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	<title>Jenseits des täglichen Wahnsinns</title>
	
	<link>http://www.wildbits.de</link>
	<description>Wer kann heute noch von sich behaupten, nicht von allen guten und bösen Geistern verlassen worden zu sein? So wie sich die Welt zeigt, befinden wir uns längst Jenseits vom Wahnsinn. wildbits, ein Blog für alle, die nicht mehr ganz bei Trost sind, aber dennoch welchen gebrauchen könnten.</description>
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		<title>Deutschlands Schande</title>
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		<pubDate>Sat, 26 May 2012 08:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tboley</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<description><![CDATA[Man könnte einfach Gras über die Sache wachsen lassen, wenn es sich nicht um einen überzeugten &#8220;Serientäter&#8221; handeln würde. Während Otto und Erika Normalbürger es allenfalls mit Leserbriefen in die Zeitung schaffen, räumt man anderen, egal welchen Blödsinn sie schreiben, prominenten Platz im Feuilleton ein. Anders als bei seiner letzten Meinungsäußerung wurde das sogenannte Gedicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Man könnte einfach Gras über die Sache wachsen lassen, wenn es sich nicht um einen überzeugten &#8220;Serientäter&#8221; handeln würde. Während Otto und Erika Normalbürger es allenfalls mit Leserbriefen in die Zeitung schaffen, räumt man anderen, egal welchen Blödsinn sie schreiben, prominenten Platz im Feuilleton ein.<span id="more-8569"></span></p>
<p>Anders als bei seiner letzten Meinungsäußerung wurde das sogenannte Gedicht diesmal nicht mit letzter Tinte geschrieben. Es ist auch etwas sorgfältiger gearbeitet, selbst wenn die Wörter jenseits von Reim und Versmaß auf einer Satzstrecke holpern. Wer sich nicht auskennt, wird dem vergewaltigten Hexameter keine Träne nachweinen. </p>
<p>Man muss den Text mehrfach lesen, um der inhaltlichen Aussage auf die Spur zu kommen. Natürlich stellt man schnell fest, dass es um Griechenland und dem Umgang der anderen europäischen Länder (wobei es hier hauptsächlich ein paar treibende Kräfte, vor allem aber Deutschland, sein dürfte) mit dem hoch verschuldeten Staat geht. Das normale Schulwissen reicht aus, um den Vorwurf, die Wiege der Demokratie würde nackt an den Pranger gestellt, also gleichsam ihr historischer Verdienst entwertet, zu entschlüsseln. Ob ein Verweis soweit zurück in die Zeit legitim ist für aktuelle komplexe Sachverhalte, sei dahingestellt. </p>
<p>Weiter kommt man aber ohne Sekundärliteratur nicht. Markus Schwering im Kölner Stadt-Anzeiger hilft da weiter und erklärt den Verweis auf Hölderlin und die Obristen:</p>
<blockquote><p>
Was aber, bitte schön, haben die Besatzung des Landes durch die Nazis und die von den USA installierte Obristendiktatur damit zu tun […]<br />
<small>KSTA, Samstag/Sonntag, 26./27. Mai 2012, S.28</small>
</p></blockquote>
<p>Da ist er wieder, der Nazi-Vergleich im Gedicht. Als ob einem alten Dichter nur noch diese monokausale Erklärung einfallen würde. Das Thema ist viel zu komplex, um es mit lediglich 24 Zeilen zu fassen. Ungeheuerlich ist es auch, Griechenland zu einem Opfer zu machen, welches selber keine Schuld an seiner Lage trägt.</p>
<p>Richtig ist die mitschwingende Feststellung, man könne das Land nicht einfach fallen lassen, so wie das in den vergangenen Tagen bei einem anderen Autor anklang. Möglich, das dieses Gedicht als Reaktion darauf verstanden werden will. Es ist aber zu bezweifeln, ob jemand, der dermaßen stur ausschließlich seine Interpretation von Zahlen und Tabellen gelten lässt, sich überhaupt beeindrucken lässt. Selbst die Worte eines Nobelpreisträgers werden an ihm abperlen.</p>
<p>Vorwerfen kann man dem Text nicht das Fehlen von Lösungen, denn das muss er nicht leisten. In der Hinsicht ist die Prosa privilegiert gegenüber einem Sachtext (oder -buch).</p>
<p>Zu guter Letzt noch ein Wort zum Thema Schande. Der hier nicht namentlich genannte Dichter ist selbstverständlich keine Schande für Deutschland, aber auch kein Aushängeschild. Das aber steht Schriftstellerinnen und Schriftstellern durchaus zu. Freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut und unbequem sein gehört ein Stück weit auch dazu. </p>
<hr /><small>Dieser Feed ist nur für den persönlichen und nicht-kommerziellen Gebrauch bestimmt und unterliegt dem  Urheberrecht.</small><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/wildbits/~4/gchK77xLbIM" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Standig Still</title>
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		<pubDate>Fri, 25 May 2012 11:41:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tboley</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[ESC 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Morgen findet in Aserbaidschan der Eurovision Song Contest statt. Ein Land, welches von der Demokratie soweit entfernt ist wie Düsseldorf (dem Austragungsort im Vorjahr) von Baku. Eigentlich wäre die richtige Haltung ein Boykott der Veranstaltung gewesen. Aber es gibt nicht wenige Künstler, die sich der Haltung der Veranstalter, dies sei ein unpolitisches musikalisches Event, nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Morgen findet in Aserbaidschan der <em>Eurovision Song Contest</em> statt. Ein Land, welches von der Demokratie soweit entfernt ist wie Düsseldorf (dem Austragungsort im Vorjahr) von Baku. <span id="more-8565"></span></p>
<p>Eigentlich wäre die richtige Haltung ein Boykott der Veranstaltung gewesen. Aber es gibt nicht wenige Künstler, die sich der Haltung der Veranstalter, dies sei ein unpolitisches musikalisches Event, nur zu gerne angeschlossen haben. Musik schießt eine politische Botschaft nicht aus. </p>
<p>Eine Veranstaltung wie der ESC kann meiner Meinung nach nicht unpolitisch sein. Sie findet in der Öffentlichkeit statt, gesendet und gesehen von einem Millionenpublikum. Zu glauben, dass die Machthaber in Aserbaidschan sich damit nicht ins beste Licht rücken würden und die Veranstaltung schamlos propagandistisch ausnutzen, ist gelinde gesagt naiv. </p>
<p>Aserbaidschan ist kein freies Land. Daran wird der ESC nichts ändern. Genauso wenig wie sich Weißrussland nicht durch die EM 2012 wandeln wird. Helfen würde dagegen ein Boykott, nicht nur beim ESC und der EM, sondern generell. Sonst können wir gleich auch wieder dahin übergehen, Blutdiamanten als unpolitisches Luxusgut zu betrachten. Unrecht bleibt Unrecht. Diktatur bleibt Diktatur. Wer mit Diktatoren ins Bett steigt, tritt die Demokratie mit Füßen.</p>
<p><strong>Update:</strong> Da sieht man mal, was passieren kann, wenn man von Fußball keine Ahnung hat. Die EM findet natürlich nicht in der Weißrussland statt, sondern in Polen und der Ukraine.</p>
<hr /><small>Dieser Feed ist nur für den persönlichen und nicht-kommerziellen Gebrauch bestimmt und unterliegt dem  Urheberrecht.</small><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/wildbits/~4/9riPOYEAn1I" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Ach, du mein Facebook</title>
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		<pubDate>Thu, 24 May 2012 17:36:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tboley</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fingerübungen]]></category>
		<category><![CDATA[Börse]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Bonds]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>

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		<description><![CDATA[In tödlicher Zweisamkeit ermitteltet die Börsenaufsicht im Falle der Energiewende. Ein Streit ist darüber entbrannt, ob Euro-Bonds auf Hartz IV anzurechnen sind. Währenddessen gibt Japan seine Münzsammlung auf, um sich den Flug nach London zu leisten, wo die weltweit größte Show schneller Brüter derzeit stattfindet. Draußen vor der Tür steht die Währungsunion und begreift Freiheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	In tödlicher Zweisamkeit ermitteltet die Börsenaufsicht im Falle der Energiewende. Ein Streit ist darüber entbrannt, ob Euro-Bonds auf Hartz IV anzurechnen sind. Währenddessen gibt Japan seine Münzsammlung auf, um sich den Flug nach London zu leisten, wo die weltweit größte Show schneller Brüter derzeit stattfindet.<span id="more-8563"></span></p>
<p>Draußen vor der Tür steht die Währungsunion und begreift Freiheit als Dilemma. Unser Star für Baku ist nicht der nächste Patriarch, der diesmal mit der gleichen Taktik ein unwillkommenes Buch veröffentlicht hat. Facebook weint nach seinem Börsengang. Und alle machen mit. Träne im Regionalfernsehen, danach das Wetter. In Norditalien regnet es Parmesan. Das Fiasko ist ein schlichter Zocker, sagen zwei von drei Deutschen. Unsichtbare Defensivkunst wird von Winterkorn als geheimes Mittel gegen Frauenmord propagiert. Jeder Zweite profitiert davon.</p>
<p>Nicht alle Blüten feiern eines Siegeszug auf dem Jakobs-Weg. Nur ein Wenig Demokratie am Straßenrand schaut zu, während die Stars von gestern den Niedergang beklatschen. Politisch durchsetzbar sind regelmäßige Treffen nicht mehr. Der Tatverdacht fällt auf Mark Zuckerberg. Manche lernen einfach nicht dazu.</p>
<hr /><small>Dieser Feed ist nur für den persönlichen und nicht-kommerziellen Gebrauch bestimmt und unterliegt dem  Urheberrecht.</small><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/wildbits/~4/FnvFuhPvf7Y" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Rückgrat</title>
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		<pubDate>Wed, 23 May 2012 17:40:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tboley</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Tagen habe ich mich geärgert, ziemlich sogar. Um zu erklären, was der Grund dafür war, muss ich etwas weiter ausholen. Dieser Blog hier feiert bald sein neunjähriges Bestehen. Von Anfang an stand für mich fest, dass es hier eine Privatveranstaltung ohne kommerzielles Interesse ist. Hier findet sich meine Sicht der Dinge. Wem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	In den letzten Tagen habe ich mich geärgert, ziemlich sogar. Um zu erklären, was der Grund dafür war, muss ich etwas weiter ausholen. Dieser Blog hier feiert bald sein neunjähriges Bestehen. Von Anfang an stand für mich fest, dass es hier eine Privatveranstaltung ohne kommerzielles Interesse ist. Hier findet sich meine Sicht der Dinge. Wem das nicht gefällt, wird nicht zum lesen von mir genötigt.<span id="more-8559"></span></p>
<p>Kritik lasse ich zu, wenn die Spielregeln des fairen Umgangs auf Augenhöhe eingehalten werden. Kritik an meinen Beiträgen über die Kommentarfunktion ist in diesem Rahmen daher durchaus auch erwünscht. Das bedingt dann allerdings, dass andere Leser auf Kommentare wiederum reagieren können. Ich will mich an dieser Stelle aber nicht zu tief mit der Bedeutung einer Kommentarfunktion für Blogs beschäftigen.</p>
<p>Es scheint Zeitgenossen zu geben, die der Meinung sind, ein privater Blogbetreiber müsse alles an Kritik, egal in welchem Tonfall und in welcher Form, hinnehmen. Begründet wird das mitunter auch damit, dass der Blog öffentlich sei und man es daher akzeptieren müsse. </p>
<p>Ich sehe das etwas anders. Es würde auch niemand auf die Idee kommen, dass er sich als Gast in meiner Wohnung alles erlauben darf, weil ich ihm schließlich die Tür geöffnet habe &#8211; zugegeben, vielleicht nicht das beste Beispiel, aber ich denke, die Richtung wird klar.</p>
<p>Nicht nur regelmäßigen Lesern dürfte meine politische Einstellung aufgefallen sein. Ich mache auch kein Geheimnis daraus, dass ich SPD-Mitglied bin. In Zeiten des Wahlkampfes und auch unmittelbar danach kann es schon mal sehr einseitig gefärbte Blogeinträge geben &#8211; was nicht gleichbedeutend damit ist, dass ich immer die Linie meiner Partei vertrete. Ich behalte mir das Recht auf einen eigenen Kopf und eine eigene Meinung vor. Den hat im Übrigen auch meine Frau, um das an dieser Stelle mal klarzustellen. Entscheidungen trifft sie eigenständig und nicht, weil ich das auch so gemacht habe.</p>
<p>Mir sind Menschen unverständlich, die nach einem deutlichen ersten Hinweis immer noch davon überzeugt sind, sich Freiheiten herauszunehmen, die ihnen nicht zustehen. Die das in einer Art und Weise machen, die ich nicht tolerieren kann. Die nach der Mitteilung, sie müssten hier nicht lesen, pampig werden und zum Angriff übergehen. Ganz ehrlich, so was muss ich mir nicht gefallen lassen. Dafür ist mir meine Zeit auch zu schade. Wenn ich merke, dass eine ernsthafte Diskussion zwecklos ist, dann erspare ich mir diese und schalte in den Modus &#8220;Ignorier ihn doch einfach&#8221;. </p>
<p>So ganz gelingt das nicht immer, denn sonst wäre dieser Blogeintrag nicht entstanden. Zu dem Thema ist von meiner Seite jetzt alles gesagt. Und das meine ich auch genau so.</p>
<hr /><small>Dieser Feed ist nur für den persönlichen und nicht-kommerziellen Gebrauch bestimmt und unterliegt dem  Urheberrecht.</small><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/wildbits/~4/xqYouCvR5lQ" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Wozu CDU wählen</title>
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		<comments>http://www.wildbits.de/2012/05/22/wozu-cdu-waehlen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 May 2012 13:40:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tboley</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[NRW]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Mitglied der SPD stellt sich einem die Frage, wozu man die CDU wählen sollte, naturgemäß eher weniger. Anhänger der CDU jedoch werden sich zunehmen mit der Frage konfrontiert sehen. Das liegt nicht unbedingt am derzeitigen politischen Programm, sondern an den Person, die zu Wahl stehen oder standen. Wer vor neun Tagen aus Überzeugung CDU [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Als Mitglied der SPD stellt sich einem die Frage, wozu man die CDU wählen sollte, naturgemäß eher weniger. Anhänger der CDU jedoch werden sich zunehmen mit der Frage konfrontiert sehen. Das liegt nicht unbedingt am derzeitigen politischen Programm, sondern an den Person, die zu Wahl stehen oder standen.<span id="more-8556"></span></p>
<p>Wer vor neun Tagen aus Überzeugung CDU gewählt hat, kann nicht mit Sicherheit sagen, ob auch der von ihm favorisierte Kandidat (oder Kandidatin) tatsächlich im Landtag von Nordrhein-Westfalen sitzen wird. Zum einen deshalb, weil die Direktmandaten (Erststimme) in einem Wahlkreis immer nur an denjenigen mit den meisten Stimmen gehen &#8211; also mitunter eben auch an einen Kandidaten einer anderen Partei. In Köln gelang keinem Kandidaten der CDU über die Erststimme der Einzug in den Landtag. </p>
<p>Die Zweitstimme ist immer eine Stimme für die Liste der Partei. Ob einer der Kandidaten darauf in den Landtag einzieht, hängt von seiner Position auf der Liste (dem sogenannten Listenplatz) und dem prozentualen Stimmenanteil der Partei ab. Mit der Zweitstimme haben die Wählerinnen und Wähler demnach nur einen indirekten Einfluss darauf, ob ein von ihnen präferierter Kandidat Mitglied des Landtages wird oder nicht. Soweit das Wahltechnische. Kommen wir aber zum eigentlichen Problem. Heute war im Kölner Stadt-Anzeiger zu lesen, dass Ursula Heinen (CDU) in Berlin bleiben wird. Sie war einen der Kandidaten der CDU in Köln für die zurückliegende Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gewesen. Ähnlich wie Röttgen verzichtet sie auf den Wechsel nach Düsseldorf auf die Oppositionsbank. In Berlin hat sie bisher als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium gearbeitet. Das wird sie auch weiterhin tun, mit Rückendeckung von Bundeskanzlerin Angela Merkel &#8211; das ist bei ihr der Unterschied zu Röttgen, der heute von Bundespräsident Joachim Gauck seine Entlassungsurkunde erhalten hat.</p>
<p>Mit dem dritten Platz auf der Landesliste hatte Heinen einen Sitz im Nordrhein-Westfälischen Landtag erhalten. Auf diesen verzichtet sie jetzt. Vermutlich wäre das bei einem Wahlsieg der CDU nicht passiert. Wer seine Zweitstimme der CDU gegeben hat, konnte mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Heinen im Landtag einziehen würde. Als Wählerinnen oder Wähler der CDU würde ich mich jetzt fragen, wozu ich diese Partei wähle, wenn ihre Kandidaten bzw. Mandatsträger letztendlich ihr Amt nicht antreten. </p>
<hr /><small>Dieser Feed ist nur für den persönlichen und nicht-kommerziellen Gebrauch bestimmt und unterliegt dem  Urheberrecht.</small><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/wildbits/~4/e8eRVWr3GKY" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Raum für Brandstifter</title>
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		<pubDate>Mon, 21 May 2012 19:58:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tboley</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Sarrazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Thilo Sarrazin hat es wieder getan, ein Buch zu schreiben. An sich nichts verwerfliches. Wer das letzte von ihm noch in Erinnerung hat und ähnliches erneut erwartet, wird nicht enttäuscht werden. Auch wenn das Buch noch nicht erhältlich ist, so kann man sich ein Urteil über dessen Inhalt bilden. Möglich ist dies durch den Auftritt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Thilo Sarrazin hat es wieder getan, ein Buch zu schreiben. An sich nichts verwerfliches. Wer das letzte von ihm noch in Erinnerung hat und ähnliches erneut erwartet, wird nicht enttäuscht werden.<span id="more-8552"></span></p>
<p>Auch wenn das Buch noch nicht erhältlich ist, so kann man sich ein Urteil über dessen Inhalt bilden. Möglich ist dies durch den Auftritt von Sarrazin in der Talkshow von Günther Jauch in der ARD, die sich auch <a href="http://www.ardmediathek.de/das-erste/guenther-jauch/brauchen-wir-den-euro-wirklich-thilo-sarrazin-gegen-peer?documentId=10579276">abrufbereit</a> in der Mediathek befindet. Im Vorfeld der Sendung gab es viel Kritik, da Bürgerinnen und Bürger als auch Vertreter unterschiedlicher Parteien der Meinung sind, man dürfe so einem wie Sarrazin keine Plattform zur Verbreitung seiner Thesen bieten. Peer Steinbrück, der sich auf eine Diskussion mit Sarrazin einließ, sah das anders. Seiner Meinung kann man sich durchaus anschließen, denn Sarrazin entzaubert sich selber. Wer wie das Saalpublikum im Gasometer über einen einigermaßen gesunden Verstand verfügt, erkennt in Sarrazin jemanden, der ausschließlich provozieren will. Der nicht in der Lage ist, einen fehlerfreien, verständlichen Satz zustande zu bekommen. Entsprechend gab es vom Publikum keinen Applaus für Sarrazin, dafür aber für den sich redlich bemühenden Steinbrück und Jauch. </p>
<blockquote><p>
[…] getrieben von jenem sehr deutschen Relfex, wonach die Buße für Holocaust und Weltkrieg erst endgültig getan ist, wenn wir alle unsere Belange, auch unser Geld, in europäische Hände gelegt haben.<br />
<small>Quelle: &#8220;Europa braucht den Euro nicht&#8221;, S. 203</small>
</p></blockquote>
<p>Zu den &#8220;Highlights&#8221; seines Buches gehört nicht nur das unsägliche Holocaust Zitat, sondern auch der Vergleich von Angela Merkel mit Erich Honecker und die Unterscheidung in einen &#8220;romanischen&#8221; und &#8220;germanischen&#8221; Finanzstil. Sarrazin flüchtete sich immer wieder in seine Zahlen, ohne auf die Einwände von Steinbrück einzugehen. Als Beispiel für Euro-Länder, die auch ohne den Euro zurecht kommen, führte er England und die Schweiz an. An dieser Stelle fällt auf, wie wenig sich Sarrazin wirklich auskennt.</p>
<p>Die Schweiz gehört nicht zur europäischen Union und mit Englands Wirtschaft steht es auch nicht zum Besten, ganz im Gegenteil zu dem, was Sarrazin behauptet. Daneben gibt es noch einige Betriebe und Unternehmer in der Schweiz, die es zutiefst bedauern, dass ihr Land nicht den Euro als Währung hat. So findet man im diesen Zusammenhang auch oft die Klagen der Käseproduzenten, deren Produkte auf Grund des Wechselkurses das Nachsehen haben.</p>
<p>An der gesamten Sendung fiel der hohe Redeanteil von Sarrazin unangenehm auf. Sarrazin hatte mehr Zeit für seine Aussagen als Jauch und Steinbruck zusammen geredet hatten. Das war auch einer der Hauptschwachpunkte der Sendung. Wenn man so jemanden wie Sarrazin öffentlich reden lässt, muss man auch dazwischen gehen. Weder Steinbrück noch Jauch ist das gelungen &#8211; hier hätte es sicherlich eines energischeren Moderators bedurft. </p>
<p>Das Steinbrück mehrmals davor war, vor Wut zu platzen, er aber Profi genug ist, es nicht zu tun, war ihm anzusehen. Auch wenn Steinbrück zu Beginn der Sendung klar machte, dass er Sarrazin nicht wie unter Parteigenossen üblich (Sarrazin ist immer noch in der SPD) duzen wird, hat er ihm dennoch am Schluss der Sendung die Hand gegeben. Es sind die kleinen Gesten, die Größe deutlich machen. </p>
<p>Gut beobachtet hat die Sendung auch <a href="http://www.derwesten.de/politik/steinbrueck-attackiert-sarrazin-bei-guenther-jauch-groesster-bullshit-id6677365.html">DERWESTEN</a>.</p>
<hr /><small>Dieser Feed ist nur für den persönlichen und nicht-kommerziellen Gebrauch bestimmt und unterliegt dem  Urheberrecht.</small><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/wildbits/~4/jpdLuE863kI" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Eiszauber</title>
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		<comments>http://www.wildbits.de/2012/05/20/eiszauber/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 May 2012 16:01:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tboley</dc:creator>
				<category><![CDATA[Produkte]]></category>
		<category><![CDATA[Eis]]></category>

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		<description><![CDATA[Angeregt durch ein der Mitbewohner im Büro (genauer gesagt war es derjenige, der nicht nur die Miete zahlt) und sein SloPro Video haben DER CHEF und ich gestern einen eigenen Eisversuch gestartet. Mittels Eiszauber, so das Produktversprechen, gelingt es in kurzer Zeit ganz ohne Eismaschine, selber Eis zu machen. Nach drei Minuten rühren und einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Angeregt durch ein der Mitbewohner im Büro (genauer gesagt war es derjenige, der nicht nur die Miete zahlt) und sein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=wlkH6sIkSXs">SloPro Video</a> haben DER CHEF und ich gestern einen eigenen Eisversuch gestartet. Mittels <a href="http://www.eiszauber.de/">Eiszauber</a>, so das Produktversprechen, gelingt es in kurzer Zeit ganz ohne Eismaschine, selber Eis zu machen.<span id="more-8550"></span></p>
<p>Nach drei Minuten rühren und einer Nacht im Kühlschrank (nicht ich, sondern die Mischung) konnten wir uns selber Überzeugen. Ein selbstgemachtes Stracciatella-Eis. In Bezug auf die Cremigkeit kann das eigene Eis durchaus mit fertigen Produkten konkurrieren. Für meinen Geschmack hätte es etwas weniger süß sein können, aber das ist wohl auch der Tatsache geschuldet, womit der Hersteller sein Geld verdient &#8211; mit dem Verkauf von Zucker. Unschlagbarer Vorteil gegenüber den meisten Eissorten aus dem Supermarkt: das eigene Eis enthält genau die Zutaten, die man reingemischt hat. Der größte Bestandteil ist dabei frische Milch, wenn man &#8220;Eiszauber für Milch&#8221; verwendet. Nicht vergessen sind die Meldungen von kommerziellen Eisherstellern, die schon mal gerne billige Fette statt Milch verwenden. </p>
<p>Was im Eiszauber selber so alles drin ist, möchte man vielleicht gar nicht so genau wissen. Laut Inhaltsangabe ist das aber neben Zucker nichts, was besonders bedenklich wäre. Auch für Vegetarier ist das Produkt daher uneingeschränkt geeignet. </p>
<p>Für mich wird es auf jeden Fall nicht das letzte selbstgemachte Eis sein. Das Rezept des Monats, Rhabarber-Eis, sieht verlockend aus. Die Eissaison 2012 ist eröffnet.</p>
<hr /><small>Dieser Feed ist nur für den persönlichen und nicht-kommerziellen Gebrauch bestimmt und unterliegt dem  Urheberrecht.</small><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/wildbits/~4/dn7xNil2Ch8" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Rheinisches Sakrileg</title>
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		<pubDate>Sat, 19 May 2012 17:06:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tboley</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Ironie]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits vor meinem Umzug nach Köln kannte ich das spezielle Verhältnis, welches die Ureinwohner zur nördlich gelegnen Nachbarstadt am Rhein haben. Dem Kölner an sich wird große Toleranz nachgesagt, bei Düsseldorf hört diese jedoch auf. Das der 1. FC Köln künftig in der zweiten Bundesliga spielen muss, während Fortuna Düsseldorf in der ersten Liga spielen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Bereits vor meinem Umzug nach Köln kannte ich das spezielle Verhältnis, welches die Ureinwohner zur nördlich gelegnen Nachbarstadt am Rhein haben. Dem Kölner an sich wird große Toleranz nachgesagt, bei Düsseldorf hört diese jedoch auf.<span id="more-8547"></span></p>
<p>Das der 1. FC Köln künftig in der zweiten Bundesliga spielen muss, während Fortuna Düsseldorf in der ersten Liga spielen darf, hat die Kölner härter getroffen, als sie vermutlich zugeben würden. Mit ein paar Stangen Kölsch kann man sich zur Not aber das Spielergebnis schöntrinken.</p>
<p>Wobei, wenn wir gerade von trinken reden. Mit gehörig Alkohol im Blut ist  ein Düsseldorfer am Donnerstag auf den Kölner Dom geklettert. Dabei wurden kostbare Monumente beschädigt. Anschließend hat er auch noch einen Domschweizer verprügelt. So was ist in Köln ein Sakrileg. Gestern gab es Gerüchten zu folge ein Treffen militanter Kölner, bei dem über eine entsprechende Gegenmaßnahme gesprochen wurde. In der Landeshauptstadt kann man trotzdem beruhigt sein. Es gibt einfach nichts vergleichbares wie den Kölner Dom in Düsseldorf oder andere schöne Bauwerke. </p>
<p>Offiziell nimmt man in Köln an, dass es nur ein verwirrter Einzeltäter gewesen war. Wo sich der 38-jährige zu Zeit allerdings aufhält, ist nicht bekannt. Nach dem ein Schweizer die Rheindurchquerung vergangenen Woche abgebrochen hat, währe eine Fortsetzung ganz anderer Art vorstellbar. In Düsseldorf sollte man sich bei der Strömung des Flusses mit dem Winken allerdings beeilen.</p>
<hr /><small>Dieser Feed ist nur für den persönlichen und nicht-kommerziellen Gebrauch bestimmt und unterliegt dem  Urheberrecht.</small><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/wildbits/~4/h0YJQ_uSkgA" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Fundstücke</title>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2012 10:07:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tboley</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Umzug]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittlerweile dürfte es sich herumgesprochen haben, dass DER CHEF und ich dem nächsten Umzug entgegensehen. Gestern viel der Startschuss zum einpacken der ersten Umzugskartons. Das mag sich für den einen oder die andere früh anhören, da wir erst Ende Juni umziehen. So früh ist das aber nicht, da uns zum packen nur die (zum Teil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Mittlerweile dürfte es sich herumgesprochen haben, dass DER CHEF und ich dem nächsten Umzug entgegensehen. Gestern viel der Startschuss zum einpacken der ersten Umzugskartons.<span id="more-8543"></span></p>
<p>Das mag sich für den einen oder die andere früh anhören, da wir erst Ende Juni umziehen. So früh ist das aber nicht, da uns zum packen nur die (zum Teil verlängerten) Wochenenden bleiben. Mit noch ein paar Veranstaltungen dazu schrumpf der Zeitvorrat schnell zusammen. </p>
<p>Bisher haben wir aus dem Keller 60 Kartons retten können. Das erspart den teuren Neukauf. Leider hat es aber mindestens genauso viele erwischt, die nass geworden sind. Es gab wohl vor ein paar Monaten einen leichten Wasserschaden im Keller, der doch mehr Spuren hinterlassen hat als gehofft. So was ist ärgerlich, vor allem wenn man es erst so spät merkt. Vorher hätte sich vermutlich was über die Versicherung machen lassen.</p>
<p>Beim Einpacken gibt es nicht nur die Momente, wo man sich fragt, warum man diesen oder jenen Gegenstand nicht schon längst weggeworfen hat, sondern auch Überraschungen positiver Art. Gestern fiel mir ein Krimi in die Hände, den ich bisher noch nicht gelesen habe. Entweder bekam ihn Nadine oder ich mal vor langer Zeit geschenkt, denn er stand in zweiter Reihe hinter anderen Büchern.</p>
<p>Lesen werde ich ihn vermutlich noch vor dem Umzug, daher liegt er auf dem noch nicht abgeräumten Schreibtisch. Viel erwarte ich leider nicht von &#8220;Die Schanz&#8221;. Das hängt mit dem mir bereits bekannten Autoren-Trio zusammen &#8211; wobei, Überraschungen sind immer möglich.</p>
<hr /><small>Dieser Feed ist nur für den persönlichen und nicht-kommerziellen Gebrauch bestimmt und unterliegt dem  Urheberrecht.</small><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/wildbits/~4/AWaf5zphL-E" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Kleine Biester</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 16:09:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tboley</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hoffe, den nachfolgenden Satz muss ich nicht noch all zu oft wiederholen. Bisher dachte ich, beim Krimis schon den schlechtesten gelesen zu haben. Leider habe ich mich geirrt &#8211; mal wieder. Der sogenannte Kriminalroman &#8220;Kleine Biester&#8221; von Rob Alef ist bei genauerer Betrachtung gar kein Krimi. Den Zusatz &#8220;Roman&#8221; kann man ihm sogar abstreiten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Ich hoffe, den nachfolgenden Satz muss ich nicht noch all zu oft wiederholen. Bisher dachte ich, beim Krimis schon den schlechtesten gelesen zu haben. Leider habe ich mich geirrt &#8211; mal wieder.<span id="more-8534"></span></p>
<p>Der sogenannte Kriminalroman &#8220;Kleine Biester&#8221; von  Rob Alef ist bei genauerer Betrachtung gar kein Krimi. Den Zusatz &#8220;Roman&#8221; kann man ihm sogar abstreiten, es sei denn, man bezieht so was nur auf den Umfang. Das Buchcover zeigt eine Sandgrube, was symptomatisch für das ist, was Alef vorgelegt hat. Die gesamte Handlung versandet nämlich. Es verwundert, wenn im Anhang davon geschrieben wird, dass Alef für den Roman &#8220;Das Magische Jahr&#8221; 2009 für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert wurde &#8211; sollte die Nominierung wirklich berechtigt gewesen sein, so müssen zwischen dem Werk und &#8220;Kleine Biester&#8221; Welten liegen. Im Klappentext wird davon gesprochen, der &#8220;Kriminalroman&#8221; wäre feinsinnig. Tatsächlich ist er das nicht, sondern haarsträubend mit einem deutlichen Hang dazu, einfach nur plump zu sein.</p>
<p>Die Handlung lässt sich kurz wie folgt zusammenfassen. Für die Schüler einer Grundschule in Berlin-Kreuzberg geht es im letzten Jahr vor dem Wechsel um alles. Schaffen sie es durch das Auswahlverfahren auf das Rosenhof-Gymnasium oder müssen sie mit einer anderen Schule Vorlieb nehmen? Gleich im ersten Kapitel verschwindet eine der Schülerinnen in einem Krater, der sich in einem Sandkasten auf dem Kinderspielplatz auftut. Nach und nach kommen weiterer Schüler aus ihrer Klasse bei Unfällen ums Leben, die sich als getarnte Morde herausstellen. Alef verfolgt dabei das Ziel, dem Leser glauben zu machen, einer der Schüler würde dahinter stecken. Am Ende stellt sich dann heraus, dass es Daniela Morgenitz, ein Mitglied der Auswahlkomission vom Rosenhof-Gymnasium war, die der Schule auf diese Weise unpassende Kandidaten ersparen wollte. Für den eingestürzten Sandkasten und einen weiteren war sie jedoch nicht verantwortlich, denn das war das Werk gigantischer Ameisenlöwen, die der 15-jährige Boris mittels Aufbaupräparate aus dem Fitnessstudio seiner Eltern gezüchtet hat &#8211; wir sehen, ein Krimi dicht an der Realität. Man könnte das als witzig oder lustig bezeichnen, was man aber nur machen würde wenn man über Sätze wie diesen</p>
<blockquote><p>
&#8220;Gibt es denn draußen im Rosenbeet auch Angela Merkel und Gerhard Schröder?&#8221;, fragte Pachulke.
</p></blockquote>
<p>wirklich lachen kann. Aber auch in anderer Hinsicht glänzt &#8220;Kleine Biester&#8221; mit Schwächen. Schon zu Beginn werden einem die Namen von Figuren nur so um die Ohren gehauen, so dass einem schwindelig davon wird. Kaum hat man sich die Personen einigermaßen gemerkt, führt Alef wieder Unmengen von neuen Figuren ein. Alef genießt es dabei auch, den Leser immer wieder aufs Glatteis zu locken. Während man noch glaubt, zwei Schülerinnen hätten sich im Park bei einem Dealer Drogen besorgt, wird das so aufgeklärt:</p>
<blockquote><p>
Frau Schmitt, Ihnen und Frau Morgenitz wird zur Last gelegt, bei einem Dealer im Siegespark gepanschte Lateinvokabeln und chemische Formeln ohne Lizenz gekauft zu haben.
</p></blockquote>
<p>Es folgt der Schwarzhandel mit Lehrbüchern inklusive die Razzia bei einem Buchhändler. Dick aufgetragen, aber richtig dick kommt es für die katholische Kirche, denn natürlich gibt es auch einen Priester. Dieser ist selbstvertständlich pädophile und steht auf kleine Jungs, was immer wieder genüsslich ausgebreitet wird. Alef steigert sich sogar richtig rein in das Thema und lässt die anderen Figuren tatenlos zuschauen, während Elmar Sutter frei heraus von seinem Treiben erzählt.<br />
Sutter ist Mitglied der Auswahlkomission, die über die Aufnahme von neuen Schülern entscheidet. Seine Kriterien erläutert er den anderen Mitgliedern wie folgt:</p>
<blockquote><p>
&#8220;Deshalb rege ich an&#8221;, fuhr der Seelsorger fort, &#8220;dass jedes Kind in Zukunft auch ein Attest über das Nichtvorliegen von Geschlechtskrankheiten vorzulegen hat, zumindest die Jungen.&#8221;
</p></blockquote>
<p>Später äußert sich Sutter gegenüber Kriminalpolizist Pachulke wie folgt:</p>
<blockquote><p>
&#8220;Wenn wir übernachten. Es gibt dort Matratzen, Spiegel an der Decke, Seidenpyjamas, Massageöl. Alles, was man für eine Jugendfreizeit braucht.&#8221;
</p></blockquote>
<p>Das ist weder lustig noch komisch, sondern führt einfach nur dazu, dass einem schlecht wird. Folgen für den Geistlichen hat es keine.</p>
<p>Widersprüche in den Figuren und Handlungen scheinen Alef auch nichts auszumachen. So spricht sich Direktor Vogler zuerst vehement dafür aus, an zwei siebte Klassen festzuhalten, während er nur ein paar Sätze weiter ohne erkennbaren Wandel von der Idee seiner ärgsten Gegnerin in der Auswahlkommission angetan ist.<br />
Diese Auswahlkommission besteht aus dem Schuldirektor Vogler, der Biologielehrerin Kellinghausen, dem Hausmeister Jablonka (der natürlich ein Ex-Knacki ist), dem bereits erwähnten Sutter und als Vertreterin der Eltern Daniela Morgenitz &#8211; die sich am Ende als die Mörderin der Kinder herausstellt, weil ihr die Auswahlkommission zu lasch ist.</p>
<p>Mehrfach wirft Alef mit Szenen um sich, die nur einem Zweck zu erfüllen scheinen: Füllmaterial. Eine Musikstunde, in der die Titelmelodie von Pipi Langstrumpf einstudiert wird, zelebriert Alef über fünf Seiten hinweg in einer ermüdenden Detailfülle:</p>
<blockquote Ab Takt achtundvierzig. Ihr seid unbeschwert. Ihr habt Spielfreude. Eins, zwei. Eins, zwei, drei vier.<br />
</blockquote>
<p>Die eingeführte Musiklehrerin Frau Retzkow taucht später nicht mehr auf.</p>
<p>Zeitlich weiss der Autor auch nicht, wo er die Handlung genau verorten soll. Mal im Herbst, dann wieder im Sommer. Mal trifft Fred spät nachmittags auf den Polizisten Dorfner, nur um ein paar Seiten weiter den ganzen Tag mit ihm mit der Suche nach ihrer Freundin verbracht zu haben:</p>
<blockquote><p>
Dorfner und Fred verbrachten den Tag damit, den Gang […] von Geröll und Schutt zu befreien.
</p></blockquote>
<p>Fred und Dorfner reden bei ihre Suche über Sutter, der im Keller der Kirche eine Sauna hat einbauen lassen &#8211; für sich und seine Jungs.</p>
<p>Gegen Ende merkt man, dass Alef die Lust ausgegangen ist. Einzelnen Szenen werden nur noch angerissen. Die knapp 350 Seiten sind schließlich voll, da muss man nicht mehr schreiben.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Selten so einen schlechten Roman gelesen. Ein Krimi ist das, was sich auf dem Niveau von Groschenromanen bewegt, bei weitem nicht.<br />
Es sei denn, Rob Alef wollte mal zeigen, wo der Krimi ursprünglich herkommt. Alle Bemühungen, den Krimi als ernstzunehmendes Genre zu etablieren, werden auf diese Weise zunichte gemacht.</p></blockquote>
<hr /><small>Dieser Feed ist nur für den persönlichen und nicht-kommerziellen Gebrauch bestimmt und unterliegt dem  Urheberrecht.</small><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/wildbits/~4/HjHKTmf_V6c" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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