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	<title>Verdaten. Klassifizieren. Archivieren.</title>
	
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	<description>Identifizierungstechniken zwischen Praxis und Vision</description>
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			<title>Verdaten. Klassifizieren. Archivieren.</title>
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		<title>Komposittechnik: Zwischen wissenschaftlicher Evidenzbehauptung und künstlerischer Subversion – Raul Gschrey</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Jun 2013 11:03:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Meßner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[komposit]]></category>
		<category><![CDATA[vortrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Institut für Wissenschafts- und Technikforschung lädt ein: Komposittechnik: Zwischen wissenschaftlicher Evidenzbehauptung und künstlerischer Subversion Donnerstag 20. Juni 2013, 12.30 Uhr Bibliothek STS (NIG, Universitätsstr. 7, Stg. II, 6. Stock) Bring your lunch-Vortrag von Raul Gschrey (GCSC, Liebig-Universität Gießen) Raul Gschrey stellt sein Dissertationsprojekt &#8220;Composite and Eigenface. Histories and Continuities of Human Measurement between Arts and [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://sciencestudies.univie.ac.at/" target="_blank">Institut für Wissenschafts- und Technikforschung</a> lädt ein:</p>
<h3><strong>Komposittechnik: Zwischen wissenschaftlicher Evidenzbehauptung und künstlerischer Subversion</strong></h3>
<p style="text-align: left;">Donnerstag 20. Juni 2013, 12.30 Uhr<img class="alignright" alt="Kompositmaske, Raul Gschrey" src="http://www.pro-these.com/cctv/bilder/komposit.jpg" width="153" height="200" /><br />
Bibliothek STS (NIG, Universitätsstr. 7, Stg. II, 6. Stock)<br />
Bring your lunch-Vortrag von Raul Gschrey (GCSC, Liebig-Universität Gießen)</p>
<p>Raul Gschrey stellt sein Dissertationsprojekt &#8220;Composite and Eigenface. Histories and Continuities of Human Measurement between Arts and Science vor. Moderation: Christoph Musik/Daniel Meßner</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Abstract</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In den 150 Jahren seit ihrer Begründung durch den viktorianischen Wissenschaftler Francis Galton oszilliert die Komposittechnik zwischen Wissenschaft und Kunst: von den künstlerischen Vorgängern über ihre Nutzung zur Typifizierung im späten 19. Jahrhundert bis zu heutigen künstlerischen Positionen. Anhand von Kompositbildern aus 150 Jahren werden die Entwicklung der Technik, ihre historischen Implikationen und heutige künstlerisch-subversive Nutzungen betrachtet.</p>
<p><em>Als Künstler, Kurator und Wissenschaftler beschäftigt sich Raul Gschrey mit sozial und gesellschaftlich relevanten Themen. In den vergangenen Jahren untersuchte er das Phänomen der visuellen Überwachung und entwickelte künstlerische Subversionen. Sein derzeitiges Ausstellungs- und Publikationsprojekt „grenzlinien“ eröffnet künstlerische, wissenschaftliche und politische Perspektiven auf irreguläre Migration im europäischen Kontext. Er arbeitet an seinem Promotionsprojekt “Composite and Eigenface. Histories and Continuities of Human Measurement between Arts and Science” am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Justus-Liebig-Universität Gießen. Weitere Informationen: <a href="http://www.gschrey.org" target="_blank">www.gschrey.org</a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
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		<title>Smarte Diskriminierung? Vortrag bei der TA13 – Sicherheit als Technik</title>
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		<pubDate>Wed, 29 May 2013 12:26:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Musik</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 3.Juni 2013 findet an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften die 13. Österreichische Technikfolgen-Abschätzung Konferenz zum Thema Sicherheit statt. Aus der Ankündigung: Das Thema Sicherheit ist in aller Munde: Immer neue, meist technische Maßnahmen sollen uns sicherer machen. Aber reichen solche Lösungen tatsächlich aus, dass wir uns auch sicherer fühlen? Und was sind die Nachteile [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am 3.Juni 2013 findet an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften die <a href="http://www.oeaw.ac.at/ita/veranstaltungen/konferenzen/ta13-konferenz-362013/ueberblick" target="_blank">13. Österreichische Technikfolgen-Abschätzung Konferenz</a> zum Thema Sicherheit statt. Aus der Ankündigung:</p>
<p><img class="alignleft" style="margin-right: 20px;" alt="" src="http://www.oeaw.ac.at/ita/typo3temp/pics/80636b1b91.png" width="175" height="175" /></p>
<p>Das Thema Sicherheit ist in aller Munde: Immer neue, meist technische Maßnahmen sollen uns sicherer machen. Aber reichen solche Lösungen tatsächlich aus, dass wir uns auch sicherer fühlen? Und was sind die Nachteile dieser Entwicklung?</p>
<p>“Vorratsdatenspeicherung, Überwachungskameras, Handy-Ortung – Technologien zur Kontrolle und Überwachung sind Teil unseres Alltags geworden. Die 13. Österreichische TA-Konferenz wird weniger prominente Aspekte von Sicherheit, wie soziale Sicherheit, individuelle Freiheit und Privatsphäre, in den Blickpunkt holen“, so Walter Peissl, stv. Direktor des ITA.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich werde dabei in der Parallel Session 1.1 zum Thema &#8220;Gerechtigkeit&#8221; um 11.30 Uhr meinen Vortrag &#8220;<strong>Smarte Diskriminierung? Zum Verhältnis von visueller Überwachung, (Un-)Sicherheiten und sozialer Gerechtigkeit&#8221; </strong>halten. <a href="http://www.oeaw.ac.at/ita/veranstaltungen/konferenzen/ta13-konferenz-362013/abstracts#musik" target="_blank">Abstract</a></p>
<p>Das Programm findet sich <a href="http://www.oeaw.ac.at/ita/veranstaltungen/konferenzen/ta13-konferenz-362013/programm" target="_blank">hier</a>. Die Teilnahme ist kostenlos!</p>
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		<title>DissertantInnen-Workshop: “How to write a Dissertation?”</title>
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		<pubDate>Fri, 24 May 2013 15:31:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Meßner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[dissertation]]></category>
		<category><![CDATA[sweden]]></category>
		<category><![CDATA[workshop]]></category>

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		<description><![CDATA[Gemeinsam mit Martin Almbjär von der Universität Umeå organisiere ich gerade den Workshop &#8220;How to write a Dissertation?&#8221; Bei dem DissertantInnen-Workshop wollen wir uns zwei Tage Zeit nehmen, um Fragen zu diskutieren, die das Schreiben der Arbeit selbst betreffen. Es geht uns also nicht um eine konkrete inhaltliche Auseinandersetzung mit den einzelnen Dissertationsthemen, sondern vielmehr um [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gemeinsam mit Martin Almbjär von der Universität Umeå organisiere ich gerade den Workshop <strong>&#8220;How to write a Dissertation?&#8221;</strong></p>
<p>Bei dem DissertantInnen-Workshop wollen wir uns zwei Tage Zeit nehmen, um Fragen zu diskutieren, die das Schreiben der Arbeit selbst betreffen. Es geht uns also nicht um eine konkrete inhaltliche Auseinandersetzung mit den einzelnen Dissertationsthemen, sondern vielmehr um den Schreibprozess: <strong>Wie schreiben wir eigentlich unsere Arbeiten?</strong> Welche Techniken benutzen wir und wie planen und organisieren wir das Schreiben?</p>
<p>Der Workshop findet am <strong>11.-12.6.2013</strong> am Institut für Geschichte (Uni Wien) statt. Es werden auch DissertantInnen vom Department of Historical, Philosophical and Religious Studies der Universität Umeå anreisen, weshalb der Workshop in englischer Sprache stattfinden wird. Die Teilnahme inkludiert Verpflegung an beiden Tagen sowie ein Abendessen am 11. Juni.</p>
<p><strong>Voraussetzungen für die Teilnahme</strong>:<br />
Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist auf 15 begrenzt, weshalb wir um eine Anmeldung per E-Mail (daniel.messner at univie.ac.at) bitten. Zur Vorbereitung auf den Workshop werden eine Woche vorher kurze Texte ausgeschickt, die das Schreiben thematisieren (Leseaufwand ca. 5-6 Stunden), deren Lektüre für die Diskussion vorausgesetzt wird.</p>
<p>Die Teilnahme ist nicht beschränkt auf den Fachbereich Geschichte. Es sollen sich explizit auch DissertantInnen aus anderen Disziplinen angesprochen fühlen!</p>
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		<title>Museum in der “Runden Ecke”, Leipzig</title>
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		<pubDate>Thu, 09 May 2013 12:43:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Meßner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
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		<category><![CDATA[stasi]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Gebäude &#8220;Runde Ecke&#8221; in Leipzig war in DDR-Zeiten die Leipziger Bezirksverwaltung für Staatssicherheit untergebracht. Heute kümmert sich das Bürgerkomitee Leipzig e.V. um die Räumlichkeiten, in denen ein Museum untergebracht ist. Nicht überraschend, dass in der Ausstellung auch viele Bezüge zum Thema &#8220;Identifizierung&#8221; zu finden sind. Gezeigt werden in der Ausstellung mit den Apparaturen zur Fotografie und Daktyloskopie [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im Gebäude &#8220;<a href="http://maps.google.de/maps?q=Dittrichring+24,+Leipzig&amp;hl=de&amp;sll=51.169601,12.489032&amp;sspn=1.169347,2.905884&amp;oq=Dittrichring+24&amp;hnear=Dittrichring+24&amp;t=m&amp;z=16" target="_blank">Runde Ecke</a>&#8221; in Leipzig war in DDR-Zeiten die Leipziger <strong>Bezirksverwaltung für Staatssicherheit</strong> untergebracht. Heute kümmert sich das <a href="http://www.runde-ecke-leipzig.de/" target="_blank">Bürgerkomitee Leipzig</a> e.V. um die Räumlichkeiten, in denen ein Museum untergebracht ist. Nicht überraschend, dass in der Ausstellung auch viele Bezüge zum Thema &#8220;Identifizierung&#8221; zu finden sind.</p>
<p>Gezeigt werden in der Ausstellung mit den Apparaturen zur <strong>Fotografie und Daktyloskopie</strong> die klassischen erkennungsdienstlichen Verfahren. Erstaunlich ist, wie wenig sich das Setting nach der Etablierung von Erkennungsdiensten (etwa 1870 bis 1914) verändert hat.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-5430" alt="EKD_Fotografie" src="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/wp-content/uploads/2013/05/EKD_Fotografie-224x300.jpg" width="224" height="300" /><img class="alignnone size-medium wp-image-5429" alt="EKD_Fingerabdruck" src="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/wp-content/uploads/2013/05/EKD_Fingerabdruck-224x300.jpg" width="224" height="300" /></p>
<p>Daneben habe ich noch eine neue Methode zur Identifizierung von Personen kennengelernt, die ich in ihrer Umsetzung auf diese Art noch nicht wahrgenommen habe: <strong>Täteridentifizierung mittels Geruchsproben</strong>. Es wurden systematisch Geruchsproben gesammelt, die z.B. bei Hausdurchsuchungen mitgenommen wurden, oder Verdächtige saßen ohne es zu wissen bei Verhören auf einem Stück Stoff, das dann in Einmachgläsern archiviert wurde. Die Identifizierung wurde dann aber nicht von einem Computer oder einem Erkennungsdienstmitarbeiter vorgenommen, sondern von einem sog. <strong>Differenzierhund</strong>; auch eine Art von Black Box.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-5435" alt="EKD_Geruchskonserven" src="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/wp-content/uploads/2013/05/EKD_Geruchskonserven-300x224.jpg" width="300" height="224" /></p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/identifizierung/~4/mX5iyZuUius" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Unterwegs: Hamburg</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 10:12:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Meßner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[schilder]]></category>
		<category><![CDATA[videoüberwachung]]></category>

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		<description />
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="wp-image-5415 alignnone" alt="Videoüberwachung_Hamburg" src="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/wp-content/uploads/2013/04/Videoüberwachung_Hamburg-1024x764.jpg" width="574" height="428" /></p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/identifizierung/~4/AluCXyR4K9I" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Deutscher Bundestag: Kleine Anfrage zur Mustererkennung</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Mar 2013 09:09:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Musik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediensplitter]]></category>
		<category><![CDATA[bedrohliches Verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Biometrie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Bundestag]]></category>
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		<description><![CDATA[In einer Presseaussendung des Deutschen Bundestags (&#8220;Linke legt Kleine Anfrage zur Mustererkennung vor&#8221;) wird von einer aktuellen Kleinen Anfrage der Partei Die Linke berichtet. In der Kleinen Anfrage „Forschungen zum Einsatz automatisierter Mustererkennung und Biometrie zum Aufspüren von sogenanntem bedrohlichem Verhalten“ werden in einem umfangreichen 48-Punkte-Fragenkatalog die von der deutschen Bundesregierung geförderten Verbundprojekte im Bereich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Presseaussendung des Deutschen Bundestags (<a href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_03/2013_156/02.html" target="_blank">&#8220;Linke legt Kleine Anfrage zur Mustererkennung vor&#8221;</a>) wird von einer aktuellen Kleinen Anfrage der Partei <a href="http://www.linksfraktion.de/" target="_blank">Die Linke</a> berichtet. In der <a href="http://www.bundestag.de/service/glossar/K/kleine_anfrage.html" target="_blank">Kleinen Anfrage</a> „<a href="http://dip.bundestag.de/btd/17/127/1712704.pdf" target="_blank">Forschungen zum Einsatz automatisierter Mustererkennung und Biometrie zum Aufspüren von sogenanntem bedrohlichem Verhalten</a>“ werden in einem umfangreichen 48-Punkte-Fragenkatalog die von der deutschen Bundesregierung geförderten Verbundprojekte im Bereich der &#8220;Mustererkennung&#8221; kritisch hinterfragt. Ich bin schon sehr auf die Beantwortung gespannt!</p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/identifizierung/~4/R4tfTbEi7oE" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Der Einsatz von Torlinientechnologie bei der Fußball WM 2014 und die Frage, ob es funktioniert</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Feb 2013 12:15:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Musik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus dem Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Mediensplitter]]></category>
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		<category><![CDATA[Wimbledon final nadal federer 2007]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie auch in unterschiedlichen deutschsprachigen Medien berichtet wird (z.B. sport.orf.at, sportschau.de) hat gestern die FIFA erklärt, dass bei der FIFA Fußball WM 2014 in Brasilien sowie beim Konföderationen-Pokal 2013 sog. Torlinientechnologie (GLT; Goal Line Technology) zum Einsatz kommen soll. Im April soll es eine Entscheidung geben, welche Technologie letztendlich verwendet wird. Bisher sind zwei Technologien [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wie auch in unterschiedlichen deutschsprachigen Medien berichtet wird (z.B. <a href="http://sport.orf.at/#/stories/2167460/" target="_blank">sport.orf.at</a>, <a href="http://www.sportschau.de/fussball/allgemein/torlinientechnik132.html" target="_blank">sportschau.de</a>) hat gestern die <a href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/marketing/qualityprogramme/news/newsid=2014998/index.html?intcmp=fifacom_hp_module_about_fifa" target="_blank">FIFA erklärt</a>, dass bei der FIFA Fußball WM 2014 in Brasilien sowie beim Konföderationen-Pokal 2013 sog. Torlinientechnologie (GLT; Goal Line Technology) zum Einsatz kommen soll. Im April soll es eine Entscheidung geben, welche Technologie letztendlich verwendet wird. Bisher sind zwei Technologien lizenziert worden: <strong>Hawk-Eye und GoalRef</strong>. Während <a href="http://www.hawkeyeinnovations.co.uk/" target="_blank">Hawk-Eye</a>, welches bereits im Tennis und Cricket verwendet wird, über sechs bis acht Kameras und visuelle Triangulation den Standort des Balles abschätzt, ist <a href="http://www.iis.fraunhofer.de/de/bf/ln/referenzprojekte/goalref.html" target="_blank">GoalRef</a> ein niederfrequentes magnetfeldbasierendes Funksystem, entwickelt vom Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen.</p>
<p>Die FIFA bietet u.a. auf Youtube zwei Videos zur rudimentären Erklärung der Systeme an: <a href="http://youtu.be/exEHTO-YnuE" target="_blank">Hawk-Eye</a>, <a href="http://youtu.be/rilUXE5-ido" target="_blank">GoalRef</a></p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 662px"><a href="http://de.fifa.com/mm//Photo/FIFAQualityProgramme/Goal-LineTechnology/01/65/97/30/1659730_FULL-LND.jpg"><img alt="" src="http://de.fifa.com/mm//Photo/FIFAQualityProgramme/Goal-LineTechnology/01/65/97/30/1659730_FULL-LND.jpg" width="652" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Torlinientechnologie Bildrechte: FIFA.com</p></div>
<p>Auf <a href="http://de.fifa.com/clubworldcup/news/newsid=1965987/index.html" target="_blank">FIFA.com</a> wurde bereits im Dezember 2012 Roman Furrer von der <a href="http://www.empa.ch/" target="_blank">EMPA</a> (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) zitiert, dass sowohl Hawk-Eye als auch GoalRef die &#8220;abschließenden Installationstest bestanden&#8221; haben und <strong>gemäß diesen Tests funktionstüchtig</strong> sind. Genauere Angaben über die Tests und wie sich die Funktionstüchtigkeit ergibt werden hier aber nicht gemacht. In einem weiteren <a href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/marketing/qualityprogramme/video/video=1660131/index.html" target="_blank">Video</a> werden die Tests von der FIFA etwas genauer erläutert, auf der FIFA Qualitätsprogramm Webpage finden sich über die Vorgehensweise <a href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/marketing/qualityprogramme/goallinetechnology/testresearch.html" target="_blank">nähere Informationen</a>. Dort heißt es:</p>
<blockquote><p>Nur wenn das System funktioniert, d. h. genau anzeigt, ob ein Tor erzielt wurde oder nicht, erhält es die FIFA-Lizenz und darf bei offiziellen Spielen gemäss Spielregeln eingesetzt werden.</p></blockquote>
<p><strong>Doch was heißt in diesem Zusammenhang funktionieren bzw. genau anzeigen, ob ein Tor erzielt wurde oder nicht? Was heißt genau?</strong> Man müsste besser fragen: <strong>Wieviel Genauigkeit ist gesellschaftlich notwendig?</strong> (vgl. Gates 2011: 48)<sup><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5335#footnote_0_5335" id="identifier_0_5335" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gates, Kelly (2011): Our Biometric Future: Facial Recognition Technology and the Culture of Surveillance. NYU Press.">1</a></sup> Ähnlich wie Kelly Gates es für Gesichtswiedererkennungstechnologien (face recognition) festgestellt hat, sollte bei der Diskussion um Torlinientechnologien die <strong>Frage nach der gesellschaftlichen Konstruktion von Genauigkeit</strong> im Zentrum stehen und wer die daran beteiligten relevanten Gruppen sind. Insofern kann die Diskussion um Torlinientechnologien auch eine wichtige Diskussion um das öffentliche Verständnis von Technologie werden. Harry Collins und Robert Evans argumentieren in ihrer Auseinandersetzung mit <strong>sports decision aids (SDAs)</strong>, also Entscheidungshilfen im Sport, dass die Science and Technology Studies an dieser Diskussion teilnehmen sollten (Collins &amp; Evans 2012)<sup><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5335#footnote_1_5335" id="identifier_1_5335" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Collins, Harry &amp; Evans, Robert (2012): Sport-decision aids and the &rdquo;CSI-effect&rdquo;: Why cricket uses Hawk-Eye well and tennis uses it badly. Public Understanding of Science 2012, 21, 904-921.">2</a></sup>, um insbesondere <strong>Unsicherheiten, Selektionsprozesse, Uneindeutigkeiten und Fehlertoleranzen in Technologieentwicklung und Entscheidungshilfen im Sport sichtbar zu machen</strong>. Das bedeutet nicht unbedingt, dass die Technologie an sich in Frage gestellt werden soll, sondern, dass klar gemacht werden soll, wie Entscheidungen durch Torlinientechnologie zustande kommen und welche Unsicherheiten damit verbunden sind.</p>
<p>Laut Collins &amp; Evans gibt in etwa der Hawk-Eye Hersteller an, dass bei der Verwendung von Hawk-Eye eine <strong>Fehlerverteilung vorhanden</strong> ist. Beim Tennis etwa ist die durchschnittliche Genauigkeit 3,6 mm (Collins &amp; Evans 2012: 911)<sup><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5335#footnote_2_5335" id="identifier_2_5335" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Collins, Harry &amp; Evans, Robert (2012): Sport-decision aids and the &rdquo;CSI-effect&rdquo;: Why cricket uses Hawk-Eye well and tennis uses it badly. Public Understanding of Science 2012, 21, 904-921.">3</a></sup>. Ein Durchschnitt ist allerdings nur ein Durchschnitt und so können kleinere und größere Abweichungen in der Realität vorkommen. Es besteht also in seltenen Fällen auch die Möglichkeit, dass der Fehler z.B. 10 mm beträgt (ebds.). Für die Frage nach der Funktionstüchtigkeit muss also festgehalten werden, dass Torlinientechnologien zwar durchaus in der Lage zu sein scheinen, <strong>grobe Fehler bei realtiv eindeutigen Toren zu erkennen</strong>. Bei sehr knappen Entscheidungen (wie z.B. im <a href="http://youtu.be/exEHTO-YnuE" target="_blank">FIFA Hawk-Eye Video</a>), und hier spielen sicher auch die Beschaffenheit der Torlinie und des Grases mit eine Rolle, <strong>kann auch die Entscheidung einer Torlinientechnologie schlichtweg fehlerhaft sein</strong>. D.h., wie Harry Collinss auch in einem <a href="http://sports.espn.go.com/sports/tennis/wimbledon08/news/story?id=3452293" target="_blank">Interview</a> über den <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sf8_fBZDGnM" target="_blank">Streit von Hawk-Eye Entscheidungen im 2007 Wimbledon Finale Nadal vs. Federer</a> anmerkt: Ein &#8220;health warning&#8221; in Zusammenhang mit Hawk-Eye ist unbedingt notwendig, da es nicht immer wiedergibt, was tatsächlich passiert ist. Hawk-Eye sollte eher wie eine Rechtsschreibprüfung auf dem Computer verwendet werden, die nicht immer richtig liegt, aber dennoch ein sinnvoller Ratgeber ist, so Collins.</p>
<p>Hierbei stellen wir (Daniel Meßner, Stephan Gruber und Christoph Musik) uns die Frage, <strong>wie teuer ein sinnvoller Ratgeber sein soll oder darf?</strong> Offensichtlich geht es der FIFA im Gegensatz zur UEFA nicht nur darum, dass richtige Entscheidungen getroffen werden, sondern auch, dass diese <strong>Entscheidungen mit Hilfe einer teuren &#8220;Hochtechnologie&#8221; getroffen werden</strong>. Darüber hinaus muss auch die Frage aufgeworfen werden, wer eigentlich von dieser Entscheidung am meisten profitiert? Insofern ist die Entscheidung, Torlinientechnologie einzusetzen, oder im Falle der UEFA diese nicht einzusetzen, sicherlich auch <strong>eine politische Entscheidung</strong>. Wir sind der Meinung, dass eine sehr kostengünstige, aber dennoch effektive Alternative ein einfacher Video-Review des Schiedsrichters sein könnte, welcher bei strittigen Torentscheidungen wie beim Feldhockey nur vom Schiedsrichter angefordert werden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_5335" class="footnote">Gates, Kelly (2011): Our Biometric Future: Facial Recognition Technology and the Culture of Surveillance. NYU Press.</li><li id="footnote_1_5335" class="footnote">Collins, Harry &amp; Evans, Robert (2012): Sport-decision aids and the &#8221;CSI-effect&#8221;: Why cricket uses Hawk-Eye well and tennis uses it badly. <i>Public Understanding of Science</i> 2012, 21, 904-921.</li><li id="footnote_2_5335" class="footnote">Collins, Harry &amp; Evans, Robert (2012): Sport-decision aids and the &#8221;CSI-effect&#8221;: Why cricket uses Hawk-Eye well and tennis uses it badly. <i>Public Understanding of Science</i> 2012, 21, 904-921.</li></ol><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/identifizierung/~4/QOz-diteYFY" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Diskussion um Videoüberwachung in Gmunden</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Feb 2013 14:09:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Musik</dc:creator>
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		<category><![CDATA[videoüberwachung]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine erstaunlich differenzierte Diskussion um die mögliche Einführung von Videoüberwachung in der Stadtgemeinde Gmunden in Oberösterreich findet sich in der heutigen Ausgabe der Oberösterreichischen Nachrichten (12.02.2013, S.29) (auch online). Anlassfall sind laut dem Bericht neben Lärm und Verunreinigungen insbesondere Beschädigungen von öffentlichem Eigentum am Rathausplatz der Stadt. Aus diesem Grund fordert die sog. &#8220;Allianz für [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine <strong>erstaunlich differenzierte Diskussion</strong> <strong>um die mögliche Einführung von Videoüberwachung in der Stadtgemeinde Gmunden</strong> in Oberösterreich findet sich in der heutigen Ausgabe der Oberösterreichischen Nachrichten (12.02.2013, S.29) (auch <a href="http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/salzkammergut/Allianz-fuer-Gmunden-fordert-Videoueberwachung-des-Rathausplatzes;art71,1061621" target="_blank">online</a>). Anlassfall sind laut dem Bericht neben Lärm und Verunreinigungen insbesondere Beschädigungen von öffentlichem Eigentum am Rathausplatz der Stadt. Aus diesem Grund fordert die sog. &#8220;Allianz für Gmunden&#8221; (bestehend aus einem breiten Spektrum politischer Parteien, und zwar Sozialdemokraten, Freiheitliche, Grüne und der Stadtliste) ein <strong>Maßnahmenpaket</strong>, welches u.a. die Installation von Videoüberwachungskameras vorsieht. <strong>Aber eben nicht nur</strong>: Darüber hinaus soll der Personalstand der Stadtwache erhöht werden (welcher in den letzten Jahren gesunken ist), die Öffnungszeiten von Lokalen soll verkürzt werden, die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes soll strenger geprüft und das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen eingehalten werden.</p>
<div id="attachment_5313" class="wp-caption alignnone" style="width: 449px"><img class="wp-image-5313  " alt="Quelle: m.jansen at de.wikipedia" src="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/wp-content/uploads/2013/02/762px-Gmunden_rathaus.jpg" width="439" height="344" /><p class="wp-caption-text">Rathaus in Gmunden (Quelle: m.jansen at de.wikipedia)</p></div>
<p>Bzgl. der möglichen Videoüberwachung wird zwar <strong>entgegen fehlender Evaluationen</strong> (vgl. Rothmann 2012)<sup><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5309#footnote_0_5309" id="identifier_0_5309" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Rothmann, Robert (2012): Zur Evaluation der Sicherheitstechnischen Eignung von Video&uuml;berwachung. Regionale Defizite, internationale Standards, methodische Herausforderungen, in: juridikum, zeitschrift f&uuml;r kritik ǀ recht ǀ gesellschaft. 4/2012. S. 481-493.">1</a></sup> angenommen, dass nur so &#8220;allfällige Straftäter wirkungsvoll ausgeforscht und angezeigt werden können&#8221; (Christian Dickinger, SP-Vizebürgermeister) und dass die Kameras die Arbeit der Stadtpolizei &#8220;zweifellos&#8221; erleichtern würde (Stadtpolizeikommandant Dietmar Pühringer), es werden aber auch verschiedene Gründe für Schwierigkeiten in diesem Zusammenhang angeführt, u.a. die damit verbundenen &#8220;strengen Auflagen&#8221; (zulässige Speicherdauer, Verwendung nur im Bedarfsfall) oder der damit verbundene erhöhte Personaleinsatz. Auch der regierende Volkspartei Bürgermeister Heinz Köppl verschließt sich laut dem Bericht nicht der Diskussion um die Videoüberwachung, möchte aber zunächst die bereits bestehenden Maßnahmen (u.a. Flutlichtausleuchtung des Rathausplatzes, Gespräche mit Lokalbetreibern) &#8220;greifen lassen&#8221;. Zudem ist sich der Bürgermeister darüber bewusst, <strong>dass es sich bei Videoüberwachung um ein sensibles Werkzeug handelt.</strong></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_5309" class="footnote">Rothmann, Robert (2012): Zur Evaluation der Sicherheitstechnischen Eignung von Videoüberwachung. Regionale Defizite, internationale Standards, methodische Herausforderungen, in: juridikum, zeitschrift für kritik ǀ recht ǀ gesellschaft. 4/2012. S. 481-493.</li></ol><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/identifizierung/~4/XdWbQ4mcnuY" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Gastbeitrag von Robert Rothmann zur Videoüberwachung</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jan 2013 09:07:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Musik</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Videoüberwachung reloaded von Robert Rothmann Anhand von Zwischenfällen wie dem vereitelten Bombenattentat am Bonner Hauptbahnhof oder der Vergewaltigung einer Frau in einem Waggon der Wiener U-Bahn, keimt die Debatte rund um Videoüberwachung immer wieder auf. Diskutiert wird diesmal vor allem die präventive Ineffektivität der Maßnahme, wobei auf eine zu geringe Kameradichte sowie die nicht durchgehend [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Videoüberwachung reloaded </strong><em>von Robert Rothmann</em></p>
<p>Anhand von Zwischenfällen wie dem <a href="http://www.tagesschau.de/inland/bombenfund-bonn102.html" target="_blank">vereitelten Bombenattentat am Bonner Hauptbahnhof</a> oder der <a href="http://diepresse.com/home/panorama/wien/1325892/Nach-Vergewaltigung-in-U6_Wie-sicher-ist-die-UBahn?from=gl.home_panorama" target="_blank">Vergewaltigung einer Frau in einem Waggon der Wiener U-Bahn</a>, keimt die Debatte rund um Videoüberwachung immer wieder auf. Diskutiert wird diesmal vor allem die <strong>präventive Ineffektivität der Maßnahme</strong>, wobei auf eine zu geringe Kameradichte sowie die nicht durchgehend in Echtzeit stattfindende Sichtung des Bildmaterials verwiesen wird. Damit wird implizit die Annahme genährt, es wäre möglich, durch genügend Überwachung auch eine Situation schaffen zu können, in der es keine derartigen Zwischenfälle gibt. Doch <strong>Sicherheit ist eine Variable ohne Obergrenze</strong>. Absolute Sicherheit kann es nie geben, auch nicht mit totaler Überwachung. Dies scheint besonders dann nachvollziehbar, wenn es sich um ideologisch motivierte (Selbstmord-)AttentäterInnen handelt oder impulsiv im Affekt oder Rausch agiert wird.</p>
<p><img class="wp-image-5292 alignnone" alt="cctv-london-rothmann_s" src="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/wp-content/uploads/2013/01/cctv-london-rothmann_s.jpg" width="464" height="267" /></p>
<p>Der französische Soziologe Émile Durkheim hat bereits 1895 festgestellt, dass eine Gesellschaft keine derart allumfassende und absolute Uniformität aufweisen kann, die ausreichend wäre, jede Überschreitung und Dissidenz zu verhindern. Als zwangsläufiger Bestandteil von Gesellschaften erfüllt Devianz mitunter auch den Zweck der Normfestigung. Um zu definieren was normal ist, braucht es das Abweichende (vgl. ebd. 1984: 156ff)<sup><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5290#footnote_0_5290" id="identifier_0_5290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Durkheim, Emile (1984): Die Regeln der soziologischen Methode. Herausgeben und eingeleitet von Rene K&ouml;nig. suhrkamp taschenbuch wissenschaft 464.">1</a></sup>. Auch die oben zitierten Beispiele funktionieren auf diese Weise. Als markante Extremfälle generieren sie eine Art <strong>moral panic</strong> (vgl. Cohen 1987)<sup><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5290#footnote_1_5290" id="identifier_1_5290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Cohen, Stanley (1987): Folk Devils and Moral Panics: The Creation of the Mods and Rockers. Oxford. Basil Blackwell.">2</a></sup> und fungieren als <strong>Impuls zur Festigung eines allgemeinen moralischen Konsens</strong>. So tragen derartige Zwischenfälle auch wesentlich zur Durchsetzung und Festigung neuer Sicherheitsrichtlinien und der Konstituierung einer neuen öffentlichen Ordnung bei.</p>
<p>Doch <strong>ob Videoüberwachung tatsächlich die Sicherheit erhöht, kümmert offenbar niemanden</strong>. So wird zwar viel in die Installation der Systeme investiert, der wissenschaftliche Nachweis über die sicherheitstechnische Eignung bleibt aber weitgehend aus (vgl. Rothmann 2012)<sup><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5290#footnote_2_5290" id="identifier_2_5290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Rothmann, Robert (2012): Zur Evaluation der Sicherheitstechnischen Eignung von Video&uuml;berwachung. Regionale Defizite, internationale Standards, methodische Herausforderungen, in: juridikum, zeitschrift f&uuml;r kritik ǀ recht ǀ gesellschaft. 4/2012. S. 481-493.">3</a></sup>. Dies ist insofern problematisch, weil Videoüberwachung nach wie vor als Eingriff in die bestehenden Grundrechte auf Privatsphäre und Datenschutz gilt und daher immer auch nach <strong>Verhältnismäßigkeit</strong> verlangt. Dies bedeutet, dass die Überwachungsmaßnahme nur dann zulässig ist, wenn sie auch nachweislich zur Zweckerfüllung geeignet ist und zudem keine andere Lösung verfügbar ist, die ein gelinderes bzw. weniger eingriffsintensives Mittel zur Zweckerfüllung darstellt.</p>
<p>Abseits der Lehrbücher reicht aber scheinbar aus, wenn das gespeicherte Videomaterial grundsätzlich die Option bietet, nach Indizien, Hinweisen oder Anhaltspunkten zu suchen, um TäterInnen nachträglich leichter ausforschen und überführen zu können. Bleibt nur zu klären, ob Videoüberwachung dann noch als <i>präventive</i> Maßnahme zur Vorbeugung von Straftaten bezeichnet werden kann (vgl. Töpfer 2009)<sup><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5290#footnote_3_5290" id="identifier_3_5290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="T&ouml;pfer, Eric (2009): Video&uuml;berwachung als Kriminalpr&auml;vention? Pl&auml;doyer f&uuml;r einen Blickwechsel. In: Kriminologisches Journal, Heft 4/2009, S. 272-282.">4</a></sup>. Doch wieso auch nicht? <strong>Die Möglichkeit ein Delikt zu verhindern besteht.</strong> Darüber hinaus erfährt Videoüberwachung auffällig große Zustimmung und Akzeptanz. Mit zunehmender Verbreitung und Etablierung der Maßnahme steigt die Zustimmung sogar an, als würden anfängliche SkeptikerInnen ihre Scheu verlieren (vgl. Reuband 2001<sup><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5290#footnote_4_5290" id="identifier_4_5290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Reuband, Karl-Heinz (2001): &ldquo;Video&uuml;berwachung. Was die B&uuml;rger von der &Uuml;berwachung halten&rdquo;, in: Neue Kriminalpolitik, Vol. 13, No. 2, S. 5-9">5</a></sup>, Hempel &amp; Töpfer 2004<sup><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5290#footnote_5_5290" id="identifier_5_5290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hempel, Leon; T&ouml;pfer, Eric (2004): On the Threshold to Urban Panopticon? Analysing the Employment of CCTV in European Cities and Assessing its Social and Political Impacts. Berlin.">6</a></sup> ).</p>
<p>Dass es sich bei Videoüberwachung um einen Eingriff in Persönlichkeitsrechte handelt, die auch für Verhalten in der Öffentlichkeit gelten (vgl. König 2007: 114)<sup><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5290#footnote_6_5290" id="identifier_6_5290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="K&ouml;nig, Gregor (2007): Video&uuml;berwachung und Datenschutz &ndash; Ein Kr&auml;ftemessen. In: Jahnel, Dietmar; Siegwart, Stefan; Fercher, Natalie (Hg.) Aktuelle Fragen des Datenschutzrechts. Facultas, Wien. S. 109-147.">7</a></sup>, ist angesichts der Mediatisierung und Virtualisierung eines Großteils unserer Lebenswelten kaum mehr verständlich. In Alltagsdiskussionen vermischen sich dann Akzeptanz und Grundrechtsverzicht mit einem<strong> autoritären Ruf nach </strong><i><strong>law &amp; order</strong>.</i> Zugleich wird Anonymität als sicherheitsgefährdendes Übel abqualifiziert (vgl. Sennett 1983)<sup><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5290#footnote_7_5290" id="identifier_7_5290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Sennett, Richard (1983): Verfall und Ende des &ouml;ffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimit&auml;t. Berliner Taschenbuch Verlag.">8</a></sup> und der datenschutzrechtliche Anspruch auf Geheimhaltung personenbezogener Informationen zunehmend illegitim und mitunter verdächtig. Doch wohin führt uns diese Entwicklung? Wieviel Grundrechts-Erosion verträgt eine liberale demokratische Gesellschaft? Haben wir es vielleicht mit einem Paradigmenwechsel zu tun? Stehen wir gar am Beginn einer Post-Privacy Ära?</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_5290" class="footnote">Durkheim, Emile (1984): Die Regeln der soziologischen Methode. Herausgeben und eingeleitet von Rene König. suhrkamp taschenbuch wissenschaft 464.</li><li id="footnote_1_5290" class="footnote">Cohen, Stanley (1987): Folk Devils and Moral Panics: The Creation of the Mods and Rockers. Oxford. Basil Blackwell.</li><li id="footnote_2_5290" class="footnote">Rothmann, Robert (2012): Zur Evaluation der Sicherheitstechnischen Eignung von Videoüberwachung. Regionale Defizite, internationale Standards, methodische Herausforderungen, in: juridikum, zeitschrift für kritik ǀ recht ǀ gesellschaft. 4/2012. S. 481-493.</li><li id="footnote_3_5290" class="footnote">Töpfer, Eric (2009): Videoüberwachung als Kriminalprävention? Plädoyer für einen Blickwechsel. In: Kriminologisches Journal, Heft 4/2009, S. 272-282.</li><li id="footnote_4_5290" class="footnote">Reuband, Karl-Heinz (2001): “Videoüberwachung. Was die Bürger von der Überwachung halten”, in: Neue Kriminalpolitik, Vol. 13, No. 2, S. 5-9</li><li id="footnote_5_5290" class="footnote">Hempel, Leon; Töpfer, Eric (2004): On the Threshold to Urban Panopticon? Analysing the Employment of CCTV in European Cities and Assessing its Social and Political Impacts. Berlin.</li><li id="footnote_6_5290" class="footnote">König, Gregor (2007): Videoüberwachung und Datenschutz – Ein Kräftemessen. In: Jahnel, Dietmar; Siegwart, Stefan; Fercher, Natalie (Hg.) Aktuelle Fragen des Datenschutzrechts. Facultas, Wien. S. 109-147.</li><li id="footnote_7_5290" class="footnote">Sennett, Richard (1983): Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität. Berliner Taschenbuch Verlag.</li></ol><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/identifizierung/~4/2CmrrmddJfg" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Artikel auf science.orf.at: Geschichte der Personenidentifizierung</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Dec 2012 11:25:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Gruber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
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		<description><![CDATA[In der Wissenschaftsabteilung des ORF-Onlineangebotes ist heute ein von uns verfasster Artikel erschienen, in dem wir – in aller dem Medium geschuldeten Kürze – einige Eckpunkte unseres DOC-team-Projektes beschreiben: Geschichte der Personenidentifizierung – Vom Suchen und Finden der Menschen]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der Wissenschaftsabteilung des ORF-Onlineangebotes ist heute ein von uns verfasster Artikel erschienen, in dem wir – in aller dem Medium geschuldeten Kürze – einige Eckpunkte unseres DOC-team-Projektes beschreiben: <a href="http://science.orf.at/stories/1707778/" target="_blank">Geschichte der Personenidentifizierung – Vom Suchen und Finden der Menschen</a></p>
<p><a href="http://science.orf.at/stories/1707778/" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-5279" alt="Artikel auf science.orf.at" src="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/wp-content/uploads/2012/12/orf.png" width="500" height="267" /></a></p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/identifizierung/~4/KPiGRYqRHU8" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Die Fraunhofer Sicht der Dinge</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Dec 2012 14:04:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Meßner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe letzte Woche in Frankfurt beim &#8220;Workshop Control. Selbstkontrolle in einer überwachten Welt vorgetragen&#8221;. Was mir hier vor allem deutlich geworden ist: Technikzentrierte Ansätze brauchen ein Gegengewicht in Form kritischer Sozial- und Kulturwissenschaften. In meinem Vortrag &#8220;Die Erfindung biometrischer Identifizierungstechniken – Anwendungspraktiken zur Wiedererkennung von Personen&#8221; habe ich versucht herauszuarbeiten, wie biometrische Merkmale das Identifizieren [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe letzte Woche in Frankfurt beim &#8220;<a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5227" target="_blank">Workshop Control</a>. Selbstkontrolle in einer überwachten Welt vorgetragen&#8221;. Was mir hier vor allem deutlich geworden ist: Technikzentrierte Ansätze brauchen ein <strong>Gegengewicht in Form kritischer Sozial- und Kulturwissenschaften</strong>. In meinem Vortrag &#8220;<a href="http://prezi.com/ow-er8x0oezp/die-erfindung-biometrischer-identifizierungstechniken/" target="_blank">Die Erfindung biometrischer Identifizierungstechniken – Anwendungspraktiken zur Wiedererkennung von Personen</a>&#8221; habe ich versucht herauszuarbeiten, wie biometrische Merkmale das Identifizieren von Personen verändert haben. Die grundlegende Idee bei biometrischer Identifizierung ist, dass körperliche Merkmale als Index für ein Archivsystem verwendet werden, um so über das körperliche Merkmal eine Person wiederzuerkennen und zwar auf objektivierbare Weise. Mit diesem Fokus untersuche ich die Einführung und Implementierung der Anthropometrie und Daktyloskopie Ende des 19. Jahrhunderts.</p>
<p>Nach mir hielt <a href="http://www.igd.fraunhofer.de/Institut/Abteilungen/Identifikation-und-Biometrie-IDB/Mitarbeiter/Dipl-Infw-Dipl-Betriebsw-Alexander" target="_blank">Alexander Nouak vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt</a> einen Vortrag mit dem Titel „Führen biometrische Verfahren zwangsläufig zur totalen Kontrolle?“ Ob die Frage beantwortet wurde im Laufe der Präsentation, kann ich nur schwer sagen, letztlich war die Botschaft der Präsentation, dass ein vollautomatisiertes Verfahren zur Wiedererkennung durch den Einsatz von Biometrie möglich ist. Interessant war aber der Einstieg, den Alexander Nouak für seinen Vortrag gewählt hat. Er wollte nämlich zeigen, dass das Argument meines Vortrags historisch falsch ist. Und wenn nicht falsch, dann zeige sich da zumindest eine spezielle &#8220;<strong>Wiener Sicht der Dinge</strong>&#8220;. Denn von einer Erfindung der Biometrie um 1900 könne nicht die Rede sein, schließlich seien biometrische Merkmale schon seit Jahrtausenden im Einsatz. Aber die Wiener hätten nunmal manchmal eine eigene Perspektive und er könne das sagen, denn er sei schließlich Wiener.</p>
<p>Der Einstieg war nicht nur unnötig, sondern auch Unsinn. Denn mein Argument ist ja nicht, dass um 1900 körperliche Merkmale zur Wiedererkennung erfunden wurden, sondern, dass biometrische Identifizierungstechniken wie die Anthropometrie und die Daktyloskopie erfunden wurden. Auch wenn auf einer antiken Steintafel ein Fingerabdruck entdeckt wurde, heißt das nicht, dass es das Fingerabdruckverfahren schon seit der Antike gibt. Ein entscheidender Unterschied. Das Verfahren beruht darauf, dass der Fingerabdruck nach einem bestimmten Muster klassifiziert wird und in ein Register abgelegt wird und aus diesem anschließend herausgesucht und mit einem anderen Abdruck verglichen werden kann. Auf diesem Prinzip beruhen ja auch die von Nouak vorgestellten biometrischen Identifizierungssysteme. <strong>Diese Klassifizierungssysteme gab es vorher schlichtweg nicht.</strong></p>
<p>Während ich mich noch geärgert habe, ist mir eingefallen, woher ich diese Argumentation kenne – aus meinen Quellen. Robert Heindl, der Anfang der 1920er Jahre eine große Monographie über die Daktyloskopie schrieb, mit dem Titel &#8220;<a href="http://books.google.at/books?id=WPn_w8FrknIC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=robert+heindl+system+und+praxis&amp;hl=en&amp;sa=X&amp;ei=Zie-UNebKITItQags4HgDg&amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">System und Praxis der Daktyloskopie</a>&#8220;, verwendete die ersten 50 Seiten damit, die Geschichte des Fingerabdruckverfahrens derart darzulegen, dass er in so ziemlich allen Kulturen und Zeiten Hinweise auf die Verwendung von Fingerabdrücken fand. Als der Direktor des Wiener Erkennungsdienstes, Franz Eichberg, in den 1920er Jahren in einem Gerichtsverfahren mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, dass ja gar nicht bewiesen werden könne, ob sich der Fingerabdruck im Laufe eines Lebens verändere, schließlich sei das Verfahren gerade einmal 20 Jahre in Verwendung, somit könne es dazu noch gar keine Studie geben, konterte er den Angriff mit den Worten:</p>
<blockquote><p>„Ich hatte den billigen Erfolg, nachweisen zu können, daß die Daktylsokopie eine sehr alte Wissenschaft ist, die allerdings erst seit einigen Jahrzehnten in die moderne Kriminalistik Eingang gefunden hat.“ (1)</p></blockquote>
<p>Genau diesen billigen Erfolg dachte wohl auch Nouak einfahren zu können. Das Stilmittel, das sowohl Nouak, Heindl und Eichberg anwenden, würde ich beschreiben mit: <strong>Legitimation des eigenen Verfahrens mit einem historischen Argument durch den Vergleich von Äpfeln mit Birnen. </strong>Beschrieben hat dieses Argumentsprinzip auch schon Ludwig Fleck 1935 bei seiner Untersuchung zur Entstehung wissenschaftlicher Tatsachen, wo er das Konzept von Urideen (Präideen) entwarf:</p>
<blockquote><p>Viele wissenschaftliche, bestbewährte Tatsachen verbinden sich durch unleugbare Entwicklungszusammenhänge mit vorwissenschaftlichen, mehr oder weniger unklaren verwandten Urideen (Präideen), ohne daß inhaltlich dieser Zusammenhang legitimiert werden könnte. (2)</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_5252" class="wp-caption alignnone" style="width: 533px"><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/wp-content/uploads/2012/12/Heindl_System-und-Praxis.png"><img class="size-full wp-image-5252   " title="Heindl, Robert (1922): System und Praxis der Daktyloskopie und der sonstigen technischen Methoden der Kriminalpolizei. Berlin, Leipzig, S. 3." src="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/wp-content/uploads/2012/12/Heindl_System-und-Praxis.png" alt="" width="523" height="415" /></a><p class="wp-caption-text">Beispiel aus Robert Heindls &#8220;System und Praxis der Daktyloskopie&#8221;. Es zeigt die seiner Meinung nach &#8220;früheste Kunde von der Daktyloskopie&#8221;.</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das wollte ich eigentlich bei der anschließenden Diskussion sagen, was ich dann nicht getan habe, weil ich bei der Diskussion den Fokus auf ein anderes Thema richten wollte, was mir zu dem Zeitpunkt wichtiger schien: Denn Nouak hatte deutlich gemacht, dass es sich bei dem von ihm präsentierten System um ein vollautomatisiertes, sicheres System zur Identifizierung von Personen durch Biometrie handelt. Ich habe dann nach der Rolle von Menschen in diesem System nachgefragt und die Antwort bekommen, dass dieses System keine Menschen brauche, weil es – so Nouak – ja schließlich vollautomatisiert arbeiten würde. Was ich verneint habe mit der Ergänzung, dass ein biometrischer Vergleich mit Wahrscheinlichkeiten operiert, was Nouak vorher auch dargestellt hatte mit der Erklärung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Falschr%C3%BCckweisungsrate" target="_blank">FRR</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Falschakzeptanzrate" target="_blank">FAR</a>, und dass mit so einem System erstens <strong>Menschen operieren</strong> und es zweitens <strong>von Menschen programmiert</strong> wurde. Nouak wollte darauf aber nicht eingehen. Stattdessen kam immer wieder der Verweis darauf, dass die Technik neutral sei – ja, ich kann mich da an ein Brotmesser-Beispiel erinnern, mit dem jemand erstochen werden kann oder eben Brot geschnitten werden kann – und biometrische Systeme bald flächendeckend in Verwendung sein werden, weil es letztlich alle haben wollen: Die Alten, weil es so bequem ist, und die Jungen, weil sowieso.</p>
<p>Diesen Positionen muss aus meiner Sicht deutlich widersprochen werden. Nicht aus Technikfeindlichkeit! Sondern, weil in dieser naiven Technikgläubigkeit Visionen verkauft werden und nicht reflektiert wird, dass Technik und Gesellschaft nicht getrennt voneinander funktionieren. <strong>Technik ist stabilisierte Gesellschaft</strong> (3), wie es bei Latour heißt:</p>
<blockquote><p>„Niemand hat je reine Techniken gesehen – und niemand je reine Menschen.“ (4)</p></blockquote>
<p><strong>Wenn das die Wiener Sicht der Dinge ist, darauf unermüdlich hinzuweisen, dann soll das so sein.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<address>(1) Eichberg, Franz (1922): Meine Erfahrungen als Gerichtssachverständiger für Daktyloskopie. In: Öffentliche Sicherheit. Polizei-Rundschau. 2 (19-20), S. 3–5.</address>
<address>(2) Fleck, Ludwig ([1935] 1981): Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 35.</address>
<address>(3) Latour, Bruno (2006a): Technik ist stabilisierte Gesellschaft, in: Andréa Belliger/David J. Krieger (Hg.): ANThology. Ein einführendes Handbuch zur Akteur-Netzwerk-Theorie, Bielefeld, S. 369-397, hier: S. 369.<br />
(4) Latour, Bruno (1996): Der Berliner Schlüssel. Erkundungen eines Liebhabers der Wissenschaften, Berlin. S. 21. </address>
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		<title>Žižkov, Prag</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Dec 2012 09:25:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Gruber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus dem Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[cctv]]></category>
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		<description><![CDATA[Diese Prager Sicherheitsfirma hat anscheinend Erfahrung mit lückenloser (Kamera-)Überwachung… Danke für das Foto an Pavel!]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Prager Sicherheitsfirma hat anscheinend Erfahrung mit lückenloser (Kamera-)Überwachung…</p>
<p><a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/wp-content/uploads/2012/12/kamerovy-praha.jpg"><img class="alignnone  wp-image-5238" title="kamerovy-praha" src="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/wp-content/uploads/2012/12/kamerovy-praha.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p><em>Danke für das Foto an Pavel!</em></p>
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		<title>Workshop: Control. Selbstbestimmung in einer überwachten Welt?</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Nov 2012 16:44:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Meßner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Biometrie]]></category>
		<category><![CDATA[control]]></category>
		<category><![CDATA[frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[museum]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 29.11.2012 veranstaltet das Museum für Kommunikation in Frankfurt einen Workshop mit dem Titel: Control. Selbstbestimmung in einer überwachten Welt? Überwachung im öffentlichen Raum und Sammeln von persönlichen Daten im Internet sind Themen der öffentlichen Diskussion. Nach ihrer Rechtmäßigkeit und ihrem Einfluss auf das individuelle Leben kann aber nur fragen, wer das Phänomen in einem breiteren [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am 29.11.2012 veranstaltet das <a href="http://www.mfk-frankfurt.de " target="_blank">Museum für Kommunikation</a> in Frankfurt einen Workshop mit dem Titel: Control. Selbstbestimmung in einer überwachten Welt?</p>
<blockquote><p>Überwachung im öffentlichen Raum und Sammeln von persönlichen Daten im Internet sind Themen der öffentlichen Diskussion. Nach ihrer Rechtmäßigkeit und ihrem Einfluss auf das individuelle Leben kann aber nur fragen, wer das Phänomen in einem breiteren kulturellen und historischen Rahmen bewertet: Informationen über Menschen zu sammeln, um sie dadurch in eine bestimmte Norm zu zwängen, ist eine essentielle Ordnungstechnik moderner Gesellschaften. Andererseits begründet die so verstandene Kontrolle eine Macht, die nur allzu leicht zum Missbrauch verleitet.</p>
<p>Das Museum für Kommunikation Frankfurt veranstaltet einen Workshop, auf dem Fachleute unterschiedlicher Disziplinen ihre Ansätze zur Diskussion stellen. Ziel ist es, als gemeinsamen Nenner das überwachte Individuum in den Blick zu nehmen. Es erscheint dabei nicht nur als Objekt der Kontrolle, sondern als aktives Element in einem komplexen System. Denn es übt soziale Kontrolle aus und nutzt zudem Techniken, die es selbst sichtbar machen, sei es weil sie Handlungsspielräume erweitern oder weil sie Aufmerksamkeit generieren.</p></blockquote>
<p>Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich, um Anmeldung wird gebeten. Ich werde am Vormittag einen kurzen Vortrag über die Einführung biometrischer Identifizierungstechniken halten.  <strong><a href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=20392" target="_blank">Programm</a></strong>.</p>
<p>Update 3.12.: Präsentation meines Vortrages: Die Erfindung biometrischer Identifizierungstechniken – Anwendungspraktiken zur Wiedererkennung von Personen</p>
<div class="prezi-player"><object id="prezi_ow-er8x0oezp" width="550" height="400" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0" name="prezi_ow-er8x0oezp" bgcolor="#ffffff"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowFullScreenInteractive" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="wmode" value="direct" /><param name="flashvars" value="prezi_id=ow-er8x0oezp&amp;lock_to_path=0&amp;color=ffffff&amp;autoplay=no&amp;autohide_ctrls=0" /><param name="src" value="http://prezi.com/bin/preziloader.swf" /><param name="allowfullscreeninteractive" value="true" /><embed id="prezi_ow-er8x0oezp" width="550" height="400" type="application/x-shockwave-flash" src="http://prezi.com/bin/preziloader.swf" allowfullscreen="true" allowFullScreenInteractive="true" allowscriptaccess="always" wmode="direct" flashvars="prezi_id=ow-er8x0oezp&amp;lock_to_path=0&amp;color=ffffff&amp;autoplay=no&amp;autohide_ctrls=0" allowfullscreeninteractive="true" name="prezi_ow-er8x0oezp" bgcolor="#ffffff" /></object></p>
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<p><a title="Die Erfindung biometrischer Identifizierungstechniken" href="http://prezi.com/ow-er8x0oezp/die-erfindung-biometrischer-identifizierungstechniken/">Die Erfindung biometrischer Identifizierungstechniken</a> on <a href="http://prezi.com">Prezi</a></p>
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		<title>Občan K. – Kinostart</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Oct 2012 08:38:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Gruber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film & Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[ausweis]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[subversion]]></category>
		<category><![CDATA[verwechslung]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit haben wir auf eine Aktion des tschechischen Kollektivs Ztohoven mit dem Titel “Občan K.” (“Bürger K.”) hingewiesen, das dieser Gruppe einigen Ärger mit den Behörden einbrachte: Die Künstler ließen sich neue Personalausweise ausstellen und benützten dafür gemorphte Porträtfotos, die sich aus den Bildern mehrerer Personen zusammensetzten und so die gewünschte Eindeutigkeit von [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit haben wir auf eine Aktion des tschechischen Kollektivs Ztohoven mit dem Titel “<strong>Občan K.</strong>” (“Bürger K.”) <a href="http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=2564">hingewiesen</a>, das dieser Gruppe einigen Ärger mit den Behörden einbrachte: Die Künstler ließen sich neue Personalausweise ausstellen und benützten dafür gemorphte Porträtfotos, die sich aus den Bildern mehrerer Personen zusammensetzten und so die gewünschte Eindeutigkeit von Foto-IDs unterwanderten. Am 8. November startet nun der daraus entstandene Dokumentarfilm der Gruppe in ausgewählten tschechischen Kinos: <a href="http://www.ztohoven.com/" target="_blank">Občan K. &#8211; dokumentární film o záměně identit členů umělecko-aktivistické skupiny Ztohoven</a> (Bürger K. &#8211; Ein Dokumentarfilm über die Identitätsverwechslungen der Künstler-Aktivistengruppe Ztohoven).</p>
<p>Hier gibt&#8217;s den Trailer dazu:</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/nlLLU9i6onU?list=UUK7lTcy2htPADLUNx2Ih4Kg&amp;hl=de_DE" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Und auf ARTE lief vor einiger Zeit ein sehenswertes Porträt über die Gruppe und ihre Aktionen &#8211; dazu gehörten subversive Ampelmännchen, das Austauschen von Werbeplakaten und als Highlight eine vorgespielte atomare Explosion im tschechischen Frühstücksfernsehen: (2 Teile)</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/BksSF4oQe4Y?list=UUxvDdh3i-BNjrrot63BIYjg&amp;hl=de_DE" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe><br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/VBMIRXYAQfU?list=UUxvDdh3i-BNjrrot63BIYjg&amp;hl=de_DE" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em>(Dank für die Hinweise wiederum an Pavel!)</em></p>
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		<title>Podcast: Stimmen der Kulturwissenschaften mit Johannes Dillinger über Blutreliquien</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Oct 2012 08:39:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Meßner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Podcast]]></category>

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		<description><![CDATA[Einen Tag nach Christi Himmelfahrt findet jedes Jahr in Weingarten eine Reiterprozession zu Ehren des Heiligen Blutes Christi statt – eine Blutreliquie, die das Blut Jesu enthalten soll. Der sog. Blutritt ist einer der größten Kulte um eine Blutreliquie weltweit. Mit Geschichte(n) und Überlieferungen von und über Blutreliquien beschäftigt sich der Historiker Johannes Dillinger, der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Einen Tag nach Christi Himmelfahrt findet jedes Jahr in Weingarten eine Reiterprozession zu Ehren des Heiligen Blutes Christi statt – eine Blutreliquie, die das Blut Jesu enthalten soll. Der sog. Blutritt ist einer der größten Kulte um eine Blutreliquie weltweit. Mit Geschichte(n) und Überlieferungen von und über Blutreliquien beschäftigt sich der Historiker Johannes Dillinger, der in dieser Episode erklärt, was ihre Besonderheit ausmacht und warum es bei den Kulten um das Blut Jesu vor allem um die Ernte geht und sie den Vatikan nicht selten in Erklärungsnot bringen.</p>
<h3><a href="http://stimmen.univie.ac.at/2012/10/sdk43/" target="_blank">SdK 43: Johannes Dillinger über Blutreliquien</a></h3>
<p><a href="http://stimmen.univie.ac.at/2012/10/sdk43/"><img class="alignnone" src="http://stimmen.univie.ac.at/wp-content/uploads/2012/10/SdK43_Dillinger.jpg" alt="" width="480" height="360" /></a></p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/identifizierung/~4/kMz3L3OOT58" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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