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<title>trueten.de</title>
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<description>»Die ersten Menschen waren nicht die letzten Affen.« Erich Kästner</description>
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    <title>RSS: trueten.de - »Die ersten Menschen waren nicht die letzten Affen.« Erich Kästner</title>
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    <title>Blogkino: Zatoichi Challenged - Zatōichi chikemurikaidō (1967)</title>
    <link>https://www.trueten.de/archives/14140-Blogkino-Zatoichi-Challenged-Zatichi-chikemurikaid-1967.html</link>

    <description>
        Heute zeigen wir in unserer Reihe &lt;a href="https://www.trueten.de/categories/67-Blogkino"&gt;Blogkino&lt;/a&gt; die Fortsetzung der &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zat%C5%8Dichi"&gt;Zatōichi&lt;/a&gt; Serie mit dem siebzehnten Teil der Reihe: Zatoichi Challenged - Zatōichi chikemurikaidō. Der Plot: Nachdem ein Künstler von den Yakuza bedroht wird, wertvolle, aber höchst illegale Pornografie zu kreieren, sieht das Gesetz vor, ihn hinzurichten. Zatoichi, der den Mann und seine Familie zu beschützen hatte, muss nun gegen das Gesetz verstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;div style="position:relative;padding-bottom:56.25%;height:0;overflow:hidden;"&gt;&lt;iframe src="https://geo.dailymotion.com/player.html?video=x9bisu2"style="width:100%; height:100%; position:absolute; left:0px; top:0px; overflow:hidden; border:none;"allowfullscreentitle="Dailymotion Video Player"allow="web-share"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;hr /&gt; 
    </description>
</item>
<item>
    <title>Aktion in U3, U7 und U8 fordert kostenlosen ÖPNV in Berlin</title>
    <link>https://www.trueten.de/archives/14139-Aktion-in-U3,-U7-und-U8-fordert-kostenlosen-OEPNV-in-Berlin.html</link>

    <description>
        &lt;figure class="serendipity_imageComment_right" style="width: 40%"&gt;&lt;div class="serendipity_imageComment_img"&gt;&lt;a  class="serendipity_image_link"   rel='lightbox' href='https://www.trueten.de/uploads/freifahrenjetztPM1.jpg' onclick="F1 = window.open('/uploads/freifahrenjetztPM1.jpg','Zoom','height=1380,width=1039,top=397.5,left=1408,toolbar=no,menubar=no,location=no,resize=1,resizable=1,scrollbars=yes'); return false;"&gt;&lt;!-- s9ymdb:5140 --&gt;&lt;img class="serendipity_image_right" width="100%"  src="https://www.trueten.de/uploads/freifahrenjetztPM1.jpg"  loading="lazy" alt="Das Foto zeigt eine Hand, die einen Hängeflyer der Aktion, der an einer Haltestange in der u-Bahn befestigt ist, hält. Auf dem Hänger sind Angaben zur Aktion sowie ein QR Code für weitere Informationen zu sehen"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class="serendipity_imageComment_txt"&gt;Auf die Hänger achten!&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;strong&gt;Die Kampagne &lt;/strong&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;&lt;a href="https://freifahren-jetzt.de/"&gt;freifahren jetzt&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt; hat am Montagmorgen, den 13.04.2026 in den Linien U3, U7 und U8 rund 5.000 Hänger im BVG-Design verteilt. Die Hänger enthalten einen QR-Code, der zu einer App sowie  Telegram-Gruppe führt, über die Nutzer*innen Kontrolleur*innen im Berliner ÖPNV in Echtzeit melden können. Mit der Aktion ruft die Kampagne auf, sich solidarisch gegen Ticketkontrolle&lt;/strong&gt;&lt;span style="color: #333333;"&gt;&lt;strong&gt;n und die hohen Preise im ÖPNV&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;strong&gt; zu wehren. &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Begründet wird die Aktion mit den steigenden Preisen im ÖPNV, der wachsenden Armut und aktuellen Ölkrise&lt;/strong&gt;: Das Deutschlandticket kostet derzeit 63 Euro monatlich, ein Preis, der nach Ansicht von &lt;em&gt;freifahren jetzt&lt;/em&gt; für viele Berliner*innen nicht tragbar sei, besonders wegen der steigenden Lebenshaltungskosten. Die &lt;span style="color: #333333;"&gt;Kampagne&lt;/span&gt; verweist auf das frühere 9-Euro-Ticket als Beleg dafür, dass günstiger Nahverkehr politisch möglich ist, aber nicht aufrechterhalten worden sei. "Kostenloser ÖPNV würde gerade jetzt, in Zeiten hoher Inflation und starker Verteuerung, mehrere Millionen Berliner*innen auf einen Schlag finanziell entlasten. Dass das funktionieren kann, zeigen andere Länder: In zwei australischen Bundesstaaten wurde als Reaktion auf die aktuelle Ölkrise der ÖPNV kostenlos gemacht." so Leonie Melbert, Sprecherin von &lt;em&gt;freifahren jetzt.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helga B. aus Marienfelde, die bei der Verteilaktion mitgemacht hat: "Ich habe Angst, wegen der steigenden Preisen bald zwischen Monatskarte und Wocheneinkauf entscheiden zu müssen." Beispielsweise verdreifachte sich der Preis für das Berliner Sozialticket innerhalb von 10 Monaten. Von März 2025 bis Januar 2026 stieg der Preis von 9 auf 27,50 €.&lt;br /&gt;
"Diese massiven Steigerungen der Ticketpreise sind nicht nur ungerecht sondern ein sozialpolitischer Skandal und brutale Politik gegen die Schwächsten" so Leonie Melbert, Sprecherin von &lt;em&gt;freifahren jetzt.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;freifahren jetzt&lt;/em&gt; fordert kostenlosen ÖPNV für alle Berliner:innen sowie mehr Investitionen in den Nahverkehr - besonders Angebotsausbau und bessere Arbeitsbedingungen für Beschäftigte im ÖPNV. Mobilität, so die Gruppe, sei keine Luxusleistung, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
"&lt;strong&gt;Mobilität ist kein Luxus - sie ist alternativlos. Solange die Politik das nicht umsetzt, nehmen wir uns dieses Recht selbst&lt;/strong&gt;", so Leonie Melbert, Sprecherin von &lt;em&gt;freifahren jetzt.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die Kampagne kündigt an, ihre Aktionen fortzusetzen, bis der Berliner ÖPNV für alle kostenlos zugänglich ist.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: Pressemitteilung 13. April 2026&lt;hr /&gt; 
    </description>
</item>
<item>
    <title>Über Weltverbesserer</title>
    <link>https://www.trueten.de/archives/14138-UEber-Weltverbesserer.html</link>

    <description>
        &lt;figure class="serendipity_imageComment_right" style="width: 40%"&gt;&lt;div class="serendipity_imageComment_img"&gt;&lt;a  class="serendipity_image_link"   rel='lightbox' href='https://www.trueten.de/uploads/David_Graeber_Fire_Island_headshot_cropped.jpg' onclick="F1 = window.open('/uploads/David_Graeber_Fire_Island_headshot_cropped.jpg','Zoom','height=357,width=286,top=549,left=1144.5,toolbar=no,menubar=no,location=no,resize=1,resizable=1,scrollbars=yes'); return false;"&gt;&lt;!-- s9ymdb:4955 --&gt;&lt;img class="serendipity_image_right" width="100%"  src="https://www.trueten.de/uploads/David_Graeber_Fire_Island_headshot_cropped.jpg"  loading="lazy" alt="David Graeber auf einem Boot bei Fire Island"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class="serendipity_imageComment_txt"&gt;David Graeber&lt;br /&gt;
&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;„Ich möchte also zum Schluss noch ein gutes Wort für die nicht besonders fleißigen Armen einlegen. Zumindest tun sie niemandem weh. Insofern die Zeit, die sie sich von der Arbeit freinehmen, mit Freunden und der Familie verbracht wird, indem sie die Menschen, die sie lieben, genießen und für sie sorgen, verbessern sie die Welt wahrscheinlich mehr, als wir anerkennen.“&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/David_Graeber"&gt;David Graeber&lt;/a&gt;, 1961–2020&lt;hr /&gt; 
    </description>
</item>
<item>
    <title>Was Israelis aus den Albträumen eines iranischen Henkers lernen können</title>
    <link>https://www.trueten.de/archives/14136-Was-Israelis-aus-den-Albtraeumen-eines-iranischen-Henkers-lernen-koennen.html</link>

    <description>
        &lt;figure class="serendipity_imageComment_right" style="width: 40%"&gt;&lt;div class="serendipity_imageComment_img"&gt;&lt;a  class="serendipity_image_link"   rel='lightbox' href='https://www.trueten.de/uploads/henker_iran.jpg' onclick="F1 = window.open('/uploads/henker_iran.jpg','Zoom','height=815,width=1215,top=680,left=1320,toolbar=no,menubar=no,location=no,resize=1,resizable=1,scrollbars=yes'); return false;"&gt;&lt;!-- s9ymdb:5138 --&gt;&lt;img class="serendipity_image_right" width="100%"  src="https://www.trueten.de/uploads/henker_iran.jpg"  loading="lazy" alt="Das Foto zeigt einen Vermummten, der auf einer LKW Ladefläche einen Galgenstrick hält, der an einem Kran des LKWs befestigt ist. Hinter ihm stehen weitere derartige LKWs."&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class="serendipity_imageComment_txt"&gt;Eine öffentliche Hinrichtung auf dem Fayyam-Platz in Shiraz, 21. November 2018. (Students' News Agency)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;strong&gt;Da Israel die Todesstrafe einführt, können sich Regierungsminister von dem, was sie als „iranisches Terrorregime“ bezeichnen, sowohl inspirieren lassen als auch warnen lassen.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Nur wenige von uns werden jemals eine so intensive Freude erleben wie die, die den israelischen Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, Ende letzten Monats überkam, als die Knesset &lt;a href="https://www.972mag.com/israel-death-penalty-law-palestinian-prisoners/"&gt;&lt;span style="text-decoration: underline;"&gt;für die Legalisierung der Todesstrafe&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; für Palästinenser stimmte. Die Champagnerflasche, die er &lt;a href="https://www.instagram.com/reels/DWl3SKAjeNH/"&gt;&lt;span style="text-decoration: underline;"&gt;zu öffnen versuchte&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;, mit theatralischer Feierlichkeit, wird der Größe der Euphorie, die er in diesem Moment empfunden haben muss, nicht ganz gerecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Todesstrafe ist, wie Ben Gvir sicherlich weiß, nicht nur Spaß und Spiel: Sie erfordert umfangreiche logistische Vorkehrungen. Und in dieser Hinsicht kann er viel von dem lernen, was er &lt;a href="https://www.middleeasteye.net/live-blog/live-blog-update/israeli-minister-invokes-genocidal-amalek-call-amid-war-iran"&gt;&lt;span style="text-decoration: underline;"&gt;als&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; „iranisches Terrorregime“ bezeichnet – einem der weltweit führenden Vertreter dieser Praxis, der für &lt;a href="https://deathpenaltyinfo.org/amnesty-international-global-report-2024-lowest-number-of-countries-carried-out-highest-number-of-recorded-executions-in-a-decade"&gt;&lt;span style="text-decoration: underline;"&gt;64 Prozent&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; der weltweit im Jahr 2024 dokumentierten staatlich sanktionierten Hinrichtungen verantwortlich ist. Ben Gvir hätte sich keinen professionelleren und erfahreneren Mentor wünschen können als die Islamische Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem neuen israelischen Gesetz rechtfertigen nur Morde, die mit der Absicht begangen wurden, „die Existenz des Staates Israel zu negieren“, die Todesstrafe. Und obwohl dies sicherlich vage genug ist, um so viele Palästinenser wie möglich einzubeziehen, werden seine Verfasser eine verpasste Gelegenheit bedauern, gegen andere Dissidenten und Abweichler vorzugehen – obwohl Finanzminister Bezalel Smotrich schnell darauf &lt;a href="https://www.ynet.co.il/news/article/bjb00punzbg"&gt;&lt;span style="text-decoration: underline;"&gt;bestand&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;, dass das Gesetz auch für „Verräter aus den eigenen Reihen“ gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch haben Israels rechtsextreme Gesetzgeber im Vergleich zu ihren iranischen Kollegen noch einen langen Weg vor sich. Die Liste der Straftaten, die im Iran die Todesstrafe rechtfertigen, ist in ihrem Umfang schwindelerregend und umfasst Einbruch, Prostitution, Drogenhandel, Homosexualität, politische Dissidenz, Ehebruch und „Krieg gegen Gott“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem neuen israelischen Gesetz sollen Hinrichtungen durch Erhängen in einer vom israelischen Strafvollzugsdienst verwalteten Einrichtung vollstreckt werden. Wie langweilig. Auch hier kann sich Ben Gvir von der Islamischen Republik inspirieren lassen. Wie wäre es mit einer öffentlichen Hinrichtung auf dem Stadtplatz? Unterhaltung für die Massen ist in diesen schwierigen Zeiten nicht zu verachten, und sie ist kostenlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und warum sollte er sich auf nur eine Methode beschränken? Die Islamische Republik hat Hinrichtungen auch durch Erschießungskommandos, Steinigung und das Herabstürzen von Menschen von einer Klippe vollzogen. Wäre Steinigung nicht ein passender Tribut an Ben Gvirs bekundetes Bekenntnis zur jüdischen Tradition?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine letzte Frage bleibt noch zu klären: Wer soll die Hinrichtungen durchführen? Israel hat kaum Erfahrung mit Henkern; tatsächlich hat bisher nur eine einzige Person diese Rolle ausgeübt. Shalom Nagar, der den Nazi-Kriegsverbrecher Adolf Eichmann hinrichtete, berichtete später von PTBS und Albträumen, die ihn für den Rest seines Lebens verfolgten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dieser Angelegenheit kann Israel auf die reiche Erfahrung des Iran zurückgreifen. Die Frage der Henker nimmt einen großen Teil des öffentlichen und kulturellen Diskurses im Iran ein – unter anderem in dem eindringlichen Film „There Is No Evil“ von Regisseur Mohammad Rasoulof, der sich damit befasst, wie das Böse durch gewöhnliche Menschen vollstreckt wird, die dazu verdammt sind, in einer Gesellschaft von Henkern zu leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &lt;a href="https://iranwire.com/fa/citizen-rights/1754/"&gt;&lt;span style="text-decoration: underline;"&gt;aufschlussreiches Interview&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; mit einem solchen Henker – einem jungen Wehrpflichtigen, der in der Sicherheitseinheit des iranischen Strafvollzugsdienstes diente – wurde vor einem Jahrzehnt auf der Website IranWire veröffentlicht (einem außerhalb des Iran erscheinenden persischsprachigen Medium, das dem Regime gegenüber äußerst kritisch eingestellt ist). Da auch unsere Henker „gewöhnliche Menschen“ sein werden – Väter, Söhne, Brüder und Nachbarn –, lohnt es sich, seinen Überlegungen Beachtung zu schenken; sie könnten für uns bald relevant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;„Ich sah mich als verantwortlich für den Tod eines Menschen“&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Rasoul (ein Pseudonym, das der junge Soldat verwendete) wurde von seinem Kommandanten aufgefordert, bereits fünf Monate nach Dienstantritt eine Hinrichtung durchzuführen. „Ich fühlte mich sowohl unter Druck gesetzt als auch aufgeregt“, erzählte er IranWire.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Wahrheit ist, dass ich schon vorher eine Art Neugierde verspürt hatte, einer solchen Zeremonie beizuwohnen“, fuhr er fort. „In dem Gefängnis, in dem ich Dienst tat, wurde der Hof, der sich jeden Morgen öffnet, erst nach der Hinrichtung wieder geöffnet. Als ich das Galgenseil sah, wollte ich die Zeremonie sehen, aber Soldaten durften Hinrichtungen nicht beiwohnen, es sei denn, sie fungierten als Henker.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er das erste Mal im Hof neben dem Galgen stand, zitterten seine Hände und Beine stärker als die des Angeklagten, der wegen Drogenhandels und Vergewaltigung zum Tode verurteilt worden war. „Ich konnte kaum laufen, aber sie sagten mir, ich solle den Angeklagten zum Galgen bringen und ihm die Schlinge um den Hals legen“, erzählte Rasoul. „Die Beine des Angeklagten waren wie gelähmt und er bewegte sich nur mühsam, und obwohl ich selbst zitterte, spürte ich das heftige Zittern seines Körpers. Trotzdem brachte ich ihn zum Galgen und legte ihm das Seil um den Hals.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als bei der Zeremonie, die als &lt;em&gt;qisas&lt;/em&gt; (Vergeltungstötung oder „Auge um Auge“) bekannt ist, bei der die Familie des Opfers des Hingerichteten entweder entscheiden kann, die Tötung zu stoppen, oder selbst den Hocker unter den Füßen des Hingerichteten wegtreten kann, sind es bei einer staatlichen Hinrichtung die Henker, die den Hocker wegtreten, erklärte Rasoul. „In dem Gefängnis, in dem ich tätig war, gab es einen Hocker, aber ich habe gehört, dass es in größeren Gefängnissen einen Kran gibt und der Henker nur einen Knopf drückt, um ihn zu bedienen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rasouls Aufgabe war es, den Hocker unter den Füßen des Angeklagten wegzuziehen, nachdem das Urteil verlesen worden war. „In dem Moment, in dem der Hocker weggetreten wird, ist die Aufgabe des Henkers beendet, und er muss die Hinrichtungszeremonie sofort verlassen“, sagte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Hinrichtung, so erzählte Rasoul, schlief er zwei Nächte lang nicht und litt unter Albträumen und Gewissensbissen. „Ich sah mich als verantwortlich für den Tod eines Menschen und gab mir selbst die Schuld. Ich ging zum Gefängnisberater und erzählte ihm alles. Er sagte: ‚Das sind Menschen, die sterben müssen. Diejenigen, die hingerichtet werden, haben sich selbst getötet; du tötest niemanden.‘ Er redete eine Weile, aber das half mir nicht, meine Qualen zu lindern.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rasoul war bei etwa 15 Hinrichtungen anwesend und erlebte viele Szenen, die ihn nicht mehr losließen. „Einmal, als ich einen Angeklagten hinführte, um ihm die Schlinge um den Hals zu legen, urinierte er vor Angst in die Hose“, erklärte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er weinte auch während einer Hinrichtung. „Da war ein 19-jähriger Junge im Gefängnis, der sich mit seinem Freund gestritten und ihn getötet hatte. Er war ein sehr kluger und höflicher junger Mann. Die Sozialabteilung des Gefängnisses tat alles, um die Zustimmung der Familie des Opfers zur Vergebung zu erhalten, aber sie lehnten ab. Am Tag der Hinrichtung brachte ich ihn zum Galgen. Es war die Familie des Opfers, die ihm den Hocker unter den Füßen wegstieß. Ich brach einfach zusammen und weinte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Interview mit Rasoul fand etwa zwei Jahre nach dem Ende seines Militärdienstes statt. „Seit zwei Jahren gehe ich nun schon zu einem Psychiater und nehme Medikamente, um meine Angstzustände und Albträume zu lindern“, sagte er. „Verzeih mir, wenn meine Stimme zittert.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Eine Version dieses Artikels wurde zuerst auf Hebräisch bei Local Call veröffentlicht. Lies ihn &lt;/em&gt;&lt;a href="https://www.mekomit.co.il/%d7%9e%d7%94-%d7%a9%d7%91%d7%9f-%d7%92%d7%91%d7%99%d7%a8-%d7%99%d7%9b%d7%95%d7%9c-%d7%9c%d7%9c%d7%9e%d7%95%d7%93-%d7%9e%d7%95%d7%95%d7%99%d7%93%d7%95%d7%99%d7%95-%d7%a9%d7%9c-%d7%aa%d7%9c%d7%99%d7%99/"&gt;&lt;em&gt;&lt;span style="text-decoration: underline;"&gt;hier&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;em&gt;.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von &lt;a href="https://www.972mag.com/writer/orlyn/"&gt;Orly Noy&lt;/a&gt; 09. März 2026 in +972magazine: &lt;a href="https://www.972mag.com/israelis-nightmares-iranian-hangman"&gt;"What Israelis can learn from the nightmares of an Iranian hangman"&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Orly Noy ist Redakteurin bei Local Call, politische Aktivistin und Übersetzerin von persischer Lyrik und Prosa. Sie ist Vorsitzende des Vorstands von B’Tselem und Aktivistin der politischen Partei Balad. In ihren Texten beschäftigt sie sich mit den Schnittpunkten, die ihre Identität als Mizrahi, als linke Frau, als Frau, als vorübergehende Migrantin inmitten einer ewigen Einwanderin definieren, sowie mit dem ständigen Dialog zwischen diesen Identitäten.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übersetzung: Thomas Trueten [Nicht authorisiert]&lt;hr /&gt; 
    </description>
</item>
<item>
    <title>Demo nach Machetenangriff auf antifaschistische Jugendliche</title>
    <link>https://www.trueten.de/archives/14132-Demo-nach-Machetenangriff-auf-antifaschistische-Jugendliche.html</link>

    <description>
        &lt;figure class="serendipity_imageComment_right" style="width: 40%"&gt;&lt;div class="serendipity_imageComment_img"&gt;&lt;a  class="serendipity_image_link"   rel='lightbox' href='https://www.trueten.de/uploads/2284q.jpg' onclick="F1 = window.open('/uploads/2284q.jpg','Zoom','height=815,width=1215,top=680,left=1320,toolbar=no,menubar=no,location=no,resize=1,resizable=1,scrollbars=yes'); return false;"&gt;&lt;!-- s9ymdb:5135 --&gt;&lt;img class="serendipity_image_right" width="100%"  src="https://www.trueten.de/uploads/2284q.jpg"  loading="lazy" alt="Das Foto von © Björn Obmann zeigt das Fronttransparent mit dem historischen Logo der Antifaschistischen Aktion und dem Text: &amp;quot;Greift Ihr eine an antworten wir alle! - Organisiert gegen faschistische Gewalt&amp;quot;. Dahinter sind weitere Transparente zu sehen sowie viele Demoteilnehmer:*Innen"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class="serendipity_imageComment_txt"&gt;Foto:  © Björn Obmann / Umbruch Bildarchiv&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Mehrere hundert Menschen demonstrierten am 5. April in Friedrichshain in Solidarität mit zwei Jugendlichen, die Ende März von Neonazis mit einer Machete verletzt worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Nacht vom 24. März auf den 25. März 2026 wurde eine junge Antifaschistin zusammen mit einer Freund:in auf ihrem Heimweg von Faschisten in Friedrichshain angegriffen. Sie schlugen der Antifaschistin mehrmals mit einer Machete auf den Kopf, was diese nur knapp abwehren konnte, indem sie die Arme hochriss. Besucher*innen des linken Ladens Supamolly bemerkten den Angriff und kamen zur Hilfe, woraufhin die Nazis flohen. Dabei riefen sie „Scheiß Punker“ und „Sieg heil“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den &lt;a href="https://umbruch-bildarchiv.org/demo-gegen-machetenangriff/"&gt;Fotos beim Umbruch Bildarchiv&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Links&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;ul&gt;&lt;br /&gt;
	&lt;li&gt;&lt;a href="https://asanb.noblogs.org/?event=macheten-angriff-auf-antifaschistische-jugendliche-in-berlin" target="_blank"&gt;Aufruf zur Demonstration&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;br /&gt;
&lt;hr /&gt; 
    </description>
</item>
<item>
    <title>Der Tod der Eigenverantwortung oder: Vielleicht war diese ganze „Präsidenten“- Sache doch eine schlechte Idee</title>
    <link>https://www.trueten.de/archives/14134-Der-Tod-der-Eigenverantwortung-oder-Vielleicht-war-diese-ganze-Praesidenten-Sache-doch-eine-schlechte-Idee.html</link>

    <description>
        In Asheville, North Carolina, gibt es eine Buchhandlung namens Firestorm Books, die sich im Besitz der Mitarbeiter*innen und der queeren Community befindet. Sie wird von meinen Freunden geführt und liegt mir sehr am Herzen. Ich habe mindestens ein Buch geschrieben, während ich mich mit meinem Laptop auf ihrem Sofa zusammenrollte, und als ich nach Asheville fuhr, um über die Hurrikan-Hilfsmaßnahmen nach Helene zu berichten, war Firestorm ein Zentrum der gegenseitigen Hilfe und Organisation. Die Aufrechterhaltung der Gemeinschaftsinfrastruktur hat einen Wert, und manchmal ist eine Buchhandlung mehr als nur eine Buchhandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben in letzter Zeit mit finanziellen Problemen zu kämpfen und befürchten, dass sie ihre eigenen Gehälter kürzen müssen. Aber sie bearbeiten Online-Bestellungen. Deshalb habe ich mich bemüht, ihnen Kunden zuzuführen, und ich habe jetzt eine Empfehlungsvereinbarung mit ihnen. Auf die Bücher, die ich &lt;a href="https://firestorm.coop/r/killjoy.html"&gt;auswähle und empfehle&lt;/a&gt;, bekommst du 10 % Rabatt (und ich bekomme auch einen Anteil, um ganz transparent zu sein). Also stelle ich Bücher vor, die ich als Quellen für „Cool People“ nutze, Bücher, aus denen ich im „Book Club“ vorlese, und natürlich meine eigenen Bücher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige aktuelle Titel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="https://firestorm.coop/products/24295-here-where-we-live-is-our-country.html?referral=killjoy"&gt;Here Where We Live is Our Country, von Molly Crabapple&lt;/a&gt;: Ich habe Molly gerade bei „Cool People“ über den Labor Bund interviewt und darüber, wie er eine klare Alternative zum Zionismus für jüdische Menschen darstellt, denen ihr Erbe am Herzen liegt. Das Buch ist erst gestern erschienen und ging bereits in die zweite Auflage, noch bevor es überhaupt veröffentlicht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="https://firestorm.coop/products/24725-a-towering-flame.html?referral=killjoy"&gt;A Towering Flame, von Philip Ruff&lt;/a&gt;: Die Quelle für meine Episoden über Peter the Painter. Vielleicht die abenteuerlichste Revolutionsgeschichte, die ich je gelesen habe, geschrieben von einem Autor, der Jahrzehnte damit verbracht hat, die Geschichte aufzudecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Black Arms to Hold You Up, von Ben Passmore: Du kannst mir auf Cool People zuhören, wie ich mit Ben über seinen Comicroman zur Geschichte der Schwarzen spreche. Vielleicht die beste Darstellung einer komplexen Geschichte, die ich je gelesen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="https://firestorm.coop/r/killjoy.html"&gt;Oder du kannst dir die ganze Liste ansehen&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;h1&gt;Der Tod der Handlungsfähigkeit&lt;/h1&gt;&lt;br /&gt;
Diese Woche hat der Präsident der Vereinigten Staaten Völkermord versprochen, und alle (mich eingeschlossen) warten darauf, dass andere sich darum kümmern. &lt;em&gt;„Wo sind die Revolutionäre?“&lt;/em&gt;, posten die Leute. &lt;em&gt;„Warum sind die Straßen nicht voller Anti-Kriegs-Demonstranten?“&lt;/em&gt;, posten die Leute. &lt;em&gt;„Warum wurde der 25. Verfassungszusatz nicht angewendet, um Trump aus dem Amt zu entfernen?“&lt;/em&gt;, posten die Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier bin ich und poste. Vor ein paar Jahrzehnten nahm ich die Fähre von Finnland nach Schweden, dank der Freundlichkeit einiger Fremder, die beschlossen hatten, mir in einer Schwulenbar in Helsinki Geld zu geben. Nun ja, eigentlich lag ich draußen bewusstlos in der Gosse, aber diese Geschichte müssen wir nicht erzählen. Wichtig war, dass ich auf einer Nachtfähre war und diejenigen von uns, die kein Geld für Privatzimmer hatten, alle auf Sitzen oder auf dem Teppichboden im Hauptdeck schliefen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz bevor wir Stockholm erreichten, fing ein Mann an, seine Frau auf Schwedisch anzuschreien, und wir alle, etwa dreißig Leute, starrten entsetzt hin, und lange Zeit tat keiner von uns etwas. Ich dachte mir: &lt;em&gt;„Alle anderen um mich herum wissen, was gesagt wird, also liegt es an ihnen, etwas zu tun.“&lt;/em&gt; Ich weiß nicht, welche Ausrede sich alle anderen um mich herum ausgedacht haben, aber sie haben sich jedenfalls aus dem Staub gemacht. Vielleicht dachten sie, das sei eine Sache für die Polizei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich hob der Mann die Faust. Ich und ein junger Mann standen auf und gingen auf den Angreifer zu. Ich glaube, ich habe &lt;em&gt;„Was zum Teufel!“&lt;/em&gt; geschrien, aber ich bin mir nicht sicher. Der Mann senkte die Faust, eingeschüchtert und verstummt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bezweifle, dass ich viel dazu beigetragen habe, das Problem langfristig zu lösen, aber ich bin gleichermaßen stolz auf mich, dass ich mich gewehrt habe, und beschämt, dass es so lange gedauert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seitdem habe ich über den Bystander-Effekt nachgedacht. Wie es in einer Menschenmenge leicht ist zu glauben, dass die Lösung eines Problems in der Verantwortung von jemand anderem liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class="serendipity_imageComment_right" style="width: 40%"&gt;&lt;div class="serendipity_imageComment_img"&gt;&lt;a  class="serendipity_image_link"   rel='lightbox' href='https://www.trueten.de/uploads/Trump_-_Long_Live_the_King.jpg' onclick="F1 = window.open('/uploads/Trump_-_Long_Live_the_King.jpg','Zoom','height=1081,width=815,top=547,left=1520,toolbar=no,menubar=no,location=no,resize=1,resizable=1,scrollbars=yes'); return false;"&gt;&lt;!-- s9ymdb:5136 --&gt;&lt;img class="serendipity_image_right" width="100%"  src="https://www.trueten.de/uploads/Trump_-_Long_Live_the_King.jpg"  loading="lazy" alt="Anfang 2025, nach Beginn von Trumps zweiter Amtszeit, veröffentlichte das Weiße Haus dieses Bild, auf dem Trump als König dargestellt war, nutzte außerdem monarchistische Begriffe für Trump und schrieb ihm göttliche Legitimität zu."&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class="serendipity_imageComment_txt"&gt;Anfang 2025, nach Beginn von Trumps zweiter Amtszeit, veröffentlichte das Weiße Haus dieses Bild, auf dem Trump als König dargestellt war, nutzte außerdem monarchistische Begriffe für Trump und schrieb ihm göttliche Legitimität zu.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Hier sind wir nun, im Jahr 2026. Die USA werden von einem verrückten König regiert, und keiner von uns weiß, was zu tun ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir befinden uns gerade in einer seltsamen Zwickmühle, in der niemand das Gefühl hat, viel Einfluss zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die demokratischen Politiker im Kongress (diejenigen, die tatsächlich versuchen, die Welt zu verbessern) fühlen sich machtlos, weil sie nicht die Mehrheit haben und auf die Wahlen warten. Es mag stimmen, dass sie machtlos sind, aber es wirkt wie Karrierismus, wenn sie zahnlose Erklärungen über eine Abstimmung zum Amtsenthebungsverfahren veröffentlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterdessen wirken die blauen Staaten machtlos, weil sie nicht diejenigen sein wollen, die einen Streit mit der Bundesregierung anzetteln und einen Bürgerkrieg auslösen. Das ist eine berechtigte Sorge: Es gibt keinen konkreten Grund zu der Annahme, dass die antifaschistische Seite einen offenen Krieg zwischen Blau und Rot gewinnen würde. Doch jeder Bürgermeister und Gouverneur, der seine Polizei nicht damit beauftragt, ICE-Beamte festzunehmen, gibt zu, dass das Gesetz (und die Moral) für ihn weniger wichtig sind als die Machtstrukturen. Sie geben zu, dass Gesetze nur existieren, um die Handlungen der Machtlosen zu kontrollieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angst vor einem Bürgerkrieg erklärt nicht, warum die blauen Staaten ihr politisches Kapital darauf verwenden, ihre eigene Bevölkerung durch Gesetze gegen den zweiten Verfassungszusatz zu entwaffnen. Wenn es jemals einen Moment gab, in dem wir wollen, dass Liberale und Progressive Zugang zu Schusswaffen haben, dann ist es genau jetzt, am Rande eines groß angelegten Konflikts. Es erklärt auch nicht, warum die blauen Staaten sich beeilen, Gesetze zu verabschieden, die in die Privatsphäre eingreifen, wie die &lt;a href="https://www.eff.org/deeplinks/2026/03/ab-1043s-internet-age-gates-hurt-everyone"&gt;Altersüberprüfungssysteme, die versprechen, die Anonymität im Internet zu zerstören&lt;/a&gt;, oder &lt;a href="https://all3dp.com/4/lawmakers-vs-logic-why-software-blocks-wont-stop-illegally-3d-printed-guns-and-what-actually-might/"&gt;Gesetze gegen 3D-Druck&lt;/a&gt;, die den Menschen das Recht nehmen, zu forschen und zu erschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Ich bin nicht beeindruckt von der angeblichen Alternative zum Faschismus, die die Demokratische Partei anbietet.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Aktivisten angeht: Die Antikriegsbewegung sieht heute ganz anders aus als vor zwanzig Jahren, denn vor zwanzig Jahren tat die Regierung so, als würde sie sich um die Meinung der Bevölkerung kümmern. Bush Jr. und seine Freunde verbrachten ein ganzes Jahr damit, Unterstützung für unseren Einmarsch im Irak zu gewinnen, aber Trump macht einfach, worauf er gerade Lust hat. Wir haben nicht das Gefühl, dass wir irgendetwas bewirken können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktivisten von heute können auch zurückblicken und sehen, dass 2003 die größten Demonstrationen der Weltgeschichte stattfanden, bei denen Millionen von Menschen weltweit auf die Straße gingen, und dass das nichts bewirkt hat. Ich würde sagen: &lt;em&gt;„Es hat uns ein besseres Gefühl über uns selbst gegeben“&lt;/em&gt;, aber zumindest für mich stimmt das nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt die „No Kings“-Kundgebungen, und ich will niemals schlecht über Leute reden, die tun, was sie für möglich halten, aber sehr viele fragen sich, was der Sinn ist, welche Theorie des Wandels hinter Massenprotesten steckt, die weder zivilen Ungehorsam noch Störungen beinhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Revolutionen angeht, nun, das war noch nie eine leichte Aufgabe. Wieder einmal sind wir mit dem Wissen um die Geschichte gestraft, und sehr viele Revolutionen waren bestenfalls seitliche Bewegungen. Außerdem ist eine Revolution eine Massenaktion oder sie ist keine Revolution, und in der Überwachungsgesellschaft, in der wir leben (und die die Demokraten eifrig ausweiten wollen), ist es schwer, sich zu organisieren und Vertrauen aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das soll nicht heißen, dass all das nicht lohnenswert wäre. Es ist einfach mein bester Versuch, die Frage zu beantworten: &lt;em&gt;„Warum tut niemand etwas?“&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob gut oder schlecht, die meisten Menschen warten darauf, dass sich die Bedingungen ändern. Nur wenige von uns haben das Gefühl, selbst etwas bewirken zu können, und die meisten von uns haben das Gefühl, dass andere mehr Einfluss haben. Wir warten alle darauf, dass jemand anderes etwas tut. Dass es eine Organisation gibt, der man beitreten kann, eine Demonstration, an der man teilnehmen kann, einen Politiker, den man wählen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stellt sich heraus, dass wir die Organisationen selbst aufbauen müssen. Wir müssen zu den Demonstrationen aufrufen (und die Bedingungen festlegen und aufhören, uns hinter einer nicht-konfrontativen Politik zu verstecken, als wäre diese ethischer). Diejenigen, die daran interessiert sind, innerhalb des Wahlsystems zu arbeiten, müssen echte Basis-Kampagnen und Politiker unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen auch – und vielleicht ist das der wichtigste Teil meines ganzen Arguments… wir müssen Menschen unterstützen, die sich lautstark einmischen. Wenn wir herumsitzen und beklagen, dass niemand etwas tut, ist die Tatsache, dass Menschen tatsächlich etwas tun. (Ein großes Dankeschön an &lt;a href="https://bsky.app/profile/did:plc:nhbuz6npnajx5ps2f2wkqvjw/post/3miwqiq4cok2u"&gt;Bumlung auf Bluesky, der uns daran erinnert hat)&lt;/a&gt;. Es gibt Menschen, die vor Gericht stehen, weil sie ICE-Agenten zu Boden geworfen haben. Es gibt Gefangene im Gefängnis, weil sie Brände in ICE-Einrichtungen gelegt haben. Es gibt die Angeklagten von Prairieland, die kürzlich wegen materieller Unterstützung des Terrorismus verurteilt wurden, weil sie an einer Lärmdemonstration vor einem ICE-Haftzentrum in Texas teilgenommen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die meisten Leute, die heiße Sachen machen, werden nicht geschnappt. Sie prahlen nicht mal im Internet damit, also erfahren wir vielleicht nie, dass es passiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir unser Gefühl der Handlungsfähigkeit wiederherstellen wollen, müssen wir Dinge erreichen. Gegenseitige Hilfe erreichen. Organisationen aufbauen, die lokale Macht und Entscheidungsfindung stärken (Arbeiterräte, Schnellreaktionsnetzwerke, Untergrundnetzwerke, Nachbarschaftsversammlungen). Schaffe Vorsorge – schau realistisch und nüchtern darauf, was kommen könnte, und bereite dich gemeinsam mit anderen darauf vor. Und schaffe, nun ja, wilde Aktionen. Wir brauchen eine Bewegung mit Biss und wir müssen üben, unsere Handlungsfähigkeit aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während wir das tun (und wir tun es tatsächlich. Im ganzen Land tun die Leute diese Dinge), droht der Präsident damit, ganze Zivilisationen auszulöschen, und nimmt dabei genau jene Zivilisten ins Visier, die er vor ein paar Wochen noch vorzugeben, zu befreien. Wenn ein politisches Amt so viel Macht ausübt, dass ein unbeliebter Mann mit Völkermord drohen kann, ohne die Öffentlichkeit oder ihre gewählten Vertreter zu konsultieren, sollte dieses politische Amt nicht existieren. Das scheint mir die mildeste Art zu sein, wie ich das formulieren könnte. Vermutlich sollte kein politisches Amt die Macht haben, Völkermord zu begehen, selbst wenn es beliebt ist, aber irgendwo müssen wir wohl anfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, unsere Nachkommen werden Ämter wie das des „Präsidenten“ mit derselben Verachtung betrachten, die wir für Könige empfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer auch immer gewählt wird – vorausgesetzt, unser derzeitiges System hält bis 2028 –, müssen wir uns alle daran erinnern, dass diese Person zu Autoritarismus und Tyrannei fähig ist. Die Schwachstellen im Code, der die Verfassung darstellt, sind offenbart worden, und dieser Code muss gepatcht, neu geschrieben oder verworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du mich fragen würdest, würde ich dir dieselbe Antwort geben, an die ich seit Jahrzehnten glaube: Wir brauchen ein System, das kein „Staat“ ist, der von oben nach unten mit starren Grenzen regiert wird, sondern stattdessen eine Reihe von Gemeinderäten, die sich zu einem Bund zusammenschließen, um das größere Gebiet gemeinsam zu verwalten. Unsere Demokratie muss von unten nach oben funktionieren, sonst ist es keine Demokratie. Ich denke, dass sich die Wahrheit darüber in den letzten Jahren offenbart hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich glaube nicht, dass ich dich davon überzeugen muss, um dir klarzumachen, dass das derzeitige System grundlegend kaputt ist, wenn es zu einem solchen Ergebnis führen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &lt;a href="https://margaretkilljoy.substack.com/p/the-death-of-agency"&gt;"The Death of Agency or: maybe this whole "president" thing was a bad idea"&lt;/a&gt;, 08. April 2026 von Margaret Killjoy.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="https://margaretkilljoy.substack.com/about"&gt;Birds Before the Storm&lt;/a&gt; ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übersetzung: Thomas Trueten [Authorisiert]&lt;hr /&gt; 
    </description>
</item>
<item>
    <title>Blogkino: Zatoichi the Outlaw - Zatōichi rōyaburi (1967)</title>
    <link>https://www.trueten.de/archives/14133-Blogkino-Zatoichi-the-Outlaw-Zatichi-ryaburi-1967.html</link>

    <description>
        Heute zeigen wir in unserer Reihe &lt;a href="https://www.trueten.de/categories/67-Blogkino"&gt;Blogkino&lt;/a&gt; die Fortsetzung der &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zat%C5%8Dichi"&gt;Zatōichi&lt;/a&gt; Serie mit dem sechzehnten Teil der Reihe: Zatoichi the Outlaw - Zatōichi rōyaburi. Die Handlung: In einer Stadt, in der schuldengeplagte Bauern rücksichtslos ausgebeutet werden, ist Zatoichi gezwungen, Partei zwischen einem grausamen Yakuza-Boss und seinem scheinbar altruistischen Rivalen zu ergreifen.&lt;br /&gt;
&lt;div style="position:relative;padding-bottom:56.25%;height:0;overflow:hidden;"&gt;&lt;iframe src="https://geo.dailymotion.com/player.html?video=x903hna"style="width:100%; height:100%; position:absolute; left:0px; top:0px; overflow:hidden; border:none;"allowfullscreentitle="Dailymotion Video Player"allow="web-share"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;hr /&gt; 
    </description>
</item>
<item>
    <title>Dreiländer-Aktion für grenzenlose Solidarität am 18. April 2026</title>
    <link>https://www.trueten.de/archives/14137-Dreilaender-Aktion-fuer-grenzenlose-Solidaritaet-am-18.-April-2026.html</link>

    <description>
        &lt;figure class="serendipity_imageComment_right" style="width: 40%"&gt;&lt;div class="serendipity_imageComment_img"&gt;&lt;a  class="serendipity_image_link"   rel='lightbox' href='https://www.trueten.de/uploads/Plakat-Demo.jpg' onclick="F1 = window.open('/uploads/Plakat-Demo.jpg','Zoom','height=947,width=815,top=614,left=1520,toolbar=no,menubar=no,location=no,resize=1,resizable=1,scrollbars=yes'); return false;"&gt;&lt;!-- s9ymdb:5139 --&gt;&lt;img class="serendipity_image_right" width="100%"  src="https://www.trueten.de/uploads/Plakat-Demo.jpg"  loading="lazy" alt="Das Plakat zur Demo zeigt die Eckdaten derselben in deutscher und französicher Sprache über einem Foto einer Demo vor einem Abschiebeknast gelegt."&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class="serendipity_imageComment_txt"&gt;Plakat zur Demo&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;strong&gt;Gruppen aus dem Dreiländereck rufen zu einer Protestaktion an den Grenzen der Schweiz, Frankreichs und Deutschlands auf.&lt;/strong&gt; Wir stellen uns gegen die tödlichen Politiken des europäischen Asylsystems und setzen uns ein für eine Welt ein, in der sich Menschen frei bewegen können.  &#128165; Wir leben im Dreiländereck zwischen Landesgrenzen und über diese hinaus. Wir sind Menschen mit und ohne Pass. Unsere Solidarität verbindet uns.  ➡️ Mit der am 12. Juni 2026 in Kraft tretenden Reform des Europäischen Migrations- und Asylpakts (GEAS) wird das Asylrecht auf jeder Ebene für geflüchtete Menschen fundamental angegriffen. Die EU-Länder – inklusive der Schweiz – verfolgen eine Abschottungspolitik, durch die Menschen entrechtet und in die Irregularität gedrängt werden. Das individuelle Asylrecht wird durch Verordnungen ausgehebelt und Geflüchtete werden an den EU-Außengrenzen in Haftlagern über Monate festgehalten. Auch im Inneren der Länder werden immer mehr Haftgründe für Geflüchtete geschaffen.  ➡️ Die europäischen Länder sind mit ihren Firmen und Banken Mitverursacher*innen von Krieg, Zerstörung und Fluchtursachen.  &#128165; Deshalb gehen wir am 18. April 2026 gemeinsam auf die Straße für eine solidarische Gesellschaft, für das Recht auf Freizügigkeit und gegen die Gewalt an den Grenzen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;TREFFPUNKTE: &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Für CH&lt;/strong&gt; 12:30 Uhr: Basel Badischer Bahnhof  –  &lt;strong&gt;Für D und F&lt;/strong&gt; 13:00 Uhr: Europaplatz, Nähe Bahnhof Weil am Rhein  –  &lt;strong&gt;Gemeinsame Demonstration mit Schlusskundgebung im Rheinpark (D)&lt;/strong&gt;  Bewilligung eingereicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="https://www.aktionbleiberecht.de/aufruf-3ld/"&gt;Quelle und ausführlicher Aufruf in weiteren Sprachen&lt;/a&gt; 
    </description>
</item>
<item>
    <title>Unsere Sichtbarkeit ist irgendwie eine Bedrohung für die Macht oder: zum Trans Day of Visibility</title>
    <link>https://www.trueten.de/archives/14135-Unsere-Sichtbarkeit-ist-irgendwie-eine-Bedrohung-fuer-die-Macht-oder-zum-Trans-Day-of-Visibility.html</link>

    <description>
        Es ist Trans Day of Visibility und wie immer wünschte ich mir, ich müsste mich nicht darum kümmern, trans zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du da, hypothetischer Cis-Leser, hast du es satt, in den Nachrichten ständig von Trans-Scheiße zu hören?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich auch, wir alle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der &lt;strong&gt;Trans Day of Visibility&lt;/strong&gt;, aber es ist auch der &lt;strong&gt;Trans Day of Have To Go To Work Anyway&lt;/strong&gt;, oder der &lt;strong&gt;Trans Day of Who The Fuck is Hiring&lt;/strong&gt;, oder der &lt;strong&gt;Trans Day of How Are We Going to Support All These Queers Who Are Internally Displaced Refugees Here in the States&lt;/strong&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher trug ich einen selbstgemachten Anstecker, auf dem stand „Ich will wahrscheinlich nicht mit dir über Gender reden“, weil Gender auf meiner persönlichen Prioritätenliste ganz unten steht. Ich bezeichne mich selbst mit den Pronomen „ich/mich/mein“ und das einzige geschlechtsspezifische Wort, das mir persönlich wichtig ist, ist, dass ich Rintrahs Mama bin. Und ihm ist Gender egal, und er pinkelt mit allen vier Pfoten auf dem Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schreibe selten über Trans-Themen, und das liegt nicht daran, dass ich mich selbst hasse, sondern daran, dass mich Gender irgendwie langweilt. Der einzige Grund, warum es mich interessiert, ist, dass die Gesellschaft sich &lt;em&gt;einfach so sehr&lt;/em&gt; dafür interessiert. Ich verspreche dir: Meine Gedanken zur Dekolonialisierung und zur Abschaffung von Staat und Kapitalismus stellen eine viel größere Herausforderung für den Status quo dar als die Tatsache, dass ich manchmal Kleider trage, obwohl ich nicht „passiere“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zumindest läuft das in meinem Kopf so ab. Aber irgendwie stellt meine bloße Existenz – und die Existenz von etwa der Hälfte der Menschen, die ich kenne – eine grundlegende, existenzielle Bedrohung für die Gesellschaft dar. Unser Modegeschmack ist schlecht, aber so schlimm ist es doch sicher nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sache ist die: Auf individueller Ebene interessiert es niemanden sonst auch nur im Geringsten, dass ich trans bin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einmal, im ländlichen West Virginia, erzählte ich dem Klärgrubenreiniger, dass ich eine Transfrau bin, während wir uns unterhielten, als er jahrzehntelang angesammelten Dreck aus der Grube unter meinem Haus entfernte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;„Oh, also bist du sozusagen eine Tussi, wenn du rausgehst?“&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;„Klar“&lt;/em&gt;, sagte ich, weil ich nie besonders Lust hatte, über Details zu streiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er dachte eine Weile darüber nach. Er war vor allem neugierig. Statistisch gesehen, basierend auf dem Landkreis, in dem wir lebten, hatte er entweder für Trump gestimmt oder gar nicht gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;„Was ist mit Frauensport?“,&lt;/em&gt; fragte er. &lt;em&gt;„Was denken die Leute in der Trans-Community über dieses Thema?“&lt;/em&gt; Wieder war er neugierig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;„Das ist so eine Art Streitpunkt, eine Kleinigkeit, die sie nutzen können, um alle gegen uns aufzubringen.“&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;„Das leuchtet ein“,&lt;/em&gt; sagte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später, nachdem ich bezahlt hatte und von seinem Truck weggegangen war, rief er mich zurück. Er hatte noch eine letzte Frage an mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;„Moment, also deine Freundin&lt;/em&gt; [ich hatte ihm erzählt, dass ich mit jemandem zusammen bin]&lt;em&gt;, weiß sie, dass du eine Frau bist?“&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;„Ja.“&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;„Also seid ihr so was wie Lesben?“&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;„Ja.“&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;„Cool, meine Cousine ist lesbisch.“&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und er fuhr davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchen Leuten mag das wichtig sein, aber den meisten nicht. Es sind die Strukturen, denen es wichtig ist, die wollen, dass es allen anderen wichtig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschlecht (das soziale Konstrukt, nicht nur das biologische Geschlecht) scheint so alt zu sein wie die menschliche Gesellschaft, aber jede Gesellschaft scheint es zumindest etwas anders behandelt zu haben. Und was wichtig ist: Die meisten Gesellschaften haben historisch gesehen Raum für Abweichungen innerhalb der jeweiligen Geschlechtsstruktur geboten. „Männer“, die als Frauen lebten, &lt;em&gt;„Frauen“&lt;/em&gt;, die als Männer lebten, oder Menschen, die in anerkannten dritten, vierten oder fünften Geschlechterrollen lebten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend ist, dass die meisten Gesellschaften in der Geschichte nicht über das soziale Konstrukt verfügten, das wir Staat nennen, und soweit ich das beurteilen kann, stützten sich die meisten Gesellschaften eher auf das, was wir als &lt;em&gt;„Richtlinien“&lt;/em&gt; bezeichnen könnten, als auf &lt;em&gt;„Gesetze“&lt;/em&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, das trifft den Kern der grundlegenden Bedrohung, die wir für den Faschismus und für autoritäre Strukturen im weiteren Sinne darstellen. Autoritarismus stützt sich auf Klassifizierung und Schichtung, auf strenge soziale Ordnung. Und doch bin ich hier und sage nicht nur jedem auf der Welt, dass ich ein Mädchen bin, sondern bringe alle dazu, mir entweder zu glauben oder höflich zu akzeptieren, dass ich die Welt anders sehe als sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn letztendlich verstehen die meisten Menschen, dass wir alle die Welt unterschiedlich sehen. Die meisten Menschen verstehen im Grunde genommen Multikulturalismus, dass unsere Art, Dinge zu tun, nicht die einzige Art ist, Dinge zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Großtante, die katholische Nonne, hatte einen muslimischen Gebetsteppich in ihrer Zelle im Kloster. Ich fragte sie danach, und sie sagte mir, er solle sie daran erinnern, dass jeder auf seine eigene Weise nach Gott sucht. Sie widmete ihr Leben einer bestimmten Institution und deren Theologie und deren Art, Dinge zu tun, aber sie verstand Flexibilität. Das tun wir alle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genau dieses Verständnis wollen die Faschisten zerstören. Der autoritäre Drang sieht nur einen einzigen Weg, Dinge zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In meinen Augen erscheint es albern, aus Transsein eine große Sache zu machen. Um es noch einmal zu betonen: Mein Transsein ist nicht einmal für &lt;em&gt;mich&lt;/em&gt; eine große Sache, und ich lebe schon seit fast einem Jahrzehnt offen damit. Es erscheint absurd, sich vorzustellen, dass wir eine Bedrohung für die Macht sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das sind wir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser albernes queeres Leben und unser albernes queeres Drama und unser endloses Streiten über Terminologie – all das ist grundsätzlich unvereinbar mit Autoritarismus, weil es im Grunde eine Erklärung ist, dass wir uns entweder jeglicher Klassifizierung entziehen (meine Vorliebe) oder dass wir zumindest diese Klassifizierung untereinander selbst bestimmen dürfen. Der Staat will derjenige sein, der entscheidet, wer von uns gültig ist. Er will uns das nicht in gehässigen Instagram-Reels selbst ausdiskutieren lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class="serendipity_imageComment_right" style="width: 40%"&gt;&lt;div class="serendipity_imageComment_img"&gt;&lt;a  class="serendipity_image_link"   rel='lightbox' href='https://www.trueten.de/uploads/Margaret_and_Rintah_1220x864.jpg' onclick="F1 = window.open('/uploads/Margaret_and_Rintah_1220x864.jpg','Zoom','height=879,width=1235,top=648,left=1310,toolbar=no,menubar=no,location=no,resize=1,resizable=1,scrollbars=yes'); return false;"&gt;&lt;!-- s9ymdb:5137 --&gt;&lt;img class="serendipity_image_right" width="100%"  src="https://www.trueten.de/uploads/Margaret_and_Rintah_1220x864.jpg"  loading="lazy" alt="Das Foto zeigt Margaret Killjoy im Auto und ihren Hund Rintrah, der ihr über die Schulter schaut"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class="serendipity_imageComment_txt"&gt;Selfie mit Rintah&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Es ist Trans-Sichtbarkeitstag, und &lt;em&gt;ich&lt;/em&gt; glaube, ich bin nicht sichtbar trans, aber die meisten meiner Freunde lachen, wenn ich das sage. Ich kann einen großen Truck fahren und so viel Carhartt tragen, wie ich will, aber ich schätze, die Einordnung für mich lautet &lt;em&gt;„langhaarige Butch“&lt;/em&gt;, und das ist für jeden sichtbar, der auch nur ein bisschen Gaydar hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Ich nehme an, das &lt;a href="https://www.tangledwilderness.org/shop/p/let-it-be-known-patch"&gt;&lt;span style="text-decoration: underline;"&gt;Rückenaufnäher von Willem Arondeus&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; mit dem Zitat &lt;em&gt;„Es sei bekannt, dass Homosexuelle keine Feiglinge sind“&lt;/em&gt; hilft da nicht gerade).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht sollte ich anfangen, mich für Transsein zu interessieren, vielleicht ist das die Lektion für mich. Der faschistische Staat sagt mir ständig, dass mein Geschlecht eine existenzielle Bedrohung für ihn darstellt, und vielleicht sollte ich darauf hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hätte schwören können, dass es mein Wunsch war, die Gesellschaft von unten nach oben statt von oben nach unten neu zu organisieren, aber vielleicht ist das ganze Gerede darüber, &lt;em&gt;„wer wirklich die Macht hat, wenn es Bottoms und Tops gibt“&lt;/em&gt;, sowieso verdammt queer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So oder so, frohen Trans-Sichtbarkeitstag. Passt aufeinander auf und hört auf, über Blödsinn zu streiten. Der Staat will uns tot sehen, und ich will, dass wir leben. Nichts ist schöner als das Älterwerden. Also lasst uns das alle gemeinsam tun. Lasst uns Älteste werden, bevor wir zu Vorfahren werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;h2&gt;&lt;strong&gt;Allgemeine Nachrichten&lt;/strong&gt;&lt;/h2&gt;&lt;br /&gt;
Aus der Bewegungsszene: Der Anti-ICE-Aktivist Trenten Barker wurde wegen „Brandstiftung“ zu 18 Monaten Haft verurteilt (er warf während einer Demonstration eine Leuchtfackel auf Schutt, der vor einem Metallzaun außerhalb einer ICE-Einrichtung aufgestapelt war). &lt;a href="https://www.gofundme.com/f/legal-prison-support"&gt;Er sammelt Geld für Anwaltskosten&lt;/a&gt; und um seiner Familie zu helfen, während er im Gefängnis ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Idris Robinson, ein Philosophieprofessor aus Texas, &lt;a href="https://www.theguardian.com/us-news/2026/mar/25/professor-texas-state-university-israel-palestine"&gt;wurde wegen eines Vortrags entlassen, den er&lt;/a&gt; auf der Anarchist Book Fair in North Carolina über Palästina gehalten hatte. Ich werde &lt;a href="https://www.semiotexte.com/the-revolt-eclipses-whatever-the-world-has-to-offer"&gt;sein Buch bestellen&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anarchistische Trans-Häftling &lt;a href="https://www.instagram.com/p/DWZV0ESkfT1/"&gt;Marius Mason wird am 4. Mai&lt;/a&gt; in eine Resozialisierungseinrichtung entlassen, nachdem er wegen seiner Rolle in der Earth Liberation Front etwa 17 Jahre hinter Gittern verbracht hat. Ich verspreche dir: Wenn es in zweihundert Jahren noch Menschen gibt, wird über die Earth Liberation Front geschrieben werden als über einige der wenigen Menschen aus den frühen 2000er Jahren, die tatsächlich versucht haben, etwas zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &lt;a href="https://margaretkilljoy.substack.com/p/our-visibility-is-somehow-a-threat"&gt;"Our Visibility is Somehow a Threat to Power or: on Trans Day of Visibility"&lt;/a&gt;, 31. März 2026 von Margaret Killjoy.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="https://margaretkilljoy.substack.com/about"&gt;Birds Before the Storm&lt;/a&gt; ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übersetzung: Thomas Trueten [Authorisiert]&lt;hr /&gt; 
    </description>
</item>
<item>
    <title>Gedenkkundgebung zum 14. Todestag von Burak Bektaş</title>
    <link>https://www.trueten.de/archives/14131-Gedenkkundgebung-zum-14.-Todestag-von-Burak-Bekta.html</link>

    <description>
        &lt;figure class="serendipity_imageComment_right" style="width: 40%"&gt;&lt;div class="serendipity_imageComment_img"&gt;&lt;a  class="serendipity_image_link"   rel='lightbox' href='https://www.trueten.de/uploads/2026-04-12-burak-gedenken-plakat-600px.jpg' onclick="F1 = window.open('/uploads/2026-04-12-burak-gedenken-plakat-600px.jpg','Zoom','height=863,width=615,top=296,left=980,toolbar=no,menubar=no,location=no,resize=1,resizable=1,scrollbars=yes'); return false;"&gt;&lt;!-- s9ymdb:5134 --&gt;&lt;img class="serendipity_image_right" width="100%"  src="https://www.trueten.de/uploads/2026-04-12-burak-gedenken-plakat-600px.jpg"  loading="lazy" alt="Das Plakat zum Gedenkkundgebung zum 14. Todestag von Burak Bektaş mit den Angaben zur Aktion"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class="serendipity_imageComment_txt"&gt;Plakat zur Gedenkkundgebung zum 14. Todestag von Burak Bektaş&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;❓Wer hat Burak ermordet?&lt;br /&gt;
❗️Schluss mit der Straflosigkeit!&lt;br /&gt;
&#128367;️&#128420;Gedenkkundgebung zum 14. Todestag&#128420;&#128367;️&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#128467;️Sonntag 12. April 2026 |⏰ 14 Uhr|&lt;br /&gt;
&#128205;Gedenkort Burak Bektaş – Rudower Straße / Möwenweg – Berlin-Neukölln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Burak Bektaş wurde in der Nacht vom 4. auf den 5. April 2012 in Berlin vor dem Krankenhaus Neukölln erschossen. Er war 22 Jahre alt. 4 seiner Freunde haben den Mordversuch überlebt, 2 von ihnen wurden lebensgefährlich verletzt. Die Tat ähnelt den Morden des Neonazi-Netzwerks NSU. War das Motiv auch bei diesem Mord Rassismus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mord an Burak und die vier Mordversuche sind bis heute nicht aufgeklärt. Der Mörder wurde nicht ermittelt.&lt;br /&gt;
Seit Jahrzehnten werden migrantisierte, linke und antifaschistische Menschen in Neukölln nicht nur ungehindert angegriffen, sondern die Täter können sich offenbar auch auf Schutz, Duldung oder zumindest auf Wegsehen verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss erkämpft, der untersuchen sollte, weshalb die Ermittlungsbehörden die Terrorserie des Neukölln-Komplexes nicht aufgeklärt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mord an Burak geschah ein halbes Jahr nach der Selbstenttarnung des NSU. Die Ermittlungsbehörden haben an ihrer Arbeitsweise dennoch nichts geändert und leugnen die Existenz und Wirkung von Rassismus. Fehlende&lt;br /&gt;
Ermittlung bedeutet Straflosigkeit. Rechte Gewalttäter, Nazis können weiterhin ungehindert Terror verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;„Ich will Gerechtigkeit. Mein Sohn ist gestorben und der Täter soll seine Strafe bekommen.“&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Melek Bektaş&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Kein Vergessen! Kein Vergeben!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt; Kein Schlussstrich!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="https://burak.site36.net/"&gt;Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt; 
    </description>
</item>

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