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		<title>Scratch My Back Review: Philadelphia</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 21:36:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Den Song Philadelphia hat Neil Young 1994 für den Soundtrack des gleichnamigen Films geschrieben (zu dem Gabriel Lovetown beitrug). Die Originalversion präsentiert sich mit unwirklichem Gesang in Kopfstimme und schlichter Begleitung, hauptsächlich vom Klavier.
Gabriels Version wirkt anders. Zu Beginn schmeicheln dunkle Cello- und Basstöne, werden zur ersten Strophe von warmen Blechbläsern abgelöst. Das wirkt erhaben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="float-right" title="Peter Gabriel Scratch My Back" src="http://images.peter-gabriel.net/circulars/scratch-my-back.jpg" alt="Peter Gabriel Scratch My Back" width="156" height="137" />Den Song <strong>Philadelphia</strong> hat <strong>Neil Young</strong> 1994 für den Soundtrack des gleichnamigen Films geschrieben (zu dem Gabriel <strong>Lovetown</strong> beitrug). Die Originalversion präsentiert sich mit unwirklichem Gesang in Kopfstimme und schlichter Begleitung, hauptsächlich vom Klavier.</p>
<p>Gabriels Version wirkt anders. Zu Beginn schmeicheln dunkle Cello- und Basstöne, werden zur ersten Strophe von warmen Blechbläsern abgelöst. Das wirkt erhaben und feierlich &#8211; aber auch ein bisschen irdischer. Wäre da nicht im Intro der absonderliche Falsettgesang, den Gabriel über alles legt. Dadurch wird etwas sphärisches eingeführt, das mit dem Inhalt des Textes verbindet, und auch im Einklang mit dem Original steht.</p>
<p><span id="more-2359"></span></p>
<p>Neben Heroes ist Philadelphia wahrscheinlich der andere Song von Scratch My Back, bei dem man sich nur schwerlich vom Original lösen kann. Doch auch hier versucht PG seinen eigenen Weg zu finden, singt in gefasster Haltung die Betrachtungen von Liebe, Freundschaften und Nähe, die alle in schmerzlicher Distanz formuliert werden.</p>
<p>Nein, hier wird nicht bloß über die Vergangenheit gesungen, hier ist eine Verabschiedung, ein Loslassen endgültig.</p>
<p>Im weiteren Verlauf wechseln sich Bläser und Streicher ab, spielen sich Gegenseitig verschiedene Facetten des gleichen Grundthemas zu. Von einer Trompete kommen zwischendurch Figuren, die feierlich und auch ein wenig förmlich wirken.</p>
<p>Dann, im Mittelteil, singt Gabriel eine textlose Vokalphrase mit dem Orchester, die merkwürdig geträllert wirkt. Eine mögliche Phantasie dazu wäre, einem Sterbender zu lauschen, der schlecht einstimmt, wie mit letzter Kraft, aber in voller Leidenschaft.</p>
<p>Zur letzten Strophe kehren wir zu der schon bekannten Begleitung zurück. Sie klingt zu den letzten Worten zart und milde aus, und erlöst, nach all der Vehemenz, zum absoluten Schluss mit der Grundharmonie.</p>
<p>Interessant ist noch, das sich PG um das aussprechen des Namens Philadelphia drückt &#8211; bei Stellen, an denen der Text ihn eigentlich vorsieht, sind jeweils die unartikulierten Vokalgesänge von Gabriel eingefügt.</p>
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		<title>Scratch My Back Review: Après Moi</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 16:49:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Regina Spektor]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach den beiden vorangegangenen ruhigen Nummern, schockiert uns Peter zum Auftakt von Après Moi erst ein mal mit einem schrillen Bläserfortissimo. Alarm.
Wir wissen gleich von Beginn an, dass wir es hier mit einem exaltierten Stück zu tun haben. Schon Regina Spektors Original aus dem Jahr 2006 von dem Album Begin To Hope weist eine Leidenschaftlichkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="float-right" title="Peter Gabriel Scratch My Back" src="http://images.peter-gabriel.net/circulars/scratch-my-back.jpg" alt="Peter Gabriel Scratch My Back" width="156" height="137" />Nach den beiden vorangegangenen ruhigen Nummern, schockiert uns Peter zum Auftakt von <strong>Après Moi</strong> erst ein mal mit einem schrillen Bläserfortissimo. Alarm.</p>
<p>Wir wissen gleich von Beginn an, dass wir es hier mit einem exaltierten Stück zu tun haben. Schon <strong>Regina Spektors</strong> Original aus dem Jahr 2006 von dem Album <strong>Begin To Hope</strong> weist eine Leidenschaftlichkeit auf, die sich aus einer osteuropäisch anmutendenen Mischung aus tragischem Leiden und Aufbegehren nährt.</p>
<p><span id="more-2355"></span></p>
<p>Im Anschluss an den ungewöhnlichen Auftakt, ertönt jedoch zunächst Peters zurückhaltender Gesang, begleitet von getragenen Streicherakkorden. Ein wiegender Rhythmus stellt sich ansatzweise ein &#8211; aber hier wird bestimmt nichts in den Schlaf gewiegt.</p>
<p>Der Text ist eine temperamentvolle Betrachtung über Selbstverlust und das Vergehen. Im Refrain heißt es dann gar, &#8220;Après moi, le deluge &#8211; nach mir die Flut&#8221;. Nanu, hat Peter nicht ein berühmtes Lied über eine ganz ähnliche Thematik gemacht?</p>
<p>Während Peters Text aber eine zerrissene Ruhe ausstrahlt, geht es bei Regina Spektor drangvoll und in unermüdlichen Wiederholungen nach vorne. Auch Gabriels neue Musik unterstützt dieses Getriebene, nutzt vielfältige Mittel, um immer wieder neu anzusetzen.</p>
<p>Da sind akzentuierende Streicherschwünge, geradezu schmelzende Passagen in den Überleitungen, kleinschrittige Trippeleien für die zunehmende Leidenschaft &#8211; und immer wieder gezupft pochende Kontrabässe.</p>
<p>In der langen Instrumentalpassage des letzten Drittels, wenn sich die Dramatik immer weiter steigert, findet Peter zudem wieder zu seinen markerweichenden Vokalschreien, wie man sie z.B. noch aus Passion-Zeiten kennt.</p>
<p>Nach einer letzten Wiederholung des &#8220;sei ängstlich&#8221;-Teils, schwingt sich das Lied allmählich aus, ohne die Angespanntheit zu verlieren. Durch einen Tonartschlenker wird sie sogar noch erhöht, obwohl die Dynamik immer weiter zurückfährt. Man bleibt schließlich unerlöst in der Offenheit zurück.</p>
<p>Amüsant noch nebenbei: Peter hat den russichen Textteil weggelassen, obwohl er selbst sagt, er habe es mit Hilfe von Außenstehenden versucht. Das Ergebnis war vermutlich nicht ernst zu nehmen.</p>
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		<title>Scratch My Back landet auf Platz 2 der deutschen Charts</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 20:31:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erfreuliche Randnotiz: Scratch My Back hat es auf Anhieb auf Platz zwei der deutschen Album-Charts geschafft. Und das, obwohl Gabriel selbst schon erklärte, keine hohen Erwartungen an den kommerziellen Erfolg des Albums zu haben. Uns freut&#8217;s trotzdem&#8230;
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Erfreuliche Randnotiz: <strong>Scratch My Back</strong> hat es auf Anhieb auf Platz zwei der deutschen Album-Charts geschafft. Und das, obwohl Gabriel selbst schon erklärte, keine hohen Erwartungen an den kommerziellen Erfolg des Albums zu haben. Uns freut&#8217;s trotzdem&#8230;</p>
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		<title>Scratch My Back Review: I Think It’s Going To Rain Today</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 07:33:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[I Think it's Going to Rain Today]]></category>
		<category><![CDATA[Randy Newman]]></category>
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		<description><![CDATA[Als nächstes steht I Think it’s Going To Rain Today (1968) von Randy Newman auf der Trackliste. Dieses Stück ist mit zweieinhalb Minuten das kürzeste auf dem Album, und damit ähnlich knapp wie das Original.
Es stellt vom Charakter her eine ähnlich impressionistische Momentaufnahme wie Flume dar. Seine Auswahl überrascht aber auf eine gewisse Weise. Schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="float-right" title="Peter Gabriel Scratch My Back" src="http://images.peter-gabriel.net/circulars/scratch-my-back.jpg" alt="Peter Gabriel Scratch My Back" width="156" height="137" />Als nächstes steht <strong>I Think it’s Going To Rain Today</strong> (1968) von <strong>Randy Newman</strong> auf der Trackliste. Dieses Stück ist mit zweieinhalb Minuten das kürzeste auf dem Album, und damit ähnlich knapp wie das Original.</p>
<p>Es stellt vom Charakter her eine ähnlich impressionistische Momentaufnahme wie Flume dar. Seine Auswahl überrascht aber auf eine gewisse Weise. Schon das Original weist ausschließlich Piano- und Orchesterbegleitung auf. Was will Peter da noch anders machen?</p>
<p><span id="more-2352"></span></p>
<p>Zudem beginnt seine Version exakt genauso, wie Randys Fassung: mit denselben bedächtigen, akkordartigen Klängen vom Flügel &#8211; übrigens mit sehr ansprechendem Raumhall aufgenommen. Keine Neuinterpretation also &#8211; ganz zu schweigen von Unterschieden?</p>
<p>Die kommen zur zweiten Strophe und sind zugegeben subtil. Dort wo bei Newman Orchster einsetzt, bleibt bei Gabriel das Piano. Tatsächlich wird das ganze Stück ausschließlich von Klavier begleitet. Auch zum Mittelteil, &#8220;Einsam, einsam&#8221;, wo im Original Streicher schräge Harmonien hinzufügen, verläuft Peters Fassung anders. Statt Streichern eine vertrackte Tonfolge, die an Bartok erinnert.</p>
<p>Auch hier also wird sich konsequent auf die Atmosphäre konzentriert, die der Text transportieren will. Die triste Stimmung von Newmans Song &#8211; Gefühle von Einsamkeit, zerbrochener Freundschaft sogar &#8211; wird hier erreicht, indem man ein gespannt getragenes Tempo anschlägt und sich ganz auf eine zwar sinnliche, aber auch etwas intellektuelle Flügelbegleitung reduziert.</p>
<p>Darüber hinaus wird erneut der Leere eine große Bedeutung beigemessen. Wenn zum Schluss zum dritten Mal darüber sinniert wird, dass es vermutlich regnen wird, bleibt man genau so allein gelassen zurück, wir die verhärtet-traurige Figur, die im Song zu uns spricht.</p>
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		<title>Scratch My Back Review: The Book Of Love</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 10:24:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Shall We Dance?]]></category>
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		<category><![CDATA[The Magnetic Fields]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon wieder ein Hochzeitslied. Gabriels orchestrale Version des Magnetic-Fields-Klampfen-Songs The Book of Love von 1999 ist ja bereits länger bekannt. Auf dem neuen Album ist jedoch eine andere Version, als auf dem Soundtrack zu Shall We Dance. Er selbst erklärt dazu, dass dies eine Art Test-Aufnahme mit einem Orchester aus Ungarn darstellt. Die Vocals seien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="float-right" title="Peter Gabriel Scratch My Back" src="http://images.peter-gabriel.net/circulars/scratch-my-back.jpg" alt="Peter Gabriel Scratch My Back" width="156" height="137" />Schon wieder ein Hochzeitslied. Gabriels orchestrale Version des <strong>Magnetic-Fields</strong>-Klampfen-Songs <strong>The Book of Love</strong> von 1999 ist ja bereits länger bekannt. Auf dem neuen Album ist jedoch eine andere Version, als auf dem Soundtrack zu <strong>Shall We Dance</strong>. Er selbst erklärt dazu, dass dies eine Art Test-Aufnahme mit einem Orchester aus Ungarn darstellt. Die Vocals seien ebenfalls anders &#8211; für das Album nochmals neu eingesungen worden.</p>
<p><span id="more-2349"></span></p>
<p>Das Ergebnis weist spürbare Unterschiede zur Film-Version auf. Der Orchestersound klingt nicht so samtig und weich, obwohl das Arrangement exakt dasselbe ist. Die Budapester spielen etwas akzentuierter, etwas straffer. Die Wirkung, die dadurch entsteht, macht einen gefassteren Eindruck.</p>
<p>Erstaunlich, wie sehr sich das verändern kann, nur durch ein anderes Orchester. Auf der New Blood Tour wird man diese Erfahrung sicher auch noch machen, da dort ja in jeder Stadt ein anderes Ensemble spielen wird.</p>
<p>Ganz allgemein lässt sich sagen, dass die Betonung dieser orchestrierten Fassung mehr auf dem romatischen Aspekt des Songs liegt. Hat das Original eine eher lakonische Haltung, wird hier durch Getragenheit und Intensität eine gefühlsstarke Variation geboten. Trotzdem geht das manchmal Absonderliche des Textes nicht verloren. Gabriel beweist, dass man auch in emotionalen Momenten noch Sinn für schräg-philosophische Gedanken haben kann.</p>
<p>Angemerkt sei noch, dass The Book of Love der einzige Song auf dem Album ist, den nicht John Metcalfe orchestriert hat, sondern Nick Ingman (der schon mit Grönemeyer das &#8220;Stand der Dinge&#8221; Projekt gemacht hat).</p>
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		<title>Scratch My Back Review: My Body Is A Cage</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 09:12:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dies ist die zweite der bereits erwähnten, von mir so getauften, &#8220;Miniopern&#8221; auf dem Album. Das Original von Arcade Fire aus dem Jahr 2007 (Album: Neon Bible), das schon eine gehörige Portion Dramatik aufweist, wird noch einmal gesteigert.

Zu Beginn hören wir einfache Pioanoakkorde, stumpf einen gleichförmigen Rhythmus bildend, begleitet von sachten Bläserklängen. Eine Stimmung von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="float-right" title="Peter Gabriel Scratch My Back" src="http://images.peter-gabriel.net/circulars/scratch-my-back.jpg" alt="Peter Gabriel Scratch My Back" width="156" height="137" />Dies ist die zweite der bereits erwähnten, von mir so getauften, &#8220;Miniopern&#8221; auf dem Album. Das Original von <strong>Arcade Fire</strong> aus dem Jahr 2007 (Album: <strong>Neon Bible</strong>), das schon eine gehörige Portion Dramatik aufweist, wird noch einmal gesteigert.<br />
<span id="more-2327"></span><br />
Zu Beginn hören wir einfache Pioanoakkorde, stumpf einen gleichförmigen Rhythmus bildend, begleitet von sachten Bläserklängen. Eine Stimmung von auf-der-Stelle-treten macht sich breit. Absolute Abwesenheit von Vehemenz.<br />
Eine zurückhaltende Begleitung zu Peters beinahe erstarrtem Gesang. Sätze wie &#8220;Ich stehe auf der Bühne von Angst und Selbstzweifel&#8221; klingen verschlossen und depressiv.</p>
<p>Ab und an rauschen, wehen, dröhnen unidentifizierbare andere Klänge durch diese bedrückte Landschaft. Das Arrangement nimmt unmerklich an Dichte zu, intensiviert sich bis zu dem Satz &#8220;Mein Herz schlägt so langsam&#8221;. Dann ein leiser, dumpfer Schlag einer großen Trommel (wie war das mit &#8216;no drums&#8217;?). Generalpause.</p>
<p>Dann, zu dem fast schon gebetsmühlenartig wiederholten &#8220;Mein Körper ist ein Käfig&#8221;, setzt mit einem Mal treibend das Gesamtorchester ein. Es folgt weiterhin dem Grundrhythmus, doch mit geballtem Krafteinsatz entläd es sich jetzt in geradezu verzweifelter Energie. Die gespielten Figuren werden immer auschweifender, schlagen immer größere Kapriolen, stampfen, hasten, taumeln, bis alles in einem lauten Crescendo endet.</p>
<p>Eine einsame Soloklarinettenstimme übernimmt für ein sorgenvolles Zwischenspiel. Dann singt Peter wieder, nein, schreit &#8220;Mein Körper ist ein Käfig&#8221; &#8211; und ein zweites Mal setzt das Gesamtorchester ein. Diesmal noch voller, noch lauter, noch haltloser. Peter legt mit seinem unvergleichlichen Vokalgesang ein Wehklagen darüber.</p>
<p>Auch hier gipfelt alles wieder in einem maßlosen Crescendo. In die Stille danach hinein der Satz &#8220;Mein Denken hält den Schlüssel&#8221;. &#8211; Wieder ein einsamer Trommelschlag.</p>
<p>Eine wirklich lange Generalpause.</p>
<p>Schließlich ertönt aber doch noch ein weiteres Mal &#8220;Mein Körper ist ein Käfig&#8221;. Man macht sich bereit für die nächste Orchesterattacke &#8211; doch was folgt ist das verhaltene Klavierspiel vom Anfang. Wir sind zurückgekehrt zu der Hilflosigkeit mit dem alles Begann &#8211; nichts hat sich verändert. Oder doch? Mit einem Mal schieben sich sphärische Stimmen eines Knabenchores hinzu. Ein Tonartwechsel folgt &#8211; plötzlich bekommt alles einen erhabenen Färbung. Zu dem Satz &#8220;Setz meinen Geist frei&#8221; wird alles merkwürdig friedlich und erhaben. Peters Stimme wird brüchiger und zugleich freier.</p>
<p>Was ist das, was sich hier zum Ende andeutet?</p>
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		<title>Scratch My Back Review: The Power Of The Heart</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 11:46:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lou Reed]]></category>
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		<category><![CDATA[The Power of the Heart]]></category>

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		<description><![CDATA[Heiratsanträge sind etwas merkwürdiges. Meist feierlich und posenhaft, auch schon mal dramatisch. Oder genau entgegengesetzt: rational und nur aus Steuergründen ausgesprochen.
Hat schon mal jemand einen Heiratsantrag begründet? Nun, Lou Reed hat das 2008 in seinem Song The Power of The Heart getan (das bis jetzt noch auf keinem Album erschienen ist). Dieser Mann also, dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="float-right" title="Peter Gabriel Scratch My Back" src="http://images.peter-gabriel.net/circulars/scratch-my-back.jpg" alt="Peter Gabriel Scratch My Back" width="156" height="137" />Heiratsanträge sind etwas merkwürdiges. Meist feierlich und posenhaft, auch schon mal dramatisch. Oder genau entgegengesetzt: rational und nur aus Steuergründen ausgesprochen.</p>
<p>Hat schon mal jemand einen Heiratsantrag begründet? Nun, <strong>Lou Reed</strong> hat das 2008 in seinem Song<strong> The Power of The Heart </strong>getan (das bis jetzt noch auf keinem Album erschienen ist). Dieser Mann also, dem man nachsagen möchte, daß er nicht singen kann, der immer so ungelenk und verschlossen wirkt, versucht eine Liebeserklärung. Und siehe da: sie wird anrührend. Denn er kann zum Ausdruck bringen, was ihn erfüllt, was diese Frau ihm gibt. Wenn auch in knarziger Form.<br />
<span id="more-2315"></span></p>
<p>Gabriel hat diesem Stück nun zunächst einmal eine ordentliche Gesangsmelodie gegeben. Außerdem setzt er sich der schlichten Selbstoffenbarung des Textes aus und fügt dem eine anrührende, kraftvolle Begleitung hinzu.</p>
<p>Simple Klavierakkorde beginnen den Song, so einfach und klar, wie die zurückhaltend gesungenen Worte. Erhebende Bläser fügen sich hinzu, später noch gleißende Streicherlinien. Doch trotz der eingestreuten musikalischen Akzente wirkt das Arrangement nie überfüllt oder aufdringlich. Im Gegenteil: alles ordnet sich der Ehrlichkeit des Gesagten unter, ist bemüht, dem eine warme Grundlage zu schaffen.</p>
<p>In der Schlußphase gelingt es Gabriel mit immer individuelleren Phrasierungen des Gesangs, dem Ganzen noch größere Tiefe abzugewinnen und sich gegen Ende gar zu jubelnder Stimmung aufzuschwingen. Die Frau, die das nicht rührt, heiratet wohl aus rationalen Gründen.</p>
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		<title>Happy Birthday Peter Gabriel</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 10:12:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Scratch My Back]]></category>

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		<description><![CDATA[Peter Gabriel wird heute 60 und macht sich mit dem Release von Scratch My Back selbst das schönste Geschenk. Wir wünschen ihm persönlich alles Gute und freuen uns auf weitere musikalisch interessante Jahre.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Peter Gabriel wird heute 60 und macht sich mit dem Release von <a href="http://www.peter-gabriel.net/themen/scratch-my-back/">Scratch My Back</a> selbst das schönste Geschenk. Wir wünschen ihm persönlich alles Gute und freuen uns auf weitere musikalisch interessante Jahre.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Say Hello to Scratch My Back</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 05:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Scratch My Back]]></category>
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		<description><![CDATA[
Hey Gabriel-Fans da draußen &#8211; heute ist es endlich soweit: Scratch My Back steht hierzuland in den Regalen und wartet darauf, von euch gehört zu werden. Nach UP, welches im September 2002 veröffentlicht wurde, ist es das erste Studio-Album Peter Gabriels seit siebeneinhalb Jahren. Ab heute dürfen wir also nach dem Album ist vor dem Album [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" src="http://images.peter-gabriel.net/news/2010/02/scratch-my-back-out-now.jpg" alt="scratch my back &lt; out now" width="560" height="84" /></p>
<p>Hey Gabriel-Fans da draußen &#8211; heute ist es endlich soweit: <a href="http://www.peter-gabriel.net/themen/scratch-my-back/">Scratch My Back</a> steht hierzuland in den Regalen und wartet darauf, von euch gehört zu werden. Nach <strong>UP</strong>, welches im September 2002 veröffentlicht wurde, ist es das erste Studio-Album Peter Gabriels seit siebeneinhalb Jahren. Ab heute dürfen wir also <em>nach dem Album ist vor dem Album</em> sagen und auf <strong>I/O</strong> warten, welches seit Jahren als nächstes Album mit komplett eigenen und neuen Songs gehandelt wird. Auf das es nicht wieder Jahre dauern wird &#8230;</p>
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		<title>Scratch My Back Review: Listening Wind</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 07:04:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Listening Wind]]></category>
		<category><![CDATA[Scratch My Back]]></category>
		<category><![CDATA[Talking Heads]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Song Listening Wind erzählt von dem Indianer Mojique und seinen betrüblichen Betrachtungen von sich, seinem Land und seinem Volk. Ein wenig die San Jacinto-Thematik in der Version der Talking Heads. Wenn auch der Text deutlich agressiverer Attitüden andeutet. Erschienen ist das Original 1980 auf dem Album Remain in Light.
Gabriels Version hat es schon vorab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="float-right" title="Peter Gabriel Scratch My Back" src="http://images.peter-gabriel.net/circulars/scratch-my-back.jpg" alt="Peter Gabriel Scratch My Back" width="156" height="137" />Der Song <strong>Listening Wind</strong> erzählt von dem Indianer Mojique und seinen betrüblichen Betrachtungen von sich, seinem Land und seinem Volk. Ein wenig die San Jacinto-Thematik in der Version der <strong>Talking Heads</strong>. Wenn auch der Text deutlich agressiverer Attitüden andeutet. Erschienen ist das Original 1980 auf dem Album <strong>Remain in Light</strong>.</p>
<p>Gabriels Version hat es schon vorab zu großer Beliebtheit gebracht. Das liegt an der bestechenden Schlichtheit des Arrangements.</p>
<p><span id="more-2308"></span></p>
<p>Es beginnt mit einem Duett zweier Solostreicherstimmen, die sich umspielen und in sanfter Ungezügeltheit dahinwirbeln. Hinzu fügen sich gezupfte Kontrabaßpunkte, die einen Grundton vorgeben. Gabriel beginnt mit Vorsicht die Erzählung zu singen.</p>
<p>Im Verlauf kommen nach und nach weitere einzelne Streicherstimmen hinzu und füllen das Arrangement, das Wehende und Verwehte bleibt dabei erhalten. Doch allmählich hebt sich die Dynamik, ohne groß in Lautstärke oder Kraft zu investieren. Das ist ein Trick, der wahrscheinlich nur von klassischen Instrumenten zu bewältigen ist.</p>
<p>Das Leidenschaftliche der Musik findet ihren Höhepunkt bei der Wiederholung der &#8220;Wind in meinem Herzen&#8221;-Passage. Schließlich aber verhaucht der Vorwärtsdrang. Das Arrangement fährt zurück, verweht, wie der Wind und irgendwann auch die Existenz von Mojique.</p>
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