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	<title>Blog für den kritischen Fußballfreund</title>
	
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	<description>Der Blog-Zirkel der Fußball-Presseschau indirekter-freistoss.de</description>
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		<title>Der pseudo-braun-weiße TV-Cop</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Mar 2013 15:19:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Martens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Prahl]]></category>
		<category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category>
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		<category><![CDATA[Münster]]></category>
		<category><![CDATA[PC-Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Tatort]]></category>

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		<description><![CDATA[Fußball, genauer: der FC St. Pauli, spielt im „Tatort“ aus Münster bekanntlich zumindest eine wichtige Nebenrolle, weil die Macher dem Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) eine St.-Pauli-Sympathie verpasst haben. Mit dem Autor Matthias Dell, der diesem „Tatort“ das Buch „Herrlich inkorrekt“ (das kürzlich auf eine Weise Aufmerksamkeit sich gezogen hat, die den Machern kaum lieb [...]<div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Fußball, genauer: der FC St. Pauli, spielt im „Tatort“ aus Münster bekanntlich zumindest eine wichtige Nebenrolle, weil die Macher dem Kommissar Frank Thiel (<em>Axel Prahl</em>) eine St.-Pauli-Sympathie verpasst haben. Mit dem Autor <em>Matthias Dell</em>, der diesem „Tatort“ das Buch <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kinoundfilm/1930523/">„Herrlich inkorrekt“</a> (das kürzlich auf eine Weise A<a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/langjaehrige-ard-krimireihe-mit-sechs-buchstaben-aber-nicht-vorsagen/">ufmerksamkeit sich gezogen hat</a>, die den Machern kaum lieb ist) gewidmet hat, lässt sich nun fragen: Wie konnte es dazu kommen, dass die Macher eines Krimis, der von <strong>„Kadettenhumor“ und „restaurativer Sehnsucht“ geprägt</strong> ist (wobei ein wesentlicher Teil der Popularität wohl daher rührt, dass diese Elemente auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar sind), sich eines Mythos bedienen, der ja eigentlich für ganz etwas <strong>anderes</strong> steht oder stehen solllte?</p>
<p><span id="more-2165"></span></p>
<blockquote><p>„In der grundsätzlichen Gestimmtheit des TATORT Münster ist eine ‚politisch inkorrekte‘ Lesart zum einen immer schon angelegt – während ‚die gute, alte Zeit‘ nostalgisch affirmiert wird, erscheint alles im Zusammenhang mit 1968 als suspekt“,</p></blockquote>
<p>schreibt Dell (<em>Disclosure</em>: Er ist, wie ich einer der vier Autoren der Medienkolumne <a href="http://weblogs.evangelisch.de/weblogs/d/Altpapier/">Altpapier</a>, die kürzlich mit dem <a href="http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=1602">Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik</a> ausgezeichnet wurde). Die Figur Prahl sei</p>
<blockquote><p>„ein Underdog, ein Aufsteiger, der seine Herkunft aber nicht verraten hat an Karrierestreben. Markantestes Attribut dieser gesellschaftlichen Stellung ist Thiels FC-St.-Pauli-Anhängerschaft, die offensiv thematisiert und im Laufe der Folgen durch die <strong>nahezu vollständige Merchandising-Palette</strong> (&#8230;) dokumentiert wird. Der FC St. Pauli versichert Thiel seiner Herkunft und korrespondiert durch den ihm eigenen Mythos und der damit verbundenen Sonderstellung in der deutschen Fußballlandschaft ideal mit Prahls Charakter. (&#8230;) Als Fahrstuhlmannschaft operiert der Klub an der (gesellschaftlichen) Schwelle, auf der auch Thiel zu verorten wäre: Für einen dauerhaften Verbleib in der ersten Liga (auf Thiel gewendet: in der ‚besseren Gesellschaft‘) reicht es nicht. (&#8230;)“</p></blockquote>
<p>Dass sich der Klub mittlerweile in eine historisch gesehen nicht einmal völlig ungewöhnliche Lage hineinmanövriert hat, in der erst einmal der kurzfristige Verbleib in der 2. Liga als Erfolg anzusehen wäre, tut dieser Argumentation keinen Abbruch. Zum Mythos St. Pauli oder, um es mit Dell zu sagen: der <strong>Erzählung</strong> und davon, was er/sie heute bedeutet, äußert sich der Autor so:</p>
<blockquote><p>„Kritisch ließe sich die Verlängerung dieser Erzählung in die Gegenwart als bloßes Markenbewusstsein lesen, das sich für einen <strong>politisch motivierten </strong>Gegenentwurf zum Profifußballgeschäft <strong>nicht interessiert</strong>, sondern in der Erzählung lediglich ein reizvolles Alleinstellungsmerkmal innerhalb der kommerziellen Sphäre Bundesliga entdeckt (&#8230;)“</p></blockquote>
<p>Wäre der Mythos nicht auf diese Weise „zivilisiert“ worden, hätte es die Figur Prahl in dieser Form nie geben können, argumentiert Dell. Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten Programm der ARD &#8211; das ist ein Sendeplatz, auf dem <strong>Gegenentwürfe</strong> (zu was auch immer) nichts zu suchen haben. Insofern ist im „Tatort“ aus Münster auch allenfalls „das Echo des Mythos“ zu spüren. Dieses</p>
<blockquote><p>„verortet den Kommissar <strong>nur scheinbar auf einer kritischeren Seite des politischen Spektrums</strong>. Die FC-St.-Pauli-Anhängerschaft von Thiel korrespondiert mit der ‚inkorrekten‘ Gestimmtheit des ganzen Entwurfs, insofern ihr die Irritation des ‚PC‘-Diskurses schon eingeschrieben ist: Sieht auf den ersten Blick links oder antirassistisch aus, ist sich bei näherem Hinsehen aber ‚keinen Deut besser‘ als dumpfe, intolerante Normalität.“</p></blockquote>
<p>Ein <strong>Sieht-auf-den-ersten-Blicks-links-aus-aber-Gefühl</strong> haben manche St. Pauli-Fans bereits aus den unterschiedlichsten Anlässen artikuliert, und auch Anhänger anderer Vereine äußern sich hin und wieder ähnlich, wobei die i.d.R. wesentlich schlechter argumentieren (falls sie es überhaupt tun). Aber interessant ist natürlich, dass man einen derartigen Eindruck auch <strong>auf Umwegen</strong> bekommen kann &#8211; dann, wenn man sich gar nicht mit Vorgängen rund um den Verein beschäftigt, sondern mit einer diffus konservativen TV-Fiction-Figur.</p>
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		<title>Die Parallelgesellschaft</title>
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		<comments>http://www.direkter-freistoss.de/2013/01/24/die-parallelgesellschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Jan 2013 15:16:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Martens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe für die aktuelle Ausgabe von konkret, die am Freitag erscheint, eine Kolumne zum Thema Fußball und Sicherheit geschrieben &#8211; und fast alles, was dazu gehört, also über Pyromanie, V-Leute und die sog. Gerichtsbarkeit des DFB. Der Text (Seite 41) steht nicht online (hier geht es zum Inhaltsverzeichnis), aber in diesem Theater gibt es [...]<div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ich habe für die aktuelle Ausgabe von <strong>konkret</strong>, die am Freitag erscheint, eine Kolumne zum Thema Fußball und Sicherheit geschrieben &#8211; und fast alles, was dazu gehört, also über Pyromanie, V-Leute und die sog. <strong>Gerichtsbarkeit</strong> des DFB. Der Text (Seite 41) steht nicht online (<a href="http://www.konkret-magazin.de/hefte/aktuelles-heft/articles/das-neue-heft.html">hier</a> geht es zum Inhaltsverzeichnis), aber in diesem Theater gibt es einen Teaser:</em></p>
<p>Der DFB hält es (&#8230;) für selbstverständlich, (&#8230;) Strafen zu verhängen, wenn im öffentlichen Raum &#8211; in einem Stadion, das oft genug direkt oder indirekt durch Steuern mitfinanziert wurde &#8211; jemand das Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnimmt. (&#8230;) Ein paar Kaninchenzüchterfunktionärstypen haben eine Parallelgesellschaft erschaffen, in der das Grundgesetz den Stellenwert eines Groschenromans hat. <strong>Juristische Parallelwelten</strong> existieren zwar nicht nur im Sport, auch Kirchen haben eine eigene Gerichtsbarkeit. Es gibt da aber einen wichtigen Unterschied: Wer dort kein Mitglied ist, dem kann die Rechtsprechung der Abergläubischen wurscht sein. Die Kollektivstrafen der <strong>Operettendiktatur DFB</strong> betreffen dagegen auch Bürger, die gar nicht Mitglied im Verband sind. </p>
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		<title>Süß wie Honig</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jun 2012 15:37:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Martens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Anlässlich der bevorstehenden EM heute ein Beitrag über das Elfmetertöten. Der Text stammt aus meinem Buch Elfmeter. Kleine Geschichte einer Standardsituation. Es handelt sich um eine gekürzte, leicht aktualisierte Version. Ein weiterer Text aus dem Elfmeter-Themenkomplex erscheint in der kommenden Woche in der Jungle World (Ausgabe 24/12) Auf den ersten Blick mag es kaum bemerkenswert [...]<div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Anlässlich der bevorstehenden EM heute ein Beitrag über das Elfmetertöten. Der Text stammt aus meinem Buch <a href="http://ballesterer.at/heft/weitere-artikel/rezensionen-12.html">Elfmeter. Kleine Geschichte einer Standardsituation</a>. Es handelt sich um eine gekürzte, leicht aktualisierte Version. Ein weiterer Text aus dem Elfmeter-Themenkomplex erscheint in der kommenden Woche in der <a href="http://jungle-world.com">Jungle World</a> (Ausgabe 24/12)<span id="more-2147"></span></em></p>
<p>Auf den ersten Blick mag es kaum bemerkenswert sein, dass <strong>Renate Bengen</strong> im August 2001, als sie beim ostfriesischen Kreisligaclub SV Hage das Tor hütete, drei Elfmeter in einem Pokalspiel pariert hat und innerhalb von vier Jahren insgesamt neun. Doch immerhin war ihr das zwischen ihrem 60. und 64. Lebensjahr gelungen &#8211; gegen Schützinnen also, die rund 40 Jahre jünger sind. Hinzu kommt, dass Bengen, die auch <a href="http://www.humboldt.de/pdf/leseprobe/9783869101699_LP.pdf">noch als 69-jährige</a> im Kasten stand, verglichen mit nahezu all ihren Torhüterkolleginnen und -kollegen ohnehin stark benachteiligt war. Sie ist nur 1,49 Meter groß.<br />
Bengen war zwar eine Exotin unter denen, die regelmäßig Elfmeter killen, aber sie hat mit vielen anderen Keepern gemeinsam, dass sie die Aufmerksamkeit der Fußballwelt lediglich durch diese besondere Fähigkeit auf sich gelenkt hat. Wer würde denn Paul Cooper kennen, hätte er für Ipswich Town in der Saison 1979/80 nicht acht von zehn Elfmetern gehalten? Wie grau sähe die Karriere Miroslav Dreszers ohne die beiden Schüsse aus, die er im November 2000 im Tor des Viertligisten 1. FC Magdeburg abgewehrt hat, um Bayern München aus dem DFB-Pokal zu kippen? Nicht zu vergessen <a href="http://www.worldrecordsacademy.org/games/First_goalkeeper_who_saved_four_consecutive_penalties_Helmuth_Duckadam_set_world_record_112237.html">Helmut Duckadam</a>, bei dem es sich übrigens nicht um den Torwart des 1. FC Entenhausen handelt. Am 7. Mai 1986 sorgte allein er dafür, dass Steaua Bukarest das Endspiel des Landesmeistercups gegen den CF Barcelona gewann. Nachdem ihn schon 120 Minuten lang niemand überwunden hatte, versagten Alesanco, Alonso, Marcos und Pedraza auch beim Penaltyschießen gegen Duckadam. Endstand: 2:0 &#8211; ein äußerst unübliches Ergebnis, wenn Spiele durch Elfmeterschießen entschieden werden.<br />
Was Torhüter leisten, die einen Elfmeter parieren, werde sträflich unterschätzt, motzt der englische Fußballbuchautor <strong>Francis Hodgson</strong>. Wer sagt, „der Torwart war in der richtigen Ecke, lobe nie sein Spielverständnis, seine Fähigkeit, sein Timing. Das heißt immer nur heißen, dass er bloß da war, nicht irgendwo anders. Wie der Laternenpfahl, den man mit seinem Auto streift“.<br />
Wer die Erfolge jener deutschen Torwächter betrachtet, die das Elfmetertöten bisher am besten beherrschten, ahnt, dass da nicht allein die Trainer schuld gewesen sein können. <strong>Andreas Köpke</strong> etwa hielt im Nationaltrikot 15 von 41 Elfmetern. Macht eine Erfolgsquote von 36,58 Prozent, was Francis Hodgson „unglaublich“ findet. Zu Recht, denn Köpke stand dabei ja nicht namenlosen oder mittelmäßigen Kickern gegenüber, sondern den jeweils stärksten ihres Landes.<br />
Der beste Töter in der Geschichte der Bundesliga ist <strong>Rudi Kargus</strong>. Er vereitelte insgesamt 23 von 76 Elfmetern &#8211; und in einer Saison, als er für den Karlsruher SC spielte, sogar drei von drei. Darüber hinaus landeten sechs weitere Elfmeter gegen ihn am Pfosten oder sonstwo &#8211; vermutlich, weil sich die Schützen vom Ruf des Vereitelungskünstlers hatten einschüchtern lassen. Künstler? Darf man in seinem Fall sagen, denn heute ist Kargus ja tatsächlich <a href="http://www.rudi-kargus.de/">Künstler</a>.<br />
Womöglich wäre die deutsche Fußballgeschichte ein bisschen anders verlaufen, wenn Helmut Schön <strong>1976 beim EM-Finale eine Eingebung gehabt</strong> und seine zweite Auswechslung bis zum Elfmeterschießen hinausgezögert hätte. Denn mit Kargus im Tor hätte die DFB-Elf größere Chancen gehabt, dieses zu gewinnen. Doch so musste der Elfmetertöter Kargus von der Bank aus tatenlos zusehen, wie sämtliche Tschechoslowaken den Kollegen Maier überwanden. „Nach dem Lupfer von Panenka habe ich mich gefragt: Wie wäre es wohl gewesen, wenn ich da im Tor gestanden hätte.“<br />
20 Jahre später zeigte ein Trainer namens Osvaldo Jaconi, dass ein Torwarttausch vor dem Elfmeterschießen ein Spiel entscheiden kann. In der 119. Minute des alles entscheidenden Aufstiegsspiels gegen Ascoli wechselte der eigenbrötlerische Coach des Drittligisten Castel di Sangro seinen 34-jährigen Reservekeeper Pietro Spinosa ein, obwohl der zwei Jahre lang überhaupt nicht gespielt hatte. Alle wunderten sich, doch tatsächlich parierte der Routinier zwei Elfmeter &#8211; darunter einen praktisch unhaltbaren -, und der Dorfclub Castel di Sangro stieg zum ersten Mal in die Serie B auf. Eine Erfolgsgeschichte, die damals auch international für Verblüffung sorgte. Joe McGinniss hat sie in einem <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/joe-mcginniss/das-wunder-von-castel-di-sangro.html">Buch</a> verewigt, und das hat vermutlich Mike Büskens gelesen &#8211; jedenfalls deutet sein <a href="http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_dfbpokal/newspage_533553.html">misslungener Schachzug</a> beim Pokal-Halbfinalspiel zwischen Fürth und Dortmund im März 2012 darauf hin.<br />
Normalerweise steht der Schütze unter Druck und nicht der Torwart. Normalerweise. <strong>Pascal Zuberbühler</strong>, 2002 Keeper beim FC Basel, erging es in jenem Jahr beim Pokalhalbfinalspiel gegen Young Boys zweimal etwas anders, und angesichts dieser Belastung ist seine Leistung in dem Spiel besonders hoch einzuschätzen. In der regulären Spielzeit verursachte Zuberbühler einen Strafstoß &#8211; den er aber anschließend hielt. Und im alles entscheidenden Penaltyschießen versagte der ehemalige Leverkusener als Schütze &#8211; den nächsten Elfer gegen sich hielt er trotzdem. Insgesamt verhinderte er vier Elfmetertore, so dass Basel mit 4:3 gewann.<br />
Gewissermaßen außer Konkurrenz tötete Michael Schjönberg &#8211; schließlich war er etatmäßiger Feldspieler. Im Mai 2000 musste er dennoch in den Kasten, weil sich beim Spiel seines 1. FC Kaiserslautern gegen den SC Freiburg beide etatmäßigen Keeper verletzt hatten. Umso mehr staunten oder lachten die Zuschauer, als der Freiburger Alexander Iaschwilli an dem dänischen Hobbytorwart scheiterte.<br />
Auch wer sehr oft Elfer hält, erinnert sich an einen besonders gern. <a href="http://observer.guardian.co.uk/osm/story/0,,626782,00.html">Mark Crossley</a> zum Beispiel, der in der Saison 98/99 für Nottingham Forest vier von fünf Strafstößen hielt. Besonders „stolz“ sei er auf einen Elfmeter, den er 1993 gegen den FC Southampton abgewehrt hat, sagt Crossley. Kein Wunder, denn der Schütze war Matt Le Tissier, und der hat an diesem Tag zum einzigen Mal in seiner Karriere versagt. Die übrigen 53 Elfmeter waren alle drin.<br />
Crossleys Erfolgsmethode: „Wenn man die Ausführung des Elfmeters möglichst lange hinaus zögert, verstärkt das noch den Druck auf den Schützen. Danach immer auf den Ball konzentrieren, in den Augen des Schützen zu lesen bringt nichts.“ Der Keeper gibt zu, dass manche Schützen nicht zu schlagen gewesen seien: „Eric Cantona war so einer. Er hat immer gewartet, bis man sich in einer Ecke geworfen hat. Er hat das im Training geübt, und er war so gut, dass er sich im letzten Moment immer noch anders entscheiden konnte.“<br />
Im internationalen Vergleich schneiden die Torhüter aus Brasilien auffällig gut ab. Der erste große Elfmetertöter, den das Land hervor brachte, war Gilmar, der Weltmeister von 1958 und 1962. Er hielt in 95 Auswahlspielen 13 Elfmeter. 1994 gewann die Selecao das WM-Finale gegen Italien und vier Jahre später das Halbfinale gegen die Niederlande, weil <strong>Claudio Taffarel</strong> im Penaltyschießen brillierte. Das aninmierte den Dichter Drummond Andrade zu religiös aufgeladenen Zeilen:</p>
<blockquote><p>„Der Heilige Tafarel, der da ist im Tor/<br />
Wie ein Schutzengel/<br />
Süß wie Honig/<br />
Der da unser Tor, unsere Hoffnung, unsere Freude verteidigt.“</p></blockquote>
<p>Heute beschäftigen bereiten sich die meisten Elfmeterkiller mit <strong>Statistik und Videorecherche</strong> vor. 2002 machte der südkoreanische Keeper <strong>Worn Jae Lee</strong> noch deutlich, dass er von solchen Dingen gar nichts hält. Vor dem WM-Viertelfinale gegen Spanien weigerte er sich, ein Video anzuschauen, auf dem alle Elfmeter, die der Gegner in jüngerer Vergangenheit geschossen hatte, zusammen geschnitten waren. Durch diese Bilder werde seine „Intuition“ beeinträchtigt, sagte Lee, und das war durchaus nachvollziehbar, denn in der koreanischen Liga war er aus sieben von sieben Elfmeterschießen als Held hervorgegangen &#8211; Spiele, in denen nach 90 Minuten noch kein Sieger gefunden ist, wurden dort zumindest damals im Shootout entschieden. Seine „Intuition“ half ihm auch gegen Joaquin, und deshalb kam Südkorea ins Halbfinale.<br />
Berühmt geworden sind natürlich auch Pokalspiele, in denen Underdogs sich gegen die Großen im Elfmeterschießen durchsetzten. Anstatt auf die Sensationen aus dem wirklichen Leben verweisen wir auf eine aus der fiktiven Welt. In <a href="http://www.krimi-couch.de/krimis/wolf-haas-der-knochenmann.html">Der Knochenmann</a>, einem Krimi des österreichischen Schriftstellers Wolf Haas, kommt es zwischen dem Fünftligisten Klöch und dem Zweitligisten Oberwart zu einem Shootout. Haas‘ lässt seinen Privatdetektiv Simon Brenner erzählen:</p>
<blockquote><p>„Bei Oberwart hat der ehemalige Nationalstürmer Bacher gespielt, der hat natürlich den ersten Elfer geschossen. Ins Kreuzeck. Herrlicher geht es nicht. Aber der Klöcher Tormann noch herrlicher, fischt den Ball aus dem Kreuzeck heraus. Was soll ich lange reden, die Klöcher Unterliga-Spieler verwandeln alle Elfer und werfen Oberwart aus dem Cup. Und so eine Euphorie ist natürlich ansteckend, da ist der Brenner auf dem Heimweg in einer völlig anderen Stimmung gewesen als auf dem Hinweg.“</p></blockquote>
<p>Der Keeper, der so heroisch Elfmeter getötet hat, wird im Verlauf des Plots übrigens verdächtigt, auch einen Menschen getötet zu haben.<br />
Als tragischer Held unter den Elfmeterkillern in die Geschichte eingegangen ist <strong>Willie Foulke</strong>, genannt „Little Willie“. Und auch wenn es auf den ersten Blick so wirken mag &#8211; im Gegensatz zum Könner aus Klöch ist er keineswegs ein Produkt der Literatur: „Little Willie“ kam 1876 in Sheffield auf die Welt, und somit profitierte er, regelhistorisch gesehen, von der Gnade der sehr frühen Geburt. Zu seiner Zeit waren die Torhüter noch nicht dazu verdammt, bei einem Elfmeter regungslos auf der Linie zu kleben, und deshalb ging Willie immer aus dem Tor, an die Grenze des Fünfmeterraums. Das irritierte die Schützen erheblich, zumal er brüllte und wild mit den Armen fuchtelte. Der Ball war nur schwer an ihm vorbei zu bekommen, denn tatsächlich war Willie eben nicht little , sondern sehr lang und sehr breit &#8211; und dennoch „gewandt wie eine Katze“, wie ihn 1905 der Autor der Chelsea-Stadionzeitung nannte. Der zweite Spitzname des Nationalspielers war „Fatty Foulke“, aber so nannte ihn niemand in seiner Anwesenheit, das wäre zu riskant gewesen.<br />
Nachdem er seine extravagante Spielerlaufbahn beendet hatte, tingelte er als Jahrmarktstattraktion durchs Land. Wer ein paar Cent übrig hatte, durfte gegen ihn Elfmeter schießen. Als er 1916 in Blackpool wieder einmal dabei war, für seinen Lebensunterhalt ein paar Elfer zu töten, starb „Little Willie“ &#8211; an den Folgen einer Lungenentzündung.</p>
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		<title>Birgit Prinz, du bist die beste Frau!</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 13:03:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Martens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Birgit Prinz]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenfußball]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist eigentlich die Alexandra Kraft für eine? Die Kollegin schreibt heute anlässlich des Abschiedsspiels von Birgit Prinz bei stern.de, die Spielerin habe nicht „verstanden, dass Fußball weit mehr als ein Spiel ist“. Die Autorin wirft Prinz in ihrem Karriere-Nachruf beispielsweise vor, diese habe Interviews „nicht leiden“ können. Falls die Aversion bei Prinz so groß [...]<div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist eigentlich die <em>Alexandra Kraft</em> für eine? Die Kollegin schreibt heute anlässlich des Abschiedsspiels von <em>Birgit Prinz</em> bei <a href="http://www.stern.de/sport/fussball/birgit-prinz-zum-abschied-eine-die-nie-verstanden-hat-1805718.html">stern.de</a>, die Spielerin habe nicht „verstanden, dass Fußball weit mehr als ein Spiel ist“. Die Autorin wirft Prinz in ihrem Karriere-Nachruf beispielsweise vor, diese habe <strong>Interviews</strong> „nicht leiden“ können. Falls die Aversion bei Prinz so groß war, dass sie Kraft niemals ein Interview gegeben hat, kann man angesichts dieses Artikels nur sagen: Herzlichen Glückwunsch! Die Stern-Frau kreidet der Kickerin des weiteren an, sie habe nicht „verstanden“, dass man sich als Star „gut verkaufen“ müsse. Sie habe „neben dem Platz <strong>versagt</strong>“. Kurz: Prinz müsse noch „<strong>erwachsen werden</strong>“, diagnostiziert die erwachsene Kraft. Auffällig ist, dass all das, was für Prinz spricht &#8211; die Aversion gegen Interviews, das Sich-nicht-verkaufen-wollen &#8211; hier gegen sie verwendet wird. Ob das nun symptomatisch ist für eine weit verbreitete Haltung im Sportjournalismus, weiß ich nicht, aber eine diesbezügliche prophylaktische Befürchtung kann ja nicht schaden. </p>
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		<title>Brauchen wir einen Konkurrenzverband zum DFB?</title>
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		<comments>http://www.direkter-freistoss.de/2012/03/01/brauchen-wir-einen-konkurrenzverband-zum-dfb/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Mar 2012 15:21:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Martens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitersport]]></category>
		<category><![CDATA[DFB]]></category>
		<category><![CDATA[DFB-Sportgericht]]></category>
		<category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category>
		<category><![CDATA[Utopien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mich gerade etwas länger mit dem Thema Arbeitersport beschäftigt (der Artikel erscheint im Laufe des März), und an diese Recherchen musste ich nun wieder bei der Debatte um das DFB-Urteil gegen den FC St. Pauli in Sachen Kassenrollenwurf denken. Von einer Episode aus der Geschichte der Arbeiterkulturbewegung zu einer Zuschaueraussperrung wegen eines missglückten [...]<div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mich gerade etwas länger mit dem Thema <a href="http://books.google.de/books/about/Die_Weimarer_Republik_und_der_Arbeitersp.html?id=QdiETCdck2QC&amp;redir_esc=y">Arbeitersport</a> beschäftigt (der Artikel erscheint im Laufe des März), und an diese Recherchen musste ich nun wieder bei der Debatte um das DFB-Urteil gegen den FC St. Pauli in Sachen <strong>Kassenrollenwurf</strong> denken.<span id="more-2135"></span><br />
Von einer Episode aus der Geschichte der Arbeiterkulturbewegung zu einer <strong>Zuschaueraussperrung</strong> wegen eines missglückten Versuchs, südländische bzw. südamerikanische Atmosphäre zu schaffen &#8211; das ist auf den ersten Blick ein sehr großer <strong>Gedankensprung</strong>, gewiss, also skizziere ich mal die Hintergründe: 1893 gründete sich der Arbeiterturnerbund (ATB), 1919 erfolgte die Umbenennung in Arbeitersportbund (ATSB), von dem sich 1930 noch der kommunistische Rotsport abspaltete. Der Arbeitersport stand für eine Alternative zur bürgerlich-nationalistischen Sportideologie. Es gab im Fußball auch eine <a href="http://www.direkteaktion.org/209/fussball-und-arbeiterkultur">Arbeiternationalmannschaft</a>, der Werkstatt-Verlag hat deren Geschichte im vergangegen Jahr veröffentlicht (Disclosure: Dort sind auch Bücher von mir erschienen).<br />
Im Frühjahr 1933 verboten die Nazis die Arbeitersportvereine und beschlagnahmten das Vermögen. Zählt man noch den katholischen DJK (1935 verboten) und die jüdischen Sportverbände Makkabi und Schild (1938 verboten) hinzu, kommt man auf eine Vielfalt von Sport-Massenorganisationen in den 20er und 30er Jahren. Es gab also Zeiten in Deutschland, in denen <strong>Alternativen zu den großen etablierten Sportorganisationen</strong> selbstverständlich waren.<br />
Und damit in die Gegenwart, in der es solche Alternativen bekanntlich nicht gibt. Das <strong>Sportgericht</strong> des DFB hat ein Urteil gefällt, das nach allen juristischen Maßstäben <strong>unhaltbar</strong> ist und erst recht nach moralischen und intellektuellen &#8211; auch der Begriff <a href="http://metalust.wordpress.com/2012/02/28/in-england-zum-beispiel-ist-es-relativ-ruhig-geworden-zum-kassenrollenwurfurteil/#more-3424">Klassenjustiz</a> sei hier gern einmal in die Debatte geworfen. Jenseits der <a href="http://www.publikative.org/2012/02/28/fusball-schwachsinn-dfb/">Parallelgesellschaft DFB</a> hätte so ein Urteil nirgendwo Bestand. Was man als Verein dagegen tun sollte, wissen Volljuristen besser, deshalb sei <a href="http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=6131">hiermit</a> auf einen verwiesen. Auch die Forderung, ggf. zivilrechtlich gegen das Urteil vorzugehen, steht im Raum. Erfreulicherweise.<br />
Aber ist nicht langsam der Zeitpunkt gekommen, ein paar Siebenmeilenstiefelschritte weiter zu denken? Hätten wir nicht lieber einen Verband, der Urteile fällt, die sich zumindest ansatzweise durch eine gewisse Plausibilität auszeichnen? Einen Verband, der vielleicht sogar eine gewisse Würde ausstrahlt? Unabhängig vom gerade aktuellen Problem des FC St. Pauli, gibt es ja genug Gründe, sich einen <strong>DFB-freien Fußball</strong> zu wünschen, man muss das in diesem Blog vermutlich nicht weiter ausführen. Zugespitzt gefragt: Brauchen wir einen <strong>Anti-DFB</strong>? Einen alternativen Verband? Ja. Ist das eine realistische Forderung? Nein, selbstverständlich nicht. Aber über Utopien nachzudenken, ist ja legitim. Und eine <strong>Fußball-Utopie</strong>, über die es sich nachzudenken lohnt, wäre ein eigenständiger Verband mit eigenem Ligensystem &#8211; wie es halt zu Arbeitersportzeiten der Fall war. Dieser Verband müsste sich auf ähnliche Weise ideologisch vom DFB absetzen wie einst der Arbeitersport. Was jetzt nicht heißen soll, dass sämtliche Positionen von einst auf heute übertragbar wären. Auch der Begriff Arbeitersport hat sich natürlich längst überlebt.<br />
Einem Verein wie dem FC St. Pauli, der &#8211; zumindest immer dann, wenn es gerade passt &#8211; seine Andersartigkeit betont, stünde es vielleicht gar nicht schlecht zu Gesicht, sich darüber Gedanken zu machen, unter welchen Bedingungen ein paar Generationen später Fußball gespielt wird oder gespielt werden könnte. Auf jeden Fall braucht es einen Verein, der damit anfängt.</p>
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		<title>Hany Ramzy: “Das war Politik, das hatte nichts mit Fußball zu tun”</title>
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		<comments>http://www.direkter-freistoss.de/2012/02/02/ramzy-al-masry-ahly-aegypten/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 17:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Fritsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Al-Ahly]]></category>
		<category><![CDATA[Al-Masry]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Hany Ramzy]]></category>
		<category><![CDATA[Tahrir-Platz]]></category>

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		<description><![CDATA[Telefonat mit dem Trainer der ägyptischen U23 über die tödlichen Krawalle im Stadion von Al-Masry direkter freistoss: Sie haben das Spiel am Fernseher verfolgt. Was haben Sie gesehen? Hany Ramzy: Schon in der Halbzeit sah man rund zehn Leute mit Feuer auf dem Spielfeld, aber das schien sich später wieder zu beruhigen. Doch direkt nach [...]<div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Telefonat mit dem Trainer der ägyptischen U23 über die tödlichen Krawalle im Stadion von Al-Masry<span id="more-2127"></span></em></p>
<p><strong>direkter freistoss</strong>: Sie haben das Spiel am Fernseher verfolgt. Was haben Sie gesehen?</p>
<p><strong>Hany Ramzy</strong>: Schon in der Halbzeit sah man rund zehn Leute mit Feuer auf dem Spielfeld, aber das schien sich später wieder zu beruhigen. Doch direkt nach Abpfiff ging der Wahnsinn los.</p>
<p><strong>df</strong>: Was genau?</p>
<p><strong>Ramzy</strong>: Hunderte von jungen Männern, manche vielleicht nicht einmal sechzehn Jahre alt, stürmten den Platz und die Blöcke, viele mit Messern bewaffnet. Sie griffen die Fans und Spieler von Al-Ahly an. Schnell machte die Nachricht von mindestens zwanzig Toten die Runde, später am Abend von noch viel mehr.</p>
<p><strong>df</strong>: <a href="http://www.zeit.de/sport/2012-02/aegypten-ultras-portsaid-tote">Es ist zu hören</a>, dass die Gewalt politisch motiviert gewesen sei.</p>
<p><strong>Ramzy</strong>: Ja. Das war eine geplante Aktion, das war politisch. Das hatte nichts mit Fußball zu tun. Die Polizei sah tatenlos zu, sie ließ einfach gewähren, dass Menschen starben. Es ist eine Schande für Ägypten.</p>
<p><strong>df</strong>: Die Ultras von Al-Ahly sollen am Tahrir-Platz an vorderster Front gekämpft haben. Mussten sie nun dafür büßen? Wer sind die Täter im Hintergrund?</p>
<p><strong>Ramzy</strong>: Niemand in Ägypten weiß das genau, nicht mal der Sicherheitschef der Regierung. Es gibt Mutmaßungen, dass die Leute des alten Regimes dahinter stecken. Die sind interessiert daran, im neuen Ägypten Unruhe zu stiften. Es kursiert andererseits auch das Gerücht, dass der Iran im Spiel ist. Das sind nun die großen Fragen, die sich unser Land stellen muss.</p>
<p><strong>df</strong>: Einige der beteiligten Spieler sollen gesagt haben, dass sie nie wieder Fußball spielen würden.</p>
<p><strong>Ramzy</strong>: Das ist in der ersten Reaktion absolut verständlich. Drei meiner Spieler sind von Port Said, einer von Al-Ahly. Mit einem habe ich gestern Nacht telefoniert. Sie sind unversehrt, aber stehen alle unter Schock. Sie haben viel Blut gesehen, Tote lagen in der Kabine. Es ist gut, dass die Liga bis auf weiteres abgesagt wurde. An Fußball sollte man erst mal nicht denken.</p>
<p><strong>df</strong>: Sie fahren mit ihrer Mannschaft im Sommer nach London zu Olympia. Oder ist das in Gefahr?</p>
<p><strong>Ramzy</strong>: Das glaube ich nicht. Aber unsere Testspiele werden wir alle auswärts austragen. Denn wir können von niemandem verlangen, nach Ägypten zu reisen, um ein Fußballspiel auszutragen.</p>
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		<title>Fünf Dinge, die wir aus der Hinrunde gelernt haben</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 17:22:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Asche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ernst Bloch hat über Vermutungen einmal sinngemäß geschrieben, dass sie am Ende selten praktisch bewiesen werden können und dass sie meist in der Versuchsgeschichte der Erkenntnis, der erkannten Irrtümer wandeln. Daher überlasse ich die wilden halb-saisonalen Titelprognosen und die apokalyptischen Untergangsszenarien für den SC Freiburg und den HSV anderen und schaue auf das, was war. [...]<div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ernst Bloch hat über Vermutungen einmal sinngemäß geschrieben, dass sie am Ende selten praktisch bewiesen werden können und dass sie meist in der Versuchsgeschichte der Erkenntnis, der erkannten Irrtümer wandeln. Daher überlasse ich die wilden halb-saisonalen Titelprognosen und die apokalyptischen Untergangsszenarien für den SC Freiburg und den HSV anderen und schaue auf das, was war.<span id="more-2113"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fünf Dinge, die wir aus der Hinrunde gelernt haben:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1. <strong>Lucien Favre ist ein exzellenter Trainer</strong>. Gegenargumente sind willkommen, aber wie sonst lässt sich diese herausragende Hinserie von Borussia Mönchengladbach erklären? Das Team hat sich im Kern nicht wesentlich zur Vorsaison verändert: Am letzten Spieltag vor der Winterpause standen bei der Borussia im Spiel gegen den FSV Mainz  10 Spieler auf dem Platz, die auch schon in den beiden Relegationsspielen gegen den VfL Bochum im Mai 2011 um Leben oder Tod spielten. Nachdem der Klassenverbleib der Fohlen schon den Fähigkeiten Favres zuzuschreiben war, kann man ihn nun nicht oft genug loben. Eine taktisch hervorragend eingestellte Mannschaft und eine Menge Selbstvertrauen lassen erkennen, woran der 54-jährige Schweizer in der Sommerpause gearbeitet hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>2. <strong>Torhüter dürfen sich nicht mehr schwer verletzen</strong>. René Adlers langwierige Knieverletzung hat ihn in Leverkusen in Rekordzeit aufs Abstellgleis katapultiert, obwohl er einst als kommender Stern am Torhüterhimmel gefeiert wurde. Dieser Stern ist jetzt Manuel Neuer und René Adler längst abgelöst von Jungstar Bernd Leno. Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, heißt es oft. Treffender als im Fall Adler geht es kaum, gerade international spielende Clubs können sich keine langen Ausfallphasen von Leistungsträgern leisten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>3. <strong>Geld schießt in Wolfsburg keine Tore</strong>. Felix Magath hat in der Hinrunde demonstriert, wie man es schafft, ein Team innerhalb kürzester Zeit vom Zustand der ungeschminkten Lethargie in einen unpassend zusammengewürfelten neongrünen Haufen zu verwandeln, dessen Resultate nicht ansatzweise das ausgegebene Geld rechtfertigen. <a href="http://www.haz.de/Nachrichten/Sport/Fussball/Nach-Hoffenheim-verpflichtet-auch-der-VfL-Wolfsburg-einen-13-Jaehrigen">Nun probiert es Magath mit einer Verjüngungskur</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>4. <strong>Lukas Podolski ist die Lebensversicherung des 1.FC Köln</strong>. Hört sich stark nach Stammtisch an, ist aber so. Zum ersten Mal hat Podolski in Köln konstante gute Leistungen gezeigt, was sich auch in seiner Statistik widerspiegelt: 14 Tore und 5 Vorlagen in 16 Spielen bedeuten, dass er an über zwei Dritteln der Kölner Tore direkt beteiligt war. Pech nur für die FC-Verantwortlichen, dass sonst kein anderer Kölner Profi auch nur annähernd an das Niveau von Podolski herankommt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>5. <strong>Als Trainer sollte man sich niemals seinen Arbeitgeber auf den Arm tätowieren lassen</strong>. Markus Babbel wird sich bei seiner nächsten Station als Trainer zwei Mal überlegen, ob er sich wieder mit Tinte auf die Haut kritzeln lässt. Ein Lösungsvorschlag: Einen anderen Club trainieren und gleichzeitig auf Schmerzen verzichten kann Babbel nur, wenn er zu den Bayern zurückgeht. Oder an die Anfield Road. Oder zum VfB Stuttgart. Oder zum HSV. Oder zum TSV Gilching …</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>===========================================</p>
<p>Wollen Sie fit in die Rückrunde starten? Hier gibt es <a href="http://www.trainingsworld.com/trainingsplaene/laufen/">interessante Trainingspläne online</a>.</p>
<p>===========================================</p>
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		<title>Wie das Internet die Sportberichterstattung verändert hat  …</title>
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		<comments>http://www.direkter-freistoss.de/2011/10/10/wie-das-internet-die-sportberichterstattung-verandert-hat/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 07:22:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Martens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category>
		<category><![CDATA[Hartplatzhelden]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Eger]]></category>
		<category><![CDATA[Smartphones]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Sport und Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sportberichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; und wem der Sport quasi „gehört“, das ist aus guten Gründen in diesem Blog oft Thema gewesen, zuletzt hier. Auf zahlreiche Aspekte aus diesem Themenkomplex gehe ich nun in dem Beitrag Social Sport? Wie sich Berichterstattung und Rechtelage im Zeitalter von Twitter, Flickr und Smartphones verändert haben ein, erschienen in dem neuen Buch Sport [...]<div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; und wem der Sport quasi „gehört“, das ist aus guten Gründen in diesem Blog oft Thema gewesen, zuletzt <a href="http://www.direkter-freistoss.de/2011/08/27/hartplatzhelden-republica-bgh/">hier</a>. Auf zahlreiche Aspekte aus diesem Themenkomplex gehe ich nun in dem Beitrag <strong>Social Sport? Wie sich Berichterstattung und Rechtelage im Zeitalter von Twitter, Flickr und Smartphones verändert haben</strong> ein, erschienen in dem neuen Buch <a href="http://www.halem-verlag.de/shop/product_info.php/products_id/235">Sport und Medien. Eine deutsch-deutsche Geschichte</a>. Es geht unter anderem &#8211; einige Zwischenüberschriften seien hier mal zitiert &#8211; um „die Demokratisierung der Produktionsmittel“ und den „Sportler als Berichterstatter“. Und auch darum, warum ein bestimmtes Interview mit Marcel Eger (früher St. Pauli, heue Brentford) nie erschienen ist. Die erste Fassung meines Textes entstand für <a href="http://www.direkter-freistoss.de/2010/02/05/sport-und-medien-eine-deutsch-deutsche-geschichte/">diese Tagung</a> in Köln. Und bei <a href="http://www.digitalmediawomen.de/2011/04/01/social-media-club-hamburg-thema-sport/">dieser Veranstaltung</a> des <strong>Social Media Club Hamburg</strong> vor etwas mehr als einem halben Jahr konnte man bereits einen Vorgeschmack auf den Buchbeitrag bekommen. </p>
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		<item>
		<title>Hartplatzhelden: Die Zeit der Ungewissheit ist vorbei</title>
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		<comments>http://www.direkter-freistoss.de/2011/08/27/hartplatzhelden-republica-bgh/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 27 Aug 2011 15:11:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Fritsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit mehr als vier Monaten Verspätung möchte ich einen Beitrag über die republica nachreichen, bei der ich auf einem Podium teilgenommen habe und unter anderem über den Hartplatzhelden-Prozess referiert und diskutiert habe. Mit dem renommierten Internetkongress republica verbinde ich eine witzige, bewegende und einschneidende Anekdote. Es war im April 2009, ich besuchte das Panel Blog [...]<div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit mehr als vier Monaten Verspätung möchte ich einen Beitrag über die republica nachreichen, bei der ich auf einem Podium teilgenommen habe und unter anderem über den Hartplatzhelden-Prozess referiert und diskutiert habe<span id="more-2069"></span>. Mit dem renommierten Internetkongress republica verbinde ich eine witzige, bewegende und einschneidende Anekdote. Es war im April 2009, ich besuchte das Panel Blog und Recht. Es ging um Persönlichkeitsrecht, Bildrecht, Zitatrecht, Urheberrecht. Die zwei Referenten spulten das Programm (im besten Sinne) souverän und mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis ab. Gegen Ende fragte ein Zuhörer die beiden, ob sie den Fall Hartplatzhelden kennen würden. Einer, Thorsten Feldmann, änderte spontan seinen Aggregatzustand. „Allerdings!“, sagte er mit drei Ausrufungszeichen, „ich will eins vorwegschicken: Ich glaube an die deutsche Justiz.“ Und sagte damit, dass er den Glauben ein wenig verloren hat. Er fuhrt fort: „Aber wie diese beiden Urteile zustande kamen, das ist &#8230;“  Feldmann schickte hinterher, dass man die Worte, mit denen er seiner Entrüstung ausdrückte, nicht zitieren möge.</p>
<p>Mit diesen beiden Urteilen meinte Feldmann die Urteile des Landgerichts und des Oberlandesgerichts Stuttgart, die beide dem Württembergischen Fußballverband Recht gaben und der Website hartplatzhelden.de verboten hatten, von Privatleuten gedrehte Videos von Amateur- und Jugendfußballspielen im Internet zu zeigen. Das sei angeblich unlauterer Wettbewerb, weil ein Fußballspiel eine Leistung des Verband sei. Dem DFB soll also der Fußball gehören. Feldmann hielt diese Entscheidungen für skandalös, es war der erste Fall, zu dem er gleich zwei Aufsätze in Fachpublikationen geschrieben hatte. Beides Verrisse.</p>
<p>Am Ende seiner mehrminütigen Suada fragte Feldmann, ob jemand die Seite kennen würde. „Ja“, sagte ich aus der letzten Reihe, „ich habe sie gegründet.“ Applaus, fast schon Jubel aus dem Plenum.</p>
<p>Das tat gut, denn wir, die Hartplatzhelden GmbH, hatten wenige Wochen zuvor die zweite juristische Niederlage hinnehmen müssen. Uns blieben noch zwei Wochen, um in Revision zu gehen – vor den Bundesgerichtshof. Eine schwere Entscheidung, denn es ging auch um viel Geld. Inzwischen ist alles gut ausgegangen, der BGH entschied im Oktober 2010, dass die beiden Urteile aus Stuttgart das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Experten sprechen von einem Satz Ohrfeigen für die Stuttgarter Richter. Das Filmen von Amateurspielen, so der BGH, ist nicht verboten, daher ist es auch nicht verboten, die entsprechenden Videos im Internet zu zeigen. Die Hartplatzhelden ahmen keine fremde Leistung nach, schon gar nicht welche des Verbands. Wettbewerb muss er hinnehmen, Wettbewerb muss frei sein.</p>
<p>Seitdem verbinde ich Angenehmes mit der republica. Denn ohne diese unerwartete Motivationsrede von  Thorsten Feldmann, den ich vorher nicht kannte, wäre ich vielleicht nicht in Revision gegangen. Zwei völlig falsche und ungerechte Urteile hätten noch heute Bestand. Urteile, die nicht nur für mich, nicht für die Hartplatzhelden Konsequenzen gehabt hätten. Jeder Zeitungsredaktion hätten die Verbände verbieten können, Videos vom Kreisligaschlager zu senden. Jedem stolzen Vater hätten sie untersagen können, den gefilmten Sololauf auf Youtube hochzuladen. Oder gegen Lizenzgebühren zu erlauben. Vielleicht klingt das absurd, aber genau das führten die kleinen Sepp Blatters aus dem Ländle im Schilde. Und wer weiß, ob sich nicht andere Sportverbände ein Beispiel daran genommen hätten?</p>
<p>Und wer weiß, ob sich dieses Rechtsverständnis auf Sport beschränkt hätte? Eventuell wäre es auch irgendwann verboten worden, ein Feuerwerk am Brandenburger Tor zu filmen, weil die Stadt Berlin sich in ihrer Funktion als Veranstalter in ihrer Vermarktungspolitik eingeschränkt sieht. Doch der BGH hat dem Treiben ein Ende gesetzt, hat Veranstalterrechten und Leistungsschutzansprüchen Grenzen gezogen. Der BGH hat dem Internet ein großes Stück Freiheit geschenkt. Der BGH versteht das Internet. Ist das nicht ein beruhigendes Zeichen?</p>
<p>Das Internet ist die ideale Plattform für Amateursport, weil er (ökonomisch gesprochen) ein Long-Tail-Produkt ist: viele tausende kleine Zielgruppen. Und gerade bei Bewegtbildern spielt der Sport seine Vorteile aus, selbst wenn oder gerade weil sie nicht im Hochglanz produziert sind wie in der sterilen Bundesliga. Im Jahr 2006, als wir hartplatzhelden.de „launchten“ war die Praxis, Fußballspiele zu filmen und zu veröffentlichen, noch nicht verbreitet. Heute setzt sie sich zunehmend durch, auch wenn die meisten Spiele noch nicht gefilmt werden. Doch der Sport an der Basis sollte es als Chance begreifen, als Chance zur Vermarktung und zur Verbreitung. Eine Erkenntnis aus der Mediengeschichte besagt: Worüber geschrieben wird, was gesendet wird, gewinnt an Bedeutung. Und wer sich ab und an im Amateurfußball herumtreibt, wer auf Deutschlands Hartplätzen zugegen ist, weiß, dass dieser Sport an Bedeutung zulegen muss. Es kommen kaum noch Zuschauer.</p>
<p><object codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=8,0,0,0" class="video" type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.hartplatzhelden.de/static/flash/flvplayer_3.16.swf" flashvars="file=http://www.hartplatzhelden.de/w/video/hph/2011/04/16/20110416rueckfallzieher.flv&amp;autostart=false&amp;callback=http://www.hartplatzhelden.de/swfplayer_stats.php&amp;usefullscreen=true&amp;logo=http://www.hartplatzhelden.de/static/img/hph11/video_logo.jpg&amp;enablejs=true&amp;image=http://www.hartplatzhelden.de/w/video/hph/2011/04/16/20110416rueckfallzieher.png" width="480" height="322" wmode="transparent" allowfullscreen="true"><param name="movie" value="http://www.hartplatzhelden.de/static/flash/flvplayer_3.16.swf?file=http://www.hartplatzhelden.de/w/video/hph/2011/04/16/20110416rueckfallzieher.flv&amp;autostart=false&amp;callback=http://www.hartplatzhelden.de/swfplayer_stats.php&amp;usefullscreen=true&amp;enablejs=true&amp;image=http://www.hartplatzhelden.de/w/video/hph/2011/04/16/20110416rueckfallzieher.png"/><param name="allowFullScreen" value="true" /><p class="no_flash">Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.<br /><a href="http://www.adobe.com/shockwave/download/download.cgi?P1_Prod_Version=ShockwaveFlash" class="extern" title="externer Link: http://www.adobe.com/shockwave/download/download.cgi?P1_Prod_Version=ShockwaveFlash">Flash-Player aktualisieren</a>.</p>
<p>        </object>        </object></p>
<p>Das war auch ein Thema auf der republica 11, ich war dort mit einigen anderen aus der Fußballwelt auf dem Panel <em>Vom Supporter zum Reporter</em>, moderiert von Alexander Endl, dem Blogger von <a href="http://www.clubfans-united.de/">Clubfans United</a>. Fußball spielt eine untergeordnete Rolle auf der republica. Auch deutsche Profivereine vernachlässigen das Internet und die Kanäle der sozialen Medien. Ich glaube, das liegt daran, dass der ökonomische Vorteil noch nicht erkennbar ist. Den Bundesligavereinen geht es gut, vielleicht zu gut. Die Leute rennen ihnen die Bude ein.</p>
<p>Ganz anders im Amateurfußball. Daher finde ich folgende Frage viel erklärungsbedürftiger: Warum macht der Amateursport, der auf jeden Zuschauer und jeden Euro angewiesen ist, so wenig auf Facebook, Twitter und Youtube? Wo die Produktion doch so einfach und billig ist. Vielleicht ist das ja ein spannendes Thema für eine der nächsten republicas.</p>
<p>Ob Sport und Fußball künftig eine größere Rolle auf der republica spielen oder nicht – ich werde die Entwicklung dieser Tagung verfolgen, denn ich verbinde mit ihr eine sehr angenehme Erfahrung. Allerdings hätte mich eine Niederlage vor dem BGH enorm viel Geld kosten können. Offen gesprochen hätte ich mir von der digitalen Szene in der Zeit der Ungewissheit mehr Unterstützung gewünscht, gar nicht mal finanziell, sondern in der Währung Aufmerksamkeit. Aber es ging ja auch so, dank neutraler Schiedsrichter.</p>
<p>In der <a href="http://www.brandeins.de/archiv/magazin/heimliche-helden/artikel/fussball-gehoert-allen.html">August-Ausgabe der <em>brand eins</em></a> ist ein langer Bericht von mir über den Prozess erschienen.</p>
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		<title>Bayern München: Bei Heynckes gehen die Lampen an</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 13:57:00 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Wer am Mittwoch die Möglichkeit hatte, Bayern gegen Zürich und danach Barca gegen Real hintereinander zu sehen, bekam einen Eindruck davon, wie weit der FC Bayern von der internationalen Spitze entfernt ist<span id="more-2085"></span>.</p>
<p>Auf der einen Seite ein teilweise lustloses Ballgeschiebe ohne Dynamik (Bayern), auf der anderen Seite ein Fußballfeuerwerk mit herausragenden Individualisten und Kombinationen (Barcelona, auch Madrid). Man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, wie sich der FC Barcelona immer wieder aus brenzligen Situationen befreite, sich neue Räume schaffte, und auf jede Frage eine Antwort hatte, die nie dem Zufall überlassen schien.</p>
<p>Das alles hatte man bereits im Champions-League-Endspiel gegen Manchester United gesehen. Nur war Real Madrid, wie auch schon im Hinspiel um den spanischen Supercup, ein fast ebenbürtiger Gegner, der dem rauschenden Ballkollektiv, teilweise taktische Finesse, gegen Ende des Spiels leider nur noch Brutalität entgegensetzen konnte. Insbesondere Pepe vermieste einem durch sein unfaires Verteidigen und dauerndes Lamentieren die Freude.</p>
<p>Man kann den FC Barcelona als Fan bewundern, als Anhänger vergöttern. Als Gegner verzweifelt man und hadert mit dem Schicksal, warum man selbst als Weltklassemannschaft fast keine Chance hat. Wie will man diesen perfekten Ballstafetten beikommen, wie Messi bremsen, wie überhaupt den Ball gewinnen?</p>
<p>José Mourinho hat darauf mit Madrid teilweise eine Antwort gefunden, die sich in den Klassikern der letzten Saison bereits angedeutet hatte: Härte, an der Grenze zur Körperverletzung. Madrid spielte zwar viel offensiver als in den letzten Begegnungen und kombinierte teilweise sehr ansehnlich, aber man hatte nie den Eindruck, dass sie das Spiel gewinnen könnten. Barcelona wiegt den Gegner meist in Sicherheit, indem die Mannschaft verspielt wie ein Welpe wirkt. Doch wenn es sein muss, schlagen die Mannen von Trainer Guardiola zu und entblößen jede Schwachstelle beim Gegner.</p>
<p>Auch wenn Jupp Heynckes nach dem Spiel gegen Zürich nicht unbedingt an Barcelona dachte, sah man ihm an, welch enorme Aufgabe auf ihn zukommt. Alles soll anders und besser werden, der Anspruch ist enorm, und der Präsident des Vereins sitzt ihm im Rücken oder vielleicht schon in der Kabine.</p>
<p>Selbst die nicht besonders kritische Frage, ob es ein Problem sei, den Torschützenkönig der letzten WM auf die Bank zu setzen, lies in Heynckes&#8217; Gesicht alle Lampen angehen. vorbei war es mit der Souveränität des ehemaligen Trainers von Real Madrid. Es ist zu vermuten, dass der deutsche Rekordmeister vor einer weiteren durchschnittlichen Saison steht. Vielleicht holt er einen nationalen Titel, doch die Herren im Vorstand wird das nicht befriedigen. Bei den Bayern ist der Druck besonders hoch, zumindest einen Titel zu gewinnen, die Fans und die Medien fordern das.</p>
<p>Es wäre interessant, wie die Medien und die Fans reagieren, wenn der Vorstand von einem Übergangsjahr und einem langfristigen Konzept sprechen würde, etwas was man entwickeln will, etwa eine Spielidentität, die nicht nur aus „mir-san-mir“ besteht. Der FC Barcelona gewann übrigens in der Zeit seiner größten Umstrukturierung zwischen 1999 und 2005 keinen einzigen Titel.</p>
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