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Janasworld http://www.janasworld.de never change a running system Wed, 30 Sep 2015 12:19:59 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.6.1 7513427 Time to say good bye http://www.janasworld.de/2012/12/23/time-to-say-good-bye/ http://www.janasworld.de/2012/12/23/time-to-say-good-bye/#comments Sun, 23 Dec 2012 13:36:35 +0000 http://www.janasworld.de/?p=17605 Ich habe mal vor ein paar Monaten einen Artikel über das Bloggen geschrieben. Vor allem darüber, keine Angst vor Veränderungen zu haben, nicht stehen zu bleiben und das zu machen was man möchte. Interessanterweise habe ich mich an meine eigenen Wort nicht gehalten und habe erst schleichend gemerkt, das es mir nicht gut geht, das ich unzufrieden bin. Mein Blog und ich haben eine sehr intensive Beziehung geführt. An manchen Tagen habe ich bis zu 5 Artikel geschrieben. Doch irgendwann merkte ich, dass wir uns beide sehr verändert haben. Auch kehrte der Alltag und die Langweile eine, trotz intensiven Nachdenkens und Ausdiskutieren der Möglichkeiten.

So habe ich mit meinem Blog schon vor Monaten viele Zwiegespräche geführt und ich habe beschlossen, dass es Zeit wird, dass wir getrennte Wege gehen. Ohne Streit, ohne die Angst, dass ich einen Fehler mache, ohne Bereuen. Nach wie vor liebe ich das Bloggen und ich möchte es nicht aufgeben. Die Domain janasworld.de wird weiterhin bestehen bleiben, mit ein paar wenigen Artikeln, die mir wichtig waren und immer noch sind. Alle anderen Artikel sind in meine privaten Archive gewandert bzw. werden zur Erinnerung an eine schöne und manchmal auch sehr schwere Zeit als Buch gedruckt. Vielleicht wird Janasworld eines Tages wieder Auferstehen, man weiß ja nie, wie das Leben so spielt.

An dieser Stelle möchte ich mich bei all meinen Lesern bedanken. Vor allem bei denjenigen, die hier immer kommentiert haben, an die, die ich persönlich kennen lernen durfte. Wir lesen uns bestimmt an anderer Stelle wieder. Wer an meinen fotografischen Themen interessiert war und ist, den lade ich auf meine neue Seite ein. Wer mich als Fotografin buchen möchte, kann dies unter http://janamaenz.photography tun. Und wer mit mir gerne persönlich verbunden bleiben möchte, kann mich unter Facebook kontaktieren.

Vielleicht liegt es an der dunklen Winterzeit, dass so ein Abschied für mich sehr sentimental ist. Ich habe in den 5 Jahren soviel gelernt, soviel gemacht. Der Blog ist so alt wie mein Sohn, der schon im Frühjahr 5 Jahre alt wird. Fast 18.000 Kommentare und 2470 Artikel wurden geschrieben. Ein Lebensabschnitt geht zu Ende. Aber ich freue mich auch auf was Neues, auf neue Erfahrungen, auf neue Menschen, die mich ein Stück meines Lebens begleiten werden.

Jana

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Traumberuf: Erotik-Autorin http://www.janasworld.de/2012/10/30/traumberuf-erotik-autorin/ http://www.janasworld.de/2012/10/30/traumberuf-erotik-autorin/#comments Tue, 30 Oct 2012 18:34:06 +0000 http://www.janasworld.de/?p=17509 carmen_schnitzer_autorin

Vor ein paar Monaten habe ich auf der Suche nach neuem Lesefutter die Buchplattform „LovelyBooks“ für mich entdeckt. Auch wenn dort zu meinem Missfallen überwiegend Bücher aus den aktuellen Buchlisten diskutiert werden (mittlerweile weiß ich auch warum, aber das ist ein anderes Kapitel), findet man im Gegensatz zum großen A immer wieder kleine Buchperlen von jungen und unbekannten Autoren.

Und so entdeckte ich in einer der vielen Listen den Debütroman „Die andere Haut“ von Carmen Schnitzer. Obwohl mich der Klappentext nicht wirklich überzeugte, kaufte ich es mir als e-Book, da mich die Rezensionen authentisch positiv überzeugten.

Klappentext: Ricardo war eine Urlaubsliebe. Intensiv, leidenschaftlich, aber flüchtig. Nichts, was eine erwachsene Frau ernst nehmen sollte, erst recht nicht mehr Jahre später, wenn sie kurz vor der Hochzeit mit einem anderen steht. Lara weiß das nur zu gut. Und doch sitzt sie nun im Flugzeug, um einige Wochen im Land des Südamerikaners zu verbringen und – vielleicht? – an etwas anzuknüpfen, für das ihr einst der Mut fehlte. Wartet am anderen Ende der Welt ihr eigentliches Glück? Ist David, ihr Zukünftiger, wirklich der, den sie will, oder ist er nur die bequemere Wahl? Erinnert sich Ricardo überhaupt an sie, war da echtes Gefühl, oder benutzt sie ihn nur als Projektionsfläche einer diffusen Sehnsucht?
Der liebeskranke Schwede Jan, der ihr gleich nach der Ankunft in die Arme stolpert, ist nur einer von mehreren Menschen, die Lara im Laufe ihrer Reise – direkt oder indirekt – Antworten geben …

An dieser Stelle muss ich kurz vom Thema abschweifen, nämlich dass der Reader für mich die Entdeckung des Jahres 2012 war. Soviel wie in diesem Jahr habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Es ist einfach zu schön, Sonntagabend spontan sich ein Buch zu kaufen, wenn die abendliche Facebook-Timeline oder das Fernsehprogramm tödliche Langeweile ausstrahlen.

Jedenfalls kaufte ich mir das Buch, welches mich vom Titel sehr an „Salz an unserer Haut“ erinnerte. Von diesem Buch war ich schon als Teenagerin begeistert, auch wenn ich die literarische Messlatte nicht an den Debütroman von Carmen angelegt habe. Um die Spannung nicht noch mehr zu strapazieren: Das Buch von Carmen Schnitzer hat mich auf Anhieb überzeugt. Die Sprache, die Geschichte – eine wunderbare Mischung aus Leidenschaft, Liebe, Erotik und der Sehnsucht, die Liebe des Lebens nicht zu verpassen.

„In dem Moment, in dem sich in die Lust die Liebe mischt und das Vergessen, steht die Zeit still, Körper und Seele sind eins. Dabei muss die Liebe keinen Bestand haben über die Zeit des Aktes hinaus. Ist Unendlichkeit ein Maßstab? Für Intensität und Glück?“ (S. 47)

Das Buch ließ mir gedanklich ein paar Tage lang keine Ruhe, es gab soviel kleine Details, mit denen ich mich identifizieren konnte. Es gab einen letzten Satz in ihrer Danksagung, über den ich stolperte und der mir das Gefühl gab, dass in diesem Roman viel mehr Autobiografie und weniger Fiktion steckt. So ergab es sich, dass ich im Internet auf die Suche nach Carmen Schnitzer ging. Bei Facebook fand ich sie sofort und ich schrieb an ihre Fanpage , dass mich ihr Buch begeistert hat. Inhaltlich gesehen ist es kein Buch für Teenager ist, sondern eher etwas reifere Frauen (ok, an dieser Stelle bin ich das vom Alter, aber in meinen Gedanken bin ich dort noch nicht angekommen *lach*). Trotz der fiktiven Geschichte muss man sich als Leser selbst unbequemen Fragen stellen – und das ist für mich der Schlüssel zum Erfolg des Buches – es weicht vom belanglosen Mainstream der gemachten Bestseller ab und erreicht in wenigen Sätzen eine Tiefe, die ich vielerorts vermisse. Um so wertvoller ist die Erfahrung, dass hinter diesem Buch eine ebenso interessante Persönlichkeit steckt, die als Autorin ganz nah bei ihren Lesern ist und ich eine sehr nette und spannende Unterhaltung mit ihr führen durfte. Ich möchte dies meinen Lesern nicht vorenthalten und ich bat Carmen um ein Interview für meine Reihe „Traumberuf“ – Autorinnen im Gespräch.

Liebe Carmen,
ich freue mich, heute mit dir dieses Interview führen zu dürfen. Stell dich doch bitte meine Lesern kurz vor.

Carmen: Ich bin ein 36-jähriger Mensch, der sehr gerne lebt und recht anfällig für sinnliche Genüsse ist. Mein auffallendster Charakterzug ist vermutlich meine Offenheit. Liebe, Freiheit, Sprache und Sex zählen zu meinen wichtigsten „Lebens-Themen“, Respekt und Dankbarkeit zu meinen zentralen Werten.

Jana: „Die andere Haut“ ist dein Debütroman. Was hat dich dafür inspiriert? Gibt es eine persönliche Geschichte, die diesem Roman die Grundlage gegeben hat? Bzw. was inspiriert dich zum Schreiben?

Carmen: Was genau mich grundsätzlich inspiriert, ist schwer zu sagen – mal ist es ein Kinofilm, mal eine Stimmung, mal die Locke einer Kollegin … Letztlich sammle ich mit der Zeit einige Wort- und Satz-„Puzzlestücke“ an, die mir wertvoll scheinen, und versuche dann, die in einen Kontext zu bringen. Oft mischt sich dabei selbst Erlebtes bzw. selbst Gespürtes und Erfundenes.

So ist es auch im Fall von „Die andere Haut“. Besonders bei den Rückblende-Kapiteln hat vieles genau so stattgefunden, wobei „genau so“ natürlich mit Vorsicht zu genießen ist, da Erinnerung ja verfälscht. Aber was bedeutet schon Wahrheit …
Vieles im Roman basiert jedenfalls auf zwei für mich wichtigen Reisen – vier Wochen Ecuador 1999 und drei Monate Ecuador/Peru im Jahr 2001.
„Ricardo“ hat ein reales Vorbild, Lara ist mir selbst sicher sehr ähnlich, der Rest der Figuren ist erfunden bzw. aus verschiedenen Personen zusammengesetzt.
David etwa ist charakterlich anders als mein Ex-Freund, das gemeinsame, tagelange Herumphilosophieren, Wein trinken und Gedichte schreiben gab es aber. Vierblättrige Kleeblätter in einer Wiese auf Anhieb zu entdecken, ist dagegen eine reale Eigenschaft meiner ehemaligen Nachbarin – ein Können, das ich ihm kurzerhand angedichtet habe.

Jana: Wie lange hast du daran gearbeitet und wie hast du dir als Jungautorin Rat und Feedback vor der Veröffentlichung geholt? Was haben deine Familie/Freunde gesagt?

Carmen: Ich schreibe, seit ich denken kann, habe viele Romanfragmente in der Schublade. 2004/05 z. B. war ich lange arbeitslos. Damals habe ich begonnen, an „Die andere Haut“ (Arbeitstitel damals: „Café con leche“) zu arbeiten, jedoch wieder aufgehört.
Als mein Verleger auf mich zukam, habe ich diese rund 50 Seiten wieder hervorgeholt, vieles gestrichen, einiges verändert und die Geschichte letztlich zu Ende geschrieben. Es musste alles recht schnell gehen. Ca. zwei Monate lang habe ich neben der Arbeit daran geschrieben, für den Endspurt dann drei Wochen Urlaub genommen.
Da meine Wohnung eher zum Rumlungern als zum disziplinierten Arbeiten einlädt, bin ich meinen Chefs sehr dankbar, dass sie mich in dieser Zeit nachts in unserem Büro schreiben ließen. Ich bin abends gekommen, meine Kollegen gegangen waren und habe bis zum Morgengrauen getippt.
Viel Zeit zum Feedback-Einholen gab es nicht, allerdings habe ich glücklicherweise eine schlaue Lektorin im Freundeskreis, Leonie Adam, die das Manuskript gelesen und wertvolle Anregungen gegeben hat.

Meine Familie und Freunde wussten, dass die Veröffentlichung eines Romans mein Lebenstraum war, daher haben sich alle riesig mit mir gefreut. Die meisten kannten bereits meine Kurzgeschichten und hatten mich immer bestärkt und ermutigt, „dranzubleiben“.

Dass es sich um einen erotischen Roman handelt, macht es vor allem im Familienkreis für beide Seiten sicher nicht ganz einfach, doch ich bin in einem recht liberalen Umfeld aufgewachsen und zudem als Mensch sowieso in weiten Teilen ein „offenes Buch“. Von daher war schließlich niemand geschockt von dem, was er zu lesen bekam. „Die andere Haut“ ist ja auch, bei aller Erotik, kein Porno. Der Fokus liegt eher auf der Gefühlsebene, wobei es das vielleicht sogar intimer macht. Allgemeiner Tenor meiner Lieben jedenfalls: Man spürt meine Persönlichkeit wohl sehr heraus aus den Zeilen. Damit kann ich gut leben.

Jana: Dein Roman wird von einem Verlag verlegt, der mir bis zu deinem Roman gar nichts sagte. Wie hast du ihn gefunden oder er dich? Was hast du aus der Zusammenarbeit bzw. dem Lektorat mitgenommen und was würdest du bei einem neuen Roman anders machen?

Carmen: Der Verlag ist sehr klein. Ich habe den Verleger Thomas Stolze über meinen Beruf als Redakteurin kennengelernt, da einer seiner Autoren der Musiker Markus Grimm ist, ein ehemaliger Castingshow-Star.
Wenn ich auf dem Blog meines ehemaligen Kollegen Sebastian Herold eine neue Geschichte veröffentlichte  und den Link dazu auf Facebook postete, rechnete ich damit, dass diesen eine Handvoll Freunde anklicken. Doch dann schrieb mir Thomas Stolze, dass ihm mein Stil gefalle und ob ich denn „so etwas auch in lang“ könne. Damit nahm alles seinen Lauf …

Solch ein kleiner Verlag hat Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen zählt z.B., dass nicht gefühlte tausend Leute mitreden und dafür sorgen, dass der Autor am Schluss sein eigenes Werk nicht mehr wiedererkennt. So etwas kommt wohl in größeren Verlagen gar nicht so selten vor. Bei hansanord war ich sehr frei. Mein Vorschlag etwa, das Coverbild selbst zu malen, wurde gleich begrüßt, was mich sehr gefreut hat.

Ein klarer Nachteil ist natürlich, dass ein kleiner Verlag es sehr schwer hat, seine Produkte in die Buchhandlungen und die Presse zu bekommen. Umso schöner, dass du trotzdem auf mich aufmerksam geworden bist.

Mein Verleger hat in der Vergangenheit schon heftige Kämpfe zwischen Autor und Lektor mitbekommen und daher bei mir auf ein Lektorat verzichtet. [Jana: An dieser Stelle bin ich beeindruckt, das hätte ich nie erwartet bzw. es ist so gut, das man das nicht merkt.]  Einerseits finde ich es toll, dass mein Text nun so „unverfälscht“ gedruckt wurde, andererseits entdecke ich bisweilen noch kleinere stilistische Fehler, die womöglich nicht hätten sein müssen.
Worauf ich wohl beim nächsten Mal bestehen würde, ist zumindest ein Korrektorat. Meine Rechtschreibung ist zwar sehr gut, aber beim Lesen des eigenen Textes übersieht man doch schneller mal was als bei fremden Werken, und die Fehler, die noch im Buch stehen, ärgern mich ein bisschen.

Jana: Wer sind deine literarischen Vorbilder? Was könntest du meinen Lesern empfehlen.
Carmen: Literarische Vorbilder zu haben, würde mich eher bremsen als inspirieren, glaube ich. Ein Autor sollte seine eigene Stimme finden.
Natürlich gibt es aber Werke, die ich sehr mag, z. B. „Gilles Frau“ von Madeleine Bourdouxhe, „Jules und Jim“ von Henri-Pierre Roché und „Kokain“ von Pitigrilli. Großartig sind auch die Gedichte von Erich Kästner! Eins meiner liebsten: „Sachliche Romanze“. Das geht mir sehr nah, da ich Ähnliches erlebt habe. Oft einem ähnlichen Blickwinkel auf meine Gefühle folge, wie er in dem Gedicht zum Ausdruck bringt.

In vielen Lebensbereichen habe ich einen Hang zu Opulenz, lebe etwa in einer bunt-verspielten Chaos-Wohnung, in Sachen Sprache aber bin ich meist eine Freundin von Klarheit und Reduktion. Schafft es jemand, ohne viel „Firlefanz“ mit wenigen Worten Großes auszudrücken, bin ich beeindruckt. In meinen eigenen Texten neige ich wohl daher auch eher zum Weglassen als zum Ausschmücken. Dem Leser darf ruhig Raum gelassen werden für eigene Gedanken.

Jana: Du beschreibst in deinem Buch sehr sinnliche Sexszenen. Du geizt nicht mit ausführlichen Beschreibungen, ohne dass es pornografisch langweilig wird. Das ist m. E. eine Gratwanderung, die schnell kippen kann. Was ist dein Erfolgsrezept für erotische Passagen? Was hältst du persönlich von den modernen Erotik-Romanen, die zurzeit die Buchcharts stürmen?

Carmen: Du meinst, ob ich z. B. „Shades of Grey“ gelesen habe? Den ersten Band, ja, und dabei wird es wohl bleiben [Jana: Ja tue dir den gefallen, ab 2 geht es steil bergab sodass ich mir den 3. Teil nicht antun werde.]. Er las sich sehr leicht und durchaus unterhaltsam, allerdings fand ich die ewigen Wiederholungen schon sehr nervtötend. Da grinst Mister Grey zum x-ten Mal „wölfisch“, während Ana errötend an ihrer Unterlippe knabbert und später ständig über ihr „postkoital zerzaustes Haar“ philosophiert … Zudem ist ein kontrollsüchtiger, stalkender „Beschützer“ wie Christian Grey ein Typ Mann, zu dem ich mich absolut nicht erotisch hingezogen fühle, im Gegenteil.
Skandalös ist der Inhalt in meinen Augen überhaupt nicht. Da wurde schon vor Jahrhunderten Deftigeres geschrieben. Was den „Shades“-Hype ausgelöst hat, kann ich mir nicht recht erklären. Vielleicht, dass die Verfasserin – Überraschung! – einfach eine liebenswürdige „Mommy“ ist.

Die Bücher von Charlotte Roche habe ich bislang noch nicht gelesen, werde es aber früher oder später wohl noch tun, da ich sie als Person durchaus schätze und z. B. ein großer Fan der TV-Show „Roche und Böhmermann“ bin.

Von diesen Bestsellern der neueren Zeit mal abgesehen – ich mag erotische Literatur, habe besonders in jungen Jahren, so zwischen 15 und 25, viel Anaïs Nin, Henry Miller, D.H. Lawrence, Marguerite Duras, Benoîte Groult, Charles Bukowski etc. gelesen. Auch „Venus im Pelz“ von Sacher-Masoch und die Hälfte von de Sades „Justine“, wobei letzteres in meinen Augen wenig mit Erotik zu tun hat.
Die letzten erotisch gefärbten Bücher, die den Weg zu mir fanden, waren z. B. „Gefährliche Geliebte“ von Haruki Murakami, „Der kleine Wilde“ von Alexandre Jardin und – ganz anders – „Emmas Glück“ von Claudia Schreiber.

Wohl wahr, es ist eine Gratwanderung, über Sex zu schreiben. Überall lauern „Fallen“, schnell wird es zu kitschig, zu klinisch, zu ordinär, zu albern … Und dann gibt es so viele Wörter, die ich schon vom Lautmalerischen her nicht hübsch finde. „Brustwarzen“ etwa, das klingt doch … Na ja.
Dennoch kann ich es nicht lassen, weil mich das Thema zu sehr fasziniert. Wo sonst verschmilzt Banales und „Göttliches“ auf so wunderbare Weise?
Dass es mir in den Augen einiger Leser gelungen ist, auf besagtem Grat zu wandern ohne abzustürzen, freut mich natürlich sehr. Was aber mein Erfolgsrezept ist? Keine Ahnung. Es hilft sicher, dass mein Verhältnis zur Sexualität recht unverkrampft ist. Ich schreibe vielleicht erst mal, wie ich Sex auch habe – intuitiv und weitgehend angstfrei. Dann aber bearbeite ich den Text, überlege manchmal länger, ob ein „und“ oder ein Komma der Sprachmelodie und dem -rhythmus besser tun. Ich mag Sex und Sprache einfach sehr, vielleicht ist das das ganze „Geheimnis“.

Jana: Hauptberuflich arbeitest du als Redakteurin für die Teenagerzeitung hey!. Du führst Interviews mit Stars und Sternchen und – ich nenne es mal so – du bist eine Art Frau Doktor Sommer und beantwortest viele Leserbriefe. In deiner Freizeit schreibst und malst du. Wie vereinbarst du beide Welten?

Carmen: Ich liebe das Alleinsein, mag aber auch Menschen sehr und bin neugierig auf verschiedene Charaktere, Schicksale und Ansichten. Ob Obdachloser oder Superstar, Teenie oder Großmutter – jeder verdient ein Grundmaß an Respekt, und wenn sich die Gelegenheit ergibt, rede ich mit so ziemlich jedem.
Ich wollte immer über Menschen schreiben und damit andere erreichen. Da ist die Parallele zwischen der Romanautorin und der Teeniezeitschriften-Redakteurin. Dass ich im Star-Bereich gelandet bin, ist Zufall. Natürlich ist es spannend, hinter die Kulissen zu gucken und Begegnungen zu haben, von denen Millionen Kids träumen, aber letztlich ist es mir egal, ob ein Mensch prominent ist oder nicht. Hauptsache, er ist freundlich und interessant, dann schreibe ich auch gern über ihn.
Das Malen dagegen ist schlicht ein Hobby, wie Schwimmen oder Reisen. Mein Opa war Maler und Bildhauer, meine Mama ist Malerin, da lag es nahe, dass ich früher oder später auch zum Pinsel gegriffen habe. Ich bin auf dem Gebiet sicher nicht ganz unbegabt, sehe aber klar meine Grenzen. Während ich glaube, beim Schreiben noch Entwicklungspotenzial zu haben, bleibe ich beim Malen auf einem Level, das okay und vorzeigbar ist, aber nicht viel mehr. Vielleicht fehlt es mir in dem Bereich auch einfach an der Leidenschaft, die ich ins Schreiben stecke.

Jana: Zum Abschluss, möchte ich dir ein paar letzte Fragen stellen:
Meine Reihe heißt „Traumberuf”. Du arbeitest nicht Vollzeit als freiberufliche Autorin. Davon zu leben, sprich Miete, Krankenkasse und Co bezahlen zu können, mit dem was man gerne tut und liebt, ist ein großer Traum vieler Menschen. Ist das auch dein Traum? Was hält dich bisher davon ab? Was würdest du jungen Menschen empfehlen, die Schriftsteller werden möchten? Und inwieweit spielt das soziale Netz für dein Marketing als Autorin eine Rolle?

Carmen: Vom Romaneschreiben (plus Lesungen) leben zu können, ist definitiv ein großer Traum von mir, aber das ist leider ziemlich utopisch. Ähnlich wie in anderen künstlerischen Berufen (z.B. bei Schauspielern) liegt der Anteil der Autoren, denen das glückt, im unteren einstelligen Prozentbereich. Und davon leben nicht wenige am Rand des Existenzminimums.
Ich bin ganz glücklich, dass mein Brotjob nicht völlig artfremd ist und ich nette Kollegen habe. Auch das ist schließlich alles andere als selbstverständlich.

Jungen Menschen würde ich daher raten, sich auf jeden Fall ein sicheres berufliches Standbein als Basis zu schaffen. Was das Schreiben an sich angeht: Machen, machen, machen! Schreiben ist zum Teil Inspiration, zum großen Teil aber auch Arbeit, wenn man nicht gerade als Genie auf die Welt gekommen ist. Genau beobachten, sich Notizen machen, auch mal „für die Tonne“, halte ich für unabdingbar. Viel lesen sowieso.
Ich könnte mir zudem vorstellen, dass das Erlernen von Fremdsprachen ein Vorteil ist, um das Gefühl für die eigene Sprache zu schärfen und die Welt auch mal aus anderen Blickwinkeln zu sehen. Im Türkischen sagt man z. B. nicht „Ich habe Geld.“, sondern „Mein Geld gibt es.“ Es sind kleine Nuancen, die manchmal den Unterschied ausmachen.

Ohne mein soziales Netz wäre mein Buch gar nicht erschienen (s.o.) und auch für das Marketing ist es sicher sehr wichtig. Gerade weil man wegen des kleinen Verlags selten in Buchläden oder der Presse über „Die andere Haut“ stolpert, ist Mund-zu-Mund-Propaganda das A und O.

Jana: Liebe Carmen, ich bedanke mich ganz herzlich, das du dir für dieses Interview Zeit genommen hast. Ich hoffe natürlich, das es nicht bei diesem einen Buch bleibt und du noch weitere Romane schreibst.

Wer hat es bis hier her gelesen?

Wer das Buch „Die andere Haut“ von Carmen auch mal lesen möchte, hat jetzt die Chance ein handsigniertes Exemplar von der Autorin persönlich zu gewinnen.

Was musst du dafür tun?

Schreib einfach hier in einem Kommentar eine Frage für Carmen, die du ihr nach diesem Interview unbedingt stellen musst. Aus allen eingereichten und beantworteten Fragen wird der Gewinner gezogen.

Ich bin gespannt, was ihr Carmen fragen wollt. Heute in einer Woche (6.11.2012) ziehen wir den Gewinner oder die Gewinnerin :-)

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Interview: „Heute Pinguinwetter“ – Traumberuf Romanautorin http://www.janasworld.de/2012/09/12/interview-heute-pinguinwetter-traumberuf-romanautorin/ http://www.janasworld.de/2012/09/12/interview-heute-pinguinwetter-traumberuf-romanautorin/#comments Wed, 12 Sep 2012 09:33:54 +0000 http://www.janasworld.de/?p=17250

Liebe Britta,
wir sind schon eine ganze Weile über Facebook verbunden. Doch erst ein interessantes Interview das in der Welt veröffentlicht wurde und mir zeigte dass es einige berufliche Parallelen zwischen uns gibt, dachte ich, dass du die perfekte Kandidatin für meine Rubrik “Traumberuf” bist. Nach einem ¾ Jahr Pause nun mal wieder ein spannendes Literatur-Interview.

Jana: Stell dich doch bitte meinen Lesern kurz vor.
Britta: Ich bin 33 Jahre alt (ich behaupte, da stimmt was nicht, gestern war ich noch 21!), habe Linguistik, Psychologie und Pädagogik in Bonn studiert und arbeitete danach fast sieben Jahre als Personalerin in mehreren großen Firmen in Bonn. Als ich nach der Kündigung vor 3 Jahren nicht traurig war, entschloss ich mich, das zu tun, was ich schon immer tun wollte: schreiben. Und das tat ich dann auch.

Jana: Mit deinem Erstlingswert “Pinguinwetter” hast du die Buchcharts gestürmt und auf der Thalia Seite steht dein Buch in ein und derselben Reihe mit dem “The Book”, wie es im anglizistischen Sprachraum flüsternd genannt wird. Wie fühlt sich das an?
Britta: Das fühlt sich toll an, auch ein bisschen surreal manchmal. Ich muss mich oft selbst daran erinnern, dass es endlich soweit ist und das Warten ein Ende hat.

Jana: In dem Interview erzählst du, das du schon an neuen Projekten arbeitest. Wie sieht eigentlich dein Arbeitstag aus. Wie und wann schreibst? Was machst du, wenn du ein Schreibtief hast und dir nichts einfällt?
Britta: ein geplanter Tag sieht so aus: Ich stehe auf, trinke einen Kaffee, setze mich an den Schreibtisch, checke und beantworte Mails, schreibe dann 5-10 Seiten je nach Tagesform, führe Telefonate mit Agentin und Lektorin, und verbringe dann den Abend mit Freunden in der Sonne oder im Kino. In Wirklichkeit stehe ich auf, stoße mir den Kopf, verbringe den Tag in der Notaufnahme, habe wirklich witzige Ideen während ich im Behandlungszimmer liege, die ich schlagartig vergesse, wenn ich eine Spritze sehe, finde mein Auto nicht in der Parkgarage oder auf dem Parkplatz, wahlweise mit Knöllchen, verfahre mich auf dem Nachhauseweg und komme total geschafft zu Hause an, habe keine Seite geschrieben und höre dann beim Reinkommen: „Gehört das so, dass dein Kleid da in der Strumpfhose steckt?“

Meine Ideen für ein Buch kommen immer und überall. Meist dann, wenn ich gar nicht damit rechne. Oft muss man dann aber auch schreiben, um Abgabetermine zu halten, auch wenn man gerade keinen Musenkuss hatte – das sind dann die harten Tage, aber schreiben muss man trotzdem. Die schönen sind, wenn ich bereits nachts von einer Szene geträumt habe oder sie beim Spaziergang bekomme oder in einem Gespräch und es kaum erwarten kann, sie aufzuschreiben.

Jana: War es schwer für dich einen Verlag für das Buch zu bekommen? Wie hast du es geschafft?
Britta: Ich bin über einen kleinen Umweg zu meinem jetzigen Verlag gekommen, und war vorher kurz bei einem kleinen Verlag in Köln. Der hatte mir keine 24 Stunden nach Einreichung des Manuskripts einen Vertrag angeboten. Da wir am Ende aber nicht übereinstimmend zusammenkamen und ich meine Agentin kennenlernte, die mich zu Lübbe vermittelte, passte es dann wieder.

Jana: In der Amazon Rezensionsrubrik geht es heiß her. Während die einen dein Buch wirklich toll finden, zerreißen es andere sprichwörtlich in der Luft. Wie gehst du persönlich damit um? Möchtest du manchmal dazu etwas erwidern?
Britta: Über Geschmack lässt sich bekannterweise nicht streiten. Sachliche Kritik finde ich wichtig und gut, übrigens hilft es ja enorm, die Schwachstellen seiner Texte aus den Augen der Leser zu sehen. Verrisse, bei denen es nur darum geht, jemanden schlecht zu machen, und die inhaltlich sogar oft komplett falsch sind, – d.h. der/diejenige hat das Buch überhaupt gar nicht erst gelesen, – nehme ich nicht ernst.

Zum Abschluss, liebe Britta möchte ich dir ein paar letzte Fragen stellen:
Meine Reihe heißt “Traumberuf”. Du arbeitest als freiberufliche Autorin. Davon zu leben, sprich Miete, Krankenkasse und Co bezahlen zu können, mit dem was man gerne tut und liebt, ist ein großer Traum vieler Menschen. Kann man vom Bücher schreiben heutzutage leben oder ist das eine realitätsferne Wunschvorstellung? Was würdest du jungen Menschen empfehlen, die Schriftsteller werden möchten? Und inwieweit spielt das soziale Netz für dein Marketing als Autorin eine Rolle?
Britta: Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf diese Fragen. Bei jedem ist der Weg zum Autorendasein anders und auch der spätere Verlauf ist immer ganz unterschiedlich. Um davon leben zu können, muss man sehr, sehr viel schreiben – meist reicht ein Buch im Jahr nicht – und natürlich auch viel verkaufen. Generell würde ich vielleicht sagen, dass man den „Brotjob“ nicht Hals über Kopf an den Nagel hängen sollte, wenn man denn einen Vertrag ergattert hat. Die Wegstrecke bis zum Buch ist lang und nicht nur die Nerven sind am Ende oft blank ;-)
Allen empfehle ich absolut dringend immer: Sucht euch einen guten Agenten/ Agentin, denn das ist die halbe Miete. Es gibt mittlerweile tolle Liste im Internet, welche Agenturen zu empfehlen sind.
Marketing ist sehr wichtig. Selbst wenn der Verlag viel tut, ist es unumgänglich, selbst aktiv zu sein. Da ist die Branche sicher derzeit im starken Wandel. Hinsetzen und warten, dass es läuft, funktioniert einfach nicht mehr.

Liebe Britta. Vielen herzlichen Dank für das spannende Interview.

Mein Tipp: Für alle die Pinguinwetter noch nicht gelesen haben. Britta veröffentlich auf ihrer Autorinnen-Seite kleine Kurzgeschichten. Bei vielen Geschichten habe ich herzlich gelacht. Als Mutter eines 4-jährigen Sohnes fand ich die Geschichten zum brüllen. Vor allem wenn so süffisant der Chantalismus und die überzogende “Fürsorge” der heutigen Elterngeneration illuster beschrieben werden.

Zum Buch

DAS SCHLIMME AN HALBWAHRHEITEN IST, DASS IMMER DIE FALSCHE HÄLFTE GEGLAUBT WIRD.

Charlotte wird auf dem Höhepunkt ihrer Karriere gefeuert. Außerdem erhält sie von ihrer Mutter äußerst fragwürdige SMS aus der U-Haft in Grönland. Dann entscheidet sich ihr Immer-mal-wieder-Mann Marc auch noch, in den Hafen der Ehe einzuschiffen – allerdings nicht mit ihr.

Und nun? Rein in die rosa Babyelefantenhose und rauf aufs Sofa! Um Charlotte auf andere Gedanken zu bringen, drückt Freundin Trine ihr Sohnemann Finn aufs Auge. Als es bei einem Zoobesuch zu einem Beinahe-Unfall kommt, steht Charlotte der alleinerziehende Eric als Retter in der Not zur Seite. Weil der jedoch glaubt, Charlotte sei Finns Mutter, geht der Schlamassel erst richtig los…

Titel: Pinguinwetter
AutorIn: Britta Sabbag
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: € 9,30 (A)
ISBN: 978-3-404-16652-7

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http://www.janasworld.de/2012/09/12/interview-heute-pinguinwetter-traumberuf-romanautorin/feed/ 2 17250
Traumberuf: Liebesroman-Autorin http://www.janasworld.de/2011/11/24/traumberuf-liebesroman-autorin/ http://www.janasworld.de/2011/11/24/traumberuf-liebesroman-autorin/#comments Thu, 24 Nov 2011 16:32:41 +0000 http://www.janasworld.de/2011/11/24/traumberuf-liebesroman-autorin/ Vor ein paar Tagen stellte ich hier im Blog den Roman „Nur lieben ist schöner“ von Gabriella Engelmann vor und bat meine Leser, Gabriella Fragen zu stellen, die ich ihr in einem Interview zusätzlich zu meinen Fragen stellen könnte. Viele schöne und interessante Fragen wurden gepostet. Gabriella hat auch alle ganz fleissig beantwortet. Die Fragen und Antworten möchte ich euch nicht vorenthalten:

Liebe Gabriella,

vor 10 Jahren hätte ich mich noch gefragt, wie und wo ich eine Schriftstellerin kennen lernen könnte. Dank dem social web, insbesondere Facebook, passiert das heute einfach mal so, insbesondere wenn man sich über so schöne Filme wie „Remember me“ unterhält und sich gegenseitig die Taschenbücherboxen virtuell überreicht *schnief*. Eine schöne Zufallsgeschichte, die nicht alltäglich ist. Um so mehr freue ich mich, dass du spontan ein paar Fragen für meine Interviewreihe „Traumberuf Schriftstellerin“ beantworten willst. Vorab hast du mir deinen aktuellen Roman „Nur lieben ist schöner“ zugeschickt. Als die bekennende Liebesromanleserin habe ich den natürlich gleich gelesen und ich stellte mir die erste Frage:

Nelly, die Protagonistin in deinem aktuellen Roman, ist ebenso Liebesroman-Schriftstellerin wie du und stürzt mitten in eine Kreativitätskrise, worauf ihr der Autorenvertrag gekündigt wird. Ist dir das als Autorin auch schon passiert, dass du nicht mehr schreiben konntest?

Ein großes Stück „Nelly“ steckt tatsächlich auch in mir bzw. umgekehrt. Zum Glück hatte ich noch niemals die im Buch zitierte Schreibblockade (Bitte, bitte liebes Schicksal, erspar mir das auch in Zukunft!), aber ich kenne vergleichbare Situationen durchaus. Ich neige bei fast jedem Buch dazu, mich einmal komplett zu verwickeln, und nur schwer den Weg nach „draußen“ wiederzufinden.

Nellys Traum ist es, keine Liebesromane mehr zu schreiben, sondern Biografien oder Romane mit mehr Anspruch. Sie bekommt sogar das Angebot als Ghostwriterin die Biografie eines bekannten Regisseurs zu schreiben. Hast du in diesem Roman deine eigenen Wünsche einfließen lassen und könntest du dir vorstellen als Ghostwriterin zu arbeiten?

Ui, das ist mal eine spannende Frage.  Das „Ghostwriten“ wäre glaube ich nicht so meins, auch wenn der Impuls, Autorin zu werden, tatsächlich einer solchen Aktivität entstammte. In meiner Zeit als Verlagsleiterin von Edition Riesenrad habe ich eine Anthologie gegen rechte Gewalt mit Geschichten von sechzig Prominenten herausgegeben und den einen oder anderen Text dazu als Schreib-Geist geliefert ;-) Biografien sind ein riesiges Stück Arbeit und da müsste ich schon jemanden sehr, sehr toll finden, um das zu machen … Aber: Man soll ja nie NIE sagen …

In dem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass du sowohl unter dem Künstlernamen Rebecca Fischer als auch unter deinem realen Namen publizierst. Du gehst damit sehr offen um und meine Leser und ich fragen sich, warum du unter einem Pseudonym schreibst.

Das liegt daran, dass ein Autor im Erwachsenenbereich nicht bei zwei Verlagen gleichzeitig unter seinem Namen schreiben darf. So wie ein Musiker auch niemals bei zwei konkurrierenden Labels gleichzeitig unter Vertrag ist. Außerdem erlaubt so ein Pseudonym vielen Autoren, ein ganz anderes Genre zu bedienen.

Ich habe meine Leser gebeten, dass sie mir ihre Fragen posten, die sie dir gerne stellen würden. Ich habe die spannendsten Fragen herausgesucht:

Wolltest du schon immer Autorin werden und wie lange schreibst du gewöhnlich an einem Buch?

Es war tatsächlich nie mein Traum, selbst zu schreiben – aber ich liebe seit Kindertagen Bücher. Hätte ich nicht besagte Ghostwriter-Tätigkeit durchgeführt, und wäre da nicht eines Nachts dieser Traum gewesen, in dem ich einen Roman geschrieben habe, würde ich heute wohl immer noch im Verlag arbeiten. Die reine Schreibzeit für ein Buch beträgt in der Regel ca. 6 Monate, manchmal auch weniger, wenn der Verlag sehr drängelt ;-) Nicht darin enthalten ist die Ideenfindungsphase und die Recherchezeit. Sowas läuft meist parallel zu anderen Projekten, denn meist beflügelt eins das nächste.

Wie schwer war es für dich einen Verlag zu finden bzw. wie lange hat es gedauert bis ein Verlag dein erstes Buch angenommen hat?

In meinem Fall haben viele magische Zufälle geholfen. Als ich das erste Drittel meines Debüts „Die Promijägerin“ fertig hatte, lernte ich auf einer Party eine Agentin kennen, die sich den Text schnappte, sofort begeistert war und mich so lange anfeuerte, bis das Buch zur Frankfurter Buchmesse fertig war. Geholfen hat sicher, dass Gaby Hauptmann (die bei Edition Riesenrad zusammen mit ihrer Schwester das Bilderbuch ROCKY DER RACKER veröffentlichte) so lieb war, mir ein tolles Quote zu schreiben. Und dann ging plötzlich alles sehr schnell: Vier Verlage wollten das Buch haben, veröffentlicht wurde es dann bei meinem Hausverlag Droemer-Knaur.

Liegen dir die Frauenromane oder die Kinderbücher mehr am Herzen, welche machen beim Schreiben mehr Spaß?

Mir macht beides gleichviel Spaß. Was bestimmt auch daran liegt, dass ich für die jüngere Zielgruppe auch von den Themen schreibe, die uns alle berühren und beschäftigen – nur eben in einem anderen Lebensumfeld. Außerdem war ich auch mal klein/jung ;-) Und es macht riesigen Spaß, mich an diese Zeit zu erinnern.

Deine Romane spielen in Hamburg, teilweise beschreibst du Straßen, Stadtteile und Geschäfte sehr genau. Ertappt du dich manchmal dabei wie du andere Menschen, aus deinem näheren Umfeld beobachtest und du sie für ein Buch verwendest? Welche Reaktionen kommen aus Hamburg, wenn du ein Buch veröffentlicht hast.

Ich beobachte sehr viel, und sehr gern. Dennoch würde ich nie 1:1 etwas übernehmen, es sei denn, es handelt sich um die Beschreibung von Örtlichkeiten, die real sind. Aber manchmal geben Kleinigkeiten, die um mich herum so passieren, Impulse und können durchaus hilfreich sein. Die Hamburger Leser lieben meine Bücher wegen des „Aha“-Effekts – aber ich bekomme auch immer wieder Zuschriften, in denen steht, dass Leser aufgrund meiner Bücher Lust haben, nach Hamburg zu kommen, weil man spürt, wie sehr ich die Stadt liebe. Das gilt auch für meine beiden „Insel-Romane“, die die Lust wecken, einmal Urlaub auf Sylt oder Amrum zu machen.

Wie lange brauchst du für die Vorarbeit, sprich Umsetzung deiner Ideen, Wünsche für das Buch und Vorstellungen, bis zum ersten geschrieben Satz.

Es kommt ein bisschen auf die Art des Buches an. Komödien schreiben sich generell ein wenig schneller, weil ich dafür meist nicht recherchieren muss. Am längsten habe ich für meinen Roman „Wolkenspiele“ gebraucht. Allein die Recherche und die Lektüre von Büchern, die in der Zeit meines Parallel-Erzählstrangs spielen, hat insgesamt fast ein Jahr gedauert.

Wie baut man sich die einzelnen Charaktere zusammen und bringt diese mit Tiefe (Persönlichkeit) in ein Buch?

Ich fürchte ich mach das intuitiv … Wenn ich aber doch mal strukturiert an alles herangehe (bin ja eher ein „Bauchmensch“, dann notiere ich ganz akribisch alles, was die Person braucht: Alter, Aussehen, Wohnort, Setting, familiärer Background, Freundeskreis, bisher prägende Erfahrungen, Vorlieben, Abneigungen, wichtige Stationen im Leben, bisherigen Erfahrungen in Sachen Liebe etc.

Dennoch entwickeln die Figuren im Laufe des Schreibens eine Art Eigenleben, die das Bild dann abrunden. Oft überraschen sie mich allerdings auch ;-)

Zum Abschluss, liebe Gabriella möchte ich dir ein paar letzte Fragen stellen:

Meine Reihe heißt „Traumberuf“. Du arbeitest nicht nur als Autorin sondern auch als Literaturscout. Davon zu leben, sprich Miete, Krankenkasse und Co bezahlen zu können, mit dem was man gerne tut und liebt, ist ein großer Traum vieler Menschen. Kann man vom Bücher schreiben heutzutage leben oder ist das eine realitätsferne Wunschvorstellung? Was würdest du jungen Menschen empfehlen, die Schriftsteller werden möchten? Und inwieweit spielt das soziale Netz für dein Marketing als Autorin eine Rolle?

Oha, das sind ja ganz viele Fragen in diesem einen kleinen Absatz ;-) Also mal der Reihe nach:

Vom Schreiben leben zu können ist in der Tat nicht ganz leicht, weshalb viele Kollegen auch ein zweites (weitaus sichereres) Standbein haben. Bislang kann ich seit nunmehr sieben Jahren davon leben, ein ziemliches Privileg, wie ich finde. Sollte sich das Blatt allerdings mal wenden, hätte ich auch kein Problem damit, wieder als Buchhändlerin zu arbeiten, oder Teilzeit in einem Verlag – Hauptsache der Nebenjob hat etwas mit Büchern zu tun. In diesem Bereich ist alles möglich. Neulich habe ich ein Interview mit Joanne K. Rowling gesehen, indem sie erzählt, dass man ihr anfangs geraten hat, den Job als Kellnerin trotz des ersten Buchvertrags zu behalten. Diesem Tipp schließe ich mich an: Es ist immer gut einen Plan B zu haben!

Allen, die gern diesen Beruf ergreifen möchten, kann ich nur empfehlen, auf sich selbst zu vertrauen, das Handwerk zu lernen, indem man viel liest und sich bewusst anschaut, wie erfolgreiche Autoren das machen. Eine gute Portion Selbstkritik ist ebenso hilfreich, genau wie der Tipp, sich eine gute Agentur zu suchen. Manuskripte einfach so an Verlage zu schicken, ist so gut wie aussichtslos, und damit reine Zeit – und Nervenverschwendung.

Netzwerken generell, aber natürlich auch die viel zitierte „Social Media“ halte ich – trotz anfänglicher Skepsis – mittlerweile für enorm wichtig. Ich habe mich lange dagegen gewehrt, mich bei Facebook anzumelden, bis meine Freundin Steffi von Wolff mich sozusagen dazu gezwungen hat. Im Nachhinein kann ich sagen, dass dieser Schritt das gesamte Jahr 2011 für mich dominiert hat. Es macht riesigen Spaß auf dieser Plattform mit „Buchmenschen“ aller Art zu kommunizieren und bei derartigen Gelegenheiten auch mal Bekanntschaften wie deine zu machen.

Tausend Dank, liebe Jana für die schöne Idee mit dem Interview. Ich wünsche allen Teilnehmern der Verlosungsaktion viel Glück und bedanke mich ganz herzlich für die schönen Fragen – und fürs Mitmachen. Jana: Viel Erfolg weiterhin für deinen schönen Blog!

Gabriella Engelmann (24.11.2011)

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Fotoschule Teil 3: Kreativer Herbst http://www.janasworld.de/2011/10/01/fotoschule-teil-3-kreativer-herbst/ http://www.janasworld.de/2011/10/01/fotoschule-teil-3-kreativer-herbst/#comments Sat, 01 Oct 2011 15:14:26 +0000 http://www.janasworld.de/2011/10/01/fotoschule-teil-3-kreativer-herbst/ Ich freue mich, dass in meiner Fotoschule ein paar neue Schülerinnen hinzu gekommen sind. Die Hausaufgaben für Teil 2 haben Sigrid, Julia, Alex, Astrid  in ihren Blogs veröffentlicht. Das die manuelle Schärfe problematisch in der Umsetzung ist, habe ich erwartet. Der automatische Fokus wurde nicht umsonst erfunden, auch wenn dieser von der Automatik nicht dort eingesetzt wird, wo der Fotograf es mitunter möchte. In schwierigen Lichtverhältnissen hat er durch aus seine Berechtigung und man ist kein schlechter Fotograf, wenn man ihn einsetzt. Trotzdem gibt es viele Situationen, in denen man mit der manuellen Schärfe die Bildgestaltung ganz anders beeinflußen kann und ich finde es wichtig, wenn man es immer wieder übt.  In meiner Fotoschule Teil 3 geht es hauptsächlich darum, die erlernten Funktionen: manuelle Blende und manueller Fokus zu üben und festigen.

Wie früher im Zeichenunterricht verlegen wir bei dem tollen Wetter die Übungen nach draußen.

Hausaufgabe 1

Ich möchte, dass ihr den Herbst einfangt. Spielt mit der Blende und der Schärfe. Fotografiert bunte Blätter, Kastanien, Kürbisse, Herbstlandschaften. Fahrt mit dem Fahrrad raus, sucht euch Apfel- und Birnenbäume, die jetzt leuchtend gelb und rot im Herbstlicht leuchten.

Fotografiert den Birnenbaum im ganzen, fokussiert dann auf einzelne Birnen. Versucht die Birnen im Gegenlicht zu fotografieren. Fotografiert ihn von oben, von unten, von der Seite. Sucht euch Details: Birnenblätter, Baumrinde, an gefressene Birnen mit Wespen auf der Erde. Macht ruhig 100 Fotos und zeigt mir am Ende die besten 5-10 Bilder. Verändert immer wieder die Blende und den Fokus. Wer eine Festbrennweite hat, sollte unbedingt damit üben. Wer ein Zoom-Objektiv hat, sollte die Brennweite am Anfang einmal festlegen. Verändert immer wieder euren Standort. Wenn nötig, legt euch auch auf die Erde.

Hausaufgabe 2

Unter Hausaufgabe 2 legt die Kamera beiseite. Macht es euch unter der warmen Herbstsonne im Gras oder auf einer Parkbank gemütlich und nehmt euch einen Stift und Schreibblock. Schreibt an Ort und Stelle auf, was euch gerade inspiriert. Was mögt ihr am Herbst? Warum fotografiert ihr?  Was ist eure Motivation an der Fotoschule teilzunehmen. Was möchtet ihr erreichen? Was sind eure Ziele?

Ihr müsst eure Motivation und Ziele nicht im Blog veröffentlichen, weil es sehr privat und intim ist. Wen ihr mit mir darüber reden mögt, dann schickt mir eure Texte per e-mail.

Ich wünsche euch einen wunderschönen 3. Oktober. Bis nächsten Freitag!

PS: Für alle meine Fotoschüler. Grämt euch nicht bei Misserfolgen. Schaut mal wie gruselig das manuelle Fotografieren bei mir vor 2 Jahren angefangen hat. Heute lache ich darüber :-)

 

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Tag des Kaffees: Cookie Splash! http://www.janasworld.de/2011/09/30/tag-des-kaffees-cookie-splash/ http://www.janasworld.de/2011/09/30/tag-des-kaffees-cookie-splash/#comments Fri, 30 Sep 2011 15:59:24 +0000 http://www.janasworld.de/?p=14437 Kennt ihr die tollen Cookie Splash! Fotos von Siebe Warmoeskerken? Seit längerer Zeit schon habe ich die auf meiner Liste der Dinge, die ich unbedingt fotografieren wollte. Heute am Tag des Kaffees bot sich die Gelegenheit, zumal Annette ein gleichnamiges Projekt heute initiiert. Obwohl ich heute hätte draußen fotografieren müssen (sooo ein toller Altweibersommer!), musste ich aufgrund einer fiebrigen Erkältungskrankheit  meines Sohnes zu Hause bleiben. Er hatte natürlich wahnsinnig viel Spaß dabei. Auf seinem Regiesessel (Kinderhochsitz) konnte er das Geschehen genau verfolgen und ist jedesmal in Jubelschreihe ausgebrochen, wenn die Kartoffel meinen Kaffee gesprengt hatte. Doch wie gelingen diese Aufnahmen?

Im Internet gibt es diverse Anleitungen. Grundsätzlich stimmten diese in folgenden technischen Einstellungen überein.

Kameraeinstellungen:

  • Festbrennweite 50mm
  • Blende 2.2 – 2.5
  • Belichtungszeit 1/500 – 1/1000
  • ISO 800-1200 (bei mir waren es 1200)
  • Kameraeinstellung Serienbild
  • Fokus manuell auf die Tasse scharf stellen

[Hinweis: Du möchtest wissen, wie man die Technik einstellt? Dann mach bei meiner Fotoschule mit!]

Zum Versuchsaufbau:

Mir war es wichtig, das ich im Hintergrund meiner Fotos ein schönes Bokeh habe. Daher habe ich meine Tasse im Gegenlicht (vor dem Fenster) aufgebaut. Im Hintergrund habe ich noch etliche Teelichter (aus Ermangelung einer Lichterkette) aufgebaut. Am Nachmittag schien ein weiches Herbstlicht auf den Tisch, welches eine warme weiche Lichtstimmung erzeugte. Unser Küchentisch hat gleichzeitig eine leicht spiegelnde Oberfläche, die in der Bildgestaltung einen schönen Effekt besitzt.

Zum Kaffee: hier habe ich natürlich keinen frischen, heißen leckeren Kaffee verwendet, sondern von heute morgen die Kaffeefiltertüte noch einmal genommen. Der 2. Aufguß hat immer noch eine schöne dunkle Kaffeefarbe, sodass man hier keinen frischen Kaffee verschwenden muss.

Deep Impact

Das Experiment Cookie-Splash!

Natürlich werden hier keine Kekse in den Kaffee geworfen. Die wären viel zu leicht. Ich musste ein wenig experimentieren. Bei einer breiten, aber nicht so hohen Tasse musste ich ein anderes Wurfgeschoss verwenden, als bei einer hohen Tasse. Die ersten Fotos habe ich mit einer 20gr schweren Kastanie gemacht. Hier entsteht aber kein hoher Splash. Auch Kunststoffkorken waren zu leicht. Die Aufnahmen wurden besser, als ich eine 40gr schwere Tomate verwendete.

Bei der roten Starbucks Tasse kam dann eine 70gr schwere Kartoffel zum Einsatz. In den anderen Beschreibungen wurden Eier verwendet. Doch diese Schweinerei wollte ich mir dann doch nicht antun. Denn so schön wie die Bilder aussehen: hinter her heißt es PUTZEN! Wichtig ist, dass man alles abdecken sollte, was man nicht mit Kaffee einfärben möchte. Denn Kaffee färbt gewaltig, vor allem an weißen Tapeten.

Wichtig ist noch, den Gegenstand genau in die Mitte der Tasse fallen zu lassen. Zudem muss er aus einer großen Höhe fallen, damit der Gegenstand Geschwindigkeit aufnehmen kann. Das kann man natürlich nicht mehr alleine fotografieren. Ich hätte mal ein Foto von unserer Küche machen sollen, als mein Assistent (auch GG genannt) auf einer Leiter stand, nur mit einer Unterhose bekleidet (es spritzt wie Sau, wirklich) und dann versuchte, aus einem Meter Höhe die Kartoffel genau in die Mitte der Tasse fallen zu lassen. Ich muss jetzt noch grinsen. Aber die Fotos entschädigen für all die Mühe!

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Fotoschule Teil 2: Fokus http://www.janasworld.de/2011/09/09/fotoschule-teil-2-fokus/ http://www.janasworld.de/2011/09/09/fotoschule-teil-2-fokus/#comments Fri, 09 Sep 2011 06:00:13 +0000 http://www.janasworld.de/2011/09/09/fotoschule-teil-2-fokus/ Interessant ist, dass ich schon im 1. Teil meiner Fotoschule gemerkt habe, dass man ein Schulungs-Konzept nicht einfach durch stylen kann :-).

Sigrid, Julia, isch (habe ich jemanden vergessen?) haben meine Hausaufgaben fleissig abgearbeitet und so konnte ich sehen, dass ich mit meinem 2. Teil nicht wie geplant fortfahren konnte. So habe ich es über Bord geworfen und mache mit dem Thema Fokus weiter.

Warum? Das wird deutlich an Sigrid Landschafts-Reihe. Fällt euch auf, das die Belichtung der Fotos ganz stark schwankt? Neben Wolken, Licht und Schatten liegt das neben der ISO-Einstellung vor allem am Fokus. Bei jeder Aufnahme wurde neu fokussiert und dementsprechend hat sich die Belichtung neu eingestellt. Das sich auch die ISO Werte anpassen, sieht man sehr schön in Julias Landschaftsreihe, die die Exif Daten dazu veröffentlicht hat.

Im 2. Teil der Fotoschule möchte ich mich aber erst einmal auf den Fokus beschränken.

Was ist der Fokus?
Mit dem Fokus bestimmt ihr, welcher Teil eines Bildes scharf wird. Manchmal möchte man, dass das ganze Bild scharf wird (Landschaft) und manchmal möchte man, dass nur ein bestimmter Bereich scharf dargestellt wird (Portrait Augen).

An deiner Kamera kannst du einstellen, ob du einen automatischen oder einen manuellen Fotos einstellen möchtest. Im Gegensatz zu anderen Funktionen wird der manuelle Fokus durch einen kleinen Hebel neben dem Objektiv aktiviert oder deaktiviert (bei einer Bridge müsste es dafür eine Menüpunkt im Programm geben).

Standardmäßig ist der automatische Fokus (AF) aktiviert. Wichtig ist, dass deine Objektive die AF Funktion unterstützen. Daher steht bei einer Objektivbezeichnung, die den Autofokus unterstützt, ein AF dahinter. Ich persönlich besitze kein Objektiv, welches nicht die AF Funktion hat.

Wichtig ist zu wissen, das sich die Belichtung und die ISO-Werte mit jeder Fokussierung ändern, insofern diese Werte auf automatisch stehen. Du musst dir dabei vorstellen, dass du auf einen hellen oder dunklen Punkt fokussieren kannst. Jedes mal rechnet die Automatik deiner Kamera die Werte neu aus.

Wie funktioniert der automatische Fokus, sprich die Scharfeinstellung?

Der Autofokus richtet sich immer nach dem anvisierten Motiv. Im Display deiner Kamera siehst du dazu Kontrollkästchen, die an der Stelle aufblinken, bei der das Motiv scharf gestellt wird.

Für den automatischen Fokus gibt es drei verschiedene Einstellmöglichkeiten. In meiner Nikon heißen die AF-A, AF-S und AF-C. (für Sony gelten die selben Bezeichnungen)

Leicht generalisiert kann man sagen, dass man bei statischen, sich nicht bewegenden Objekten wie Portrait, Landschaft AF-S(ingle) einstellt und bei sich schnell bewegenden Objekten (Sportler, Autos, schnell bewegende Tiere, Kinder) AF-C(ontinous). AF-A ist ein automatischer Modus, bei dem die Kamera versucht zu erkennen, ob sich das Objekt bewegt oder nicht und dementsprechend automatisch auf AF-S oder AF-C umspringt. Leider sind die Ergebnisse nicht sehr genau, sodass ein manuelles umstellen auf AF-S oder AF-C sinnvoll ist, wenn man für die Einstellungen Zeit hat.

Das generelle Problem am automatischen Fokus ist, dass nicht immer das Detail scharf gestellt wird, welches man haben möchte. Problematisch wird es vor allem bei großen Blenden, die nur noch einen kleinen scharfen Bereich abbilden. So kann es passieren, dass bei meiner geliebten Portraitblende 2.8 nicht die Augen sondern die Nase (oder noch schlimmer der Hintergrund) scharf abgebildet wird.

Sigrid hat in ihrer Hausaufgabe den automatischen Fokus verwendet, so wie ich es auch vorgegeben habe. Was ist bei ihren Bildern passiert. Könnt ihr das erkennen?

Es ist beim Landschaftsbild mit der großen Blende (links) der vordere Bereich scharf geworden, weil die Kamera darauf automatisch fokussiert hat. Das sieht natürlich nicht so toll aus, weil es so aussieht, als ob das ganze Bild unscharf ist. Ihre Schlussfolgerung „Daraus folgt: große Blende für „Portrait“-Aufnahmen und kleine Blende für Landschaften“ ist unter diesem Aspekt richtig gesehen.

Aber: könnte es nicht auch sinnvoll sein, diesen schmalen Schärfegrad auch als Gestaltungsmittel zu benutzen? Z.B. wenn man den Abstand zum Auto verringert hätte und den Fokus auf das Auto im Hintergrund gesetzt hätte? Oder wenn man auf Augenhöhe mit der Straße gegangen wäre?

In diesem Beispiel  (Blende 2.2) ist nur ein ganz kleiner Streifen scharf, nur das schwarze Auto und die Person die am Wasser sitzt. Der Vordergrund und Hintergrund ist unscharf. Hier habe ich die geringe Tiefenschärfe als Gestaltungsmittel eingesetzt und einen sogenannten Tilt-Shift-Effekt nachgeahmt.

Wie ihr anhand des Beispieles seht, möchte ich neben der Technik den Aspekt der Bildgestaltung und Emotion aufgreifen. Sigrid hat alles in ihrer Hausaufgabe technisch richtig gemacht. Sie hat aber den Aspekt der Bildgestaltung  bei der Landschaftsbild-Hausaufgabe vernachlässigt.

Mein Wunsch in der Fotoschule ist es: Versucht Technik, Gestaltung und Emotion zu verknüpfen. Versucht die Hausaufgaben so umzusetzen, als wenn ihr das Foto am Ende euren besten Freund schenken wolltet.

Zurück zum Fokus.

Wie setzt man gezielt die Schärfe ein?

Hier komme ich auf den Fokus zurück. Es ist schwierig, die Schärfe, vor allem wenn sie einen ganz kleinen Teil des Bildes bei einer großen Blende ausmacht, mit einem automatischen Fokus richtig zu platzieren. Immer wieder muss man neu fokussieren etc. und am Display kontrollieren. Einfacher ist es, den manuellen Fokus zu aktivieren.

Mithilfe des Schärferinges am Objektiv hat der Fotograf die Möglichkeit, den Fokus, sprich den Schärfebereich, selbst festzulegen. Je nach Objektivbauart gibt es am Objektiv ein Display, mit dem die Entfernung zum Objekt abgelesen werden kann. Von ganz nah bis Unendlich. Mein 50mm Objektiv zeigt an von 0,45m bis Unendlich.

An dem Objektivbeispiel seht ihr, dass die Einstellung auf „unendlich“ steht.

Bei großen Blenden ist das Einstellen des Schärfebereiches ein bisschen tricki, da der Sucher nicht immer den Bereich genau wieder gibt, der Scharf sein soll (manchmal ist es auch ein Augen-Brillen-Problem).

Daher arbeite ich gerne in mehreren Schritten bzw. mehreren Aufnahmen, in denen ich den Schärfering nur ein ganz klein wenig verändere und erst am Bildschirm das Bild auswähle, in der der Schärfebereich genau in dem Fokus liegt, in dem ich ihn haben wollte. Das fordert natürlich sehr viel Übung und Mühe und ich gebe zu, dass es auch nicht immer 100%ig klappt, vor allem wenn es schnell gehen soll.

Noch schwieriger ist es, diesen Effekt bei Kinderportraits anzuwenden. Denn eigentlich müsste das Kind die ganze Zeit still stehen und darf keine schnellen Bewegungen machen. Daher setzte ich den manuellen Fokus bei Kinderportraits nicht ein.

Stattdessen möchte ich hier gerne einen anderen Tipp weitergeben, den ich bei einem professionellen Portraitfotografen gelernt habe.

Stellt eure Kamera auf die Portraitblende (2.8) ein. Aktiviert die Serienbildaufnahme. Wenn ihr dann ein Kind in einer schnellen Bewegung fotografiert, zieht die Kamera mit und macht eine Serienaufnahme, indem ihr den Auslöser gedrückt haltet.

Neben dem mitziehen gibt es noch die Möglichkeit, dass ihr euch beim fotografieren selber vor- oder zurückbewegt und während dessen die Serienbildaufnahme macht. Seitdem ich diesen Tipp beherzige, muss ich zwar ein paar Bilder mehr löschen, doch ich habe immer eine Aufnahme dabei, in der die Schärfe genau an der richtigen Stelle getroffen ist, während ich vorher alle Fotos wegschmeißen musste.

Hausaufgabe

1. Hausaufgabe:

Übt die automatische Fokussierung. Stellt eure Kamera auf AF-S und die manuelle Blende (A) ein. Nehmt dafür einen Gegenstand, z.B. eure absolute Lieblingstasse. Stellt drei verschiedene Blenden ein. Stellt die Tasse vor einem hellen Hintergrund und einem dunklen Hintergrund (seid kreativ!) und versucht mit der automatischen Fokussierung den Bereich scharf zu stellen, den ihr gerne hättet. Verwendet bitte ein Stativ. = 6 Bilder

2. Hausaufgabe:

Wir bleiben bei der Kaffeetasse. Jetzt stellt bitte an eurer Kamera den manuellen Fokus ein. Der befindet sich meistens links neben dem Objektiv.

Stellt drei verschiedene Blenden ein (z.B. 2.8 – 8 – 12, je nach eurem Objektiv). Pro Blende spielt mit dem Fokus. Macht verschiedene Aufnahmen, indem ihr den Fokus 3x pro Blende leicht verändert. Verwendet auch hier 2 verschiedene Hintergründe. = 18 Fotos

Ihr werdet sehen, je größer die Blende wird, um so mehr könnt ihr den Fokus verändern und ihn als Gestaltungsmittel verwenden. Verwendet bitte ein Stativ, so werden die Veränderungen deutlicher, weil der Bildausschnitt gleich bleibt.

Wiederholt das ganze, indem ihr den Abstand zum Objekt verändert, indem ihr ihn größer oder kleiner macht. = 18 Bilder

Wenn ihr die Bilder veröffentlicht, schreibt doch bitte die Exif-Daten dazu. Diese kann man sehr schön mit dem kostenlosen Programm Geosetter auslesen, sofern ihr nicht Lightroom oder Photoshop verwendet.

Es reichen die Daten z.B.:

  • Kamera: Nikon D90
  • Blende 2.8
  • Belichtungszeit  1/20
  • ISO 200
  • Brennweite: 50mm

Hinweis: Die Daten, die beim Rechtsklick im Windows Explorer angezeigt werden, sind leider nicht vollständig.

Da die Hausaufgabe dieses Mal ein wenig aufwändiger ist, geht es erst mit Teil 3 am Freitag, 30. September weiter. Bis dahin fleissig üben :-) und nicht vergessen, die Exif-Daten anschauen. Was ändert sich bei jedem Bild? Welches Bild gefällt euch und welches nicht?

Habt Spaß beim fotografieren und überrascht mich :-)

Feedback

Zeigt mir doch einfach eure Reihen im Blog/Flickr etc.. Schreibt mir einen Kommentar und verlinkt diesen zu eurer Fotoreihe. Welchen Fragen sind dabei aufgetaucht? Wo habt ihr Probleme? Gebt mir doch bitte ein Feedback, ob meine Anleitung noch zu schwer für euch ist oder ob ich einen Aspekt vergessen habe.

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http://www.janasworld.de/2011/09/09/fotoschule-teil-2-fokus/feed/ 10 13997
Meine Fotoschule – ein paar Anmerkungen http://www.janasworld.de/2011/09/07/meine-fotoschule-ein-paar-anmerkungen/ http://www.janasworld.de/2011/09/07/meine-fotoschule-ein-paar-anmerkungen/#comments Wed, 07 Sep 2011 13:58:29 +0000 http://www.janasworld.de/?p=14016 fotoschuleManchmal ist es im Leben so, dass man die Büchse der Pandora öffnet und man sich nicht vorher bewusst war, was man tut. Im Bezug auf die von mir initiierte Fotoschule war das nicht ganz so, trotzdem fühle ich mich gegenüber meinen fortgeschrittenen Fotografie-Lesern und denen, die es gerne lernen möchten, verpflichtet, noch ein paar Worte dazu zu verlieren.

Die Fotografie verlangt sowohl hoch technisches Fachwissen als auch emotionales Gespür. Beide vereint ergeben wundervolle Fotos, die nicht nur technisch perfekt sein können, sondern auch den Betrachter emotional berühren. Ich persönlich als Frau habe das technische Fachwissen die ersten Jahre komplett abgelehnt. Nicht nur weil ich mich nicht mit Physik, Optik usw. auseinandersetzen wollte, sondern weil ich empfand, dass bei vielen Fotografen die Technik weit über dem Emotionalen steht und alles nieder gemacht wird, was nicht perfekt ausgeleuchtet wird.

Trotz der Abneigung gegen all das Technische habe ich vor 2 Jahren angefangen, mich einzuarbeiten. Ich stellte fest, dass viele Details mit Fachbegriffen so verklausuliert beschrieben wurden, die eigentlich ganz einfach sind und das ich viele Dinge hätte viel früher lernen können, wenn man es mir nicht so vergällt hätte.

Ich denke, dass viele leidenschaftliche Hobbyfotografen – vor allem Frauen – teilweise sehr viel Respekt und manchmal auch Angst vor der Technik haben. Mit der Fotoschule möchte ich diese Angst nehmen und ich hatte mir überlegt, wie kann ich ein hochkomplexes El Niño Phänomen begeisterten „Grundschülern“ didaktisch so runter brechen, sodass es zum einen fachlich nicht falsch ist und zum anderen einfach umgesetzt und gelernt werden kann. Ich erinnere mich an meine Schulzeit und behaupte heute, wenn mein Physiklehrer damals Anwendungsbeispiele aus meinem realen Leben gelehrt hätte, hätte ich mit Physik sehr viel mehr anfangen können. So habe ich das Fach abgelehnt.

Komme ich auf den ersten Teil der Fotoschule mit dem Thema Blende zurück, dann weiß ich, dass nicht nur die Blendenöffnung usw. eine Rolle spielt, sondern auch wie das Licht von der Seite auf das Objektiv fällt. Hinzu kommen Einstellungen wie ISO, Mehr- oder Einzelfeldmessungen, usw. die Ergebnisse beeinflußen. Doch hätte ich all diese Parameter in den ersten Kurs gepackt, wäre das fachlich sicherlich richtig gewesen, aber kein Anfänger hätte sich mehr getraut mit zu machen.

Mir ist bewusst, dass viele Faktoren, vor allem technische, die Fotografie beeinflußen und maßgeblich das Endergebnis bestimmen. Trotzdem soll die Technik nicht über allem stehen. Auch wenn ich vielleicht nicht die richtige ISO Zahl eingestellt habe, heißt es nicht, dass das Foto schlecht ist. Vielmehr ist meinen Augen die Bildaussage, die Freude am Fotografieren, der Emotionale Aspekt das Entscheidende. Erst wenn mich ein Foto berührt ist es gelungen. Und wenn man sich dann traut, in Zukunft einfach mal selber die Blende festzulegen, den Fokus selbst zu bestimmen, dann ist man in der Lage, Gefühl und Technik zu vereinbaren und mit seinen Fotos zu wachsen.

Wer von mir die allerneusten technischen Tipps erwartet, diese vollständig und ausgereift sind, der ist als Anfänger in meiner Fotoschule sicherlich fehl am Platz. Dafür gibt es gute Lehrbücher. Aber wenn du dich weiter entwickeln möchtest, gerne ausprobierst und es zulässt, dass auch mal 500 Fotos in den virtuellen Papierkorb wandern, dann freue ich mich, wenn du mitmachst. Denn eins ist sicher, ich habe noch lange nicht ausgelernt und wachse mit meinen Aufgaben. In meiner eigenen Fotoschule bin ich mein bester Schüler!

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Anleitung: Panografie-Foto erstellen http://www.janasworld.de/2011/09/03/anleitung-panografie-foto-erstellen/ http://www.janasworld.de/2011/09/03/anleitung-panografie-foto-erstellen/#comments Sat, 03 Sep 2011 18:46:19 +0000 http://www.janasworld.de/?p=13927 Vor ein paar Tagen entdeckte ich eine großartige Flickr-Gruppe: Panography.

Ich liebe Panoramas, doch bisher habe ich sie mit der Photomerge-Funktion von Photoshop erstellt, sodass sie nahtlos ineinander übergreifen. Die Panografie-Fotos sind anders. Sie bestehen teilweise aus bis zu mehreren Hundert Fotos, die sich überlappen.

Wie stellt man ein Panografie-Foto mit Photoshop her?
Eine Anleitung in 6 Schritten.

1. Schritt: Suche dir eine tolle Landschaft, ein Blick auf ein Gebäude, etwas was du gerne auf eine spezielle Art fotografisch festhalten möchtest.

2. Schritt: Stelle deine Kamera ein, indem du den Weißabgleich deaktivierst. Wenn du ein Zoom-Objektiv hast, dann verändere zwischen den Aufnahmen den Zoom nicht. Stelle deine Kamera manuell mit Blende und Belichtung ein, nicht dass sich die Aufnahmen unterscheiden.

3. Schritt: Mache die Aufnahme von einem Standpunkt aus. Beweg dich nicht, sondern bewege nur die Kamera. Du kannst sie dabei auch schief, schräg und senkrecht halten.
Tipp: Ich habe heute mein 1. Panografie-Foto erstellt und anschließend festgestellt, dass meine Fotos zu eng beieinander und zu wenige waren. Die Fotos sollten sich immer zu 10% überlappen. Die aufwändig erstellten Panografien in der Flickr-Gruppe bestehen teilweise aus vielen 100 Bildern!

4. Schritt: Lade die Fotos auf deinen Rechner. Meine Bilder habe ich mithilfe von Camera RAW automatisch in eine Datei mit vielen Ebenen in Photoshop geladen und dann die Aufnahmen auf 800px Breite verkleinert. Da ich mehr als 50 Fotos hatte, habe ich das in Etappen gemacht, denn die RAW Daten brauchen viel Arbeitsspeicher. Speichere die Datei als *.PSD ab.

5. Schritt: Vergrößere nun die Arbeitsfläche jetzt um 500% in alle Richtungen. Blende die Ebenen alle bis auf eine aus. Diese setze auf eine Transparenz von 50%. Jetzt schalte die 2. Ebene dazu, setze diese wieder auf 50% Transparenz und verschiebe sie so, dass sie sich an den markanten Punkten überlappen. Das machst du jetzt mit allen Ebenen.

6. Schritt: Reduziere alle Ebenen zu einer. Schärfe noch einmal nach bzw. jetzt kannst du noch ein bisschen das Gesamtbild mit Kontrast etc. bearbeiten. FERTIG

Hier kommt mein Foto. Wie ich in der Anleitung schrieb, bin ich damit noch nicht so glücklich. Mir fehlten viele Bilder oben und unten. Andere überlappten sich zu 95%, dass dann auch wieder zu viel ist. Aber Übung macht den Meister und ich finde, dass es eine tolle Fotografie-Spielart ist.

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Fotoschule Teil 1: Die Blende http://www.janasworld.de/2011/09/02/fotoschule-teil-1-die-blende/ http://www.janasworld.de/2011/09/02/fotoschule-teil-1-die-blende/#comments Fri, 02 Sep 2011 11:51:09 +0000 http://www.janasworld.de/?p=13754 Sigrid vom Forsthaus hat mich letztens gefragt, ob ich ihr bei ein paar Fotofragen helfen könnte. Ihr Problem ist, dass sie bisher nur automatisch fotografiert hat und sich an die manuellen Einstellungen wie Blende und Belichtungszeit nicht ran traut. Diese Ängste kann ich nachvollziehen. Denn bis vor 2 Jahren habe ich mich auch davor gescheut, mich mit der Technik zu befassen. Fotobücher die ich zu diesem Thema gelesen hatte, waren mir zu technisch beschrieben, ich fand keinen Zugang. Dank Ronald alias Kampffussel hatte sich das verändert und ich möchte meinen Leserinnen, die auch gerne die manuellen Funktionen ausprobieren möchten, diese Ängste nehmen. Eigentlich ist es nicht sehr schwer.

Meine Fotoschule ist für all diejenigen gedacht, die zwar eine gute Spiegelreflex-Digitalkamera (DSLR) oder eine Bridge-Kamera haben, aber sich nicht trauen, diese auf „manuell“ umzustellen. Ich werde es auch sehr einfach und laienhaft beschreiben, und bitte jetzt schon bei den „Experten“ um Verzeihung. Für die Fotoschule habe ich recherchiert, wie andere Kamerabodys (so nennt man das Gehäuse) aussehen und wo die Einstellfunktionen sind. In meinen Beispielen habe ich eine Nikon, Canon, Sony und Minolta gegenüber gestellt, sodass man sieht, wo welche Einstellmöglichkeiten sich befinden. Solltest du einen Kamerahersteller verwenden, dann schick mir doch bitte ein Foto von der Draufsicht deiner Kamera, sodass ich dir die Funktionen markieren kann.

In meinem 1. Teil der Fotoschule geht es um die Blende.

Was ist die Blende?

In einem Objektiv befinden sich im Inneren Lamellen. Mit diesen Lamellen kann man steuern, wie viel Licht auf den Sensor fällt. Stelle ich eine große Blende z.B. 2.8 ein, fällt sehr viel Licht auf den Sensor. Stelle ich eine kleine Blende, z.B. 16 ein, dann schließen sich die Lamellen und weniger Licht dringt auf den Sensor. Das heißt, mit der Blende kann ich steuern, wie viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor fällt. Aber nicht nur das. Sondern auch die Tiefenschärfe. Mit der Tiefenschärfe kann ich mein Bild gestalten. Stelle ich eine große Blende ein, sprich 2,8, dann habe ich eine geringe Tiefenschärfe und nur ein kleiner Ausschnitt des Bildes ist scharf. Das wird gerne bei Portraits oder in der Pflanzenfotografie eingesetzt. In der Landschafts- oder Architekturfotografie möchte man dagegen eine große Tiefenschärfe haben, daher stellt man dort z.B. die kleine Blende 8 – 16 ein.

Ich habe mir daher den Satz eingeprägt:

Kleine Blende ist eine große Zahl (wenig Licht, große Tiefenschärfe), große Blende eine kleine Zahl (viel Licht, kleine Tiefenschärfe).

Es gibt Fotografen, die sprechen immer von der „Offenblende“. Damit ist nicht anderes gemeint, als das hier eine Große Blende verwendet wurde.

Ein Beispiel für die Blende mit einem 50mm Objektiv:

1) Große Blende (2.8) mit viel Licht u.geringer Tiefenschärfe 2) Mittlere Blende (10) mit Tiefenschärfe

 Landschaftsfotografie Muldental

Wie kann ich die Blende manuell einstellen?

Das ist bei einer DSLR ganz einfach. Jeder Body hat eine Radfunktion, die neben dem automatischen Programm (grün), die Motivprogramme und die manuellen Programme beinhaltet. Ich habe eine Grafik vorbereitet, die die Bodys von Nikon, Canon, Sony und Minolta vergleicht. Im ersten Teil der Fotoschule möchte ich mit dem Blendenprogramm A anfangen. A bedeutet, dass ich die Blendenzahl manuell einstellen kann, aber die Belichtung automatisch von der Kamera eingestellt wird. Ich persönlich arbeite sehr gerne damit, wenn ich die Lichtsituation schwer einschätzen kann und in meiner Blümchenwiese liegend fotografiere.

Ich habe die Blendenfunktion A (bei Canon mit Av) gekennzeichnet. Ich müsst das Rad auf die Position A drehen. Im weiteren habe ich das 2. Einstellrad oben rechts unterstrichen. Das ist dafür da, die Blendenzahl einzustellen, indem man es vor- und zurück dreht. Nikon und Canon sind hier etwas im Vorteil, weil sie gleichzeitig ein Display haben, mit der ich mir die Blendenzahl anzeigen lassen kann. In meinem Beispiel steht bei der Nikon und Canon die Blende 5.6.

Bei Sony und Minolta wird die Blende sicherlich im Sucher oder im Display auf der Rückseite angezeigt. Das ist bei Nikon und Canon auch möglich, aber ich persönlich arbeite gerne mit dem oberen Display.

Woher weiß ich, ob ich ein Lichtstarkes Objektiv besitze?

Das ist ebenfalls ganz einfach zu erkennen. Ich fotografiere zum Beispiel gerne mit meinem Nikkor 50mm. Das hat eine Blende von 1.4 – 16. Das ist ein sehr lichtstarkes Objektiv. Der Hersteller schreibt zum Beispiel immer: Sigma „DC 18-200 mm 1:3.5-6.3“. Dieses Objektiv hat eine Blende von 3.5 bis 6.3. Das ist also nicht so lichtstark wie das 50mm. Generell gilt, dass Festbrennweiten Lichtstärker sind. Mein Nikkor 70-300mm hat z.B. nur eine Blendenöffnung von 4.5 – 5.6. Es hat zwar einen großen Zoom, dafür brauche ich fast immer ein Stativ, damit die Bilder nicht unscharf und verwackelt werden. Denn bei Zoom-Objektiven ändert sich die maximale Blendenöffnung mit Veränderung der Brennweite.

Warum gibt es Objektive, die eine fast gleiche Ausstattung haben, aber gleich 2000 Eur mehr kosten?

Auch das ist einfach erklärt. Denn die Lichtstärke hängt nicht nur von der Blende ab, sondern auch welches Glas zur Herstellung eines Objektives verwendet wurde. Sehr preisintensive Objektive werden aus einem ganz speziellen Glas hergestellt, das besonders wenig Licht verschluckt. Das geht soweit, dass früher Objektive bzw. deren Glas, zum Beispiel für Großformatkameras, aus Thoriumdioxid (siehe Punkt: Andere Anwendungen) hergestellt wurden. Thorium ist radioaktiv. Aber keine Angst, dass ist bei unseren Objektiven nicht der Fall :-)

Hausaufgabe

Ich hoffe, ihr habt verstanden, wobei es bei der Blende geht und wie ihr sie an eurer Kamera einstellen könnt.

Meine Hausaufgabe besteht nur darin, dass ihr den theoretischen Teil in die Praxis umsetzt. Nehmt euch eure Kamera und stellt sie auf ein Stativ. Wenn ihr kein Stativ habt, dann nehmt einen Schukarton, einen Bücherstapel oder irgendetwas anderes, auf dem ihr eure Kamera sicher stellen könnt. Sucht euch ein Motiv, z.B. eine Tasse, ein Spielzeug oder was euch immer gefällt. Es geht nicht um die Schönheit des Motivs!

Platziert das Motiv vor eurer Kamera und stellt es scharf. Beachtet dabei, wenn ihr ein Zoomobjektiv verwendet, dass ihr den Zoombereich nicht verändert. Im ersten Teil der Fotoschule ist der Einsatz des Autofokus erlaubt. Stellt bitte die größte Blende ein. Je nach eurem eingesetzten Objekt liegt die bei 1.8 bis 4.5. Macht bitte ein Foto. Dann dreht ihr das Rädchen bis zur nächsten Blende, wieder ein Foto machen. Das macht ihr bei jeder Blendenstufe bis ihr zur kleinsten Blende kommt. Je nach Objektiv können das 10-20 Fotos werden. Ladet die Fotos herunter und vergleicht sie. Seht ihr, was sich ändert, wenn ihr die Blende verändert?

Im 2. Schritt geht raus in die Landschaft. Macht hier die selbe Serienaufnahme, indem ihr Schritt für Schritt die Blende verstellt. Schaut euch die Reihe am PC an.

Seht ihr den Unterschied, wo ihr welche Blende am besten verwendet? Welche Blende ist für eine Tasse und welche für eine Landschaft besser geeignet? Was fällt euch noch auf?

Feedback

Zeigt mir doch einfach eure Reihen im Blog/Flickr etc.. Schreibt mir einen Kommentar und verlinkt diesen zu eurer Fotoreihe. Welchen Fragen sind dabei aufgetaucht? Wo habt ihr Probleme? Gebt mir doch bitte ein Feedback, ob meine Anleitung noch zu schwer für euch ist oder ob ich einen Aspekt vergessen habe.

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