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	<title>Stefan Niggemeier</title>
	
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	<description>Medienjournalist</description>
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		<title>Mit Hauck &amp; Bauer Hauck &amp; Bauer gewinnen</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 22:25:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Niggemeier</dc:creator>
				<category><![CDATA[blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich h&#228;tte dieser wunderbare Cartoon der Titel der neuen Sammlung von Witzbildchen von Hauck &#038; Bauer sein sollen. Aber dann kam etwas dazwischen, und nun hei&#223;t das Buch]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/hauck_bauer_positiv_denken.gif' alt='' /></p>
<p>Eigentlich h&#228;tte dieser wunderbare Cartoon der Titel der neuen Sammlung von Witzbildchen von Hauck &#038; Bauer sein sollen. Aber dann kam etwas dazwischen, und nun hei&#223;t das Buch <a href=http://www.kunstmann.de/Kunstmann/TXTSIArtikel/978-3-88897-685-8_Hier%20entsteht%20f%C3%BCr%20Sie%20eine%20neue%20Sackgasse">&#8222;Hier entsteht f&#252;r Sie eine neue Sackgasse&#8221;</a>. Es ist ein Werk, das ich rundherum empfehlen kann, ich habe n&#228;mlich das Vorwort daf&#252;r geschrieben.</p>
<p>Es war mein erstes Gast-Vorwort, eine gro&#223;e Ehre und eine kleine Last, denn eigentlich wei&#223; ich gar nicht, was die Menschen von so einem Vorwort erwarten, und zweitens soll es, wenn man die Leute und ihre Kunst schon mag (und ich mag Hauck &#038; Bauer und vor allem ihre Strips &#8222;Am Rande der Gesellschaft&#8221; am Rande des Gesellschaftsteils der &#8222;Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung&#8221; sehr), ja auch gut werden und treffend. Ich habe es aber dann doch geschafft, den Abgabetermin nur um wenige Wochen zu &#252;berziehen.</p>
<p>Immerhin erspart mir der fertige Text jetzt die M&#252;he, zu versuchen, die Witzigkeit von Hauck &#038; Bauers Cartoons zu erkl&#228;ren &#8212; ich verweise da einfach auf das <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/hauck-bauer/">Standardwerk zum Thema</a> und komme gleich zur Sache.  </p>
<p>Ich habe n&#228;mlich die Freude, f&#252;nf Exemplare von &#8222;Hier entsteht f&#252;r Sie eine neue Sackgasse&#8221; verschenken zu d&#252;rfen. Und damit das nicht nur so eine olle Verlosungsaktion wird, habe ich mir zusammen mit den jungen Herren K&#252;nstlern einen kleinen Wettbewerb ausgedacht. Es geht um folgenden, unver&#246;ffentlichten Cartoon: </p>
<p><img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/hauck_bauer_witzlos" alt="" /></p>
<p>Und hier nun die beiden Gewinnm&#246;glichkeiten: </p>
<p><strong>(A)</strong> Erraten Sie den Originaltext.<br />
<strong>(B)</strong> Denken Sie sich einen lustigen Text aus: Was denkt der Mann? </p>
<p>Wer die richtige Antwort bei (A) err&#228;t, gewinnt 1 Mio Euro.<sup><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/mit-hauck-bauer-hauck-bauer-gewinnen/#footnote_0_10000" id="identifier_0_10000" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="sicherheitshalber muss er au&amp;#223;erdem im richtigen Moment die richtige Leitung getroffen haben, aber ich bin zuversichtlich, darauf nicht zur&amp;#252;ckgreifen zu m&amp;#252;ssen.">1</a></sup></p>
<p><img align="right" style="margin-right:0px;margin-left:10px;" src='http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/hauck_bauer_sackgasse.gif' alt='' />Wer zu den f&#252;nf lustigsten Einsendungen von (B) geh&#246;rt, bekommt das Buch. Antworten einfach in die Kommentare oder an <a href="mailto:hauckbauer@stefan-niggemeier.de">hauckbauer@stefan-niggemeier.de</a>. Einsendeschluss ist der kommende Freitag, 3. September; die Jury besteht aus Elias Hauck, Dominik Bauer und notfalls mir.</p>
<p>Alle, die nicht gewinnen, m&#252;ssen sich halt <a href="http://www.kunstmann.de/Kunstmann/TXTSIArtikel/978-3-88897-685-8_Hier%20entsteht%20f%C3%BCr%20Sie%20eine%20neue%20Sackgasse">das Buch</a> kaufen. Es enth&#228;lt neben ausgew&#228;hlten Cartoons und Comics aus der <a href="http://hauckundbauer.blogspot.com/">&#8222;FAS&#8221;</a>, der &#8222;Titanic&#8221; und der <a href="http://www.spiegel.de/spam/">Witzrubrik von &#8222;Spiegel Online&#8221;</a> auch einzelne zuvor unver&#246;ffentlichte Werke und ist ab heute im gut sortierten Fachhandel erh&#228;ltlich.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_10000" class="footnote">sicherheitshalber muss er au&#223;erdem im richtigen Moment die richtige Leitung getroffen haben, aber ich bin zuversichtlich, darauf nicht zur&#252;ckgreifen zu m&#252;ssen.</li></ol><div class="feedflare">
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		<title>Hauck &amp; Bauer</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 22:24:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Niggemeier</dc:creator>
				<category><![CDATA[artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorwort zum Buch &#8222;Hier entsteht f&#252;r Sie eine neue Sackgasse&#8221;. Ich finde die Cartoons von Hauck &#038; Bauer total lustig. In einer perfekten Welt w&#252;rde dieser Satz reichen. Man w&#252;rde ihn einfach aufs Cover schreiben, und die Leute in den Buchhandlungen w&#252;rden beim Vorbeigehen stutzen und zueinander sagen: &#8222;Kuck mal, Ulla, ich wei&#223; zwar nicht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img align="left" src='http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/hauck_bauer_sackgasse.gif' alt='' /><em>Vorwort zum Buch <b><a href="http://www.kunstmann.de/Kunstmann/TXTSIArtikel/978-3-88897-685-8_Hier%20entsteht%20f%C3%BCr%20Sie%20eine%20neue%20Sackgasse">&#8222;Hier entsteht f&#252;r Sie eine neue Sackgasse&#8221;</a></b>.</em> </p>
<p>Ich finde die Cartoons von Hauck &#038; Bauer total lustig.</p>
<p>In einer perfekten Welt w&#252;rde dieser Satz reichen. Man w&#252;rde ihn einfach aufs Cover schreiben, und die Leute in den Buchhandlungen w&#252;rden beim Vorbeigehen stutzen und zueinander sagen: &#8222;Kuck mal, Ulla, ich wei&#223; zwar nicht, wer dieser &#8216;Niggemeier&#8217; ist, aber der kennt sich bestimmt aus; lass uns doch ein Buch mitnehmen oder besser gleich zwei, weil Lustiges kann man ja nie genug haben&#8221;, und allen w&#228;re gedient: mir, den am&#252;sierbereiten K&#228;ufern, dem Verlag und nicht zuletzt den sympathischen jungen Herren namens Elias Hauck und Dominik Bauer.</p>
<p>Dass es keine perfekte Welt ist, merken Sie schon daran, dass dieser Text nicht auf dem Cover steht, sondern sich im Buch versteckt. Und nun wei&#223; ich zwar weder, was das f&#252;r Menschen sind, die sich in einem Buch mit Witzbildchen ausgerechnet den witz- und bildlosen Text durchlesen, noch, was sie sich davon versprechen, aber ich f&#252;rchte: jedenfalls mehr als einen Satz.</p>
<p>Ich habe mir deshalb Gedanken gemacht, was die Cartoons von Hauck &#038; Bauer so lustig macht. Ich bin daf&#252;r nicht besonders pr&#228;destiniert, ich bin ja kein Experte, sondern schreibe nur zuf&#228;llig eine Fernsehkolumne in der &#8222;Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung&#8221;, in der am Rande des Gesellschaftsteils die wunderbare Reihe &#8222;Am Rande der Gesellschaft&#8221; erscheint (wenn Sie die Wirtschaftsteile unauff&#228;llig entfernen, liegen sie direkt aufeinander, meine Texte und deren Cartoons). Aber ich bin Fan, und nach l&#228;ngerem Gr&#252;beln ist mir eine Erkl&#228;rung eingefallen: Diese gezeichneten Szenen funktionieren wie Stenographie, wie eine Kurzschrift auf das Leben. Im Geist erg&#228;nzen wir die d&#252;rren Linien zu kompletten Portraits und die kargen Dialoge zu vollst&#228;ndigen Geschichten. </p>
<p>Ich wei&#223; nicht, wie sie das machen, und ich will nicht ausschlie&#223;en, dass es nur meine Einbildung ist, aber das Schaf zum Beispiel, das da auf einem H&#252;gel steht und versuchsweise &#8222;M&#246;&#246;h&#8221; sagt, bis es vom Sch&#228;fer zur Ordnung gerufen wird &#8211; ich bin &#252;berzeugt davon, dass es mich im vierten Panel mit hochgezogenen Augenbrauen anguckt, wie ein Komiker, der am Ende eines Sketches stumpf in die Kamera schaut. Nun haben nicht nur Schafe keine richtigen Augenbrauen, sondern das Zeichenschaf auch nicht einmal ein Gesicht. Nur einen Kreis mit einem Blumenkohlkringel als Flauschkopf. Und trotzdem guckt es mich provozierend an. </p>
<p>Zwei, drei Striche auf einem Kopf identifizieren wir sofort als einen Scheitel, und den Mann, der ihn tr&#228;gt, als eine typische Figur aus der Nachbarschaft. Die Leute, die die Cartoons von Hauck &#038; Bauer bev&#246;lkern, sehen nat&#252;rlich selten so aus wie wir oder unsere Freunde, sondern wie die etwas komischen Leute, die im Supermarkt vor einem stehen oder in der Bahn hinter einem sitzen. Es sind keine Karikaturen von Extremen: Der gr&#246;&#223;te Teil des Personals, das in der Welt von Hauck &#038; Bauer lebt, sind mittelalte, unauff&#228;llige, ein bisschen spie&#223;ige Menschen. Aber sie haben Charakter, sie scheinen auch au&#223;erhalb der Umrandung der Zeichnung zu existieren, man kann sie wieder erkennen: Sie sind lebensecht. Das ist erstaunlich angesichts der minimalistischen, fl&#252;chtig hingeworfen wirkenden Art, in der sie gezeichnet sind. Aber die paar Striche sind alles, was wir brauchen, um die Figuren im Kopf selbst auszumalen. </p>
<p>Jener Mann zum Beispiel, der vor der Seminart&#252;r steht und feststellen muss, dass der Kurs &#8222;Positiv denken&#8221; leider ausf&#228;llt. Der Witz lebt nicht zuletzt von der echten Tragik, die sich in in seinen Augen spiegelt und dadurch noch verst&#228;rkt wird, dass er ganz offenkundig seine Hausaufgaben gemacht hat: Worin auch immer sie bestanden haben m&#246;gen, er tr&#228;gt sie als Stapel brav unter dem Arm. Sie sind Papier gewordenes Symbol f&#252;r die Hoffnung, die sich dieser Mann gemacht hat, und f&#252;r die unverschuldete Entt&#228;uschung, die sicher Spuren hinterlassen wird. Wir wissen ungef&#228;hr nichts &#252;ber diese traurige Figur, aber wir ahnen alles.</p>
<p>Die Cartoons sind Alltagsbeobachtungen, mal b&#246;se, mal tragikomisch. Die Geschichten, die Dominik Bauer sich ausdenkt und Elias Hauck zeichnet, schaffen das Kunstst&#252;ck, gleichzeitig wahr und abseitig zu sein.</p>
<p>Es sind Miniaturen, die die Natur des Menschen und die Komplexit&#228;t der modernen Welt als Resonanzk&#246;rper&#8230; </p>
<p>Nein, Moment. Das ist Unsinn. Vermutlich tut man Hauck &#038; Bauer und ihren Cartoons damit Unrecht. Auch ein Strichm&#228;nnchen hat ein Recht darauf, einfach Strichm&#228;nnchen zu sein und ein Witz nur ein Witz.</p>
<p>Denn auch und vor allem das zeichnet die Werke in diesem Buch aus: Die hemmungslose Lust am Unfug. Eine bekloppte Situation zu schaffen, einen Kalauer auszureizen, eine billige Pointe zu veredeln &#8211; herrlich albern zu sein. Sie schaffen das mit einem traumwandlerischen Gesp&#252;r f&#252;r das Absurde, das im Normalen steckt und nur einen winzigen Millimeter neben dem Bekannten liegt, und einer bewundernswerten Leichtigkeit.</p>
<p>Aber ich f&#252;rchte, ich bin damit dann doch wieder bei dem Satz: Ich finde die Cartoons von Hauck &#038; Bauer total lustig. </p>
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		<title>Frank Plasberg</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 13:07:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Niggemeier</dc:creator>
				<category><![CDATA[artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man den Moderator einer politischen Talkshow nach Betrachten seiner Arbeit fragen m&#246;chte, ob er unser politisches System verstanden hat. Ob er wei&#223;, dass es auf einem Wettstreit von Ideen und Personen beruht. Und es darum merkw&#252;rdig ist, einen Politiker wie Norbert R&#246;ttgen, der den CDU-Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen durch seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man den Moderator einer politischen Talkshow nach Betrachten seiner Arbeit fragen m&#246;chte, ob er unser politisches System verstanden hat. Ob er wei&#223;, dass es auf einem Wettstreit von Ideen und Personen beruht. Und es darum merkw&#252;rdig ist, einen Politiker wie Norbert R&#246;ttgen, der den CDU-Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen durch seine Kandidatur um den Parteivorsitz die M&#246;glichkeit gibt, eine Wahl zu treffen, fast als eine Art selbstm&#246;rderischen Irren darzustellen. Die Redaktion hat sogar eine fiktive &#8222;Bild&#8221;-Schlagzeile vom Tag nach der m&#246;glichen Niederlage R&#246;ttgens gebastelt, damit Plasberg ihn fragen kann, ob er sich das auch gut &#252;berlegt hat.</p>
<p>Oder der Einspielfilm, in dem gezeigt wurde, dass auch gegen umweltvertr&#228;gliche Arten der Energiegewinnung immer irgendwo Natursch&#252;tzer demonstrieren &#8211; als sei das keine Binse, als best&#252;nde Politik nicht immer daraus, Abw&#228;gungen zu treffen, als belege der Protest gegen ein Wasserkraftwerk irgendwo, dass die Technik auch nicht vertr&#228;glicher ist als Atomkraft.</p>
<p>Man m&#252;sste mal die Eierlik&#246;r-Vorr&#228;te in der Redaktion von &#8222;Hart aber fair&#8221; kontrollieren, oder welche Drogen auch immer zu der Idee gef&#252;hrt haben, dem Umweltminister drei Landschaftsaufnahmen von Br&#252;cken zu zeigen, damit er ausw&#228;hlt, welche seiner Vorstellung vom Einsatz der Atomenergie als Br&#252;cken-(!)-Technologie entspricht (Plasberg: &#8222;A, B oder C, Herr R&#246;ttgen!&#8221;).</p>
<p>Es war eine l&#228;cherliche einhundertste Sendung im Ersten, die wie eine doppelte Karikatur wirkte. Eine Karikatur auf eine Berichterstattung &#252;ber Politik, die nur noch daraus besteht, Haltungsnoten zu verteilen. Jeden der erstaunlich zahlreichen Versuche seiner G&#228;ste, &#252;ber Inhalte zu reden, blockte Plasberg ab und f&#252;hrte die Diskussion auf Stilfragen zur&#252;ck. Und eine Karikatur auf das, was aus &#8222;Hart aber fair&#8221; geworden ist: Die Karnevalsversion einer politischen Talkshow, bestehend nur aus M&#228;tzchen und einer endlosen Abfolge von T&#228;-t&#228;&#228;&#228;s. Plasberg stellte R&#246;ttgen mit ernster Sinnlosigkeit Fragen wie: &#8222;Welche Note w&#252;rden Sie sich in Rhetorik geben&#8221; und: &#8222;K&#246;nnen Sie Kanzler&#8221; &#8211; und legte dann treuherzig nach, warum es &#8222;politischer Selbstmord&#8221; f&#252;r einen Politiker w&#228;re, die Frage zu beantworten, als w&#228;re seine Redaktion nicht die erste, die ein entsprechend selbstbewusstes Bekenntnis einem Gast in einem lustigen Einspielfilm immer wieder als selbstm&#246;rderische Hybris vorhalten w&#252;rde&#8230;</p>
<p>&#8230; was zuf&#228;llig ein Begriff ist, der einem einfallen kann, wenn man die Interviews liest, die Plasberg zur Jubil&#228;umsshow gegeben hat. Nat&#252;rlich entspricht es dem &#252;blichen Medienzyklus, dass viele Kritiker den Mann nach Jahren des Lobs jetzt nicht mehr gut finden. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht stimmt.<img align="right" style="border:0;" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/961642023a4d46aca1fd2ad4e9851f94" width="1" height="1" alt=""></p>
<p style="font-variant:small-caps;text-align:right">(c) Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung</p>
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		<title>Flausch am Sonntag (27)</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 13:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Niggemeier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Flauschcontent]]></category>

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		<description><![CDATA[[via Andrew Sullivan]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="400" height="322"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/BUNWz6a5UcE?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/BUNWz6a5UcE?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="400" height="322"></embed></object></p>
<p><small>[via <a href="http://andrewsullivan.theatlantic.com/the_daily_dish/2010/08/ment-2.html">Andrew Sullivan</a>]</small></p>
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		<title>Wie der „Focus” Thilo Sarrazins „Ehre” rettet</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 12:24:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Niggemeier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<category><![CDATA[Focus]]></category>
		<category><![CDATA[Olaf Wilke]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Olaf Wilke ist Redakteur beim &#8222;Focus&#8221;. Das ist kein Job, um den ihn viele beneiden werden. Aber einer muss ihn ja machen, und Wilke ist immerhin &#8222;Redakteur f&#252;r besondere Aufgaben&#8221; im Berliner Korrespondentenb&#252;ro der Illustrierten. Joachim Baier ist Korrespondent der Nachrichtenagentur dpa in Darmstadt. Er hat keinen schillernden Titel und vermutlich hat er auch noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Olaf Wilke ist Redakteur beim &#8222;Focus&#8221;. Das ist kein Job, um den ihn viele beneiden werden. Aber einer muss ihn ja machen, und Wilke ist immerhin <a href="http://www.focus.de/intern/impressum/autoren?id=753">&#8222;Redakteur f&#252;r besondere Aufgaben&#8221;</a> im Berliner Korrespondentenb&#252;ro der Illustrierten. </p>
<p>Joachim Baier ist Korrespondent der Nachrichtenagentur dpa in Darmstadt. Er hat keinen schillernden Titel und vermutlich hat er auch noch keine Aufmachergeschichte &#252;ber den <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-der-kanzler-kandidat_aid_529220.html">anscheinend zuk&#252;nftigen Bundeskanzler Karl-Theodor zu Guttenberg</a> geschrieben. Baier schreibt Meldungen wie die, dass ein Mann in Grasellenbach-Wahlen seinen Nachbarn <a href="http://www.fnp.de/tz/region/hessen/63jaehriger-attackiert-nachbarn-mit-motorsense_rmn01.c.7813022.de.html">mit einer Motors&#228;ge angegriffen und schwer verletzt hat</a>. Aber er berichtet auch bundesweit &#252;ber den Prozess gegen die S&#228;ngerin Nadja Benaissa, der in Darmstadt stattgefunden hat. </p>
<p>In dieser Woche hat Olaf Wilke einen Artikel &#252;ber Joachim Baier geschrieben. Er hat ihm eine tragende Nebenrolle in einem St&#252;ck &#252;ber den Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin gegeben. Der &#8222;Focus&#8221;-Redakteur nennt den dpa-Mann einen &#8222;Lokalredakteur&#8221;, und vermutlich ist das geringsch&#228;tzig gemeint. In der s&#252;ffisanten Schilderung von Wilke ist Baier ein kleiner Schreiberling vom Land, der sonst &#8222;acht Zeilen f&#252;r die bunte Seite&#8221; produziert, und als Sarrazin sich am 10. Juni zu einem Vortrag im &#8222;Alten Schalthaus&#8221; einfand &#8212; einem &#8222;dr&#246;gen P&#228;dagogentreff in der Provinz&#8221;, wie Wilke schreibt &#8212; die Chance witterte, mal richtig Schlagzeilen zu machen. </p>
<p>Die gro&#223;en Schlagzeilen sollte er bekommen. Baier <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article7994783/Sarrazin-warnt-vor-Verdummung-durch-Einwanderer.html">meldete am Abend des 10. Juni</a>, dass Sarrazin  bei den Arbeitskreisen Schule-Wirtschaft der Unternehmerverb&#228;nde S&#252;dhessen gesagt habe: &#8222;Wir werden auf nat&#252;rlichem Wege durchschnittlich d&#252;mmer.&#8221; </p>
<blockquote><p>Zuwanderer &#8222;aus der T&#252;rkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika&#8221; wiesen weniger Bildung auf als Migranten aus anderen L&#228;ndern, dozierte der Bundesbank-Vorstand aus Berlin und bem&#252;hte dazu umfangreiche Zahlen. </p>
<p>Einwanderer bek&#228;men auch mehr Kinder als Deutsche. Es gebe &#8222;eine unterschiedliche Vermehrung von Bev&#246;lkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz&#8221;, sagte Sarrazin. Intelligenz werde von Eltern an Kinder weitergegeben, der Erbanteil liege bei fast 80 Prozent.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der &#8222;Focus&#8221;-Redakteur bezweifelt, dass Sarrazin das so gesagt hat. Er suggeriert, dass der &#8222;Lokalreporter&#8221; sich das ausgedacht hat. Sein Artikel beginnt mit dem Satz: &#8222;Manche Tage starten gem&#228;chlich und geben unversehens Gas, sodass man Gefahr l&#228;uft, aus der Kurve zu fliegen.&#8221; Das bezieht sich auf den 10. Juni und Joachim Baier. Sp&#228;ter schreibt Wilke:</p>
<blockquote><p>Es gibt Momente, da werden Lokalreporter zu Helden. Wenn sie eine Exklusivnachricht erbeuten, die zur Spitzenmeldung wird. Wenn sie den Chefs im fernen Berlin zeigen, dass ein Darmst&#228;dter Au&#223;enposten mehr kann als l&#228;ppische Berichte &#252;ber durchgeknallte Sensem&#228;nner. In solchen Momenten w&#228;re es fast schade, wenn ein Knurrhahn wie Sarrazin nur einen zahlengespickten Langweilervortrag ablieferte. Baier ist der einzige Journalist im Saal.</p></blockquote>
<p>Zwischen den letzten beiden, scheinbar harmlosen S&#228;tzen steht unsichtbar, aber unmissverst&#228;ndlich der Vorwurf, der &#8222;Lokalredakteur&#8221; Baier habe die Gelegenheit genutzte, sich einen bundesweiten Skandal zurechtzuschnitzen. Der &#8222;Focus&#8221; schreibt, Sarrazin habe in einem Brief an &#8222;ausgew&#228;hlte Zeitungsredaktionen&#8221; beteuert, die dpa-Meldung sei falsch.</p>
<p>Die Nachrichtenagentur dpa weist das auf meine Anfrage zur&#252;ck und h&#228;lt nachdr&#252;cklich an ihrer Darstellung fest: Sarrazin sei korrekt zitiert worden.  </p>
<p>Der &#8222;Focus&#8221; bietet als Zeugen dagegen Reinhold St&#228;mmler auf, den Gastgeber der Veranstaltung, der sich nicht an ausl&#228;nderfeindliche Spr&#252;che von Sarrazin erinnern k&#246;nne, im Gegenteil: Der Bundesbank-Chef habe sich &#8222;ausdr&#252;cklich wertsch&#228;tzend &#252;ber fremde Kulturkreise ge&#228;u&#223;ert&#8221;, zitiert der &#8222;Focus&#8221; St&#228;mmler. </p>
<p>(Das klingt ein bisschen wie die Beteuerung, nichts gegen Ausl&#228;nder zu haben, die man doch eher selten von Leuten h&#246;rt, die tats&#228;chlich nichts gegen Ausl&#228;nder haben, mal ganz abgesehen davon, dass Sarrazin ganz dezidiert etwas gegen den Islam hat, aber wer wei&#223;, &#252;ber welche &#8222;fremden Kulturkreise&#8221; er sich wertsch&#228;tzend &#228;u&#223;erte, wenn &#252;berhaupt.)</p>
<p>Doch &#8222;Focus&#8221;-Redakteur Wilke geht es mit seinem Artikel in der Illustrierten nicht darum, vor den Gefahren zu warnen, die drohen, wenn kleine Lokaljournalisten &#252;ber Dinge schreiben, die besser gro&#223;en &#8222;Focus&#8221;-Journalisten &#252;berlassen blieben. Ihm geht es um die &#8222;Medienkultur in unserem Land&#8221;, um &#8222;politische Korrektheit&#8221; und um die &#8222;Medienm&#252;hle&#8221;, in die Thilo Sarrazin geraten sei, weshalb er nun als &#8222;Volksverhetzer&#8221; dastehe.</p>
<p>Zu schreiben, Wilke sch&#228;tze Sarrazin und seine Ansichten, w&#228;re eine Untertreibung. Der Journalist nennt den Politiker in seinem Artikel in dieser Woche einen Mann &#8222;mit Hang zur Provokation, der irrt&#252;mlich annimmt, dass seine messerscharfen Argumente allein deshalb jeden Gegner &#252;berzeugen, weil sie stimmen&#8221;. Wilke h&#228;lt sich nicht damit auf, das angebliche Zutreffen Sarrazins steiler Thesen in irgendeiner Weise zu belegen, und er stellt nicht die Frage, ob das Problem, das viele Menschen mit seinen Thesen haben, mit der verletzenden, spaltenden Rhetorik zusammenh&#228;ngen k&#246;nnte, mit der er sie vortr&#228;gt. Wilke stellt fest: Was Sarrazin sagt, stimmt. Wer anderer Meinung ist, muss Unrecht haben. </p>
<p>Schon 2005 beschrieb Wilke Sarrazin im &#8222;Focus&#8221; als &#8222;Berlins kantiger Finanzsenator mit dem Hang zur unbequemen Wahrheit&#8221;. 2008 nannte er ihn &#8222;Genosse Tacheles&#8221; und sprach von Sarrazins &#8222;Wahrheitsdrang&#8221;. Ein Portrait Sarrazins von ihm aus dem April 2010 trug einfach die &#220;berschrift <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/thilo-sarrazin-der-recht-haber_aid_495097.html">&#8222;Der Recht-Haber&#8221;</a>.</p>
<p>Dagegen ist selbst die Methode der &#8222;Bild&#8221;-Zeitung subtil, Sarrazin Recht zu geben. Sie verbr&#228;mt seine Rhetorik als &#8222;Klartext&#8221; und nennt ihn den &#8222;Klartext-Politiker&#8221;. Wer dem SPD-Mann &#246;ffentlich widerspricht, so ist das wohl zu verstehen, traut sich blo&#223; nicht, die Wahrheit zu sagen. (Der Dienstwahnsinnige Franz Josef Wagner schreibt Sarrazin heute: &#8222;Ihr Frevel ist, dass Sie die Wahrheit nicht sanft schreiben.&#8221;)</p>
<p>Die &#8222;Bild&#8221;-Zeitung ver&#246;ffentlicht in diesen Tagen l&#228;ngere Ausz&#252;ge aus Sarrazins am Montag erscheinendem Buch &#8222;Deutschland schafft sich ab&#8221;. Sie tragen Schlagzeilen wie: &#8222;Bei keiner anderen Religion ist der &#220;bergang zu Gewalt und Terrorismus so flie&#223;end&#8221; (gemeint ist der Islam), &#8222;Wir werden Fremde im eigenen Land!&#8221;, &#8222;Deutschland wird immer &#228;rmer und d&#252;mmer!&#8221; Auch das andere deutsche Leitmedium, der &#8222;Spiegel&#8221;, wirbt f&#252;r Sarrazins Buch mit einem Vorabdruck. Eine m&#228;chtigere Kombination von Medienpartnern ist kaum denkbar.</p>
<p>Doch f&#252;r den &#8222;Focus&#8221;-Mann Wilke ist Sarrazin ein Opfer der Medien. Sein Artikel tr&#228;gt die &#220;berschrift &#8222;Die verlorene Ehre des Thilo S.&#8221; &#8211; eine Anspielung auf Heinrich B&#246;lls Roman &#252;ber eine Frau, die mit &#8222;Bild&#8221;-Zeitungs-Methoden zugrunde gerichtet wird. Vielleicht kennt man beim &#8222;Focus&#8221; den Inhalt des Buches nicht, vermutlich will Wilke die Rolle Thilo Sarrazins allen Ernstes mit der der Katharina Blum gleichsetzen.</p>
<p>Denn auch Sarrazin werde gejagt, von &#8222;Meinungsw&#228;chtern, die Andersdenkende mit dem politischen Strafrecht w&#252;rgen&#8221;. Wilke meint die Menschen, die aufgrund der dpa-Berichterstattung Sarrazin wegen Volksverhetzung angezeigt haben. Wilke schreibt &#252;ber sie:</p>
<blockquote><p>Kein Absender einer Strafanzeige war am 10. Juni in Darmstadt selbst dabei. Jeder von ihnen beruft sich auf die dpa-Meldung oder darauf basierende Medienberichte. Die Anzeigeerstatter emp&#246;ren sich gewisserma&#223;en aus zweiter Hand.</p></blockquote>
<p>Man kann selbstverst&#228;ndlich dar&#252;ber streiten, ob und in welchen F&#228;llen eine solche Anzeige eine angemessene Reaktion auf eine Meinungs&#228;u&#223;erung ist. Aber ich m&#246;chte mir keine Welt vorstellen, in der sich Menschen nur &#252;ber Unrecht emp&#246;ren, das sie unmittelbar selbst erlebt haben. </p>
<p>Wilke stellt die Menschen, die Sarrazin angezeigt haben, als Querulanten dar. Namentlich erw&#228;hnt wird unter anderem Klaus-Henning B&#228;hr, ein Beamter aus Oldenburg. B&#228;hr hatte das Zitat Sarrazins bei &#8222;Zeit Online&#8221; gelesen und dort kommentiert: </p>
<blockquote><p>(Es geht hier) um die Frage, ob es hingenommen werden kann, wenn Sarrazin gegen ethnische Minderheiten mit Argumenten polemisiert, die durchaus in das Konzept nationalsozialistischer Rassenhygiene passen. (&#8230;) Was ist aus diesem Geschwurbel anderes herauszulesen als die Behauptung, die fraglichen Migranten seien vergleichsweise geistig minderbemittelt, vererben diesen Mangel an ihren vergleichsweise zahlreichen Nachwuchs, der wegen des genetisch bedingten Mangels an M&#246;glichkeiten, diesem &#8222;Nachteil&#8221; durch Bildung abzuhelfen, f&#252;r den statistischen Zuwachs an Dummheit&#8221; verantwortlich ist. (&#8230;) Dieser Mann ist eine wandelnde Zeitbombe f&#252;r unseren inneren Frieden, den man vermutlich nur noch nicht aus dem Verkehr gezogen hat, weil man sich scheute, ihm zum M&#228;rtyrer seiner rechtsradikalen Bewunderer zu machen. Der Preis daf&#252;r ist hoch: Er schadet dem Ansehen unseres Landes, dem er als Beamter gesetzestreu zu dienen verpflichtet w&#228;re (&#8230;). </p></blockquote>
<p>Sarrazin h&#228;lt es nicht f&#252;r n&#246;tig, darauf zu antworten. Der &#8222;Focus&#8221; schreibt, seine &#8222;Streitlust scheint erlahmt&#8221; und zitiert ihn mit den Worten, er wolle den Absendern der Strafsanzeigen nicht durch eine Stellungnahme &#8222;zu viel Ehre&#8221; erweisen.</p>
<p>Sarrazin, wir erinnern uns, der Mann, der laut &#8222;Focus&#8221; &#8222;irrt&#252;mlich annimmt, dass seine messerscharfen Argumente allein deshalb jeden Gegner &#252;berzeugen, weil sie stimmen&#8221;.<img align="right" style="border:0;" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/e178910ab0da422ea7928ac75d895c2c" width="1" height="1" alt=""></p>
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