchen und Disziplinen zu öffnen. Ein weiteres Schlagwort &#8211; zumindest [...]]]></description>
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			</a>
		</div>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/7c7748f393354d89983c66d30516dfa2" alt="" width="1" height="1" /><br />
&#8220;Open Journalism&#8221; ist ein momentan ziemlich oft benutztes Schlagwort. Es bedeutet, dass Journalisten sich öffnen sollen gegenüber ihren Nutzern und Wege finden sollen, möglichst konstruktiv und effektiv mit ihnen gemeinsam an journalistischen Projekten zu arbeiten. Es bedeutet aber auch, sich gegenüber neuen Technologien und anderen Branchen und Disziplinen zu öffnen.</p>
<p>Ein weiteres Schlagwort &#8211; zumindest im Englischen &#8211; ist die Forderung an Medienmacher: &#8220;Be of the web, not on the web.&#8221; Sinngemäß übersetzt: Medien sollten nicht versuchen, ihre herkömmlichen Produktionsweisen und Inhalte auf das Internet zu übertragen (&#8220;E-Paper&#8221;, Texte ohne Links, einmal tägliche aktualisierte Webseiten), sondern sie sollten ein in das Netz hineinverwobener essentieller Teil des Internets werden.</p>
<p>Diese Schlagworte füllte ein gut besetztes Panel bei der <a href="http://sxsw.com/interactive"><strong>SXSW Interactive Conference</strong></a> in ustin/Texas am Sonntag mit Leben. Mit dabei waren:</p>
<ul>
<li>Emily Bell, Leiterin des Tow Knight Center for Digital Journalism an der Columbia University in New York</li>
<li>Mohamed Nanabhey, Onlinechef des TV-Senders Al Jazeera English</li>
<li>Andrew Leimdorfer, bei der BBC verantwortlich für News-Specials im Internet</li>
<li>Dan Sinker, Projektleiter der Knight Mozilla News Technology Partnership (ein gemeinsames Projekt zweier Stiftungen, das technologische Innovationen im Journalismus fördert)</li>
</ul>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/S.png"><img class="alignleft size-full wp-image-5449" title="S" src="http://medialdigital.de/wp-content/S.png" alt="" width="333" height="170" /></a>Emily Bell glaubt, dass Nachrichtenorganisationen viel mehr Wert als bisher darauf legen sollten, Technologie zu einer Kernkompetenz zu machen. Dies bedeutet, Datenjournalisten und Webdesigner zu engagieren, die nicht nur Befehlsempfänger von Journalisten sind nach dem Motto: Hier ist der Inhalt, bitte die Webseite dazu bauen. Sondern die Technikspezialisten sollten von vornherein in die Planung von webgerechten Inhalten miteinbezogen werden.</p>
<p>Ein gutes Beispiel dafür stellte Leimdorfer vor. <a href="http://www.bbc.co.uk/news/world-15391515"><strong>&#8220;The World at Seven Billion&#8221;</strong></a> ist eine sehr einfach zu bedienende interaktive Anwendung, bei der Nutzer durch Eingabe ihres Geburtsdatums herausfinden können, wieviele Menschen auf der Welt seit dem Jahr 1500 vor ihnen geboren wurden und wieviele bis heute nach ihnen geboren wurden.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/One-in-7-million1.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-5455" title="One-in-7-million" src="http://medialdigital.de/wp-content/One-in-7-million1.png" alt="" width="568" height="462" /></a></p>
<p>Der konzeptionelle und technische Aufwand zahlt sich für solche Projekte aus, wenn sie durchdacht sind, denn sie werden viel mehr genutzt und weitergereicht als thematisch vergleichbare Berichte in linearer Textform. 20 Millionen Besucher waren seit Oktober 2011 auf der Seite, mehr als die Hälfte davon auf Empfehlung anderer Nutzer. Und von denen wiederum kam mehr als 20 Prozent über Facebook. &#8220;User Experience Design&#8221; &#8211; Webseiten  und -anwendungen so zu gestalten, dass Nutzer in eine Thematik hineingezogen werden, spielt laut Leimdorfer eien große Rolle dabei, ob sich ein Inhalt viral verbreitet oder nicht.</p>
<p>Auch Nanabhey betont die immer größere werdende Rolle von Nutzern, die durch Links und Likes entscheiden, was sich verbreitet und was nicht. Der pan-arabische Nachrichtensender analysiert den Einfluss der Nutzer inzwischen gezielt, um rechtzeitig zu merken, welche Nachrichten größer gefahren werden sollten. Ein Erweckungserlebnis hatte Al Jazeera in den ersten Tagen des Protests auf dem Tahrir-Platz in Kairo, als die internationalen Massenmedien fast komplett verschliefen, was sich dort zusammenbraute &#8211; Al Jazeera inklusive. Über Twitter und Facebook analysiert der Sender seitdem noch intensiver in Echtzeit, was die Menschen bewegt. &#8220;Wir ziehen dann Reporter aus anderen Regionen ab und schicken sie dorthin, wo sich etwas zusammenbraut&#8221;, sagt Nanabhey.</p>
<p>Er warnt allerdings auch davor, sich von Echtzeitstatistiken eine Agenda diktieren zu lassen und nur über Themen zu berichten, auf die besonders viel geklickt wird. &#8220;Wir berichten auch bewusst viel aus Afrika, obwohl Berichte aus Afrika bei uns nur wenig Resonanz erzeugen. Aber Afrika ist wichtig.&#8221;</p>
<p>Die ständige Feedback-Schleife zwischen Journalisten und Nutzern hat bei Al Jazeera English inwischen auch dazu geführt, dass mehr live gebloggt und weniger in langen Beiträgen zusammenfassend berichtet wird. Leimdorfer hingegen glaubt: &#8220;Die Nutzer wollen nicht immer nur Informationen, sie wollen auch die Bedeutung dahinter erkennen können.&#8221;</p>
<p>In der Publikums-Fragerunde wollte ich unter anderem wissen, wie Medien damit umgehen können, dass nicht alle ihre Nutzer ständig ins Netz eingeklinkt sind und manche Nutzer statt Updates im Minutentakt lieber traditionelle Berichte lesen und hören wollen. Eine Antwort darauf gebe es noch nicht wirklich, da war sich das Panel einig.</p>
<p>P.S. Wenige Tage vor der beeindruckenden SXSW Konferenz, die ich zur Zeit zum ersten Mal besuche, erläuterte der &#8220;Guardian&#8221; in einem <a href="http://www.guardian.co.uk/help/insideguardian/2012/feb/29/open-journalism-at-the-guardian"><strong>sehenswerten Werbevideo und einem Erklärstück</strong></a> von Chefredakteur Alan Rusbridger, wie sich der &#8220;Guardian&#8221; Open Journalism vorstellt. Klicktipp!</p>
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var flattr_dsc = '&#8220;Open Journalism&#8221; ist ein momentan ziemlich oft benutztes Schlagwort. Es bedeutet, dass Journalisten sich öffnen sollen gegenüber ihren Nutzern und Wege finden sollen, möglichst konstruktiv und effektiv mit ihnen gemeinsam an journalistischen Projekten zu arbeiten. Es bedeutet aber auch, sich gegenüber neuen Technologien und anderen Branchen und Disziplinen zu öffnen. Ein weiteres Schlagwort &#8211; zumindest [...]';
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		<title>Datawrapper – Daten verpacken leicht(er) gemacht</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 06:03:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Datenjournalismus kann am Anfang ganz schön abschreckend sein. Daten scrapen, säubern, visualisieren, interaktivieren &#8211; für alle diese Schritte gibt es spezielle Programme. Viele davon sind kostenfrei im Netz verfügbar, aber auch der Umgang mit der Software will erstmal erlernt werden. Der Aufwand erscheint vielen Journalisten und Redaktionen dann doch unvertretbar hoch (ich wollte doch nur [...]]]></description>
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<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/08c8f1c509854ec189357262d62c9c7a" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Datawrapper-Visualisierung.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-5438" title="Datawrapper-Visualisierung" src="http://medialdigital.de/wp-content/Datawrapper-Visualisierung.png" alt="" width="542" height="349" /></a></p>
<p>Datenjournalismus kann am Anfang ganz schön abschreckend sein. Daten scrapen, säubern, visualisieren, interaktivieren &#8211; für alle diese Schritte gibt es spezielle Programme. Viele davon sind kostenfrei im Netz verfügbar, aber auch der Umgang mit der Software will erstmal erlernt werden. Der Aufwand erscheint vielen Journalisten und Redaktionen dann doch unvertretbar hoch (ich wollte doch nur mal eben eine Grafik bauen, die so aussieht wie bei der &#8220;New York Times&#8221;&#8230;).</p>
<p>An diesem Punkt setzt ein neues Tool des Informationsarchitekten <a href="http://www.mirkolorenz.com/"><strong>Mirko Lorenz</strong></a> und des Programmierers  <a href="http://nkb.fr/"><strong>Nicolas Kayser-Bril</strong></a> an. Ihr für die ABZV (Bildungswerk der Zeitungsverlage) konzipiertes Open-Source-Projekt <strong><a href="http://datawrapper.de">Datawrapper</a></strong> soll die Erstellung und Publikation (das Einbetten) einfacher Grafiken erleichtern.</p>
<p>In nur vier Schritten (1. Daten einfügen, 2. Daten prüfen, 3. Visualisieren, 4. Veröffentlichen) können Daten auf sechs verschiedene Weise dargestellt werden: als Säulen, multiple Säulen, Linien, Torte, variable Tabelle oder experimenteller aussehend als Streamgraph.</p>
<p>Als Datensatz kann fast jede Tabelle aus Excel oder dem Web kopiert und eingefügt werden. Datawrapper enthält Beispieldaten zum Ausprobieren und ein sehr übersichtliches Tutorial.</p>
<p>&#8220;Wir wollen damit nicht signalisieren, dass Datenjournalismus insgesamt ganz einfach ist&#8221;, betont Mirko Lorenz. &#8220;Wir haben schlicht eine Barriere weggeräumt &#8211; die Publikation ist mit Tools wie Datawrapper deutlicher leichter.&#8221; Die Software schütze  Journalisten allerdings nicht davor, neugierige Fragen an Daten zu stellen, die Daten und ihre Quellen sehr genau zu prüfen und Auslassungen richtig zu deuten.</p>
<p>Die Software ist ab sofort für Blogger und Verlage in einer webbasierten  und einer herunterladbaren Version frei verfügbar.</p>
<p>Datawrapper kann im Design an das eigene Layout angepasst werden und ist damit somit auch für Verlage nutzbar. Die Downloadversion ermöglicht die volle Kontrolle über die Daten. (Kommerzielle  Webseiten, welche die Downloadversion nutzen und die  bearbeiteten Daten  auf einem eigenen Server ablegen wollen, müssen  zuvor allerdings eine  Lizenz der von Datawrapper genutzten  Visualisierungsbibliothek Highchart  erwerben.)</p>
<p>Für die ABZV ist die Veröffentlichung dieses Tools Neuland, aber auch ein Schritt zu einem recht umfassenden Ausbau der Trainingsangebote für Datenjournalismus. In den nächsten Wochen, so kündigt Mirko Lorenz an, soll noch eine Webseite mit Tutorials für Datenjournalismus folgen, unter der Adresse Datastory.de.</p>
<p>Mirko Lorenz erarbeitet seit längerem für die ABZV und die Deutsche Welle Innovationsthemen im Journalismus und wie man sie vermitteln kann. Nicolas Kayser-Bril war bis 2011 Datenchef beim französischen Webportal <a href="http://www.owni.fr"><strong>OWNI</strong></a>, bevor er sich in Berlin als Datenjournalist selbstständig machte.</p>
<p>Zusammen mit dem amerikanischen Journalisten Geoff McGhee veröffentlichten Kayser-Bril und Lorenz vor einem Jahr ein lesenswertes Datenjournalismus-Manifest bei Nieman Journalism Lab: <strong><a href="http://www.niemanlab.org/2011/03/voices-news-organizations-must-become-hubs-of-trusted-data-in-an-market-seeking-and-valuing-trust/">Voices: News organizations must become hubs of trusted data in a market seeking (and valuing) trust</a></strong></p>
<p>Für einen Überblick über das Thema Datenjournalismus empfehle ich meine <strong><a href="http://www.scoop.it/t/datenjournalismus/">kuratierten Links bei Scoop.it</a></strong>.<strong><br />
</strong></p>
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		<title>Aus mag10 wird mag15 oder magNever</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 19:58:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Fazit vorweg: Ich mag mag10 und wünsche mir, dass dieses Startup nicht schon am Ende ist, bevor es überhaupt richtig begonnen hat. Als Jochen Wegner Ende 2010 seinen Posten als Chefredakteur von Focus Online aufgab, um gemeinsam mit dem Software-Unternehmer Marco Börries ein StartUp zu gründen, fand ich das sehr spannend. Es gehe um [...]]]></description>
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<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/e38425fa72274b65a10c82913ba18aff" alt="" width="1" height="1" /><br />
<a href="http://medialdigital.de/wp-content/Jochen_Wegner_Scoopcamp.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5424" title="Jochen_Wegner_Scoopcamp" src="http://medialdigital.de/wp-content/Jochen_Wegner_Scoopcamp.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Ein Fazit vorweg: Ich mag mag10 und wünsche mir, dass dieses Startup nicht schon am Ende ist, bevor es überhaupt richtig begonnen hat. Als Jochen Wegner Ende 2010 seinen Posten als Chefredakteur von Focus Online aufgab, um gemeinsam mit dem Software-Unternehmer Marco Börries ein StartUp zu gründen, fand ich das sehr spannend. Es gehe um eine Software für Magazine auf dem iPad, mehr war von Wegner lange Zeit nicht zu erfahren. Beim Hamburger <a href="http://www.scoopcamp.de/"><strong>Scoopcamp 2011</strong></a> im vergangenen September <a href="http://meedia.de/internet/scoopcamp-2011-storystelling-20/2011/09/29.html"><strong>stellte Wegner dann einen Magazin-Prototypen vor</strong></a>.</p>
<p>Wie die meisten der Anwesenden war auch ich begeistert von den visuellen Möglichkeiten (es ging in diesem Prototypen um die Space Needle in Seattle) und von der intuitiven und logisch gestalteten Benutzeroberfläche. Ebenso hinreißend war Wegners lakonischer Vortragstil, der mit wenigen Worten und Handbewegungen entlarvte, woran viele Medienapps kranken. Und zwar leider vor allem solche, die als besonders innovativ gelten. Nicht die einfallslosen E-Papers, die einfach nur die Zeitung auf dem Bildschirm darstellen.</p>
<p>Viele der innovativeren Magazin-Apps entspringen Designerträumen und verwirren ihre Nutzer. Man wischt hier, man klickt dort, man blättert und scrollt ohne Ende und weiß bald weder, wo in der App man gerade  ist, noch, was man dort wollte. Geschweige denn, wie von dort zurückfindet ohne die Hometaste zu drücken. Der Mag10 Prototyp (<a href="http://vimeo.com/28219048"><strong>Unternehmensvideo</strong></a>) setzt dagegen auf das Prinzip mehr ist weniger. Er ist eine gelungene Mischung aus klarer Ästhetik, neuen aber intuitiv zu erfassenden Features und inzwischen gelernten Tablet-Funktionen (zwei Finger ziehen ein Foto größer, beim Antippen eines Fotos startet ein Video, etc.). Es sollte eine White-Label-Lösung für Verlage werden, die sich mit einem webbasierten Content-Management-System um die Inhalte der App hätten kümmern können ohne die zugrundliegende Technik selbst entwickeln zu müssen.</p>
<p>Doch aus mag10 wird erst mal nichts. Der Webdienst <a href="http://mobilbranche.de/2012/02/mag10-legt-losung-fur-tablet-publishing-auf-eis/12687"><strong>mobilebranche.de veröffentlichte heute</strong></a> einen Bericht, dass das Projekt mangels Anschlussfinanzierung auf Eis gelegt ist. Das Fatale in dieser Meldung steckt nicht so sehr in der wenig überraschenden Erkenntnis, dass eher zehn wenig durchdachte Projekte in den USA Fördergelder und Kapital erhalten, bevor in Deutschland auch nur eine gute Medieninnovation gefördert wird.  Das Fatale liegt in den Worten, mit denen Jochen Wegner zitiert wird: &#8220;“Wir grübeln darüber nach, ob wir mit unserer Idee vielleicht einfach zu früh waren.&#8221; Die Verlage hätten derzeit noch genug damit zu tun, ihre etablierten Printmarken ausfs iPad zu bringen.</p>
<p>Das ist doppelt tragisch. Denn erstens käme ein deutsches Publishing-System für das iPad &#8211; das Gerät, von dem sich doch gerade die Verlage seit der Markteinführung vor knapp zwei Jahren den Durchbruch bei bezahlten Inhalten erhoffen, nicht zu früh, sondern schon eher spät. Apple ist mit  iBooks2 und iBooks Author, beide eine Art  <a href="http://arstechnica.com/apple/news/2012/01/apple-to-announce-tools-platform-to-digitally-destroy-textbook-publishing.ars"><strong>&#8220;Garageband für E-Book-Publishing&#8221; </strong></a>, seit Januar 2012 <a href="http://www.huffingtonpost.com/2012/01/19/apple-ibooks-2-author-itunes-u_n_1215887.html"><strong>am Start</strong></a> und forciert damit neben Amazon seine vorherrschende Stellung als Marktplatz für multimediale Inhalte (mit iBooks Author erstellte Bücher und Magazine dürfen nur über den iTunes Store vertrieben werden).</p>
<p>Zweitens hatte ich ursprünglich gehofft, dass mag10 den großen Wurf wagen und aus der geschlossenen App-Welt ausbrechen würde. Denn wer möchte als Vielleser schon 20 oder 30 Magazin-Apps auf dem iPad haben (und für alle bezahlen), wenn in jedem Magazin nur ein oder zwei Beiträge persönlich als relevant empfunden werden?</p>
<p>Zwar ermöglicht die mag10-Software Verlinken und Sharing in sozialen Netzwerken, sowie über per HTML5 die Inhalte auch ins offene Netz zu stellen. Das ist mehr als gegenwärtiger Standard. Allerdings bleibt der Grundgedanke von Magazinen als geschlossene Einheiten auch bei mag10 erhalten. Das ist schade. Die intuitive mag10 Benutzerführung, kombiniert mit der Entbündelung von Inhalten, mit einer frei kombinierbaren Zusammenstellung von Inhalten à la Flipboard (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=v2vpvEDS00o"><strong>Demo-Video</strong></a>) und einem Flatrate-Preismodell wie bei <a href="http://www.freitag.de/kultur/1204-medientagebuch"><strong>Piano</strong></a>. Das wär&#8217;s gewesen. Aber wenn mag10 nicht einmal in der vorliegenden Form genügend Interesse bei Verlagen wecken konnte, dann wird die wirkliche App-Innovation aus Deutschland vielleicht mit mag15 kommen. Oder auch never. Aber auch in der vorgestellten Form ist mag10 eine innovative Software und hat eine Chance verdient. Gebt Euch einen Ruck, deutsche Investoren.</p>
<p><em>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/47807100@N00/6257189081/in/photostream/">Scoopcamp</a></em><strong></strong></p>
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		<title>Linktipps vom Pazifik: Sauna-Talk und HuffPo-Turbine</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 07:32:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diesmal mit: vielen Tipps zum Online-Journalismus, Ein-Jahres-Paywall-Bilanz der New York Times, einem gesprächigen Saunagast Jeff Jarvis und einem tödlichen Unfall mit einem Content-Aggegator. Zeit für Experimente Steffen Leidel beantwortet im lab Ausbildungsblog der Deutschen Welle (wird reformiert: mehr Online, weniger Radio) &#8220;fünf Statements, die in dem Reformprozess immer wieder zu hören sind und wahrscheinlich nicht [...]]]></description>
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		</div>
<h4><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Seattle-Skyline-Header.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-5410" title="Seattle Skyline Header" src="http://medialdigital.de/wp-content/Seattle-Skyline-Header.png" alt="" width="600" height="134" /></a></h4>
<h4>Diesmal mit: vielen Tipps zum Online-Journalismus, Ein-Jahres-Paywall-Bilanz der New York Times, einem gesprächigen Saunagast Jeff Jarvis und einem tödlichen Unfall mit einem Content-Aggegator.</h4>
<h4><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=2555">Zeit für Experimente</a></h4>
<p><strong>Steffen Leidel </strong>beantwortet im <strong>lab Ausbildungsblog der Deutschen Welle</strong> (wird reformiert: mehr Online, weniger Radio) &#8220;fünf  Statements, die in dem Reformprozess immer wieder zu hören  sind und wahrscheinlich nicht allein DW-spezifisch sind&#8221;. In der Tat dürften die Fragen und Antworten Mitarbeiter und Stratagen auch weiterer Medienhäuser interessieren (und freie Mitarbeiter auch). Ein &#8220;Best of&#8221; mit vielen Links, da Leidel und sein Kollege <strong>Marcus Bösch</strong> zu fast jedem der angesprochen Aspekte schon etwas geschrieben haben.</p>
<h4><a title="Moving away from ‘the story’: 5 roles of an online investigations team" href="http://onlinejournalismblog.com/2012/02/02/moving-away-from-the-story-5-roles-of-an-online-investigations-team/">Moving away from ‘the story’: 5 roles of an online investigations team</a></h4>
<p>Der britische Journalismus-Professor <strong>Paul Bradshaw</strong>, der seit zehn Jahren Online-Journalismus unterrichtet, will in einem Experiment herausfinden, ob zwei  Extreme im Online-Journalismus vermeidbar sind. Die Probleme: Online-Journalisten neigen entweder dazu, an ihren linearen Geschichten zu feilen, bis si sie wirklich gut sind, verlieren dabei aber online-spezifische Dimensionen wie Feedback und Verlinkungen aus dem Blick. Oder sie produzieren  kurzatmigen Häppchenjournalismus (&#8220;Churnalism&#8221;). Bradshaws Lösungsansatz: Teams zusammenstellen mit festen Rollen wie Community-Manager, Datenjournalist etc.</p>
<h4><a href="http://newsonomics.com/at-almost-400000-digital-subscribers-inside-the-new-york-times-pay-strategy-year-2/"><strong>At Almost 400,000 Subscribers, Inside the News York Times Pay Strategy, Year 2</strong></a></h4>
<p>Medienanalyst <strong>Ken Doctor</strong> hat sich die offiziellen Zahlen der <strong>New York Times</strong> nach einem Jahr Paywall angeschaut und mit Hintergrundinformationen angereichert. Eine der Erkenntnisse: Die NYT konnte gegen den Markttrend ihre für den Anzeigenumsatz wichtige gedruckte Sonntagsauflage im vergangenen Jahr steigern. Allerdings ist das Digitalabo um 60 Dollar pro Jahr günstiger, wenn man die Sonntagszeitung dazubucht, als ohne Sonntagsabo. Das ist aber nur auf den ersten Blick paradox. Dazu Doctor: &#8220;Keep the Sunday paper strong for at least several more years — and quite  likely longer — and the Times gains a fighting chance to find a <strong><a href="http://www.niemanlab.org/2011/03/the-newsonomics-of-sunday-papertablet-subscriptions/">print/digital hybrid model</a> </strong>to sustain its journalism.&#8221;</p>
<h4><a href="http://blog.wiwo.de/ungedruckt/2012/02/05/besser-twittern-eine-studie-zeigt-welche-tweets-wirklich-ankommen/">Besser twittern: Eine Studie zeigt, welche Tweets wirklich ankommen</a></h4>
<p><strong>Sebastian Matthes </strong>gibt in seinem Blog in der Wirtschaftswoche Tipps für den Erfolg bei Twitter. Er beruft sich dabei nicht auf sein Bauchgefühl oder eigene Erfahrungen, sondern auf eine empirische Studie: Was wollen Follower wirklich lesen? Nutzwert und Humor. Killer sind Gejammer über verpasste Straßenbahnen und &#8220;Check-Ins&#8221; bei Foursquare.</p>
<h4><a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1546980#/beitrag/video/1546980/Hitziger-Sauna-Talk-mit-Jeff-Jarvis"><strong>Hitziger Sauna-Talk mit Jeff Jarvis</strong></a></h4>
<p><strong>&#8220;Bauerfeind&#8221;</strong> hat sich zum Interview mit <strong>Jeff Jarvis</strong> in der Sauna getroffen. Es ist <a href="http://jakuuub.de/2010/04/14/wie-ich-mit-jeff-jarvis-in-der-sauna-sass/"><strong>nicht das erste Mal</strong></a>, dass Jarvis in der Sauna über seine Thesen plaudert, aber das erste Mal, dass eine Kamera mitlief. Die Video-Aufzeichnung ist in der ZDF-Mediathek abrufbar. Wer Jarvis&#8217; neues Buch &#8220;Public Parts&#8221; nicht kennt, erfährt von ihm eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte. Heiß<strong> </strong>war es allerdings <a href="https://twitter.com/#!/jeffjarvis/status/165749763931779073"><strong>nicht</strong></a>.</p>
<h4><a href="http://fraupoe.wordpress.com/2012/02/03/engel-links-teufel-rechts-oder-so/">engel links, teufel rechts … oder so</a></h4>
<p>PR-Beraterin <strong>Maria Pöttering</strong>, alias &#8220;Frau Pö&#8221;, denkt nach über Facebooks Timeline/Chronik, über Googles neue Datenschutzbestimmungen und den vieldiskutierten angeblich baldigen Untergang der Netzkultur. Klare Worte.</p>
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<h4><a href="http://www.theonion.com/articles/huffington-post-employee-sucked-into-aggregation-t,27244/">&#8216;Huffington Post&#8217; Employee Sucked Into Aggregation Turbine</a></h4>
<p>Verfechter eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage werden vielleicht schadenfreudig vernehmen, dass zum ersten Mal ein Mitarbeiter der Content-saugenden <strong>Huffington Post</strong> Opfer des riesigen konzerneigenen Aggregators geworden ist. Mit Todesfolge. Nachzulesen auf dem Satireportal <strong>Onion News</strong>.</p>
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		<title>Steinzeitansichten über Zukunfts-Journalismus</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 05:33:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn es nicht so ärgerlich wäre, dass viele  Journalisten dieses ahnungslose, schludrige und an einigen Stellen auch böswillige Machwerk wohl tatsächlich für das aktuelle Standardwerk  zum Thema Journalismus halten werden, wäre es fast komisch. Ist es aber nicht.  &#8220;Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus&#8221; wird von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) empfohlen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/29b2d45aef3f4f7c8ffbeeba9b3c6f10" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/versteinerte_Zeitung.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-5369" title="versteinerte_Zeitung" src="http://medialdigital.de/wp-content/versteinerte_Zeitung.png" alt="" width="592" height="437" /></a></p>
<p>Wenn es nicht so ärgerlich wäre, dass viele  Journalisten dieses ahnungslose, schludrige und an einigen Stellen auch böswillige Machwerk wohl tatsächlich für das aktuelle Standardwerk  zum Thema Journalismus halten werden, wäre es fast komisch. Ist es aber nicht.  &#8220;Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus&#8221; wird von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) empfohlen und für eine &#8220;Bereitstellungspauschale&#8221; von nur 4,50 Euro verschickt. Es wird schon allein wegen des günstigen Preises sicher gerne bestellt werden. Dazu kommt der Nimbus &#8220;Standardwerk&#8221;, den die bpb auch dieser Neuauflage verleiht. (Hat dort eigentlich jemand die neuen Abschnitte  zum Online-Journalismus gelesen?)</p>
<p>Zumindest die das Netz betreffenden Passagen in diesem Buch sind nicht viel mehr als eine zusammengequirlte Melange aus abgedroschenen Sprüchen und Vorurteilen: Im Internet herrscht &#8220;Krieg&#8221; zwischen Journalisten und Bloggern. Die Fülle der vielen unwichtigen Informationen im Netz verwirrt und überfordert die Menschen. Debatten mit Nutzern im Netz sind sinnlos, weil größtenteils &#8220;Schwachsinn und Dampfplauderei&#8221; abgesondert wird. Konzentriertes Lesen ermöglichen nur Texte in der Zeitung, nicht solche im Netz. Wer als journalistischer Einsteiger bei einer Zeitung keinen Erfolg mit seinen Beiträgen hat, sollte es einfach bei einer Online-Redaktion probieren &#8211; dort kommt es auf Qualität nicht so sehr an. Und so weiter, und so fort.</p>
<p>Zu vielen haarsträubenden Thesen in diesem Lehrbuch (und zu seinem seltsamen Titel) haben  <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/29/schneiderraue-wenn-blinde-uber-farbe-schreiben/"><strong>Christian Jakubetz </strong></a>und <a href="http://www.peter-schumacher.net/blog/2012/01/27/die-bescheidwisser/"><strong>Peter Schumacher</strong></a> (Nachtrag: auch <a href="http://www.marcus-boesch.de/post/16414853110/zwischen-journalisten-und-bloggern-herrscht"><strong>Marcus Bösch</strong></a> und <a href="http://hschellk.tumblr.com/"><strong>Holger Schellkopf</strong></a>, stellv. Chefredakteur der Mittelbayerischen Zeitung) das Meiste bereits treffend gesagt. Ihre Kritiken sollte jeder (angehende) Journalist, der erwägt, das Schneider/Raue Buch zu bestellen, erst einmal lesen.</p>
<p>Darüber  hinaus  sind mir noch ein paar weitere unsinnige Aussagen in diesem Buch aufgefallen.</p>
<blockquote><p>Wer in den ersten Sätzen zum Lesen verführt, wird seinen Weg im Journalismus gehen, gleich welche Technik uns nach iPad und Web4.0 noch übarraschen wird. Er ist für alle Zeiten und alle Techniken gewappnet.</p></blockquote>
<p>Ein journalistisches Lehrbuch schreiben, kann ja so einfach sein. Während der Rest der Branche mehr oder weniger intensiv darüber nachdenkt, wie sich der Journalismus verändern wird und muss, um den digitalen Wandel zu überstehen und vielleicht sogar gestärkt daraus hervorzugehen, während an Universitäten und Journalistenschulen begonnen wird, Ausbildungsgänge zu modernisieren, damit das Gelernte auch in vier oder fünf Jahren noch anwendbar ist, haben Schneider und Raue die Geheimformel längst entdeckt: Der Einstieg muss stimmen, der kleine Rest ergibt sich von ganz alleine.</p>
<blockquote><p>Doch nebenbei ist Fernsehen im Internet nicht zu machen.  Notwendig sind eine teure Kamera nebst Mikrofon und Kopfhörer, ein  Laptop mit großem Speicherplatz, ein gutes Programm zum Schneiden des  Rohmaterials, Routine und viel Zeit.</p></blockquote>
<p>Eine teure Kamera soll also notwendig sein? Da sich Schneider bekennendermaßen <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-05/wolf-schneider-blogs"><strong>Blogs nur ausdrucken lässt</strong></a>, kennt er wahrscheinlich weder <strong>Markus Hündgen</strong> noch <strong>Marcus Bösch</strong> noch <strong>Richard Gutjahr</strong> mit ihren ebenso <a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=2497"><strong>kenntisreichen</strong></a> wie <a href="http://gutjahr.biz/blog/2011/04/iphone-video/"><strong>nutzwertigen</strong></a> <strong><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=2484">Beiträgen</a></strong> zum Thema <a href="http://videopunks.de/pages/videopunk-manifest"><strong>Videojournalismus</strong></a>.</p>
<p>Im viel zu knappen Kapitel über <strong>Podcast</strong> ist nur die Rede davon, ob gesprochene Sätze kürzer sein müssen als geschriebene. Erläuterungen zur Technik, zu Plattformen, zur Abonnierbarkeit? Fehlanzeige. Ist ja auch unnötig, wenn Podcast laut Schneider/Raue das gleiche ist wie Radio, nur dass es im Internet anders heißt.</p>
<p>Systematisch ziehen sich grammatisch falsche Verwendungen von Worten wie Twitter, Blog oder Internet-Forum durch die Online-Passagen dieses Buches. Sie wirken wie eingestreute Begriffe aus einer Fremdsprache, derer die Autoren nicht mächtig sind.</p>
<p>Rückblickend: Warum sich so viele Fehler, sprachliche Schludrigkeiten und Vorurteile in den Abschnitt über Online-Journalismus häufen, wird eigentlich schon in der Einleitung klar:</p>
<blockquote><p>Den Online-Journalismus dagegen behandeln wir als bloße Spielart des klassischen Handwerks &#8211; nur dadurch unterschieden, dass auf dem Bildschirm noch ungeduldiger gelesen wird als in der Zeitung; die letzte Zeile eines Textes erreichen die wenigsten.</p></blockquote>
<p>Das schreiben also zwei Autoren, denen nicht nur das Thema fremd ist, sondern die sich auch offensichtlich nicht wirklich damit befassen mögen, ein paar Absätze zum Online-Journalismus mal eben mit in ein Buch , damit es in der Neuauflage auch irgendwie berücksichtigt ist. Das ist wirklich arm für ein Standardwerk.</p>
<p><strong>Offenlegungen:</strong></p>
<ol>
<li>Ich habe nicht das ganze Buch gelesen, sondern nur die Passagen, die man bei Amazon in der Digitalbuchausgabe von Rowohlt frei lesen kann. Das sind die ersten drei Kapitel (&#8220;Einleitung&#8221;, &#8220;Die journalisten&#8221; und &#8220;Online-Journalismus&#8221;). Den Rest des Buches kann ich nicht beurteilen. Die E-Book-Ausgabe mit anderem Cover kostet übrigens mit 14,99 € mehr als das Dreifache als bei der bpb.</li>
<li>Ich bin Co-Herausgeberin des Buches &#8220;Universalcode&#8221; und deshalb nicht unbefangen. Unser Buch ist ein Nonprofit-Projekt. Ich hätte allerdings auch ohne Beteiligung am &#8220;Universalcode&#8221; meinem Ärger über das Buch von Schneider/Raue Raum gegeben &#8211; das sehe ich genauso wie Christian Jakubetz.</li>
<li>Paul-Josef Raue kenne ich nicht persönlich, Wolf Schneider bin ich einmal begegnet. Das war im Januar 1993, beim traditionellen Kaminabend mit Wolf Schneider im Rahmen meines vierwöchigen Kompaktkurses für Volontäre an der Hamburger Akademie für Publizistik. Schneider hat der Abend damals mit Sicherheit ebenso wenig gefallen wie uns Volos. Wir fühlten uns von oben herab belehrt, er fand uns &#8220;aufsässig&#8221; (er benutzte tatsächlich dieses Wort), weil wir es wagten, ihm kritische Fragen zu stellen. Seitdem betrachte ich Publikationen von Wolf Schneider mit vorsorglicher Skepsis.</li>
</ol>
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