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	<title>Das empathische Gehirn</title>
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	<description>Empathie und Kommunikation in Zeiten moderner Hirnforschung</description>
	<lastBuildDate>Thu, 07 Jul 2011 07:50:02 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Liaison der Disziplinen, gespiegeltes Wissen und ein Stück veränderte Welt</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jul 2011 07:48:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nadia Zaboura]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn und Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen aufeinander treffen, wird man als Zuschauer regelmäßig Zeuge des folgenden Phänomens: der mit harten, empirischen Fakten arbeitende Naturwissenschaftler spricht über Näherungswerte, Amplituden oder statistische Besonderheiten. Konträr dazu der Geistes- wissenschaftler: Er konzentriert sich in seiner Forschung gerade nicht auf allgemeine Gesetze, sondern auf das Besondere, auf das Individuelle. Vertreter beider Disziplinen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/05/neurotherapy_symposium_congedo_mirrorneuron.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-316" title="neurotherapy symposium congedo mirror neuron" src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/05/neurotherapy_symposium_congedo_mirrorneuron-300x225.jpg" alt="neurotherapy symposium congedo mirror neuron" width="300" height="225" srcset="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/05/neurotherapy_symposium_congedo_mirrorneuron-300x225.jpg 300w, http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/05/neurotherapy_symposium_congedo_mirrorneuron-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Wenn Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen aufeinander treffen, wird man als Zuschauer regelmäßig Zeuge des folgenden Phänomens: der mit harten, empirischen Fakten arbeitende Naturwissenschaftler spricht über Näherungswerte, Amplituden oder statistische Besonderheiten. Konträr dazu der Geistes- wissenschaftler: Er konzentriert sich in seiner Forschung gerade nicht auf allgemeine Gesetze, sondern auf das Besondere, auf das Individuelle. Vertreter beider Disziplinen können sich lange, wirklich lange unterhalten, ohne sich anzunähern &#8211; und das auf hohem intellektuellen Niveau.</p>
<p>Am 14. Mai 2011 haben sieben Wissenschaftler bewiesen, dass es anders geht. Nämlich so: auf einer wissenschaftlichen Konferenz zu sprechen. Miteinander. In Zürich. Beim &#8222;<a title="2nd Neurotherapy Symposium" href="http://www.uni-que-neurotherapy.ch/?p=referenten">2nd Neurotherapy Symposium</a>&#8222;, geschmückt mit dem programmatischen Untertitel &#8222;Von der gemeinsamen Gestaltung der Welt durch Neuro- und Geisteswissenschaft&#8220;. Und es hat alles beinhaltet, was ein gutes Symposium beinhalten sollte: Mit Magnetspulen erzeugter Autismus, das Sezieren der hyper-aktivierten Gesellschaft und wundervoll menschliches Versagen, gekürt mit echtem Improvisationstalent.</p>
<p><strong>EIN RÜCKBLICK<br />
</strong></p>
<p><strong>Die Diktatur der Gegenwart.<br />
</strong></p>
<p><a href="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/06/DSC_5975.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-324" title="2nd_neurotherapy_symposium_mirror_neurons_zaboura" src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/06/DSC_5975-300x199.jpg" alt="2nd_neurotherapy_symposium_mirror_neurons_zaboura" width="300" height="199" srcset="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/06/DSC_5975-300x199.jpg 300w, http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/06/DSC_5975-1024x680.jpg 1024w, http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/06/DSC_5975.jpg 1280w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Hand auf´s Herz: Wird es die Generation, die jetzt heranwächst, besser haben als unsere?<br />
Professor <a title="Homepage KWI Harald Welzer" href="http://www.kwi-nrw.de/home/profil-hwelzer.html">Harald Welzer</a> analysiert im Projektverbund &#8222;KlimaKultur&#8220;, weshalb jeder vom kleinst möglichen Carbon Footprint träumt, aber kaum jemand etwas dafür tut. Welzer erforscht, wie die Folgen des Klimawandels mit sozialer Verantwortung verknüpft sind. Dass unser nach Echtzeit strebendes Leben Empathiefähigkeit annähernd ausschließt, wurde schon nach wenigen Minuten Vortragszeit kristallklar: Schnurrt die Zeit um den postmodernen Menschen zusammen auf das <strong>Hier &amp; Jetzt</strong>, kann ein verantwortungsvoller, nachhaltiger Umgang mit Ressourcen nicht stattfinden. Und: versagen wir uns Zeitfenster zur Selbstreflektion, können wir weder eigene noch Bedürfnisse anderer wahrnehmen &#8211; erst recht nicht die eines <em>zukünftigen </em>anderen. Zum Beispiel die Bedürfnisse unserer Kinder in 30 Jahren. Diese Asynchronität des Lebens wird nochmals verschärft durch die Kopplung mit dem Wachstumsparadigma westlicher Kulturen, dem Heilsversprechen des ewigen Wachstums &#8211; wirtschaftlich, politisch, individuell. Eingeschlossen im Moment &#8211; ein bedrückendes kollektives Locked-in-Syndrom.</p>
<p><strong>Neuronale und mentale Schwingungen.</strong></p>
<p>Neben der empathischen (Un-)Fähigkeit zogen sich zwei weitere rote Fäden durch das  Symposiumsprogramm: Spiegelneurone und Neurofeedback. Spiegelnde Nervenzellen müssten den Lesern dieses Blogs bekannt sein, deshalb der Direktschwenk zum Neurofeedback: &#8222;Beim Neurofeedback werden Gehirnstromkurven (EEG-Wellen) von einem Computer in Echtzeit analysiert, nach ihren Frequenzanteilen zerlegt und auf einem  Computerbildschirm dargestellt. (&#8230;) Dem Probanden ist es dabei möglich, durch Rückmeldung des eigenen  Hirnstrommusters eine bessere Selbstregulation zu erreichen&#8220;, liest man bei Wikipedia.</p>
<p><strong>Gehirnwellen go Games.</strong></p>
<p>Dr. Marco Congedo machte N<a href="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/IMG_2455.jpg"><img class="size-medium wp-image-325 alignleft" title="2nd_neurotherapy_symposium_brain_invaders_congedo" src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/IMG_2455-300x225.jpg" alt="2nd_neurotherapy_symposium_brain_invaders_congedo" width="300" height="225" srcset="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/IMG_2455-300x225.jpg 300w, http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/IMG_2455-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>eurofeedback erlebbar; und das selten unterhaltsam. Er zeigte in seinem Vortrag, wie neue Technologien Hirnforschung und Rehabilitation revolutionieren. Das Basiswissen: Bildgebende Verfahren &#8211; diese bunt eingefärbten Schädel-Bilder &#8211; werfen erweiterte Blicke ins Gehirn und entwerfen neue Deutungsmuster für Neuronenaktivitäten.  Der Prozess: Das Nervenzellenfeuern wird bei allen bildgebenden  Verfahren erfasst, visualisiert und wissenschaftlich analysiert.</p>
<p>Auf Basis bildgebender Verfahren kreiert <a title="Homepage Marco Congedo" href="http://sites.google.com/site/marcocongedo/">Congedo</a> am CNRS GIPSA-lab Computerspiele, die sich mit dem Gehirn steuern lassen: Aus <em>Space Invaders</em> werden <em>Brain Invaders</em>. Der Spieler setzt sich eine Elektroden-Kappe auf, wird an das EEG (Elektroenzephalografie) angeschlossen und kann nach kurzem Training beeinflussen, was auf dem Bildschirm vor ihm passiert. In diesem Fall: Angreifer aus dem All abschießen &#8211; mit Gehirnwellen. Das macht nicht nur Sinn für ein Spieleerlebnis ohne Nunchuck, Mouse, Keyboard oder Joystick. Sondern auch für therapeutische Zwecke. ADHS-Patienten oder auch Autisten können die erlernte Gehirnwellen-Steuerung zur Rehabilitation nutzen. Sei es, um sich in entspannte oder in konzentrierte &#8222;states of mind&#8220; zu versetzen.</p>
<p><strong>Artifizieller Autismus.</strong></p>
<p>Und dann war da noch der <a href="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/IMG_2475.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-326" title="2nd_neurotherapy_symposium_tms_mirrorneuron_Pineda" src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/IMG_2475-300x225.jpg" alt="2nd_neurotherapy_symposium_tms_mirrorneuron_Pineda" width="299" height="224" srcset="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/IMG_2475-300x225.jpg 300w, http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/IMG_2475-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 299px) 100vw, 299px" /></a>Wissenschaftler <a title="Homepage Jaime Pineda" href="http://bci.ucsd.edu/Pineda/Home.html">Jaime Pineda</a>, der sich durch fünfminütige magnetische Einwirkung zum Autisten machte. Das geht dank der Technologie TMS. Kurz für transkranielle Magnetstimulation, wirken bei dieser Methode starke Magnetfelder direkt auf das Gehirn ein &#8211; hemmend oder aktivierend.</p>
<p>Auf die Frage wie sich 15 Minuten Autismus anfühlen, antwortete Professor Pineda: Für ihn war kein Unterschied spürbar. Allerdings zeigen Gesichtserkennungsversuche vor, während und nach diesen 15 Minuten, dass er während der autistischen Phase erhebliche Defizite hatte, Gefühle in menschlichen Gesichtern zu lesen.</p>
<p><strong>Simultan-Spiegelung.</strong></p>
<p>Neben der inhaltlichen Vielfalt der Veranstaltung noch ein charmantes Detail: vor der Schnelligkeit und dem Fachtermini-Feuer der englischen Referenten mussten die Simultan-Übersetzer schlicht aufgeben. Dafür übernahm eine anwesende Doktorandin Satz für Satz die Übersetzung &#8211; und zeigte, wie schnell sich Menschen verbal, mimisch und gestisch aufeinander einschwingen können. Dieser kleine Mosaikstein, die Interdisziplinarität  der Referenten und der thematische Brückenbau von Wissenschaft in Lebenspraxis ließen die Teilnehmer am Ende der Veranstaltung spürbar verändert aus dem Universitätsspital Zürich strömen.</p>
<p>Ein Dank geht an die Organisatorin Marietta Chatzigeorgiou für die Einladung zu diesem interessanten Symposium. In der Vorbereitung auf Impulsvortrag und Panelmoderation und speziell durch den wissenschaftlichen Austausch vor Ort konnte ich neues Wissen und Inspiration mitnehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Linktipps</strong></p>
<p>2nd Neurotherapy Symposium<br />
<a title="Webseite 2nd Neurotherapy Symposium" href="http://www.uni-que-neurotherapy.ch/" target="_blank">Handouts ausgewählter Vorträge (linke Spalte)</a><strong><br />
</strong></p>
<p>Nachhaltigkeit<br />
<a title="KWI KlimaKultur" href="http://www.kwi-nrw.de/home/projektbereich-3.html" target="_blank">KWI &#8211; KlimaKultur</a><br />
<a title="Wuppertal Institut" href="http://www.wupperinst.org/" target="_blank">Wuppertal Institut</a></p>
<p>Brain Computer Interfaces<br />
<a title="Brain Invaders YouTube" href="http://www.youtube.com/watch?v=ObZlA0wibKY">Brain Invaders bei YouTube<br />
</a><br />
</br><br />
<strong>Popkulturelles Kontextwissen</strong></p>
<p><a title="Brain Invaders YouTube" href="http://www.youtube.com/watch?v=ObZlA0wibKY"> </a><a title="Wired UK necomimi neurowear" href="http://www.wired.co.uk/news/archive/2011-05/5/neurowear-cat-ears" target="_blank">Gehirnwellen-gesteuerte Katzenohren bei WiredUK</a><a title="Brain Invaders YouTube" href="http://www.youtube.com/watch?v=ObZlA0wibKY"></a></p>
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		<title>Gesellschaft des Glücks – Vom Austausch in sozialen Netzwerken</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Apr 2009 22:32:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nadia Zaboura]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[emotionale Ansteckung]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
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		<category><![CDATA[soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Tribalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammenhalt]]></category>

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		<description><![CDATA[Glück ist ansteckend. Dies belegt eine Studie der Wissenschaftler Fowler und Christiakis. Ansteckendes Glück birgt große Chancen für die digitale Netzgesellschaft - sodenn sich die Forschungsergebnisse auch auf das Online Leben übertragen lassen. Die idealen Grundlagen für den viralen Effekt von Glück in sozialen Netzwerken sind bereits durch die Tribalisierung der Gesellschaft zu neuen Interessensgemeinschaften entlang des Long Tail gelegt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit großer Wucht schlägt der gesellschaftliche Wandel dieser Tage auf. Die „Krise“ ist das inflationär verwendete sprachliche Pendant zur Unsicherheit, die uns alle erschüttert. Erstmals wird dieser Wandel von vielen Seiten gestaltet &#8211; und nicht exklusiv von politischen und wirtschaftlichen Akteuren. Erstmals meldet sich eine Vielzahl von Menschen mit einer Vehemenz zu Wort, die ihresgleichen sucht. Und sie werden gehört. Möglich macht diese <strong>soziale Teilhabe</strong> das Internet und der darin gelebte digitale Austausch: eine wahre Chance für den demokratischen Prozess.</p>
<p><img src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/04/glueck_lightbulbs_photocase_davidq_230px1.jpg" alt="glueck_lightbulbs_photocase_davidq_230px1" title="glueck_lightbulbs_photocase_davidq_230px1" width="230" height="260" class="aligncenter size-full wp-image-300" /></p>
<p>Neu sind soziale Netzwerke nicht. Sie bestehen seit Anbeginn der Menschheit. Doch die <strong>digitale Rennaissance </strong>dieser Verbünde weist deutlich darauf hin, dass Familien, Partner, Freunde in den letzten Jahren das grundlegende Bedürfnis nach Zusammenhalt nicht ausleben konnten. Überbordende Flexibilität, globalisierte Gesellschaften und fragwürdige Umverteilungen des Kapitals offenbaren ihre gewichtigen Nachteile für das Individuum und sein soziales Milieu.</p>
<p>Erstaunlicher ist umsomehr, wie <strong>positiv</strong> ein Teil der Gesellschaft diese Umstände für sich umdeutet: Kleine, global verlaufende Netzgemeinschaften schießen aus dem Boden, organisieren und strukturieren sich autodidaktisch, erstellen eigene Bedarfs- und Konsumgüter, generieren Spezialinteresse und Währungssysteme. „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Long_Tail">The long tail</a>“ nennt das Chris Anderson, der den neu erstarkenden Nischenmärkten und ihrer massiven Wirtschaftskraft ein ganzes Buch gewidmet hat. </p>
<p>Nur folgerichtig ist, dass diese Tribalisierung der Gesellschaft einem anthropologischen Grundbedürfnis folgt: dem <strong>Wunsch nach Gemeinschaft</strong> und sozialem Miteinander. So beobachten wir ganz aktuell, wie sich der Homo sociologicus immer stärker von den Großmärkten entkoppelt und sich stattdessen in (Kleinst-)Netzwerken mit Gleichgesinnten organisiert. In dieser neuen, ideellen Nähe erfindet er sich und sein Glück neu.</p>
<p>Wie ansteckend das Glück des Einzelnen auf die Umgebung wirkt, erforschten James Fowler (University of California) und Nicholas Christakis (Harvard Medical School) auf der Grundlage der Langzeitstudie „<a href="http://www.framinghamheartstudy.org/">Framing Heart Study</a>“. Die Wissenschaftler extrahierten daraus standardisierte Daten aus 20 Jahren und analysierten auf diesem Weg retrospektiv das Befinden von 4.739 Probanden. Das <a href="http://www.bmj.com/cgi/content/full/337/dec04_2/a2338">Ergebnis</a>:<br />
</br><br />
</br><br />
<strong>Glück verbreitet sich in sozialen Netzwerken viral.</strong></br><br />
</br><br />
</br><br />
Und: Je glücklicher das Umfeld, desto glücklicher das Individuum und vice versa. </p>
<p>Es zeigte sich außerdem, dass besonders glückliche Menschen meist im Mittelpunkt eines sozialen Netzwerks stehen und dass sich in sozialen Gefügen glückliche und unglückliche Menschen in Clustern gruppieren. So finden sich im Umfeld von zufriedenen Menschen hauptsächlich Gleichgesinnte. Das eigene Glück kann sich bis zum dritten Kontaktgrad auswirken und ist demnach ein <strong>Netzwerk-Phänomen par excellence</strong>.</p>
<p>Diese Form der emotionalen Ansteckung findet durch das World Wide Web nun gänzlich neue Reichweiten. Wie Glück auch digital ausgetauscht werden kann und welche Rolle soziale Online-Netzwerke hierbei spielen, lässt sich bereits erahnen – und bald nachlesen. Fowler und Christiakis arbeiten bereits an der nächsten Studie, in der 1.700 Studenten mitsamt ihres Facebook-Profils untersucht werden. Das <a href="http://www.edge.org/3rd_culture/christakis_fowler08/christakis_fowler08_index.html">Forschungsvorhaben</a> trägt den schönen Titel „Smiling in an Online-Network of College Students“.<br />
</br><br />
</br><br />
<em>Anleitung zum Glücklichsein: </em></p>
<p>Jeder zusätzliche glückliche Freund erhöht die Wahrscheinlichkeit des eigenen Glückgefühls um rund 9 Prozent.<br />
</br><br />
<em>Weiterlesen:</em></p>
<p>James H. Fowler und Nicholas A. Christakis (2008): “Dynamic spread of happiness in a large social network: longitudinal analysis over 20 years in the Framingham Heart Study”. In: British Medical Journal 337: a2338; doi:10.1136/bmj.a2338 (4. Dezember 2008)</p>
<p>DIE ZEIT Titelthema „Die Kraft des Zusammenlebens“ (Nr. 17 / 16. April 2009)<br />
</br><br />
<em>Kritik der praktischen Vernunft: </em></p>
<p>Soziale Netzwerke schaden <strong>nicht</strong> der Moral, wie etliche Online-Portale jüngst berichteten (von FOCUS online bis hin zum Schweizer Tagesanzeiger.ch und der Webversion des Telegraph). Allesamt übernahmen ungeprüft eine <a href="http://www.dailymail.co.uk/news/article-1169788/Twitter-make-immoral-claim-scientists.html">Meldung</a> auf &#8222;Mail Online&#8220;, die eine Studie großzügig auf webbasierte Social Networks ummünzte. Co-Autor und Emotionsforscher Antonio Damasio <a href="http://www.badscience.net/2009/04/experts-say-new-scientific-evidence-helpfully-justifies-massive-pre-existing-moral-prejudice/">bestätigte</a> jedoch, dass das Studiensetting keinerlei Zusammenhang mit Online-Netzwerken aufwies.</p>
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		<title>Die neue Bildungsstarre &#8211; oder: Empathie als Erziehungsziel und -stil</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 21:23:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nadia Zaboura]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschlich Allzumenschliches]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Didaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
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		<category><![CDATA[Spiegelneurone]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Amoklauf von Winnenden am 11. März 09 setzt erneut einen traurigen Akzent im Disput um das deutsche Bildungswesen. Heftige Diskussionen um die &#8222;richtige&#8220; Erziehungsmethode ziehen sich bereits seit vielen Monaten durch den gesellschaftlichen Diskurs. Bedenklich schwarz / weiß malen die Wortführer beider Seiten ihre Ideen an die imaginäre Schultafel: Vom &#8222;Lob der Disziplin&#8220; und [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Amoklauf von Winnenden am 11. März 09 setzt erneut einen traurigen Akzent im Disput um das deutsche Bildungswesen. Heftige Diskussionen um die &#8222;richtige&#8220; <strong>Erziehungsmethode</strong> ziehen sich bereits seit vielen Monaten durch den gesellschaftlichen Diskurs. Bedenklich schwarz / weiß malen die Wortführer beider Seiten ihre Ideen an die imaginäre Schultafel: Vom &#8222;Lob der Disziplin&#8220; und der Kunst der autoritären Führung (oft mit bedenklich behavioristischem Denkmodell, das Kindes- und Hundeerziehung auf eine Stufe stellt) bis hin zur komplett autonomen Selbstregulierung des Nachwuchses beim Laissez-faire-Ansatz &#8211; beides ist zu kurz gedacht. </p>
<p><img src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/03/schueler_flickr_foundphotoslj_470px.jpg" alt="schueler_flickr_foundphotoslj_470px" title="schueler_flickr_foundphotoslj_470px" width="470" height="229" class="aligncenter size-full wp-image-276" srcset="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/03/schueler_flickr_foundphotoslj_470px.jpg 470w, http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/03/schueler_flickr_foundphotoslj_470px-300x146.jpg 300w" sizes="(max-width: 470px) 100vw, 470px" /><br />
<br clear="all" /></p>
<p>Die Leitfragen hinter den Lehrkonzepten bleiben nach wie vor gültig:<br />
Wie können Kinder zu selbstbewussten, kritischen denkenden und hinterfragenden Menschen erzogen werden? Auf welche Weise lehrt man sie die Eigenständigkeit, ihre Talente zu entdecken, aktiv zu entfalten und trotzdem sozial zu denken und zu handeln? </p>
<p>Ein wichtiger, viel zu lange vernachlässigter Schlüssel liegt in der <strong>Empathiefähigkeit </strong>&#8211; sich selbst als auch den Mitmenschen gegenüber. Denn wer für das ureigenste Selbst keine Einfühlung besitzt, wird es schwer haben, diese zu anderen aufzubauen. Empathie spielt deshalb eine zentrale Rolle in den zu vermittelnden Lehrinhalten. Denn der durchgenommene Schulstoff formt die späteren Denkweisen der Schüler. </p>
<p>Ob der literarische Kanon für den Deutschunterricht tatsächlich noch aktuell ist und damit dem Leben der Kinder entspricht, sollte deshalb ebenso regelmäßig geklärt werden wie der Anteil gelebter Empathie im Unterricht. Denn nicht nur die Wissensinhalte verdienen eine Überprüfung auf gezielte Empathieschulung. Auch in der Didaktik (also der Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens) bedarf es eines Umdenkens. So ergänzt und festigt die <strong>einfühlende Beziehung </strong>zwischen Lehrpersonal und Schülern die vermittelten Inhalte auf einer formal-theoretischen Ebene. </p>
<p>Deshalb der Aufruf an Politik und Entscheidungsträger im Bildungsbereich:<br />
Im <em>didaktischen Dreieck</em> Lehrer &#8211; Schüler &#8211; Lehrinhalt muss Empathie neu verortet und nachhaltig verankert werden. Eine Bildungssozialisation, in der bereits Kleinstkinder auf Konkurrenz und Leistung gedrillt werden, hinterlässt erheblichen Schaden in der Selbst- und Fremdwahrnehmung, der sich ein Leben lang auswirken kann.</p>
<p>Zusätzlich zu dieser Dimension gilt es, gesamtgesellschaftliche Faktoren zu überprüfen und zu verändern. Mehr Empathie für die Belange der Kinder, das können nicht ausschließlich Lehrer leisten. Parallel liegt diese Aufgabe in der Verantwortung der Erziehungsberechtigten, die diese Berechtigung als Pflicht verstanden sehen müssen. Wann haben Sie Ihr Kind / Ihre Nichte / Ihr Patenkind gefragt, was es empfindet und ob es sich verstanden fühlt?</p>
<p>Kritik:<br />
Was der <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,613777,00.html">Einsatz von Lehrer-Robotern</a> über die Wertschätzung von Kindern in Japan aussagt, darüber soll sich jeder selbst sein Urteil bilden. Und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten, damit solch ein computergesteuerter, <strong>chipversetzter Lehrkörper</strong> nicht auch in unserem Bildungssystem zum Einsatz kommt, um Schüler zum Weinen zu bringen und emotional verkümmern zu lassen. Für die Ausbildung, für die Investition in unsere Zukunftsträger reichen sechs ruckelige Emotionen einfach nicht aus.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Gefühlsexperten: Weshalb Musiker emotional bestens gestimmt sind</title>
		<link>http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/gefuehlsexperten-weshalb-musiker-emotional-bestens-gestimmt-sind/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Mar 2009 20:30:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nadia Zaboura]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8222;Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum&#8220;, davon war bereits Nietzsche überzeugt. Wie bedeutend Musik für den menschlichen Austausch ist, belegt ebenfalls eine neue Studie der Northwestern University. Das Ergebnis kurz und kompakt: Je größer die eigene musikalische Erfahrung ist, desto leichter fällt es uns, die Gefühle im Klangbild des Gegenübers herauszufiltern. Egal welche Stimmung [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p> <img src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/03/band_nah_photocase_silver_340px.gif" alt="band_nah_photocase_silver_340px" title="band_nah_photocase_silver_340px" width="320" height="226" class="alignright size-full wp-image-251" srcset="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/03/band_nah_photocase_silver_340px.gif 320w, http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/03/band_nah_photocase_silver_340px-300x211.gif 300w" sizes="(max-width: 320px) 100vw, 320px" /></p>
<p>&#8222;Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum&#8220;, davon war bereits Nietzsche überzeugt. Wie bedeutend Musik für den menschlichen Austausch ist, belegt ebenfalls eine <a href="http://www.northwestern.edu/newscenter/stories/2009/03/kraus.html">neue Studie</a> der Northwestern University. Das Ergebnis kurz und kompakt: Je größer die eigene musikalische Erfahrung ist, desto leichter fällt es uns, die <strong>Gefühle im Klangbild des Gegenübers</strong> herauszufiltern. Egal welche Stimmung der andere in sich trägt, können musikalisch Geschulte feinste emotionale Schwingungen heraushören.</p>
<p>Die Hauptautorin der Studie, Dana Strait, fand heraus, dass nicht nur die Dauer der <strong>musikalischen Sozialisation</strong>, sondern auch der Zeitpunkt, an dem diese begonnen hat, für das emotionale Gespür von Klängen ausschlaggebend ist. Diese beiden Aspekte wurden berücksichtigt, als die Studienteilnehmer &#8211; 30 Frauen und Männer in einer Altersspanne von 19 bis 35 Jahren, mit sowie ohne musikalische Ausbildung &#8211; auf ihr emotionales Finetuning untersucht wurden.</p>
<p>Die Forscher beobachteten die Hirnaktivitäten bei drei akustischen Parametern (Tonhöhe, Takt und Timbre), während die Probanden emotionalen Klängen lauschten. Die Nervenzellen der Musiker wiesen dabei eine <strong>feinere Gefühlsgestimmtheit</strong> auf. So reagierte der musikalisch geschulte Hirnstamm auf komplexere Geräuschanteile mit weit ausschlagenden Reaktionskurven, während weniger komplizierte, wiederkehrende Anteile wenig Hirnaktivität auslösten. Gerade komplexe Liedabschnitte transportieren zusätzliche wichtige Information, beispielsweise: Emotionen. </p>
<p>Dagegen wiesen die musikalisch Ungeschulten exakt die umgekehrte Hirnaktivität in diesem Studiensetting auf. Dana Strait vermutet nun den Vorteil der Musiker darin, dass</p>
<blockquote><p>[&#8230;] their brains respond more quickly and accurately than the brains of non-musicians. [This] is something we’d expect to translate into the perception of emotion in other settings.&#8220; (<a href="http://www.northwestern.edu/newscenter/stories/2009/03/kraus.html">northwestern.edu</a>)</p></blockquote>
<p>Neben anderen Settings kann diese Studie auch für pathologische Bilder von großer Bedeutung sein. Denn dort, wo die Musikerhirne effizient und <strong>brillant komplexe Strukturen</strong> verarbeiteten, haben Kinder mit Sprachstörungen wie Dyslexie und Autismus neuronale Kodierungshürden zu überwinden. </p>
<blockquote><p>It would not be a leap to suggest that children with language processing disorders may benefit from musical experience,</p></blockquote>
<p>formuliert Nina Kraus, Professorin der Kommunikationswissenschaften und Neurobiologie sowie Co-Autorin der Studie. Dana Strait geht in ihren Aussagen einen Schritt weiter: Auf Grundlage ihrer eigenen Arbeit mit autistischen Kindern und ihren musikalischen Fertigkeiten an Klavier und Oboe legt sie nahe, dass Musik-Training und -Therapie die Emotionserkennung bei diesen Gruppen fördern könnte.</p>
<p>Ein interessanter Ansatz, der Fragen dazu aufwirft, inwieweit <strong>Spiegelneurone und Musikalität </strong>miteinander verwoben sind. Denn auch die spiegelnden Nervenzellen in unseren Köpfen lassen uns auf das Gegenüber einschwingen. Und ihre geringe Anzahl oder Absenz wird in <a href="http://cogprints.org/2613/">Studien</a> immer wieder mit autistischen Verhaltensweisen assoziiert.</p>
<p><em><br />
Weiterlesen:</em><br />
Die Studie:<br />
Strait D., Kraus N., Skoe E., Ashley R. (2009): <em>Musical Experience and Neural Efficiency: Effects of Training on Subcortical Processing of Vocal Expressions in Emotion</em>. S. 661-668 in: European Journal of Neuroscience (Vol. 29 / Issue 3)</p>
<p><em><br />
Weitersehen:</em></p>
<p>Wie <strong>Musik, Text und Web verschmelzen</strong>, haben Björn Eichstädt und ich in einer aktuellen Performance umgesetzt. Auf der CeBIT und im Rahmen des Messeareals &#8222;Webciety&#8220; setzten wir Klang, Gefühl und Sinn in einen neuen digitalen Kontext. Die Performance vom 7. März 2009 ist Teil dieses Videos &#8211; zum Ansehen einfach den Fortschrittsregler auf Minute 57:50 setzen.</p>
<p><object  id="zlp1236548526862" width="400" height="300" classid="CLSID:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000"><param name="movie" value="http://embed.zaplive.tv/zaplive-player/flash/embeddedZaplivePlayer.swf" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="wmode" value="window" /><param name="flashvars" value="screenName=webciety&#038;streamId=webciety%2F84679c59%2Dfdc2%2D495a%2Dab08%2D3a0de43f447e&#038;locale=de_DE&#038;bId=90868&#038;playerIconUrl=%2Fstatic%2Fws%2FplayerIconZaplive%2Egif&#038;playerEmbedLogoUrl=%2Fstatic%2Fws%2FplayerEmbedLogoZaplive%2Egif&#038;bTitle=Live%20aus%20der%20Webciety%20Area" /><embed  name="zlp1236548526862" src="http://embed.zaplive.tv/zaplive-player/flash/embeddedZaplivePlayer.swf" allowFullScreen="true" allowScriptAccess="always" type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="300" flashvars="screenName=webciety&#038;streamId=webciety%2F84679c59%2Dfdc2%2D495a%2Dab08%2D3a0de43f447e&#038;locale=de_DE&#038;bId=90868&#038;playerIconUrl=%2Fstatic%2Fws%2FplayerIconZaplive%2Egif&#038;playerEmbedLogoUrl=%2Fstatic%2Fws%2FplayerEmbedLogoZaplive%2Egif&#038;bTitle=Live%20aus%20der%20Webciety%20Area" wmode="window" /></object></p>
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		<title>Wie Gestikulieren die Sprachentwicklung und Schulkompetenz fördert</title>
		<link>http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wie-gestikulieren-die-sprachentwicklung-und_schulkompetenz_fordert/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Feb 2009 21:34:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nadia Zaboura]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geste]]></category>
		<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelneurone]]></category>
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		<description><![CDATA[Gestikulieren ist nicht jedermanns Sache. Dass sie das aber sein sollte &#8211; und zwar so früh wie möglich &#8211; zeigt eine neue Studie. Darin belegen die US-Wissenschaftlerinnen Susan Goldin-Meadow und Meredith Rowe, wie eng Sprache und Gestik miteinander verwoben sind. Und dass Kinder stetig dazu ermuntert werden sollten zu winken, zu zeigen und ihre Sprache [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/geste_photocase_rebealk_340px.jpg" alt="geste_photocase_rebealk_340px" title="geste_photocase_rebealk_340px" width="340" height="227" class="alignright size-full wp-image-223" srcset="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/geste_photocase_rebealk_340px.jpg 340w, http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/geste_photocase_rebealk_340px-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 340px) 100vw, 340px" /></p>
<p>Gestikulieren ist nicht jedermanns Sache. Dass sie das aber sein sollte &#8211; und zwar so früh wie möglich &#8211; zeigt eine <a href="http://news.uchicago.edu/news.php?asset_id=1543">neue Studie</a>. Darin belegen die US-Wissenschaftlerinnen Susan Goldin-Meadow und Meredith Rowe, wie eng <strong>Sprache und Gestik</strong> miteinander verwoben sind. Und dass Kinder stetig dazu ermuntert werden sollten zu winken, zu zeigen und ihre Sprache mit Bewegung zu illustrieren.</p>
<p>Das Forschungsdesign brillierte durch ein zweistufiges Verfahren, in dem von Beginn an Mut zur Diversität lag:</p>
<p>Mit Videokameras ausgestattet besuchte das Forscherteam 50 Familien, in denen ein 14 Monate altes Kind lebte. Dabei wählten Goldin-Meadow und Rowe ihre Forschungsfamilien bewusst aus: Sie sollten aus den unterschiedlichsten sozioökonomischen Verhältnissen stammen.</p>
<p>In jeder Familie wurden 90 Minuten der Eltern-Kind-Kommunikation auf Film gebannt. Die Auswertung des Bewegtbildmaterials offenbart einen deutlichen Zusammenhang: Je höher die Schulbildung und je größer das finanzielle Vermögen der Eltern, <strong>desto mehr Begriffe</strong> verknüpften die Kinder mit bestimmten Gesten. Während der Nachwuchs wohlhabender Familien ganze 24 Gesten mit unterschiedlicher Bedeutung differenzieren konnte, waren es in ärmeren Familien lediglich 13 Gesten. </p>
<p>Beim Forschungsdesign setzten die Forscherinnen im zweiten Schritt aber auch auf Langfristigkeit:<br />
Nach gut drei Jahren besuchten die Wissenschaftlerinnen die Familien ein zweites Mal. Die Kinder &#8211; inzwischen viereinhalb Jahre alt und um einiges sprachgewandter &#8211; wurden erneut innerhalb einer familiären Kommunikationssituation gefilmt.</p>
<p>Auch hier stellten Goldin-Meadow und Co. eine Differenz zwischen den verschiedenen Elternhäusern fest: Die Kinder gut situierter Eltern benutzten durchschnittlich 117 Wörter. Das Vokabular der Kinder aus weniger gut gestellten Familien umfasste nur 93 Wörter. Sollte dieses Ergebnis in weiteren Studien und größeren Untersuchungsgruppen validiert werden, könnte das eine neue Diskussion zu <strong>fairen Startbedingungen </strong>im Kindesalter entfachen. </p>
<p>Goldin-Meadow beschäftigt sich bereits seit Jahren mit dem positiven Lerneffekt von Gesten im Unterricht. Erst 2007 veröffentlichte sie eine <a href="http://www-news.uchicago.edu/releases/07/pdf/071107.gestures.pdf">Studie</a>, nach der Schulkinder besser lernen, wenn sie ihre Gestik aktiv einsetzen (und das speziell im Angstfach Mathematik):</p>
<blockquote><p>Wenn wir Schüler dazu bringen, mehr zu gestikulieren, werden wir sehen, dass sie auch mehr lernen,</p></blockquote>
<p><a href="http://www.innovations-report.de/html/berichte/studien/bericht-55494.html">postuliert</a> Goldin-Meadow. Der Grund: die sprachbegleitende Bewegung wirkt sich positiv auf das Lernen aus, indem es <strong>implizites Wissen</strong> weckt. Dieses implizite Wissen wird nun oft auch im Zusammenhang mit Spiegelneuronen genannt. Sie sind die Grundlage für Bewegungsabläufe, die wir von Kindesbeinen an sehen, erlernen und verfeinern. Und damit spiegeln sie eine unbewusste Form des Körperwissens wider.</p>
<p>Doch da ist noch etwas anderes, das die US-amerikanische Studie ganz nebenbei unterstreicht:<br />
In der Entwicklung vom Kleinst- zum Schulkind findet sich ein <strong>bedeutender Sprung</strong> von der Imitation über die Zeigegeste hin zur symbolischen Geste, die auf etwas anderes Abstraktes verweist. Diesen Dreischritt kann man sich anhand folgender Beispiele visualisieren: Ein Neugeborenes imitiert den geöffneten Mund der Mutter beim Füttern. Einige Monate später zeigt es auf einen außer Reichweite liegenden Keks oder den eigenen Schnuller. Mit wenigen Jahren weiß das Kind, was das Konstrukt &#8222;Lüge&#8220; bedeutet (und dass es dafür bestraft wird).</p>
<p>Dieser Dreischritt ist auf den ersten Blick nichts besonderes, sondern im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht zu erlernen. Jedoch: er macht den Menschen erst menschlich. Denn ausschließlich der Mensch ist in der Lage, neben der Zeigegeste (deixis ad oculos) eine abstrakte Symbolik zu kreieren, deren sprachliche Zeichen arbiträr, also rein willkürlich gewählt sind. Hierfür hat der Denk- und Sprachpsychologe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_B%C3%BChler">Karl Bühler</a> einen Ausdruck definiert, der all diese geistigen Konstrukte miteinschließt: deixis am phantasma. Erst indem wir beides parallel nutzen &#8211; <strong>gezeigte und gedachte Geste</strong> -, wecken wir uns ganzes Potenzial. </p>
<p><em>Tipp:</em><br />
Nicht nur Kinder zum Gestikulieren anregen.<br />
Mehr zur Studie in Science, Band 323 (Seite 951).<br />
Mehr zur deiktischen Funktion von Gesten in Karl Bühlers &#8222;Sprachtheorie. Die Darstellungsfunktion der Sprache&#8220; (1965).</p>
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		<title>Wikipedia-Welt und Informationsflut &#8211; Lernen von Savants</title>
		<link>http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wikipedia-welt-und-informationsflut-lernen-von-savants/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 21:45:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nadia Zaboura]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn und Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Tammet]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Informationen]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Schlagwort &#8222;crossmediale Kommunikation&#8220; hat Einzug gehalten in Redaktionsflure, PR-Agenturen und Kommunikationsstabsstellen. Dort wird es gerne nonchalant und inflationär verwendet &#8211; immer mit dem Ziel, verschiedene Contentkanäle miteinander zu verknüpfen. Crosscerebrale Kommunikation hingegen findet nicht auf YouTube, via Newsletter oder Webcasts statt, sondern im Gehirn besonderer Menschen. Daniel Tammet ist einer dieser Menschen: Der 30-jährige [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Schlagwort &#8222;crossmediale Kommunikation&#8220; hat Einzug gehalten in Redaktionsflure, PR-Agenturen und Kommunikationsstabsstellen. Dort wird es gerne nonchalant und inflationär verwendet &#8211; immer mit dem Ziel, verschiedene Contentkanäle miteinander zu verknüpfen.  </p>
<p><img src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/digitale_zahlen_photocase_robbie_320px.jpg" alt="digitale_zahlen_photocase_robbie_320px" title="digitale_zahlen_photocase_robbie_320px" width="320" height="249" class="alignright size-full wp-image-209" srcset="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/digitale_zahlen_photocase_robbie_320px.jpg 320w, http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/digitale_zahlen_photocase_robbie_320px-300x233.jpg 300w" sizes="(max-width: 320px) 100vw, 320px" /></p>
<p>Crosscerebrale Kommunikation hingegen findet nicht auf YouTube, via Newsletter oder Webcasts statt, sondern im Gehirn besonderer Menschen. Daniel Tammet ist einer dieser Menschen: Der 30-jährige Brite ist ein <strong>Inselbegabter</strong>, auch Savant genannt. Mit idiosynkratischen Eigenschaften und speziellen Fähigkeiten ausgestattet, sehen und empfinden sie die Welt ganz anders. Einige Savants verfügen über ein brilliantes <a href="http://www.youtube.com/watch?v=dAfaM_CBvP8&#038;feature=related">fotografisches Gedächtnis</a>, andere lernen eine neue Sprache in nur einer Woche; und oft staunt das Umfeld über ihr phänomenales Zahlengedächtnis und ihr mathematisches Geschick.</p>
<p>Zum ersten Mal schildert mit Daniel Tammet ein Savant, welche Gefahren er im Internet sieht und welche Nachteile eine <strong>Wikipedia-Welt</strong> mit sich bringen kann (<a href="http://www.faz.net/s/Rub4521147CD87A4D9390DA8578416FA2EC/Doc~E270FAE488EE54896812B48627284A730~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_feuilleton">FAZ.NET</a> vom 04.02.2009):</p>
<blockquote><p>[Das Internet] hat das Potential, unseres Denkens sehr zu schaden. Viele Menschen haben vergessen, dass die Information nicht so wichtig ist wie die Idee dahinter. Informationen sind eine Ansammlung von Daten, jede Information für sich ist nutzlos, wenn wir sie nicht in einen <strong>Zusammenhang </strong>setzen und interpretieren können.</p></blockquote>
<p>Nicht umsonst ruft die Netzwelt verstärkt nach semantischen Lösungen. Diese Tools sollen die Ideen hinter der schieren Informationsmasse transparent werden lassen. Denn ein Zusammenhang zwischen Informationen ist nicht durch eine reine Verlinkung hergestellt. Stattdessen müssen Muster, <strong>sinnstrukturierte Patterns</strong> den Content sinnhaft verbinden und auf einer qualitativen Ebene zusammenführen. Ein durchaus ambitioniertes Vorhaben, das beispielsweise vom World Wide Web Consortium (<a href="http://www.w3.org/2001/sw/">W3C</a>) und dem Forschungsprogramm <a href="http://theseus-programm.de/">THESEUS</a> des BMWi verfolgt wird.</p>
<p>Zurück zum Interview, das an einer Stelle besonders interessant wird: Tammet schwört vom reinen Faktenwissen ab. Auf die Frage, wie wir unser Gedächtnis trainieren können, antwortet er schlicht:</p>
<blockquote><p>Egal, was Sie lernen, es geht darum, ein tieferes Verständnis zu entwickeln und sich nicht nur auf die Fakten zu konzentrieren. </p></blockquote>
<p>Und dass <strong>Lernen mit Körpereinsatz</strong> erfolgsversprechender ist, als sich Wissen ohne Kontext, Sinn und Verstanz einzubimsen, nimmt Tammet gleichfalls im Interview auf &#8211; in Form einer kleinen Kritik der Lerndidaktik:</p>
<blockquote><p>Lernen hat nicht nur was mit unseren Köpfen zu tun, es bezieht auch unseren Körper mit ein. Es hängt davon ab, wo wir sind, wie wir uns bewegen. Denken Sie an Schauspieler, die sich große Textmengen merken können, weil sie sich mit ihrem Körper behelfen.</p></blockquote>
<p>Das Lernen mit Körpereinsatz beruht dabei auch auf ganz basaler Ebene. <strong>Spiegelneurone</strong> ermöglichen es uns, komplexe zielgerichtete Bewegungsabläufe innerlich nachzuvollziehen &#8211; und dass ohne unser aktives Bewusstsein und Wissen. Damit verfügen wir über eine körperbasierte Methode, mit der wir die Aktionen des Gegenübers instantan deuten lernen, sie einschätzen und in einem weiteren Schritt entsprechend reagieren können. Auch wenn unsere Gehirne nicht dermaßen speziell crosscerebral vernetzt sind wie die einiger Savants, verfügen wir doch über Mirror Neuron Circuits, die eigene <strong>Bewegungen und Imitationslernen</strong> miteinander verknüpfen (vgl. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15091346">Neuron 2004</a>).</p>
<p>Wer Savants nicht <em>in </em>aber <em>vor</em> den Kopf schauen möchte, erhält mehr Einblicke in einer fünfteiligen Reihe auf YouTube. Hier die erste Folge:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/AbASOcqc1Ss&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/AbASOcqc1Ss&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
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		<item>
		<title>Die Deutsche Bahn 2.0 &#8211; Zum Scheitern verurteilte Krisenkommunikation</title>
		<link>http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/die-deutsche-bahn-20-zum-scheitern-verurteilte-krisenkommunikation/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Feb 2009 19:21:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nadia Zaboura]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Bespitzelungsaffäre]]></category>
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		<description><![CDATA[Politik und Feingespür haben seit einigen Jahren ihren gemeinsamen Weg verlassen. Das Gleiche gilt für unternehmenspolitische Entscheidungen. Dass Hartmut Mehdorn die groß angelegte, über neun Jahre verlaufende Bespitzelungsaffäre der Deutschen Bahn an 173.000 Mitarbeitern bagatellisiert, zeugt nicht von feinem Stil. Dass der Vorstandschef sich dann aber gegebenüber dem Aufsichtrat wundert, dass es der Deutschen Bahn [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Politik und Feingespür haben seit einigen Jahren ihren gemeinsamen Weg verlassen. Das Gleiche gilt für unternehmenspolitische Entscheidungen. Dass Hartmut Mehdorn die groß angelegte, über neun Jahre verlaufende Bespitzelungsaffäre der Deutschen Bahn an 173.000 Mitarbeitern bagatellisiert, zeugt nicht von feinem Stil. </p>
<p><img src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/bahnsitze_photocase_chriskuddl_210px.jpg" alt="bahnsitze_photocase_chriskuddl_210px" title="bahnsitze_photocase_chriskuddl_210px" width="210" height="301" class="alignleft size-full wp-image-200" srcset="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/bahnsitze_photocase_chriskuddl_210px.jpg 210w, http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/bahnsitze_photocase_chriskuddl_210px-209x300.jpg 209w" sizes="(max-width: 210px) 100vw, 210px" /></p>
<p>Dass der Vorstandschef sich dann aber gegebenüber dem Aufsichtrat wundert, dass es der Deutschen Bahn bisher nicht gelungen sei, &#8222;in der Öffentlichkeit und den Medien Vertrauen und Verständnis für unsere Position zu finden&#8220;, lässt an seinem <strong>Einfühlungsvermögen</strong> und einer situativen Anpassung an <strong>soziale Konventionen</strong> zweifeln. </p>
<p>Lange ließ Mehdorn mit einer angemessenen Reaktion auf sich warten. Die Gewerkschaften Transnet, GDBA und GDL forderten ihn &#8222;mehrfach eindringlich auf [&#8230;], sich für den umstrittenen Massenabgleich von Mitarbeiterdaten zu entschuldigen&#8220; (<a href="http://www.zeit.de/online/2009/07/bahn-mehdorn-entschuldigung">ZEIT online</a> vom heutigen Tag). Auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee kritisierte den Bahnchef mit den Worten: &#8222;Es dauert zu lange, und es kommt nicht konsequent und im Ganzen ans Tageslicht.&#8220; Eine <a href="http://www.netzeitung.de/wirtschaft/unternehmen/1269477.html">schriftliche Entschuldigung</a> Mehdorns wurde nicht nur als ungenügend bezeichnet, sondern durch folgende Aussage Mehdorns konterkariert:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wir werden das wieder machen, wenn´s drauf ankommt.&#8220; (<a href="http://www.zeit.de/online/2009/06/tiefensee-mehdorn-kritik">ZEIT online</a>, 03. Januar 2009)</p></blockquote>
<p>Soziale Kompetenz als Mittel des <strong>Krisenmanagements</strong> sieht anders aus. Viel an Mehdorns aktuellem Verhalten zeugt von einem großen Maß an fehlendem Taktgefühl und mangelnder Empathie. Denn ein Verständnis für die eigene Position einzufordern, sich offensichtlich jedoch nicht in die Bespitzelten hineinzuversetzen &#8211; ihre Enttäuschung wahrzunehmen, aufzunehmen und ernstzunehmen -, ist genau eine Dimension zu kurz gedacht. Dieses emotionsferne Verhalten <strong> verspielt das Vertrauen</strong> von Mitarbeitern und Kunden in die Marke DB. </p>
<p>Auch ein weiterer Eklat der letzten Tage basiert auf der deutlich hierarchischen Unternehmensstruktur und der <strong>veralteten Kommunikationskultur</strong> der Deutschen Bahn. Ursache des Eklats war die Veröffentlichung eines internen Prüfberichts des Berliner Landesdatenschutzbeauftragten zur Bespitzelungs-Affäre auf dem Blog <a href="http://netzpolitik.org/">netzpolitik.org</a>. Dem Betreiber Markus Beckedahl ließ die Deutsche Bahn darauf hin eine Unterlassungsklage zukommen. </p>
<p>Dank digitaler Kommunikation verbreitete sich diese DB-Drohgebärde innerhalb kürzester Zeit im Netz und besorgte Beckedahl nicht nur einen großen Zuspruch, sondern auch eine breite journalistische Berichterstattung. Heute machte die Bahn auch in dieser Angelegenheit einen Rückzieher und verkündete, keine weiteren juristischen Schritte gegen Beckedahl zu verfolgen. </p>
<p>Dass die Deutsche Bahn auch hier kommunikativ nicht dazugelernt hat, wird deutlich, wenn man sich folgende Aussage der Pressestelle des Unternehmens zu Gemüte führt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Es wird keine gesonderte Mitteilung an die Presse zu diesem Thema geben, auch Markus Beckedahl wird nicht direkt darüber informiert werden, dass die Bahn ihn in dieser Sache nicht mehr behelligen wird.&#8220; (<a href="http://http://netzpolitik.org/2009/deutsche-bahn-ag-gibt-auf/">Blogpost</a> vom heutigen Tag auf netzpolitik.org)</p></blockquote>
<p><em>Fazit:</em><br />
Eine <strong>offene, authentische Entschuldigung</strong> bei den Betroffenen und der Öffentlichkeit hätte in beiden Krisenfällen ein schnelleres und nachhaltiges Verständnis bei der Gesellschaft ausgelöst als der zwanghafte Versuch, Kontrolle beizubehalten und auszuüben. Unternehmen und Politik sollten sich schnellstens und eingehend mit digitalen Kommunikationsstrategien, dem Phänomen Social Media und der Möglichkeit des direkten Dialogs auseinandersetzen &#8211; vielleicht reicht hierzu schon das Gegenübersitzen und Zuhören auf bunt gefärbten Bahnsitzen.</p>
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		<title>Empathie = die neue politische Strategie</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 10:41:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nadia Zaboura]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Davos]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik 2.0]]></category>
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		<description><![CDATA[Politik hat präzise zu sein, präzise und neutral. Politiker müssen mit kühlem Kopf entscheiden &#8211; speziell in Krisen- und Kriegszeiten. Das Ergebnis dieser Entscheidungen hat dann oft erschreckend wenig mit sozialer Wärme und Empathie zu tun. Stattdessen beschränkte sich die deutsche Politik in den letzten Jahren allzuoft darauf, unseren (ungleich verteilten) Wohlstand, festgefahrene Entscheidungsstrukturen und [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Politik hat präzise zu sein, präzise und neutral. Politiker müssen mit <strong>kühlem Kopf</strong> entscheiden &#8211; speziell in Krisen- und Kriegszeiten. Das Ergebnis dieser Entscheidungen hat dann oft erschreckend wenig mit sozialer Wärme und Empathie zu tun. Stattdessen beschränkte sich die deutsche Politik in den letzten Jahren allzuoft darauf, unseren (ungleich verteilten) Wohlstand, festgefahrene Entscheidungsstrukturen und starre Hierarchien zu betonieren. </p>
<p><img src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/flaggen_photocase_allzweckjack_340px.jpg" alt="flaggen_photocase_allzweckjack_340px" title="flaggen_photocase_allzweckjack_340px" width="340" height="225" class="alignright size-full wp-image-168" srcset="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/flaggen_photocase_allzweckjack_340px.jpg 340w, http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/flaggen_photocase_allzweckjack_340px-300x198.jpg 300w" sizes="(max-width: 340px) 100vw, 340px" /></p>
<p>Der große Ethnologe Claude Lévi-Strauss prägte eine treffende Bezeichnung für eine Kultur wie die unsere. Eine, die ihre eigene Geschichte konserviert: die <strong>kalte Gesellschaft</strong> &#8211; frei nach dem Motto &#8222;Willkommen Stillstand, weiche Veränderung!&#8220;</p>
<p>Doch seit einigen Monaten lässt sich im internationalen Staatswesen ein schleichender Umschwung beobachten. Erst gestern kam es auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zu einer ungewohnt erhitzten, da emotionalen Situation: Der türkische Premierminister Tayyip Erdogan verließ die Bühne. Ihm wurde eine ausreichende Redezeit verwehrt, um auf die vorhergehende Rede zum Gaza-Krieg von Israels Präsident Simon Peres einzugehen. Nicht nur der <a href=" http://www.youtube.com/watch?v=rJjEDsGnEJk&#038;feature=related">Abgang Erdogans</a> sorgte für erstaunte Gesichter. Er hinterließ einen sichtlich nachdenklichen Peres, der sich anschließend telefonisch bei Erdogan für &#8222;die Art und Weise, in der er gesprochen habe&#8220; entschuldigte, so die <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/erdogan110.html">Tagesschau</a>.</p>
<p>In den letzten Jahren kam es selten zu solchen Reaktionen, kaum ein Politiker musste sich vorwerfen lassen: &#8222;You lost your cool.&#8220; Doch <strong>die Kühle bricht auf</strong>. Einen gewichtigen Anteil daran trägt Barack Obama. Seine Reden sind gespickt mit Metaphern der Aufmerksamkeit, Fairness und des gegenseitigen Respekts. Seine Interviews vermitteln Verständnis für die Situation anderer Kulturen, er offenbart Empathie, fast Wärme. Beispielsweise im ersten Interview nach seinem Amtsantritt mit dem arabischen Fernsehsender Al-Arabiya (am 26. Januar):</p>
<p>&#8222;[W]hat you&#8217;ll see is somebody who is listening, who is respectful, and who is trying to promote the interests not just of the United States, but also ordinary people who right now are suffering from poverty and a lack of opportunity. I want to make sure that I&#8217;m speaking to them, as well.&#8220; (Transkript <a href="http://www.msnbc.msn.com/id/28870724/">msnbc.com / White House</a>)</p>
<p>Auch ein deutscher Politiker setzte jüngst ein Zeichen <strong>digitaler Empathie</strong>. Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen, unterzeichnete online eine Erklärung der <a href="http://www.ozurdiliyoruz.com ">Initiative özür diliyorum</a> &#8211; und entschuldigt sich damit für den Massenmord an Armeniern im ersten Weltkrieg.</p>
<blockquote><p>
 „Ich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, dass die große Katastrophe, der die osmanischen Armenier 1915 ausgesetzt waren, ohne Sensibilität behandelt und geleugnet wird. Ich weise diese Ungerechtigkeit zurück, ich persönlich <strong>teile die Gefühle und den Schmerz</strong> meiner armenischen Brüder, und ich entschuldige mich bei ihnen“,</p></blockquote>
<p>lautet der Text, dem mittlerweile 28.434 Menschen mit ihrer Unterschrift Emphase verliehen haben. Was diese öffentliche Bekenntnis für die Opfer bedeutet und wie viele Menschen sich von dieser Empathiebekundung anstecken und leiten lassen, lässt sich nicht messen. Aber in all ihrer Wirkungskraft erahnen. Dazu mehr im nächsten Blogeintrag.</p>
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		<title>Gesichter lesen für Fortgeschrittene</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 08:25:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nadia Zaboura]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn und Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Asien]]></category>
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		<description><![CDATA[Wem der Name Paul Ekman bekannt vorkommt, der hat ein grundsätzliches Interesse an Emotionsforschung und nonverbaler Kommunikation. Oder er hat den letzten Blogeintrag über das Training interkulturellen Trinkens komplett gelesen. Glückwunsch! Süddeutsche online bescherte uns mit genau diesem Paul Ekman ein Interview der Extra-Klasse mit der offensichtlich besten Einstiegfrage, die ich je gelesen habe: &#8222;Guten [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wem der Name Paul Ekman bekannt vorkommt, der hat ein grundsätzliches Interesse an Emotionsforschung und nonverbaler Kommunikation. Oder er hat den letzten Blogeintrag über das Training interkulturellen Trinkens komplett gelesen. Glückwunsch! </p>
<p><img src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/gesicht_photocase_3bkede_2.jpg" alt="gesicht_photocase_3bkede_200px" title="gesicht_photocase_3bkede_200px" width="200" height="280" class="alignright size-full wp-image-141" /></p>
<p>Süddeutsche online bescherte uns mit genau diesem Paul Ekman ein <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/190/455863/text/">Interview der Extra-Klasse </a>mit der offensichtlich besten Einstiegfrage, die ich je gelesen habe: &#8222;Guten Tag, Herr Professor, wie geht es mir?&#8220; Wer keine Angst vor Außenreflexion hat, wünscht sich wahrscheinlich wie ich an die Stelle des Journalisten: <strong>Auge in Auge mit Paul Ekman</strong>, dem weltbesten Emotionsentschlüsseler. </p>
<p>Nun wird jeder sich behaupten: &#8222;Gesichter lesen? Kinderspiel!&#8220; Allerdings zeigt sich hier oft <em>erhebliches </em>Verbesserungspotenzial, das strategisch geschult werden kann. Und welches Programm ließe sich hier besser anwenden als eines, dessen „Väter“ <strong>diametral entgegengesetzten Kulturkreisen</strong> entstammen? Paul Ekman, Vertreter der westlichen Wissenschaften, und der Dalai Lama, Sprachrohr der östlichen Lehre, entwarfen zusammen das Programm &#8222;<a href="http://www.mindandlife.org/ceb.program.html">Cultivating Emotional Balance</a>&#8222;, quasi die Essenz beider Traditionen und damit best of both worlds:</p>
<blockquote><p>
&#8222;Meditation, Mitgefühl und die wissenschaftlichen Methoden meines Instituts.&#8220;</p></blockquote>
<p>Noch interessanter ist folgende Aussage Ekmans: Nicht nur das Beobachten fremder Gesichtsentgleisungen hat Auswirkungen auf die eigene Stimmung und die Rückschlüsse auf das Innenleben des Gegenübers. Auch unsere eigene motorische Aktion lässt unsere Stimmung mit einem Mal <strong>ins Positivste schießen oder ins Bodenlose stürzen</strong>. Ekman bestätigt:</p>
<blockquote><p>
&#8222;Das Überraschendste an unserer Arbeit war die Feststellung, dass manche Gefühle erst entstehen, weil man einen bestimmten Gesichtsausdruck aufsetzt. An Tagen, an denen wir stundenlang wütende oder depressive Ausdrücke übten, mussten wir uns eingestehen, dass es uns miserabel ging&#8220;,</p></blockquote>
<p>und greift zur Erklärung auf das Gehirn zurück:</p>
<blockquote><p>
&#8222;Wenn man bestimmte Muskeln im Gesicht aktiviert, ruft man damit die gleichen Veränderungen im Nervensystem hervor wie das entsprechende Gefühl.&#8220;</p></blockquote>
<p>Das ist ein klarer Hinweis auf die <strong>komplexen neuronalen Schaltkreise</strong>, die sich in unseren Köpfen aufbauen, vernetzen und stetig verändern &#8211; und in diesem Fall den motorischen Cortex mit weiteren Regionen des Gehirns verknüpfen (anzunehmenderweise ist die &#8222;Gefühlszentrale&#8220; Amygdala unter Einbindung der Spiegelneurone beteiligt).</p>
<p><em>Tipp:</em><br />
Über Mitgefühl und den circle of compassion spricht Ekman hier (danke arte!):</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/K_ep3yi7By4&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/K_ep3yi7By4&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object><br />
<strong><br />
<br />
Wie groß ist Euer circle of compassion? </strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Schulung interkultureller Trink- und Sing-Gelage</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jan 2009 15:50:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nadia Zaboura]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Asien]]></category>
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		<category><![CDATA[Global Emotion]]></category>
		<category><![CDATA[Interkulturelle Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
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		<category><![CDATA[Paul Ekman]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelneurone]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Firmen schulen ihre Mitarbeiter zwar mit Praktiken ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die asiatische Wirtschaft entwickelt sich zum Monstrum: Sie wächst rapide, überholt die westliche Produktionskraft im Vorbeigehen und stellt nebenbei komplett neue Business-Regeln auf. </p>
<p>Einen erheblichen Vorteil genießen deshalb Firmen, die ihre Mitarbeiter quer durch den Personaleinsatzplan auf den <strong>asiatischen Absatzmarkt einschwören</strong>. Interkulturelle Trainings sind ein wichtiger Baustein in dieser Schulungsstrategie. Über exakt diese Fortbildungsmethodik berichtete gestern die Süddeutsche online im Artikel „<a href="http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/657/455333/text/">Karaoke im Kollegenkreis</a>“<br />
<br />
<img src="http://www.das-empathische-gehirn.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/tokyo_photocase_parisienne_250x188.jpg" alt="tokyo_photocase_parisienne_250x188" title="tokyo_photocase_parisienne_250x188" width="250" height="188" class="alignright size-full wp-image-117" /></p>
<blockquote><p>
„Um optimal auf den Auslandseinsatz vorzubereiten, sollte ein interkulturelles Training daher mit einer Sensibilisierung der Mitarbeiter durch Gespräche, Beobachtungsübungen oder Rollenspiele ansetzen.“</p></blockquote>
<p></p>
<p>Leider verbleiben solche Techniken allzu oft im theoretischen Einstudieren von Nettigkeitsphrasen und bestimmten Bewegungsabläufen. Inzwischen dürfte jeder International Management-Student wissen, dass Visitenkarten im <strong>japanischen Erstkontakt</strong> zwingend mit beiden Händen zu empfangen sind und dass es abends zum guten Ton gehört, sich in der Karaokebar die eigene <strong>Stimme heiser zu brüllen</strong>.</p>
<p>Aber gewinnen wir mit diesem Auswendiglernen von Gestiken und symbolischem Verhalten wirklich ein nachhaltiges Verständnis? Entziffern wir tatsächlich die Intentionen und Emotionen des Business-Partners trotz der kulturellen Andersartigkeit? Dagegen sprechen Studien, die sich mit dem Phänomen des <strong>cross race effect</strong> beschäftigen. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als die globale Erscheinung „Die sehen ja alle gleich aus!“ </p>
<p>Bevor wir uns also bestimmte Bewegungs- und Verhaltensmaßregelungen auferlegen lassen, sollten wir genauer hinschauen – im wahrsten Sinne des Wortes: Nämlich in das <strong>Gesicht des Gegenübers</strong>. Emotionserkennung ist die Grundlage für erfolgreiche Verhandlungen und kulturübergreifende globale Kooperationen. Dass es hier größten Nachholbedarf gibt, beweist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cross-Race-Effekt">Wikipedia</a> mit folgenden Zahlen: </p>
<blockquote><p>
„[M]indestens 50% der Verhandlungen zwischen Deutschen und Chinesen scheitern. Selbst eine erfolgreich abgeschlossene Vertragsverhandlung führe zu 60 bis 70% zu suboptimalen Abschlüssen. (…) Auswirkungen des Cross-Race-Effect sind z.B. geringe emotionale Intelligenz, schlechte Kommunikationsfähigkeit, fehlende Empathie und falsche Einschätzungen des Kommunikationspartners des fremden Landes.“</p></blockquote>
<p>Damit ist jeder zweite Abschluss zwischen deutschen und chinesischen Geschäftspartnern aufgrund mangelnden Einfühlungsvermögens gefährdet. Die Lösung dieses Problems liegt im so genannten <strong>kulturellen Emotionslernen</strong>, das bereits der bekannteste zeitgenössische Emotionsforscher <a href="http://www.paulekman.com/">Paul Ekman</a> beschrieben hat. Durch den regelmäßigen Kontakt mit anderen Kulturen lernt das Gehirn, Mimik, Gestik und Proxemik schneller zu entschlüsseln und damit exakter zu deuten. </p>
<p>Dass Spiegelneurone hier eine tragende Funktion übernehmen, dürfte außer Frage stehen. Schließlich ist das simultane Nachvollziehen der Handlung des Gegenübers neuronal angelegt. Sehr spannende <strong>Serious Games</strong> in diesem Kontext habe ich beim Münchner Unternehmen <a href="http://www.globalemotion.de/">Global Emotion</a> entdeckt, das sich auf die Schulung eben jener Gesichtserkennung und dem <a href="http://www.storymaker.de/storyletter/2008_11_storyletter.html">Training interkultureller Kompetenzen</a> spezialisiert hat. (Wie so etwas ausschaut, ist nur einen Klick zu <a href="http://www.youtube.com/watch?v=dl1b8LohRj4">YouTube</a> entfernt.) Global Emotion ist auf der diesjährigen LearnTec anwesend – wir dürfen gespannt sein, wie gut jeder Einzelne beim Lernsoftware-Selbstversuch abschneidet.</p>
<p><em>Fazit:</em><br />
Interkulturelle Kompetenz und kulturübergreifendes Verhandlungsgeschick beginnen <strong>im Gesicht – aber bitte mit Gefühl</strong>. Und: Nur gut geschulte Mitarbeiter entwickeln ein echtes Verständnis, mit dem sie die asiatische Wirtschaft und ihre Investitionskraft erschließen können.</p>
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