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    <title>Achgut Auslese</title>
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    <dc:creator>info@achgut.de</dc:creator>
    <dc:rights>Copyright 2013</dc:rights>
    <dc:date>2013-05-22T13:38:07+00:00</dc:date>
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      <title>Moralische Unterstützung für die Körperverletzer mit Todefolge von Jonny</title>
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      <author>vlengsfeld@achgut.de (Vera Lengsfeld)</author>
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      <description><![CDATA[(Vera Lengsfeld) <p>Eben habe ich auf meiner Facebookseite eine Mitteilung gelesen, die mir Gänsehaut verursacht hat.<br />
Ein Facebookfreund rief dazu auf, die Schwester des in Berlin von<a href="http://www.rbb-online.de/nachrichten/vermischtes/2013_05/Prozessbeginn_im_Fall_Jonny_K_.html"> sechs jungen Männern türkischer Herkunft tot getretenen Jonny </a>beim Prozess gegen die Täter nicht allein zu lassen. Er war beim ersten Verhandlungstag dabei und hat festgestellt, dass schon zwei Stunden vor Prozessbeginn jede Menge moralischer Unterstützer der Täter anwesend waren, denen Tina fast allein gegenüberstand.<br />
Trotzdem die Tat viele Menschen sehr aufgewühlt hat, denn fand sie nicht auf einem obskuren Hinterhof, sondern in Sichtweite des Roten Rathauses statt, spielt der Prozess in den Medien nur eine untergeordnete Rolle. Man hört auch wenig von türkischen Zeitungen oder Fernsehstationen, die sich um Presseplätze bemüht hätten. Weil es um türkische Täter, nicht um türkische Opfer geht?<br />
Es wird kaum darüber reflektiert, dass es der mutmaßliche Haupttäter, Onur. N., der zunächst in die Türkei geflüchtet war und für den sich die türkische Staatsanwaltschaft erst nach einer Intervention von Kanzlerin Merkel interessiert hat, dann doch vorzog, nach Deutschland zurück zu kehren, wo er mit einer deutlich milderen Strafe als in seinem Heimatland rechnen muss. Zudem sind die deutschen Knäste ungleich komfortabler als türkische.<br />
Angst vor einer rassistischen Justiz scheint der junge Mann jedenfalls berechtigterweise nicht zu haben, obwohl doch den Deutschen gern unterstellt wird, fremdenfeindlich zu agieren.<br />
Wahrscheinlicher als jede Fremdenfeindlichkeit wird sein, dass vor Gericht festgestellt wird, dass die jungen Totschläger eine schwere Kindheit hatten und deshalb mit Milde beurteilt werden müssten. Sie können auf jeden Fall auf die Anwendung des Jugendstrafrechts hoffen.<br />
Wie es den Eltern und der Schwester von Jonny dabei geht, möchte ich mir nicht vorstellen. Jedenfalls sollten wir sie vor Gericht nicht allein lassen. <br />
Bei einem der nächsten Termine bin ich jedenfalls dabei. <br />
 Die finden statt am 27.5., 30.5.,3.6.,10.6..13.6., 17.6  ab 9.00 Uhr im Berliner Landgericht Turmstraße 9.</p>

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      <dc:subject>Inland,</dc:subject>
      <dc:date>2013-05-22T13:38:07+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Silvis Culture Club (39): Himmel auf Erden.</title>
      <link>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/silvis_culture_club_39._himmel_auf_erden</link>
      <author>smeixner@achgut.com (Silvia Meixner)</author>
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      <description><![CDATA[(Silvia Meixner) <p>Liebe Gemeinde! Bitte durchatmen. Der Kardinal will nur spielen. Deutschland empört sich über die Forderung von Kardinal Meisner, der fordert, dass man Frauen ermutigen sollte, zu Hause zu bleiben und drei bis vier Kinder zu bekommen. Worüber regen wir uns eigentlich auf? Aufregend wäre, wenn die Kirche forderte, dass ein „K“ in Kinder, Küche, Kirche durch „Kanzel“ ersetzt werden muss. Die K-Findung erfolgt durch Los bei Geburt eines Mädchens. Dann fallen auch nicht so viele Entscheidungen im Leben an, denn wie wir alle wissen, sind wir Frauen schrecklich entscheidungsunfreudig. Aufregend wäre, wenn die Kirche sich für die blamable Frauenquote der vergangenen Jahrhunderte entschuldigen würde. Aufregend wäre, wenn bei der nächsten Papstwahl, sagen wir mal, 30 Prozent der Kandidaten Frauen sein müssten. All dies ist nicht der Fall, die Bischof-Forderung verbuche ich deshalb unter Kirchen-Blabla. Jemand möchte gern in die Medien und mit der Predigt zum Sonntag ist das erfahrungsgemäß schwierig. Hört ja kaum einer zu.</p>

<p>Kardinal Meisner verfolgt konsequent die Linie der Kirche, die so mittelalterlich ist, wie es nur geht. Aber die Idee ist ausbaufähig! Die katholische Kirche könnte die „Hausfrau des Jahres“ küren – Mütter-Auszeichnungen halte ich für schwierig, es weckt böse historische Erinnerungen. Vielleicht kriegen sie ja eine Schleierverordnung hin, dieses viele Schminken und die Miniröcke- das ist doch alles nichts für drei- bis vierfache Mütter. Das gehört sich nicht, das muss ein Ende haben. Wo es doch so schön ist am Herd! Kirchenbasare werden in wenigen Jahren völlig anders aussehen, die Prunkstücke sind dann vielleicht nicht Topflappen oder Kekse, sondern selbstbestickte Burkas. Handarbeit, von Müttern gestaltet, liebevoll gearbeitet. Da freut sich der vierfache Papa, wenn er abends heimkommt! Und wer weiß, vielleicht ist bald Baby Nr. 5 unterwegs…</p>

<p>Die BILD-Zeitung befragte Prominente aller Art nach ihrer Meinung zur bischöflichen Forderung, SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles findet es schlicht „kränkend“, Lencke Wischhusen, Vorsitzende der „Jungen Unternehmer“ bescheinigt dem Kardinal „veralteten Schwachsinn“. Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckart träumt von einem Kardinal, der Väter lobt, die zu Hause bleiben und sich um ihre Kinder kümmern. Darauf werden wir lange warten! </p>

<p>Schauderhaftes aus dem Süden, ein CSU-Politiker im besten Rentenalter sagt – Frauen, haltet Euch fest: „Die hohe Leistung der Mutter, die sie durch die Erziehung ihrer Kinder erbringt, wird nicht in gebührender Weise anerkannt. Deshalb stimme ich Meisner uneingeschränkt zu.“ Und deshalb gibt es vermutlich auch im 21. Jahrhundert in einem modernen Land wie Deutschland  nicht annähernd ausreichende Kindergartenplätze. Weil’s so schön ist in der Küche?</p>

<p>Mit Erreichung der Volljährigkeit bin ich nach erzkatholischer Kindheit umgehend aus der katholischen Kirche ausgetreten. Ich erinnere mich noch an den Gang aufs Amt, alle schauten böse, in Wien ist es vermutlich erfreulicher, ein Gewerbe als Prostituierte anzumelden als aus der Kirche auszutreten. Ich halte mich gern an die zehn Gebote, darüber hinaus stelle ich fest: Mein Bauch gehört mir. Mein Herd gehört mir. Und mein Gehirn auch. Amen.</p>]]></description>
      <dc:subject>Kultur,</dc:subject>
      <dc:date>2013-05-22T11:34:53+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Die Talk-Rezension (Folge 1): Maybrit Illner, 16. Mai 2013</title>
      <link>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_talk_rezension_folge_1_maybrit_illner_16._mai_2013</link>
      <author>gederer@achgut.com (Günter Ederer)</author>
      <guid>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_talk_rezension_folge_1_maybrit_illner_16._mai_2013#When:06:10:07Z</guid>
      <description><![CDATA[(Günter Ederer) <p><strong>„Reicht die Rente morgen noch zum Leben</strong>“, fragte Maybritt Illner. Nach der Sendung sind wir kein Stück schlauer. Dafür haben wir viele Phrasen  gehört, die seit Jahren rituell abgespult werden, wenn es um die Altersversorgung in unserem geburtenarmen Land geht.</p>

<p>Unter den Gästen, der 69jährige Rentner Walter Bromberger. Er diente als Kronzeuge für die systematisch organisierte Altersarmut in Deutschland und verlangte, dass alle Deutschen in das heute praktizierte Umlagesystem einzahlen müssen – Beamte, Selbstständige und Unternehmer. Während in einer journalistisch aufbereiteten Sendung Herr Bromberger eingeführt würde, warum er befragt und als Beispiel ausgesucht wurde, blieb er bei Maybritt Illner ein Fremder. Weder erfuhr der Zuschauer, wie viel Rente er bekommt, wie  lange er was gearbeitet hat und warum er ein Experte sein soll. Also die 6 „W-Fragen“, die angehende Journalisten in den ersten Tagen ihrer Ausbildung lernen, wurden nicht gestellt. Rentner Bromberger diente demnach als Stichwortgeber für Emotionen, wie sie Unterhaltungssendungen halt benutzen.</p>

<p>Vor allem über die Privilegien der Beamten wurde dann heftig gestritten. Mit von der Partie war Klaus Dauderstädt, der Chef des Beamtenbundes, der die deutlich höheren Pensionen im Vergleich mit den Renten damit verteidigte, dass Beamte besser ausgebildet seien. Ein tolles Argument. Da halfen auch die Zahlenbeispiele des Fachbuchauturs Holger Balodis nichts. Seinem Argument, dass die Privilegien vor allem dem Gesetzgeber zu verdanken sind, weil die in den Ministerien tätige Beamtenschaft jede Reform verhindere, widersprachen Michael Fuchs, CDU und Manuela Schwesig, SPD, die für ihre Parteien das Wohlwollen der Beamten nicht verspielen wollten. Wie aber die rund 1 Billion Euro Pensionsansprüche der Beamten bis 2050 aufgebracht sollen, wussten sie auch nicht. Damit blieb der Zuschauer allein gelassen.</p>

<p>Da sich die Moderatorin nur in den abgedroschenen Argumenten bewegte, die auf Gleichheit und Umverteilung basieren, blieb die Information unerwähnt, dass die Übernahme der Beamten in das heutige Rentensystem den endgültigen Kollaps bedeutet. Beamte haben nämlich eine viel längere Lebenserwartung als andere Arbeitnehmer und würden damit die Umlagekosten massiv in die Höhe treiben.</p>

<p>Auch Katharina Nocum, die neue politische Geschäftsführerin der Piraten wurde vorgestellt. Ihre Lösung: Höhere Rentenbeiträge heute, damit sie im Alter vielleicht doch noch eine auskömmliche Absicherung habe. Da wurde wieder die Generationengerechtigkeit strapaziert. Kein Wort darüber, dass Kinderlose den Generationenvertrag ohne Nachteile kündigen, dass der Anteil der Erwerbstätigkeit am Lebenszyklus sinkt und schon heute im Durchschnitt jeder Einwohner den Staat, also die Gesellschaft mehr kostet, als er erwirtschaftet. Ein Versuch, die Lebensarbeitszeit durch die Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre bis zum Abitur zu verlängern ist gerade gescheitert. Das kann in Deutschland der Jugend ja nicht zugemutet werden. So ist Frau Nocum schon mitten in der Politik angekommen: Andere belasten, um sich selbst zu schonen. </p>

<p>Einig waren sich alle bis auf CDU-Mitglied Michael Fuchs, dass die Riester-Rente, also die Förderung eines durch Kapital gedeckten Anteils an der Altersversorgung ein Fehler war. Zurück zur reinen Umlagefinanzierung und rauf auf ein Beitragsniveau von 26 %&nbsp; war für die meisten in der Runde die Lösung. Da schimmerte sie wieder durch, die deutsche Staatsgläubigkeit, die Wunder verbringen kann. Der Berg der geburtenstarken Jahrgänge bis 1966 scheidet erst in zirka 20 Jahren aus dem Arbeitsleben aus. Dann fehlen pro Jahr bis zu 600 000 potentielle Arbeitskräfte. Die demographischen Probleme fangen heute erst in den Kindergärten und Grundschulen an, bei den Renten werden sie erst in einigen Jahren so richtig zuschlagen. Davon ist in der Sendung nur  der allgemeine Hinweis zu hören, dass wir die Einwanderung fördern müssen. Das ist auch wieder Bestandteil der politisch korrekten Debatte und wird deshalb von der Moderatorin nicht aufgegriffen. Kennt sie die Zahlen nicht?</p>

<p>Um das heutige Durchschnittsalter bis 2040 zu halten, brauchen wir 181 Millionen Einwanderer. Das hat der Bevölkerungswissenschaftler Prof. Herwig Birg schon vor 15 Jahren genau vorgerechnet.&nbsp; Diese Zahl ist so brutal, dass sie einfach verdrängt wird. Aber sie ist logisch: auch Einwanderer werden alt und weil sie erst ab dem 20. Lebensjahr kommen, altern sie umso schneller. Und Einwanderung verhindert dass Arbeitskräfte knapp werden und damit die Einkommen steigen. Das war aber auch wieder Konsens in der Runde: Wir brauchen kräftige Lohnsteigerungen damit die Renten wieder steigen. Die Piratin beklagte, dass für ihre Generation nur unbezahlte Praktikas und kurzfristige Arbeitsverträge angeboten werden. Dadurch entstehe keine Erwerbsbiografie für eine Rente. Da hat sie Recht. Aber durch zusätzliche Einwanderer wird das nicht besser – das fehlte völlig in der Sendung. <br />
 <br />
Höhere Löhne als Lösung waren auch die Stichworte für die ausgeleierten Sprechblasen von Manuela Schwesig, die jüngere SPD-Ausgabe von Ursula von der Leyen. Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde, guter Lohn für gute Arbeit, 850 Euro Mindestrente für jeden – also Gerechtigkeit und Gleichheit. Zwar wurde ihr in der Sendung vorgerechnet, dass der Mindestlohn 12,50 € betragen müsste,&nbsp; um auf ein Rentenniveau eines Hartz IV-Empfängers zu kommen, aber das hindert sie nicht daran, die für den Wahlkampf ausgegeben Parolen immer wieder gebetsmühlenhaft daher zu sagen. Das ist schließlich ihre Rolle in den Talkshows – wie schon gesagt: Die sind nicht für journalistisch aufbereitete Inhalte zuständig. </p>

<p>Eine Frage aber wurde überhaupt nicht diskutiert – dabei ist sie die wichtigste für die Finanzierung des Alters: Was soll ein junger Mensch heute unternehmen, wenn es keinen Sinn mehr macht, zu sparen - wenn die Zinsen, die er bekommt, niedriger sind als die Inflation? Wenn eine Lebensversicherung weniger auszahlt, als der Sparer einzahlt - wenn Betriebsrenten und beruflich organisierte Versorgungswerke keine Rendite mehr erwirtschaften? Aber das musste auch gar nicht diskutiert werden. Die Runde war sich weitgehend einig, dass sie sich dem Staat, der mit seiner Finanz – und Währungspolitik die schleichende Enteignung des „kleinen“ Sparers zu verantworten hat, auch für ihr Alter wieder anvertrauen. Dass diese Staatsgläubigkeit nicht gestört wurde, garantierten die von Maybritt Illner eingeladenen.</p>

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      <dc:subject>Inland, Kultur,</dc:subject>
      <dc:date>2013-05-22T06:10:07+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Das UBA-Papier</title>
      <link>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_uba_papier</link>
      <author>ukulke@achgut.com (Ulli Kulke)</author>
      <guid>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_uba_papier#When:20:55:28Z</guid>
      <description><![CDATA[(Ulli Kulke) <p>Der angebliche Konsens in der Klimadebatte, den manche Forscher für ihr Fachgebiet reklamieren, hatte uns ja bereits im letzten Blog beschäftigt. Wir müssen heute trotzdem kurz noch einmal darauf eingehen, nicht zuletzt auch in eigener Sache, was diese Zeitung angeht. Denn jetzt hat dieser Anspruch auf die Einheitsmeinung eine neue Qualität erhalten. Das Umweltbundesamt (UBA), eine Vorfeldorganisation des Bundesumweltministeriums, hat in einer umfangreichen Broschüre mit dem Titel “<a href="http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4419.pdf">Und sie erwärmt sich doch</a>” das Thema aufgegriffen, und beansprucht nichts geringeres als: Ende der Debatte, Ausschluss aller Kritiker.</p>

<p>Als Statemement einer Behörde, die an dem Diskurs und vor allem an der Klimaschutzpolitik Anteil hat, ist eine solche Haltung erbärmlich genug. Es gibt derzeit wohl kaum einen Forschungsbereich, der in mehr wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Einrichtungen hineinragt, der das Programm von mehr wissenschaftlichen Instituten, öffentlichen wie privaten, bestimmt als die Klimaforschung und die Klimafolgenforschung. Und in einer solchen Disziplin jedwede Nuancen von Unterschieden in der seriösen Beurteilung abzustreiten, jedwede Differenz in der Vorausschau auf die nächsten Jahrzehnte schlichtweg unter den Tisch zu kehren, darf man wohl im Verhältnis von Staat und Wissenschaft als einmaligen Vorgang bezeichnen. Die armen Autoren, die sich auf diesen Auftrag einließen, eine hilflos-defensive, von keiner Neugier getriebene Verteidigungsschrift für eine unsägliche Einheitsduselei. Wie gesagt: Schlimm genug.</p>

<p>Was das Projekt des UBA aber regelrecht anrüchig macht, ist die Tatsache, dass das UBA mit öffentlich-rechtlichem Gewicht quasi all jene Journalisten und andere Vertreter der Öffentlichkeit, die sich mit diesem vorgeblichen Einheitsdenken kritisch auseinandersetzen, an den Pranger stellt (Seiten 92ff). Dabei mehreren von ihnen - zumindest indirekt – Motive am Rand der Korruption unterstellt, ist ein starkes Stück, das rechtliche Konsequenzen haben könnte. Betroffen von solcher amtlichen Schelte sind unter anderem die beiden Buchautoren und Kolumnisten der “Welt”, Dirk Maxeiner und Michael Miersch. Maxeiner, früherer Chefredakteur des Magazins “Natur”,&nbsp; ist der Autor unter anderem des Buches “Hurra, wir retten die Welt! Wie Politik und Medien mit der Klimaforschung umgehen”. Miersch ist Leiter des Wissenschaftsressorts des Magazins Focus.</p>

<p>Auch der frühere Hamburger Umweltsenator und Autor des Ökoklassikers “Seveso ist überall”, Fritz Vahrenholt, der zu den Wegbereitern der Umweltbewegung zählte, wird vom UBA “gelistet”. Über Vahrenholt, der mit dem Geowissenschaftler Sebastian Lüning das Buch “Die kalte Sonne. Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet” veröffentlichte, inzwischen ein Standardwerk der Weltuntergangskritik, heißt es in der UBA-Broschüre, er sei früher Shell-Vorstand gewesen und “seit 2001 Manager des Energieversorgungskonzerns RWE”. Verschwiegen wird, dass er bei Shell sich um Solarenergie kümmerte und bei RWE den Bereich der Windenergie zum weltweiten Branchenführer ausbaute. Wenn ihn etwas hätte korrumpieren können, dann die Erneuerbaren Energien. Unter Bundeskanzler Schröder saß er im Rat für Nachhaltige Entwicklung.</p>

<p>Wie in jener Metastudie, auf die ich im letzten Blog hinwies, werfen auch die UBA-Autoren alle jene, die nicht in den einheitlichen Chorgesang der Apokalypse einstimmen wollen, oder die da vielleicht nur eine etwas andere Tonart anschlagen, in einen Topf, egal ob man grundsätzlich den CO2-Einfluss akzeptiert oder ganz ablehnt, ob man davon ausgeht, dass die derzeitige langjährige Pause in der Erwärmung auch ihr Ende bedeutet oder nur ihre Unterbrechung, ob die menschengemachte Erwärmung zumindest zum Teil anerkannt wird, nicht aber ihre katastrophalen Folgen – wer nicht die Angaben und den Tonfall des Weltklimarates IPCC oder ersatzweise des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung bis ins letzte Komma teilt, den setzt das UBA auf den Index mit dem Etikett: inkompetent, fachfremd, Vorsicht!.</p>

<p>Wo sind die Hinweise auf die fachlich überprüften (peer reviewten) Studien aus den letzten Jahren von integren, anerkannten Klimaforschern, die die Klimasensitivität des Kohlendioxid plötzlich viel geringer einschätzen, wo geht man auf Papiere ein, die die Gefahren des Auftauens des Permafrostes oder der arktischen und antarktischen Gletscher als geringer ansehen im Vergleich zum Weltklimarat IPCC? Wo sind die Anmerkungen zu den Forschungsansätzen, laut denen die Sonne durch ihre Magnetfelder das Klima beeinflusst, und zwar deutlich (siehe zu allem die Blogs von Donner und Doria vor allem aus den letzten zwei, drei Monaten)? Die bleiben aus, stattdessen beschäftigt man sich lieber mit dem ewig gleich starken Sonnenschein. Sind alle Klimaforscher, die zu abweichenden Ergebnissen kommen, sämtlich auch fachfremd?</p>

<p>Man könnte noch vieles sagen zu den einzelnen Kapiteln, etwa zu dem Weißwaschen jener Klimaforscher aus dem inneren Zirkel, deren überaus verräterische Emails durch einen Hackerangriff 2009 ans Licht kamen und die über ihre Arbeitsweise so viel aussagten. Oder über Forschungen zum Einfluss der Sonne, über die großen Differenzen in der Fachwissenschaft darüber, ob der Klimawandel bereits zu Wetterextremen geführt hat oder nicht. Auch zu den Lobbyinteressen, die hinter mancher apokalyptoschen Äußerung steht. Der geneigte Leser dieses Blogs wird auf vieles in der UBA-Broschüre stoßen, was er nicht als bare Münze nehmen dürfte.</p>

<p>Die Broschüre des UBA hat inzwischen viele Kritiker im Netz. Auch auf der<a href="http://www.heute.de/Klimawandel-Skeptiker-amtlich-unerwünscht-28010994.html"> Website des ZDF</a> können wir scharfe Töne dagegen lesen. “Klimawandel. Skeptiker amtlich unerwünscht”, schreibt dort Reinhard Schlieker: “Das Dokument vergreift sich im Ton”.</p>

<p>Ein Zitat aus der Broschüre will ich hier doch noch im O-Ton vorstellen, denn es zeigt die Denkweise, die dahinter steht nur zu gut. Die Pause in der Klikmaerwärmung, die inzwischen seit 15 Jahren anhält und – nach “offizieller Lesart” – mindestens noch ein paar Jahre anhalten dürfte, kann und darf uns demnach nicht zum Nachdenken veranlassen, oder gar zum Überprüfen eingefahrener Theorien – weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Auf Seirte 55 der Broschüre heißt es: “Es gibt keinen physikalisch plausiblen Grund, das Jahr 1998 als Wendepunkt der globalen Erwärmung anzunehmen. Diesen Grund gäbe es vielleicht, wenn wir in diesem Zeitraum die atmosphärischen Treibhausgaskonzentrationen auf einem bestimmten Niveau stabilisiert hätten, mehrere große Vulkane ausgebrochen wären und eine lange – über mehrere Dekaden dauernde – Phase vornehmlich inaktiver Sonne prognostiziert worden wäre. Wohlgemerkt: diese Gründe müssten schon zusammenkommen. Denn trotz Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen würde die Erwärmung zunächst andauern.” Bliebe der Satz hinzuzufügen: “Wenn denn die Sensitivität des CO2 tatsächlich so stark ist wie bisher angenommen”. Doch der Satz steht nicht darin. Wäre ja auch noch schöner. Da wäre ja die Einheitswissenschaft in Gefahr.</p>

<p>Hier die große Einigkeit unter den Wissenschaftlern, da ein paar nörgelnde Journalisten? Wenn es so einfach wäre, hätte es das UBA nicht nötig, ein so aufwendiges Blendwerk zu bezahlen. Man fühlt sich in der Defensive. Und das wird auch so bleiben, bis es endlich zu einer offeneren Diskussion kommt.</p>

<p><em>Zuerst erschienen auf <a href="http://donnerunddoria.welt.de/2013/05/21/angebliche-einheit-der-klimaforscher-teil-2-das-uba-papier/">Ulli Kulkes Blog bei der WELT</a><br />
</em></p>

<p><strong>Siehe auch:</strong></p>

<p>Die Broschüre des Umweltbundesamtes<br />
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4419.html</p>

<p>Jan-Eric Peters (Chefredakteur WELT-Gruppe) auf Facebook:<br />
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/umweltbundesamt_warnt_vor_unbotmaessigen_journalisten</p>

<p>Henryk M. Broder in DIE WELT<br />
http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article116332834/Eine-Behoerde-erklaert-die-Klimadebatte-fuer-beendet.html</p>

<p>heute.de (ZDF)<br />
http://www.heute.de/Klimawandel-Skeptiker-amtlich-unerwünscht-28010994.html</p>

<p>Prof. Dr. Thorsten Koch, Universität Osnabrück<br />
http://vorschriften.blogspot.de/2013/05/das-wahrheitsministerium-schlagt-zu.html</p>

<p>Liberales Institut (Stiftung für die Freiheit)<br />
http://liberalesinstitut.wordpress.com/2013/05/20/beendigung-einer-offenen-debatte/#comments</p>

<p>„Klimazwiebel“ (Blog des Klimaforschers Hans von Storch und des Ethnologen Werner Krauss):<br />
http://klimazwiebel.blogspot.de/2013/05/das-uba-informiert-was-hinter-der.html</p>

]]></description>
      <dc:subject>Inland, Klima-Debatte, Kultur, Wissen,</dc:subject>
      <dc:date>2013-05-21T20:55:28+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Organisierte Verantwortungslosigkeit</title>
      <link>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/organisierte_verantwortungslosigkeit1</link>
      <author>info@achgut.de (Gastautor)</author>
      <guid>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/organisierte_verantwortungslosigkeit1#When:20:48:00Z</guid>
      <description><![CDATA[(Gastautor) <p><strong>Oswald Metzger</strong></p>

<p>Auf Kosten anderer zu leben, gilt den meisten Menschen im privaten Lebensumfeld als verwerflich. Dass sich Anstrengung auch finanziell lohnen soll, ist allgemein akzeptiert. Wer gesund ist und im aktiven Erwerbsalter steht, hat zuerst und vor allem für sich selbst zu sorgen, ehe er staatliche Transfers zur Existenzsicherung beanspruchen kann, gilt der großen Mehrheit als selbstverständlich. Verantwortung und Haftung sind Begriffe, die in den persönlichen Werteeinstellungen der Bevölkerung verwurzelter zu sein scheinen als in den politischen Institutionen unserer Gesellschaft.</p>

<p>Nicht nur in Europa, auch in Amerika und Japan, verlässt sich die Politik inzwischen auf die Notenpresse der Zentralbanken. Papiergeld wird gedruckt, weil sich Regierungen und Parlamente nicht zu den notwendigen Strukturreformen aufraffen, um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Volkswirtschaften sicherzustellen. Schulden werden mit weiteren Krediten bezahlt und in Wahlkämpfen werden neue Leistungen des Staates versprochen, statt die Menschen für mehr Selbstverantwortung zu sensibilisieren. Das Beispiel Frankreich erschreckt: Da wird jetzt der neue europäische Fiskalpakt gebrochen und Frankreich die gleiche Fristverlängerung zur Einhaltung der Drei-Prozent-Defizitgrenze eingeräumt wie Spanien, das harte Reformen umsetzt, während in Frankreich politischer Reformstillstand herrscht. Damit wird von der EU-Kommission eine verantwortungslose Politik der linken Regierung belohnt. Wer soll sich im Euro-Raum noch an Regeln halten, wenn der Regelbruch nicht sanktioniert wird? Die europäische Politik verdient immer mehr den Vorwurf der organisierten Verantwortungslosigkeit.</p>

<p>In der deutschen Verfassungsordnung trifft dieses Etikett auf das komplizierte Beziehungsgeflecht zwischen Bund und Ländern zu. Haftung und Verantwortung klaffen hier seit Ende der 60er Jahre, als die erste große Koalition diesen intransparenten Ausgleichsmechanismus beschlossen hat, immer weiter auseinander. Seither belohnen die Anreizsysteme im Länderfinanzausgleich die vielen wirtschaftsschwachen Bundesländer. Die noch verbliebenen drei starken Länder Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, die zusammen acht Milliarden Euro jährlich als Finanzausgleich abgeben müssen, werden in einem Ausmaß um die Früchte ihrer Wirtschaftskraft gebracht, das mehr mit gnadenlosem Abkassieren als mit Solidarität zu tun hat.</p>

<p>Oder wie würden Sie das nennen, wenn Sie als gut verdienender Steuerzahler nach Abzug ihrer Steuerlast im Einkommensranking plötzlich hinter den Mitbürgern liegen, für die Sie mit ihren Steuern die Sozialtransfers mitbezahlen? Doch genau so ergeht es zum Beispiel Baden-Württemberg, das in der Finanzkraft pro Einwohner vor dem Finanzausgleich unter den 16 Bundesländern auf Platz vier rangiert, nach dem Finanzausgleich aber auf Rang elf abrutscht. </p>

<p>In der nächsten Legislaturperiode des Bundestages steht die bundesstaatliche Finanzverfassung zur Neuordnung an. Denn im Jahr 2019 läuft der bisherige Solidarpakt aus, der den neuen Bundesländern zusätzliche Finanztransfers garantierte. Eine solche Reform muss vor allem die Selbstverantwortung der Gliedkörperschaften stärken und die heutige Übernivellierung beenden, aber auch die Altschuldenproblematik lösen.</p>

<p>Wie schwer das sein wird, zeigt die Pervertierung der Finanzverfassung in den letzten Monaten. Obwohl es einen Schlüssel für die prozentuale Steuerverteilung zwischen Bund und Ländern (inkl. Kommunen) gibt, weigern sich die Bundesländer neuerdings bei allen steuerrelevanten Gesetzen, ihren Anteil an den daraus folgenden Steuerausfällen zu tragen. Mit der Begründung scheiterte die vom Bundestag beschlossene Entlastung der Steuerzahler bei der kalten Progression, aber auch die steuerliche Förderung von Energiesparmaßnahmen. Nur wenn der Bund die gesamten Steuerausfälle komplett allein trage, wollte der Bundesrat zustimmen. Das ist verantwortungslos gegenüber den Bürgern, aber auch gegenüber dem geltenden Verfassungsrecht in Deutschland. Und es lässt nichts Gutes hoffen für die anstehende Neuordnung des Finanzausgleichs, bei dem eine satte Verhinderungsmehrheit von 13 Nehmerländern drei Geberländern und dem Bund gegenübersteht.</p>

<p><em>Erschienen in der Fuldaer Zeitung und auf dem Ökonomen Blog (http://www.insm-oekonomenblog.de)</em></p>

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      <dc:subject>Wirtschaft,</dc:subject>
      <dc:date>2013-05-20T20:48:00+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Das Dilemma der Quotenfrau</title>
      <link>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_dilemma_der_quotenfrau</link>
      <author>eran.yardeni@achgut.com (Dr. Eran Yardeni)</author>
      <guid>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_dilemma_der_quotenfrau#When:19:42:05Z</guid>
      <description><![CDATA[(Dr. Eran Yardeni) <p>Als stolzer junger Soldat der israelischen Armee habe ich relativ sehr schnell begriffen, was ich tun sollte, wenn für irgendwelche Aufgaben Freiwillige gesucht wurden: Ich muss mich unbedingt melden. Nicht aus moralischen Gründen und nicht weil es irgendwo vielleicht in der Heiligen Schrift steht, sondern aus rein praktischen Erwägungen: Denn was freiwillig beginnt, kann schnell zur Pflicht werden, falls keiner sich „freiwillig“ meldet. Meldet man sich aber „freiwillig“, so kann man seine opportunistische Kalkulation hinter dem Deckmantel der Kameradschaft verbergen. </p>

<p>Diese Lektion hat mich stärker geprägt als mein erster Sex, damals in dem Kibbuz als ich 16 war. Und zwar so tief, dass mir ca. 16. Jahre nach dem Ende meiner Wehrpflicht jede Wortkombination, die das Adjektiv „freiwillig“ oder das Nomen „Freiwilligkeit“ enthält, ziemlich verdächtig vorkommt. </p>

<p>Vor diesem Hintergrund sollte man das am 17.5.2013 auf SPIEGEL-ONLINE erschienene Interview mit der SPD-Wahlkämpferin Gesche Joost lesen. Vor allem, was sie zum Thema Frauenquote zu sagen hat. </p>

<p>Auf die Frage, ob sie sich vorstellen kann, Panels und Konferenzen zu meiden, die fast ausschließlich aus Männern bestehen, hat die Wahlkämpferin folgendes geantwortet: </p>

<p><em>„Sagen wir es mal so: Eine feste Quote von fifty-fifty für jede Gesprächsrunde wäre mir zu radikal. Aber klar ist, dass sich etwas ändern muss. Gerade wurde ich wieder in ein Gremium eingeladen, das fast nur aus Männern bestand. Da habe ich mich dann beschwert und gesagt: Das kann doch nicht euer Ernst sein. Eine Selbstverpflichtung von Redaktionen und Veranstaltern, dass in Talkshows oder Panels stets beide Geschlechter vertreten sein müssen, würde ich sehr begrüßen.“ </em></p>

<p>Selbstverpflichtung ist in der Terminologie der deutschen Frauenpolitik eine Variante der erzwungenen Freiwilligkeit – oder besser gesagt: Ihr Vorläufer. Man kann sich aber sehr gut vorstellen, was passieren wird, wenn diejenigen, von denen es erwartet wird, dass sie sich freiwillig verpflichten, das nicht tun. Sie werden höchstwahrscheinlich gezwungen werden, sich freiwillig zu verpflichten. Und wie macht man das? In diesem Film waren wir schon, man droht mit Gesetzen, die eine feste Quote vorschreiben würden. </p>

<p>All das hat Frau Joost natürlich nicht gesagt und es mag wohl sein, dass es hier nur um eine wilde Assoziationskette geht -&nbsp; aufgrund meiner militärischen Vergangenheit. Aber auch wenn ich die Frage, was die DAX-Konzerne motivierte, sich für den Ausbau des Frauenanteils in Führungspositionen einzusetzen, nicht ganz eindeutig beantworten kann, frage ich mich trotzdem, ob es nicht die legislative Peitsche war, die ihnen als Wegweiser diente. Denn jeder weiß, dass die erzwungene Freiwilligkeit das kleinere Übel ist, weil sie wenigstens mehr Entscheidungsspielraum bietet als ein zementiertes Gesetz. </p>

<p>Aus dem Interview mit Frau Joost geht noch etwas Interessantes hervor. Und zwar, welche verheerenden Auswirkungen und Nebenwirkungen die Idee der Frauenquote auf den gesellschaftlichen Ruf der Frauen schon bewirkt hat. Was hier zwischen den Zeilen steht, kann vielleicht die Problematik der Einführung einer Frauenquote am klarsten zeigen:</p>

<p><em>SPIEGEL ONLINE: Wenn man über Sie liest, fallen meist die Attribute jung und weiblich. Fühlen Sie sich als Quotenfrau im Kompetenzteam?</p>

<p>Joost: Das war sicher nicht Grund meiner Berufung ins Kompetenzteam. Trotzdem finde ich den Begriff nicht schlimm, ich bin ein echter Fan der Frauenquote. Ich habe in meiner Laufbahn viele Gremien, Unternehmen und Stiftungen von innen gesehen. Da sitzen meist nur Männer, und zwar 60 plus. Dafür habe ich kein Verständnis mehr, das geht so nicht.</em></p>

<p>Warum war die Frauenquote „sicher nicht der Grund“ für Ihrer Berufung, Frau Joost? Warum bekomme ich den Eindruck, dass Sie sich in der Position einer „Quotenfrau“ nicht ganz wohl fühlen? Und wenn das der Fall ist, warum schieben Sie andere Frauen genau in diese Falle? Denn nicht als Quotenfrauen wollen Frauen gedeihen, sondern eher als gleichberechtigte Menschen. </p>

<p>Und zwischen den Beiden bleibt ein enormer Unterschied.&nbsp;   </p>

]]></description>
      <dc:subject>Inland, Ausland, Kultur,</dc:subject>
      <dc:date>2013-05-20T19:42:05+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Generation Arschloch</title>
      <link>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/generation_arschloch</link>
      <author>rschuler@achgut.com (Ralf Schuler)</author>
      <guid>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/generation_arschloch#When:19:37:49Z</guid>
      <description><![CDATA[(Ralf Schuler) <p>Sie sind Mitte vierzig, männlich, verheiratet, haben Kinder und essen womöglich gar noch Fleisch? Willkommen in der Generation Arschloch!</p>

<p>Vor Ihnen sitzen die Silberrücken auf den fett dotierten Posten, von hinten überholen Junge und Frauen auf der Karriere-Autobahn. Sie dagegen können nicht mal mit einer Homo-Partnerschaft im gesellschaftlich Progressiven fischen. Ein Leben im Karriere-Loch. Vätermonate statt Erwerbsarbeit! Schade, vielleicht klappt’s im nächsten Leben.</p>

<p>Aber, aber, wer wird denn gleich in die Luft gehen! Dafür zahlen Sie tapfer ihre Beiträge bei der Bundesversichertenanstalt für Angestellte (BfA) ein. Leider wird das zum Überleben im Alter nicht reichen, deshalb sorgen Sie selbst vor, riestern bis das nächste Heft von „Finanztest“ kommt und Ihnen Ertrag und Provisionen vorrechnet. Sie zahlen in Kita, Schulen, Sozialkassen Maximalbeiträge, denn Sie sind ja eine „starke Schulter“ der Gesellschaft. </p>

<p>Sie sorgen für die Ausbildung der Kinder vor, denn Sie sind ja eine „starke Schulter“ der Gesellschaft, und wenn es mal schief läuft, teure Therapien für die Kinder nötig werden, kriegen Sie nichts dazu, denn Sie sind ja eine „starke Schulter“ der Gesellschaft. Und wenn Grüne und Rote mal wieder an einem lecker Wahlprogramm köcheln, gibt’s „starke Schultern“ im Kräutermantel – aber vorher schön ausbluten lassen…</p>

<p>Generation Arschkarte? Jammerlappen, wer nicht ans große Ganze denkt! Unsere Welt soll schöner werden. Da geht noch was.</p>

<p>Sie haben den realen Sozialismus noch erlebt, glaubten, endlich das freie Ufer erreicht zu haben? Sie dachten, dass man eine Gesellschaft nicht beschließen oder quotieren kann, dass Gleichschritt im Meinungsmarsch bei Europa, Quoten, Klima, Öko-Wahn kein Konzept der Zukunft ist? Geh sterben alter Mann! Dass Vater-Mutter-Kind der Kern der Gesellschaft sind, dass Einheitsmeinungen ein Krankheitssymptom der Gesellschaft sind, dass Streit der Meinungsbildung dient, der Zweifel das Produktiv-Gen des Menschen und die Freiheit ein wunderbares Geschenk ist… Erzählen Sie es dem Tattoo-Studio Ihres Vertrauens! Sie dachten, dass die verordnete Meinung, die gefährlichste Form der Unterdrückung sei und lernen jetzt, dass der freie Schwarm zur Inquisition der Neuzeit wird…</p>

<p>Kopf hoch! Das Leben hat noch mehr zu bieten: Heavy Metal und Faxe-Pils in Liter-Dosen… Das muss fürs Erste reichen.</p>]]></description>
      <dc:subject>Inland, Kultur,</dc:subject>
      <dc:date>2013-05-20T19:37:49+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Eine Lektüre die vom Umweltbundesamt ignoriert wird</title>
      <link>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/eine_lektuere_die_vom_umweltbundesamt_ignoriert_wird</link>
      <author>gederer@achgut.com (Günter Ederer)</author>
      <guid>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/eine_lektuere_die_vom_umweltbundesamt_ignoriert_wird#When:10:27:42Z</guid>
      <description><![CDATA[(Günter Ederer) <p><em>Rezension des Buches &#8220;Von einem Jugendstraftäter, der mit dem besten Klimaexperten der Welt verwechselt wurde&#8221; von Donna Laframboise</em></p>

<p>Der Klimawandel bedroht die Zukunft unseres Planeten. Er wird verursacht von den Menschen, die durch ihren Lebenswandel zu viele Treibhausgase freisetzen und damit eine gefährliche, ja katastrophale Erderwärmung zu verantworten haben.&nbsp; Nur durch eine radikale Umkehr hin zu erneuerbaren Energien und einem nachhaltigen Wirtschaften, das heißt vor allem: Reduktion des CO2-Ausstosses, kann die Erwärmung auf zwei Grad begrenzt werden. </p>

<p>Sie kennen alle diese Aussagen. Sie bestimmen mittlerweile die Energiepolitik vieler Staaten, sie sind das Thema auf Mammutkonferenzen, sie fehlen in keinem Parteiprogramm. Jeder von uns ist betroffen. Sie greifen tief in unser tägliches Leben ein. Rasant steigende Strompreise, Glühlampenverbot, die totale Veränderung des deutschen Landschaftsbildes durch Windkraftanlagen und Photovoltaikspiegel. Sie sind die Existenzgrundlage der „Grünen Parteien“ und liefern die Argumente für die fundamentale Kapitalismuskritik.</p>

<p>Die Frage, ob der Klimawandel wirklich vom Menschen verursacht wird, oder ob er nicht seit Millionenjahre den Planeten verändert, wird nur von so genannten Klimaleugnern gestellt, die von der Politik und den Medien als verantwortungslose Minderheit abgetan wird. Für die Beweise, dass wir Menschen das Klima verändern, ist der IPCC verantwortlich, übersetzt, „der zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaveränderungen.“ In der deutschen Umgangssprache auch oft als „Weltklimarat“ bezeichnet, eine propagandistische Überhöhung, die die Bedeutung des IPCC unterstreichen soll.</p>

<p>Was das IPCC veröffentlicht, wird auch gerne als „Klimabibel“ bezeichnet. Damit wird die absolute Wahrheit unterstrichen, wonach sich die Regierungen richten sollen – und es auch tatsächlich tun – zum Beispiel in Deutschland. 2500 der angesehensten Wissenschaftler – so der IPCC - haben als Fachgutachter die IPCC - Aussagen erarbeitet. Tausende weitere Experten waren mit den Entwürfen beschäftigt. Alle Arbeiten, die vom IPCC zugelassen werden, wurden einem mehrstufigen Peer Review – also wissenschaftlicher Überprüfung unterzogen. Welcher Abgeordnete, welcher  Minister, welcher Journalist will da noch zweifeln? Schließlich hat der IPCC 18.531 Sachstandsberichte veröffentlicht – die alle die Treibhausgastheorie und ihre Folgen bestätigen. Und so ist die menschengemachte Erderwärmung zu einem Fakt geworden, auch wenn sie seit 1998 nicht mehr gemessen wird und wir in diesem März den kältesten Winter seit Menschengedenken in Europa erleben.<br />
Es ist der kanadischen Journalisten Donna Laframboise zu verdanken, dass es eine Erklärung dafür gibt, warum die Vorhersagen und das aktuelle Klima nicht übereinstimmen. Donna Laframboise hat sich die Arbeit gemacht, die eigentlich jeder Journalist machen müsste, bevor er einen Artikel schreibt, sich jeder Abgeordnete  unterziehen müsste, bevor er für oder gegen ein Gesetz stimmt. Donna Laframboise hat die Angaben des IPCC überprüft, hat den „Weltklimarat“ auf seine Zusammensetzung, seine Regeln und seine Manipulationen untersucht. Herausgekommen ist eine vernichtende Tatsachenbeschreibung. Im Gegensatz zur Klimabibel der IPCC führt sie für jede ihrer Erkenntnisse nachvollziehbare Belege an, nennt die Namen und erklärt, wie sie die IPCC - Propaganda entdeckte.</p>

<p>Das unerschütterliche Gebäude der 2500 Wissenschaftler aus aller Welt, die den menschengemachten Klimawandel bestätigen, kracht dabei wie ein Kartenhaus zusammen. Von den 18.531 IPCC Sachstandsberichten zum Beispiel sind 5.587 überhaupt nicht überprüft. Auch nimmt der IPCC Einfluss auf die Begutachtung. Der kanadische Wissenschaftler Steve McIntyre, der an der Oxford University arbeitet, versuchte Rohdaten einer Studie zur Beschleunigung der Erderwärmung zu erhalten, um sie auswerten zu können. Ihm wurde daraufhin gedroht, ihn von der Liste der Fachgutachter zu streichen.</p>

<p>Donna Laframboise beschreibt einen Fall nach dem anderen, wie Behauptungen in die Klimabibel gelangen, ohne dass sie auch nur im Ansatz überprüft worden sind. Da wird eine Grafik über die Kosten der Katastrophen nach der Kritik von Fachgutachtern einfach ausgetauscht und durch eine Abbildung ersetzt, die alles noch schlimmer darstellt. Der immer wieder zitierte „Stern - Bericht“, ein umstrittenes Papier über die Kosten der Erderwärmung wird mit 26 Zitaten in 12 verschiedenen IPCC Kapiteln eingefügt, obwohl die Bewertungsrunden schon abgeschlossen waren und für die Aussagen von Stern keine Überprüfung mehr möglich waren. <br />
Bei einigen Kapiteln des Buches von Donna Laframboise stellt sich die verblüffende Frage, warum das unverantwortliche Verhalten des IPCC nicht schon früher aufgefallen ist. Keine der „Entdeckungen“ musste sie aus geheimen Papieren herausfiltern. Alles hätte mit Fleißarbeit und kritischer Distanz jeder Journalist, jede Partei herausfinden können. Zum Beispiel den tatsächlichen Hintergrund der „führenden Wissenschaftler“ aus aller Welt. Da gibt es Richard Klein. Heute Professor für Geographie in den Niederlanden. 1992 wurde Klein 23 Jahre alt, machte dann erst sein Diplom und tat sich als Greenpeace-Aktivist hervor. Zwei Jahre später schon befand er sich unter den IPCC-Leitautoren. Mit 28 Jahren hatte er schon die ranghöchste Autorenkategorie erreicht, immerhin 6 Jahre bevor er seine Doktorarbeit schrieb. </p>

<p>Dann gibt es auch Sari Kovats. 1994 wurde sie zu jenen 21 Personen ausgewählt, um das erste IPCC - Kapitel zu schreiben, das die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit untersucht. Sie promovierte erst 2010, also 16 Jahre später. Der renommierte und weltweit anerkannte Wissenschaftler, der sich mit Epidemien und der Verbreitung von Krankheiten beschäftigte, der Franzose Paul Reiter vom Pariser Pasteur Institute nannte das Kapitel „amateurhaft“ . Als Reiter im Dezember 2012 in München einen Vortrag über die Ausbreitung von Krankheiten und seine Erfahrungen mit den Manipulationen der IPCC hielt, war nicht ein einziger Journalist der deutschen Klimawandelpropagandisten gekommen. Dabei erzählte Reiter unter anderem, wie er das IPCC verklagen wollte, damit er sich nicht gegen seinen Willen mit seinem Namen schmücken konnte.</p>

<p>Überhaupt scheint es für eine Karriere beim IPCC nicht so wichtig zu sein, ob jemand schon wissenschaftlich gearbeitet hat oder nicht, sondern entscheidend ist eine Vergangenheit als Aktivist in den Umwelt- und Naturschutzverbänden.&nbsp; Donna Laframboise zählt mit Rang und Namen eine Liste mit 78 IPCC Autoren, die zugleich im Klimaberatungsgremium des WWF sind. Darunter ist auch Murari Lal, der das Gerücht als Wissenschaft verkauft, im Jahre 2035 wären die Himalaya - Gletscher abgeschmolzen. Wie vor allem auch bei Greenpeace-Aktivisten ist nicht transparent, wer wen bezahlt, damit er mit dem IPCC arbeiten kann. Das System ist aber einfach: WWF, Greenpeace und Co senden ihre Aktivisten mit klar formulierten Botschaften in die IPCC - Gremien, dort wandeln sich die Behauptungen in angeblich wissenschaftlich fundierte Erklärungen und werden dann von den zu Lobby-Konzernen mutierte „Umweltorganisationen“ als Beweis für das von Menschen gemachte Klima genutzt. </p>

<p>Und damit sind wir wieder am Anfang: „Was 2500 Wissenschaftler des Weltklimarates behaupten kann nicht falsch sein.“ Aber es gibt keine 2500 Wissenschaftler und der Weltklimarat ist eine politische Institution, die das Klima benutzt um die Welt unter eine gigantische Bürokratie zu manipulieren. Das sagen ihre Hauptpropagandisten auch ganz unverblümt. Der Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgeforschung und Berater der Kanzlerin, Prof. Joachim Schellnhuber schrieb sinngemäß: Nur eine weltumspannende Bürokratie mit weitgehenden Vollmachten für die Wirtschafts- und Umweltpolitik kann die Welt noch retten.<br />
Donna Laframboise`s Buch steht in keiner Bestsellerliste. Ihr ist es zwar gelungen Mitarbeiter in 12 Staaten zu gewinnen, die mit ihr akribisch die 18.531 Quellen des 4. IPCC Sachstandsbericht auf ihre Herkunft und Autorenschaft zu untersuchen, aber jetzt muss sie feststellen. So genau will das niemand wissen. Ihre Kollegen, die Journalisten müssten zugeben, dass sie es vorgezogen haben, der Propaganda des Weltklimarates zu folgen. Sie haben sich mitgeweidet am drohenden Weltuntergang und die Gutmenschen verherrlicht, die die Welt retten wollen. Die Politiker müssten zugeben, dass sie die Gleichsetzung von Klimapolitik gleich Umweltpolitik gleich Lobby für Erneuerbare Energien nicht kapiert haben. Viel bequemer war es da, dem Mainstream zu folgen und vor allem: Der von Menschen gemachte Klimawandel öffnete die Schleusen für neue Steuern – dieses Mal sogar, um die Menschheit zu retten. Wer will sich schon diese Chance entgehen lassen.<br />
Aber: Wenn sie alle schon mangels naturwissenschaftlicher Kenntnisse und der überwältigen Propaganda des „Weltklimarates“ sich nicht mit dem IPCC auseinandersetzen konnten, so gibt es jetzt keine Entschuldigung mehr, nicht die 215 Seiten des Buches von Donna Laframboise zu lesen, bevor sie wieder über die Klimakatastrophen schreiben oder Gesetze in den Parlamenten verabschieden.</p>

<p>Und das Bundesumweltamt? Diese mit Steuergeld finanzierte Behörde verleumdet jeden, der  aus dem Buch von Donna  Laframboise zitiert als Lobbyisten von Konzernen oder gefährlichen „Klimaleugner“, preist aber unverdrossen das IPCC weiterhin als die Krönung wissenschaftlicher Erkenntnisse an, wie es gerade in dem Pamphlet: „Und sie erwärmt sich doch“ wieder gemacht hat.&nbsp; </p>

<p><em>Donna Laframboise</em><br />
<strong><a href="http://www.amazon.de/einem-Jugendstraftäter-besten-Klimaexperten-verwechselt/dp/3940431338/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1369046159&amp;sr=8-1&amp;keywords=Donna+Laframboise">Von einem Jugendstraftäter, der mit dem besten Klimaexperten der Welt verwechselt wurde. Ein IPCC - Expose</a></strong><br />
<em>TvR Medienverlag, Jena 2012  ISBN 987-3-940431-33-2<br />
Preis  Euro 19.90</em></p>

<p>Siehe auch:<br />
<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wie_das_umweltbundesamt_mit_kritikern_umgeht">http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wie_das_umweltbundesamt_mit_kritikern_umgeht</a></p>]]></description>
      <dc:subject>Klima-Debatte,</dc:subject>
      <dc:date>2013-05-20T10:27:42+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Ich trage einen großen Penis  </title>
      <link>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ich_trage_einen_grossen_penis</link>
      <author>akif.pirincci@achgut.com (Akif Pirincci)</author>
      <guid>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ich_trage_einen_grossen_penis#When:09:10:00Z</guid>
      <description><![CDATA[(Akif Pirincci) <p>(Eins vorweg: Wenn Sie sehr intelligent sind oder im Verfassen von Texten bewandert, wissen Sie schon nach dem Lesen des ersten Drittel dieses Artikels wie der letzte Satz darin ...lauten wird.) Es gibt eine Sendereihe im Fernsehen mit dem Titel &#8220;Ich trage einen großen Namen&#8221;. Darin müssen irgendwelche Eierköpfe oder Prominente den Namen von einem Nobody erraten, der zufällig verwandtschaftliche Beziehungen zu einem toten imposanten Namensträger unterhält, sagen wir mal, einem &#8220;von Habsburg&#8221;. Eigentlich ist diese Namensvererbung unter Privilegierten aus linker Sicht voll ungerecht, denn während man die gegenständliche oder pekuniäre Erbschaft versteuern muß, kriegt man den tollen Namen steuerfrei nachgeschmissen, obwohl alle Welt weiß, welch karrieretechnischen Vorteile so ein &#8220;von Habsburg&#8221; einem verschaffen kann. </p>

<p>Ich fand den Titel der Sendung schon immer angeberisch. Schließlich stellt sich in unserer Neidhammelgesellschaft außer den Geissens auch niemand vor die Kamera vor seiner 5-Mio-Villa hin und sagt: Ich habe eine große Villa! Und selbst der schillerndste Playboy wird es sich wohl verkneifen, sich vor achtzig geilen Weibern zu positionieren und zu protzen: Die habe ich schon alle gehabt! Selbst wenn, man würde in beiden Fällen entweder irgendetwas mit sozialer Ungerechtigkeit assoziieren oder einfach nur schmunzeln. Nicht allein das, falls man sich in Gesellschaft befände, würde man so tun, als bemitleide man den Primitivling, obwohl man in Wahrheit selber ums Verrecken eine 5-Mio-Villa und es mit achtzig geilen Weibern getrieben hätte. </p>

<p>Ich habe mir letztens Gedanken darüber gemacht, mit welch einem Tabubruch man in einer inzwischen tabulosen Zeit die volle Aufmerksamkeit auf sich lenken könnte. Mitten auf der Fußgängerzone mit einer Frau ficken? Geschenkt, hat `s schon längst gegeben (wenn auch nur als Fake). Seine Mutter ermorden? Ähm, normal. Mit seinen Fürzen ein Lied intonieren? Findet heutzutage auf der Bühne statt. Okay, man könnte sagen, daß Mohammed in Wahrheit schwul gewesen sei. Hat ja bis vor Jahren auch mit Jesus funktioniert, wenn auch nur drei erzkatholische Spinner deswegen einen Sturm im Wasserglas entfacht haben. Bei der behaupteten Schwulität von Mohammed verlagerte sich die Sache freilich von der Wasserglas- in eine Ozeandimension, und man verbrächte sein restliches Leben in einem atombombensicheren Bunker. Dennoch wäre auch dies ein müder Abklatsch des Jesus-Dings, daher ziemlich durchsichtig. Wie kann man also in einer Gesellschaft, die keine Tabus mehr kennt, noch ein Tabu brechen? </p>

<p>Gestützt auf meine langjährige Erfahrung weiß ich Rat. Allerdings funktioniert es nur bei Männern; Frauen müssen sich diesbezüglich etwas Eigenes einfallen lassen. Angenommen Sie sind auf einer Party oder sonst einem geselligen Treffen, und nach dem dritten Glas Wein driftet das Gespräch wie üblich in das Hehe-Thema ab, also ins Horizontale. Jeder steuert seine Witzchen und Geschichtchen dazu bei, alle lachen sich scheckig, ja, durch die verbalen Halbbesoffenheiten entsteht so etwas wie eine gedachte Swingerclubatmosphäre. Bevor Sie (als Mann) nun ihre Interkontinentalrakete abschießen, ist es von eminenter Wichtigkeit, daß Sie ein derart ernstes Gesicht machen, als parlieren Sie über solch Gewichtiges wie &#8220;Das letze Hemd hat keine Taschen&#8221;, und, das vor allem, es in dem gleich ausbrechenden Entrüstungssturm die ganze Zeit auch beibehalten. Es muß jedenfalls so rüberkommen, als sei das von Ihnen Gesagte Ihr heiliger Ernst. Wenn also in einer angetrunkener Runde jemand gerade so etwas sagt wie &#8220;… und da gibt es doch tatsächlich diese Internetkontaktbörsen fürs Fremdgehen …&#8221; und jemand anderer vielleicht &#8220;… der Übergang zwischen realem und virtuellem Sex ist heutzutage fließend …&#8221;, so sprechen Sie unvermittelt im getragenen Ton aus: &#8220;Ich habe einen sehr großen Penis!&#8221; </p>

<p>Klar ist das kindisch und noch unter Pennälerhumor. Aber die Wirkung, die Sie damit erzielen, wird phänomenal sein. Zunächst wird eine Art Schockstarre einsetzen. Ihre Gesprächspartner gehen kurz in sich und fragen sich, ob ihre Ohren sie nicht getrogen haben. Dann erfolgt ein reflexartiges Losprusten, aber nicht weil alle ihren Kommentar ungeheuer lustig fanden, sondern es handelt sich um eine Übersprungshandlung. Die ersten Männer stimmen allmählich in ein unsicheres Lachgegröle ein – aber die Frauen … Ja, die Frauen haben sich inzwischen gesammelt und schlagen mit unerbittlicher Härte zurück. Seltsamerweise ist es für sie eine unerhörte Provokation, wenn ein Mann frank und frei sein Geschlechtsteil rühmt. </p>

<p>Dies ist umso erstaunlicher, weil die Sexualforschung heute weiß, daß es für eine Frau beim Liebesspiel eben doch auf die Größe des Pimmels ankommt (zumindest auf den prächtigen Anblick) und eben nicht nur darauf, wie früher oft so dahergesagt, was der Sexpartner für wundersame Kunststückchen damit vollführen kann. Die Reaktion auf &#8220;Ich habe einen großen Penis!&#8221; ist jedoch von der Frauenseite mitnichten ein &#8220;Gratuliere!&#8221; oder &#8220;Bravo!&#8221;, sondern sofort irgendwelche Stummelschwänzchenwitze, Herabwürdigungen à la &#8220;Tja, wenn man nix in der Birne hat …&#8221; und empörte und prompte Beendigung des Gespräches mit anschließendem sich Entfernens. Vor allem jedoch Hohn und Spott und die Lächerlichmachung des Verkünders bis zu dessen totaler Demütigung. Gewiß, wenn eine Frau aus heiterem Himmel behauptete &#8220;Ich habe eine enge Möse!&#8221; würde die Runde auch nicht gerade in einen Befallssturm ausbrechen, sondern man würde sich fragen, ob die Alte sie noch alle beisammen hätte. Doch die Reaktion würde auf gar keinen Fall so unschön ausfallen wie bei dem Mann, im Gegenteil, sie wäre von Mitleid begleitet. </p>

<p>Warum ist das so? Ganz einfach: Der &#8220;weiße Mann&#8221; von heute darf weder auf seine Männlichkeit noch auf irgendwelche seiner männlichen Attribute stolz sein. Es ist inzwischen gesellschaftlicher Konsens, daß der von der Political Correctness dressierte und entmündigte Mann alles abzuschwören und zu unterdrücken hat, was auch nur den Hauch von Männlichkeit beinhaltet. Er darf sein neugeborenes Kind in einem Schal um den Bauch tragen, für seine Angebetete &#8220;gut kochen&#8221;, im Kreißsaal dabei zusehen, wie der Quell seiner Freude sich in eine abstoßende Wunde verwandelt, so daß er diesen Eindruck nicht mehr aus dem Kopf wird kriegen können, und sogar lauthals das Recht auf Abtreibung beklatschen, also sich mit lauter unmännlicher Scheiße schmücken und sein männliches Ich bis zur seelischer Selbstentleibung verleugnen, und gilt dann als wahrer guter Angehöriger seines Geschlechts.Niemals aber darf er das von schwachköpfigen und in der Regel abgrundtief häßlichen Steuergeldschmarotzerinnen, sprich von irgendwelchen Frauenbeauftragten, Politikerinnen und Emanzen- und Genderziegen festgezurrte Korsett des Memmen sprengen und einfach mal so sein steifes Ding hervorzeigen, auch im übertragenen Sinne nicht. Er riskiert dann nicht nur den Bruch von Freundschaften, sondern über den vorprogrammierten, handfesten Krach mit seiner Partnerin bisweilen seine wirtschaftliche Existenz. Nur ein verweichlichter und in der Meute der buchstäblichen Schlappschwänze mitheulender Mann ist ein guter Mann. </p>

<p>Dies führt selbstverständlich zu geistigen, zwischenmenschlichen und kulturellen Deformationen. Das Internet ist voll von dubiosen Singlebörsen, in denen entfesselte Männer im Schutze der Anonymität Fotos von ihren Schwänzen an geschockte Frauen senden, sich im &#8220;Nahkampf&#8221; mit einer neuen Bekanntschaft plötzlich in ekelhafte Bestien verwandeln und die Frau stellvertretend für alle Frauen mit Obszönitäten überschütten, sie herabwürdigen und gar nicht mal so selten gewalttätig werden, quasi Rache nehmen für ihre Umerziehung zu einer Art Frau mit Penis.</p>

<p> Ich wette mein letztes Hemd darauf, daß vor dreißig Jahren außer Perverse und Kriminelle kein anständiger Mann sich so verhalten hätte. Es ist die grenzenlose, von studierten Irren und psychophatischen Matronen von Kindesbeinen an oktroyierte Männerverachtung und Frauenvergottung, welche das Verhältnis der Geschlechter aus dem Lot bringen und solcherlei Abnormitäten erzeugen. Und alle ignorieren geflissentlich und drücken feste beide Augen zu in Anbetracht dessen, daß da aus einem Kulturkreis der Heiligen Kühe orientalischer Manier mitten unter uns eine finstere Männlichkeit heraufdämmert, die hierzulande nicht einmal in den so verteufelten 50ern existiert hat. Vielleicht also kehrt die Männlichkeit doch noch zurück. Allerdings anders und destruktiver als gedacht. So, der Artikel ist hier zu Ende. Habe ich etwas vergessen? </p>

<p>Ach ja: Ich trage wirklich einen großen Penis!  Und als kleines Schmankerl der Schluß aus einem meiner Lieblingsfilme.<br />
 <br />
BOOGIE NIGHTS:  http://www.youtube.com/watch?v=0_HFUXwZ0iE</p>

]]></description>
      <dc:subject>Bunte Welt,</dc:subject>
      <dc:date>2013-05-20T09:10:00+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Keine gute Tat bleibt ungestraft</title>
      <link>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/keine_gute_tat_bleibt_ungestraft</link>
      <author>rbonhorst@achgut.com (Rainer Bonhorst)</author>
      <guid>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/keine_gute_tat_bleibt_ungestraft#When:22:34:37Z</guid>
      <description><![CDATA[(Rainer Bonhorst) <p>Es mag ja noch angehen, dass griechische Hassprediger Angela Merkel mit Hitlerbärtchen malen. Dass die Griechen aber dem deutschen Beitrag beim Eurovision Song Contest null Punkte gaben, geht nun wirklich zu weit. Hier ist, um mit Barrack Obama zu sprechen, eine rote Linie überschritten worden.</p>

<p>Man hätte die Null-Punkte-Politik der Griechen noch nachvollziehen können, wenn Angela Merkel das Lied „Glorious“ gesungen hätte. Aber es war doch die süße Natalie Horder mit ihrer Cascada-Band. Die hätten doch wenigstens sechs Punkte verdient. Schließlich haben wir den Griechen doch auch sechs Punkte gegeben. Und das für einen singenden Opa mit Ouzo-Stimme. Aber so sind sie, die Griechen. Selber sechs Punkte kassieren, und null zurückzahlen.</p>

<p>Wäre es nicht an der Zeit, dass Frau Merkel sich nun ihrerseits von den Griechen ein paar Milliarden zurückzahlen ließe? So wie damals Margaret Thatcher von der Europäischen Union, als sie in Brüssel so lange „I want my money back“ rief, bis die Europäer ihr entnervt ihr Geld zurückgaben. Jedenfalls einen Teil. Warum also soll Angela Merkel nicht nach Griechenland fahren und „I want my money back“ rufen?</p>

<p>Wahrscheinlich geht das nicht, weil die deutschen Banken an den Griechenland-Krediten so viel verdienen, dass ihr ganzes Geschäftsmodell zusammenbräche, wenn die Griechen plötzlich alles zurückzahlen würden. Ein Glück also, dass die so pleite sind.</p>

<p>Realistischer wäre ein Gegengeschäft: Pro geliehener Milliarde wenigstens einen Punkt beim Eurovision Song Contest. Bekäme man mit den anderen verschuldeten Südländern einen ähnlichen Deal zustande, hätte Deutschland  eine gute Chance, den Contest zu gewinnen. Dann könnte sogar Angela Merkel als Sängerin auftreten. Sogar mit Hitlerbärtchen.</p>

<p>Aber wahrscheinlich hat ein solches Geschäft keine Chance. Es geht ja eher anders herum. Je mehr Milliarden Deutschland zahlt, desto weniger Punkte kriegen wir. Nach dem alten Sprichwort: Keine gute Tat bleibt unbestraft. So ist das nun mal in der Europapolitik und in der Eurovisionspolitik.</p>

<p>Oder hat den Griechen unser Lied einfach nicht gefallen? Das ist natürlich auch denkbar. Die Griechen haben nun mal einen komischen Musikgeschmack. Was heißt Musikgeschmack. Sie haben überhaupt einen komischen Geschmack. Wer harzigen Wein trinkt, sollte beim Eurovision Song Contest, diesem Gipfeltreffen  europäischer Musikgourmets, wegen erwiesener Geschmacksverirrung gar nicht zugelassen werden. </p>

]]></description>
      <dc:subject>Kultur,</dc:subject>
      <dc:date>2013-05-19T22:34:37+00:00</dc:date>
    </item>

    
    </channel>
</rss>
