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	<title>Zoe's journal</title>
	
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	<description>Der Alltag zum Schmunzeln und Seufzen</description>
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			<creativeCommons:license>http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/</creativeCommons:license><image><link>http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/</link><url>http://creativecommons.org/images/public/somerights20.gif</url><title>Some Rights Reserved</title></image><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="self" href="http://feeds.feedburner.com/kernbereich/Iobt" type="application/rss+xml" /><feedburner:emailServiceId>kernbereich/Iobt</feedburner:emailServiceId><feedburner:feedburnerHostname>http://feedburner.google.com</feedburner:feedburnerHostname><feedburner:feedFlare href="http://www.newsgator.com/ngs/subscriber/subext.aspx?url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fkernbereich%2FIobt" src="http://www.newsgator.com/images/ngsub1.gif">Subscribe with NewsGator</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.bloglines.com/sub/http://feeds.feedburner.com/kernbereich/Iobt" src="http://www.bloglines.com/images/sub_modern11.gif">Subscribe with Bloglines</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.netvibes.com/subscribe.php?url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fkernbereich%2FIobt" src="http://www.netvibes.com/img/add2netvibes.gif">Subscribe with Netvibes</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://fusion.google.com/add?feedurl=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fkernbereich%2FIobt" src="http://buttons.googlesyndication.com/fusion/add.gif">Subscribe with Google</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.pageflakes.com/subscribe.aspx?url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fkernbereich%2FIobt" src="http://www.pageflakes.com/ImageFile.ashx?instanceId=Static_4&amp;fileName=ATP_blu_91x17.gif">Subscribe with Pageflakes</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://my.feedlounge.com/external/subscribe?url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fkernbereich%2FIobt" src="http://static.feedlounge.com/buttons/subscribe_0.gif">Subscribe with FeedLounge</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.live.com/?add=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fkernbereich%2FIobt" src="http://tkfiles.storage.msn.com/x1piYkpqHC_35nIp1gLE68-wvzLZO8iXl_JMledmJQXP-XTBOLfmQv4zhj4MhcWEJh_GtoBIiAl1Mjh-ndp9k47If7hTaFno0mxW9_i3p_5qQw">Subscribe with Live.com</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://add.my.yahoo.com/content?lg=de&amp;url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fkernbereich%2FIobt" src="http://us.i1.yimg.com/us.yimg.com/i/de/my/addtomyyahoo4.gif">Subscribe with Mein Yahoo!</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.flurry.com/pushRssFeed.do?r=fb&amp;url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fkernbereich%2FIobt" src="http://www.flurry.com/images/flurry_rss_logo2.gif">Subscribe with Flurry</feedburner:feedFlare><feedburner:browserFriendly>Es freut mich, dass Du meine Artikel abonnieren möchtest - wow!</feedburner:browserFriendly><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com" /><item>
		<title>Der etwas andere Liebesurlaub</title>
		<link>http://kernbereich.com/petra/index.php/2009/10/16/der-etwas-andere-liebesurlaub/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 11:36:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich muss ziemlich bemitleidenswert ausschauen: ungeschminkt, im gestreiften Tchibo-Pyjama auf dem Tripp-Trapp-Sessel, den Blick starr auf den Blutdruckmesser am Handgelenk. Was soll ich sagen. Das ist ein Tick von mir. Naja, ich hab sooft Ohrensausen und dann glaub ich immer, ich kratze gleich ab. Piep-piep. 90 zu 60. Na toll. Und das nach zweineinhalb Liegestütz. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss ziemlich bemitleidenswert ausschauen: ungeschminkt, im gestreiften Tchibo-Pyjama auf dem Tripp-Trapp-Sessel, den Blick starr auf den Blutdruckmesser am Handgelenk. Was soll ich sagen. Das ist ein Tick von mir. Naja, ich hab sooft Ohrensausen und dann glaub ich immer, ich kratze gleich ab. Piep-piep. 90 zu 60. Na toll. Und das nach zweineinhalb Liegestütz. Vielleicht setzt sich mein Liebster deshalb zu mir, schaut mich lange prüfend an und sagt: „Was hältst du davon, wenn wir vier Tage Urlaub machen. Nur wir zwei, nächste Woche. Donnerstag bis Sonntag. Du wolltest mir eh schon immer dieses Dings-dorf in Italien zeigen, wo du früher sooft warst.“<span id="more-55"></span></p>
<p>Ohne die Kids? Nur wir zwei? Was ich davon halte? Sie dürfen raten. Aber erst, wenn Sie wissen, dass mein Liebster und ich seit fünf Jahren nicht mehr alleine weg waren. Auf die Frage warum, sage ich nur: die Zeit-Geld-Babysitter-Achse. Ist dasselbe wie Heilig Abend und Schnee, das klappt auch nie gleichzeitig. Bevor der Blutdruckmesser noch in seiner Box ist, habe ich schon einen kompletten Plan, was ich einpacke (vier Pantys, Erwachsenenspielzeug, eine Sonnenbrille), was wir dort unternehmen werden (nichts! Ha!) und fantasiere von Knutschen am Strand, alternierend Outdoor- und Indoor-Sex und Gnocchi a la Nonna. Vier lange Tage werden wir nichts anders sein als ein Paar, nicht Chauffeur, Ernährungsberaterin, Stylistin oder Lego-Techniker; bloß er und ich. „Freust du dich?“, fragt er. Nein, ich freu mich nicht. Ich flippe aus!</p>
<p>Als wir dort sind, bin ich zuerst mal richtig melancholisch. ‚Oh Mann’, denke ich, ‚hier hat sich aber viel verändert’ und ‚Mist, ich werde alt’. „Aber nein, Schatzi, du bist nicht alt!“ sagt der Liebste und knabbert an meinem Ohr. Was? Denke ich jetzt schon laut? Ich bin alt. Und ich will jetzt nicht herummachen, sondern durch den menschenleeren Ort laufen und historisch wertvolle Plätze abklappern: hier, erkläre ich meinem Hasilein, war anno Schnee die legendäre Wasserbombenschlacht Italien-Österreich, dort hab ich mit Mario in den Dünen geknutscht – hihi, sandige Angelegenheit &#8211; und in dieser Strandbar den Eis-ess-Weltrekord eingestellt, &#8211; ja, mir war schön schlecht. Und vor der Hendlbraterei bin ich leider nicht von Massimo geküsst worden, und vor dem Spielsalon auch nicht, aber auf dem Fitness-Pfad fast. Hach.</p>
<p>Ich dümple in Erinnerungen und merke nicht wie der Liebste immer ruhiger wird. Am Abend sitzt er auf der Terrasse, bläst Rauchkringel in die laue Nacht und macht so gar keine Anstalten, mich leicht bekleidet durch den Bungalow zu jagen. Und das ist&#8230; ok. Ich will jetzt auch grad nicht wollen müssen. Weil ich jetzt erst merke, wie erschöpft ich eigentlich bin, von den Erinnerungen, meinem täglichen Hamsterrad und den riesigen Erwartungen, die ich in den Urlaub mitgeschleppt habe. Zu Hause hab ich mir gedacht, ich hänge den Alltag einfach an den Haken des Bungalow-Zimmers – und tataaa, ab geht die Post. Und nicht damit gerechnet, dass das Zeug an mir klebt wie eine schlechte Gewohnheit.</p>
<p>Vielleicht muss man Entspannung und eine plötzlich kinderlose Zeit mit dem Liebsten üben, wie man eine Fremdsprache übt: mit vielen Wiederholungen. „Genau“, sagt der Liebste, und killt die letzte Gelse des Herbstes, „in ein paar Wochen fahren wir einfach wieder alleine weg.“ Und dann mit leichterem Gepäck.</p>
<p><em>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.wienerin.at');" href="http://www.wienerin.at/" target="_blank">Wienerin</a>.</em></p>
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		<title>Geschüttelt und ge…</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 18:46:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe einen Traum. Ich bin eine Olive. In einem Martiniglas von Daniel Craig. Und der schüttelt mich, bis ich ganz gerührt bin. Leider ist es gar nicht leicht, sich wie eine Olive zu fühlen. Dabei ist mein Outfit schon ziemlich Bondgirl kurz vor dem gekillt werden: halterlose aber-halloo-Strümpfe, ein Victorias Secret-bisdugelähmt-boah-eh-String-Tanga und tödliche Stilettos. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Ich habe einen Traum. Ich bin eine Olive. In einem Martiniglas von Daniel Craig. Und der schüttelt mich, bis ich ganz gerührt bin. Leider ist es gar nicht leicht, sich wie eine Olive zu fühlen. Dabei ist mein Outfit schon ziemlich Bondgirl kurz vor dem gekillt werden: halterlose aber-halloo-Strümpfe, ein Victorias Secret-bisdugelähmt-boah-eh-String-Tanga und tödliche Stilettos. Denn ich habe nicht nur einen Traum, sondern auch einen Plan: ich will meinen Liebsten mit einem Nackt-Sushi-Essen überraschen. Was heißt überraschen. Überfallen. Die Kinnladen sollen ihm runterklappen, wenn er nichtsahnend aufsperrt und ich räkle mich am Tulstasessel, Beine so breit wie eine ostdeutsche Kampfturnerin. Steh nicht an der Tür, komm doch rein, tatam.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Schuld war das Frühstück mit der Family. Da saß er, mein Liebster und löffelte sein Müsli. Ich würde gerne sagen, dass er an einer Feige lutschte. Aber nein, es war profaner Körndlmatsch. Vielleicht war es ja die Art, wie er den Löffel ableckte, oder sein frisch gestutzter Bart, aber vermutlich die Venus-Jupiter-Konjunktion &#8211; plötzlich fühlte ich mich wie am Klo vom Flex. Dort, wo die Zuckerln hinter einer Glaswand stecken, und man aus irgendeinem Grund totalen Heißhunger auf was Süßes hat, aber einfach nicht ran kommt. Och, so gern hätte ich mit ihm! Genau jetzt. Wie am Klo vom Flex eben. Hochfrustriert rief ich meine Freundin Ildiko an und jammerte wie ein altes Fischweib: plärr, zuerst sind die eigenen Eltern die Lustverhinderer, schluchz, dann die eigenen Kinder, am-Stand-durchdreh! Ildiko, smart, sagte nur: Entschuuuldige – inszenierst du halt was! Okay. Think global, be local.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">In der Theorie hört sich eine sexy Inszenierung nach gar keiner Sache an. Ein paar scharfe Teile anziehen, Sushi ordern – stopp, zuerst Sushi ordern, dann scharfe Teile anziehen, Spiegel zum Bett schleppen, alles auffahren, was den Blutdruck heben könnte und zur Abrundung ein bisschen geil herumposieren. Kinder, was ist da schon dabei! Der Teil mit der Bestellung war auch babyleicht. Das Outfit: auch. Obwohl wenig anziehen ganz schön lange dauern kann. Zum Beispiel, weil das erste Paar halterlose Strümpfe wie ein Aufzug an die Knöcheln saust (schaut aber echt trendy aus, wie KL für H&amp;M!) und das einzige Paar ohne Laufmasche bei den Sachen vom letzten Fasching steckt; weil der Punkt „mein Bauch und ich“ ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt: einziehen, rauslassen, einziehen, gut aussehen, ersticken, super!; und weil ich einen Haufen Stilettos besitze, aber irgendwie nie trage und folglich damit gehe wie John Cleese in ministry for silly walks. Dann eben nicht gehen. Zur Not lass ich mich mit einer lasziven Rechtsdrehung wie ein Sack Kartoffeln fallen. Soweit: alles nach Plan.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Aber jetzt, wo alles für den Wow-Effekt fertig ist, sitze ich als Billigsdorfer-Dita-van-Teese im Tulstasessel, bloß die Geilheit von heute früh sitzt nicht neben mir. Dafür ein anderes Hauptwort, das ich gar nicht brauchen kann: der Zweifel. Dass mein Liebster nämlich „Jö, lieb“ sagt, wenn er reinkommt oder „ich check nur schnell meine Emails“, und alles „echt nett“ findet. Wenn das passiert: Omg, wie Oh mein Gott.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Und schließlich geht’s klongklong an der Tür, er steht da, kriegt kugelrunde Augen und sagt gar nichts von alledem, sondern nur: „Hallo Hübsche, das is’ ja der Wahnsinn&#8230;“ Er pfeffert seine Tasche ins Eck, kniet sich zwischen meine Beine und grinst breit: „Die Musik fehlt“, sagt er, und dann bläst er mir den Radetzkymarsch, bis meine Kurven das machen, was sie bei Mathe nie geschafft haben: sie nähern sich der richtigen Lösung asymptotisch an. Omg, seufze ich, wie Orgasmo mui grande.</div>
<p>Ich habe einen Traum. Ich bin eine Olive. In einem Martiniglas von Daniel Craig. Und der schüttelt mich, bis ich ganz gerührt bin. Leider ist es gar nicht leicht, sich wie eine Olive zu fühlen. Dabei ist mein Outfit schon ziemlich Bondgirl kurz vor dem gekillt werden: halterlose aber-halloo-Strümpfe, ein Victorias Secret-bisdugelähmt-boah-eh-String-Tanga und tödliche Stilettos. Denn ich habe nicht nur einen Traum, sondern auch einen Plan: ich will meinen Liebsten mit einem Nackt-Sushi-Essen überraschen. Was heißt überraschen. Überfallen. Die Kinnladen sollen ihm runterklappen, wenn er nichtsahnend aufsperrt und ich räkle mich am Tulstasessel, Beine so breit wie eine ostdeutsche Kampfturnerin. Steh nicht an der Tür, komm doch rein, tatam. <span id="more-48"></span></p>
<p>Schuld war das Frühstück mit der Family. Da saß er, mein Liebster und löffelte sein Müsli. Ich würde gerne sagen, dass er an einer Feige lutschte. Aber nein, es war profaner Körndlmatsch. Vielleicht war es ja die Art, wie er den Löffel ableckte, oder sein frisch gestutzter Bart, aber vermutlich die Venus-Jupiter-Konjunktion &#8211; plötzlich fühlte ich mich wie am Klo vom Flex. Dort, wo die Zuckerln hinter einer Glaswand stecken, und man aus irgendeinem Grund totalen Heißhunger auf was Süßes hat, aber einfach nicht ran kommt. Och, so gern hätte ich mit ihm! Genau jetzt. Wie am Klo vom Flex eben. Hochfrustriert rief ich meine Freundin Ildiko an und jammerte wie ein altes Fischweib: plärr, zuerst sind die eigenen Eltern die Lustverhinderer, schluchz, dann die eigenen Kinder, am-Stand-durchdreh! Ildiko, smart, sagte nur: Entschuuuldige – inszenierst du halt was! Okay. Think global, be local.</p>
<p>In der Theorie hört sich eine sexy Inszenierung nach gar keiner Sache an. Ein paar scharfe Teile anziehen, Sushi ordern – stopp, zuerst Sushi ordern, dann scharfe Teile anziehen, Spiegel zum Bett schleppen, alles auffahren, was den Blutdruck heben könnte und zur Abrundung ein bisschen geil herumposieren. Kinder, was ist da schon dabei! Der Teil mit der Bestellung war auch babyleicht. Das Outfit: auch. Obwohl wenig anziehen ganz schön lange dauern kann. Zum Beispiel, weil das erste Paar halterlose Strümpfe wie ein Aufzug an die Knöcheln saust (schaut aber echt trendy aus, wie KL für H&amp;M!) und das einzige Paar ohne Laufmasche bei den Sachen vom letzten Fasching steckt; weil der Punkt „mein Bauch und ich“ ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt: einziehen, rauslassen, einziehen, gut aussehen, ersticken, super!; und weil ich einen Haufen Stilettos besitze, aber irgendwie nie trage und folglich damit gehe wie John Cleese in ministry for silly walks. Dann eben nicht gehen. Zur Not lass ich mich mit einer lasziven Rechtsdrehung wie ein Sack Kartoffeln fallen. Soweit: alles nach Plan.</p>
<p>Aber jetzt, wo alles für den Wow-Effekt fertig ist, sitze ich als Billigsdorfer-Dita-van-Teese im Tulstasessel, bloß die Geilheit von heute früh sitzt nicht neben mir. Dafür ein anderes Hauptwort, das ich gar nicht brauchen kann: der Zweifel. Dass mein Liebster nämlich „Jö, lieb“ sagt, wenn er reinkommt oder „ich check nur schnell meine Emails“, und alles „echt nett“ findet. Wenn das passiert: Omg, wie Oh mein Gott.</p>
<p>Und schließlich geht’s klongklong an der Tür, er steht da, kriegt kugelrunde Augen und sagt gar nichts von alledem, sondern nur: „Hallo Hübsche, das is’ ja der Wahnsinn&#8230;“ Er pfeffert seine Tasche ins Eck, kniet sich zwischen meine Beine und grinst breit: „Die Musik fehlt“, sagt er, und dann bläst er mir den Radetzkymarsch, bis meine Kurven das machen, was sie bei Mathe nie geschafft haben: sie nähern sich der richtigen Lösung asymptotisch an. Omg, seufze ich, wie Orgasmo mui grande.</p>
<p><em>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.wienerin.at');" href="http://www.wienerin.at/" target="_blank">Wienerin</a>.</em></p>
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		<title>Streiten und S..?</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Mar 2009 09:01:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt viele Sachen, die ich nicht so doll kann. Aber genau drei beherrsche ich wirklich ganz schlecht: Allround-Fernbedienungen, einen Haufen unter 6-jährige bei einer Geburtstagsparty und die Kunst des Streitens. Als die gute Fee ihre holden Gaben über meinem Bettchen ausgestreut hat, war „Kann-total-fair-streiten“ eindeutig nicht dabei. Wie der Ätna mit Stoppel stapfe ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Sachen, die ich nicht so doll kann. Aber genau drei beherrsche ich wirklich ganz schlecht: Allround-Fernbedienungen, einen Haufen unter 6-jährige bei einer Geburtstagsparty und die Kunst des Streitens. Als die gute Fee ihre holden Gaben über meinem Bettchen ausgestreut hat, war „Kann-total-fair-streiten“ eindeutig nicht dabei. Wie der Ätna mit Stoppel stapfe ich im Fall des Streitfalles durch die Wohnung. Sage ich klar, was Sache ist? Nicht ums Verrecken. Ja. Kleinkindniveau. Was weiß ich, warum. Ich schäme mich eh. <span id="more-29"></span>Ein aktuelles Beispiel: Weihnachten. Das ganze Trari-Trara ist meinem Hasi komplett powidl. Darf ja sein. Aber als Patchworkfamilie müssen wir fünf Kids koordinieren, ich mag das nicht allein machen. Der Liebste schaltet auf stur und will noch schnell (schnell, ha!) World of Warcraft spielen, wo, halleluja, endlich die Erweiterung da ist. Und weil mich das enorm ärgert, kann es passieren, dass ich so bescheuerte Sachen sage wie: „Schatzi, auf der hohen Warte haben heute die Seismographen ausgeschlagen!“ „Echt?“ fragt er und schaut interessiert vom Bildschirm hoch. „Ja, weil ich so laut GELACHT hab! Im Radio haben sie nämlich erzählt, dass bei den Nacktmullen die Männchen NON-WORKER heißen!“ „Ist irgendwas?“ „Neeeeein, gar nix!“ „Was sind überhaupt Nacktmulle?“ „Vergiss es, spiel nur weiter!“ Und natürlich spielt er weiter, was soll er auch machen, wenn ich’s ihm schon sage, und ich? Ich werfe mit allen Türen und hab den ph-Wert von Batteriesäure.</p>
<p>Nach einer Stunde Kampfschmollen ist der Liebste endlich bereit die Sache auszudiskutieren – glaube ich, denn er sagt: „Komm schon Süße, wir finden eine Lösung&#8230;“, aber anstatt weiterzureden schiebt er seine Hand in meine Hose, knetet an meiner Pobacke herum &#8211; was ich zugegeben normalerweise überdurchschnittlich angenehm finde &#8211; und will ganz offensichtlich auch andere Regionen erkunden und das bringt mich gleich noch viel mehr auf die Palme. Und deshalb fasse ich ihn am Hemd, um etwas Liebevolles wie „sag mal, spinnst du!“ zu fauchen, aber die Hemd-Knöpfe – keine Qualität mehr heutzutage – springen, plingpling, einfach weg. Und da liegen sie nun mal auf dem Fußboden und wir starren uns an und fallen in der nächsten Sekunde übereinander her, dass es eine helle Freude ist. Der Chor der Engelein da droben wird bis an die güldenen Haarwurzeln knallrot, so wie wir herum toben wie selten zuvor.</p>
<p>Ja, es ist irgendwie anders zwischen uns, keine Ahnung wie, ich mach ja keine wissenschaftliche Untersuchung beim Sex; gut anders jedenfalls. Danach sind wir beide butterweich und mein Liebster bringt die Weihnachtskoordinationssache noch aufs Tapet, während ich seine Brusthaare sortiere. Und wir klären das. Ganz entspannt. Schon komisch. Hätte ich mir nie gedacht, dass das funktioniert. Dass man die Reihenfolge Streiten-Versöhnen-dann Sex auch mal gut durcheinander würfeln kann. Wieso? Hm. Vielleicht, weil da, wo keine Harmonie ist automatisch Entfernung entsteht und aus der Entfernung besehen wird Vertrautes ein bisschen fremd, und das ist spannend und ja, erregend. Beim Krach also ab in die Kiste? Geht wohl nicht immer. Aber ein Versuch lohnt sich.</p>
<p><em>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.wienerin.at');" href="http://www.wienerin.at/" target="_blank">Wienerin</a>.</em></p>
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		<title>Come on Aileen</title>
		<link>http://kernbereich.com/petra/index.php/2009/03/10/come-on-aileen/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2009 15:15:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwann musste mir das ja passieren. Meine Nachbarin Aileen sitzt auf dem Trip-Trap-Sessel in meiner Küche und will wissen, wie viele Kalorien Sperma hat. Weil ich die Sexexpertin bin. Und solche Sachen quasi aus dem Handgelenk schüttle. Pfau. Ich könnt’ plärrn. Weil ich bis vor kurzem alleine in meiner Wohnung war. Alleine! Mein Liebster und  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwann musste mir das ja passieren. Meine Nachbarin Aileen sitzt auf dem Trip-Trap-Sessel in meiner Küche und will wissen, wie viele Kalorien Sperma hat. Weil ich die Sexexpertin bin. Und solche Sachen quasi aus dem Handgelenk schüttle. Pfau. Ich könnt’ plärrn. Weil ich bis vor kurzem alleine in meiner Wohnung war. Alleine! Mein Liebster und  meine Augensterne, von small bis x-large, – alle auf einmal ausgeflogen! Der Serotoninrausch war kaum zu ertragen. Vor lauter Glück rannte ich ein paar Runden, gab Staubteilchen Namen und grölte I will survive. <span id="more-26"></span></p>
<p>Gerade als ich bei der Zeile &#8230;so go now, go!!! war, läutete es. Enter Aileen, exit Alleinsein. „Ich hab vorhin gesehen, dass deine Family abgedampft ist“, sagte sie mit Robbenbaby-Augen, „und ich hab ein mega Problem. Ich weiß, wenn mir wer helfen kann, dann du.“ Ach bitte. Nicht die Nummer. Aber, was soll’s. Nennen Sie mich Florence Nightingale. In fünzig Jahren hab ich sicher wieder mal Zeit für mich. Kein Problem. Komm nur rein.</p>
<p>Worum es geht? Na, um Mikey, ihren Freund. Der eigentlich Franz heißt. Aber erstens heißen nur Kanaillen Franz und zweitens stöhnt es sich „Oooh, Mikey, jaaa, mhh,&#8230;“ irgendwie gschmeidiger, findet Aileen. Aber dazu hat sie kaum noch Gelegenheit. Denn Mikey, der offenbar grundlos mit der Autonummer Mike 69 herumfährt, will nicht so oft wie Aileen will. Und wenn er mal will, dann fällt ihm sein bestes Stück zusammen. Und deshalb ist sie bei mir. Damit ich’s wieder gut mache. Tschuldige &#8211; bin ich Zürich Kosmos, oder was? Es ist noch nicht mal Mittagsjournal-Zeit, aber ohne ein wirklich schickes Getränk steh’ ich das nicht durch. Also Aperol.</p>
<p>„Vielleicht liegt es ja an mir&#8230;“, sagt Aileen nach der zweiten Runde Drinks und zieht ihr T-Shirt wie eine Jalousie nach oben. Kreisch – Titten ohne BH!, das gehört verboten, so perfekt wie die sind. „Schau nur“, sagt sie und ich kann eh nicht anders, „mein Busen ist so klein und ich weiß, dass er auf große Möpse steht, im Grunde bin ich gar nicht sein Typ!“ Come on Aileen! Da sitzt ein perfekter Genpool und mäkelt an sich herum &#8211; ist da zu fassen! Die Frau hat Beine so lang, dass ich drunter durchlaufen kann ohne mich zu bücken, und sogar in dottergelben Kleidern sieht sie nicht wie Calimero sondern rattenscharf aus.</p>
<p>Wäre Aileen nicht so nett, müsste ich ihr was Schlimmes antun. Zum Beispiel die Bürgschaft aufsagen. Einige Aperol später sind wir bei dem, was sie für den Kern des Problems hält. „Es ist sicher meine Schuld, weil, im Grunde hasse ich blasen. Aber die Kerle stehen nun mal drauf, wem erzähl ich das, harhar!“ Jaja, bei meinen ersten tausend war’s jedenfalls so. „Immer krieg ich ein Schamhaar in den Rachen, dann würg ich herum, versuch’s rauszuholen und platsch, ist sein Ding Gummi&#8230; ich kann doch nicht sagen, rasier dir die Eier!“ Meinen Vorschlag: rasier dir die Eier, bitte, übergeht sie. „Sag mal,“ jetzt fängt sie zu kichern an, „wie viele Kalorien hat Sperma eigentlich?“ „Naja, kommt auf die Ladung an,“ sage ich smart, „und wenn du Trennkost machst, ist Eiweiß am Abend natürlich Gift.“</p>
<p>Wir lachen ein paar Runden, ich zeige ihr geile Videos von Blowjobs ohne Schamhaare auf redtube und lösen keines ihrer Probleme. Halt, falsch. Dank Web wissen wir jetzt: ein Schluck Sperma hat fünf Kalorien.</p>
<p><em>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.wienerin.at');" href="http://www.wienerin.at/" target="_blank">Wienerin</a>.</em></p>
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		<title>Smokey Eyes</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Feb 2009 09:39:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schuld ist das neue Jahr. Ich miste mein Schminkzeug aus, wegen Ballast loswerden und so. Eine Prise Feng shui kann ja nicht schaden. Hui, das Kügelchenglitzer-Puder. War so teuer, dass ich es nur zu speziellen Anlässen verwenden wollte. Etwa, wenn mal die Queen vorbeikommen sollte. Jetzt mieft es, und das kann die Queen sicher nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schuld ist das neue Jahr. Ich miste mein Schminkzeug aus, wegen Ballast loswerden und so. Eine Prise Feng shui kann ja nicht schaden. Hui, das Kügelchenglitzer-Puder. War so teuer, dass ich es nur zu speziellen Anlässen verwenden wollte. Etwa, wenn mal die Queen vorbeikommen sollte. Jetzt mieft es, und das kann die Queen sicher nicht leiden. Weg damit. Eine Schande ist das schon, denk ich mir, ich könnte den Life-Ball ausstatten und wann mache ich mal auf große Gala? Nie. Das muss sich ändern. Und zwar genau jetzt. Ich werde mir ein ultra-verführerisches Make-up verpassen, ultra-verführerische Sachen anziehen und meinen Liebsten damit ultra aus dem Schlapfen hauen. <span id="more-23"></span></p>
<p>Was male ich mir? Smokey eyes natürlich, rrrr! Nichts ist sinnlicher, finde ich. Und juhu, in den Bleistiftrock passe ich noch hinein! Und das nach Weihnachten! Was sagt der Spiegel? Heißer Feger, sagt er. Hehe. Die doppelten Gelpolstereinlagen im BH zurecht schieben, die halterlosen Strümpfe in Form zupfen, fertig. Und die neuen Lackpumps! Passen perfekto. Ja, ich fühl mich richtig sexy. Hat zwar saulang gedauert, und nach den Yu-Gi-Oh-Karten am Boden bück ich mich sicher nicht, aber den ganzen Zinnober mache ich ja für den Liebsten.</p>
<p>Als der Liebste mich sieht, kriegt er Glubschaugen wie Peter Lorre in „Eine Stadt sucht einen Mörder“, und ja, die Kinnlade ist weit genug unten. Sehr schön, genauso wollt ich das. Was ich denn vorhabe, will er wissen, ob etwa die Queen zu Besuch käme. Das fände ich nun wirklich blöd, weil ich jetzt kein Kügelchenglitzer-Puder habe. Aber Schatzi, sage ich, ich wollte mich einfach mal aufbrezeln. Für mich, für dich, für uns beide! Der Liebste grinst breit und meint, wenn ich schon wie ein Geschenk ausschaue, müsste er mich ganz schnell auspacken und so bringen wir das Bett ordentlich durcheinander.</p>
<p>Nachher frage ihn, ob es ihn gefreut hat, mein Vamp-Styling. Er meint, ganz toll. Und Dita van Teese wäre das Mädchen mit den Schwefelhölzchen gegen mich. Aber. Mindestens genauso aufregend, nein eigentlich noch viel aufregender fände er mich in Worker-Hose und Tank-Shirt. Ohne Push-up, ach was, am besten ohne BH. Und, wenn ich es genau wissen wollte – und darum möchte ich doch gebeten haben! &#8211; String-Tangas wären schon eine feine Sache, aber längst nicht so toll wie Nickers, weil mein Po darin noch viel süßer wäre. Und High heels, keine Frage, nett, aber nicht so spannend wie flache Biker-Stiefel. Ja, und Smokey Eyes. Wenn er ganz ehrlich sein sollte &#8211; und auch darum möchte ich gebeten haben &#8211; eigentlich eher zum Fürchten. Der Sarg von Tut-ench-Amun würde ihm da spontan einfallen. Naja, jetzt fällt mir die Kinnlade herunter. Heißt das, sage ich leicht säuerlich, deine Komplimente sind gar nicht ehrlich gemeint? Was du schon wieder denkst, sagt der Liebste, natürlich sind sie das, weil: du gefällst dir dann selbst so gut und das finde ich extrem sexy. Hihi. Die uralt Regel: attraktiv bist du, wenn du dich selber wohl fühlst – die stimmt also wirklich, wer hätte das gedacht. Na gut, sage ich, zieh ich halt öfter Workerhosen an, ok? Ach was, lächelt der Liebste, am besten gefällst du mir sowieso ohne was an, und beißt mich so sanft ins Ohr, wie nur er das kann.</p>
<p><em>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.wienerin.at');" href="http://www.wienerin.at/" target="_blank">Wienerin</a>.</em></p>
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		<title>Tibetanisches Wanderpuff</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 11:39:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[„Schatzi“, sagt mein Liebster, „du riechst wie ein tibetanisches Wanderpuff!“ Meine formschönen Ohren haben sich wohl verhört. Woher weiß mein Liebster, wie es in einem tibetanischen Wanderpuff riecht, wo er noch nie in Tibet war? Er schlägt die Bettdecke zurück und erklärt: „Sei mir nicht böse, aber du stinkst.“ Ich bin aber böse. Ich bin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Schatzi“, sagt mein Liebster, „du riechst wie ein tibetanisches Wanderpuff!“ Meine formschönen Ohren haben sich wohl verhört. Woher weiß mein Liebster, wie es in einem tibetanischen Wanderpuff riecht, wo er noch nie in Tibet war? Er schlägt die Bettdecke zurück und erklärt: „Sei mir nicht böse, aber du stinkst.“ Ich bin aber böse. Ich bin eine Vanillestaude und böse. Wie ging noch mal die Adresse für Scheidung per Mausclick? Er schnuppert meinen Duftwölkchen hinterher und niest zweimal. „Sorry“, schüttelt er den Kopf, „dein Parfüm ist nicht zum Aushalten.“ Keine Scheidung. Ich würde gleich die 5-Punkte-Akupressur-Herzexplosionstechnik bei ihm ausprobieren. Schließlich hatte ich die Szene bei Kill Bill, in der Uma ihren Lover so smart zur Strecke bringt, im Standbild genau studiert.<span id="more-19"></span> „Schau nicht so grantig, Zimtkeksi, ich krieg ja Angst, und wenn du mich anspringst“, kichert er, „setzt es die 5-Punkte-Akupressur-Herzexplosionstechnik.“ Mist. Wir hatten das Standbild gemeinsam weitergedrückt.</p>
<p>Dabei hatte der Abend so romantisch begonnen. Drei Kinder waren für ein paar Stunden auf die Großeltern verteilt, das vierte war alt genug um verstoßen zu werden. Essen vom Feinsten, neues Kleid vom Outlet-Center in Parndorf, eine Flasche Chateau-Düdeldi-Quatre-Blabla, dazu Latin Jazz und: mein neues Parfüm, tataa. Ich war so richtig in Schmusestimmung. Weil der Duft einfach rrrrassig, sinnnlich und schwerrrr war, und überhaupt alles mit ganz vielen Buchstaben drin, die man über die Zunge rollen kann. Endlich fühlte ich mich einmal nicht zu klein, zu dick und inkompetent, sondern wie die Liebesgöttin schlechthin. Steh nicht an der Tür, komm doch rein&#8230; ich war zu allem bereit &#8211; bis zu dem Moment, als mein Liebster sich intensiv mit meiner Armbeuge und angrenzenden Körperregionen zu beschäftigen begann und mir erklärte, dass ich nicht gut roch. Jetzt beginnt er auch noch Grimassen zu schneiden!</p>
<p>Ob das Parfüm die Hirnrinde aufweicht? „Du hast so schmieriges Zeug auf deinem Göttinnenkörper.“ erklärte er und gurgelte mit dem letzten Rotwein. Göttinnenkörper. Netter Versuch. Natürlich hatte ich mich mit der passenden Körpercreme gesalbt. Im Doppelpack war das Zeug doch billiger.</p>
<p>„Weißt du, ich mag eigentlich am liebsten, wenn du nach DIR riechst, ganz pur“, sagt er und sieht mich an wie ein Seehundbaby seinen Greenpeace-Retter. Ts! Ich hab schon jahrelang nicht mehr nach mir gerochen. Das letzte Mal bei meiner Mathe-Matura und so wollte ich ganz sicher nicht mehr riechen. Selber schuld, wenn man glaubt, was in der Zeitung steht: dass Männer ganz wild auf diese vanilligen, zimtigen Pheromonbomben sind und zu willenlosen Lustsklaven werden. LÜGE.</p>
<p>Na gut, geh ich eben duschen. Na schlecht, es geht nicht ganz weg. Mit Orgien ist Essig. Aber vielleicht bisschen rummachen? Oder kuscheln? Null, nada, nichts, rien, nisi, nothing. Der dämliche Duft hat alles hin gemacht. Bitte! Irgendein Körperkontakt! Bleibt noch Fußmassage. „&#8230;aber ich zuerst!“ rufen wir gleichzeitig. Gut. Das ist ein Fall für Schere, Stein, Papier. Aber wir können uns nicht einigen. Ob Papier Stein einwickelt oder Stein Papier hält. Zum Glück kommen die Kinder grad nach Hause. Die können wir fragen. Nachdem wir geklärt haben, dass das Christkind im Mai noch nicht kommt. Denn Zimt und Vanillegeruch sind einfach keine Garantie, dass irgendwer kommt.</p>
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		<title>Don’t try this at home</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 15:57:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Carlos ist mein bester Freund. Nicht nur, weil er aussieht wie Steve McQueen, sondern weil er große Dinge gelassen ausspricht. Neulich gab er mir eine DVD mit den Worten: „Schau dir den mal an. Ein Porno. Für Frauen!“ Aha. Wie war das zu verstehen? Eine Stunde Vorspiel und kurz vor dem Orgasmus schreit das Kind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Carlos ist mein bester Freund. Nicht nur, weil er aussieht wie Steve McQueen, sondern weil er große Dinge gelassen ausspricht. Neulich gab er mir eine DVD mit den Worten: „Schau dir den mal an. Ein Porno. Für Frauen!“ Aha. Wie war das zu verstehen? Eine Stunde Vorspiel und kurz vor dem Orgasmus schreit das Kind im Nebenzimmer?  Sofort spürte ich den Actimel-Effekt: meine Abwehrkräfte waren gestärkt. Denn Pornos &#8211; die fand ich einfach zum Speiben langweilig. „Danke, super!“, sagte ich trotzdem, weil ich zu feig war abzulehnen.<span id="more-14"></span> Aber Feigheit, so dachte ich, hat auch sein Gutes, denn ein Frauenporno schreit ja förmlich nach einem Mädelsabend. Und zwar mit meiner Freundin Ildiko. Ich stellte mir ein Event wie in der Celebrationswerbung vor: Ildiko und ich stecken die Köpfe über 50.000 Kalorien zusammen und wenn die Hauptdarstellerin „du schüftiger Hengst“ sagt, kreischen wir wie die Hexen in King Lear. Vielleicht konnten wir von so einem Frauenporno noch was lernen. (Ildiko meinte: na sicher, harhar). Ich hatte ja keine Ahnung, dass mir der Umstand dass ich so ein Weichei bin und nie nein sagen kann, eine recht denkwürdige Erfahrung bescheren würde.</p>
<p>Aufgeregt wie in der ersten Tanzstunde beim Elmayer (nur ohne Wimmerln), warfen wir bei ihr zu Hause den Player an. Beeindruckend schnell machte die Hauptdarstellerin einen eingesprungenen Rittberger ins Bett. Bravo! Wir nickten anerkennend. Dann wurde erwartungsgemäß ordentlich geseufzt und gestöhnt. Und? War ein Porno wie alle anderen. Doch halt! Das musste ein gallischer Porno sein, denn er begann erbittert Widerstand zu leisten, nämlich gegen sämtliche Klischees: ein und dasselbe Pärchen trieb es den ganzen Film hindurch, die Heldin war vorne flach wie die kasachische Steppe, zwischen ihren Beinen wucherte Urwald pur und in den Bumspausen diskutierten die zwei Beziehungsprobleme. Aber anstatt diese bemerkenswerte Entwicklung ausführlich zu besprechen, waren wir Mädels so gut drauf wie Hannes Nedbal bei den Dancing Stars. Gar kein Gekreische wie in der Celebrationswerbung. Ganz still waren wir. Weil: irgendwie war es einfach komisch, mit der besten Freundin zusammen Leute beim Sex zu beobachten. Nicht, dass wir das nicht schon alles gekannt und ausführlich besprochen hätten &#8211; ach Gottchen, von hinten, von vorne, im Laufen, gefesselt,&#8230; jaja – was haben wir daaabei gelacht! Aber das hier? Gewöhnungsbedürftig. Die eindeutige Empfehlung Ihres Apothekers: Don’t try this at home.</p>
<p>Gerade flog der (brünette!) Pagenkopf zwischen den Beinen des Hauptdarstellers rhythmisch vor und zurück. „Stell dir vor, die hätte eine Zahnspange&#8230;“ sagte ich. Und plötzlich war alle Peinlichkeit weggeblasen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ildiko begann zu kichern: „Oder einen Retainer. Schau – na, DABEI bleiben garantiert seine Haare drin hängen. Die Szene wo sie herumwürgt, haben sie hoffentlich rausgeschnitten!“ Bruhaha&#8230; endlich. Und dann ließen wir den Film links liegen und malten uns Hoppalas bei Sex-Filmen aus. „Willst du jetzt mal was richtig Geiles?“, Ildiko sah mich verschwörerisch an, griff unter den Couchtisch und zog eine Packung Snips hervor. Die Frau konnte Gedankenlesen! Wir knurpsten die ganze Packung leer. Natürlich war uns nachher schlecht, aber: so what! Lachen verbraucht ja zum Glück enorm viel Kalorien. Als ich Carlos das nächste Mal traf, fragte er: „Und, Film angeschaut? Habt ihr Spaß gehabt? Geile Sache oder?“ Yesss, my dear, wir hatten Spaß, denn es gibt nur wenige Dinge, die geiler als Snips sind.</p>
<p><em>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin <a href="http://www.wienerin.at" target="_blank">Wienerin</a>.</em></p>
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		<title>Spiele für Fortgeschrittene</title>
		<link>http://kernbereich.com/petra/index.php/2008/02/06/spiele-fur-fortgeschrittene/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Feb 2008 16:44:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Sexspiele sind Spiele für Fortgeschrittene. Die einzigen Regeln: erzähl mir deine geheimsten Wünsche. Lass uns auf den Abgrund zugehen. Und einen Schritt darüber hinaus. Lernen wir fliegen. Oder stürzen wir gemeinsam ab. Das einzige Spiel, bei dem es zwei Sieger gibt – wenn man richtig spielt.
Ganz viel früher war Sex so einfach. Ich Tarzan, du [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sexspiele sind Spiele für Fortgeschrittene. Die einzigen Regeln: erzähl mir deine geheimsten Wünsche. Lass uns auf den Abgrund zugehen. Und einen Schritt darüber hinaus. Lernen wir fliegen. Oder stürzen wir gemeinsam ab. Das einzige Spiel, bei dem es zwei Sieger gibt – wenn man richtig spielt.<br />
Ganz viel früher war Sex so einfach. Ich Tarzan, du Jane hieß es in Prä-Enthaarungszeiten. Jeder wusste, wo die Sache enden würde. Hinter dem nächsten Busch. Der verlor ein paar Blätter, die Beteiligten kein Wort. Zack. Fertig. Gespielt wurde überleben, aber sicher nicht beim Sex.<span id="more-12"></span></p>
<p>Heute haben wir jede Menge Zeit für eine schöne Portion Ekstase. Wie man dahin kommt? Durch ausgiebiges Spielen mit Körperteilen. Dieses ultimative Ja-stöhn-Ja-kreisch-Jaaah!!!, nach dem man sich noch am nächsten Tag wie aus Gummi fühlt &#8211; wann hatten Sie sowas das letzte Mal? Als Sie zwei Magnum Double hintereinander gegessen haben? Auch nicht übel. Aber lupenreines, orgiastisches Auflösen in alle Einzelteilchen, mit Schleifchen und allem drum und dran, das Universum spüren, vom Anfang bis zum Ende, das ist einfach ein Lottogewinn für alle Botenstoffe. Das schlägt selbst ein Magnum Double. Bloß, bei Ekstase steht im Kleingedruckten: Anleitung? Scherzkeks. Finden Sie da mal alleine hin. Na toll. Alles muss man selber machen.</p>
<p>Auf Level 1 denkt man, ganz Sherlock Holmes der schüchternen Frivolitäten: Sex ist ein Spiel, es gibt jede Menge Spielzeug &#8211; warum nicht das eine mit dem anderen kombinieren? Das Paradies ist nur einen Sexshop weit entfernt! Her mit Lack, Leder, Vibratoren und Dildos, mit oder ohne Kerosin-Antrieb. Stange auspacken (welche zuerst, bleibt Ihnen überlassen), loslegen. Ju-hu-hui. Aber Vorsicht, es gibt Werkzeuge, für die sollte man ein gewisses Maß an Schlagfertigkeit mitbringen. Liebeskugeln zum Beispiel. Sie wissen schon. Die Dinger, die man tagsüber im inner sanctum trägt. Abends können sie zwar keine Tasse mehr halten ohne auszuschütten, aber Ihr Spieltrieb erhöht sich um die Zahl-gibt’s-gar-nicht. Wichtig: tragen Sie die bloß nicht im Büro. Die bimmeln nämlich. Kann leicht sein, dass der Chef irritiert fragt, was denn da die ganze Zeit klingelt. Dann müssen Sie cool sein und sagen: „Oje, Tinnitus?“</p>
<p>Aber nachdem Brot und Schoki schon wieder teurer geworden sind, kann man ja nicht ständig im Sexshop einkaufen. Auch die Küche ist, was Spielzeug betrifft, sehr ergiebig: Gabel, Löffel, Fleischklopfer, alles taugt für neue Körpersensationen. Vielleicht fällt Ihnen ja eine Nummer mit dem Kefirbereiter von Tchibo ein. Der gammelt sonst sowieso nur dahin. Der Fantasie, sagen Ratgeber, sind keine Grenzen gesetzt. Vielleicht benennt man sogar ein Sex-Spiel nach Ihnen (oder einen Unfall).</p>
<p>Aber. Jetzt kommt ein großes Aber. Auch mit den neuesten Tools und der geilsten Ausrüstung alleine kommt man nicht auf den Mount Everest. Sex ist ja kein Sport, und es gilt auch nicht der olympische Gedanke: dabei sein ist alles. Wie lautet die gute alte Regel der Spielefirma Atari? A minute to learn and a liftime to master. Die braucht man auch, wenn man das allertollste Sexspiel von allen kennen lernen will. Wirkliche Nähe zulassen. Dem anderen, wenn’s nicht mehr höher hinauf geht, in die Augen schauen. Schon mal versucht? Bis zum letzten Zipfel des Herzens sieht man dann. Dorthin, wo’s ganz schwer vor lauter Angst ist. Weil die dort ein Dauercamp hat, mehr aus Gewohnheit halt. Man kennt das ja. Und die zittert beim Visier hochklappen. Dann kann man gar nicht anders und klappt sein eigenes hoch. Und sieht plötzlich viel mehr. Ach, denkt man, während innen drinnen alles implodiert und neue Galaxien entstehen, die alle wie Sie heißen, das also ist sie, die Ekstase. Schön, dass wir uns kennen lernen!</p>
<p>Wie Musik ist das alles. Wie Jazz. Da werden alte Melodien auch immer neu variiert. Und Improvisation ist sowieso die Regel. Funktioniert aber nur, wenn der eine Spieler den anderen dabei nicht aus dem Blickfeld verliert. So webt man einen Soundteppich, der beide trägt, bis sich alles in Harmonie auflöst. Und dorthin führt, wo das Hohelied der Liebe &#8211; der Smashhit des Alten Testaments &#8211; beginnt: „Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur, und dein Mund ist lieblich. Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel&#8230;.“ Sie sind dran.</p>
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		<title>Der Zauber von Supermärkten</title>
		<link>http://kernbereich.com/petra/index.php/2007/06/22/der-zauber-von-supermarkten/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Jun 2007 14:38:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab einem gewissen Alter verlieren Supermärkte ihren Zauber, irgendwann ist einkaufen nicht mehr das, was es einmal war. Wo sind sie hin, die Zeiten als man sich beim Erwerb einer Leberkässemmel, einem Mars und Latella Mango wie Kolumbus gefühlt hat? Als der Aufdruck AMA-Gütesiegel, Bio und kalorienreduziert keinen Wiedererkennungswert im Sprachschatz hatten? Oh schönes, buntes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ab einem gewissen Alter verlieren Supermärkte ihren Zauber, irgendwann ist einkaufen nicht mehr das, was es einmal war. Wo sind sie hin, die Zeiten als man sich beim Erwerb einer Leberkässemmel, einem Mars und Latella Mango wie Kolumbus gefühlt hat? Als der Aufdruck <em>AMA-Gütesiegel, Bio</em> und <em>kalorienreduziert</em> keinen Wiedererkennungswert im Sprachschatz hatten? Oh schönes, buntes Konsumvergnügen &#8211; vorbei, futsch, perdü. Bei Latella krieg man mittlerweile Magendrücken und Mars macht nur mehr die Waage mobil. Zu Leberkäse fällt einem vernünftigen Menschen sowieso nichts ein. Das ist traurig.<span id="more-11"></span></p>
<p>So schlendert man melancholisch durch die Gänge, fühlt sich wie in einem Kästner-Gedicht, festgeklammert an einen Einkaufswagen, bei dem immer das rechte vordere Rad klemmt und das Quietschen flüstert: <em>die Gänge sind wie Korridore, in denen Türen offenstehen…</em> (Außer Freitag Nachmittag vor einem langen Wochenende, versteht sich).</p>
<p>Und der Wagen zerrt wie ein schlecht erzogener Pitbull immer nach rechts, dabei möchte ich so gern nach links, in die Süßwarenabteilung, nur mal kurz schauen, was die Fieslinge von Lindt wieder Neues auf dem Markt geworfen haben, weil das tun sie mit der Geschwindigkeit eine Ballmaschine in Wimbledon, und tatsächlich – Ha! – ich werde fast ohnmächtig &#8211; Da! &#8211; schon wieder eine neue lockende Verpackung in Zartgrün, die man sicher mitessen kann, eine <em>special edition </em>und nur-kurze-Zeit-zu-haben Pralinen, die so glücklich machen, dass man das Serotonin in Flaschen abfüllen und verkaufen könnte.<br />
Kann etwas, das in Pastellfarben eingewickelt ist, überhaupt Kalorien haben? Was? Nein. Oder? Wär ja total gemein, wenn’s nicht so wär – also her mit den kleinen Café au lait-Pralinchen! Aber genau in diesem magischen Moment stellt sich eine Wasserstoffblonde, die ihre 100 Kilogramm mit einem Jeansmini zusammenhält, neben einen und man nimmt automatisch zu. Danke. Xanadu versinkt. Wart’ ich eben hundert Jahre.<br />
Also Überraschungseier für die Kinder. OH GOTT. Schockschwerenot! Die Überraschungseier sind aus. Das Schicksal meint es aber heute ganz schlecht mit mir und ich beginne mich jetzt schon vor dem Nachhausekommen zu fürchten. Gedankenschwer quietsche ich um die Ecke, nach rechts, natürlich, der blöde Wagen will’s ja nicht anders, zur Bioabteilung. Reiswaffeln. So wie <em>Weiß </em>das neue <em>Schwarz</em> und <em>Vierzig</em> die neuen <em>Dreißig</em> sind Reiswaffeln die neue Lindtschokolade. Gleich zwei Packungen, heute lass ich die Sau raus.</p>
<p>Pfff. Was jetzt? Was sagt meine Liste? Die ist ja immer klüger: Zünder, Zahnstocher, Gummiringerl, Pattafix. Das finde ich nie. Nicht auf Anhieb, so wie die Lindt-Schweinereien, Bic-Rasierer oder Prosecco. Wie bei einer Rätselrallye sprinten mein widerspenstiger Wagen und ich durch die Gänge, umrunden Menschen in indiskutablen Outfits und viel Zeit, tauchen durch bestialische Geruchswolken, die wie ein Echo aus mittelalterlichen Kanälen heraufwabbern und landen stets vor dem Tchibo-Ständer. Fein. Ich werde den Verdacht nicht los, dass ich eine Romanfigur von Douglas Adams bin. Vielleicht der große, grüne Argl-Anfall? Angesichts der Tchibo-Serviettenringe, Tchibo-Funktionsunterwäsche und Tchibo-Infrarotlampen ist das ziemlich wahrscheinlich. Und überhaupt: wieso stellen die keine Zünder, Zahnstocher, Gummiringerl und Pattafix her? Das würde mir das Leben erleichtern. Eine Mittvierzigerin greift nach dem Youghurt-Selbermach-Bereiter-Dings. Ich lächle nachsichtig. Jeder muss mal durch diese Phase seines Lebens.</p>
<p>Warum bin ich eigentlich da? Ah ja, langweilige Lebensmittel kaufen. Mein Blick wandert die Regalreihen entlang: kenn ich schon, schmeckt mir nicht, hätt’ ich gern, darf ich nicht. Und natürlich – natürlich! – fällt mir immer noch nicht ein, was ich heute, morgen und den Rest meiner Tage kochen könnte. Oder <em>sollte.</em> Ich könnte natürlich wieder Tiefkühlpizza und Pommes machen. Anständig ist das nicht. Anständig wäre selbermachen. Naja, zur eisernen Hochzeit eventuell. Besser Hühnchen. Hatten wir aber gestern. Gestern? Was war gestern überhaupt für ein Tag? Was haben wir für ein Jahr? Wer bin ich? Wie heiß’ ich? Wo geh ich hin? Auf jeden Fall nicht zu den Kühlregalen, dort ist mir immer so schrecklich kalt. Fischstäbchen eventuell. Kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Spaghetti. Nicht schon wieder. Sonst kenn ich nichts mehr.</p>
<p>An der Wursttheke schlägt das subjektive Zeitparadoxon zu. Drei Leute stehen vor mir und kaufen für eine Woche im Bunker ein. Ich sage in Gedanken die Bürgschaft und den Monolog aus Heinrich V., den ich extra für solche Gelegenheiten gelernt habe, auf. Der Typ neben mir hat ein Nahtodeserlebnis, der hinter mir ist seinem Geruch nach zu schließen schon einen Schritt weiter. Om-Om-Om. Zwischen Kalbspariser, Spargelschinken und Baguettesalami träume ich vom Dolce vita, behandschuhten Sklaven und homöopathischen Canapés. “AUSS-A-DEM&#8221; bellt die Schneidkraft. “Ein Leben als verzogene Göre und eigener Köchin, Sie Knallkopf&#8221; – sage ich nicht, denn ich bin fertig. Juhu! Auf zur Kassa, dem Elchtest des Einkaufs.</p>
<p>Bloß zwei vor mir. Das ist schlecht. Denn zwei brauchen immer viermal so lange wie acht. Warum, weiß keiner, aber das ist Murphy’s Law. Die Pensionistin vor mir legt Gummringerln, Zünder, Zahnstocher und Pattafix auf das Laufband, ich hasse sie inbrünstig. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich sie nicht vorgelassen, sondern ihr ein Bein gestellt. Jetzt sucht sie auch noch mit zittrigen Fingern nach 1-Cent Münzen, um die Summe von 20 Euro zusammenzubekommen! Gleich wird ihre Geldbörse in Flammen aufgehen, denn ihre Brillengläser sind so dick wie Aschenbecher und die Sonne scheint hindurch. Zisch! – Fehlalarm. Die Kassiererin putzt das Laufband. “Nehmen Sie sich, was sie brauchen…&#8221;, sagt die Pensionistin jetzt zur kühlen Göttin des Strichcodes und hält ihr die Börse hin. Die kann die Münzen nicht nehmen, weil die Fingernägel so lang sind wie bei einer indischen Tempeltänzerin. Wie wär&#8217;s mit den zwei Zehner-Scheinen, meine Gute?</p>
<p>Ich bereite mich inzwischen auf meinen großen Moment vor: High Noon am Laufband. Werde ich wieder schneller mit dem Einräumen sein als die Kassiererin mit dem Nennen der Summe? Mit der Bankomatkarte zwischen den Zähnen werfe ich dem Pudellöckchen am Scanner einen abschätzigen Blick zu. Sie kennt mich schon. Sie weiß, sie hat keine Chance. Armes Ding, sogar Tränen hat sie in den Augen. Aber wahrscheinlich ist sie nur beim Naseputzen abgerutscht. Aber jetzt. Zack, zack, da fliegen die Sachen – Gott, was bin ich wieder in Form -, big city, no limits, uuund Erster! Alles verstaut. Schabadu und schabada! Kartoffeln und Prosecco liegen jetzt zwar auf den Eiern und im Joghurt steckt eine Banane, aber wer gewinnen will, darf nicht pingelig sein. Mein Freund Peter, ein wirklich schlauer Mensch, ist ein Kassa-Flüsterer, er hat mir geraten, die Kassiererin zu trainieren: seine schmeisst die Sachen bereits ins geöffnete Sackerl hinein. Aber wo bleibt da der Spaß?<br />
Ein wirklich arrogantes Lächeln kräuselt meine Lippen. Der Mund des Pudellöckchens ist hingegen schmal wie ein Strich. “…undzwanzig Euro&#8221;, knirscht sie mit zusammengebissenen Zähnen. “Bankomaaat&#8221;, zwitschere ich zuckersüß in Siegerlaune.<br />
Zu Hause beim Ausräumen stoße ich auf die Café au lait-Selection. Wie ist die denn da rein gekommen? Zu spät. Zum Glück.</p>
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		<title>Die Wahrheit über Urlaub mit Kindern</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jun 2007 12:23:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Newsletter-Abos haben Vor- und Nachteile. Der Vorteil: man kriegt Post, wer Post bekommt ist wichtig und kann bei Kollegen-Gesprächen am Kaffeeautomaten auf verdammt smarte Art socialisen. “Mein email-account&#8221;, jammert Kollegin Z., &#8220;ich sag’s euch, der explodiert jeden Tag&#8221;,  Und meiner erst, und meiner erst, schallt es in der Runde wie beim Andachtsjodler am Vierwaldstättersee.
Begleitet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Newsletter-Abos haben Vor- und Nachteile. Der Vorteil: man kriegt Post, wer Post bekommt ist wichtig und kann bei Kollegen-Gesprächen am Kaffeeautomaten auf verdammt smarte Art socialisen. “Mein email-account&#8221;, jammert Kollegin Z., &#8220;ich sag’s euch, der explodiert jeden Tag&#8221;,  <em>Und meiner erst, und meiner erst</em>, schallt es in der Runde wie beim Andachtsjodler am Vierwaldstättersee.<br />
Begleitet von ein paar peppigen 6/8-Bewegungen im Cappuccino rollt man dekorativ mit den Augen und seufzt: “Was soll ich erst sagen Kinder, ich komm’ ja vor lauter Emailchecken gar nicht mehr zum Arbeiten.&#8221; (<em>Und ich erst, und ich erst)</em>.<br />
Das freilich ist eine glatte Lüge. Ich komme deshalb nicht mehr zum Arbeiten, weil ich mich so ärgere.<br />
Und das führt mich zum Nachteil der Newsletter. Die, die mich ärgern, beginnen oft mit einer Frage. Und diese Fragen stellen schlimme Dinge mit mir an. Sie bringen meinen Säure-Basen-Haushalt durcheinander und ich will gar nicht wissen, was ich bei Vollmond alles mache. Das ist für niemanden in meiner Umgebung günstig (zumindest behauptet meine Umgebung das).<span id="more-10"></span><br />
Ein Beispiel: da fragte mich neulich ein Beauty-Newsletter allen Ernstes, ob ich mich auf meinen Sommerurlaub freue.<br />
Urlaub. Freuen. Wenn ich das Wort nur höre, geht es mir wie Robert de Niro in Awakenings &#8211; bevor er aufwachte. Es soll ja tatsächlich Leute geben, die das tun, sich auf ihren Urlaub zu freuen, ich gehöre jedenfalls nicht dazu.<br />
Ganz im Gegenteil, schon der Gedanke an die nahende Reisezeit reizt mich bis aufs Blut. Der Wert eines Ortswechsels wird doch total überschätzt und ist im Grunde völlig antiquiert! Das verstaubte daran ist der Glaube, dass man sich im Zustand des Urlaubens entspannt. Oder Regeneriert. Oder mit der Seele baumeln kann. Ach, nennen Sie es, wie Sie wollen &#8211; und egal wie sie’s nennen, es ist falsch. Ich habe unwiderlegbare Beweise dafür.</p>
<p>Das fängt damit an, dass man Kinder hat. Die kann man für die Zeit des Urlaubs ja nicht irgendwo aussetzen. Könnte man. Sollte man aber nicht. Also müssen sie mit. Auf längeren Fahrten von einem Ort zum anderen wird einem dann schmerzlich bewusst, dass dieselbe Anzahl Personen auf einer Weihnachtsglückwunschkarte romantisch postmodern ist, während sie im Fond eines Wagens versammelt die Sprengkraft einer Wasserstoffbombe besitzt. Da bleibt einem nichts anderes übrig als melancholisch am Knoblauchkranz zu schnuppern, den man gegen den kindlichen Vampir-Tryptichon <em>Sind-wir-schon-da/Ich-muss-aufs-Klo/Kann-ich-ein-Eis</em> – WAS? – <em>haaaben </em>vorsorglich um den Hals geschlungen hat.<br />
Zweiter Punkt: direkt proportional mit der Anzahl der Personen, die das Weite suchen, sucht die Weite auch das Bankkonto heim – wie ein Loch im Flugzeug reisst der Unterdruck auch die letzten verschreckten Cent für die zwei Wochen an einem anderen Ort weg. Flutsch, perdü, da geht der sauer verdiente Mammon  den Bach runter.<br />
Von der Idee, die oberste Etage im Dorchester zu buchen, muss man also ein paar Abstriche machen, nur um festzustellen, dass sich ohne schlechtes Gewissen bloß eine Fusswallfahrt nach Mariazell ausgeht.<br />
Aber weil man kein Selbstmörder ist (zumindest kein schneller), sucht man irgendetwas dazwischen. So ein nettes Dingelchen, man sieht es direkt vor sich, wenig Leute rundherum, billig, komfortabel, &#8211;  hach, frische Luft, abgelegen, ja, aber nah am Meer, profimäßig ausgestattet. Für sechs Leute. Für sechs Leute? Vergessen Sie’s.</p>
<p>Unterm Strich wacht man nach langer Planung, angestrengtem Tüfteln und hoffnungsvoller Suche in einem Etbalissement auf, das keinen Roomservice, aber dafür ein Minimum an elektrischen Geräten zur Selbstversorgung und unterdurchschnittlich wenig Möglichkeiten zur Umverteilung der Personen auf die Räumlichkeiten besitzt – aber leider muss man dasselbe machen wie zu Hause: kochen, waschen und für Unterhaltung sorgen.<br />
Das zumindest gelingt mühelos gleichzeitig, wenn man nur auf zwei Mini-Flammen in einer Puppenküche kochen kann und ein bisschen Öl daneben geht. “Haha, Mama, schau mal, die Stichflamme.&#8221; Mhm. Ist fast so gut wie Youtube.<br />
Und egal, welches Jahrhundert, immer führt David Lynch bei mir Regie und mein Liebster und ich, wir finden uns im nächsten Moment schwer beladen mit Kühltasche, Sonnenschirm und Liegestühlen bei flimmernder Hitze am Strand, eine charmante Referenz an jene Zeit der Phylogenese, als Homo sapiens aufrecht gehen lernte, aber noch zu doof dafür war.<br />
Still reihen wir uns in all die Leute am Strand, die breitbeinig die Hände in die Hüften gestemmt und den Blick in eine unbekannte Ferne richten, um den Nachwuchs in den Piz Buin-Schwaden nicht aus dem Visier zu verlieren.<br />
Hin und wieder löst sich eine dieser Installationen von ihrem Platz, schmeisst die Nerven weg, schreit JONAS?! DAVID?! oder LENA?!, legt S.O.S. aus Seetang in den Sand, bis das vertraute Paar oranger Schwimmflügel doch wieder den Fluten entsteigt, auf einen zukommt und sagt: “Kann ich ein Eis?&#8221; Was denn nun: haben oder sein?<br />
Das fehlende Verb killt die letzten zwei Serotoninmoleküle, super, und in der krachvollen Strandbar denkt sich’s nicht leicht, trotzdem hetzt der originalverpackte Reiseführer, der auch so bleiben wird,  durch’s Hirn und das noch nie getragene Seidenkleid mit dem lüsternen Blumenmuster und dem tiefen Ausschnitt – ein ander Mal, bestimmt.<br />
Freilich ist es toll, dass Kinder neue Freundschaften schließen, bonding mit Straßenkötern und streunenden Katzen betreiben und den Fernseher fast gar nicht vermissen. Und die neue Kamera ist weder in den Sand gefallen noch gestohlen worden.</p>
<p>Das macht das Kraut auch nicht fett.<br />
Denn wie eine Gerölllawine reissen sie die Speiseeis-, Spritzpistolen- und Wasserbombenbestände der Region mit sich und wenn die Geschäfte leergeräumt sind, werden die lieben Kleinen umgehend krank. Und wenn sie wieder gesund sind, beginnt es in Gegenden zu schneien, in denen die Einheimischen nicht einmal ein Wort dafür kennen.<br />
Dann wär ich gern Columbos Frau.<br />
In den fünf Minuten des Urlaubs, die den Namen verdienen, dann, wenn sich laue Nacht über Pinien senkt und ein gelber Mond am Himmel steht, die Kinder im Bett sind und der Liebste verträumt Rauchkringel in die Luft bläst, um die Gelsen zu vertreiben, in jenen fünf Minuten also, in denen man bereit wäre, viel zu vergessen, just dann sagt er: “Warum machen wir das eigentlich?&#8221; Das Universum schweigt. Wie immer, wenn einen etwas wirklich brennend interessiert.</p>
<p>Wieder zu Hause stellt man fest, dass der Name der selbstgewählten Auszeit eine erschreckend sinistre, ja teuflische Richtigkeit hat: man fühlt sich wie ein vertrocknetes Blatt ohne Saft und Kraft. Wie Ur-laub eben.</p>
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