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	<title>KWERFELDEIN | Fotografie Magazin</title>
	
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	<description>Das Fotografie Magazin</description>
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		<title>Umfrage: Auf der Straße fotografiert, im Netz entdeckt.</title>
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		<comments>http://kwerfeldein.de/index.php/2012/02/10/umfrage-auf-der-strase-fotografiert-im-netz-entdeckt/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 07:12:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[feature]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktioneller Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description>Aktuell arbeite ich an einem ausf&amp;#252;hrlichen Artikel zur Stra&amp;#223;enfotografie, der hier in naher Zukunft erscheinen soll. Ich m&amp;#246;chte das Thema aus verschiedenen Seiten beleuchten und aufarbeiten, aber auch selbst Position beziehen.&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aktuell arbeite ich an einem ausf&#252;hrlichen Artikel zur Stra&#223;enfotografie, der hier in naher Zukunft erscheinen soll. Ich m&#246;chte das Thema aus verschiedenen Seiten beleuchten und aufarbeiten, aber auch selbst Position beziehen.</strong></p>
<p>Dabei stelle ich mir unter anderem auch die Frage: Wie w&#252;rdet Ihr reagieren, wenn Ihr bemerkt, dass Euch eine fremde Person auf der Stra&#223;e fotografiert, das Foto etwas bearbeitet und ins Netz gestellt hat? Stellt Euch das vor. Auf dem Bild seid Ihr nicht nachteilig abgebildet, aber gut zu erkennen. Ihr habt die Person zuvor nicht bemerkt und seid deshalb &#252;berrascht, das Bild auf Euren Streifz&#252;gen im Netz zu finden.</p>
<p>F&#252;r manche Leute ist das ein gro&#223;es Problem, f&#252;r andere nur ein kleines oder &#8211; wie in meinem Fall &#8211; gar keines. F&#252;r mich geh&#246;rt es schon beinahe zum Alltag, von Freunden fotografiert zu werden und auch, wenn ich mir auf den Bildern nicht immer gefalle (wer gef&#228;llt sich schon auf Fotos?), ist das v&#246;llig in Ordnung. Falls mich also jemand auf der Stra&#223;e fotografiert, passt das.</p>
<p>Jedoch wei&#223; ich, dass es durchaus Andersdenkende gibt. Leute, die mir zustimmen, aber an einem bestimmten Punkt widersprechen w&#252;rden. Leute, die ganz und gar nicht damit zufrieden w&#228;ren, fotografiert und dann &#8220;ins Netz&#8221; gestellt zu werden.</p>
<p>So <a title="Auszug aus einem Kommentar von Fototim" href="http://kwerfeldein.de/index.php/2011/06/16/strasenfotografie-5-schritte-bevor-ich-auf-den-ausloser-drucke/#comment-80369" target="_blank">schrieb</a> beispielsweise &#8220;derfototim&#8221; im Juni des letzten Jahres unter anderem Folgendes:</p>
<p><span id="more-30049"></span></p>
<p><em>&#8220;Nur soviel: W&#252;rde ICH ein Foto von mir irgendwo finden, das ein “Street-Fotograf” irgendwo ohne mein Wissen und/oder meine Einwilligung erstellt hat – ich w&#252;rde ihn zumindest freundlich anmahnen oder, wenn das Foto tats&#228;chlich diskreditierend w&#228;re, gleich verklagen. Oder zumindest damit drohen ;)&#8221;</em></p>
<p style="text-align: center;">~</p>
<p>Daher interessieren mich <em>Eure</em> Beweggr&#252;nde, Gedanken und vielleicht auch vorhandene Bef&#252;rchtungen. Diejenigen, die es st&#246;rt, frage ich: Warum ist das so? Was genau ist daran f&#252;r Euch st&#246;rend? Wie w&#252;rdet Ihr reagieren, was w&#252;rdet Ihr unternehmen? Ist Abmahnen eine Option f&#252;r Euch? Und diejenigen, die es nicht st&#246;rt, frage ich auch: Warum ist das so? Wie denkt Ihr dar&#252;ber?</p>
<p>In beiden F&#228;llen bitte ich Euch, f&#252;r Euch selbst zu sprechen, bei Eurer eigenen Wahrnehmung zu bleiben. Ich m&#246;chte hier keine Streiterein herbeif&#252;hren, sondern Euch verstehen. Eventuell werde ich Kommentare von Euch im oben genannten Artikel zur Stra&#223;enfotografie zitieren.</p>
<p>Ich bin gespannt.</p>
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<p></p>
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		<title>Bildvorstellung: “A beautiful death”</title>
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		<comments>http://kwerfeldein.de/index.php/2012/02/09/bildvorstellung-a-beautiful-death/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 07:04:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patricia Dries</dc:creator>
				<category><![CDATA[feature]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktioneller Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Bildvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[konzept]]></category>
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		<category><![CDATA[rot]]></category>
		<category><![CDATA[Shooting]]></category>

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		<description>Mit jedem Foto sind in meinem Kopf Erinnerungen verkn&amp;#252;pft. Erinnerungen an Ger&amp;#252;che, Ger&amp;#228;usche und Gedankeng&amp;#228;nge, wenn ich alleine mit meiner Kamera unterwegs war und einfach dahin gelaufen bin, wohin meine F&amp;#252;&amp;#223;e mich gerade tragen wollten. Erinnerungen an Gespr&amp;#228;che, Lachen und Experimentieren, wenn ich ein Modell vor der Kamera hatte.&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit jedem Foto sind in meinem Kopf Erinnerungen verkn&#252;pft. Erinnerungen an Ger&#252;che, Ger&#228;usche und Gedankeng&#228;nge, wenn ich alleine mit meiner Kamera unterwegs war und einfach dahin gelaufen bin, wohin meine F&#252;&#223;e mich gerade tragen wollten. Erinnerungen an Gespr&#228;che, Lachen und Experimentieren, wenn ich ein Modell vor der Kamera hatte.</strong></p>
<p>Martin hat uns die Aufgabe gegeben, eines unserer Bilder vorzustellen. Und ich habe meine Erinnerungen entscheiden lassen, welches Bild ich an dieser Stelle zeigen m&#246;chte.</p>
<p>Zusammen mit Fotografin <a href="http://www.model-kartei.de/sedcard/fotograf/55365//" target="_blank">Jennifer</a> und Modell <a href="http://www.model-kartei.de/sedcard/modell/48970/" target="_blank">Ljuba</a> habe ich im letzten September einen wunderbar entspannten Tag in den Kirsch- und Apfelbaumfeldern bei Wiesbaden verbracht. Wir wollten herbstliche Fotos machen. Konkretere Konzepte waren im Vorfeld noch nicht vorhanden. Gerade jetzt im Winter erinnere ich mich sehr gern an den herrlich warmen Herbsttag. An diesem Tag entstand &#8216;A beautiful death&#8217;.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/a-beautiful-death-kwerfeldein.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29737" title="a beautiful death kwerfeldein" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/a-beautiful-death-kwerfeldein-500x500.jpg" alt="" width="500" height="500" /></a></p>
<p><span id="more-29724"></span></p>
<p>Ich wei&#223; noch, wie wir zu dritt versucht haben, alles, was wir f&#252;r das Shooting mitgebracht hatten, auf einmal aus dem Auto zu nehmen, weil wir zu bequem waren, zweimal zu laufen. Kamerataschen, Reflektor, Klamotten, Make-up, Sonnenblumen und, ganz wichtig: Picknickdecke und leckeres Essen. Von oben bis unten bepackt machten wir uns dann auf den Weg ins Feld.</p>
<p>Das Shooting zog sich vom fr&#252;hen Nachmittag bis zum Verschwinden der letzten Sonnenstrahlen am Abend hin. Nicht zuletzt deswegen, weil wir immer wieder gem&#252;tlich Pause gemacht und gequatscht haben.</p>
<p>Und genau an diese Momente erinnere ich mich so gern: An entspannte Gespr&#228;che, Lachen, Ideen weiterspinnen. Die w&#228;rmende Herbstsonne auf der Haut. Die beruhigende Abendstimmung. Das ist bei einem Shooting f&#252;r mich mindestens genauso wertvoll und wichtig wie das Fotografieren an sich.</p>
<p>Nachdem wir mit zahlreichen Hintergr&#252;nden, Perspektiven und schlie&#223;lich dem warmen, weichen Abendlicht experimentiert hatten, wollte ich abschlie&#223;end passend zu Ljubas rot lackierten Fingern&#228;geln f&#252;r ein Portrait ein knallrotes Oberteil und einen roten, frisch gepfl&#252;ckten Apfel einsetzen (den Jennifer noch schnell blitzblank poliert hat :)).</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/making-of.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29780" title="making of" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/making-of-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Im Kopf hatte ich eigentlich ein &#8216;normales&#8217; Portrait mit den genannten roten Farbakzenten. W&#228;hrend des Fotografierens bin ich dann aber immer n&#228;her an mein Model heran ger&#252;ckt, um Lippen und Apfel mehr in den Fokus zu stellen.</p>
<p>Neben der Tatsache, dass mich das Bild an einen wunderbaren, entspannten Tag erinnert, hat es f&#252;r mich auch deswegen Bedeutung, weil es mich immer wieder dazu ermuntert, bei einem Shooting den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen.</p>
<p>Ich setze mich oft unter Druck, bestimmte Ergebnisse erreichen zu wollen. Zerbreche mir vor einem Shootingtermin den Kopf &#252;ber neue Ideen, Accessoires usw. Dabei entstehen die besten Bilder oft dann, wenn man losl&#228;sst und sich sich von seinem Gegen&#252;ber inspirieren l&#228;sst. Mit Perspektiven und Schnitten spielt. Genau das war bei der Entstehung des Fotos der Fall. Es war nicht geplant, sondern hat sich aus den Gegebenheiten spontan entwickelt.</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich ist das Bild so wie Ihr es oben seht nicht aus der Kamera gekommen. In Lightroom bzw. Photoshop habe ich die Haut retuschiert und wesentlich blasser gemacht, die Rott&#246;ne dagegen knalliger. Au&#223;erdem habe ich Macken im Nagellack entfernt und die Lippen durch eine <a href="http://kwerfeldein.de/index.php/2011/10/05/der-weg-durch-den-photoshop-dschungel-teil-3/" target="_blank">klar definierte Lippenlinie</a> betont sowie die Glanzstellen auf Apfel, Lippen und Nagellack verst&#228;rkt.</p>
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<p></p>
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		<title>Ich fühle schwarzweiß, aber depressiv bin ich nicht</title>
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		<comments>http://kwerfeldein.de/index.php/2012/02/08/ich-fuhle-schwarzweis-aber-depressiv-bin-ich-nicht/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 07:17:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marit Beer</dc:creator>
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		<description>Ich schaue auf ein Bild. Es gibt zwei dominierende Farben: Schwarz in all seinen Schattierungen zum Grau und Wei&amp;#223; mit bl&amp;#228;ulichem Licht. Alles ist um diese Uhrzeit in diese Farben getaucht. Durch die B&amp;#228;ume blinzelt verwaschenes Gelb.&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/mg_9921.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-29672" title="mg_9921" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/mg_9921-500x500.jpg" alt="" width="500" height="500" /></a><strong></strong></p>
<p><strong>Ich schaue auf ein Bild. Es gibt zwei dominierende Farben: Schwarz in all seinen Schattierungen zum Grau und Wei&#223; mit bl&#228;ulichem Licht. Alles ist um diese Uhrzeit in diese Farben getaucht. Durch die B&#228;ume blinzelt verwaschenes Gelb.</strong></p>
<p>Das Bild, das ich beschreibe, ist nicht auf Papier, nicht auf einem Bildschirm und auf keiner Leinwand zu betrachten. Es ist die Sicht durch mein Fenster nach drau&#223;en, jetzt gerade in diesem Moment. Es ist D&#228;mmerung; die Zeit, in der der Tag langsam schwindet und die Nacht sich durch die B&#228;ume sch&#228;lt. Das ist die Zeit, in der die Farben verblassen und langsam verschwinden. Das Bild beruhigt.</p>
<p><em>&#8220;Warum sind Deine Bilder immer monochrom? Bist Du depressiv?&#8221;</em></p>
<p>Nein, ich bin nicht depressiv, aber die Farbigkeit vieler Dinge &#252;beranstrengt mein Gehirn. Ich lebe in einer Gro&#223;stadt. Am Morgen beginnt es schon in der U-Bahn: Flackernde Monitore, Menschen dicht an dicht mit Kopfh&#246;rern oder dem Handy am Ohr. An den Stationen huschen die Werbeplakate in schreienden Farben an mir vorbei. Alles fordert Beachtung, alles schreit: &#8220;Schau mich an, lies meine Botschaft!&#8221;</p>
<p>Die Tasche, die der Typ da vor mir um hat, was steht da eigentlich drauf? Die Jacke der jungen Frau, von welcher Firma ist die? Die krass gelben Turnschuhe von dem Typen gegen&#252;ber blenden mich. Der Hund unter dem Sitz tr&#228;gt einen karierten Umhang und schaut mich an, seine Besitzerin tr&#228;gt einen &#228;hnlichen und starrt auf den Monitor &#252;ber mir. Botschaften an den W&#228;nden der Bahn rauschen ins Gehirn. Ich blinzle in den Morgen und frage mich, wo ist eigentlich der Himmel?</p>
<p><span id="more-29649"></span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/MG_8617.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-29728" title="_MG_8617" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/MG_8617-500x325.jpg" alt="" width="500" height="325" /></a></p>
<p>Am Ende des Tages, wenn die T&#252;r ins Schloss f&#228;llt, lasse ich die flackernden Farben drau&#223;en. Die Werbeflyer aus dem Briefkasten verschwinden sofort im Papierkorb. Meinen Fernseher habe ich schon vor Jahren verschenkt. Ich hatte schlicht die Schnauze voll davon, mich tagt&#228;glich mit diesem M&#252;ll zusch&#252;tten zu lassen. Jetzt und hier entscheide ich selbst, was ich sehen m&#246;chte und womit ich mich besch&#228;ftigen werde.</p>
<p>Es gibt Tage, da ertrage ich das besser oder bemerke es nicht einmal und dann gibt es Tage, an denen bin ich so &#252;bersch&#252;ttet, da gehe ich abends mit Kopfschmerzen ins Bett und ziehe die Decke &#252;ber mich.</p>
<p><em>Reduktion ist das Zauberwort.</em></p>
<p>Ich fotografiere schwarzwei&#223; oder mit reduzierten Farben, was hei&#223;t, dass ich mich auf zwei Hauptfarben beschr&#228;nke, die das Bild dominieren.</p>
<p>Das Erschaffen einer anderen Welt ohne bei&#223;ende Farben, ohne ein Mich-&#252;berzeugen-wollen. Vielleicht auch das Abtauchen in eine andere Welt, denn die Zeit in den Bildern aus schwarz und wei&#223; scheint still zu stehen.</p>
<p>Durch die Abwesenheit von Farbigkeit wird das Abgebildete auf seine Form reduziert. Darin steckt nun seine Aussage. Das Bild kommuniziert mit mir, f&#252;hrt mich in sich hinein, ohne an mir zu zerren. Ich kann beruhigt den Blick darauf richten und mir die Geschichte zum Bild erz&#228;hlen lassen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/mg_7527.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-29732" title="mg_7527" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/mg_7527-500x335.jpg" alt="" width="500" height="335" /></a></p>
<p>Wenn ich die Bilder anderer betrachte, ob in Ausstellungen, Bildb&#228;nden, Zeitschriften oder im Internet, dann sind es immer die stilleren Bilder, die mich innehalten lassen. Ein Bild, das mir seine Botschaft innerhalb von Sekunden &#8220;verkauft&#8221;, schaue ich auch nicht l&#228;nger an und so bleibt es mir nicht im Ged&#228;chtnis. Wenn ich jetzt &#252;berlege, sind sehr wenige Bilder in meiner Gedankenschublade gespeichert.</p>
<p><em>Wieviele sind es bei Dir, kannst Du Dich daran erinnern, welches Bild Dich zuletzt so sehr bewegt hat?</em></p>
<p>Ich erinnere mich gerade an ein Bild von Sally Mann aus ihrer Serie &#8220;Family Pictures&#8221;. Darauf ist <a href="http://www.artnet.de/galleries_old/artwork_detail.asp?G=&amp;gid=141091&amp;which=&amp;ViewArtistBy=&amp;aid=11072&amp;wid=425348986&amp;source=artist&amp;sortby=imgorder&amp;rta=http://www.artnet.de" target="_blank">ein Kind</a> zu sehen, das um seinen Hals eine Lotusbl&#252;te tr&#228;gt. Sein Gesicht ist nicht komplett zu sehen. Das Bild begleitet mich nun schon seit einem Jahr. Ich wei&#223; nicht mehr, wo genau ich es zuerst sah, aber bis heute ist es ein Teil meiner inneren Bilderwelt geworden. Es befl&#252;gelt mich, l&#228;sst mich Bilder machen, in denen genau dieses Gef&#252;hl sp&#252;rbar ist, das ich bei seiner Betrachtung empfinde. Manchmal hilft mir dieses Bild auch einfach nur beim Augenschlie&#223;en, beim Fallenlassen in den Schlaf.</p>
<p>Wenn ich also selbst Bilder mache, ist schwarzwei&#223; meine bevorzugte Wahl, weil ich selbst mit meinem Blick darauf h&#228;ngen bleibe. Ich schaffe damit Raum um die Person und &#252;berlasse es dem Betrachter, seine eigene Botschaft darin zu sehen und es selbst mit Farbe zu f&#252;llen.</p>
<p>Es hat also nichts mit Depressivit&#228;t zu tun, wenn ich mich f&#252;r monochrome Bilder entscheide. Sondern zum einen mit dem Wunsch, meine selbst einzuteilende Zeit mit Dingen zu f&#252;llen, die gl&#252;cklich machen und zum anderen Bilderwelten f&#252;r andere zu erschaffen, denen es &#228;hnlich geht. Das &#228;u&#223;ere Bild hat immer viel mit dem Inneren zu tun. Und bei jedem wird das &#228;u&#223;ere Bild ein ganz anderes sein.</p>
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<p></p>
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		<title>Kreativität: Die Spirale</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 05:59:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktioneller Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Üben]]></category>
		<category><![CDATA[Effektivität]]></category>
		<category><![CDATA[kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Momente]]></category>
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		<category><![CDATA[Spirale]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenfotografie]]></category>

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		<description>Als ich im November 2010 damit begann, jeden Tag mindestens zehn Aufnahmen zu machen, passierte etwas Seltsames und zugleich Faszinierendes. Ich bemerkte, wie schnell ich meinen Stil fand, wie z&amp;#252;gig ich vorankam und wie ich von Monat zu Monat neue Dinge sah, die mir vorher nie aufgefallen waren. Ich kam mir vor wie in einem Kreativit&amp;#228;ts-Turbo-Boost. Das Fotografieren f&amp;#252;hlte sich irgendwann wann wie eine &lt;em&gt;Spirale,&lt;/em&gt; die nach oben geht.&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/5539315497_e913e656c9_o.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29759" title="Spirale " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/5539315497_e913e656c9_o-500x500.jpg" alt="Spirale " width="500" height="500" /></a></p>
<p><em>Jeden Tag, an dem Du nicht &#252;bst, bist Du einen Tag weiter davon entfernt, gut zu sein.</em> Ben Hogan, amerikanischer Golfspieler, 1912-1997</p>
<p>Ein gutes Zitat, nicht wahr? Jedoch gef&#228;llt es mir anders herum noch besser: Jeden Tag, an dem Du &#252;bst, bist Du einen Tag n&#228;her dran, gut zu sein. Und (auch) darum geht es in diesem Artikel.</p>
<p><strong>Als ich im November 2010 damit begann, jeden Tag mindestens zehn Aufnahmen zu machen, passierte etwas Seltsames und zugleich Faszinierendes. Ich bemerkte, wie schnell ich meinen Stil fand, wie z&#252;gig ich vorankam und wie ich von Monat zu Monat neue Dinge sah, die mir vorher nie aufgefallen waren. Ich kam mir vor wie in einem Kreativit&#228;ts-Turbo-Boost. Das Fotografieren f&#252;hlte sich irgendwann wann wie eine <em>Spirale,</em> die nach oben geht.</strong></p>
<p>Weiter bemerkte ich, dass ich das Gef&#252;hl, die Kamera in der Hand zu halten und abzudr&#252;cken, nicht mehr missen wollte. Sie geh&#246;rte irgendwann zu mir wie meine rechte Hand. Und irgendwann bemerkte ich, dass ich mehr sah. An Orten, die ich schon drei, vier oder gar zehn Mal besucht hatte, fielen mir mehr und mehr Dinge auf, die f&#252;r ein gutes Foto tauglich waren. Mehr fotografieren, mehr sehen. Klick-klack!</p>
<p>Das &#220;ben und Beherrschen der Kamera machte mich bereit, besondere Momente festzuhalten. Ich mache die Momente nicht selbst, da ich sie vor allem auf der Stra&#223;e weder herbeif&#252;hren noch verhindern kann. Ich dokumentiere lediglich und warte auch oft an einer Stelle, bis irgendetwas Ungew&#246;hnliches passiert. Und je h&#228;ufiger ich fotografiere, desto besser bin ich darin, Situationen aus einer von Milliarden m&#246;glichen Perspektiven mit einem Foto einzufrieren.</p>
<p><span id="more-29314"></span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/6770613455_b263150675_b.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29797" title="Spirale: Der besondere Moment" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/6770613455_b263150675_b-500x500.jpg" alt="Spirale: Der besondere Moment" width="500" height="500" /></a></p>
<p>Und dazu kommt noch etwas: Je &#246;fter ich fotografiere, desto mehr Fotos muss ich logischerweise selektieren und bearbeiten. Was bedeutet: Z&#252;giger ausw&#228;hlen, den Blick sch&#228;rfen und effektiver bearbeiten. Weniger rumklicken, schneller finalisieren.</p>
<p>Wenn ich also heute Abend 250 Raw-Dateien vom Shooting heute Morgen importiere, kann ich diese mindestens doppelt so schnell fertigstellen wie vor zwei Jahren. Und ich wei&#223;: Morgen kommen die n&#228;chsten Fotos, also nicht rumh&#228;ngen, sondern arbeiten, fertigestellen und publizieren. Zeit ist f&#252;r mich ein wichtiges Gut und davon ist nicht unendlich viel da.</p>
<p>Warum lerne ich so viel wie noch nie?<br />
Weil ich so h&#228;ufig fotografiere wie noch nie.</p>
<p>Au&#223;erdem verbringe ich heute fast <em>gar keine</em> Minute mehr damit, zu gucken, was dieser oder jener Regler in Lightroom eigentlich macht. Ich wei&#223; es einfach. Und ich kann ihn genau dann einsetzen, wenn ich ihn brauche. Warum? Weil ich den Regler schon tausend Mal hin- und hergezogen habe.</p>
<p>Nat&#252;rlich gibt es auch andere Zeiten. Mal ist Licht nicht so wie es h&#228;tte sein k&#246;nnen, dann gibt es superviel zu tun, ein anderes Mal ist der Akku nach 15 Minuten leer. Und schlussendlich hatte ich nicht immer Lust aufs Bildermachen. Jedoch ist mir eines aufgefallen: Je l&#228;nger ich am Ball blieb, desto leichter fiel es mir, die Unlust zu &#252;berwinden, rauszugehen und neue Fotos nach Hause zu tragen.</p>
<p>Und nat&#252;rlich ist die Spirale nicht-linear. Let&#8217;s stay real. Es gibt Einbr&#252;che und Tiefpunkte. Das sind Tage, an denen mir wenige bis gar keine Fotos gelingen und ich gef&#252;hlt <em>immer</em> den richtigen Moment verpasse. Ich habe dann den Eindruck, dass die besten Shots immer dann m&#246;glich w&#228;ren, wenn ich die Kamera gerade abgelegt oder nicht greifbar habe. Doch das geh&#246;rt f&#252;r mich zum Weg. Das geh&#246;rt dazu. Und ist sehr leicht zu verkraften, weil ich wei&#223;: nicht mehr lange, dann bin ich wieder am Start und werde es erneut versuchen.</p>
<p style="text-align: center;">~</p>
<p>Engagiertes Fotografieren setzt eine Entwicklung in Gang. Es wie eine Spirale, die nach oben geht. Man wird besser, schneller und effektiver. Und jeden Tag, an dem ich &#252;be, bin ich einen Tag n&#228;her daran, gut zu sein. Und das bin ich noch lange nicht.</p>
<p><iframe style="overflow: hidden; width: 450px; height: 35px;" src="//www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fkwerfeldein.de%2Findex.php%2F2012%2F02%2F07%2Fkreativitat-die-spirale%2F&amp;send=false&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=false&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=35" frameborder="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p></p>
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		<item>
		<title>“Von diesem Moment an habe ich nicht mehr aufgehört, ich wollte alles einfangen.” Im Gespräch mit Elizabeth Brooke</title>
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		<comments>http://kwerfeldein.de/index.php/2012/02/06/von-diesem-moment-an-habe-ich-nicht-mehr-aufgehort-ich-wollte-alles-einfangen-im-gesprach-mit-elizabeth-brooke/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 07:28:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patricia Dries</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Analog]]></category>
		<category><![CDATA[Elizabeth Brooke]]></category>
		<category><![CDATA[emotional]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Gespräch]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[jung]]></category>
		<category><![CDATA[portrait]]></category>

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		<description>Zum Gl&amp;#252;ck hat Martin mich vor einiger Zeit auf den Fotostream von Elizabeth Brooke aufmerksam gemacht. Die junge Fotografin zeigt dort vertr&amp;#228;umte, gef&amp;#252;hlvolle und emotionale Bilder, die mich sofort ber&amp;#252;hrt haben. Dass Elizabeth erst 15 Jahre alt ist, kann ich beim Betrachten ihrer Fotos und Konzepte kaum glauben. Grund genug, mehr &amp;#252;ber sie erfahren zu wollen.&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum Gl&#252;ck hat Martin mich vor einiger Zeit auf den <a href="http://www.flickr.com/photos/42120292@N04/" target="_blank">Fotostream von Elizabeth Brooke</a> aufmerksam gemacht. Die junge Fotografin zeigt dort vertr&#228;umte, gef&#252;hlvolle und emotionale Bilder, die mich sofort ber&#252;hrt haben. Dass Elizabeth erst 15 Jahre alt ist, kann ich beim Betrachten ihrer Fotos und Konzepte kaum glauben. Grund genug, mehr &#252;ber sie erfahren zu wollen.</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke10.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29704" title="brooke10" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke10-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><strong>Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit f&#252;r ein Interview nimmst, Elizabeth! Stell Dich doch unseren LeserInnen zuerst einmal vor.</strong></p>
<p>Mein Name ist Elizabeth Brooke, ich bin in Los Angeles, Kalifornien, geboren und aufgewachsen und gerade 15 geworden. Wenn ich nicht fotografiere, liebe ich es zu lesen, Musik zu h&#246;ren, Zeit mit Freunden zu verbringen und ich mache Stabhochsprung. Au&#223;erdem backe ich gerne Nachspeisen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke3.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29694" title="brooke3" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke3-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><strong>Wann hast Du angefangen zu fotografieren? Hat Dich die Fotografie schon l&#228;ngere Zeit interessiert oder gab es einen speziellen Moment, der Dich dazu bewogen hat, mit dem Fotografieren zu beginnen?</strong></p>
<p>Zum ersten Mal habe ich mit zw&#246;lf Jahren eine Kamera in die Hand genommen. Ich habe Fotografien schon immer geliebt, habe stundenlang die Fotoalben meiner Eltern angesehen. Ich glaube, ich habe einfach eines Tages entschieden, einen Versuch zu starten, als ich die Kamera daheim herumliegen sah. Von diesem Moment an habe ich nicht mehr aufgeh&#246;rt, ich wollte alles einfangen.</p>
<p><span id="more-21982"></span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke5.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29696" title="brooke5" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke5-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><strong>Ich kann mich daran erinnern, dass es ziemlich schwierig war, die ersten Bilder zu machen, als ich meine erste &#8216;richtige&#8217; Kamera in der Hand hatte. Auf das Licht zu achten, den Fokus, die Komposition und so weiter. Hast Du Dir selbst beigebracht, die Kamera zu bedienen oder hast Du Hilfe bekommen, zum Beispiel von Freunden oder Familie?</strong></p>
<p>Ich habe mir fast alles selbst beigebracht und keine Kurse gemacht, aber ich hatte definitiv eine Menge Hilfe von meinem Vater und vor allem aus dem Internet. Das Internet war eine gro&#223;artige Entdeckung, weil es mir erlaubt hat, auch viel &#252;ber die komplizierteren Aspekte zu lernen und zwar in meinem eigenen Tempo und alleine.</p>
<p>Viele meiner F&#228;higkeiten haben sich einfach durchs &#220;ben entwickelt. Wenn man seine Kamera jeden Tag in der Hand hat, entwickelt man sich automatisch weiter und verbessert sich.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke2.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29693" title="brooke2" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke2-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><strong>Wenn man durch Deinen Flickr-Fotostream st&#246;bert, findet man sowohl digitale als auch analoge Fotos. Gibt es spezielle Situationen, in denen Du das Fotografieren auf Film der digitalen Fotografie bevorzugst?</strong></p>
<p>Ja, ich fotografiere sowohl analog als auch digital und ich liebe beides! Ich mag es, wie kristallklar ein digitales Foto sein kann und wie viel man mit einer digitalen Kamera machen kann, aber ich mag auch den Effekt, den der Film einem Foto gibt. Auch das Experimentieren mit zum Beispiel Doppelbelichtungen reizt mich.</p>
<p>F&#252;r mich ist Fotografieren auf Film wie das Einfangen einer Erinnerung. Ich fotografiere nicht auf Film, weil ich unbedingt m&#246;chte, dass die Bilder wundervoll werden, sondern eher, um den Moment einzufangen und mich daran zu erinnern, was ich in diesem Moment gef&#252;hlt habe.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke4.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29695" title="brooke4" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke4-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><strong>Das ist interessant. Warum ist es f&#252;r Dich eine intensivere Erinnerung, als wenn Du digitale Bilder machst?</strong></p>
<p>Das ist schwer zu erkl&#228;ren. Definitiv kann ich sagen, dass ich mit meinen 15 Jahren kaum Budget habe, um Filme zu kaufen und entwickeln zu lassen. Wenn ich also Bilder mit meiner Filmkamera mache, m&#246;chte ich sicher sein, dass sie gut werden und sich die Geldausgabe lohnt.</p>
<p>Manchmal habe ich einen Film f&#252;r drei oder vier Monate in der Kamera und mache vielleicht ein einziges Bild pro Woche. Die zweite Tatsache, die das Fotografieren auf Film so aufregend macht, ist, dass man nie wei&#223;, wie die Bilder genau aussehen werden. Es gibt keine sofortige Belohnung, und genau das macht es so wundervoll, wenn man endlich die entwickelte Filmrolle erh&#228;lt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke6.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29697" title="brooke6" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke6-500x326.jpg" alt="" width="500" height="326" /></a></p>
<p><strong>Du sagst, dass Du schnelle Fortschritte gemacht hast, weil Du Deine Kamera jeden Tag in der Hand hast. Du hast also immer und &#252;berall Deine Kamera dabei? Und machst Deine Fotos spontan, wenn Du zum Beispiel Freunde triffst?</strong></p>
<p>Als ich mein 365-Tage-Projekt gemacht habe, gab es keinen Moment, wo man mich ohne Kamera h&#228;tte erwischen k&#246;nnen. Jetzt aber, mit Schule und Sport, f&#228;llt mir das schwerer, was ich sehr schade finde.</p>
<p>Die Wochenenden verbringe ich nat&#252;rlich ganz mit Fotografieren! Ich glaube, meine Freunde sind schon ein bisschen genervt davon. Ich mag ehrliche Bilder. Geplante und &#252;berlegt durchgef&#252;hrte Shootings haben durchaus ihren Reiz, aber ein Foto, das echte, pure Emotionen zeigt, kann man nicht &#252;berbieten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke7.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29698" title="brooke7" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke7-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><strong>Wenn Du Wert auf &#8216;echte&#8217; Fotos legst, bedeutet das dann auch, dass Du auf Photoshop verzichtest, damit die Bilder so nat&#252;rlich wie m&#246;glich sind?</strong></p>
<p>Photoshop finde ich ziemlich kompliziert. Wenn ich Photoshop nutze, dann f&#252;r Farbver&#228;nderungen oder Umwandlung in schwarzwei&#223;. Ich denke nicht, dass Photoshop die Emotionen ver&#228;ndert, die meine Bilder transportieren.</p>
<p>Generell reizt es mich nicht, ein Bild in Photoshop stark zu manipulieren, aber nat&#252;rlich bewundere ich die ganzen M&#246;glichkeiten, die das Programm bietet. Und ich bewundere jeden, der mit diesem Chaos an M&#246;glichkeiten klarkommt und auf diese Weise in der Lage ist, tolle Bilder zu kreieren.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29692" title="brooke1" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke1-500x331.jpg" alt="" width="500" height="331" /></a></p>
<p><strong>Erz&#228;hl uns doch noch ein bisschen &#252;ber Deine Zukunftspl&#228;ne. In welche Richtung m&#246;chtest Du gehen mit der Fotografie? Tr&#228;umst Du davon, sp&#228;ter professionell als Fotografin zu arbeiten oder hast Du noch gar keine konkreten Pl&#228;ne?</strong></p>
<p>Haupts&#228;chlich lasse ich den Dingen einfach ihren Lauf. Ich denke nicht, dass ich die Fotografie sp&#228;ter mal hauptberuflich betreiben werde. Ich liebe es, meine eigenen Ideen zu entwickeln und glaube nicht, dass ich in eine bestimmte Sparte passe (wie Hochzeits- oder Fashionfotografie).  Ich tr&#228;ume davon, Kamerafrau zu werden und zu filmen, aber da ich ja erst 15 bin, habe ich noch eine Menge Zeit, mich zu entscheiden.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke8.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29699" title="brooke8" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke8-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><strong>Und zum Schluss muss ich noch mal nachhaken: Du machst Stabhochsprung? Das ist ein ziemlich au&#223;ergew&#246;hnlicher Sport! Erz&#228;hl doch noch ein bisschen mehr dar&#252;ber!</strong></p>
<p>Ja, ich mache Stabhochsprung und es ist ein verr&#252;ckter Sport! Ich habe erst im letzten Jahr damit angefangen. Es ist wirklich schwer, aber es macht mir sehr viel Spa&#223;. Nichts ist toller als das Gef&#252;hl, so hoch in der Luft zu sein! Mein Ziel in diesem Jahr ist es, den Schulrekord zu knacken.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke9.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29702" title="brooke9" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/09/brooke9-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>F&#252;r dieses Vorhaben sowie f&#252;r ihren weiteren Weg mit der Fotografie dr&#252;cke ich Elizabeth nat&#252;rlich die Daumen und m&#246;chte am Ende gerne noch kurz auf eine ihrer Aktionen aufmerksam machen, auf deren Ergebnisse ich mehr als gespannt bin.</p>
<p>Elizabeth startet gerade zum zweiten Mal ihr Projekt &#8216;The Traveling Camera&#8217;. Dabei werden zwei Einwegkameras rund um die Welt geschickt, an jeweils neun Leute. Elizabeth m&#246;chte mit dem Projekt Menschen durch die Fotografie zusammen bringen.</p>
<p>Die ersten Kameras sind gerade per Post zu ihr zur&#252;ck gekehrt, die beiden neuen Kameras gehen bald auf ihre Reise um den Globus. Elizabeth wird eine Website erstellen, um die Bilder zu zeigen. Wer die Ergebnisse sehen m&#246;chte, verfolgt am besten ihren <a href="http://www.flickr.com/photos/42120292@N04/" target="_blank">Fotostream bei flickr</a>.</p>
<p><iframe style="overflow: hidden; width: 450px; height: 35px;" src="//www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fkwerfeldein.de%2Findex.php%2F2012%2F02%2F06%2Fvon-diesem-moment-an-habe-ich-nicht-mehr-aufgehort-ich-wollte-alles-einfangen-im-gesprach-mit-elizabeth-brooke%2F&amp;send=false&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=false&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=35" frameborder="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p></p>
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		<title>browserFruits Februar #1</title>
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		<comments>http://kwerfeldein.de/index.php/2012/02/05/browserfruits-februar-1/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 09:54:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Kemnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[browserFruits]]></category>
		<category><![CDATA[fruits]]></category>
		<category><![CDATA[links]]></category>
		<category><![CDATA[links zur fotografie]]></category>

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		<description>Liebe Leser, wir freuen uns erstens dar&amp;#252;ber, dass wir nun unser technisches Problem gel&amp;#246;st haben und Ihr wieder kommentieren k&amp;#246;nnt. Noch mehr aber freuen wir uns, dass wir Euch nun eine weitere Ausgabe der browserFuits vorlegen k&amp;#246;nnen. Habt Ihr einen Favoriten unter den Links? &amp;#220;brigens: wir sind gerade dabei, das Format der browserFruits neu zu&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Liebe Leser, wir freuen uns erstens dar&#252;ber, dass wir nun unser technisches Problem gel&#246;st haben und Ihr wieder kommentieren k&#246;nnt. Noch mehr aber freuen wir uns, dass wir Euch nun eine weitere Ausgabe der browserFuits vorlegen k&#246;nnen. Habt Ihr einen Favoriten unter den Links?<br />
</strong><br />
&#220;brigens: wir sind gerade dabei, das Format der browserFruits neu zu bedenken &#8211; und zwar in alle Richtungen. Wenn Ihr also Vorschl&#228;ge habt, immer her damit. </p>
<p><strong>Foto Special</strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/la_caitlin/3262412187/" target="_blank"><img src="http://farm4.staticflickr.com/3353/3262412187_aec32912f6_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/federico_erra/4656339563/" target="_blank"><img src="http://farm5.staticflickr.com/4044/4656339563_50d53a2a43_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/mariehochhaus/5132484580/" target="_blank"><img src="http://farm5.staticflickr.com/4089/5132484580_82618cb8bf_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/zseike/5081935513/" target="_blank"><img src="http://farm5.staticflickr.com/4105/5081935513_8c72aa5e12_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/norablum/4558472152/" target="_blank"><img src="http://farm5.staticflickr.com/4045/4558472152_cbba5f328c_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/popsongs/4720225713/" target="_blank"><img src="http://farm2.staticflickr.com/1264/4720225713_9f2a6a1c7c_s.jpg" alt="" /></a><!-- ZEILENENDE --><br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/22690396@N04/4920964082/" target="_blank"><img src="http://farm5.staticflickr.com/4138/4920964082_132a7ebec0_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/melodicshot/5174524603/" target="_blank"><img src="http://farm5.staticflickr.com/4089/5174524603_a830f64f00_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/fluglos/5167745058/" target="_blank"><img src="http://farm5.staticflickr.com/4112/5167745058_2e80b3d51c_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/phixo/5160567575/" target="_blank"><img src="http://farm5.staticflickr.com/4144/5160567575_c4b8e0a76d_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/rutjunk/5093809880/" target="_blank"><img src="http://farm5.staticflickr.com/4153/5093809880_44c26b8af2_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/geewillikersjett/4880814714/" target="_blank"><img src="http://farm5.staticflickr.com/4139/4880814714_64a4c49807_s.jpg" alt="" /></a><!-- ZEILENENDE --><br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/nihil_baxter/6582849967/in/photostream/" target="_blank"><img src="http://farm8.staticflickr.com/7154/6582849967_26d0435fc6_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/jasontravis/6544168973/in/photostream/" target="_blank"><img src="http://farm8.staticflickr.com/7005/6544168973_2a6a462a95_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/parkerfitzgerald/4915789020/in/photostream/" target="_blank"><img src="http://farm5.staticflickr.com/4136/4915789020_f3781ee553_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/40292830@N02/5512628580/" target="_blank"><img src="http://farm6.staticflickr.com/5020/5512628580_f30f434cf4_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/alessandrogalloni/6646054905/" target="_blank"><img src="http://farm8.staticflickr.com/7034/6646054905_56490d563c_s.jpg" alt="" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/15963635@N03/5532278551/" target="_blank"><img src="http://farm6.staticflickr.com/5177/5532278551_10551c2fb7_s.jpg" alt="" /></a><!-- ZEILENENDE --></p>
<p>~</p>
<p><strong>deutschsprachig</strong></p>
<p>• B&#252;cher machen um jeden Preis? &#8211; &#220;ber die <a href="http://photonews-blogbuch.de/2012/01/bucher-machen-um-jeden-preis/" target="_blank">Finanzierung von Fotob&#252;chern</a>.</p>
<p>• Emerge zeigt die Diplomarbeit &#8220;Konvertieren&#8221; von <a href="http://www.emerge-mag.com/2012/01/konvertieren/" target="_blank">Lia Darjes</a>.</p>
<p>• Im <a href="http://www.handelsblatt.com/panorama/kunstmarkt/fotografie-wir-stehen-an-einem-wendepunkt/6120748.html" target="_blank">Interview</a> mit dem Handelsblatt spricht Direktor Werner Lippert &#252;ber neue Trends in der Fotografie.</p>
<p>• Ein paar <a href="http://fstoppers.com/bts-joe-mcnallys-bts-circus-shoot-with-nikon-d4" target="_blank">Zirkusbilder</a> und ein Making of Video von Joe McNally.</p>
<p>• &#220;ber <a href="http://www.photopresse.de/content/view/10024/52/" target="_blank">Peter Bialobrzeski</a>s Triologie &#8220;Habitat&#8221;.</p>
<p>• Blogtimes stellt <a href="http://blogtimes.info/ben-heine-pencel-vs-camera/" target="_blank">Ben Heine</a> vor. Pencel vs. Camera.</p>
<p>• Beindruckende <a href="http://fotogipfel.de/2012/02/weinhold-bau-der-tu-chemnitz/" target="_blank">Architekturaufnahmen</a> aus der TU Chemnitz.</p>
<p>• Bildpoeten nennt sich ein neues <a href="http://www.bildpoeten.de/" target="_blank">Hochzeitsfotografenportal</a>. Die Fotos &#252;berzeugen.</p>
<p>• &#220;ber die <a href="http://www.jeriko.de/2012/01/25/die-kodak-no-1/" target="_blank">Kodak No. 1.</a> wei&#223; Jeriko zu berichten.</p>
<p>• Die Zeit hat Bilder von <a href="http://www.zeit.de/kultur/kunst/2012-01/fs-saul-leiter" target="_blank">Saul Leiter</a>. Sch&#246;ne Farbaufnahmen aus New York.</p>
<p>• Und Stern zeigt 10 Aufnahmen von <a href="http://www.stern.de/fotografie/stern-fotografie-portfolio-robert-capa-ganz-nah-dran-am-krieg-1760928.html" target="_blank">Robert Capa</a>.</p>
<p>• Britisches Gericht entscheidet: &#196;hnlichkeit von Bildmotiven ist ausreichend f&#252;r <a href="http://www.urheberrecht.org/news/4493/" target="_blank">Urheberrechtsverletzung</a>.</p>
<p><span id="more-29440"></span></p>
<p>~</p>
<p><strong>international</strong></p>
<p>• Starke Bilder &#252;ber den <a href="http://www.boston.com/bigpicture/2012/01/coal.html" target="_blank">Kohleabbau.</a></p>
<p>• Ein Interview mit <a href="http://www.wonderfulmachine.com/blog/2012/02/interview-with-william-morel-photo-editor-at-country-living/" target="_blank">William Morel</a>, Photo Editor at Country Living.</p>
<p>• Fotos von <a href="http://www.theatlantic.com/infocus/2012/01/tough-guy-2012/100235/" target="_blank">Tough Guy 2012</a>. Ein verr&#252;ckter Wettbewerb, aber die Bilder dazu sind gut.</p>
<p>• Kein Link, aber ein Tipp, den wir gestern schon twitterten: Dr&#252;ckt auf Flickr mal das hier: ? und ihr bekommt eine Auflistung aller Shortcuts. Wir finden das vor allem in der Fotoansicht sehr n&#252;tzlich. </p>
<p>~</p>
<p><strong>Video</strong></p>
<p>Sch&#246;ner Stop-Motionfilm &#252;ber ein Sand- und Eism&#228;nnchen.<br />
<iframe src="http://player.vimeo.com/video/12155835?title=1&amp;byline=1&amp;portrait=1" frameborder="0" width="500" height="280"></iframe></p>
<p>Auch keine Fotografie, aber wundersch&#246;ne Landschaftsvideos.<br />
<iframe src="http://player.vimeo.com/video/35396305?title=1&amp;byline=1&amp;portrait=1" frameborder="0" width="500" height="280"></iframe></p>
<p><iframe style="overflow: hidden; width: 450px; height: 35px;" src="//www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fkwerfeldein.de%2Findex.php%2F2012%2F02%2F05%2Fbrowserfruits-februar-1%2F&amp;send=false&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=false&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=35" frameborder="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p></p>
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		<item>
		<title>Als Fotograf beim Castor-Transport</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 06:59:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Aufstand]]></category>
		<category><![CDATA[blockade]]></category>
		<category><![CDATA[Castor]]></category>
		<category><![CDATA[Castor-Transport]]></category>
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		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>

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		<description>126 Stunden Transportzeit, &amp;#252;ber 100 Blockade-Aktionen und 20.000 Polizeikr&amp;#228;fte im Einsatz. Der Castor-Transport 2011 war der l&amp;#228;ngste, der teuerste und sicherlich auch einer der h&amp;#228;rtesten – sowohl f&amp;#252;r Aktivisten und Polizisten, als auch f&amp;#252;r uns Fotojournalisten.&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="info"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-24375" title="Fotojournalisten" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/11/IMG_9718-2-120x120.jpg" alt="" width="120" height="120" />Dies ist ein Artikel von <a href="http://flickr.com/visualrebellion" target="_blank">Chris Grodotzki</a> und <a href="http://flickr.com/rubenneugebauer" target="_blank">Ruben Neugebauer</a>. Die beiden freien Fotografen und Fotojournalisten arbeiten schwerpunktm&#228;&#223;ig zu sozialen und Umwelt-Themen und bloggen gemeinsam auf <a href="http://visual-rebellion.com" target="_blank">visual-rebellion.com</a>.</div>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-11.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29614" title="Castor-Transport " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-11-500x333.jpg" alt="Castor-Transport " width="500" height="333" /></a></p>
<p><strong>126 Stunden Transportzeit, &#252;ber 100 Blockade-Aktionen und 20.000 Polizeikr&#228;fte im Einsatz. Der Castor-Transport 2011 war der l&#228;ngste, der teuerste und sicherlich auch einer der h&#228;rtesten – sowohl f&#252;r Aktivisten und Polizisten, als auch f&#252;r uns Fotojournalisten.</strong></p>
<p>Als Teil eines Dokumentations-Projekts und mit Auftr&#228;gen verschiedener Medien und Umweltorganisationen in der Tasche, waren wir von Anfang an dabei und begleiteten die allj&#228;hrlichen Proteste gegen den strahlenden Transport. F&#252;r uns als Fotografen bedeutete der Castor eine knappe Woche Schlafmangel und diverse nervige Polizeikontrollen, aber auch jede Menge tolle Motive, spannende Geschichten und viel Raum zum Experimentieren.</p>
<p>Hier unser „Reisebericht“ zum Ausnahmezustand im Wendland:</p>
<p><strong>23. November &#8211; Gutes Timing</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-2.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29615" title="Castor-Transport " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-2-500x333.jpg" alt="Castor-Transport " width="500" height="333" /></a></p>
<p>Wir wollten fr&#252;h im Wendland sein. Um den Aufbau der Protest-Camps mitzubekommen, uns schon einmal einzurichten und erste Bilder liefern zu k&#246;nnen, planten wir unsere Anreise bereits Wochen vorher auf diesen Mittwoch. Eine gute Entscheidung, wie sich nun herausstellt, denn w&#228;hrend wir auf dem Weg ins Wendland sind, macht sich in Frankreich auch der Atomm&#252;ll-Zug auf den Weg – einen Tag fr&#252;her als angek&#252;ndigt.</p>
<p>Wir sind gespannt! Nicht nur auf das, was der wendl&#228;ndische Protest dieses Jahr wohl wieder gegen den strahlenden Transport ins Feld schicken wird, sondern auch auf unser pers&#246;nliches kleines Experiment: Wir wollen in den kommenden Tagen nicht, wie f&#252;r Fotojournalisten &#252;blich, allein, sondern im Team arbeiten. Das hei&#223;t nicht nur das Auto, sondern alles – Auftr&#228;ge, Fotos, Copyright und Honorare – wird geteilt.</p>
<p><span id="more-29612"></span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-31.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29616" title="Castor-Transport " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-31-500x333.jpg" alt="Castor-Transport " width="500" height="333" /></a></p>
<p>Vollgepackt mit Kamera-Equipment, Outdoor-Klamotten, Schlafs&#228;cken, Schutzausr&#252;stung und einer guten Ladung Vorfreude treffen wir uns in L&#252;neburg. Von dort machen wir uns mit dem gemieteten Wagen auf ins wundersch&#246;ne, doch recht abgelegene Wendland. Die Aktivisten dort sind schon flei&#223;ig am Werke und wir kommen gerade richtig an, um die letzten Aufbau-Szenen in den Camps mitzuerleben, bevor es dunkel wird.</p>
<p>Es folgt noch eine Stippvisite bei „The Gorleben Project“, dem Castor-Dokumentations-Projekt, an dem wir uns beteiligen wollen und ein n&#228;chtlicher Anti-Atom-Laternenumzug. Danach geht&#8217;s ins Bett, beziehungsweise ins Stroh f&#252;r eine letzte halbwegs lange Nacht.</p>
<p><strong>24. November &#8211; Das Wendland macht sich bereit</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-41.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29617" title="Castor-Transport " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-41-500x332.jpg" alt="Castor-Transport " width="500" height="332" /></a></p>
<p>Fr&#252;h aufgestanden machen wir uns zu allererst einmal selbst bereit f&#252;r alles, was da kommen mag: Presseschilder im Auto verteilen, Spannungswandler f&#252;r Akkuladeger&#228;te anschlie&#223;en, Tagesrucks&#228;cke packen, Kamera- und Objektivtaschen sinnvoll daran befestigen und das daraus entstehende Taschen-System (beziehungsweise -Gewirr) zusammen mit Helmen, Getr&#228;nken und Laptop schnell greifbar auf der R&#252;ckbank positionieren.</p>
<p>Los geht’s! Erst einmal allerdings nur zur Polizeipressestelle nach Dannenberg. Dort holen wir uns die ungeliebte, doch aller Voraussicht nach unumg&#228;ngliche Presse-Akkreditierung ab – ein von Beginn an umstrittener Ausweis, den die Polizei an Pressevertreter ausstellt, die sich brav anmelden und registrieren lassen.</p>
<p>Das ganze Verfahren ist zwar freiwillig, allerdings stellt die Polizei f&#252;r nicht-akkreditierte Journalisten „weitergehende &#220;berpr&#252;fungen“ und „Wartezeiten“ vor Ort in Aussicht.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-5.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29618" title="Castor-Transport " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-5-500x333.jpg" alt="Castor-Transport " width="500" height="333" /></a></p>
<p>Fertig ausger&#252;stet machen wir uns dann endlich auf den Weg zur ersten gr&#246;&#223;eren Aktion – der allj&#228;hrlichen, farbenfrohen und mit knapp 2.000 Teilnehmern sehr gut besuchten Sch&#252;lerdemo in L&#252;chow. Den Rest des Tages begn&#252;gen wir uns damit, die Bilder zu sammeln, f&#252;r die in den kommenden Tagen keine Zeit mehr sein wird, zum Beispiel ein paar Protest-Landscapes mit den &#252;berall am Stra&#223;enrand aufgebauten Protest-Kunst-Installationen. Der Castor steht derweil noch vor der deutschen Grenze.</p>
<p>Sp&#228;ter am Abend folgt noch der erste Nachteinsatz, als die Polizei mit Wasserwerfern und mehreren Hundertschaften in Metzingen einr&#252;ckt, um mit gro&#223;em Tamtam die B216 abzusichern. Einige Demonstranten hatten wohl versucht, den allj&#228;hrlichen Protestauftakt des Wendlandes – den „Laternenumzug mit Landmaschinenschau“ – f&#252;r eine Blockade der Bundesstra&#223;e zu nutzen. W&#228;hrend des Einsatzes kommt es auch zu den ersten Konflikten zwischen Journalisten und Staatsmacht, als eine Polizistin mehrere Fotografen-Kollegen zwingt, Bilder von ihren Kameras zu l&#246;schen. Vorf&#228;lle dieser Art bleiben beim diesj&#228;hrigen Castor-Einsatz leider nicht die Ausnahme.</p>
<p><strong>25. November &#8211; Aufw&#228;rm&#252;bungen</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-6.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29619" title="Castor-Transport " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-6-500x332.jpg" alt="Castor-Transport " width="500" height="332" /></a></p>
<p>Nach einer recht kurzen Nacht geht’s am Freitag dann richtig los – sie f&#252;nfte Jahreszeit des Wendlands beginnt mit der „Rallye Monte G&#246;hrde“. Wenn man den Castor sportlich betrachten will, ist die Rallye so etwas wie das Aufw&#228;rmtraining, bei dem sich die Castor-Gegner mit der Polizei ein Katz-und-Maus-Spiel in den W&#228;ldern entlang der Castor-Strecke liefern.</p>
<p>Wer dabei sein will, muss sich auf einen langen, bewegungsreichen Tag im Wald einrichten. Zum ersten Mal kommen hier auch die mitgebrachten Helme mit PRESSE-Schriftzug zum Einsatz, als sich einige Autonome und die Staatsmacht erste kleine Scharm&#252;tzel im Wald liefern.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-7.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29620" title="Castor-Transport " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-7-500x333.jpg" alt="Castor-Transport " width="500" height="333" /></a></p>
<p>Nach der Rallye folgt f&#252;r uns das all-abendliche Hochladen der Bilder. Noch wei&#223; keiner, wann der Castor im Wendland ankommen wird. Die Kampagne „Castor? Schottern!“ will ihre Aktionen m&#246;glicherweise schon in den fr&#252;hen Morgenstunden starten. Wir beschliessen deshalb, uns schon fr&#252;h schlafen zu legen, doch Pustekuchen&#8230;</p>
<p>Die Bilder des Nachmittags sind noch nicht fertig hochgeladen, als uns &#252;ber den Castorticker die Meldung ereilt, das Camp in Metzingen w&#252;rde momentan von der Polizei gest&#252;rmt. Als wir losfahren, stehen die Wasserwerfer bereits vor den Dixi-Klos des Camps, es wird wohl mal wieder eine kurze Nacht.</p>
<p><strong>26. November &#8211; Aktionstourismus</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-81.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29623" title="Bockspringen" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-81-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Die Nacht haben wir im Aktivisten-Camp verbracht, schlie&#223;lich wollen wir m&#246;glichst nah dran sein, wenn es mit den eigentlichen Aktionen los geht. Es zeichnet sich jedoch ab, dass die „Castor? Schottern!“-Aktion sowie der Start der gro&#223;en WiderSetzen-Sitzblockade auf den Zeitraum der bundesweiten Gro&#223;kundgebung in Dannenberg fallen werden. Wir h&#228;tten insbesondere „Castor? Schottern!“ sehr gerne begleitet, doch die Auftragslage verlangt Bilder vom Sternmarsch und der Gro&#223;kundgebung.</p>
<p>Wir versuchen, einen Kompromiss einzugehen und fahren, in der Hoffnung ein paar verfr&#252;hte Schotterer zu finden, einfach mit dem Auto direkt ans Gleis zu der Stelle, an der die „Schottern“-Massenaktion im vergangenen Jahr stattfand. Hier treffen wir jedoch lediglich diverse Medienvertreter, die in einem &#228;hnlichen Dilemma stecken wie wir selbst.</p>
<p>F&#252;r etwas Unterhaltung auf dem ausgedehnten Waldspaziergang sorgt ein etwas &#252;bermotivierter Polizeireiter, der versucht, &#252;ber eine Barrikade aus Baumst&#228;mmen zu springen und dabei, unsanft von seinem hohen Ross geholt, auf dem Waldboden landet. Bevor wir zur Gro&#223;demo los m&#252;ssen, ist ein aufgeschreckter Hirsch der Einzige, der sich hier auf die Schiene begibt. Die Schotterer sind auf dem Weg zu einem anderen Gleisabschnitt – Pech gehabt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-9.jpg"><img title="Castor-Transport " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-9-500x333.jpg" alt="Castor-Transport " width="500" height="333" /></a></p>
<p>Die bunte, kreative Gro&#223;demo mit &#252;ber 23.000 Teilnehmern, Treckern und allem, was man sich so als Demo-Fotograf w&#252;nschen kann, macht es uns dann allerdings nicht schwer, die n&#246;tigen Bilder zusammenzubekommen. So geht es f&#252;r uns, noch w&#228;hrend die Kundgebung l&#228;uft, weiter zur gro&#223;en WiederSetzen-Sitzblockade auf den Schienen bei Harlingen. Zwischen all diesen schnellen Standortwechseln bleibt kaum Zeit f&#252;r Pausen. Hier zahlt es sich wieder aus, zu zweit unterwegs zu sein: W&#228;hrend einer f&#228;hrt, kann der andere schon die neuesten Fotos sichten und uploadfertig exportieren.</p>
<p>Als es auf den Schienen in Harlingen dunkel wird, bemerken wir, dass wir den ganzen Tag nichts gegessen haben und besorgen uns von der „Volxk&#252;che“ der Sitzblockierer ein paar vegan belegte Brote. Es folgt ein Abstecher ins improvisierte Scheunen-B&#252;ro von „The Gorleben Project“ zum Hochladen der Bilder und dann eine lange, schlaflose Nacht: Zuerst r&#252;ckt die Polizei, wie schon am Vorabend, in Metzingen ein und kurz darauf beginnt die R&#228;umung der Harlinger Sitzblockade.</p>
<p><strong>27. November &#8211; X-tausendmalquer</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-10.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29624" title="Castor-Transport" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-10-500x332.jpg" alt="Castor-Transport" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Wir machen die Nacht durch und widmen uns beim ersten Licht dem Harlinger Freiluftgewahrsam, in dem die Staatsmacht knappe tausend Aktivisten der in der Nacht ger&#228;umten Sitzblockade zusammengepfercht hat. Wieder geraten wir dabei mit der Polizei, dieses Mal sogar mit den Pressesprechern aneinander, die uns unn&#246;tigerweise den Zugang zum Kessel verweigern wollen. Wie so oft bringt alles Diskutieren wenig &#8211; am Ende siegt die Dreistigkeit und wir schleichen uns einfach &#252;ber Umwege in die Polizei-Wagenburg hinein.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-111.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29625" title="Castor-Transport" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-111-500x333.jpg" alt="Castor-Transport" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Wir verlassen Harlingen mit einem Haufen Fotos, als wir die Info bekommen, dass sich X-tausendmalquer, die zweite Massenblockade-Gruppe, demn&#228;chst auf den Weg macht. Nach einem Zwischenstopp bei der &#228;u&#223;erst langlebigen Ankett-Aktion der B&#228;uerlichen Notgemeinschaft begleiten wir die knapp tausend Sitzblockierer auf ihrem Weg durch die wendischen W&#228;lder bis zur Stra&#223;e vor Gorleben. Bei Einbruch der D&#228;mmerung verlaufen wir uns noch kurz im Wald, machen uns dann aber auf den R&#252;ckweg, um die Fotos des Tages an die Kundschaft zu verteilen.</p>
<p><strong>28. November &#8211; Das Finale</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-12.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29626" title="Castor-Transport" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-12-500x333.jpg" alt="Castor-Transport" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Da der Castor mittlerweile im Dannenberger Verladekran steht, machen wir uns im Morgengrauen auf den Weg dorthin. Von den mit Live-Sendeausr&#252;stung best&#252;ckten Aussichtsplattformen des Presse-Containerdorfes am Verladebahnhof ergattern wir das obligatorische Castor-Beh&#228;lter-Bild und k&#246;nnen somit auch dieses von der To-Do-Liste streichen.</p>
<p>Mit Zwischenhalten bei der Greenpeace-Stra&#223;enblockade und ein paar sch&#246;nen kleinen Trecker-Randgeschichten geht’s zur&#252;ck zu den X-tausendmalquer-Blockierern, die immer noch auf der Stra&#223;e bei Gorleben durchhalten. Auf dem Weg dorthin macht sich die N&#228;he des Castors jetzt deutlich bemerkbar. Die Stra&#223;enstrecke von Dannenberg nach Gorleben ist hermetisch abgeriegelt.</p>
<p>Wir m&#252;ssen kilometerweite Umwege fahren und geraten dabei von einer Polizeikontrolle in die n&#228;chste. Erst nach Stunden erreichen wir die Sitzblockade.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-13.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29627" title="Castor-Transport" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-13-500x332.jpg" alt="Castor-Transport" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Kaum angekommen, geht in der Halbd&#228;mmerung auch schon die R&#228;umung los. Kein leichtes Spiel f&#252;r Fotografen wie uns, die in erster Linie auf vorhandenes Licht setzen. Gegen Ende der R&#228;umung machen sich ein paar unverzagte Castor-Gegner noch auf den Weg ins kaum f&#252;nf Kilometer entfernte Laase zur Abschlusskundgebung. Auch wir schlagen diese Richtung ein, w&#228;hrend der Castor in Dannenberg losrollt, um das letzte Teilst&#252;ck, die Stra&#223;enstrecke nach Gorleben, hinter sich zu bringen.</p>
<p>Bei der Ankunft am letzten Schauplatz unserer Castor-Doku gibt&#8217;s dann noch einmal eindr&#252;ckliche Bilder: W&#228;hrend ein Gro&#223;teil der Castor-Gegner auf dem Feld nahe der Castorstrecke auf der Abschlusskundgebung den l&#228;ngsten Castor aller Zeiten feiert und die Polizei mit einem Gro&#223;aufgebot entlang der Stra&#223;e Spalier steht, liefern sich einige noch letzte Scharm&#252;tzel: Polizei-Greiftrupps r&#252;cken immer wieder auf das Kundgebungsgel&#228;nde vor, woraufhin einige Demonstranten Heuballen auf dem Feld in Brand setzen und die gesamte Gegend einnebeln.</p>
<p>So endet der Castor-Protest 2011 in einer unwirklichen, aber effektvollen Szenerie: Im dichten, nur von den Wasserwerfer-Scheinwerfern durchbrochenen Rauch, beim Sound von Techno und polizeilichen Lautsprecherdurchsagen, passiert der Atomm&#252;ll-Konvoi Laase und erreicht eine Viertelstunde sp&#228;ter das Zwischenlager Gorleben.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-14.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-29628" title="Castor-Transport" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-14-500x333.jpg" alt="Castor-Transport" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Das Arbeiten zu zweit hat sich als spannende Alternative zum Einzel-Einsatz erwiesen und uns eine weitaus umfassendere Castor-Dokumentation erm&#246;glicht als sie im Alleingang m&#246;glich gewesen w&#228;re. Wir haben uns in vielerlei Hinsicht gut erg&#228;nzt und uns gegenseitig bei Schlaf-, Essens-, Kreativit&#228;ts- oder Motivations-Mangel immer wieder gegenseitig angeschoben.</p>
<p>Trotz der vielen, teils gleichzeitigen Aktionen konnten wir alles f&#252;r unsere Dokumentation Wichtige mitnehmen und gleichzeitig noch unsere Auftragsarbeiten sauber abwickeln.</p>
<p><em>Todm&#252;de, schmutzig und nach Rauch stinkend machen wir uns mit &#252;ber 5.000 neuen Bildern im Gep&#228;ck auf den Heimweg. Die Vorfreude auf eine Dusche und ein warmes Bett ist gro&#223;, doch auch eine ordentliche Portion Wehmut schwingt mit, als wir die Grenzen der liebgewonnenen, aufst&#228;ndischen „Republik Freies Wendland“ verlassen.</em></p>
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<p></p>
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		<title>Sprung in die Freiheit</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 07:06:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Kemnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktioneller Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[bild]]></category>
		<category><![CDATA[conrad schumann]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[exacta]]></category>
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		<category><![CDATA[freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mauer]]></category>
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		<category><![CDATA[Peter Leibing]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzweiß]]></category>
		<category><![CDATA[sprung]]></category>
		<category><![CDATA[teilung]]></category>
		<category><![CDATA[westdeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[zaun]]></category>

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		<description>Das Bild Sprung in die Freiheit geh&amp;#246;rt zu den Ikonen der Fotogeschichte. Ich m&amp;#246;chte die Geschichte hinter dem Bild erz&amp;#228;hlen. Denn denke ich an das geteilte Deutschland, dann habe ich dieses Foto im Kopf, das kurz nach dem Mauerbau entstand. Kein Bild des Mauerfalls ist so einpr&amp;#228;gsam gewesen. Ein Foto vom Anfang zeigt bereits das Ende.&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Bild <em>Sprung in die Freiheit</em> geh&#246;rt zu den Ikonen der Fotogeschichte. Ich m&#246;chte die Geschichte hinter dem Bild erz&#228;hlen. Denn denke ich an das geteilte Deutschland, dann habe ich dieses Foto im Kopf, das kurz nach dem Mauerbau entstand. Kein Bild des Mauerfalls ist so einpr&#228;gsam gewesen. Ein Foto vom Anfang zeigt bereits das Ende.</strong></p>
<p>Wir k&#246;nnen das Bild hier leider aus Kostengr&#252;nden nicht zeigen. Ihr k&#246;nnt es aber auf <a href="http://www.raemielke.com/" target="_blank">der Seite der Anw&#228;ltin</a>, die die Rechte am Bild vertritt, ansehen. Oder gebt bei Google <em>Sprung in die Freiheit Peter Leibing</em> ein und bem&#252;ht die Bildersuche. Wir bedauern diesen Umstand sehr, aber das Bild ist mir wichtig, weshalb ich dennoch dar&#252;ber schreiben m&#246;chte.</p>
<p>Und nun zum Bild.</p>
<p>Ein Volkspolizist springt in Uniform, mit Stahlhelm und schweren Stiefeln &#252;ber die Grenze in den Westen. Die Lippen zusammengepresst, die Waffe hinter sich &#252;ber die Schulter geworfen, schwebt er &#252;ber einer Rolle Maschendrahtzaun. Seine Anspannung ist sp&#252;rbar. Im Hintergrung erkennt man unscharf eine Gruppe von Menschen, die das Geschehen erst in diesem Moment langsam registrieren. F&#252;r Westdeutschland zeigte dieses Bild hervorragend die Schw&#228;che Ostdeutschlands auf, dem offenbar selbst die eigenen Truppen davonliefen.</p>
<p>Der 20-j&#228;hrige Fotograf Peter Leibing sollte im Auftrag der Fotoagentur Conti-Press den Bau der Mauer dokumentieren. Am 15. August 1961 stand er auf der Westseite der Bernauer Stra&#223;e und ahnte bereits, dass irgendwas passieren w&#252;rde. Und wartete.</p>
<p><span id="more-22551"></span></p>
<p>Er stellte auf die Rolle Stacheldraht scharf und dr&#252;ckte rechtzeitig ab, als sich der 19-j&#228;hrige Volkspolizist Conrad Schumann entschloss, zu springen. Leibing machte das Bild seines Lebens. Ironischerweise mit der ostdeutschen Kamera <em>Exacta</em> mit einem 200mm-Teleobjektiv.</p>
<p>Peter Leibing hatte beim Springderby in Hamburg Erfahrungen gesammelt, wie man ein Pferd im Sprung richtig fotografiert. Dieses Wissen kam ihm zu Hilfe. Ein Reporter von der Bildzeitung, dem das Bild nicht gelang, sprach Leibing an und &#252;berredete ihn, mit in die Redaktion zu kommen. So wurde das Foto erstmals am 16. August gro&#223; in der Bildzeitung ver&#246;ffentlicht. Bis heute sind unz&#228;hlige Ver&#246;ffentlichung in Zeitschriften und Zeitungen, auf Postkarten, M&#252;nzen, Briefmarken und vielen anderen Medien gefolgt.</p>
<p>Der Gefl&#252;chtete Conrad Schumann war bis zum Bau der Mauer loyaler B&#252;rger seines Staates gewesen. Als er jedoch ein kleines M&#228;dchen sah, das zu Besuch bei seinen Gro&#223;eltern in Ostdeutschland war, zu seinen Eltern auf westdeutscher Seite wollte und wie die DDR-Offiziere es zur&#252;ckhielten, &#228;nderte sich seine Meinung. Dazu kam die Abscheu, auf jemanden schie&#223;en zu m&#252;ssen.</p>
<p>Wie gro&#223; seine Anspannung und Angst sein mussten, als er beschlo&#223;, zu springen, kann man sich nicht vorstellen. Sie fiel auch nie wieder ganz von ihm ab. Im Westen angekommen, f&#252;hlte er sich verfolgt und lebte weiter in Angst vor der Stasi. Er nahm sich 1998 das Leben.</p>
<p>In Berlin kann man heute an der Bernauer Stra&#223;e, Ecke Ruppiner Stra&#223;e ein Denkmal sehen, das an Conrad Schumanns Sprung in die Freiheit erinnert. Peter Leibing klagte gegen die Nutzung seines Bildes als Vorlage f&#252;r das Denkmal und verlor den Prozess. Er starb im November 2008. Hinterlassen hat er eines der bedeutendsten Bilder deutscher Geschichte.</p>
<p><span style="color: #999999; font-size: xx-small;">Quellen:<br />
Koetzle, Hans-Michael: 50 Photo Icons. Die Geschichte hinter den Bildern.<br />
http://www.jf-archiv.de/archiv01/331yy09.htm [Stand: 28. Januar 2012]<br />
http://www.lawmas.de/database/upload/hq/pstock_hqacdd52672f225ec36a0aa2b6e06bf4f1.pdf [Stand: 28. Januar 2012]</span></p>
<p><strong>Update:</strong> Vielen Dank f&#252;r Eure R&#252;ckmeldungen betrefflich der Quelle zur JF. Wir verstehen Eure Einw&#228;nde und werden in Zukunft Quellen dieser Art nicht mehr verwenden. Unsere Motivation, sie zu nutzen war rein inhaltlich und keinesfalls politisch motiviert. Bei diesem Artikel m&#252;ssen wir die Quellennennung bestehen lassen, da die Nicht-Nennung den Gro&#223;teil des Artikels ad absurdum f&#252;hren w&#252;rde. Wir hoffen auf euer Verst&#228;ndnis.</p>
<p><iframe style="border: none; overflow: hidden; width: 450px; height: 35px;" src="//www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fkwerfeldein.de%2Findex.php%2F2012%2F02%2F02%2Fsprung-in-die-freiheit%2F&amp;send=false&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=false&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=35" frameborder="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p></p>
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		<item>
		<title>Poladarium 2013</title>
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		<comments>http://kwerfeldein.de/index.php/2012/02/01/poladarium-2013/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 15:51:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Kemnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktioneller Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[abreißkalender]]></category>
		<category><![CDATA[kalender]]></category>
		<category><![CDATA[Poladarium]]></category>
		<category><![CDATA[Polaroid]]></category>

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		<description>Im Adventskalender haben wir diesen tollen Polaroidkalender f&amp;#252;r 2012 bereits beworben und verlost. Wir sind froh, dass er auch 2013 wieder erscheinen wird. Und Ihr k&amp;#246;nnt dabei sein!&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/02/Poladarium_0_Calendar_.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/02/Poladarium_0_Calendar_-500x514.jpg" alt="" title="Poladarium" width="500" height="514" class="alignnone size-medium wp-image-29842" /></a></p>
<p><strong>Im <a href="http://kwerfeldein.de/index.php/2011/12/08/adventskalender-8-turchen-poladarium/" target="_blank">Adventskalender</a> haben wir diesen tollen <a href="http://www.poladarium.de/" target="_blank">Polaroidkalender</a> f&#252;r 2012 bereits beworben und verlost. Wir sind froh, dass er auch 2013 wieder erscheinen wird. Und Ihr k&#246;nnt dabei sein!</strong></p>
<p><strong>Polawas?</strong><br />
Wer jetzt ein wenig irritiert schaut, dem sei kurz das Konzept erkl&#228;rt: Das Poladarium ist ein Abrei&#223;kalender, wie man ihn aus Omas K&#252;che kennt. Jedoch stehen auf den 365 Bl&#228;ttern keine Rezepte, sondern es gibt jeden Tag ein Polaroid von verschiedenen Fotografen aus der ganzen Welt. Der auf Fotografie spezialisierte Verlag seltmann+s&#246;hne k&#252;mmert sich um den hochwertigen Druck auf Spezialpapier.</p>
<p><strong>Wie k&#246;nnt Ihr mitmachen?</strong><br />
Ihr folgt den Anweisungen auf der <a href="http://poladarium2013.magmabranddesign.de/" target="_blank">Homepage</a> und bewerbt Euch mit Eurem sch&#246;nsten Polaroid. Es muss wohlgemerkt ein echtes Polaroid sein, das mit einer SX-70 or 600er Polaroidkamera aufgenommen wurde. Also bem&#252;ht gar nicht erst Photoshop und Co.</p>
<p><strong>Warum solltet Ihr mitmachen?</strong><br />
Ob man mitmachen m&#246;chte, bleibt nat&#252;rlich jedem selbst &#252;berlassen. Aber wer Polaroids fotografiert, kann sich dem Charme dieser Fotos sicher nicht entziehen. Geld gibt es nicht zu gewinnen und jeder Teilnehmer ist verpflichtet, ein Exemplar des Poladariums zu einem erm&#228;&#223;igten Preis zu kaufen. Aber daf&#252;r ist man Teil eines meiner Meinung nach gro&#223;artigen Projekts. </p>
<p>Und je mehr Polaroid-Fotografen mitmachen, desto vielf&#228;ltiger und spannender wird das Poladarium 2013.</p>
<p><iframe src="//www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fkwerfeldein.de%2Findex.php%2F2012%2F02%2F01%2Fpoladarium-2013%2F&amp;send=false&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=false&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=35" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:35px;" allowTransparency="true"></iframe></p>
<p></p>
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		<item>
		<title>Manipulationsphobie</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/Kwerfeldein-MartinGommel/~3/fohoKGp6z8Q/</link>
		<comments>http://kwerfeldein.de/index.php/2012/02/01/manipulationsphobie/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 07:50:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktioneller Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[bildbearbeitung]]></category>
		<category><![CDATA[dunkelkammer]]></category>
		<category><![CDATA[maßstab]]></category>
		<category><![CDATA[manipulation]]></category>
		<category><![CDATA[meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[regeln]]></category>

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		<description>Mit zugekniffenen Augen habe ich in den letzten Tagen mal genauer hingesehen und siehe da: Es gibt sie noch und zwar gar nicht wenige. Die Rede ist von Fotografen, die die fragw&amp;#252;rdige Theorie verbreiten, Fotografie und Bildbearbeitung w&amp;#228;ren zwei komplett unterschiedliche Paar Stiefel, die &amp;#252;berhaupt nicht zueinander passen. Und: Je mehr ein Foto bearbeitet w&amp;#252;rde, umso schlechter m&amp;#252;sse der Fotograf sein. Denn wenn er fotografieren k&amp;#246;nnte, m&amp;#252;sste er oder sie ja nicht so viel bearbeiten.&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Man muss sich nur bewusst machen: Alles ist erlaubt und jede verr&#252;ckte Idee ist machbar. Vergesst doch einfach mal komplett die ganzen Regeln, die Ihr so lange gelernt habt (nat&#252;rlich sind Bildgestaltungsregeln wichtig, aber es ist noch wichtiger, sie zu hinterfragen und ihnen nicht einfach nur zu folgen) und photoshoppt den Menschen ein drittes Auge rein, wenn es Euch gef&#228;llt und es gut aussieht, … ~ <a href="http://kwerfeldein.de/index.php/2010/04/09/von-kaninchen-schlangen-und-von-kreatititaet-ueber-originalitaet-in-der-photographie/" target="_blank">Sebastian Baumer, 2010</a></p></blockquote>
<p><strong>Mit zugekniffenen Augen habe ich in den letzten Tagen mal genauer hingesehen und siehe da: Es gibt sie noch und zwar gar nicht wenige. Die Rede ist von Fotografen, die die fragw&#252;rdige Theorie verbreiten, Fotografie und Bildbearbeitung w&#228;ren zwei komplett unterschiedliche Paar Stiefel, die &#252;berhaupt nicht zueinander passen. Und: Je mehr ein Foto bearbeitet w&#252;rde, umso schlechter m&#252;sse der Fotograf sein. Denn wenn er fotografieren k&#246;nnte, m&#252;sste er oder sie ja nicht so viel bearbeiten.</strong></p>
<p>Nun, diese These ist nicht besonders steil, sondern eher flach. Weiter ringt sie mir eigentlich nur ein m&#252;des L&#228;cheln ab, denn ich lese gern woanders lustige Aphorismen. Doch heute dachte ich, Martin, verfass doch dazu mal ein paar Zeilen.</p>
<p>Das Problem einer solchen Behauptung ist, dass sie viele kleine und sehr altbackene Pr&#228;missen innehat. Eine davon ist: Nur ein nicht bearbeitetes Bild ist ein gutes Bild. Oder: Ein &#8220;K&#246;nner&#8221; braucht die Bildbearbeitung nicht. Bildbearbeitung ist eine Kr&#252;cke f&#252;r die, die es eben nicht so drauf haben.</p>
<p>Nun, was eine Kr&#252;cke ist und was nicht, steht jedem frei zu definieren. Ich k&#246;nnte ebenfalls krude Parolen verbreiten wie: Echte K&#246;nner brauchen kein Stativ. Oder: Profis machen nur ein Foto und das ist dann perfekt. Oder: Echte Fotografen fotografieren nur mit zusammengekniffenen Arschbacken.</p>
<p>Weiter steckt dahinter eine arrogante Haltung. Leute, die ernsthaft solche S&#228;tze formulieren, gehen davon aus, sie selbst h&#228;tten den wahren Kern der Fotografie verstanden. Und diejenigen, die in Lightroom, Photoshop oder in der Dunkelkammer ihre Bilder <em>manipulieren</em>, w&#228;ren schlicht und ergreifend schlechte Fotografen.</p>
<p><span id="more-28368"></span></p>
<p>Interessant, interessant.</p>
<p>Nun, es steht jedem frei, zu sagen, was er denkt. Das Problem entsteht erst dann, wenn man meint, das eigene Ma&#223; an andere Leute anzulegen. Zu sagen, dass mir ein Bild nicht gef&#228;llt, weil es zu sehr bearbeitet wurde, ist eine Sache. Zu behaupten, Fotografen, die ihre Bilder stark bearbeiten, w&#228;ren per se keine guten Fotografen, ist etwas anderes.</p>
<p>Denjenigen, die Spa&#223; am Prozess der digitalen oder analogen Bildbearbeitung haben, m&#246;chte ich an dieser Stelle sagen: Gut! Weiter so! Habt Spa&#223; an den Dingen, die Euch Freude bereiten. Lasst Euch von schwachen Theorien nicht davon abhalten, in Eure Bilder H&#228;nde, B&#228;ume oder ganze Fu&#223;ballstadien reinzuphotoshoppen. Wenn es Euch Spa&#223; macht, nun, dann soll es so sein. Ich w&#252;sste nicht, was dagegen spricht.</p>
<p>(&#220;brigens: Genauso sinnlos w&#228;re es, umgekehrt zu behaupten, dass Fotografen, die ihre Bilder nicht bearbeiten, per se schlechtere Fotografen sind. Das ist nat&#252;rlich ebenso Quark.)</p>
<p>Es gibt viele Wege, ein Foto zu erstellen, das in Euren Augen &#8220;gut&#8221; ist. Mit und ohne Bildbearbeitung. Wer mit seinen Fotos ohne gr&#246;&#223;erer Photoshopbastelein zufrieden ist, darf sich daran erfreuen. Wer gerne mit irgendeinem Bildbearbeitungsprogramm seine Fotos aufh&#252;bscht und ebenso damit zufrieden ist, auch dem sei seine Freude geg&#246;nnt.</p>
<p>Nat&#252;rlich k&#246;nnte ich an dieser Stelle noch einwenden, dass es leichter ist, ein gutes Bild zu machen, wenn beim Fotografieren schon auf Bildkomposition, Sch&#228;rfe und alle anderen technischen Dinge geachtet wurde. Klar. Jedoch m&#246;chte ich hier niemanden a) belehren und b) bin ich davon &#252;berzeugt, dass diese Weisheit keine Neuigkeit ist.</p>
<p>Au&#223;erdem spielt in diesem Zusammenhang eine gro&#223;e Rolle, f&#252;r <em>wen</em> fotografiert und welches Ziel mit einer Fotografie verfolgt wird. Falls ein Bild eine Auftragsarbeit ist, muss der beautragte Fotograf sich nat&#252;rlich auch nach den W&#252;nschen des Kunden richten. Solange aber jemand nur aus Spa&#223; an der Freude und aus Lust am Bild fotografiert, ist ihm freigestellt, dies zu tun, wie und womit er oder sie das umsetzen m&#246;chte.</p>
<p>Den Schlusspunkt will ich an der Stelle mit Hannes Trapp machen, der schon 2008 <a href="http://kwerfeldein.de/index.php/2008/04/11/das-gute-foto-ein-statement/" target="_blank">hier konstatierte</a>:</p>
<p><em>Ein gutes Foto ist ein gutes Foto. (…)</em></p>
<p>Egal, ob man im Studio penibelst an Licht, Hintergr&#252;nden und dem Styling geschraubt hat und die verschiedenen Posen zur Perfektion getrieben hat – oder einfach auf der Stra&#223;e draufgehalten und den richtigen Moment zum Abdr&#252;cken erwischt hat. Es ist auch egal, ob jemand stundenlang in Photoshop, 10.000 anderen Programmen oder seinem Photolabor an der Einstellung gearbeitet hat und dabei unz&#228;hlige Regler verschoben oder Chemie und Handwerkszeug &#252;berstrapaziert hat.</p>
<p>Im Endeffekt gibt&#8217;s nur eines, was z&#228;hlt: Das Resultat. Wenn jemand draufschaut und der Meinung ist, das sei ein gutes Foto, dann wird er Recht haben. Auch, wenn es Dir gar nicht gef&#228;llt – oder im Gegenteil nur Du das Bild zu m&#246;gen und sonst keiner Deine Meinung zu teilen scheint.</p>
<p><strong>Was Hannes sagt.</strong></p>
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