<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-stylesheet type="text/xsl" media="screen" href="/~d/styles/rss2full.xsl"?><?xml-stylesheet type="text/css" media="screen" href="http://feeds.feedburner.com/~d/styles/itemcontent.css"?><!-- generator="Joomla! 1.5 - Open Source Content Management" --><rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:feedburner="http://rssnamespace.org/feedburner/ext/1.0" version="2.0">
	<channel>
		<title>Blog</title>
		<description>Die Webseite und das dazugehörige Blog von Peter Althaus, einem freien Journalisten aus Weimar. Mit vielen Artikeln und anderem.</description>
		<link>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=category&amp;id=18&amp;layout=blog&amp;Itemid=13&amp;lang=de</link>
		<lastBuildDate>Mon, 27 Feb 2012 15:42:55 +0000</lastBuildDate>
		<generator>Joomla! 1.5 - Open Source Content Management</generator>
		<language>de-de</language>
		<atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="self" type="application/rss+xml" href="http://feeds.feedburner.com/peteralthaus/JxDO" /><feedburner:info uri="peteralthaus/jxdo" /><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com/" /><feedburner:browserFriendly></feedburner:browserFriendly><item>
			<title>Axel Bosse findet Sachsen-Anhalt das Beste an Niedersachsen!</title>
			<link>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=20%3Aaxel-bosse-findet-sachsen-anhalt-das-beste-an-niedersachsen&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</link>
			<guid>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=20%3Aaxel-bosse-findet-sachsen-anhalt-das-beste-an-niedersachsen&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</guid>
			<description><![CDATA[<p>Es ist ja echt toll, wenn jemand wie (Axel) Bosse im deutschen Fernsehen auftritt und dort sein Bundesland <a href="http://go.universal-music.de/bosse/player/video/259951/display/300x166"><strong>Niedersachsen</strong></a> vertritt. Blöd nur, wenn dann plötzlich über zwei Millionen Zuschauer Dinge erfahren, die leider nicht stimmen. Vielleicht liegt es an der mangelnden Schulbildung, die Axel Bosse in Braunschweig bekommen hat. Denn in Sachsen-Anhalt erfährt jedes Grundschulkind, dass der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Brocken#Lage"><strong>Brocken bei Wernigerode liegt</strong></a> und der höchste Berg von Sachsen-Anhalt. Aber wenn man nicht das Glück hatte in Sachsen-Anhalt in die Schule gehen zu dürfen, kann man es auch ganz einfach bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Brocken"><strong>Wikipedia</strong></a> nachschauen. Dann hätte er dort vielleicht auch gelesen, dass es dafür auf der niedersächsischen Seite den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wurmberg_(Harz)"><strong>Wurmberg</strong></a> gibt. Der ist auch ganz toll und hat sogar <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Skisprungschanzen_am_Wurmberg"><strong>einige Skisprungschanzen.</strong></a><br /><br /><span style="font-weight: normal;">Naja und weil ich mal nicht so sein will, geb ich dem Axel Bosse auch noch ein wenig Credit. Schließlich hat er super Werbung für Attraktionen aus Sachsen-Anhalt gemacht. Die Kandidaten für Sachsen-Anhalt tun das leider nur verbal. Sonst würden sie auf ihrem <a href="http://tvtotal.prosieben.de/tvtotal/specials/bundesvision2011/bands/flimmerfruehstueck/"><strong>Präsentationsfoto für den BuViSoCo</strong></a> nicht vor einem <a href="http://ring-cafe-leipzig.de/"><strong>Haus in Zentrum von Leipzig</strong></a> stehen. Das ist nämlich genauso wenig in Sachsen-Anhalt wie der Brocken in Niedersachsen.</span></strong></p>
<p><img src="http://www.peteralthaus.com/images/stories/buvisoco.jpg" border="0" width="522" height="403" style="margin: 10px;" /></p>]]></description>
			<author>mail@peteralthaus.com (Administrator)</author>
			<category>Blog</category>
			<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 20:01:45 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Geschmackloser Mauervergleich bei Spiegel Online</title>
			<link>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=19%3Ageschmackloser-mauervergleich-bei-spiegel-online&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</link>
			<guid>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=19%3Ageschmackloser-mauervergleich-bei-spiegel-online&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</guid>
			<description><![CDATA[<p><strong>Was ist besser: Berliner Mauer oder Chinesische Mauer? Das fragte sich heute die Reiseredaktion von Spiegel Online. Ein geschmackloser Vergleich, wie nicht nur ich finde.</strong> <br /><br />Das Sommerloch war es diesmal wohl nicht. Denn die Redakteure der Reiserubrik von Spiegel Online stellen öfters allerlei seltsame Vergleiche an. Da wird der Vesuv Wörlitz gegenüber gestellt. Und Neuseeland mit dem Seengebiet "Neuseenland", welches bei Leipzig künstlich geschaffen wurde, verglichen. Nun sind die Vergleiche nicht wissenschaftlich und haben einen gewissen Unterhaltungswert. Und genau da ist auch das Problem. So ist es dann doch etwas abstrus und geschmacklos, wenn <a href="http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,777416,00.html" target="_blank"><strong>Spiegel Online heute die Berliner Mauer mit der Chinesischen Mauer vergleicht</strong></a>.<br /><br /><img src="http://www.peteralthaus.com/images/stories/spiegelmauer.jpg" border="0" width="600" height="480" style="margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; float: left;" /><br /><br /><em>Mauervergleich bei Spiegel Online, Quelle: Spiegel.de</em><br /><br />Für die Angehörigen der <a href="http://www.berliner-mauer-gedenkstaette.de/de/todesopfer-240.html" target="_blank"><strong>136 Mauertoten</strong></a> und wahrscheinlich auch für einen nicht unerheblichen Teil der ostdeutschen Bevölkerung, welche fast 30 Jahre hinter der höhnisch als "antifaschistischer Schutzwall" bezeichneten Konstruktion eingesperrt waren, dürfte dies ein Schlag ins Gesicht sein. Ernst-Otto Schönemann von der "Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft" findet den Vergleich daher "schlampig und beleidigend gegenüber den Millionen eingesperrten Deutschen in der ehemaligen DDR". Man brauch nicht darüber sinnieren wie historisch sinnlos dieser Vergleich ist, aber wie unangebracht. Man kann zwar im Anriss den folgenden Satz lesen "In der DDR diente die Mauer dazu, die Bürger an der Flucht zu hindern.", aber das war es dann auch schon mit geschichtlicher Einordnung. Es wird ansonsten mit keiner Zeile erwähnt, wie viel Menschen dort umkamen, wie viel Leid das Grenzsystem über die Bürger auf beiden Seiten gebracht hat, wie viel Familien, Ehen und Freundschaften sie zerstört hat. Stattdessen stellt man lieber allerlei kuriose Fakten zusammen, wie das Pink Floyd hier nach dem Ende der Betonsperre spielten oder das David Hasselhoff wohl doch nicht für deren Ende als Grenzwall verantwortlich sei. Für Spiegel Online ist sie anscheinend eine Touristenattraktion. Und damit unterstützt man in Hamburg den üblen Beigeschmack, den der Mauertourismus hat. Wäre es doch wünschenswert, wenn sich die Touristenscharen, welche sich vor der Eastside Gallery fotografieren lassen, sich später auch in einer Gedenkstätte wiederfinden würden, in der man angemessen an die Schreckenstaten dort erinnert. Die Reiseseite ist dafür nicht der geeignete Ort, vielleicht eher das preisgekrönte hauseigene Portal Einestages. "Hier soll ein sicher attraktiver Nebeneffekt die historische Anziehungskraft eines menschenverachtenden Jahhundertereignisses in seiner Dimension und seiner schweren historischen Schande überdecken", so Ernst-Otto Schönemann vom Opferverband. Auch bei der <a href="http://www.berliner-mauer-gedenkstaette.de/de/" target="_blank"><strong>Gedenkstätte "Berliner Mauer"</strong></a> findet man solche Vergleiche unangebracht: "Wir lehnen Gegenüberstellungen der Berliner Mauer in jeder Form ab, da solche Vergleiche das System nicht geschichtlich einordnen können", so Thomas Klein, Pressesprecher der Gedenkstätte.<br /><br /><strong><em>In eigener Sache: Ich betreibe diesen Blog ohne wirtschaftlichen Nutzen. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn Sie mich unterstützen, indem Sie mich flattern oder meine Artikel über Facebook, Twitter oder Google Plus verbreiten. Sie können mir auf <a href="https://www.facebook.com/pages/Peter-Althaus/224571677577562" target="_blank"><strong>Facebook</strong></a> und <a href="http://twitter.com/#!/peteralthaus" target="_blank"><strong>Twitter</strong></a></em></strong> <em><strong>folgen oder mich hier bei <a href="https://plus.google.com/?tab=mX#117376655862565639115/posts" target="_blank">Google Plus</a></strong><strong> in Ihre Circles aufnehmen. Danke! </strong></em><br /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></description>
			<author>mail@peteralthaus.com (Administrator)</author>
			<category>Blog</category>
			<pubDate>Tue, 02 Aug 2011 12:13:51 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Die Faszination des Unbegreiflichen</title>
			<link>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=18%3Aein-makaberer-fauxpas-falsche-schlussfolgerungen-und-die-faszination-fuer-das-unbegreifliche&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</link>
			<guid>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=18%3Aein-makaberer-fauxpas-falsche-schlussfolgerungen-und-die-faszination-fuer-das-unbegreifliche&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</guid>
			<description><![CDATA[<p><strong>Es ist nicht einfach nur traurig, was auf das Papier gedruckt wurde. Es ist peinlich und teilweise sensationslüstern. Thüringen und Sachsen-Anhalt blieben nicht verschont von schlechter Berichterstattung zu dem Bombenattentat in der norwegischen Hauptstadt Oslo und dem anschließenden Massaker auf der Insel Utoya. Der Attentäter wurde dabei stilisiert, genau wie er das minutiös geplant hatte. Und dann kam es auch noch zu einigen schaurigen Fehlern.</strong><br /><br />Der geneigte Leser der Weimarer Ausgabe der Thüringischen Landeszeitung war sicher etwas schockiert über die Titelseite seiner Hauszeitung am Sonnabend:</p>
<p><img src="http://www.peteralthaus.com/images/stories/tlzoslo.jpg" border="0" width="600" height="400" style="float: left; margin: 10px;" /><br /><br />Das Blatt aus dem Hause des Essener WAZ-Konzerns, aus dem auch die Thüringer Allgemeine und die Ostthüringer Zeitung stammen, titelte mit den Anschlägen in Oslo, während die Leser daneben aus dem Lokalteil etwas über die "Ausgezeichnete <a href="http://www.myscience.de/image/db/menu_20017.jpg" target="_blank"><strong>'Bacchus Bombe'</strong></a>" erfahren konnten. Dabei handelte es sich um ein Kunstwerk welches den Grafe-Kreativ-Preis in Weimar erhalten hatte. Und das obwohl man genau so gut mit zwei anderen Kunstwerken hätte titeln können. Den Preis teilte sich der Künstler Martin Schade nämlich mit Jörg Brinkmann und seiner Videoarbeit "Simulation" und Rosemarie Weinlich für die Installation "Habitat". Hätte allerdings nicht so gut geklungen, "Ausgezeichnete Simulation" oder "Ausgezeichnetes Habitat". Trotzdem fragt man sich danach: Warum ist dieses makabre Missgeschick niemand aufgefallen?<br /><br /><strong>Echte Experten?</strong><br /><br />Und wer jetzt denkt das wäre für eine Ausgabe Fauxpas genug, der irrt. Leider. Stefan Niggemeier hat bei FAZ.NET bereits auf die <a href="http://www.faz.net/artikel/C30280/fernsehkommentare-zum-terror-wer-solche-experten-kennt-braucht-keine-laien-30472105.html" target="_blank"><strong>falschen Schlüsse der Kommentatoren</strong></a> im deutschen Fernsehen hingewiesen und darauf, dass viele Medien gerne in die Kerbe des islamistischen Terroranschlags gehauen haben. Wie sich im Nachhinein herausstellte zu Unrecht. Und auch die Zeitungen waren vor <a href="http://www.fuldaerzeitung.de/nachrichten/uberregional/politik/Thema-In-eigener-Sache;art276,430980" target="_blank"><strong>solcherlei Falschdeutungen</strong></a> nicht gefeit. Auch die Thüringische Landeszeitung schürte in ihrer Ausgabe vom Sonnabend diese Ängste. Im Innenteil, auf der fünften Seite, fand der Leser eine Sonderseite rund um die Schreckenstat. In dem Artikel "Machtlos gegen Einzeltäter" den man von der Nachrichtenagentur dapd übernommen hat, wird in vier Spalten darüber spekuliert, welche Auswirkungen ein islamistischer Terroranschlag auf Deutschland hätte. So würden die deutschen Sicherheitsbehörden besonders die "stillen Beobachter" unter den Islamisten in der Bundesrepublik fürchten. Es gäbe "versierte Beobachter" die sich mit den Schwachstellen der deutschen Sicherheitsarchitektur perfekt auskennen würden. Unter den Islamisten seien auch Selbstmordattentäter und dagegen sei man "völlig machtlos", wird ein Experte zitiert. Im ganzen Agenturtext bleibt allerdings völlig unklar, wer der "Sicherheitsexperte", der "Sicherheitsfachmann" oder noch allgemeiner "die Experten" sein sollen. Üblicherweise sollte man zumindest darauf hindeuten, aus welchen ungefähren (also nicht nur Sicherheits-)Kreisen die Experten stammen. Man hätte auch einfach jemanden befragen können, <a href="http://www.mainpost.de/ueberregional/politik/zeitgeschehen/-bdquo-Einzeltaeter-agieren-voellig-unberechenbar-ldquo-;art16698,6254142" target="_blank"><strong>der sich mit solchen Aussagen zitieren lässt</strong></a>. Dapd-Sprecher Wolfgang Zehrt hat sich mittlerweile <a href="http://meedia.de/background/meedia-blogs/christian-meier.html#c36063" target="_blank"><strong>für den Artikel entschuldigt</strong></a>. Die TLZ bisher nicht. Obwohl sie dazu laut <a href="http://www.presserat.info/inhalt/der-pressekodex/pressekodex.html" target="_blank"><strong>Ziffer 3 des Pressekodex</strong></a> verpflichtet ist.<br /><br /><strong>Die Chronik eines anderen Ereignisses</strong><br /><br />Und zu allem Überfluss findet man daneben noch eine Chronik aller Terroranschläge mit islamistischen Hintergrund in Skandinavien. Interessant, aber leider war der Zusammenhang zur Zeit des TLZ-Redaktionsschluss schon erheblich in Zweifel gezogen. Heute weiß man, dort hätten nicht der Axt-Angriff auf den Karikaturisten Kurt Westergaard und solcherlei Vorfälle aufgelistet sein müssen. Sondern vielmehr die Anschläge des "Una-Bombers" Ted Kaczynski oder der Anschlag von Timothy McVeigh in Oklahoma City 1995. Beide waren Fanatiker aus einer ähnlichen Gedankenecke wie der Osloer Attentäter. Bleibt nur zu erwähnen, dass das Schwester Thüringer Allgemeine in seiner Berichterstattung deutlich zurückhaltender blieb.<br /><br /><strong>Dem Täter die Inszenierung überlassen</strong><br /><br />Wer sich nun bei der Thüringer Allgemeinen aber in einem sicheren Zeitungshimmel wähnte, wurde am Montag ebenfalls enttäuscht. Leider hat das Flagschiff der Thüringer Blätter nichts aus den Rügen des Presserates für die Fehler drei anderer Zeitungen und der Kritik an der Berichterstattung vieler Medien über den Amoklauf in Winnenden im Jahr 2009 gelernt. Auf Seite 3 ist der Täter in einer von ihm angefertigten Fotomontage mit Sturmgewehr zu sehen. In Bezug auf die Berichterstattung zu Winnenden hatten die <a href="http://www.swr.de/report/presse/-/id=1197424/nid=1197424/did=4622488/n66w4h/index.html" target="_blank"><strong>Kriminologin Britta Bannenberg und der Polizeipsychologe Joachim Kersten</strong></a> in einer Sendung von Report Mainz im Jahr 2009 kritisiert, "durch das Abbilden des Täters mit Waffe, einen Anreiz für potenzielle Nachahmungstäter zu schaffen". Britta Bannenberg, die Professorin für Kriminologie an der Universität Gießen ist, erklärte damals in der Sendung: „Man darf die Täter mit Waffen in irgendeiner Form von Verkleidung überhaupt nicht zeigen. Das ist etwas, was eine Vorbildwirkung hat für andere Tatgeneigte und was völlig abzulehnen ist.“ Solche Darstellungen seien, so Britta Bannenberg - bei Nachahmungstätern beschlagnahmt worden.</p>
<p><strong>Die Mehr-als-Täter-Versteher</strong></p>
<p>Noch schlechter erwischte es die Leser der, mit seinem Verbreitungsgebiet an Thüringen angrenzenden, Mitteldeutschen Zeitung. Auf der Titelseite der MZ stand heute in Anführungsstrichen:<br /><br /><img src="http://www.peteralthaus.com/images/stories/mzoslo.jpg" border="0" width="600" height="134" style="float: left; margin: 10px;" /><br /><br />Die Gänsefüßchen relativieren den Satz jedoch kaum. Nur die viel kleineren zwei Unterzeilen tun dies. Doch so allein gestellt wird das angebliche Zitat von keiner vergleichbar großen Schrift in den Zusammenhang gestellt. Für manchen entsteht der Eindruck, die MZ sei der Meinung des Täters. Dabei ist noch nicht einmal belegt, dass dieser den Satz wörtlich gesagt hat. Denn in den Agenturmeldungen wird lediglich dessen Anwalt mit der indirekten Rede des Satzes zitiert. Die Thüringer Allgemeine beispielsweise gibt das in ihrem Artikel am gleichen Tag korrekt wieder.<br /><br /><strong>Raum für krude Thesen</strong><br /><br />Neben dieser verfehlten Betitelung wird den kruden Thesen des Attentäters noch der halbe Aufmacher der Titelseite und der komplette Aufmacher der zweiten Seite gewidmet. Auf der zweiten Seite prangt dann auch wieder das selbstinszenierte Bild des Attentäters, welches ich schon in der TA kritisiert habe. Was mehr als dass dieser Mann größenwahnsinnig und hasserfüllt war gibt es aber sonst noch zu verstehen? Der Attentäter hat in seinem Manifest minutiös dargelegt, wie er vorgehen würde. Er will sich durch seine Tat stilisieren. Und er will gehört werden, sonst hätte er sich, wie andere Attentäter, selbst gerichtet. Und diesen Raum scheint man ihm nur allzu gern zu geben. Man wird das Gefühl nicht los, dass viele Zeitungen das Attentat als willkommene Abwechslung zum Sommerloch sehen. Und wer achtet da noch auf <a href="http://www.presserat.info/inhalt/der-pressekodex/pressekodex.html" target="_blank"><strong>Ziffer 11</strong></a> des Pressekodex? <br /><br /><strong>Viele Norweger wünschen sich andere Berichterstattung</strong><br /><br />Angesichts dieser Berichterstattung will ich folgenden Text von einer befreundeten norwegischen <a href="http://machita75.wordpress.com/tag/terror-attacks/" target="_blank"><strong>Bloggerin - Marianne H. Evensen</strong></a> nicht unterschlagen. Nach dem Attentat waren wir bereits in Kontakt. Wie das ganze Land steht auch sie unter Schock. Ich habe Sie dennoch auf die Medienberichterstattung zum Attentat angesprochen und darauf kam folgende bewegende Antwort von ihr: <br /><br /><span style="white-space: pre;"> </span><em>"Es ist unmöglich zu verstehen, wie krank die Ideen und Ansichten dieses Mannes sind. In einer Zeit von Trauer und Schock sucht man Information, Wissen. Warum ist so </em><span style="white-space: pre;"> </span><em>etwas passiert? Doch die Gedanken dieses kranken Menschen werden uns keine Befreiung geben. Sie werden uns keine Antworten geben, die wir jemals verstehen </em><span style="white-space: pre;"> </span><em>werden. Man wird nie verstehen, warum jemand rechtfertigen kann, so viele junge Menschen getötet zu haben, weil sie an eine bessere Welt glaubten, eine multikulturelle, </em><span style="white-space: pre;"> </span><em>eine in der wir uns alle als Brüder und Schwestern sehen. Dieser Mann wollte Aufmerksamkeit. Und egal wie sehr wir nach Antworten für diesen unvorstellbaren Horror </em><span style="white-space: pre;"> </span><em>suchen, werden wir keine Antworten bekommen."</em><br /><br />In der Medienberichterstattung solle man den Opfern daher auch vielmehr Raum einräumen. Es lohnt sich nicht sich mit den Gedanken des Attentäters zu befassen. Deshalb wies Sie mich auf den <a href="https://www.facebook.com/event.php?eid=123337354427440&amp;notif_t=event_invite" target="_blank"><strong>Aufruf von vielen Norwegern</strong></a> hin, welche um mehr Raum für die Trauer und die Hoffnung in Norwegen bitten:<br /><br /><span style="white-space: pre;"> </span><em>"Geben Sie diesem Mann nicht was er verdient. Aufmerksamkeit der Medien. Aufmerksamkeit die ihn für manche zum Helden machen kann. Geben Sie diesem Mann keine <span style="white-space: pre;"> </span>Chance erinnert zu werden. Das Böse hat es nicht verdient zu gewinnen und genau damit bekommt er, was er wollte. Zeigen Sie der Welt lieber, dass wir zusammenstehen. <span style="white-space: pre;"> </span>Zeigen Sie der Welt, dass nur mit Liebe und Einheit wir eins sein werden und damit die Angst besiegen können."</em><br /><br />Besser kann man es kaum ausdrücken. Insofern kann ich diese Worte nur als besten Beweis dafür nehmen sich die Worte auch inhaltlich zu Herzen zu nehmen.<br /><br /><img src="http://www.peteralthaus.com/images/stories/traueroslo.jpg" border="0" width="600" height="400" style="float: left; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;" /><br /><br />Trauer und Anteilnahme in Oslo sind groß. Foto: Marianne H. Evensen<br /><br /><em><strong>Folgen Sie mir auch schon auf <a href="https://www.facebook.com/pages/Peter-Althaus/224571677577562#!/pages/Peter-Althaus/224571677577562" target="_blank">Facebook</a> und <a href="http://twitter.com/#!/peteralthaus" target="_blank">Twitter</a>?</strong></em></p>]]></description>
			<author>mail@peteralthaus.com (Administrator)</author>
			<category>Blog</category>
			<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 00:06:05 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Keine Schmeichler, die Thüringer!</title>
			<link>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=17%3Akeine-schmeichler-die-thueringer&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</link>
			<guid>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=17%3Akeine-schmeichler-die-thueringer&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</guid>
			<description><![CDATA[<p><strong>Heute schon geflattert? Nein, die Arme muss keiner dafür bewegen. Und Batman kann auch in seiner Höhle bleiben. Stattdessen ist es ein nützlicher Dienst für Webseitenbetreiber und deren Nutzer. </strong><strong>Wie es funktioniert und wie Thüringer es einsetzen können - das erklär ich euch heute.<br /></strong><br />Flattr - das hat nichts mit den Armen zu tun. Höchstens insofern, als dass man seinen Finger bewegen muss, um die Maustaste zu drücken. Bei Flattr handelt es sich um einen sozialen Mikrobezahldienst (Englisch: micopayment system). Damit kann jeder angemeldete Nutzer Artikel oder ganze Webseiten für ihre Arbeit honorieren. Und auf der anderen Seite kann jeder Seiten-Betreiber einen Knopf auf Homepage installieren, um damit auch geflattert werden zu können. Das Wortspiel Flattr ist dabei eine Mischung aus dem englischen Wort für schmeicheln, "to flatter", und "Flatrate", also eines einmal gezahlten Betrages der zur unbegrenzten Nutzung erlaubt. Damit erklärt sich auch die Funktionsweise. Man kann sein Bezahlkonto einmal aufladen und dann einstellen, wie viel von dem Betrag man über den Monat hinweg spenden möchte. Das müssen pro Monat mindestens zwei Euro sein. Dieser Betrag wird dann aufgeteilt - zu gleichen Teilen auf alle Seiten, auf denen man den Flattr-Knopf gedrückt hat. Bei den meisten Anbietern sind die Knöpfe allerdings auf die einzelnen Artikel verteilt, so dass man theoretisch nur die Knöpfe auf den einzelnen Seiten eines Angebotes drücken könnte. Oder man drückt eben nur einmal im Monat darauf. Andererseits soll Flattr dazu anregen viele Anbieter zu belohnen.<br /><img src="http://www.peteralthaus.com/images/stories/flattr.jpg" border="0" width="175" height="124" style="float: left; margin: 15px;" /><br /><strong>Allein auf weiter Thüringer Flur<br /><br /></strong>Doch wenn jemand nur Thüringer Angebote belohnen wollen würde, hätte er oder sie es schwer. Wie viel Nutzer es bei Flattr in Thüringen gibt, war unter Verweis auf den Datenschutz von der Organisation nicht zu erfahren. Es gibt im Freistaat bisher nur einzelne Webseitenbetreiber, die Flattr überhaupt benutzen. Zu Ihnen zählt der Jenaer Cartoonist Johannes Kretzschmar, auch bekannt als Beetlebum. Er ist neben mir einer der wenigen Thüringer, der Flattr auf seinem <a href="http://blog.beetlebum.de/" target="_blank"><strong>Cartoon-Blog</strong></a> verwendet. Er ist zugleich auch ein typisches Beispiel für einen Flattr-Anwender. Der 30-jährige verdient seine Brötchen hauptberuflich als Doktorand am Institut für Informatik der Universität Jena. "Flattr ist ein Nebenerwerb, allerdings ohne eine direkte gewerbliche Absicht. Ich nutze Dienste, die es Lesern erlauben für Inhalte zu zahlen, aber ich fordere und fokussiere das nicht", sagt er über den den Bezahlservice. Anders die Berliner <a href="http://www.taz.de/" target="_blank"><strong>tageszeitung</strong></a>. Das Blatt hat Flattr-Knöpfe unter allen Artikeln und fordert die Leser aktiv zur Nutzung auf. Und die Einnahmen durch Flattr betragen bei der Taz immerhin 1473,10 Euro. Und das allein im Monat Juni. Wenn man das auf ein Jahr hochrechnet sind das nicht nur Peanuts, sondern ein erheblicher Betrag. Bei den Gehältern der Taz sicher mindestens eine halbe Redakteursstelle. Allerdings zeigte sich die <a href="http://meedia.de/internet/taz-von-flattr-einnahmen-enttaeuscht/2010/11/03.html" target="_blank"><strong>taz im vergangenen Jahr enttäuscht</strong></a> über die geringe Höhe der Einnahmen.<br /><br /><strong>Bisher keine Haupteinnahmequelle<br /><br /></strong>Trotzdem ist Flattr für so gut wie niemand bisher eine Haupteinnahmequelle. Das liegt zum Teil auch an der Verbreitung des Angebotes: "Flattr ist umso erfolgreicher, je mehr Menschen es benutzen. Und auch wenn Flattr wohl im Vergleich zu anderen Ländern in Deutschland sehr gut angenommen und genutzt wird, ist der derzeitige Gewinn viel zu wenig um davon Leben zu können, geschweige denn zu behaupten, man wäre für den Aufwand gut bezahlt worden", so Cartoonzeichner "Beetlebum". Dennoch ist Flattr dabei sich zu etablieren und wird für die Anbieter attraktiver. "Die Einnahmen gehen leicht nach oben. Dabei sind die Flattrklicks selbst weniger geworden - der Betrag pro Klick aber mehr", meint "Beetlebum". So verdient der Zeichner im Monat rund 40 Euro damit. Bei 200 Klicks macht das einen Schnitt von rund 20 Cent pro Klick. Experten führen die gesteigerten Pro-Klick-Einnahmen auf die gezieltere Nutzung und das Abebben des Ausprobiereffektes zurück. <br /><br /><strong>Mehr über beliebte Artikel herausfinden</strong><br /><br />Neben den Einnahmen spielt allerdings noch ein ganz <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/06/warum-ich-flattr-gut-finde.php" target="_blank"><strong>anderer Aspekt</strong></a> für die Webseitenbetreiber eine Rolle. "Es ist für mich eine Möglichkeit, um festzustellen, welche meiner Artikel wirklich gut gefunden werden", schreibt Florian Freistetter. Der Jenaer schreibt in seinem <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/" target="_blank"><strong>Wissenschaftsblog Astrodicticum simplex</strong></a> über Astronomie. "Aber es ist eher nicht meine eigentliche Zielgruppe, die flattrt. Die meisten Flattr-Klicks kriege ich bei Politik und Web.2.0-Themen." Das zeigten auch Studien aus der Anfangsphase von Flattr. Vor und einem Jahr schon wurden solche Themen von den Flattrern bevorzugt. <br /><br /><strong>Klickspenden auch für den Twitterer und den DJ aus dem Club um die Ecke<br /><br /></strong>Das soll sich nach dem Willen der Macher ändern. Damit man bei Flattr nicht allein bleibt, hat sich der Bezahldienst entschlossen die Nutzer dort abzuholen, wo viele Blogger ihr zweites Zu Hause haben. So kann man mittlerweile auch <a href="http://blog.flattr.net/2011/04/flattr-reloads-the-cannons/" target="_blank"><strong>Twitterkonten flattern</strong></a>. Der Besitzer bekommt dann eine Einladung zu Flattr, um sich seine Beträge auszahlen lassen zu können. Ein cleverer Schachzug, um die Nutzerbasis zu erweitern. Auch eine Integration in den Musikdienst <a href="http://soundcloud.com/" target="_self"><strong>Soundcloud</strong></a>, den vor allem Musikproduzenten und DJs nutzen, ist mittlerweile fertig. Facebook und andere <a href="http://netzwertig.com/2011/04/14/soziale-micropayments-ab-1-mai-twitter-konten-flattern/" target="_blank"><strong>sollen wahrscheinlich bald folgen</strong></a>. <br /><br /><strong>Hohe Gebühren, wenig verbreitet</strong><br /><br />Trotz allem gibt es aber auch Kritik. Nicht nur dass der schwedische Bezahldienst rund zehn Prozent Gebühr für seine Klicks verlangt. Das ist im Vergleich zu anderen klassischen Bezahldiensten wie Paypal enorm viel. Besonders die Umständlichkeit des Zahlvorgangs sehen die Anwender als Nachteil. "Das ist die große Hürde. Viele Nutzer wissen nicht, dass es sowas gibt. Und wenn sie es kennen, finden weitere die Anmeldung zu umständlich", sagt Comiczeichner Kretzschmar. "Auch die Bezahlweise über Paypal ist für netzaffine Nutzer eine Selbstverständlichkeit, wird aber von vielen noch sehr skeptisch und ablehnend gesehen." So leidet Paypal nicht erst seit den Problemen mit Wikileaks unter Akzeptanzproblemen in der Webszene. Auch der Mangel an Konkurrenz stößt zuweilen auf böse Resonanz. Einzig in den USA hat Flattr durch den dortigen Anbieter Kachingle einen Gegensatz.</p>]]></description>
			<author>peter@peteralthaus.com (Peter)</author>
			<category>Blog</category>
			<pubDate>Tue, 19 Jul 2011 13:12:00 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Verdirbt Konkurrenz das Geschäft? - Warum die Zeitungsverlage gegen die Tagesschau klagen</title>
			<link>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=15%3Akonkurrenz-verdirbt-das-geschaeft&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</link>
			<guid>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=15%3Akonkurrenz-verdirbt-das-geschaeft&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</guid>
			<description><![CDATA[<p>{flike}<strong><br /><br />Die Tagesschau genießt für ihre Sendungen eine hohe Glaubwürdigkeit, egal in welchem Medium man ihre Beiträge verfolgt. Seit gut einem halben Jahr kann man die Inhalte der Internetseite Tagesschau.de nun schon auf Mobiltelefonen in Form einer sogenannten App beziehen. Das ist acht Verlagen ein Dorn im Auge. Sie haben vor der Wettbewerbskammer des Landgericht Köln Klage eingereicht. Dabei weisen sie auf die Schwachstellen der gesetzlichen Vorlage hin. </strong> <br /><br />Die Tagesschau-Applikation für Mobiltelefone ist ein Schmuckstück auf dem deutschen Nachrichten-App-Markt. Und sogar so gut,  dass sie bei Veröffentlichung von Computer-Fachzeitschriften gelobt wurde. In einem <a href="http://www.pcgameshardware.de/aid,804925/Hands-on-Test-ARD-Tagesschau-App-fuer-iPhone-Android-und-Blackberry-Video-Update-2/Handy/News/" target="_blank" title="App-Test" style="color: #1b57b1; text-decoration: none; font-weight: normal;"><strong>Test von PC Games Hardware</strong></a> wird das Programm gar als beste deutschsprachige Nachrichten-App überhaupt bezeichnet. Dass dies die Gelüste anderer Nachrichtenanbieter, wie dem Axel Springer Verlag, auf den Plan rufen würde, ist dann wohl keine Sensation. Hat der Konzern doch die Zeichen der Zeit erkannt und möchte seinen Umsatz <a href="http://www.axelspringer.de/dl/438831/Axel_Springer_AG_Quartalsfinanzbericht_Q1_2011.pdf" target="_blank" title="Quartalsbericht 1/11"><strong>bald zur Hälfte im Netz erwirtschaften</strong></a>. Und die Bild-App ist bereits die <a href="http://www.presseschauder.de/die-umsatzstarksten-ipad-apps/" target="_blank"><strong>umsatzstärkste App auf dem I-Pad-Markt</strong></a>.</p>
<p><br /><img src="http://www.peteralthaus.com/images/stories/app-1.jpg" border="0" alt="Die I-Phone-App der Tagesschau" width="256" height="313" style="float: left; margin: 20px;" />Dass man bei den deutschen Medienkonzernen gerne lieber den Weg der Klage bestreitet, um sich anderer Anbieter zu entledigen, anstatt eigene, bessere Produkte zu entwickeln, kennt man schon. So war es wenig überraschend als es am 21. Juni nun hieß: <strong>"<a href="http://www.zeit.de/digital/mobil/2011-07/verlage-contra-tageschau-app" target="_blank" style="color: #1b57b1; text-decoration: none; font-weight: normal;"><strong>Acht Verlage klagen mit Unterstützung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) gegen die mobile Applikation der Tagesschau</strong></a>"</strong>. Dabei kritisieren die Verlage, zu denen neben Springer auch der WAZ-Konzern (u.a. Thüringer Allgemeine, Thüringer Landeszeitung und Ostthüringer Zeitung gehören) und der Verlag der Frankfurter Allgemeinen zählen, besonders die textlastigen Artikel der App. Diese hätten oft keinen Sendungsbezug mehr und seien deshalb "presseähnlich". In der Pressemitteilung des BDZV heißt es: <br /><br /><em>"Die Verlage stützen sich bei ihrer Wett­be­werbsklage auf den Rundfunkstaatsvertrag der Länder, der presseähnliche digitale Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender ohne konkreten Bezug zu einer erfolgten Sendung verbietet. Die Praxis habe jedoch gezeigt, dass sich die Rund­funkhäuser nicht an diese Vorgaben halten. Die Kontrollgremien der Sender sowie die jeweiligen Aufsichtsbehörden hätten diese Entwicklung ge­billigt. Daher sei es aus Sicht der Verlage erfor­derlich, den Rechtsweg - wie angekündigt – zu beschreiten."</em><br /><br /><strong>Weitere Runde in langem Kampf</strong><br /><br />Die Klage ist dabei eine neue Spitze im fortwährenden Kampf der Medienkonzerne gegen das öffentlich-rechtliche Engagement im Internet. Nachdem der Verband der Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) bereits gegen das Engagement im Netz vorgegangen war, setzt der BDZV nun nach. Kritik an der Klage seitens der ARD gibt es vor allem deshalb, weil man dachte das Problem mit der Abwendung des Beihilfeverfahrens der EU-Kommission und der Änderung des Rundfunkstaatsvertrags erledigt zu haben. <br /><br /><strong>Verlegerbeschwerden missachtet</strong><br /><br />Doch die Verleger sehen das anscheinend anders. Denn bereits im Februar 2010 hatte der für die Angebote der Tagesschau zuständige Rundfunkrat des Norddeutschen Rundfunks das Internetangebot durchgewunken. Der Rat stützte sich dabei auf ein <a href="http://www.ndr.de/unternehmen/organisation/rundfunkrat/rundfunkrat128.pdf" target="_blank"><strong>Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte</strong></a>, welches besagt, dass bei einem sofortigen Marktaustritt der Tagesschau aus dem Internet mit einer Zunahme der Werbeerlöse der kommerziellen Mitbewerber um lediglich 3,9 Prozent zu rechnen sei. Zudem sollte der Onlineetat der Anstalt für die kommenden Jahre <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,677263,00.html" target="_blank"><strong>um 50 Prozent zu bisher erhöht werden</strong></a>. Viele Verleger waren entzürnt. BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff <a href="http://www.faz.net/artikel/C31013/freibrief-fuer-die-tagesschau-vollgetextet-30082504.html" target="_blank"><strong>sprach von einem "absolut unglaublichen Vorgang"</strong></a>. Man rief gar den damaligen Ministerpräsidenten Niedersachsens, Christian Wulff, an, er möge dem Treiben doch ein Ende bereiten. Der Rundfunkrat kümmerte sich nicht darum, ein dreiviertel Jahr später waren die ersten Tagesschau-Mobilapps in den App-Stores abrufbar. Überraschend ist dabei auch eher, dass die Klage erst jetzt kommt und sie sich nur gegen die Mobilanwendung richtet.<br /><br />Der Rundfunkrat kümmerte sich nicht darum. Im Dezember 2010 waren die ersten Tagesschau-Mobilapps in den App-Stores abrufbar. Überraschend ist dabei auch eher, dass die Klage erst jetzt kommt und sie sich nur gegen die Mobilanwendung richtet. <br /><br />Dabei geht den Zeitungsmachern besonders das Gutachten gegen den Strich. Christoph Keese, Geschäftsführers „Public Affairs“ des Axel Springer Verlags, schrieb in <a href="http://www.presseschauder.de/warum-verlage-gegen-die-ard-klagen/" target="_blank"><strong>einem Blogartikel</strong></a> folgendes: "Das waren wirklichkeitsfremde, unwissenschaftliche und einseitige Gefälligkeitsgutachten, die wir von Anfang an kritisiert haben." Und das schreibt er fast so, als ob die Verleger nicht selbst ein solches<a href="http://www.berlin-institute.de/institute.html" target="_blank" style="font-weight: bold; "> U-Boot-Institut</a> hätten.<br /><br /><strong>Rundfunkstaatsvertrag zu schwammig?</strong><br /><br />In der Tat scheinen die Verlage jedoch eine Schwachstelle des <a href="http://www.kef-online.de/inhalte/staatsvertraege/index.html#2" target="_blank"><strong>Rundfunkstaatsvertrages</strong></a> gefunden zu haben. So sind die Formulierungen im 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag nicht genau genug getroffen worden, auch wenn die Verleger behaupten dass sie das wären. Zu den Angeboten der öffentlich-rechtlichen Sender im Internet heißt es dort lediglich:<br /><br /><em>"(2) Der Auftrag nach Absatz 1 umfasst das Angebot von</em></p>
<p><em>[...] 2. inhaltlich und zeitlich bis zu sieben Tage danach auf eine konkrete Sendung bezogenen Telemedien soweit auf für die jeweilige Sendung genutzte Materialien und Quellen zurückgegriffen wird und diese Telemedien thematisch und inhaltlich die Sendung unterstützend vertiefen und begleiten, ohne jedoch bereits ein eigenständiges Telemedienangebot nach § 11f Abs. 3 darzustellen; diese sendungsbezogenen Telemedien sind in Telemedienkonzepten entsprechend § 11f Abs. 1 zu beschreiben; Vorankündigungen sind zulässig,</em></p>
<p><em>3. Sendungen und sendungsbezogenen Telemedien nach Ablauf der Fristen nach Nummer 1 1. Halbsatz und Nummer 2 sowie von nichtsendungsbezogenen Telemedien nach Maßgabe eines nach § 11f durchgeführten Verfahrens; in den Telemedienkonzepten ist angebotsabhängig eine Befristung für die Verweildauer vorzunehmen; nichtsendungsbezogene presseähnliche Angebote sind nicht zulässig [...]."<br /></em><em><br /></em>Die Verlage hoffen darauf, dass den Richtern auch nicht so klar ist, was mit "sendungsbezogen", "eigenständiges Telemedienangebot" oder mit "presseähnlich" gemeint ist. Springer-Mann Keese weist darauf hin, dass im Vertrag festgelegt sei, was sendungsbezogen bedeutet:</p>
<p><em>„Angebote, die der Aufbereitung von Inhalten aus einer konkreten Sendung einschließlich Hintergrundinformationen dienen, soweit auf für die jeweilige Sendung genutzte Materialien und Quellen zurück gegriffen wird und dieses Angebot thematisch und inhaltlich die Sendung unterstützend vertiefen und begleiten, ohne jedoch bereits ein eigenständiges neues oder verändertes Angebot nach §11 f Abs. 3 darzustellen.”</em><br /><br />Dich die Frage ist ja dann ein Beitrag trotzdem noch sendungsbezogen, wenn er gar nicht gesendet wird? Keese meint in Bezug auf Absatz 3 wäre er dann "presseähnlich".<br /><br /><strong>Dreistufen-Test unglaubwürdig?</strong><br /><br />Auch das Verfahren zur Genehmigung der Angebote der Öffentlich-Rechtlichen, der sogenannte Drei-Stufen-Test steht <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,760949,00.html" target="_blank"><strong>schon eine Weile in der Kritik</strong></a>. Dabei wird das Angebot von den Rundfunkräten darauf untersucht, ob es "den demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen der Gesellschaft entspricht", "in welchem Umfang es in qualitativer Hinsicht zum publizistischen Wettbewerb beiträgt" und "welcher finanzielle Aufwand hierfür erforderlich ist." Es ist umstritten und gilt unter einigen Juristen als verfassungswidrig.<br /><br /><strong>Gutachten stellte Konkretisierungsbedarf fest<br /><br /></strong>Das <a href="http://www.rundfunk-institut.uni-koeln.de/institut/index.php" target="_blank" title="Homepage des Instituts für Rundfunkökonomie der Uni Köln"><strong>Institut für Rundfunkökonomie der Universität Köln</strong></a> hatte bereits im März 2009 in einem <a href="http://www.rundfunk-institut.uni-koeln.de/institut/pdfs/25209.pdf" target="_blank" title="Gutachten"><strong>Gutachten</strong></a> für den WDR-Rundfunkrat festgestellt, dass die Rundfunkräte das Verfahren für die Test festlegen müssen. In Bezug auf die App monieren die Verleger, dass sie niemals dem Drei-Stufen-Test unterzogen wurde, da sie zum Zeitpunkt des Test für Tagesschau.de noch nicht fertig war. "Im Telemedienkonzept der ARD, das im Drei-Stufen-Text überprüft worden ist, war von der Tagesschau-App keine Rede", schreibt Christoph Keese.<br /><br />Brauchte es aber auch nicht, da die Aufseher das Genehmigungsverfahren in einer Richtlinie im November 2008 bereits konkretisiert haben. <a href="http://www.mdr.de/mdr-rundfunkrat/rechtliche-grundlagen/download1602_zc-d5b1bdde_zs-8c65188f.html" target="_blank" title="Richtlinien"><strong>Darin wird auch die Frage geklärt, wie weit das Engagement im Internet gehen darf</strong></a>. So heißt es dort:<br /><br /><em>"Ein neues oder verändertes Angebot liegt insbesondere unter folgenden Voraussetzungen nicht vor (Negativkriterien): [...] 3. Verbreitung bereits bestehender Telemedien auf neuen technischen Verbreitungsplattformen (Technikneutralität)."<br /><br /></em><strong>BDZV sieht Apps als anderes Angebot an<br /><br /></strong>Die Verlage sehen das freilich anders. Die Argumentation des BDZV ist: der App-Markt ist ein anderer als der des Internets allgemein und auf dem App-Markt gäbe es bereits Angebote der Verlage. Die Tagesschau-App würde diesen mit ihren textlastigen Beiträgen Konkurrenz machen. Die Artikel hätten dabei oft auch keinen Sendungsbezug. Dabei wird jedoch bereits im Rundfunkstaatsvertrag eine Unterscheidung zwischen einer Konkurrenz am Markt und dem publizistischen Wettbewerb getroffen. Letzterer ist er ausdrücklich erlaubt und erwünscht. Kritisch an der Definition des BDZV ist auch dass die App das gleiche Angebot wie ihre Mutterseite Tagesschau.de bietet. Die Software konvertiert lediglich die Inhalte der Internetseite in die für die Mobiltelefone notwendigen Formate. Das wäre von der oben genannten Beschreibung gedeckt.<br /><br /><strong>Tagesschau.de insgesamt gemeint, App verklagt</strong><br /><br />Keese gibt weitergehend dann auch zu, dass man gerne lieber gegen das gesamte Angebot geklagt hätte, dies aber wegen Fristversäumnis nicht mehr möglich war. Deshalb die Klage gegen die App, die am 21. Juni ein halbes Jahr alt geworden ist. So will man sich zumindest diesen durchaus lukrativen Markt noch sichern. Mittlerweile werden weltweit bereits <a href="http://winfuture.de/news,61089.html" target="_blank"><strong>zweistellige Milliardensummen mit den kleinen Programmen</strong></a> verdient.<br /><br /><strong>Tagesschau genießt hohe Glaubwürdigkeit<br /><br /></strong>In <a href="http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=14%3Azurueck-in-die-zukunft-zur-lage-der-medien-in-thueringen&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de" target="_blank"><strong>meinem Blogpost</strong></a> vom vergangenen Donnerstag habe ich im Hinblick auf die Zukunft des Journalismus aber auch auf einen anderen Aspekt hingewiesen. Denn besonders in Bezug auf die Glaubwürdigkeit stehen die Angebote <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentlich-rechtlicher_Rundfunk#Gesellschaftliche_Akzeptanz" target="_blank" style="font-weight: bold;">der Öffentlich-Rechtlichen</a> schon lange über denen vieler privater Medien. Das dürfte sich auch im Netz auswirken. Nun kommt aus Sicht der Verleger noch erschwerend hinzu, dass das Angebot über Gebühren finanziert wird, werbefrei und auch noch kostenlos ist. In dieser Kombination ist dies von keinem anderen Anbieter so zu leisten. Eine erhebliche Konkurrenz, besonders für die starken Wettbewerber, SPIEGEL ONLINE und BILD.de. Der SPIEGEL Verlag unterstützt die Klage hingegen aber nicht.<br /><br /><strong>Klageausgang ungewiss</strong></p>
<p>Ob das Verfahren für die Kläger zum Erfolg führen wird ist zwar fraglich und die Argumente der Befürworter der ARD-Internetstrategie sind gewichtig. Öffentlich-rechtliche Medien haben ein <a href="http://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/Download/Rechtsgrundlagen/Gesetze_aktuell/13._RStV_01.04.2010_01.pdf" target="_blank" style="color: #1b57b1; text-decoration: none; font-weight: normal;">Mandat von der Gesellschaft</a> bekommen, die Öffentlichkeit solide über das Weltgeschehen zu informieren und zur demokratischen Meinungsbildung beizutragen. Zudem haben sie mit dem <a href="http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv083238.html" target="_blank"><strong>Urteil des Bundesverfassungsgerichts</strong></a> auch eine Bestands- und Entwicklungsgarantie bekommen. Laut Argumentation der Befürworter ist der Bildungsauftrag kaum mehr wahrzunehmen, wenn man die Zielgruppen nicht mehr erreichen kann. Die Smartphone-Apps sind auch nur ein Teil der Strategien der ARD fürs Netz. Letztlich wird das Gericht entscheiden müssen. Der Rechtsanwalt Thomas Stadler <a href="http://www.internet-law.de/2011/06/klage-gegen-tagesschau-app-meine-antwort-auf-christoph-keese.html" target="_blank"><strong>hat in seinem Blog Internet-Law auf die Ungereimtheiten der Klage hingewiesen</strong></a> und räumt ihr besonders in den höheren Instanzen kaum Erfolg ein. Doch das Tauziehen mit der EU-Kommission hat gezeigt auf welchem entlang welchen schmalen Grats sich beide Seiten bewegen. Und völlig unvorbereitet klagen die Verlage sicher nicht.<br /><br /><strong><em>Artikeldisclaimer: </em></strong><em style="font-weight: bold;">Ich  bin freier Journalist in Weimar/Thüringen und studiere noch  Journalistik auf Diplom an der Universität Leipzig. Derzeit lese ich  viel Literatur für meine Diplomarbeit über "Die Wirtschaftlichkeit von  personenbetriebenen, lokaljournalistischen Onlineangeboten". Nebenbei  helfe ich immer mal den freundlichen Kollegen bei </em><a href="http://www.radio-lotte.de/" target="_blank" style="color: #1b57b1; text-decoration: none; font-weight: normal;"><strong>RADIO LOTTE</strong></a><em style="font-weight: bold;">,  dem Weimarer Bürgerradio. Der Artikel spiegelt meine Meinung wieder.  Korrekturanmerkungen oder Diskussionsbeiträge können Sie gern als  Kommentar hier oder auf meiner </em><strong style="font-weight: bold; font-style: italic;"><a href="https://www.facebook.com/pages/Peter-Althaus/224571677577562" target="_blank" style="color: #1b57b1; text-decoration: none; font-weight: normal;"><strong>Facebook-Page</strong></a> </strong><span style="font-weight: bold;"><em style="font-weight: bold;">posten oder als E-Mail an mail[at]peteralthaus.com senden.</em></span></p>]]></description>
			<author>mail@peteralthaus.com (Administrator)</author>
			<category>Blog</category>
			<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 23:00:00 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Die zehn Gebote (Version 2.0)</title>
			<link>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=16%3Adie-zehn-gebote-version-20&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</link>
			<guid>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=16%3Adie-zehn-gebote-version-20&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</guid>
			<description><![CDATA[<p>{flike}</p>
<p>1. Du sollst viele neben Facebook haben!</p>
<p>2. Du sollst Dein Hashtag und das anderer missbrauchen in jedem Fall!</p>
<p>3. Du sollst den Feiertag heiligen und trotzdem einige Bilder davon für Deine Jünger posten!</p>
<p>4. Du sollst die Netznähe zu Deinen Jüngern suchen!</p>
<p>5. Du sollst nicht länger als zwei Tage nicht zu Deinen Jüngern posten!</p>
<p>6. Du sollst Dich interessieren für alles, was neu im Netz ist!</p>
<p>7. Du sollst keine Inhalte von anderen ohne Linksetzung kopieren!</p>
<p>8. Du sollst nichts Falsches posten und Deine Argumente mit Originaldokumenten hinterlegen!</p>
<p>9. Du sollst begehren Deines Nächsten Follower!</p>
<p>10. Du sollst begehren Glaubwürdigkeit, Reichweite und Nutzerfreundlichkeit!<br /><br />Bitte lesen Sie, falls Sie das noch nicht haben, auch die sehr lesenswerten <a href="http://uebermbruch.posterous.com/neun-thesen-zur-zukunft-des-journalismus" target="_blank">Neun Thesen zur Zukunft des Journalismus</a> vom Tim Kosmetschke.<br /><br /><strong><em>Artikeldisclaimer: </em></strong><strong><em>Ich bin freier Journalist in Weimar/Thüringen und studiere noch Journalistik auf Diplom an der Universität Leipzig. Derzeit lese ich viel Literatur für meine Diplomarbeit über "Die Wirtschaftlichkeit von personenbetriebenen, lokaljournalistischen Onlineangeboten". Nebenbei helfe ich immer mal den freundlichen Kollegen bei <a href="http://www.radio-lotte.de/" target="_blank" style="color: #1b57b1; text-decoration: none; font-weight: normal;"><strong>RADIO LOTTE</strong></a>, dem Weimarer Bürgerradio. Der Artikel spiegelt meine Meinung wieder. Korrekturanmerkungen oder Diskussionsbeiträge können Sie gern als Kommentar hier oder auf meiner <strong><a href="https://www.facebook.com/pages/Peter-Althaus/224571677577562" target="_blank" style="color: #1b57b1; text-decoration: none; font-weight: normal;"><strong>Facebook-Page</strong></a> </strong>posten oder als E-Mail an mail[at]peteralthaus.com senden.</em></strong></p>]]></description>
			<author>mail@peteralthaus.com (Administrator)</author>
			<category>Blog</category>
			<pubDate>Thu, 07 Jul 2011 18:18:18 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Zurück in die Zukunft - Zur Lage der Medien in Thüringen</title>
			<link>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=14%3Azurueck-in-die-zukunft-zur-lage-der-medien-in-thueringen&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</link>
			<guid>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=14%3Azurueck-in-die-zukunft-zur-lage-der-medien-in-thueringen&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</guid>
			<description><![CDATA[<p><strong>Der Journalismus ist derzeit an einem Scheideweg. Immer mehr Medien ringen um die Aufmerksamkeit der Rezipienten. Und die Tageszeitungen erreichen ihre Zielgruppen immer schlechter. Woran liegt das? Sowohl Journalisten, als auch Medienkonzerne machen Fehler. Trotzdem wird der Weltuntergang wohl wieder ausbleiben. Doch damit die "Vierte Gewalt" eine Gewalt bleibt, bedarf es einiger Tatkraft und vieler Ideen, meine ich in diesem Essay.</strong></p>
<p>{flike}</p>
<p>Am gestrigen Dienstag fand in Erfurt, leider ohne mich, eine Diskussion zum Thema "Was ist eigentlich Journalismus?" statt. Die Veranstaltung war vom Deutschen Journalistenverband (DJV) organisiert worden. Eigentlich ein Super-Thema, aber die Diskussion wohl nicht so recht anlaufen. Dabei hatte, wie <a href="http://www.medienmoral-thueringen.de/?p=662" target="_blank" style="font-weight: bold;">dieser Bericht des DJV-Blogs Medienmoral Thüringen</a> ebenfalls meint, die <a href="http://www.fes-thueringen.de/veranstaltungsprogramme/153896.pdf" target="_blank"><strong>Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung</strong></a> eigentlich gute Vorlagen gegeben. Dort werden einige interessante Fragen gestellt, wie:</p>
<p>Was nun sind aktuelle Trends der Medienlandschaft in Deutschland und Thüringen? <br />Welche Geschäftsmodelle sind zukunftsfähig? <br />Und was sollte der Öffentlichkeit die sog. „vierte  Gewalt“ der Demokratie Wert sein?<br /><br /><strong>Das Ende von "Friss oder stirb!"</strong><br /><br />Hunderte Studien gibt es zu den Trends der Mediennutzung und der Medienbranche in Deutschland. Die braucht man aber nicht unbedingt zu lesen. Die wichtigsten Trends kann jeder im persönlichen Umfeld verfolgen: Nur wenige Freunde, die nicht bei Facebook oder StudiVZ sind. Kaum noch Bands die dort, bei Myspace oder Last.fm ihre Musik nicht vermarkten. Selbst einige der Mediendinosaurier Tageszeitungen haben mittlerweile verstanden, dass es an ihnen liegt, die Leser abzuholen, statt ihnen fertige Texte zu servieren nach dem Motto "Friss oder stirb!". Der Rezipient muss gelockt werden, wie eine Maus mit Käse. Und ein Trend der fast noch wichtiger wird: Der Journalist selbst muss die Leute an die Bildschirme, vor das Radio oder über die Zeitung zerren können!</p>
<p><strong>"The message is the medium"</strong><br /><br />Das soziale Netz hat eine Revolution losgetreten, die nicht mehr zu ändern ist. Und ja, die Revolution frisst ihre Kinder. Denn wenn sogar Netzwerke wie Myspace oder StudiVZ trotz ihres Nutzerverlustes mehr Menschen erreichen, als die Medien ihrer Besitzer (man denke an Myspace und StudiVZ die bis vor kurzem zu Medienkonzernen Newscorp bzw. Holtzbrink gehörten), dann muss das jedem Medienmanager und Chefredakteur die Augen geöffnet haben! Und zweitens ist mittlerweile weniger das Medium die Marke, als vielmehr die Person. Man könnte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_McLuhan" target="_blank"><strong>Marshall McLuhans</strong></a> Satz "The medium is the message" heute getrost umdrehen. "The message is the medium" müsste es dann heißen. Die Botschaft, also der Artikel oder Beitrag in diesem Fall, transportiert die Marke Journalist. <br /><br /><strong>Glaubwürdigkeit als Alleinstellungsmerkmal - Aufmerksamkeit als Währung</strong><br /><br />Besagte Marke stärkt jeder von ihnen am besten über die eigene Glaubwürdigkeit. Insofern ist die Glaubwürdigkeit der Wert, an dem man gemessen wird. Stehe ich zu meinen Positionen? Oder wechsele ich sie mit dem nächsten Windhauch. Opportunismus und mangelnde Recherche vieler Journalisten machen die Medien unglaubwürdig. Man denke an Kachelmann oder das Nico Rosberg.<br />Das Rauschen wird immer größer, es liegt an den Akteuren darin nicht zu verschwinden. Nicht erst seit gestern ist die Aufmerksamkeit und die Zeit der Rezipienten die Währung mit der sie bezahlen. Diese zu Geld zu machen, damit tut man sich bisher schwer. Google und Facebook erreichen heute mit ihren personalisierten Werbebotschaften fast jeden. Und mit den Breitbandinitiativen wird diese Macht bald nahezu allumfassend. Dann kriecht Mark Zuckerberg mit seinem Angebot der totalen Vernetzung noch ins Bett zu jeder Oma im kleinsten Fachwerkhaus, im entlegendsten Dorf des Thüringer Waldes.</p>
<p><strong>Wess' Brot ich ess...</strong><strong><br /></strong><br />Und allen Ernstes fragt man auf dieser Diskussion noch, was zukunftsfähig ist? Das was es schon immer war: Glaubwürdigkeit, einzigartiger Inhalt und Nähe zum Leser. Besonders die Nähe haben viele Journalisten verlernt. Wenn auch in Thüringer Lokalredaktionen Redakteure Leser als störend empfinden und gute Leserbriefe nicht abgedruckt werden, sei es aus Nichtsympathie, Schludrigkeit oder Platzmangel, dann ist das eine Schaufel auf dem Weg zum Grab der Tageszeitung. Die Leser müssen ernst genommen werden. Wie <a href="http://detektor.fm/wirtschaft/zukunft-des-journalismus-soziale-netzwerke-sind-nur-neue-theken-chefredakte/" target="_blank"><strong>Christian Lindner, Chefredakteur der Rhein-Zeitung richtig hinweist</strong></a>, verdienen <a href="http://www.bdzv.de/wirtschaftliche_lage+M5650c2f558e.html" target="_blank"><strong>Zeitungen mittlerweile zwei Drittel mit Abos und nicht mehr mit Anzeigen</strong></a>. Und wenn weiter komplette Seiten mit <a href="http://www.journalexikon.de/wiki/doku.php?id=agenturmeldung&amp;DokuWiki=g0frvcrl7lc6tnoo5o076ver22" target="_blank">Agenturmeldungen</a> gefüllt werden, dann werden sich immer mehr Leser überlegen, ob sie für diese Nachrichten noch eine Zeitung brauchen.<strong><br /></strong>Warum verstehen Journalisten "Wess' Brot ich ess, dess' Lied ich sing" heute falsch? Warum kommen die Themen für die morgige Ausgabe heute eher über Pressemitteilungen zustande, als über den Kontakt mit den Lesern oder das Aufschnappen im Bus oder in der Straßenbahn? Der Reporter, der sich um die Jahrhundertwende am Stammtisch in der Eckkneipe mit dem gemeinen Volk betrinkt, um Themen zu gewinnen, ist heute nur noch eine blasse Erinnerung. Und das, obwohl Facebook und Twitter viel einfacher erreichbar sind als jede Eckkneipe! Nirgendwo sind die Leute sozialer. Nirgendwo wird mehr gemeckert aber auch geteilt. Mark Zuckerberg hat gestern in seiner Ansprache als Facebook-Chef berichtet, dass die Leute jedes Jahr 100% mehr teilen. Und man muss sich nicht mal betrinken, um davon zu profitieren!</p>
<p><strong>Die alte Leier Altersarmut</strong><br /><br />Obwohl sie fast jeden viel persönlicher erreichen können als früher, <a href="http://www.bdzv.de/anzeigenmarkt+M56ebabd03f0.html" target="_blank"><strong>klagen die Zeitungen über Umsatzrückgänge</strong></a>. Doch wenn Sie jetzt denken "Ach die Armen", dann sind sie reingefallen! Zum einen haben alle Medienkonzerne ein Interesse daran mit ihren Produkten Geld zu verdienen. Und sie werden Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um wieder ihre gewohnten zweistelligen Renditen zu erzielen. Und genau solche Erträge verspricht <a href="http://www.derwesten.de/derwesten/archive/00000/Horizont-Interview_Bod_506a.pdf" target="_blank"><strong>in diesem Interview Bodo Hombach</strong></a>, Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, zu der die Thüringer Allgemeine, Thüringer Landeszeitung und Ostthüringer Zeitung gehören. Und so ist mir auch kein Zeitungskonzern bekannt, der am Hungertuch nagt. Ok, die Taz, aber die ist eine Genossenschaft und das Darben gehört bei denen irgendwie zum Geschäftsmodell. Und auch das Zeitungssterben in den USA ist <a href="http://www.zeit.de/2009/19/US-Zeitungskrise" target="_blank"><strong>vielleicht nur eine Mär</strong></a>. <br />So verwundert es kaum, dass der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) das erste mal seit Jahren wieder Zuwächse vermeldet. Die Tageszeitung unterläuft einem Veränderungsprozeß, aber bisher steht sie, trotz aller Unkenrufe, solide da. Das heißt jedoch nicht, dass nicht irgendwann besonders Anzeigenkunden verstehen werden, dass man Zielgruppen in der heutigen Zeit kaum mehr mit unpersönlichen Ansprachen in Form eines Schrotflintenschusses in die Menge erreicht. Aber auch Tageszeitungen werden immer mehr zum Überbringer einer gesamtheitlichen Vermarktung. Man denke nur daran, welche <a href="http://www.zgtonline.de/" target="_blank"><strong>Geschäftsbereiche die Zeitungsgruppe Thüringen</strong></a> sonst noch betreibt. Postvertrieb, Leserreisen, Dialogmarketing und Eventmarketing - das sind keine Peanuts. Und vom Allgemeinen Anzeiger mal ganz zu schweigen. Warum sollte man diese Konzerne unterstützen?<strong><br /></strong><br /><strong>Bürgergeld für Bürgermedien</strong><br /><br />Das Geld für die "vierte Gewalt" könnte der Steuerzahler anderweitig viel besser ausgeben. Als reinigende Kraft werden die Bürgermedien bis heute unterschätzt. Diese, wie Radio Lotte, stehen auch in Thüringen immer wieder auf der Kippe. Gerade sie ermöglichen es aber, eine Gegenmeinung zu verbreiten und könnten eine Balance herstellen. Besonders in Gegenden, in denen es keine Konkurrenzangebote oder nur Scheinkonkurrenzen der Tageszeitungen gibt. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/National_Public_Radio" target="_blank"><strong>National Public Radio (NPR)</strong></a> in den USA macht es vor. Jedoch braucht es dazu auch die Leitung von professionellen Journalisten. Solange Bürgermedien aus Freiwilligen und 1-Euro-Jobbern bestehen, wird Qualität ein rares Gut bleiben.<br />Eine Möglichkeit, was entstehen kann, wenn Bürger ein anderes Medium vermissen, zeigt die <a href="http://www.nrwz.de/nrwz/titelseite/" target="_blank"><strong>NRWZ</strong></a>. Und immer mehr lokale und hyperlokale Blogs wie das <a href="http://heddesheimblog.de/" target="_blank"><strong>Heddesheimblog</strong></a> oder <a href="http://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/" target="_blank"><strong>Prenzlauer Berg Nachrichten</strong></a> treten in Konkurrenz zu den Lokalzeitungen. Ob sie wirtschaftlich arbeiten können, das wird sich zeigen. Fakt ist aber, viele von ihnen sind viel fitter für das soziale Netz, als es die Zeitungen sind. In der Betriebswirtschaft wird dies als Technologievorsprung bezeichnet.<br />Und auch eine weitere Möglichkeit gibt es, dem Journalismus in die Zukunft zu befördern. <a href="http://mediafunders.net/projekt/wp-content/uploads/2011/07/Studie_Stiftungsfinanzierter_Journalismus_in_USA_final.pdf" target="_blank"><strong>In den USA bereits weit verbreitet, hierzulande noch kaum vertreten: Stiftungen mit denen Journalismus finanziert wird.</strong></a> Gute Recherchen brauchen Geld. Wenn die Öffentlichkeit ein Interesse an ihnen hat, dann sollte man dies auch finanzieren. Veröffentlicht werden kann das Ergebnis durchaus von verschiedenen Medien. Das würde den Anforderungen an moderne Journalisten genügen und deren Unabhängigkeit stärken. Dass dies funktionieren kann, hat nicht zuletzt auch der <a href="http://politik-digital.de/pulitzerpreis-fuer-propublica" target="_blank"><strong>Pulitzerpreis</strong></a> für eine solche stiftungsgeförderte Recherche gezeigt. Insofern kann man davon ausgehen, dass dies auch in Deutschland ein Teil des Mediensystems wird.<br /><br /></p>
<div><em style="font-weight: bold;">Artikeldisclaimer: Ich bin freier Journalist in Weimar/Thüringen und studiere noch Journalistik auf Diplom an der Universität Leipzig. Derzeit lese ich viel Literatur für meine Diplomarbeit über "Die Wirtschaftlichkeit von personenbetriebenen, lokaljournalistischen Onlineangeboten". Nebenbei helfe ich immer mal den freundlichen Kollegen bei </em><a href="http://www.radio-lotte.de/" target="_blank" style="font-weight: bold; font-style: italic;"><strong>RADIO LOTTE</strong></a><em style="font-weight: bold;">, dem Weimarer Bürgerradio. Der Artikel spiegelt meine Meinung wieder. Korrekturanmerkungen oder Diskussionsbeiträge können Sie gern als Kommentar hier oder auf meiner </em><strong style="font-weight: bold; font-style: italic;"><a href="https://www.facebook.com/pages/Peter-Althaus/224571677577562" target="_blank"><strong>Facebook-Page</strong></a> </strong><em style="font-weight: bold;">posten oder als E-Mail an mail[at]peteralthaus.com senden.</em><br /><br /><em style="font-weight: bold;">Morgen folgt ein Beitrag über die Klage des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger gegen die Tagesschau-App. Also schauen Sie auch dann wieder vorbei!</em><br /><br />{flattr}</div>]]></description>
			<author>mail@peteralthaus.com (Administrator)</author>
			<category>Blog</category>
			<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 15:45:10 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>ICE rast bald an Weimar vorbei</title>
			<link>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=12%3Aice-rast-bald-an-weimar-vorbei&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</link>
			<guid>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=12%3Aice-rast-bald-an-weimar-vorbei&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</guid>
			<description><![CDATA[<p><strong><em>Weimar wird wohl nun doch ohne den Hochgeschwindigkeitszug ICE auskommen müssen. Entgegen der Aussagen von Bahnchef Grube wird es wohl schon ab 2015 soweit sein. Stattdessen bekommt die Stadt eine Fernverkehrsanbindung mit einem neuen Zug, der ab 2013 ausgeliefert wird. Die betroffenen Städte werden über eine Steuerungsgruppe in die Planung einbezogen.</em></strong></p>
<p>{flike}</p>
<p>Nach 2015 bereits wird es keine ICE-Halte mehr in Weimar geben. Das war die ziemlich ernüchternde Aussage vom Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn Rüdiger Grube, gestern auf der Pressekonferenz zum Spitzengespräch mit der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Verkehrsminister Christian Carius und den Oberbürgermeistern von Weimar und Jena, Stefan Wolf und Albrecht Schröter. Noch letzte Woche hieß es, Weimar werde sogar nach 2017 noch ICE-Halt bleiben. Wie ich <a href="http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=category&amp;layout=blog&amp;id=18&amp;Itemid=13&amp;lang=de" target="_blank">hier dokumentiert</a> habe, hat sich Bahnchef Grube damit aber versprochen.</p>
<p><strong>Keine Änderungen zum Fahrplanwechsel im Dezember</strong></p>
<p>Eine weitere Ernüchterung gab es in Bezug auf die ICE-Halte im kommenden Fahrplan ab Dezember 2011. In der Pressemitteilung anlässlich des Spitzentreffens heißt es: "Die Deutsche Bahn hat die Vertreter der Stadt Weimar darüber informiert, dass zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 eine Ausweitung der aktuell rund 30 Fernverkehrshalte pro Tag am Bahnhof Weimar nicht möglich ist." Als Begründung wird die enge zeitliche Fahrplantaktung auf der Strecke und die Anschlüsse an den Knoten Leipzig und Frankfurt/Main genannt.</p>
<p>Demgegenüber hatte Matthias Altmann von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) am Beispiel des ICE 1655 durchaus die Möglichkeit eines Haltes in Weimar ausgerechnet. So könnten die Züge zum Beispiel nur eine statt bisher zwei Minuten in Weimar halten und es wäre zudem auch möglich in Leipzig eine Minute später anzukommen. Für den Umstieg in den Zug am Gleis gegenüber, hätte man dann nur noch vier statt fünf Minuten. Freilich ist dies nur ein Zug, aber grundsätzlich gäbe es für drei Minuten sicher mehr Spielräume. "Für Riesa gibt es die drei Minuten ja auch", hieß es aus dem Protestbündnis.</p>
<p><strong>Städte Weimar und Jena werden in Planung einbezogen</strong></p>
<p>Die Verantwortlichen der Städte Weimar und Jena sollen in die Planungen für die Anbindung des Knotenpunktes Erfurt einbezogen werden. Dazu werde man eine Steuerungsgruppe aus Deutsche Bahn, Thüringer Verkehrsministerium und Vertretern der Städte Weimar und Jena gründen. "Das wir in die Planungen einbezogen werden, hat eine neue Qualität", so Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD).</p>
<p><strong>Schon ab 2015 kein ICE mehr in Weimar</strong></p>
<p>Für die Weimarer Protestierenden indes ist besonders fatal, dass bereits ab 2015 kein ICE mehr in Weimar halten soll. Der Fahrplan wird jedoch nicht schlagartig ab 2017, sondern gleitend mit jedem Wechsel an den späteren ICE-Knotenpunkt Erfurt angepasst. Die Mitglieder des <a href="http://www.weimar.de/?id=3060" target="_blank">Aktionsbündnisses</a> sehen dabei besonders Weimar als Kongressstandort gefährdet. "Viele Besucher nutzen bisher das Kongressticket, um bequem mit den Fernverkehrszügen bis Weimar zu kommen", so Ulrike Köppel, Geschäftsführerin der Weimar GmbH. Damit wäre dann 2015 Schluss und Kongressbesucher und Gäste müssten zunächst in Regionalzügen bis Erfurt fahren. In den Regionalzügen gibt es keine Möglichkeit zur Sitzplatzreservierung. Immerhin gibt es selbst in den Regionalbahnen eine erste Klasse, jedoch ist eine Sitzplatzreservierung dort ebenfalls nicht möglich.</p>
<p><strong>Lokbespannte Doppelstöckige Intercity-Züge ab 2013?</strong></p>
<p>Eine Zusage machte Bahnchef Grube: ab 2013 werde man versuchen lokbespannte doppelstöckige Intercity-Züge einzusetzen. Bisher, wie Grube einräumte, fehlen der Bahn schlichtweg die Züge. Das sei auch das Problem, um die notwendigen drei Minuten für die ICE-Halte bis 2015 durch die Baustellen auf den Streckenabschnitten auszugleichen.</p>
<p>Die <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article12094783/Bahn-setzt-auf-Doppelstockwagen-im-Fernverkehr.html" target="_blank">lokbespannten IC-Doppelstockzüge sind allerdings alte Bekannte</a>. Es sind die gleichen wie im Regionalverkehr. Unterschied ist jedoch, dass sie mehr Beinfreiheit erhalten sollen. An allen Plätzen soll es einen Stromanschluss geben. Zudem solle Platz für zehn Fahrräder pro Zug bereitgestellt werden. Mit dem Einsatz ab 2013 wird es allerdings schwierig, da die Auslieferung der Züge erst für Ende 2013 geplant ist.</p>
<p><strong>Höchstgeschwindigkeit weit unter bisherigen Intercity</strong></p>
<p>Knackpunkt der neuen Züge ist zudem ihre Höchstgeschwindigkeit. Die liegt nämlich mit 160 Stundenkilometern satte 40 unter denen der heutigen IC-Züge. Dies liegt daran, dass man die Wagen ursprünglich für den Regionalverkehr bestellt hatte, jedoch wegen der Wagenknappheit im Fernverkehr eine Umrüstung in Auftrag geben musste, wie mehrere Medien bereits im Januar berichteten. <a href="http://www.fr-online.de/wirtschaft/mobilitaet/neue-doppelstock-ic-ohne-speisewagen/-/1473636/5296356/-/index.html" target="_blank">Bahnvorstand für den Personenverkehr Ulrich Homburger kündigte damals an</a>, eine Zulassung für eine Höchstgeschwindigkeit von 185 Stundenkilometern erhalten zu wollen. Die Wagen selbst sollen allerdings auf jeden Fall im Design des Fernverkehrs, also weiß mit roten Streifen, gestrichen werden. Beim Protestbündnis "Nächster Halt - Weimar" sprach man deshalb gestern auch scherzhaft von "Potemkinschen Zügen".</p>
<p><strong>Kosten für zusätzliche Kilometer bleiben beim Bahnfahrer</strong></p>
<p>Für die Reisenden aus Weimar und Jena die in Zukunft über Erfurt nach Berlin oder München fahren müssen, wird die Fahrt dadurch teurer werden. "Zusätzliche Streckenkilometer bedeuten meist auch einen höheren Fahrpreis", beantwortet eine Bahnangestellte die nicht genannt werden möchte meine Anfrage. Bei den derzeitigen Preisen macht dies zum Beispiel für eine Verbindung von Weimar nach Dresden nur mit dem ICE einen Unterschied von fünf Euro aus. Allerdings hängt der Preis der Bahnfahrt von vielen Faktoren ab. Bahnchef Rüdiger Grube stellt jedoch in Aussicht Weimar über die bahneigenen Tochterfirmen besser bewerben zu wollen. Man wolle "spezielle Marketingangebote entwickeln", um "sowohl für Besucher die Anreise zur Kulturhauptstadt durch besondere Preismaßnahmen attraktiver zu gestalten als auch den Bewohnern der Stadt Weimar besondere Angebote für Fernreisen zu bieten". Weiterhin wird die DB für die Bewerbung der Stadt Weimar bahneigene Werbeflächen in Fernverkehrszügen zur Verfügung stellen. Ob dies für Jena auch zutrifft, wurde nicht mitgeteilt.</p>
<p><strong>ICE-Knotenpunkt ist politische Entscheidung</strong></p>
<p>Die Entscheidung Erfurt zum Knotenpunkt für ICE auszubauen wurde bereits 1994 mit dem Beschluss zum <a href="http://www.vde8.de/VDE-8-2-NEUBAU---UeBERBLICK------_site.site..html_dir._nav.37_likecms.html#&amp;desc=VDE+82+NBS+UEBERBLICK+-+Planungsablauf&amp;t&amp;nav=67" target="_blank" title="Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8">Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) 8</a> getroffen. Damals legte der damalige Bundesverkehrsminister <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Wissmann" target="_blank">Matthias Wissmann (CDU)</a> zusammen mit seinen Kollegen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Trassenführung fest. Deshalb wiesen sowohl Bahnchef Grube, als auch Verkehrsminister Carius, gestern die Verantwortlichkeit von sich. "Das war eine politische Entscheidung auf die die Bahn keinen Einfluss hatte", so Grube.</p>
<p><strong>Kritik von Politikern aus der Region</strong></p>
<p>Neben den Weimarer Grünen, die Teil des Aktionsbündnisses sind zeigten sich indes auch Vertreter aus der Partei von Verkehrsminister Carius unzufrieden. Der Weimarer Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider äußerte sich in einer <a href="http://www.carsten-schneider.de/cms/index.php?id=143&amp;tx_ttnews[tt_news]=636&amp;tx_ttnews[backPid]=142&amp;cHash=6235575f1e" target="_blank">Pressemitteilung</a> enttäuscht: "Es ist schlicht nicht nachvollziehbar, wie die Kultur- und Kongressstadt Weimar und der Wissenschafts- und Industriestandort Jena weiterhin bedeutende Rollen für Thüringen spielen sollen, wenn beide aufs Abstellgleis geschoben werden. ICE-Stopps im 2-Stunden-Takt sind das Mindestmaß, um wirtschaftlichen Schaden von den Städten abzuhalten", so Schneider.  Auch die verkehrpolitische Sprecherin der Linken Gudrun Lurkin <a href="http://www.gudrun-lukin.de/landtag/pressemitteilungen/2011/2-quartal/0630.html" target="_blank">kritisiert Bahn und Verkehrsministerium</a> für die schwachen Ergebnisse des Gipfels. "Der Bahngipfel brachte zwar viele schöne Worte, aber keine belastbaren Aussagen",so Lurkin.</p>
<p><img class="caption" src="http://www.peteralthaus.com/images/stories/doppelstock ic.jpg" border="0" title="So sollen die lokbespannte Doppelstock ICs aussehen. Quelle: Bombardier Transportation. " align="left" /></p>]]></description>
			<author>mail@peteralthaus.com (Administrator)</author>
			<category>Blog</category>
			<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 18:38:41 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Bahnchef Grube irrt</title>
			<link>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=10%3Agrube&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</link>
			<guid>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=10%3Agrube&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</guid>
			<description><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; font-size: 11px; color: #000000; line-height: normal;">{flike}</span><br /><br />Zu schön um wahr zu sein - das muss man sich im Nachhinein über die Versprechen von Bahnchef Rüdiger Grube denken. Letzte Woche sagte er zu mir in einem Interview nach der Pressekonferenz zum Thüringer Bahngipfel auf die Frage "Wird Weimar nach 2017 ICE-Halt bleiben?" folgende Sätze: <br /><br />"Nein, dass heisst das der ICE halten wird, in Weimar. Das heißt wir stellen damit wieder einen Zustand her,  wie er einmal war, und nicht wie heute dass der ICE zwar in Weimar ist, aber nicht in Weimar hält. Das ist auch der Bevölkerung nicht zu vermitteln. Diesen Zustand wollen wir möglich schnell wieder in einen Zustand bringen, der auch akzeptiert wird und dafür wollen wir nicht warten bis das bogenschnelle Fahren wieder möglich und erlaubt ist, sondern wir versuchen von Fahrplanwechsel zu Fahrplanwechsel Optimierungen zu machen, so dass wir die drei Minuten, die uns heute fehlen um die Anschlüssen in Erfurt zu bekommen, dass wir die wieder herstellen. Da sind wir sehr zuversichtlich..."</p>
<p>{saudioplayer}grube.mp3{/saudioplayer}<br /><br />Nun gestern auf der Pressekonferenz zum Treffen mit den Oberbürgermeister Stefan Wolf (Weimar) und Albrecht Schröter (Jena) rudert er zurück. "Das habe er so nicht gesagt, meint er auf das Zitat hin befragt. Auch die Pressesprecherin der Bahn Änne Kliem relativiert danach: "Herr Grube ist ein vielbeschäftigter Mann, er hat so viele Termine und er hat sicher die Frage falsch verstanden." Nun wenn man sich die Antwort genauer durchliest kann man sie auch anders interpretieren. Nämlich auf die Zeit vor 2017 bezogen. Das habe ich aber explizit auf eine Frage einer Kollegin vom ZDF hin genauer nachgefragt. Grube ließ sich vergangene Woche mit den anwesenden Mitgliedern des Protestbündnisses fotografieren. Und insgesamt klang es so, als ob dies der Durchbruch wäre. Nur strahlende Gesichter überall. Doch die Freude währte nur bis gestern, als in der Thüringer Allgemeinen <a href="http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Bahnchef-Ruediger-Grube-rudert-zurueck-1047465099" target="_blank">diese Meldung</a> und ein Interview zu lesen war. Dort schon die Relativierung, die auf der Pressekonferenz letztendlich bestätigt wurde. Ob Absicht oder nicht, das mag man Grube nicht nachweisen können. Allerdings ist dieser Fauxpas eine deutliche Enttäuschung für alle Mitglieder des Protestbündnisses, die Weimarer Bürger und Gäste. Auch wenn sich Herr Grube mit seinem Fehler herausreden kann, das Mindeste was bleibt ist ein "Geschmäckle", wie der Schwabe so schön sagt. Und von seiner Glaubwürdigkeit hat Grube dadurch sicher nicht nur in meinen Augen ein Stück eingebüßt.</p>
<p>Den kompletten Beitrag aus der letzten Woche können Sie hier nachhören:</p>
<p>{saudioplayer}Beitrag24611.mp3{/saudioplayer}</p>]]></description>
			<author>mail@peteralthaus.com (Administrator)</author>
			<category>Blog</category>
			<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 06:19:20 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Neuorientierung im Kreiswehrersatzamt</title>
			<link>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=9%3Akwea&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</link>
			<guid>http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=9%3Akwea&amp;catid=18%3Ablogall&amp;Itemid=13&amp;lang=de</guid>
			<description><![CDATA[<p>Guten Tag, Weimar! Das Kreiswehrersatzamt Erfurt ist für Weimar zuständig. Durch die Aussetzung der Wehrpflicht hat das Amt einige neue Aufgaben übernommen. Aus diesem Grund habe ich mich dort für Radio Lotte umgeschaut. Hier hören Sie meinen Bericht.</p>
<p><a class="doclink" href="http://www.peteralthaus.com/index.php?option=com_docman&amp;task=doc_download&amp;gid=42&amp;Itemid=3"><img src="http://www.peteralthaus.com/components/com_docman/themes/default/images/icons/16x16/generic.png" border="0" alt="icon" /> Neuorientierung im Kreiswehrersatzamt (<span class="small">7.94 MB</span>)</a></p>
<p> </p>]]></description>
			<author>mail@peteralthaus.com (Administrator)</author>
			<category>Blog</category>
			<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 09:48:08 +0000</pubDate>
		</item>
	</channel>
</rss>

