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	<title>Stefan Niggemeier</title>
	
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	<description>Medienjournalist</description>
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		<title>Wo man swingt, da lass dich ruhig nieder</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 12:19:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Niggemeier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Doch, es gibt sie: Beispiele f&#252;r Online-Journalismus, der aus dem allt&#228;glichen Einerlei herausragt. Der sich nicht mit dem &#252;blichen Mittelma&#223; begn&#252;gt. Der von einem Ehrgeiz getrieben ist. 
Andere h&#228;tten sich vermutlich damit zufrieden gegeben, eine Schleichwerbegeschichte f&#252;r einen Swingerclub in Form einer 96-teiligen Klickstrecke aufzubereiten. Nicht die M&#252;nchner Boulevardzeitung &#8222;tz&#8221;. Sie hat nicht eher geruht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Doch, es gibt sie: Beispiele f&#252;r Online-Journalismus, der aus dem allt&#228;glichen Einerlei herausragt. Der sich nicht mit dem &#252;blichen Mittelma&#223; begn&#252;gt. Der von einem Ehrgeiz getrieben ist. </p>
<p>Andere h&#228;tten sich vermutlich damit zufrieden gegeben, eine Schleichwerbegeschichte f&#252;r einen Swingerclub in Form einer 96-teiligen Klickstrecke aufzubereiten. Nicht die M&#252;nchner Boulevardzeitung &#8222;tz&#8221;. Sie hat nicht eher geruht, bis ihre 96-teilige Schleichwerbesexbildergeschichte auch auf sprachlicher, typographischer, fotografischer, interpunktioneller, logischer und inhaltlicher Ebene Ma&#223;st&#228;be setzte &#8212; bis hin zur Art, die Gesichter unkenntlich zu machen. </p>
<p>Hier ein winziger Ausschnitt <a href="http://www.tz-online.de/lust-leidenschaft/aktuell/gruppensex-partnertausch-geht-swingerclub-643832.html">aus dem Werk</a>:</p>
<p><img src='http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub_start.gif' alt='' /><br />
<img src='http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub.jpg' alt='' /><br />
<img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub1.jpg" alt="" title='Screenshot: tz-online.de' /><br />
<img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub2.jpg" alt="" title='Screenshot: tz-online.de' /><br />
<img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub3.jpg" alt="" title='Screenshot: tz-online.de' /><br />
<img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub4.jpg" alt="" title='Screenshot: tz-online.de' /><br />
<img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub5.jpg" alt="" title='Screenshot: tz-online.de' /><br />
<img src='http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub01.jpg' alt='' /><br />
<img src='http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub02.jpg' alt='' /><br />
<img src='http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub03.jpg' alt='' /><br />
<img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub6.jpg" alt="" title='Screenshot: tz-online.de' /><br />
<img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub7.jpg" alt="" title='Screenshot: tz-online.de' /><br />
<img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub8.jpg" alt="" title='Screenshot: tz-online.de' /><br />
<img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub9.jpg" alt="" title='Screenshot: tz-online.de' /><br />
<img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub10.jpg" alt="" title='Screenshot: tz-online.de' /><br />
<img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub11.jpg" alt="" title='Screenshot: tz-online.de' /><br />
<img src="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/tz_swingerclub12.jpg" alt="" title='Screenshot: tz-online.de' /></p>
<p>Ja. Und ich wei&#223; nicht einmal, ob dieser Klickstrecke gewordene Unfall nicht wom&#246;glich in perfekter Weise die Kultur der Szene widerspiegelt, f&#252;r die er wirbt: Deren Mitglieder bei aller Bereitschaft, ihre Frauen auf Sesseln mit waschbaren Bez&#252;gen von f&#252;nf bis zehn M&#228;nnern gleichzeitig penetrieren zu lassen, doch eine klare Grenze dort ziehen, wo es um das Ausschreiben des Wortes &#8222;ficken&#8221; geht. </p>
<p><em>(Das hat hier schon seit ein paar Wochen darauf gewartet, gebloggt zu werden, w&#228;hrend ich nach einer besonders lustigen Idee suchte, dieses St&#252;ck zu w&#252;rdigen, die aber nie vorbeikam. Wom&#246;glich entzieht es sich in seiner umfassenden Schrecklichkeit jedem kom&#246;diantischen Zugang. Immerhin gibt es dank der zeitweise daneben platzierten Werbung eine Bonuspointe:)</em></p>
<p><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/cillit_bang_gross.jpg"><img src='http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wp-content/cilit_bang.jpg' alt='' /></a></p>
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		<title>Hoffentlich verfrühter Nachruf: „Altpapier”</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 01:33:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Niggemeier</dc:creator>
				<category><![CDATA[blog]]></category>
		<category><![CDATA[Altpapier]]></category>
		<category><![CDATA[Netzeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Verdammt: Jetzt habe ich so lange damit gewartet, eine Eloge auf das &#8222;Altpapier&#8221; zu schreiben, dass es ein Nachruf wird. Heute erscheint die Medienkolumne &#8212; zumindest vorl&#228;ufig &#8212; zum letzten Mal. Und das ist ein Verlust. 
Vermutlich darf man sich nicht gr&#228;men. Es ist ein kleines Wunder, dass sie &#252;berhaupt neuneinhalb Jahre &#252;berlebt hat (und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verdammt: Jetzt habe ich so lange damit gewartet, eine Eloge auf das &#8222;Altpapier&#8221; zu schreiben, dass es ein Nachruf wird. Heute erscheint die Medienkolumne &#8212; zumindest vorl&#228;ufig &#8212; zum letzten Mal. Und das ist ein Verlust. </p>
<p>Vermutlich darf man sich nicht gr&#228;men. Es ist ein kleines Wunder, dass sie &#252;berhaupt neuneinhalb Jahre &#252;berlebt hat (und Onlinejahre sind bestimmt Hundejahre), wenn man bedenkt, wie &#252;berschaubar ihre Zielgruppe war: Medienjournalisten und Menschen, die sich f&#252;r Medienjournalismus interessierten. Das &#8222;Altpapier&#8221; sichtete t&#228;glich die Medienseiten des Tages und flocht daraus einen kommentierenden &#220;berblick. </p>
<p>Nun k&#246;nnte man sagen, dass der Bedarf daran heute mehr als gedeckt wird. Durch Angebote wie &#8222;turi2&#8243;, wo  zweimal t&#228;glich l&#228;ngere Linklisten zu Medienartikeln ver&#246;ffentlicht werden, oder &#8222;Meedia&#8221;, wo interessante Medienartikel anderer Seiten abgeschrieben und mit eigenen Fehlern angereichert werden.</p>
<p>Aber das &#8222;Altpapier&#8221; war anders, speziell. Es funktionierte zwar als Service-Rubrik, aber es war im besten Sinne feuilletonistisch. Es lebte vor allem davon, Zusammenh&#228;nge herzustellen. Es verkn&#252;pfte Themen, die scheinbar (und oft auch tats&#228;chlich) nichts miteinander zu tun hatten. Und es fand auch Verbindungen, die einer aktuellen Nachrichten einen klugen, &#252;berraschenden oder schlicht essentiellen Kontext gaben. An guten Tagen zeichnete das &#8222;Altpapier&#8221; zweierlei aus: Die Lust am Schn&#246;rkel, am &#252;berraschenden gedanklichen oder sprachlichen Umweg. Und eine gro&#223;e Aufmerksamkeit in Verbindung mit einem guten Ged&#228;chtnis. </p>
<p>Als der &#8222;Spiegel&#8221; gestern vermeldete, dass die Schweinegrippe doch nicht so schlimm war wie gedacht, und mit einer &#8222;Chronik einer Hysterie&#8221; auch einen R&#252;ckzieher in eigener Sache machte, da <a href="http://www.dnews.de/nachrichten/altpapier/190781/altpapier-montag---virales-marketing.html">zollte ihm &#8222;Altpapier&#8221;-Sortierer Klaus Raab zwar Respekt</a> f&#252;r diesen R&#252;ckzieher, aber nicht ohne mit gerechtem Zorn auf das Ausma&#223; der Desinformation durch das &#8222;Nachrichtenmagazin&#8221; hinzuweisen:</p>
<blockquote><p>Trotzdem ist der <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-65243804.html">panne Aufmacher</a>, der 2009 auf dem H&#246;hepunkt der Panik an die Kioske kam, jeden R&#252;ckzieher wert. &#8222;Die neue Grippe aus &#220;bersee scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein&#8221;, hie&#223; es damals. Dann waberte eine b&#246;se Vorahnung durch den Artikel, um nach zehn Seiten (!)  zu enden: &#8222;die normale Grippe erscheint bis auf weiteres noch als das gr&#246;&#223;ere Gesundheitsproblem&#8221; (siehe auch <a href="http://www.dnews.de/nachrichten/altpapier/32285/altpapier-vom-montag---bohlen-kapitalismus-zukunft.html">Altpapier</a> von damals). Was bedeutet: <strong>Die Redaktion wusste auch damals schon, dass sie &#252;bertreibt.</strong> Das wiederum steht in der aktuellen Chronik nicht.</p>
<p>Da steht nur <em>ein</em> Absatz zur Ma&#223;losigkeit der Medien: <em>&#8222;Auch die Medien bef&#246;rdern die Angst.&#8221;</em> Wachgehalten habe diese Angst aber vor allem die Pharmaindustrie. W&#228;re es, nur mal so ne Frage, nicht die Aufgabe von Journalisten gewesen, nicht eins zu eins darauf hereinzufallen? Wenn jedenfalls mal wieder jemand ein Beispiel f&#252;r <strong>virales Marketing</strong> sucht: Der Fall Schweinegrippe ist ideal, die Pharmaindustrie hat ganze Arbeit geleistet.</p>
<p>Trotzdem: Danke f&#252;r die Korrektur, Spiegel. Und bis zum n&#228;chsten Panik-Titel!</p></blockquote>
<p>Manchmal waren es nur Kleinigkeiten, wie nach der ersten &#8222;Kerner&#8221;-Sendung auf Sat.1, als der diensthabende &#8222;Altpapier&#8221;-Schreiber Christian Bartels &#252;ber folgende Formulierung von Medienredakteur Christopher Keil in der gedruckten &#8222;S&#252;ddeutschen Zeitung&#8221; stolperte:</p>
<blockquote><p>&#8222;Dass er jemals &#8217;schlaksig&#8217; gewesen sein soll, wie nun geschrieben wurde nach seiner ersten Sendung als erster Journalist bei Sat.1 am Montagabend dieser Woche, ist wirklich falsch. Das w&#252;rde selbst Kerner niemals behaupten, der in Hamburg beim Joggen um die Alster oft genug am mobilen Telefon erreichbar ist. Auch in besserer k&#246;rperlicher Verfassung ist er eher das Gegenteil von schlaksig&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.dnews.de/nachrichten/altpapier/135428/altpapier-vom-mittwoch---kernern-und-jauchen.html">Bartels f&#252;gte hinzu:</a> </p>
<blockquote><p>Und wo zum Teufel stand, dass Kerner einmal &#8222;schlaksig&#8221; gewesen sei? In der gestern um 7.34 Uhr ver&#246;ffentlichten <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/805/493155/text/">sueddeutsche.de-Kritik</a> war es.</p></blockquote>
<p>Nun kann man daraus vielleicht R&#252;ckschl&#252;sse ziehen auf das Klima zwischen Print- und Online-Medien-Redaktion bei der &#8222;SZ&#8221;, man kann es auch lassen: Aber diese Lust, Verbindungen aufzuzeigen, allein aufgrund des ver&#246;ffentlichten Materials und ganz ohne per Anruf auf &#8222;mobilen Telefonen&#8221; gewonnene Insider-Kenntnisse, die hat das &#8222;Altpapier&#8221; ausgezeichnet. Und die fehlt bei den Online-Aggregatoren, die im Zweifel nicht einmal merken, dass eine scheinbare Neuigkeit alt ist und denen die Fachkenntnis oft so sehr fehlt wie die Lust am Formulieren. Das &#8222;Altpapier&#8221; war bissig und klug, b&#246;se und subtil, entspannt und &#252;berlegen.</p>
<p>Erfunden wurde die bis heute im wesentlichen unver&#228;nderte Form des &#8222;Altpapiers&#8221; zum Start der &#8222;Netzeitung&#8221; von einem gewissen Christoph Schultheis. Ich glaube, dass wir uns dar&#252;ber auch kennen gelernt haben: Ich habe ihm irgendwann eine emp&#246;rte Mail &#252;ber eine total ungerechte Formulierung im &#8222;Altpapier&#8221; geschrieben. (Der klassische Beginn einer wunderbaren Freundschaft.) Die &#220;berschneidungen mit BILDblog sind noch gr&#246;&#223;er: Auch Peer Schader und Heiko Dilk waren &#8222;Altpapier&#8221;-Autoren. </p>
<p>Die Deppen von DuMont Schauberg, denen die &#8222;Netzeitung&#8221; vor kurzem in die H&#228;nde fiel, haben es geschafft, bei deren Abwicklung weite Teile des &#8222;Altpapier&#8221;-Archivs, das ein einzigartiges medienjournalistisches Dokument dargestellt h&#228;tte, zu l&#246;schen oder unbrauchbar zu machen. Immerhin l&#228;sst sich im Google-Cache noch <a href="http://209.85.129.132/search?q=cache:FANDwMz4DjUJ:www.netzeitung.de/medien/altpapier/119793.html">eines der ersten &#8222;Altpapiere&#8221;</a> finden. (Und ein Rudiment des <a href="http://www.netzeitung.de/nachrichten_archiv/165808_584_Geschenkpapier_vom_Montag.html">&#8222;Geschenkpapiers&#8221;</a> ist noch da, das ich in einer Reihe mit anderen Medienjournalisten zum ersten Geburtstag der Kolumne schreiben durfte.)</p>
<p>Vor einem Jahr fand die Kolumne ein neues Zuhause auf der niederl&#228;ndischen Nachrichtenseite <a href="http://www.dnews.de/altpapier/">dnews.de</a>. Die Autoren Katrin Schuster, Christian Bartels, Matthias Dell und Klaus Raab brachten die Rubrik in dieser etwas unwirklichen Umgebung immer wieder zum Gl&#228;nzen. Doch dass sich das in Klicks auszahlen w&#252;rde, damit war nie zu rechnen, und ein eventueller Imagegewinn w&#228;re vermutlich auch nicht messbar: Jedenfalls ist das heutige &#8222;Altpapier&#8221; das letzte, das auf dnews.de erscheint. Die Zukunft ist ungewiss, aber immerhin scheint <a href="http://www.1001augen.de/index.php/2010/03/05/das_altpapier_migriert_mal_wieder">nicht ganz ausgeschlossen</a>, dass diese sch&#246;ne Medienkolumne, die jeden &#8222;Perlentaucher&#8221; alt aussehen l&#228;sst, noch einmal eine neue Heimat findet.</p>
<p>Interessierte Investoren und Verleger k&#246;nnen sich unter <a href="mailto:dasaltpapier@googlemail.com">dasaltpapier@googlemail.com</a> melden. Mein Dank w&#228;re ihnen gewiss.</p>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 23:57:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Niggemeier</dc:creator>
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		<title>A Commentary Lapse of Reason</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 11:47:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Niggemeier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Gastkommentar von Alberto Green
(F&#252;r alle, die in diesem Blog nur die Beitr&#228;ge und nicht das darunter lesen: Alberto Green ist einer der ausdauerndsten und sympathischsten Kommentierer hier. In den vergangenen gut zweieinhalb Jahren hat er 735 Kommentare abgegeben. Ich fand, es war Zeit, ihn mal nach hier oben zu holen. Dies ist sein Bericht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Ein Gastkommentar von Alberto Green</strong></em></p>
<p><small>(F&#252;r alle, die in diesem Blog nur die Beitr&#228;ge und nicht das darunter lesen: Alberto Green ist einer der ausdauerndsten und sympathischsten Kommentierer hier. In den vergangenen gut zweieinhalb Jahren hat er 735 Kommentare abgegeben. Ich fand, es war Zeit, ihn mal nach hier oben zu holen. Dies ist sein Bericht &#252;ber das Leben in der Kommentarspalte.)</small></p>
<p>Als Stefan im Dezember sagte: &#8222;Mensch Gr&#252;ni, du bist doch auch so ein lustigen Typen. Schreib doch mal was &#252;ber dein Leben als lustigen Typen&#8221;, sagte ich: &#8222;Ach? OK.&#8221; Ich rieb mir die H&#228;nde vor Vorfreude, schnappte mein MacBook und legte sofort los.</p>
<p>…<br />
…<br />
…</p>
<p>So der Stand Mitte Januar. Mir fiel nichts ein. Ich wollte unbedingt den Parmesan erfinden und dabei witzig sein. Aber niemand mag witzige Erfinder von K&#228;sesorten, die es schon l&#228;ngst gibt. Also lie&#223; ich den Parmesan weg und beschloss, nichts von den unglaublichen Vorteilen des Internets zu schreiben. Auch die Chancen der gesellschaftlichen Kommunikation und Meinungsbildung lie&#223; ich weg; hat Stefan ja alles schon gemacht.</p>
<p>Also witzig sein. OK.</p>
<p>…<br />
…<br />
…</p>
<p>Einige Tumbleweeds und zirpende Grillen sp&#228;ter musste ich mich wohl oder &#252;bel von meiner (hustet) Kernkompetenz verabschieden.</p>
<p>Ich wurde auf Stefans Blog aufmerksam, wie man eben auf Blogs aufmerksam wird: Ein Kumpel rief mich an und sagte im Verlauf des Telefonats: &#8222;Der Bildblog-Typ hat jetzt einen eigenen Blog.&#8221; Und ich so: &#8222;Aha. Hei&#223;t das nicht DAS Blog?&#8221;</p>
<p>Ich las und fand Stefans Schreibe toll: Man lernte etwas und wurde trotzdem gut unterhalten. Aber im Gegensatz zum Bildblog konnte man hier selbst klug und lustig sein und was drunter schreiben und dem Hausherrn so den Grimme-Preis verschaffen. Also genau mein Ding (zwinkert)! Nach ein paar Artikeln traute ich mich auch mal etwas zu sagen und begab mich auf die Suche nach einem Pseudonym. Tagelang irrte ich umher, um ein passendes oder zumindest lustiges zu finden. Als ich in den Kofferraum meines Autos schaute, sprang es mich f&#246;rmlich an: &#8222;Karl-Heinz Kummerbund, Kofferraummessi 919 eV.&#8221; &#8212; Zum Gl&#252;ck fand ich noch in derselben Minute die Spraydose Autolack der Farbe Alberto Gr&#252;n. Die Geburt eines Blogkommentators! (Hier bitte nicht Richard Strauss&#8217; &#8222;Also sprach Zarathustra&#8221;-Gedr&#246;hne, sondern den &#8222;Sonnenaufgang&#8221; aus seiner Alpensinfonie mitsingen).</p>
<p>&#8222;Was ist denn das, ein Blogkommentator? Das klingt wie ein Beruf.&#8221; &#8212; Selbstverst&#228;ndlich ist es eine Berufung, die man nur mit viel Hingabe und Flei&#223; erf&#252;llen kann. Soziale Kontakte sind tabu, eiserne Disziplin dringend erforderlich. Ich habe erwachsene M&#228;nner weinen sehen, als sie an der Aufgabe, einen vern&#252;nftigen Kommentar zu posten, zerbrochen sind. Wir reden hier nicht &#252;ber die amerikanischen &#8222;First!&#8221;, &#8222;You look gay!&#8221;, &#8222;Fake!&#8221;-W&#252;rstchen. Wir reden von einer Spezialeinheit von echten Typen. Schrot und Korn.</p>
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<p>Mitte/Ende Februar: Nach meinem Aufenthalt in der Klinik bin ich so weit, dass ich (wieder) &#252;ber meinen Alltag sprechen kann: Ich stehe morgens auf, gehe zur Arbeit und dann gucke ich, wer so alles kommentiert hat (Per Hand, das Emailabo treibt mich in den Wahnsinn!). Kommentare lese und schreibe ich nicht &#252;berall. Manchmal hinterlasse ich was beim Felix Schwenzel, coffeeandtv oder auf Spreeblick. Aber so richtig wichtig ist mir die Kommentarspalte nur bei Stefan. Ich wei&#223; nicht warum. Ich wei&#223; nicht, warum so viele hier kommentieren. Ist diese nach unten offene Kommentarspalte eine Art frisch gestrichener Uniklowand? Vermutlich ja, denn auf manchen Klos sitze ich sehr gerne, sehr lange und lese … Ach, ich h&#246;re, gerade das interessiert gerade nicht. Gut.</p>
<p>Merkw&#252;rdigerweise sind mir die Namen wichtig. Ich schaue nicht, was geschrieben wurde, sondern wer etwas geschrieben hat. Einige hier habe ich ins Herz geschlossen. Ich w&#252;rde gerne alle mit Namen nennen, aber ich habe zu viel Angst jemanden zu vergessen (ok. SvenR, Ommelbommel, Sebastian S., Olly, Thomas L, nona, der gro&#223;artige polyphem und &#228;h … siehste, jetzt gehen mir schon die Namen aus. Verdammt.) Sehr oft gucke ich auch nach Namen, von denen ich wei&#223;, dass sie etwas geschrieben haben, das mich auf die Palme bringt und das meistens in viel zu langen Beitr&#228;gen mit viel zu langen S&#228;tzen tun, die nie ein Ende finden, weil sie viel zu viele Nebens&#228;tze, von denen sie nie genug zu bekommen scheinen, enthalten, was ihre Position nat&#252;rlich schw&#228;cht, weil keiner nach „Palme“ weiterliest. Dummerweise f&#252;hrt das dazu, dass man meistens dasselbe nur in anders lange S&#228;tze fasst. Mit der Ausnahme, dass man den Kommentar, den man nicht zu Ende gelesen hat, scharf daf&#252;r angreift, dasselbe gesagt zu haben.</p>
<p>Obwohl ich das Gef&#252;hl habe (und als mit dem Alter zu kokettieren beginnender Mittdrei&#223;iger hat man das Gef&#252;hl st&#228;ndig), dass es nicht mehr wie fr&#252;her ist, weil kein Dujardin und kein Metigel mehr getrunken, bzw. –gessen wird, glaube ich dennoch, dass diese Kommentarspalte hier etwas Besonderes ist. Nat&#252;rlich geht mir t&#228;glich die Galle hoch und ich schreibe etwas Geiferndes &#252;ber die Bl&#246;d-, Stur-, und Doofheit von Kommentatoren, die irgendwas bl&#246;des, stures oder doofes geschrieben haben. 98% meiner Kommentare l&#246;sche ich aber vorher, weil sie bl&#246;d, stur oder doof sind. Wie oft habe ich schon gebetet, dass Stefan endlich den Quatsch zumacht, weil nur noch Mist reingesch&#252;ttet wird! Wie oft habe ich mich &#252;ber ge&#228;rgert, als Mob bezeichnet zu werden und mit einem „ihr“ angeredet zu werden, zu dem es kein &#8222;wir&#8221; gibt (Herr G&#252;rtler, immer wenn Sie hier einen Kommentar posten, geh&#246;ren Sie dazu! &#196;tsch!)!</p>
<p>Und trotzdem: Unabh&#228;ngig von der Qualit&#228;t von Stefans Beitr&#228;gen, die ich als Claqueur und niggi-Fanboy ja vertraglich hoch sch&#228;tzen muss, beeinflusst diese nach unten offene Kommentarspalte mein Denken, weitet meinen Horizont, trainiert meine Nerven, baut Aggressionen auf und ab, ja: bereichert mich. Irgendwie. Vermutlich liegt es daran, dass es eben nicht DIE Kommentarspalte gibt (ja gut, rein technisch schon). Es gibt ihn nicht, den Blogkommentator. Es ist kein Beruf oder keine Berufung, wie der Blogger oder der Lastewagenfahrer. Er ist eher so was wie ein Nasebohrer, Broteink&#228;ufer, Inhundeschei&#223;etreter: Es gibt nur einen Haufen Individuen, die sich hier auf ein und dieselbe Art verwirklichen wollen und daran eigentlich scheitern. Der einzige Gewinn ist ein: &#8222;@ Alberto Green, Full ACK!&#8221; Oder ein &#8222;LOL&#8221;. Wirklich etwas zu einem Thema beitragen oder die eigene Meinung durchsetzen kann man nur selten. Aber dieses individuelle Scheitern bewirkt etwas, weil der Wert der Kommentarspalte n&#228;mlich erst in der Gesamtheit deutlich wird: 340 Deppen sagen etwas jeweils Bescheuertes und keifen sich an, aber am Ende ist man trotzdem kl&#252;ger. Irgendwie. Und daf&#252;r danke ich euch allen!</p>
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<p><em>Aufgabe:</p>
<p>1) Lies dir diesen Artikel aufmerksam durch und notiere kurz die Kernthesen.<br />
2) Ordne diese Kernthesen in den dir bekannten Kontext &#8222;Die Gesellschaft im Internet&#8221; ein. Mache Vorschl&#228;ge, warum hier so viele so ausdauernd kommentieren.<br />
3) Wie bewertet der Autor die Partizipationsm&#246;glichkeiten, die durch das Internet und speziell durch das Blog von Stefan Niggemeier geschaffen wurden? Wie ist deine eigene Meinung? Formuliere dabei knapp und pr&#228;zise, damit deine Mitkommentatoren ebenso knapp und pr&#228;zise darauf antworten k&#246;nnen.<br />
4) Vergiss den Schei&#223; und reg dich &#252;ber &#8222;MacBook&#8221; und die Politik eines Konzerns auf, der nur doofe Modeprodukte hervorbringt. </em></p>
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		<title>Kurz verlinkt (48)</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 20:42:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Niggemeier</dc:creator>
				<category><![CDATA[blog]]></category>
		<category><![CDATA[Bild-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Michalis Pantelouris]]></category>
		<category><![CDATA[Stern]]></category>

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		<description><![CDATA[(&#8230;) Ich bin der Sohn eines Griechen, der w&#228;hrend der Milit&#228;rdiktatur nach Deutschland emigriert ist, und nach dem Ende der Junta in den griechischen Staatsdienst gegangen ist, weil er gelernt hat, dass Demokratie etwas ist, das man sich jeden Tag erarbeiten muss. Und ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen Menschen getroffen, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>(&#8230;) Ich bin der Sohn eines Griechen, der w&#228;hrend der Milit&#228;rdiktatur nach Deutschland emigriert ist, und nach dem Ende der Junta in den griechischen Staatsdienst gegangen ist, weil er gelernt hat, dass Demokratie etwas ist, das man sich jeden Tag erarbeiten muss. Und ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen Menschen getroffen, der auch nur ann&#228;hernd so viel arbeitet wie mein Vater. Heute liest er offene Briefe in der Bild-Zeitung, im Stern und wo nicht noch alles, in denen Journalisten Deutschland zur reichen Tante fantasieren, die jetzt aber streng mit ihrem frechen Neffen sein muss, weil der so unverantwortlich mit ihrem Geld herumwirft. Ich bin selbst Journalist und ich sch&#228;me mich, wenn ich daran denke, dass mein Vater das liest. (&#8230;)</p>
<p>Ich kann die Verachtung nicht in Worte fassen, die ich f&#252;r die Kollegen mit ihren offenen Briefen empfinde, die sich ohne jede Recherche einen dem&#252;tigenden Witz nach dem anderen aus den Fingern gesaugt haben, die sehenden Auges Vorurteile bis hin zum rassistischen Hass gesch&#252;rt haben und die dabei nichts erreicht haben als den Zockern in den entsprechenden Investmentbanken noch ein bisschen in die H&#228;nde zu spielen. (&#8230;)</p></blockquote>
<p><a href="http://print-wuergt.de/2010/03/07/griechen/">Bitte lesen Sie diesen Text von Michalis Pantelouris.</a></p>
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