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        <title>Echolot</title>
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        <description>Wissenschaftsblog</description>
        <language>de</language>
        <copyright>Copyright 2012</copyright>
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            <title>Sentimentalitäten und andere Gedanken eines scheidenden Wissenschaftsbloggers</title>
            <description><![CDATA[
     <p><img title="Bildquelle: flickr-User: Andy Woo - http://www.flickr.com/photos/wooandy/384646834/" alt="Byebye.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Byebye.jpg" width="180" height="212" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 10px;" /><strong>Das war's. Fast 3.000 Tweets, mehr als 1.500 Artikel und Postings, hunderte Topthemen und dutzende SciencePicture habe ich in den letzten Jahren hier für ScienceBlogs geschrieben und erstellt. Dieses kleine Posting ist nun mein persönlicher Abschiedsgruß. Mit ScienceBlogs geht es selbstverständlich weiter. Mit neuen, aber doch wohlbekannten Personen hinter den Kulissen.</strong></p>

<p>Ich habe mich lange vor diesem Text gedrückt. Aber jetzt zeigt der Kalender den 31. Dezember an und es ist schon spät am Nachmittag. Allerhöchste Zeit also für diese Notiz, mit der ich mich (wenigstens in meiner Funktion als verantwortlicher Redakteur für das Portal) von ScienceBlogs.de verabschiede. <em>(Es ist ja auch kein Staatsgeheimnis. Der wie immer bestens informierte <a href="http://nice-bastard.blogspot.com/2010/12/heiko-allein-zu-haus-marc-scheloske.html">NiceBastard hat es schon vor einigen Tagen verraten</a>. Tobias hat heute vormittag<a href="http://www.scienceblogs.de/weitergen/2010/12/neue-redaktion-bei-scienceblogs-wandel-ohne-krise.php"> was dazu gepostet</a>.)</em></p>

<p><strong>Wie alles begann...</strong></p>

<p>Vor fast drei Jahren (irgendwann im Februar 2008) habe ich meine ersten Topthemen geschrieben (damals hieß die Rubrik noch "Was Blogger bewegt"). Und seitdem war ScienceBlogs ein bestimmender Teil meines Lebens. Wie es sich für einen anständigen Blogger gehört, führte mein erster Weg nach dem Aufstehen nicht etwa an den Frühstückstisch, sondern an den Laptop. Mails checken, nachsehen, was sich während der Nachtstunden bei ScienceBlogs getan hat, gibt es schon neue Artikel und neue Kommentare? Welche Neuigkeiten werden bei Twitter diskutiert? </p>

<p><img alt="Sowoti, Quelle: http://xkcd.com/386/" src="http://imgs.xkcd.com/comics/duty_calls.png" width="200" height="220" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 8px 8px;" />Und spätabends gab es nicht selten Diskussionen mit meiner Freundin, die manchmal dann doch genervt war, wenn ich auch um 23.00Uhr oder später (gerne auch bis 01.00 oder 02.00Uhr in der Nacht) noch Kommentare beantworten oder eben unbedingt noch ein Topthema für den nächsten Morgen schreiben wollte. Das war in den letzten Jahren mein Leben. Und das war wirklich ausgesprochen klasse. </p>

<p>Deshalb möchte ich mich an der Stelle ausdrücklich bedanken. Bei meiner Freundin (s.o.) und meiner Familie, die mich bei all dem unterstützt haben. Vor allem aber bei den Bloggern. Ohne Euch gäbe es ScienceBlogs nicht und ohne Euch hätte ich das niemals so lange gemacht! Ich habe jede Menge von Euch gelernt. Und von Eurer Begeisterung für die Wissenschaft habe ich mich immer wieder gerne anstecken lassen.*</p><p><strong>So geht's weiter...</strong></p>

<p>Das alles wird mir künftig sicher ein Stückchen fehlen. Hier bei ScienceBlogs geht die Show aber definitiv weiter. Dafür sorgen schon allein die Blogger. Und es gibt natürlich auch Menschen, die meine Aufgaben künftig übernehmen. Einen Teil davon wird Fabian Soethof in Berlin erledigen, für die allermeisten Inhalte (was eben die Topthemen und vieles mehr angeht) wird ab sofort allerdings jemand anderes sorgen. Nämlich Jürgen Schönstein, den man ja bestens von "<a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/">Geograffitico</a>" kennt. </p>

<p>Und da ich Jürgen die letzten Jahre als einen kritisch-begeisterten Beobachter der Wissenschaft kennengelernt habe, fällt mir der Abschied dann doch etwas leichter. Ich weiß ScienceBlogs nämlich in allerbesten Händen. </p>

<p>Nun bleibt mir nicht viel anderes übrig, als Euch allen alles Gute zu wünschen. Dir Jürgen, viel Erfolg und allen Bloggern und Lesern viele gute Diskussionen. :-)</p>

<p><br />
--</p>

<p><em>* Neben den ScienceBloggern (die ich oben explizit erwähne) muß ich mich übrigens genauso bei all unseren Stammlesern bedanken, all den anderen Wissenschaftsbloggern draußen an den angeschlossenen Geräten und v.a. auch bei unseren Kollegen von den <a href="http://www.scilogs.de/">Scilogs</a>. Ohne Eure freundschaftliche Begleitung hätte es hier nur halb so viel Spaß gemacht. :-)</p>

<p>Von mir wird es in den nächsten Monaten voraussichtlich kaum Postings mit wissenschaftlichem Inhalt geben. Ich werde mir (zusammen mit der Sprachspielerin) nämlich Land und Leute in Neuseeland und Australien ansehen. Und darüber natürlich auch bloggen. Ab nächster Woche gibt es hier etwas zu lesen: <a href="http://www.beutelthierchen.de/">http://www.beutelthierchen.de/</a>.</p>

<p><br />
<small>Das Comic stammt von hier: http://xkcd.com/386/</small></em><br />
</p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/12/sentimentalitaeten-und-andere-gedanken-eines-scheidenden-wissenschaftsbloggers.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Kultur</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">2011</category>
            
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            <pubDate>Fri, 31 Dec 2010 16:00:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Bürgerkonferenz: Wir können Politik!</title>
            <description><![CDATA[
     <p><strong>Und wieder einmal liegt Max Weber richtig. "Die Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich." Diese Feststellung Max Webers stammt vom 28. Januar 1919 und ist heute so aktuell wie vor 91 Jahren. </strong></p>

<p>Mit jeder Menge Leidenschaft und politischer Begeisterung ging es nämlich auch bei der zweitägigen "Bürgerkonferenz zur Energienutzung" zur Sache. Doch auch Augenmaß und Kompromißfähigkeit waren gefragt. Schließlich sollten sich die knapp 200 Teilnehmer ja auf ein gemeinsames Empfehlungspapier verständigen. Einige Anmerkungen am Ende des zweiten Tages...</p>

<p><img alt="IMG_2191_Saal01.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_2191_Saal01.jpg" width="540" height="265" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></p>

<p>Es waren zwei wirklich vollgepackte Tage hier in Berlin. Es gab hitzige Diskussionen, Koalitionsbildungen an den Tischen und strategisch formulierte Statements und Formulierungen: eigentlich war es einfach nur Politik, was im geschützten Rahmen dieser Bürgerkonferenz stattfand. Das war vermutlich auch nicht anders zu erwarten. Und doch war die Veranstaltung hochinteressant. Denn die Teilnehmer waren ja eben keine (Berufs-)Politiker, sondern ganz normale Bürger. Und die können ganz offenbar auch Politik.</p><p>Wenn man während der zwei Tage die Diskussionen in großen und kleinen Gruppen beobachtet hat, wenn man zugehört hat, wie die Experten an den Tischen befragt wurden und wenn man gesehen hat, wie die Teilnehmer hochkonzentriert bei der Sache waren, dann kann man nur hoffen, daß solche Formate künftig häufiger durchgeführt werden (egal ob sie nun unter dem Etikett "Bürgerkonferenz" durchgeführt werden oder anders heißen).</p>

<blockquote class="right">Vermutlich wäre es vermessen, wenn man von einer solchen Veranstaltung die Lösung für die Energiefragen der Zukunft erwarten würde.</blockquote><p>Ganz klar: es ist jede Menge Arbeit, um überhaupt eine solche Veranstaltung zu organisieren. An den zwei Tagen waren ca. 30 Helfer direkt vor Ort tätig, das kleine Organisationsteam war natürlich schon viele Monate zuvor aktiv. Und die 20 Tischmoderatoren leisteten wirklich Schwerstarbeit. Aber dieser Aufwand lohnt sich: das zeigt sich an der Ernsthaftigkeit, mit der die Teilnehmer hier diese Möglichkeit wahrgenommen haben. Und das zeigt sich auch an den Ideen und Thesen, die während der zwei Tage erarbeitet wurden. </p>

<p><strong>Keine Neuerfindung des Rades</strong></p>

<p>Wirklich neu, spektakulär, gar revolutionär ist kaum etwas davon. Manche Positionen sind vielleicht auch nicht bis zur letzten Konsequenz durchdacht, manche möglicherweise auch naiv. </p>

<p><img alt="IMG_2235_Thesen01.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_2235_Thesen01.jpg" width="300" height="182" class="mt-image-right" style="float: left; margin: 0px 10px 10px 0px;" />Aber vermutlich wäre es auch vermessen, wenn man von einer solchen Veranstaltung an zwei verregneten Tagen im September die Lösung für die Energiefragen der Zukunft erwarten würde. Darüber zerbrechen sich schließlich Heerscharen von Experten seit Jahren die Köpfe. Aber kreative Ideen gab es eben schon. Und die Möglichkeit zu Beteiligung. Und das ist doch schon was. </p>

<p>Was aber wurde heute debattiert und an Empfehlungen erarbeitet? Das <a href="http://www.wissenschaft-debattieren.de/fileadmin/redakteure/dokumente/Wissenschaft_debattieren/Buergerkonferenz_Berlin/Buergererklaerung_BK_Berlin.pdf">PDF mit der Bürgererklärung</a> (einer Topliste an Forderungen bzw. Empfehlungen an die Adresse von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft) steht auch online und auf der Website kann in den nächsten 14 Tagen auch diskutiert werden. </p>

<p>Am meisten Zustimmung erhielten Forderungen, die sich auf die Bereiche energieeffizientes Bauen und Altbausanierung (hier insbesondere Dämmung etc.), die Energieerziehung und Aufklärungskampagnen oder den Bereich des Verkehrswesens (Stichwort: intelligente, nutzerfreundliche Verzahnung von ÖPNV, Rad und Car-Sharing-Angeboten). </p>

<blockquote class="right">Was haltet Ihr von solchen partizipativen Verfahren? Hättet Ihr Lust, an einer solchen Bürgerkonferenz teilzunehmen?</blockquote>

<p>Man könnte an der Stelle sicher noch viele weitere Einzelforderungen vorstellen, die erhoben wurden. Wer daran Interesse hat, der wird hier fündig: <a href="http://www.wissenschaft-debattieren.de/buergerkonferenz/berlin-september-2010/buergererklaerung.html">Empfehlungen zur Zukunft der Energienutzung in Deutschland</a>.</p>

<p>Jetzt aber spiele ich den Ball nochmal an Euch zurück: Was haltet Ihr von solchen partizipativen Verfahren? Hättet Ihr Lust, an einer solchen Bürgerkonferenz teilzunehmen? Ist das Modell geeignet, um den Dialog zwischen Politik (der die Ergebnisse ja weitergeleitet werden sollen) und Bürgern zu verbessern? - Wortmeldungen wie immer gerne in den Kommentaren.</p>

<p>--</p>

<p><em>Und hier noch zwei Eindrücke vom heutigen Tag:</em></p>

<p><img alt="IMG_2186_Diskussion03_540.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_2186_Diskussion03_540.jpg" width="540" height="357" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 2px 0px 2px 0px;" /><em><div style="text-align: center;"><small>Diskussionsszene</small></div></em><br />
<img alt="IMG_2206_Prätorius_540.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_2206_Pr%C3%A4torius_540.jpg" width="540" height="377" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 8px 0px 2px 0px;" /><div style="text-align: center;"><em><small>Der Experte Dr. Gerhard Prätorius (VW + TU Braunschweig).</small></em></div></p>

<p>--</p>

<p>Weitere Texte zur Bürgerkonferenz:</p>

<p><a href="http://www.wissenschaft-debattieren.de"><img alt="Wissenschaft_debattieren_220.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Wissenschaft_debattieren_220.jpg" width="220" height="53" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 8px;" /></a>Hier die Links:</p>

<ul>	<li><a href="http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/09/burgerkonferenz-energienutzung-der-zukunft-pragmatische-visionen.php">Bürgerkonferenz "Energienutzung der Zukunft": Pragmatische Visionen</a></li><li><a href="http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/09/zuhoren-diskutieren-mitreden-partizipative-modelle-der-politikberatung.php">Zuhören. Diskutieren. Mitreden. Partizipative Modelle der Politikberatung.</a></li>	<li><a href="http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/09/die-krise-der-demokratie-in-einer-komplexen-gesellschaft-zeit-fur-experimente.php">Die Krise der Demokratie in einer komplexen Gesellschaft. Zeit für Experimente.</a> </li></ul>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/09/buergerkonferenz-wir-konnen-politik.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Politik</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Bürgerkonferenz</category>
            
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Politik</category>
            
            <pubDate>Sun, 26 Sep 2010 19:15:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Bürgerkonferenz &quot;Energienutzung der Zukunft&quot;: Pragmatische Visionen</title>
            <description><![CDATA[
     <p><img alt="IMG_2122_Diskussion.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_2122_Diskussion.jpg" width="230" height="204" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 16px;" /><strong>Eigentlich ist das ja eine Schnapsidee: 200 Personen sollen an 21 Tischen an 2 Tagen über 1 Thema diskutieren, streiten und sich letztlich doch auch wieder auf gemeinsame Positionen einigen. Und dennoch hat sich die Bürgerkonferenz zum Thema "Energienutzung der Zukunft" genau das zum Ziel gesetzt. Es ist ein Experiment. In mehrfacher Hinsicht. Einige Beobachtungen am Ende des ersten Tages...</strong></p>

<p>Um es hier nochmal klarzustellen: Bürgerkonferenzen und alle verwandten Formate der Bürgerbeteiligung, wie sie in Dänemark, Großbritannien, den USA, der Schweiz oder vereinzelt in Deutschland durchgeführt wurden, haben das Ziel das vorhandene Arsenal an Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger zu erweitern. Es geht nicht um eine Entmachtung gewählter Parlamente, es geht nicht um die Installation von intransparenten Entscheidungszirkeln von irgendwelchen Eliten.</p>

<p>Im Gegenteil: es geht um das Ausprobieren von maximal transparenten Verfahren der diskursiven Verständigung über kontroverse Fragestellungen. Und die aktuell hier in Berlin stattfindende Veranstaltung ist ohnehin "nur" ein Experiment. Am Sonntagabend soll zwar von der Bürgerkonferenz ein gemeinsames Empfehlungspapier verabschiedet werden. Aber das hat natürlich keinerlei bindende Wirkung. Es ist ein Empfehlungspapier, das dokumentiert, was 200 interessierte und (das mein Eindruck) verantwortungsvolle Bürger an einem Wochenende diskutiert haben. Das ist wertvoll. Und sicher nichts, wovor man sich irgendwie ängstigen müsste. *</p><p><strong>Diskussionen, Fragen und Experten </strong></p>

<p>Die beiden Konferenztage sind absolut vollgepackt. Die rund 200 Teilnehmer sitzen ja an 20 Tischen zusammen, an denen jeweils ein Moderator die teilweise überschießende Diskussionslaune bremsen und in geordnete Bahnen lenken muß. Und die Tischmoderatoren geben die Fragen und Statements von den einzelnen Tischen immer wieder an die zentrale Konferenzredaktion weiter, die die Fragen bündeln und dann wieder zur gemeinsamen Diskussion stellen. Und dazwischen gibt es immer wieder Zeit für Fragerunden an die Experten. Der Zeitplan ist eng getaktet. Vielleicht zu eng. Manche Teilnehmer hätten sich (so ist zu hören) mehr Zeit gewünscht, um einige Fragen eingehender zu behandeln. </p>

<blockquote class="left">Die Teilnehmer sind engagiert, diskussionsfreudig und wirklich sehr, sehr gut vorbereitet.</blockquote>

<p>Ganz offensichtlich ist: die Teilnehmer sind wirklich sehr, sehr gut vorbereitet. Im Vorfeld gab es natürlich Informationsmaterial und es sieht so aus, als wurden die Hausaufgaben gemacht. Ich habe mich heute immer wieder an einzelne Tische gesetzt und die Diskussionen verfolgt. Und dort ist zu spüren, daß diese Veranstaltung sehr ernst genommen wird. Man merkt es vielen Redebeiträgen an: für die Teilnehmer ist diese Konferenz endlich einmal eine Gelegenheit, um ihre Anliegen loszuwerden. Hier interessiert sich jemand für ihr Urteil. Da hört jemand zu. Da sitzen echte Wissenschaftler, die für Fragen offen sind und aufmerksame Moderatoren, die den ganzen Input einsammeln, sortieren, bündeln. Das kommt gut an. Zwischenfazit 1: Teilnehmer an Bürgerkonferenzen finden das Format cool. </p>

<p>Das leitet über zu einer anderen Frage: Wer sind die Teilnehmer? Man muß zumindest für dieses Wochenende eingestehen: repräsentativ ist die Zusammensetzung nicht. Man hat sich bemüht, eine möglichst heterogene Teilnehmerschar zusammenzubringen. Aber es gibt einige Faktoren, die das erschweren. Als Teilnehmer muß man nämlich mindestens ein komplettes Wochenende opfern. So wie es aussieht (und wie ich von den Organisatoren erfahren habe) sind junge Menschen zwischen 20 und 40 Jahren dazu ziemlich selten bereit. Und morgen ist Berlinmarathon. Und überhaupt. Deshalb geben eben 42% der Teilnehmer als Status "Rentner" an. So ist das. Nachdem diese Bürgerkonferenz ja eben ein Experiment ist und bleibt, sehe ich darin kein großartiges Problem.</p>

<p><img alt="IMG_2095_Soziodemographie.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_2095_Soziodemographie.jpg" width="540" height="215" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 4px 0px 2px 0px;" /></p>

<p>Heute vormittag gab es zuerst einmal Raum, um ohne großartige Vorgaben die Punkte anzusprechen, die im Zusammenhang mit dem Thema Energienutzung nach Ansicht der Teilnehmer im Argen liegen. Die Kritik reichte von den öffentlichen Gebäuden, die (Heiz-)Energie verschleudern über den mangelhaft ausgebauten ÖPNV bis zu fehlenden Informationen über Energieeinsparpotentiale. Überraschend für mich war: an dem Tisch an dem ich zugehört habe, war es ganz klar, daß Energiesparen mittelfristig nicht ausreicht. Verhaltensänderungen und auch der Verzicht auf Luxus waren für die Diskussionsteilnehmer selbstverständlich. Und Kerosin müsse sowieso besteuert werden. Besser heute als morgen. </p>

<blockquote class="right">Reicht es aus, auf die Einsicht der Verbraucher in Sachen Energiesparen zu setzen? Oder wäre (sanfter) Zwang nicht sinnvoll und notwendig? </blockquote>

<p>Auffallend insgesamt: über die Ziele wurde man sich relativ schnell einig. Die große Frage besteht oft darin, wie man diese Ziele realisieren kann. Reicht es aus, auf die Einsicht der Verbraucher zu setzen? Oder wäre (sanfter) Zwang nicht sinnvoll und notwendig? Konkret: können wir warten, bis der Nachbar auch endlich die Kurzstrecken mit dem Fahrrad oder dem Bus zurücklegt oder müssen wir erst (Steuern!) die Benzinpreise verdoppeln oder verdreifachen, um dieselbe Verhaltensänderung zu erreichen? </p>

<p><em>Hier die meistgenannten Kritikpunkte:</em></p>

<p><img alt="IMG_2102_Wuensche.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_2102_Wuensche.jpg" width="540" height="413" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 4px 0px 2px 0px;" /></p>

<p>Am Nachmittag ging es dann um die Entwicklung von Visionen für die Energiezukunft des Jahres 2030. Am Ende wurden 15 Forderungen aufgelistet. Am meisten Zustimmung fanden der Punkt "Energieerziehung" (Vorschlag: an den Schulen ein Fach Energiekunde einführen), ebenfalls populär war die Durchsetzung eines umwelt- und nutzerfreundlichen ÖPNV. Ebenfalls die Hitliste belegt der Punkt "intelligente Gebäudetechnik". </p>

<p><img alt="IMG_2136_Visionskerne.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_2136_Visionskerne.jpg" width="440" height="466" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 4px 0px 2px 50px;" /></p>

<p>Als erstes Fazit lässt sich festhalten: ein spannender Tag, engagierte Teilnehmer, viele Ideen. Manche davon utopisch, manche sicherlich bald schon Realität (egal ob mit oder ohne Bürgerkonferenz). Über manches wird weiter zu diskutieren sein. Kein schlechter Tag insgesamt. Morgen geht's weiter.</p>

<p>--</p>

<p><em>* Zur Erklärung: In den Kommentaren auf meine beiden anderen Texte gab es zum Teil etwas seltsame Kritik. </em></p>

<p><a href="http://www.wissenschaft-debattieren.de"><img alt="Wissenschaft_debattieren_220.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Wissenschaft_debattieren_220.jpg" width="220" height="53" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 8px;" /></a>Hier die Links:</p>

<ul>	<li><a href="http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/09/zuhoren-diskutieren-mitreden-partizipative-modelle-der-politikberatung.php">Zuhören. Diskutieren. Mitreden. Partizipative Modelle der Politikberatung.</a></li>	<li><a href="http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/09/die-krise-der-demokratie-in-einer-komplexen-gesellschaft-zeit-fur-experimente.php">Die Krise der Demokratie in einer komplexen Gesellschaft. Zeit für Experimente.</a> </li></ul>
     <hr />

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            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/09/burgerkonferenz-energienutzung-der-zukunft-pragmatische-visionen.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Politik</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Bürgerkonferenz</category>
            
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            <pubDate>Sat, 25 Sep 2010 21:30:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Zuhören. Diskutieren. Mitreden. Partizipative Modelle der Politikberatung</title>
            <description><![CDATA[
     <p><strong>Eigentlich geht es um Politik 2.0. Um die Weisheit der Vielen, um eine Mitmach-Demokratie. Das alles sind Schlagworte, die einen gewissen utopisch-idealistischen Beiklang haben. Und doch sind die Experimente, die eine Politikbeteiligung und Politikberatung durch Laien erproben, hochinteressant. Sogenannte Konsensuskonferenzen oder Bürgerkonferenzen wären Beispiele dafür.</strong></p>

<blockquote class="right">Wer berät die Berater? Welche Interessen kommen hier zum Zug? Wer trägt am Ende die Verantwortung für Entscheidungen?</blockquote>

<p>Gibt es eigentlich eine Liste, in der all die Expertenräte, Beratungsgremien und Beraterstäbe aufgeführt sind, die momentan die Regierungen auf Länder- und Bundesebene "beraten"? Ihre Zahl dürfte locker dreistellig sein. Die Tatsache, daß sich Politik professionellen Rat von Experten holt, ist auf der einen Seite beruhigend (denn wer wollte ernsthaft, daß unsere Politiker alle Sachfragen einfach frei Schnauze entschieden?) Auf der anderen Seite ist die Tatsache, daß relevante Entscheidungen nicht in den politisch legitimierten Gremien häufig nur noch abgenickt werden, die Weichenstellungen aber in anderen Zirkeln getroffen werden, beunruhigend. (Weitere Überlegungen zu dieser Frage habe ich bereits <a href="http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/09/die-krise-der-demokratie-in-einer-komplexen-gesellschaft-zeit-fur-experimente.php">in diesem Posting</a> angestellt.)</p>

<p>Denn: wer berät die Berater? Welche Interessen kommen hier zum Zug? Wer trägt am Ende die Verantwortung für (Fehl-)Entscheidungen? Und überhaupt: Wissen wir nicht längst, daß kleine, homogene Gruppen tendenziell eher schlechtere Entscheidungen fällen und daß es sinnvoll ist, wenn Gruppen möglichst heterogen zusammengesetzt sind? (vgl. u.a. Surowiecki)</p><p><strong>Konsensuskonferenzen: Mehr (Technologie-)Dialog wagen</strong></p>

<p>Solche Überlegungen standen vermutlich auch im Hintergrund, als vor rund 20 Jahren die dänische Behörde für Technikfolgenabschätzung (Teknologi-Rådet) das Format der "Konsensuskonferenzen" entwickelte. Grundlegende Idee war: es sollen ganz normale Bürger mit Experten und Entscheidungsträgern zusammengebracht werden. </p>

<blockquote class="left">Konsensuskonferenzen setzen auf die "Weisheit der Vielen". </blockquote>

<p>Und die Konferenz soll den Rahmen dafür bilden, daß die Laien die Möglichkeit erhalten, sich möglichst optimal über den Wissensstand im jeweiligen Themenfeld zu informieren, untereinander und mit Fachleuten zu diskutieren und sich am Ende idealerweise auf gemeinsame Positionen einigen können. Es geht also um Information, Diskussion, Meinungsbildung und ein Empfehlungspapier. </p>

<p>Die erste dänische Konsensuskonferenz fand 1987 zum Thema "Gentechnologie in Industrie und Landwirtschaft" statt. In den folgenden Jahren gab es weitere solche Konferenzen in Dänemark (u.a. 1992 Retortentiere - Eingriffe in das Erbgut höherer Lebewesen, 1993 Zukunft des Automobilverkehrs, 1995 Möglichkeiten und Grenzen der Gentherapie). Die Konsensuskonferenzen ziehen sich üblicherweise über einige Wochen (oder auch Monate) hin. Es gibt meist drei oder vier Treffen, bei denen die Teilnehmer gemeinsam ihre Fragen diskutieren und auswählen, welche Experten sie für spätere Sitzungen einladen wollen etc. Am Ende wird ein Schlußdokument formuliert, bei dem explizit ein Konsens angestrebt wird. </p>

<p>In der Schweiz wurden Ende der 1990er Jahre sogenannte "Publiforen" durchgeführt, die sich stark am dänischen Vorbild orientierten. In Deutschland wurde 2001 im Deutschen Hygiene-Museum Dresden die erste Konsensuskonferenz zum „Streitfall Gendiagnostik  durchgeführt. Wie der Name schon sagt: bei dieser Variante der partizipativen Bürgerbeteiligung in Sachen Politikberatung geht es ausdrücklich um einen Konsens der Teilnehmer. </p>

<p><strong>Bürgerkonferenzen: Meinungsbildung und Diskurs</strong></p>

<p>Eine etwas abgeänderte Variante des dänischen Vorbilds findet u.a. unter dem Etikett "Bürgerkonferenz" statt. Wie etwa an diesem Wochenende in Berlin. Die Veranstaltung ist deutlich komprimierter, alles passiert an einem Wochenende und am Ende steht ebenfalls ein gemeinsames Votum der Konferenzteilnehmer. Das Format ist aber deutlicher "explorativer" ausgelegt. Der Fokus liegt stärker auf der Beobachtung und Analyse der Meinungsbildungsprozesse, die während des Wochenendes ablaufen. Und natürlich sollen alle Teilnehmer (egal ob "Laien" oder "Experten" dazulernen). Lars hat<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/fischblog/technik/2010-09-25/b-rgerkonferenz-berlin-energienutzung-der-zukunft-utopie-oder-dystopie"> in seinem Posting</a> seine Erwartungen zusammengefasst.</p>

<p><img title="Start der Bürgerkonferenz, Photo: Marc Scheloske" alt="Bürgerkonferenz_Start01.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/B%C3%BCrgerkonferenz_Start01.jpg" width="540" height="297" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 8px 0px 2px 0px;" /><div style="text-align: center;"><small><em>(Die 200 Teilnehmer an ihren Diskussionstischen.)</em></small></div></p>

<p>Klar ist: die Veranstaltung ist nach bestem Wissen und Gewissen vorbereitet (durchgeführt von "<a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/">Wissenschaft im Dialog</a>"), es gibt Informationsblöcke, die möglichst neutral über relevante Sachfragen informieren sollen, es sind Experten eingeladen, die ihre Positionen einbringen und für Diskussionen zur Verfügung stehen. Wie genau das ablaufen wird, davon lasse ich mich die nächsten zwei Tage überraschen. </p>

<p>--<br />
<a href="http://www.wissenschaft-debattieren.de"><img alt="Wissenschaft_debattieren_220.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Wissenschaft_debattieren_220.jpg" width="220" height="53" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 8px;" /></a><ul>	<li>Weitere Texte und Blogpostings von der Bürgerkonferenz zur "Energienutzung der Zukunft" gibt es hier: <a href="http://www.w-i-d.de/index.php?id=962">www.wissenschaft-debattieren.de</a></li><li>Das <a href="http://www.wissenschaft-debattieren.de/buergerkonferenz/berlin-september-2010/programm.html">Programm der Bürgerkonferenz findet man hier.</a></li><li>Surowiecki  J.  (2005).<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442154464?ie=UTF8&tag=wwwleichtathl-21&link_code=as3&camp=2514&creative=9386&creativeASIN=3442154464"> Die Weisheit  der Vielen. Warum Gruppen  klüger  sind  als  Einzelne und wie wir das kollektive Wissen für unser wirtschaftliches, soziales und politisches Handeln nutzen können.</a></li></ul></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/09/zuhoren-diskutieren-mitreden-partizipative-modelle-der-politikberatung.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Politik</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Bürgerkonferenz</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Dänemark</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Energie</category>
            
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            <pubDate>Sat, 25 Sep 2010 10:15:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Die Krise der Demokratie in einer komplexen Gesellschaft. Zeit für Experimente. </title>
            <description><![CDATA[
     <p><strong>Unsere Demokratie ist auf den Hund gekommen. Vollkommen egal, ob es um die Zahl der Kindergartenplätze, die Lebensmittelkennzeichnung, das Schulsystem oder Fragen der Technologiepolitik geht. Es sind ständig Entscheidungen gefragt. Und die Akteure und Institutionen, die eigentlich für verbindliche, halbwegs vernünftige und ja immer auch demokratisch legitimierte Entscheidungen sorgen sollen, sind ganz offensichtlich überfordert. Und das liegt nicht an Frau Merkel! Es liegt an unserer Zeit (und der Tatsache, daß die Sachfragen, die zur Entscheidung anstehen, längst nicht mehr trivial sind.) </strong></p>

<p>Vielleicht sollten wir uns ernsthaft überlegen, ob wir nicht neue Verfahren der politischen Entscheidungsfindung ausprobieren sollten. Bürgerkonferenzen zum Beispiel. An diesem Wochenende findet zum Thema "Energienutzung der Zukunft" eine solche Veranstaltung in Berlin statt.*</p>

<p><a href="http://www.wissenschaft-debattieren.de"><img alt="Wissenschaft_debattieren_220.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Wissenschaft_debattieren_220.jpg" width="220" height="53" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 8px;" /></a>Im Sozialkundeunterricht lernt man ja, daß Demokratie der Idee nach so etwas wie Volksherrschaft bedeutet. Daß es also um Teilhabe aller Bürger am politischen Prozeß geht. Und man lernt auch, daß in modernen Staatswesen (mit vielen Millionen Einwohnern) allein die Spielart der repräsentativen Demokratie umsetzbar ist. Die auf Zeit gewählten Volksvertreter handeln im Sinne des Souveräns, also der Bürger. Soweit der kleine demokratietheoretische Exkurs. </p><p><strong>Lobbyismus und Expertokratie</strong></p>

<p>Wenn man sich den Alltag des Politikbetriebs im 21. Jahrhundert ansieht, dann stellt man fest, daß von diesem schönen Ideal, das im Sozialkundeunterricht behandelt wurde, nur wenig übriggeblieben ist. Es genügen zwei Beispiele, um diese Feststellung zu illustrieren: erstens der wachsende Einfluß der Lobbygruppen, die ihre Interessen mit aller Macht und Unverfrorenheit in den politischen Prozeß einspeisen (und leider in den letzten Jahrzehnten immer raffiniertere Strategien entwickelt haben) und als zweites Indiz soll auf die ebenfalls wachsende Zahl von Expertengremien und Kommissionen verwiesen werden, die inzwischen immer weniger politikberatend, häufiger schon politikgestaltend agieren. </p>

<blockquote class="left">Wer glaubt, in den Parlamenten und im Kabinett werde regiert und politisch entschieden, der irrt sich. </blockquote>

<p>Kurz: Wer glaubt, in den Parlamenten und im Kabinett werde regiert und politisch entschieden, der irrt sich. Das ist alles andere als ein Geheimnis. Aber obwohl wir täglich von den Versuchen der Lobbyisten lesen, die ihren Einfluß immer unverblümter zur Geltung bringen wollen und obwohl wir ständig von neuen Expertengremien lesen, die einberufen werden, dennoch wird fast nirgendwo thematisiert, daß diese Entwicklungen die Demokratie wesentlich aushöhlen. Dabei ließen sich (mit ein wenig Kreativität) durchaus Verfahren finden, in denen die Teilhabe der Bürger wieder maßgeblich politik(mit-)entscheidend wirken könnte. Und das durchaus in komplexen Themenfeldern: Gen- oder Nanotechnologie, Bildungs- und Schulpolitik oder Fragen der Energieversorgung. </p>

<p>Und so schwer ist die Aufgabe ja nicht: es geht schlicht darum, sinnvolle Prozeduren der Bürgerbeteiligung zu finden, die sich nicht darin erschöpfen alle paar Jahre ein Kreuzchen auf einem Wahlzettel zu machen. Auch Bürgerbegehren und ähnliche Verfahren sind in meinen Augen nicht dazu geeignet, um komplexe Sachfragen vernünftig zu behandeln. Das scheitert bereits bei der Frage nach dem Nichtraucherschutz. Ja/Nein-Antworten taugen einfach nicht. </p>

<p><strong>Partizipative Verfahren der Politikgestaltung</strong></p>

<p>Es geht also um partizipative Verfahren, die (ganz normale) Bürger mit relevanten politischen Sachfragen konfrontieren und ihnen ermöglicht, sich differenziert eine Meinung zu bilden und diese zu artikulieren. Ein besonders interessanter Ansatz in diese Richtung sind die sogenannten Konsensuskonferenzen (in verschiedenen Varianten).</p>

<blockquote class="right">Gibt es Verfahren der Bürgerbeteiligung, die auf komplexe Sachfragen angewendet werden können?</blockquote>

<p>Die Methode der Konsensuskonferenz wurde in den späten 1980er Jahren von der dänischen Behörde für Technikfolgenabschätzung (Teknologi-Rådet) entwickelt und mehrmals erprobt. Für eine solche Konferenz wird ein (möglichst heterogen) zusammengesetztes Bürgerpanel gebildet. Das können 15, 30 oder auch 50 Personen sein (man bemüht sich dabei natürlich um eine repräsentative Besetzung). Bei mehreren Treffen und Wochenendseminaren diskutieren die Teilnehmer der jeweiligen Konsensuskonferenz ein bestimmtes Thema (nachdem sie sich zuvor eingehend darüber informiert haben) und erhalten die Möglichkeit auch Experten zu befragen. Am Ende erstellt die Gruppe einen Abschlußbericht, in dem übereinstimmende Positionen festgehalten werden, aber auch Dissens sichtbar gemacht wird. </p>

<p>Wie genau eine solche Konsensuskonferenz abläuft und welche Idee dahintersteckt, wird in einem der nachfolgenden Beiträge erläutert. </p>

<p>--</p>

<p>* <em>An diesem Wochenende (25./26.9.2010) kommen 200 Bürgerinnen und Bürger aus Berlin-Brandenburg und Umland zu einer Bürgerkonferenz in Berlin-Adlershof zusammen. Sie werden mit Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft über die Energienutzung von morgen diskutieren. Ich bin selbst bei der Veranstaltung dabei und werde darüber hier im Blog berichten. Weitere Blogpostings von der Veranstaltung (u.a. von Scilogs-Kollege Lars Fischer) findet man hier: <a href="http://www.wissenschaft-debattieren.de">www.wissenschaft-debattieren.de</a></em></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/09/die-krise-der-demokratie-in-einer-komplexen-gesellschaft-zeit-fur-experimente.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Politik</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Demokratie</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Konsensus-Konferenz</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Partizipation</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Politik</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Technologiepolitik</category>
            
            <pubDate>Fri, 24 Sep 2010 23:30:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Die Natur liebt es bunt, oder: Warum wir nicht Sklaven unserer Gene sind</title>
            <description><![CDATA[
     <p><strong>»Was ist der Mensch?« Klassischerweise fällt die Beantwortung dieser Frage ja in den Zuständigkeitsbereich der Philosophie. Doch immer häufiger kommen Antworten auf diese anthropologische Kernfrage auch von anderen wissenschaftlichen Disziplinen. Etwa von der Hirnforschung, wenn sie uns mitteilt, daß der 'freie Wille' doch nur eine Illusion sei. Und natürlich hat auch die Biologie hier etwas zu sagen. </strong></p>

<blockquote class="right">Wissenschaft ist eine Kerze in einer dunklen von Dämonen beherrschten Welt.</blockquote>

<p>Wenn man Pech hat, bekommt man freilich die PR-Parolen von Gentechnik-Pionier Craig Venter zu hören, der nach der Entschlüsselung (und Enträtselung) des Genoms nun die Synthetisierung des Lebens propagiert. Wenn man Glück hat, dann stammen die Antworten, die die Lebenswissenschaften auf diese allerersten Fragen des Menschen gibt, von Gottfried Schatz. Für den besteht das Erfolgsgeheimnis des Lebens nämlich just in dessen Rätselhaftigkeit, die sich konsequent jeder Kontrolle entziehe. Und so steht für den Biochemiker Schatz fest, daß wir "nicht Sklaven unserer Gene sind". </p>

<p>Es war also zweifellos ein glücklicher Zufall, daß im Mittelpunkt des "<a href="http://www.lifesciencedialogue.com/">Life Science Dialogue</a>" der <strike>vergangene Woche</strike> Anfang Juni in Heidelberg stattfand, der Vortrag von Prof. Dr. Gottfried Schatz stand. Und der outete sich gleich zu Beginn seiner Ausführungen als Fan von Carl Sagan, dessen Credo er ausdrücklich zustimme: "Wissenschaft ist eine Kerze in einer dunklen von Dämonen beherrschten Welt."</p><blockquote class="left">»Wir sind nicht gesund, sondern nur noch nicht gut genug getestet.«</blockquote><p>In seiner kurzen Einführung hatte Dr. Stephan Sigrist von W.I.R.E. kurz die Ausgangslage skizziert. Die Medizin agiere - so Sigrist sinngemäß -  zunehmend in einem Spannungsverhältnis: einerseits habe der medizinische Fortschritt und Wissenszuwachs dazu geführt, daß wir Diagnosen immer früher und präziser stellen können. Andererseits hätten sich viele der allzu optimistischen Hoffnungen auf eine gentechnologisch induzierte Revolution in der Medizin doch (noch?) nicht erfüllt und gleichzeitig steige der Kostendruck auf das Gesundheitssystem (was sich schlicht in dem Umstand niederschlägt, daß nicht alles, was möglich ist, auch bezahlbar ist.).</p>

<blockquote class="right">»Sind wir nur biochemische Maschinen, die von Genen gesteuert werden?«</blockquote><p>Doch zurück zum Vortrag von Gottfried Schatz. Für den deutsch-schweizerischen Biochemiker, der als Mitentdecker der mitochondrialen DNA gilt und auf eine mehr als vierzigjährige Karriere in der Spitzenforschung zurückblickt, steht unbestritten fest: "Die Biologie ist die Wissenschaft von uns selbst." </p>

<p>Ausgangspunkt seiner Überlegungen war folgende Frage: "Sind wir nur biochemische Maschinen, die von Genen gesteuert werden?" Stellte man Craig Venter diese Frage, so lautete seine Antwort vermutlich klar und eindeutig: Ja. Doch für Schatz ist die Sache so einfach nicht. Seine Gründe legte er in einer dreistufigen Argumentationskette dar. </p>

<p><img title="Gottfried Schatz bei seinem Vortrag in Heidelberg; Photo: Marc Scheloske" alt="Gottfried_Schatz_01.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Gottfried_Schatz_01.jpg" width="185" height="265" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 16px 8px;" /><strong>Epigenetik, oder: Wie gelebtes Leben das Genom prägt</strong></p>

<p>Die Vorstellung, wir seien nur die besagten Maschinen, die von einer fix vorgegebenen Software (unserer DNA) gesteuert würden, ist in den Augen von Gottfried Schatz naiv. Und überhaupt widerspräche sie vielen Vorgängen in der Natur. Denn wieso, so fragte Schatz, werden denn eineiige Zwillinge im Lauf der Zeit immer verschiedener? Eigentlich wäre doch zu erwarten, daß bei identischem Genom tatsächlich das gleiche (biologisch-physiologische) Programm abliefe, oder?</p>

<p>Daß dem nicht so ist, liegt - wie Schatz eindrucksvoll illustrierte - am Epigenom. Während die DNA der bloße Text ist, unser grundlegender Bauplan des Lebens, so sorgt das Epigenom dafür, welche Passagen der DNA tatsächlich abgelesen werden und somit relevant sind oder werden. Wie die epigenetische Forschung der letzten Jahre zeigen konnte, gibt es eben raffinierte Mechanismen, die kontrollieren, wie die DNA genutzt wird, welche Proteine produziert werden oder eben nicht. Und die Epigenetik ist - wie immer mehr interessante Studien belegen - durch die Umwelt (was nichts anderes heißt: unser Leben bzw. unseren Lebenswandel) beeinflußbar. </p>

<p>Unsere Ernährungsgewohnheiten, Stress, Sport, unsere Leidenschaften und Ängste und all das, was uns je individuell widerfährt und worauf wir (zumindest teilweise) Einfluß haben, wirkt sich eben auf die epigenetischen Mechanismen aus. Die Auswirkungen vollziehen sich dann zum Beispiel über die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Histonmodifikation">Histonmodifikation</a> (die den Ableseprozeß für bestimmte Proteine aktivieren oder unterbinden kann), die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/RNA-Interferenz">RNA-Interferenz</a> (die im letzten Moment dazwischenfunkt, bevor die Proteinsynthese stattfindet) oder die sog. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/DNA-Methylierung">Methylierung</a>. Dabei wird eine Methyl(CH3)-Gruppe an bestimmten Stellen der DNA plaziert und somit wird verhindert, daß der zugehörige Text abgelesen wird.</p>

<p>Schatz erläuterte den Mechanismus der Methylierung und illustrierte, daß diese Markierungen in unserer DNA eben durch gesunde Ernährung positive, durch zuviel Stress oder zu wenig Bewegung negative Effekte haben können. Und - hier wird es besonders spannend - die Methylgruppen werden teilweise auch vererbt. Es ist über diese epigenetische Schnittstelle also sogar möglich, so etwas wie intergenerationelles Lernen zu ermöglichen. Bestimmte Informationen, welche Gene wichtig sind (und abgelesen werden) und welche irrelevant sind, können also vererbt werden. Und darauf haben wir (in gewissem Umfang) auch Einfluß. </p>

<p><strong>Der (göttliche) Zufall </strong></p>

<p>Wir selbst sind also - das war der erste Argumentationsschritt von Gottfried Schatz - durchaus in der Lage, bestimmte 'epigenetische Schalter' zu kontrollieren, die sich auf unsere Gesundheit (und sogar diejenige unserer Kinder) auswirken. Mit dem Gegenteil von Kontrolle, nämlich mit dem (vieleicht ja göttlichen?) Zufall hatte das zweite Argument zu tun. "Im Leben einer Zelle gibt es Zufallsprozesse, die irreversibel sind", so erläuterte Schatz. </p>

<blockquote class="left">»Im Leben einer Zelle gibt es Zufallsprozesse, die irreversibel sind.«</blockquote><p>Die Natur kann aus einem Genom ganz verschiedene lebensfähige Organismen schaffen. Eine - wenigstens für die Ohren eines biochemischen Laien - bemerkenswerte Aussage. Für Schatz freilich nur ein weiteres Indiz für die ganz fabelhaft organisierte Natur. Denn diese Variationsmöglichkeiten (die eben auch den Zufall nutzen) seien die wahre Stärke der Evolution. </p>

<p>Gottfried Schatz ist - das als kleine Zwischenbemerkung - einer derjenigen Wissenschaftler, die so wunderbar eindrücklich und mitreißend über die Welt der Forschung erzählen, daß man sich wünscht, daß der Vortrag nicht 90 Minuten, sondern mindestens doppelt so lange dauern möge. Denn Schatz (seine Emeritierung liegt schon einige Zeit zurück und doch sprüht er nur so vor Begeisterung, wenn er über die Wissenschaft spricht) liefert gleich dutzendfach bemerkens- und bedenkenswerte Statements ab. "Unser Dasein ist nichts anderes als gigantisch verstärktes molekulares Rauschen!" - so machte er beispielsweise an dieser Stelle deutlich.</p>

<p><strong>Sieg der Komplexität</strong></p>

<p>Der dritte Punkt in seiner Argumentationskette kreiste um das Stichwort 'Komplexität'. Wie bereits oben angedeutet, so ist für Schatz die Vorstellung ziemlich abwegig, wir seien streng determinierte Apparate, deren Leben und Verhalten direkt durch unsere Gene (fremd-)gesteuert werde. Für ihn steht vielmehr fest: "Unser Genom ist genauso groß, wie rätselhaft." </p>

<blockquote class="right">Die Vorstellung, wir seien biochemische Maschinen, determinierte Apparate, die durch die zentrale Software 'DNA' gesteuert werden, ist abwegig.</blockquote>

<p>Und zwei menschliche Genome unterscheiden sich gerade einmal um 0,5% voneinander und dennoch gibt es eine so enorme Variationsbreite an menschlichem Leben - Schatz, so führte er aus, genügt im Grunde schon diese Erkenntnis, die uns vom vermeintlichen Joch der Versklavung durch unser Genom befreie.</p>

<p>Für Schatz - das war so etwas wie der Dreh- und Angelpunkt seiner Ausführungen - steht fest: das höchste Ziel der Natur ist es, Vielfalt zu schaffen. Und das versucht sie mit allen Tricks, allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Insofern hieße es die Natur zu unterschätzen, wenn man glaubte, in der DNA liege das Programm vor, das (ohne das weitere Faktoren mit ins Spiel gebracht würden) allem Leben seine konkrete Form diktieren würde. Es ist eher das freie Spiel, die lange Leine an der die DNA agiert. Umwelteinflüsse (und unser eigenes Verhalten) sind eine Einflußvariable, wie uns die Epigenetik zeigt. Zufälle und Komplexität tun ihr weiteres. </p>

<p><img title="Welche Melodie das Orchester (des Lebens) hier wohl spielt?, Bildquelle: stock.xchng, User: francog" alt="Orchester.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Orchester.jpg" width="260" height="220" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 15px 8px;" /><strong>Das Konzert des Lebens</strong></p>

<p>Am Ende erläuterte Schatz sein Verständnis in folgendem Bild: jede befruchtete Eizelle ist wie ein Orchester, das auf seinen Einsatz wartet. Doch was wir hören, das hängt von vielen weiteren Faktoren ab. Vom Takt des Dirigenten, der Virtuosität und der Tagesform der einzelnen Musiker, der Qualität der Instrumente, der Akustik des Konzertsaals etc.</p>

<p>Ein schönes Bild. Und ein schöner Vortrag. So lebendig kann man über Wissenschaft sprechen. </p>

<p>Daß die anschließende Diskussion (die länger als 1 1/2h dauerte) lebhaft und anregend war, daß von den Teilnehmern am "Life Science Dialogue" weitere interessante Perspektiven eingebracht wurden, war dann eher kein Zufall, sondern das folgerichtige Produkt spannender Wissenschaft.</p>

<p>--</p>

<p><em>Anmerkung: Der "Life Science Dialogue" wird von der <a href="http://www.gesunde-ernaehrung.org/de">Dr. Rainer Wild-Stiftung</a> organisiert und durchgeführt. Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe waren bereits <a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2009/10/life-science-dialogue-heidelberg-interdisziplinare-kamingesprache.php">in diesem Text bei ScienceBlogs</a> zu lesen.</em></p>

<p>--</p>

<p><strong>Lektüre-Tipps</strong> (Link öffnet Amazon-Website):</p>

<ul>	<li>Gottfried Schatz: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/044452133X?ie=UTF8&tag=werkstatt-21&link_code=as3&camp=2514&creative=9386&creativeASIN=044452133X">Jeff's View. On Science and Scientists</a>, 2005.</li>	<li>Peter Spork: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/349806407X?ie=UTF8&tag=werkstatt-21&link_code=as3&camp=2514&creative=9386&creativeASIN=349806407X">Der zweite Code: Epigenetik - oder Wie wir unser Erbgut steuern können</a>, 2009.</li></ul>

<p></p>

<p><small><em>* Das Posting war an dieser Stelle bereits im Juni für kurze Zeit lesbar, dann aber durch einen Systemfehler wieder offline gegangen. </em></small></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/07/die-natur-liebt-es-bunt-oder-warum-wir-nicht-sklaven-unserer-gene-sind.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Kultur</category>
            
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Genom</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Life Science Dialogue</category>
            
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            <pubDate>Wed, 14 Jul 2010 15:30:00 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>Die Wissenschaftsblog-Charts Juni 2010</title>
            <description><![CDATA[
     <p><strong>Blogs leben von ihren Inhalten, von ihren Lesern und den Diskussionen und von den Links, die auf andere lesenswerte Inhalte gesetzt werden. Wer verlinkt, der zollt dem verlinkten Blogger auf diese Weise Annerkennung. Eigentlich eine schöne Sache. Wir sollten wieder mehr Links setzen. ;-)</strong></p>

<p>Die Links, die auf ein einzelnes Blog verweisen, dienen u.a. auch der Messung von Popularität. Auf dieser Basis entstehen dann Blogcharts. Eine Spielerei sicherlich, aber dennoch nicht uninteressant. Die aktuelle Juni-Ausgabe ist hier exklusiv in einem Preview zu sehen:</p><table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%" border="0" ><tbody>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">1</td><td class="td2"><a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/" target="_blank" >Astrodicticum Simplex</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">2</td><td class="td2"><a href="http://www.scienceblogs.de/diaxs-rake/" target="_blank" >Diax's Rake</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">3</td><td class="td2"><a href="http://www.scienceblogs.de/primaklima/" target="_blank" >Primaklima</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">4</td><td class="td2"><a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/" target="_blank" >zoon politikon</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">5</td><td class="td2"><a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/fischblog" target="_blank" >Fischblog</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">6</td><td class="td2"><a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/" target="_blank" >Hinterm Mond gleich links</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">7</td><td class="td2"><a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/" target="_blank" >Plazeboalarm</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">8</td><td class="td2"><a href="http://brightsblog.wordpress.com" target="_blank" >Brights - Die Natur des Zweifels</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">9</td><td class="td2"><a href="http://infobib.de/blog" target="_blank" >Infobib</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">10</td><td class="td2"><a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/" target="_blank" >Geograffitico</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">11</td><td class="td2"><a href="http://blog.gwup.net" target="_blank" >gwup | die skeptiker</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">12</td><td class="td2"><a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge" target="_blank" >KlimaLounge</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">13</td><td class="td2"><a href="http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/" target="_blank" >Frischer Wind</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">14</td><td class="td2"><a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/" target="_blank" >Kritisch gedacht</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">15</td><td class="td2"><a href="http://www.scienceblogs.de/weitergen/" target="_blank" >WeiterGen</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">16</td><td class="td2"><a href="http://cspannagel.wordpress.com" target="_blank" >chrisp's virtual comments</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">17</td><td class="td2"><a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/" target="_blank" >Mathlog</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">18</td><td class="td2"><a href="http://weblog.histnet.ch" target="_blank" >weblog.histnet.ch</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">19</td><td class="td2"><a href="http://www.scienceblogs.de/arte-fakten/" target="_blank" >Arte-Fakten</a></td></tr>
<tr class="bg"><td class="td1" valign="top" width="30">20</td><td class="td2"><a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/mente-et-malleo" target="_blank" >Mente et Malleo</a></td></tr>
</tbody></table><p><em><small>Ranking erstellt von <a title="Wikio" href="http://www.wikio.de" target="_blank">Wikio</a></small></em></p>

<p>Das Ergebnis ist natürlich wieder sehr schmeichelhaft aus Sicht der Scienceblogs. Sieben Blogs unter den Top Ten. Das gefällt mir. Und da fällt mir auf: meine eigenen Blogs sind nicht (mehr) in den vorderen Rängen vertreten. Das muß sich ändern - ich werde wohl mehr bloggen müssen. ;-)</p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/06/die-wissenschaftsblogcharts-juni-2010.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Kultur</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Blogcharts</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Wissenschaftsblogs</category>
            
            <pubDate>Fri, 04 Jun 2010 08:30:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Einem Winzling auf der Spur - Was läuft zwischen der Reblaus und der Rebwurzel ab? </title>
            <description><![CDATA[
     <p><img title="Eine Mutterlaus in ihrer Blattgall + Eier, Foto: Nora Lawo" alt="Reblaus_2010.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Reblaus_2010.jpg" width="220" height="228" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 10px;" />Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die winzige Reblaus (Daktulosphaira vitifoliae FITCH) aus Nord-Amerika nach Europa eingeschleppt. Innerhalb der folgenden Jahre zerstörte die Zwerglaus große Weinflächen und verursachte einen immensen ökonomischen Schaden. Dieser entstand durch die unterirdische Saugtätigkeit der Reblaus an den Wurzeln. Bei dieser entsteht eine Galle, die in der Wissenschaft je nach Alter und Größe als Nodosität oder Tuberosität bezeichnet wird und im letzteren Fall eine Eintrittspforte für weitere im Boden lebende Krankheitserreger darstellen kann.</p>

<p>Eine Bekämpfung der Reblaus ist wegen ihres unterirdischen Lebenszyklus überaus schwierig und erst nach umfangreicher Forschung fand man mit der Pfropfung des Weines den bisher einzig erfolgreichen Weg sie in Schach zu halten. Bei der Pfropfung wird eine europäische Kulturrebe mit einem resistenten amerikanischen Wurzelstock vereint. Über 100 Jahre war dieses Vorgehen erfolgreich, allerdings wurde in den letzen Jahren immer häufiger das Auftreten der Reblaus an Weinreben berichtet. Somit ist sie inzwischen in vielen Weinbaugebieten der Welt zu finden, z.B. in Deutschland, Österreich, Ungarn, Frankreich, Nordamerika, Australien und Neuseeland.</p><p><strong>Wie kann die Reblaus gestoppt und unser Wein geschützt werden?</strong></p>

<p>Um die Reblaus an einem weiteren Vormarsch durch die Weinberge zu hindern, ist es wichtig die Wechselbeziehung zwischen der Reblaus und der Rebwurzel zu verstehen. Dies ist unter anderem das Ziel der Wiener <a href="http://www.clonal-genomics.com/index.html">Arbeitsgruppe „Clonal Genomics"</a> an der Universität für Bodenkultur. Unter der Leitung Astrid Fornecks arbeite ich (Nora Lawo) seit Anfang 2009 für ein besseres Verständnis dieser Wechselbeziehung.</p>

<p><img title="Nodosität an einer Wurzel, Foto: S. Bardakji" alt="Nodosität_2010.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Nodosit%C3%A4t_2010.jpg" width="180" height="184" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 12px 10px;" />Eine Möglichkeit dafür besteht in dem Vergleich von befallenen mit unbefallenen Wurzeln. Wie so eine geschädigte Wurzel aussieht, sieht man auf dem Foto rechts (Foto: Sarah Bardakji). </p>

<p>Wir untersuchen mit Hilfe von molekularen Methoden, welche Gene durch Reblausbefall hoch- oder runterreguliert werden. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf jene Gene gelegt, die wichtig für den Zucker- und Stärkehaushalt der Pflanze sind. Wir wissen, dass diese Stoffe auch in der Galle zu finden sind, wobei Zucker für die Ernährung der Reblaus wichtig ist und Stärke in der Galle, ohne die die Reblaus nicht leben kann, abgelagert wird.</p>

<p>Weitere Erkenntnisse wollen wir aus einem Vergleich von Duftstoffmuster bei befallenen und unbefallenen Wurzeln gewinnen. Hierbei können wir ermitteln, ob die Rebe die Reblaus als einen Schädling wahrnimmt (den sie aber nicht selbstständig bekämpfen kann), oder ob die Reblaus der Rebe vorgaukelt eine Wurzelspitze zu sein, damit die notwendigen Nährstoffe zu ihr transportiert werden - infolgedessen die Wurzelspitzen leer ausgehen und nicht weiter wachsen können.</p>

<blockquote class="left">Welche Rolle spielt das Bakterium 'Pantoea spp.' für den Erfolg der Rebläuse?</blockquote>

<p>Einen eventuelle Bekämpfungsmöglichkeit sehen wir in der Beobachtung, dass die Reblaus ein Bakterium, namens Pantoea spp. im Darm enthält. Denn Untersuchungen mit anderen Insekten wie z.B. Heuschrecken oder Termiten lassen vermuten, dass Pantoea spp. einerseits die Fähigkeit hat verschiedene Krankheitserreger abzutöten, und andererseits eine Rolle bei der Nährstoffaufnahme spielen könnte. Es besteht daher die Möglichkeit, dass das Bakterium etwas mit dem vermehrtem Auftreten der Rebläuse zu tun haben könnte.</p>

<p>Noch sind viele Fragen offen was die Wechselbeziehung zwischen der Reblaus und der Rebwurzel angeht. Sicherlich kann unsere Forschung zu einem besseren Verständnis führen, und vielleicht sogar zu einer erfolgreichen Bekämpfung beitragen. Deswegen ist Forschung jetzt wichtig, solange die Reblaus zwar wieder an Bedeutung gewinnt, aber noch nicht eine wirkliche Bedrohung für den Weinbau darstellt.</p>

<div style="text-align: right;">Nora Lawo</div>
<p></p>

<p>---</p>

<p><img alt="Nora_Lawo.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Nora_Lawo.jpg" width="160" height="144" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 10px;" /><em>Für diesen Gastbeitrag bedanke ich mich herzlich bei Dr. Nora Lawo aus Wien. Sie arbeitet am Department  für angewandte Pflanzenwissenschaften und Pflanzenbiotechnologie an der Universität für Bodenkultur. </p>

<p>Nora war vor wenigen Wochen beim <a href="http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/05/tarzan-honigbrote-und-das-jungbrunnengen-standupwissenschaft-bei-famelab.php">Famelab-Wettbewerb im Finale</a> und hat dort - natürlich mit einem Vortrag über die Reblaus - den Publikumspreis gewonnen (rechts sieht man sie bei ihrer Präsentation in Wien).</p>

<p>Das Foto von der Mutterlaus (oben rechts) stammt von ihr selbst. Die Wurzelaufnahme der Nodositäten hat Sarah Bardakji gemacht. </p>

<p>Weitere Infos zu den Themen von Noras Arbeitsgruppe "Clonal Genomics" findet man auf dieser Website: <a href="http://www.clonal-genomics.com/cg-02-project-info.html">"Forneck Lab" - Clonal Genomics in Grapevine</a></p>

<p>Interessant an der Forschung von Nora und ihren Kollegen ist natürlich, daß man nicht lange erklären muß, wozu das alles gut sein soll. Jedem Weintrinker leuchtet es sofort ein, daß man die Reblaus-Invasion stoppen muß - und wer keinen Wein trinkt, dem ist doch sicher sein Traubensaft wichtig, oder? ;-)</em></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/06/einem-winzling-auf-der-spur-was-lauft-zwischen-der-reblaus-und-der-rebwurzel-ab.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Umwelt</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Biologie</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Famelab</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Gastbeitrag</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Reblaus</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Wein</category>
            
            <pubDate>Wed, 02 Jun 2010 14:00:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Tarzan, Honigbrote und das Jungbrunnengen: Stand-Up-Wissenschaft bei Famelab</title>
            <description><![CDATA[
     <p><img title="René Anour bei seinem Vortrag, alle Photos: M. Scheloske" alt="IMG_0492_II_Anour_200.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_0492_II_Anour_200.jpg" width="200" height="171" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 15px;" /><strong>Physiker sind ganz verrückt nach leckeren Honig-broten und Chemiker hangeln sich wie Tarzan durch den Dschungel. Das sind zwei der Erkenntnisse, die das österreichische Famelab-Finale 2010 bereithielt. Aber natürlich lernte das Publikum im Festsaal des Technischen Museums in Wien noch viel mehr: daß man mit einer Wasserflasche, einem Streichholz und geeigneten Druckbedingungen auf der Bühne Wolken erzeugen kann zum Beispiel. Und natürlich konnte man lernen, daß Wissenschaft nicht langweilig ist, sondern sehr kreativ und humorvoll vermittelt werden kann. </strong></p>

<p>Insgesamt zehn junge Wissenschaftler hatten sich in den Vorentscheidungen für das Finale des Famelab-Wettbewerbs qualifiziert. Jeweils fünf Minuten hatten die Kandidaten Zeit, um ein wissenschaftliches Thema - idealerweise ihre eigene Forschung - zu präsentieren. Und das ist tatsächlich gelungen. Ohne Powerpoint-Folien, die im Hintergrund flimmern und Sicherheit geben, ohne Fachkauderwelsch, bei dem ein Laienpublikum schon allein durch das Fachvokabular abgeschreckt wird. Kurz, verständlich, sympathisch. Das war das Gütezeichen der meisten Präsentationen. </p><p><strong>Vortrag mit Knalleffekt: Wie man den Alterungsprozeß bei Mäusen verlangsamt</strong></p>

<p>Ich persönlich fand bspw. den Vortrag von René Anour sehr, sehr gut. (<em>Photo oben rechts</em>.) Er schilderte auf sehr unterhaltsame Weise, wie die Forscher der Funktion des Gens "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klotho_%28Protein%29">Klotho</a>" auf die Spur kamen und feststellten, daß (wenigstens bei Mäusen) dieses Gen wesentlich den Alterungsprozeß bestimmt und auch beim Menschen den Phosphatspiegel beeinflußt. René überzeugte mich auf der ganzen Linie, rhetorisch war's brillant und absolut souverän im Vortrag.</p>

<p>Bei der Jury kamen allerdings andere besser an. Ramona Pinterich (Physik-Doktorandin der Uni Wien) landete mit ihrer Antwort auf die Frage: "Was haben Nanopartikel mit den Wolken zu tun?" auf dem dritten Platz. </p>

<p><img title="Philip Handle bei seinem Vortrag" alt="IMG_0511_III_200.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_0511_III_200.jpg" width="200" height="222" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 12px;" />Die Jury-Silbermedaille ging nach Innsbruck. Philip Handle (rechts) überzeugte wie schon <a href="http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/05/jung-kurz-knackig-famelab-bringt-wissenschaft-auf-die-buhne.php">bei der Vorentscheidung </a>mit einem Kurzvortrag zu amorphem Wasser. Dabei zeigte er den überzeugendsten Körpereinsatz und hangelte sich quasi als Wasser-Tarzan über die Bühne und verkörperte somit ein (flüssiges) Wassermolekül. Seine Begeisterung für seine Forschung (bei der es u.a. darum geht feste Wasserkristalle bei -140°C zum Schmelzen zu bringen) schwappte über. Sehr cool.</p>

<p><strong>Sieger-Präsentation: Die Suche nach dem perfekten Vakuum  </strong></p>

<p>Am Ende wurde lediglich eine Präsentation besser bewertet. Und Wolfgang Steurer, Post-Doc am physikalischen Institut der Uni Graz, war auch wirklich gut. Er benötigte nichts außer einem Honigbrot, um mit dessen Hilfe die Sehnsucht der (Oberflächen-)Physiker nach dem "perfekten Vakuum" zu illustrieren. Man hätte sehr gerne viel länger als nur fünf Minuten zugehört, als Wolfgang von seinem Honigbrot, vom Wiener Ernst-Happel-Fußballstadion, den lästigen Fliegen und der Suche nach dem Nichts erzählte, Wirklich gut. Und Wolfgang war auch einer meiner Favoriten auf den Gesamtsieg. </p>

<p><img alt="IMG_0482_II_W_Steurer.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_0482_II_W_Steurer.jpg" width="540" height="398" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 6px 0px 2px 0px;" /><em><div style="text-align: center;"><small>Dr. Wolfgang Steurer, Oberflächenphysiker und Famelab-Sieger 2010</small></div></em><br />
Das Publikum war übrigens am meisten von einem anderen Vortrag angetan. Den meisten Beifall (und somit den Publikumspreis) bekam Dr. Nora Lawo. Ihr geht es um den Kampf gegen die Reblaus, die (nicht nur) österreichische Reben bedroht. Und solche Forschung ist natürlich immer preisverdächtig. </p>

<p>Hier nochmal alle Sieger mit Beatrix Karl, der Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung, die die Preise überreichte.</p>

<p><img alt="IMG_0560__II_Sieger.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_0560__II_Sieger.jpg" width="540" height="280" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 6px 0px 0px 0px;" /><div style="text-align: center;"><em><small>v. links nach rechts: Dr. Nora Lawo (Publikumspreis), Philip Handle (2. Jurypreis), Ruth Greußing (ö1, Radiopreis), BM Beatrix Karl, Wolfgang Steurer (1. Preis), Ramona Pinterich (3. Preis)</small></em></div></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/05/tarzan-honigbrote-und-das-jungbrunnengen-standupwissenschaft-bei-famelab.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Kultur</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Famelab</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Wissenschaftskommunikation</category>
            
            <pubDate>Wed, 12 May 2010 11:00:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Jung, kurz &amp; knackig: Famelab bringt Wissenschaft auf die Bühne</title>
            <description><![CDATA[
     <p><strong>Eigentlich ist das ja eine verrückte Idee: da forschen Wissenschaftler monate- und jahrelang in ihren Labors und dann sollen sie ihre Arbeit innerhalb von wenigen Minuten einem fachfremden Publikum näherbringen. Daß das gelingen kann, beweist der Wettbewerb Famelab, der dieses Jahr wieder viele junge Talente der Wissenschaftskommunikation anlockt. Morgen findet das österreichische Finale in Wien statt.</strong></p>

<p><a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2010/02/famelab-austria-2010-talente-der-wissenschaftskommunikation-gesucht.php">Es ist kein Geheimnis</a>, daß mir diese etwas unkonventionellen Formate der Wissenschaftskommunikation sympathisch sind. Wissenschaftler verlassen ihr angestammtes Revier und präsentieren ihre Themen in Kneipen, Bars oder an anderen ungewöhnlichen Orten. Es muß ja nicht immer die Fachkonferenz sein. In München hat beispielsweise die <a href="http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/01/nerd-nite-wissenschaft-kneipenkultur-und-rocknroll.php">NerdNite</a> innerhalb weniger Monate schon eine stattliche Fangemeinde erobert. Und die ScienceSlams haben nicht nur in Braunschweig einen tollen Erfolg. </p><p><strong>FameLab: Zum vierten Mal in Österreich</strong></p>

<p>Ganz ähnlich funktioniert FameLab, wobei bei diesem Wettbewerb, dessen Idee 2005 in Großbritannien entstanden ist, die Regeln relativ strikt sind. Bei den Vorentscheidungen stehen den Kandidaten nur jweils 3 Minuten zur Verfügung, um einen kurzen, komprimierten Vortrag zu halten. Im Finale hat man dann 5 Minuten Zeit, um sein Publikum zu begeistern.</p>

<p>Vor zwei Wochen fand in Innsbruck eine der österreichischen Vorentscheidungen statt. Wie schon letztes Jahr war ich Mitglied der Jury und hatte die schwierige Aufgabe, die einzelnen Präsentationen zu bewerten. Und wir haben uns wirklich gequält. Denn die Vorträge waren wirklich sehr, sehr gut. Klar, witzig, interessant. Wer es schafft innerhalb von 3 Minuten einen kleinen Einblick in die tägliche Arbeit des Forschers zu geben, der hat ja schon allein dafür einen kleinen Orden verdient. </p>

<blockquote class="left">Talente der Wissenschaftskommunikation gibt es in Österreich genug.</blockquote>

<p>Nach diesem Eindruck von Innsbruck kann ich jedenfalls nur feststellen, daß sich Österreichs Wissenschaft im Prinzip keine Sorgen machen muß. Talente, die wissenschaftliche Sachverhalte vermitteln können, gibt es. Da müssen jetzt nur die Rahmenbedingungen für die Forschung(sfinanzierung) stimmen.</p>

<p>Und die Themenvielfalt war auch sehr beeindruckend. Da gab es Vorträge zur Astrophysik und zum LHC. Beides von Markus Haider, der aber trotz seines beeindruckenden T-Shirts (das er natürlich in seinen Vortrag einbaute) nichts bis ins Finale kam.</p>

<p><img title="Markus Haider bei seinem Vortrag, Foto: Marc Scheloske" alt="IMG_0417_II.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_0417_II.jpg" width="540" height="376" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /><br />
Und auch die Soziologie war vertreten. Andreas Aschaber (Photo rechts mit Hut) von der Uni Innsbruck legte sich mächtig ins Zeug, um dem Publikum näherzubringen, daß jede Technologie (sei sie auch noch so raffiniert) letztlich unter konkreten sozialen (Umwelt-)Bedingungen eingesetzt werden muß. </p>

<p><img title="Sein Outfit diente der Veranschaulichung seiner Aussagen; der Soziologe Andreas Aschaber aus Innsbruck." alt="IMG_0418_II.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/IMG_0418_II.jpg" width="160" height="353" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 12px 16px;" />Und daß eben bspw. die kulturellen und sozialen Faktoren bei der Implementation von Technik in Drittwelt-Ländern entscheidend sind. Das klingt jetzt in diesen zwei Sätzen vermutlich etwas verschwurbelt, in seinen beiden Kurzvorträgen illustrierte Andreas Aschaber diesen Zusammenhang allerdings sehr anschaulich am konkreten Beispiel des Einsatzes von Biogas in Burkina Faso. Denn hier gilt es natürlich sowohl die traditonellen Ess- und Zubereitungsgewohnheiten genauso zu berücksichtigen, wie der Stammesälteste und seine Position mit einzubeziehen ist. Die Präsentationen von Andreas (der zu diesem Thema Feldforschung betreibt und promoviert) kamen jedenfalls sehr gut an - und doch reichte es letztlich nicht bis ins Finale. </p>

<p>Morgen in Wien werden folgende Tiroler Kandidaten mit dabei sein: Philip Handle ist (durchaus naheliegend in Innsbruck, wenn man ständig einen Blick auf verschneite Gipfel hat) ein richtiger Eisexperte. Er erzählte dem Publikum, daß es in der Natur im Prinzip nur genau eine Eisvariante (Eis 1) gibt. Im Labor konnte man (u.a. durch Variation der Druckverhältnisse) aber inzwischen 16 verschiedene Eissorten produzieren. (Wir sprechen nicht von Schokolade oder Pfirsich Melba!)</p>

<p>Genauso sympathisch und kompetent war Ruth Greußing. Sie forscht zu Hautalterungsprozessen und hier im Video wird deutlich, was ihre Stärke ist: Klarheit. Ist doch wirklich superverständlich, oder? </p>

<p><object width="540" height="330"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/J00XEfjUPQY&hl=de_DE&fs=1&rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/J00XEfjUPQY&hl=de_DE&fs=1&rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="540" height="330"></embed></object></p>

<p>Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wer morgen in Wien das Rennen macht. (Außerdem ist aus Innsbruck die Zellbiologin Cornelia Thöni mit dabei.)</p>

<p>Philip und Ruth haben in meinen Augen sehr gute Chancen. Allen österreichischen ScienceBlogs-Fans, die morgen abend noch nichts vorhaben, sei das Finale empfohlen. Es findet ab 18Uhr im Technischen Museum statt. (Kartenreservierung empfohlen!) Ich werde auf alle Fälle da sein. </p>

<p>--</p>

<p>Mehr Infos zu Famelab:<br />
<ul>	<li>Hier auf ScienceBlogs:<a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2010/02/famelab-austria-2010-talente-der-wissenschaftskommunikation-gesucht.php"> FameLab Austria 2010: Talente der Wissenschaftskommunikation gesucht</a></li>	<li>Die offizielle <a href="http://www.famelab.at/">FameLab-Website</a></li></ul></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


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            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/05/jung-kurz-knackig-famelab-bringt-wissenschaft-auf-die-buhne.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/05/jung-kurz-knackig-famelab-bringt-wissenschaft-auf-die-buhne.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Kultur</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Famelab</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Wissenschaftskommunikation</category>
            
            <pubDate>Fri, 07 May 2010 13:45:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Omega-3-Fettsäuren: Keine Wirkung auf Konzentration und Gedächtnis </title>
            <description><![CDATA[
     <p><img title="Walnußöl enthält viel Omega-3-Fettsäuren; Bildquele: stock.xchng, User. pawel_231" alt="Oel.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Oel.jpg" width="180" height="187" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 12px 14px;" /><strong>Omega-3-Fettsäuren sind populärer denn je. In den letzten Jahren werden immer mehr Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren aufgepeppt. Sie sollen nicht nur das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen senken, sondern auch noch ganz generell vor Krebs schützen, gegen Depressionen sowieso und vor dem kognitiven Abbau im Alter bewahren. Eine aktuelle Studie sorgt hier etwas für Ernüchterung: die Gedächtnisleistung von Senioren kann die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren nicht verbessern. </strong></p>

<p>Eigentlich begann alles mit einer Studie zu den Ernährungsgewohnheiten der Inuit in Grönland. In den 50er Jahren stellten Forscher fest, daß sich die Bewohner der Arktis traditionellerweise ausgesprochen fettreich ernähren, aber - und das sorgte für Irritation - dennoch kaum von Herz-und-Kreislauferkrankungen betroffen sind. Des Rätsels Lösung lag dann recht nahe: die Inuit essen natürlich sehr viel Fisch. Und vor allem Kaltwasserfische (Lachs etc.) haben einen sehr hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. </p><p><strong>Ungesättige Fettsäuren als Waffe gegen Infarkte </strong></p>

<p>Sind also diese "Fischöle" das Geheimnis der geringen Anfälligkeit für koronare Erkrankungen? Seit den 70er Jahren wurden die Effekte der Zufuhr verschiedener Fettarten (gesättigte vs. ungesättigte Fettsäuren) umfangreich untersucht. Und tatsächlich haben die mehrfach ungesättigte Fettsäuren (wozu eben die Omega-3-Fettsäuren zählen) positive Auswirkungen. Nach einem Herzinfarkt kann die Einnahme von entsprechenden Präparaten durchaus empfehlenswert sein. (Zur Infarkt-Prophylaxe genügt allerdings sicher eine vernünftige Ernährung und ein ebensolcher Lebenswandel.)</p>

<blockquote class="left">Sicher ist vor allem, daß die Hersteller der einschlägigen Präparate einen "Nutzen" haben</blockquote>

<p>Interessant wird die Sache allerdings, wenn man sich ansieht, wofür Omega-3-Fettsäuren (bzw. Fischöl-Kapseln) außerdem noch gut sein sollen. Es gibt so viele angereicherte Produkte, daß man sich nur wundern kann, wie denn die Unterversorgung der normalen Bevölkerung zustande kommen soll. Aber - wie man ja auch<a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2010/05/apothekennummer-medizinprodukte-patente-scheinbegriffe-die-wirken.php"> in diesem Interview bei Plazeboalarm</a> lesen kann - nicht alle Nahrungsergänzungsmittel oder auch Präparate aus der Apotheke haben wirklich einen Nutzen (wenigstens wenn man mal den Umsatz der Hersteller nicht als "Nutzen" gelten lässt).</p>

<p><strong>Verbessern Omega-3-Fettsäuren die Gedächtnisleistung?</strong></p>

<p>So sollen Omega-3-Fettsäuren angeblich auch effektiv gegen den kognitiven Alterungsprozeß helfen. Richtig ist, daß die Gehirnentwicklung bei Säuglingen und Kleinkindern bei ausreichender Versorgung mit Eicosapentaen- und Docosahexaensäure günstiger verläuft (diese beiden Zungenbrechersäuren sind spezielle Omega-3-Fettsäuren). Doch was sagt uns das über den Wert einer zusätzlichen Einnahme bei Erwachsenen?</p>

<p>Wie auch immer der Wirkmechanismus lautet, der theoretisch den Erhalt der Denk- und Erinnerungsvermögens erklären könnte: eine großangelegte Studie zu diesem Thema brachte jetzt ein enttäuschendes Ergebnis. </p>

<p><strong>Fischöl-Kapseln sind nutzlos</strong></p>

<p>Die OPAL-Studie war die bislang größte Untersuchung zu diesem Thema. Insgesamt 867 Teilnehmer zwischen 70 und 80 Jahren waren beteiligt. Die Senioren wurden zufällig den zwei Gruppen zugewiesen; die eine erhielt über 2 Jahre hinweg ein Omega-3-Präparat. Die andere eine Placebo-Pille. Die Probanden zeigten zu Studienbeginn keine kognitiven Auffälligkeiten und/oder Defizite.</p>

<p>Nach Ende der 2 Jahre wurde zunächst überprüft, ob die Einnahme der Fischöl-Kapseln den Spiegel der jeweiligen Fettsäuren verändert hatte. Und tatsächlich hatte die Kontrollgruppe eine deutlich geringere Konzentration von Omega-3-Fettsäuren im Blut. Aber die Auswertung der Konzentrations- und Gedächtnistests zeigte ein enttäuschendes Ergebnis. Alan Dangour von der London School of Hygiene & Tropical Medicine und seine Mitautoren schreiben eindeutig:</p>

<blockquote>Cognitive function did not decline in either study arm over 24 mo</blockquote>

<p>Die Forscher schränken zwar ein, daß der Untersuchungszeitraum möglicherweise zu kurz gewählt gewesen sein könnte. Aber 2 Jahre sind so kurz auch wieder nicht. Und nach immerhin 24 Monaten gab es keinerlei Vorteile für die Gruppe, die die richtigen Fischöl-Kapseln schluckte. </p>

<p>Interessant wäre es natürlich gewesen, wenn zusätzlich wenigstens noch die Zahl der Infarkte erhoben worden wäre. Aber zumindest im Abstract steht dazu nichts.</p>

<blockquote class="right">Einziger seriöser Ratschlag: Esst mehr Fisch!</blockquote>

<p>Abschließend kann man nur mal wieder feststellen: Es gibt kaum Anhaltspunkte, die für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sprechen. Das gilt auch für die vielbeworbenen Omega-3-Fettsäuren. Wer sich abwechslungsreich ernährt, gelegentlich mal Fisch ist (Lachs, Makrele oder Hering haben bspw. ziemlich viel Omega-3-Fettsäuren), der ist im Grunde ausreichend versorgt. Und wer keinen Fisch mag, der kann seinen Bedarf auch anderweitig decken. Mit Walnuß-, Raps- oder Leinöl etwa. Oder mit Walnüssen. 2-3 davon pro Tag reichen vollkommen aus. Zusatzpräparate braucht es sicherlich nicht.</p>

<p>--</p>

<p><em><strong>Studie:</strong></em><br />
<ul>	<li>Alan D. Dangour, Elizabeth Allen, Diana Elbourne et.al.: American Journal of Clinical Nutrition: Effect of 2-y n-3 long-chain polyunsaturated fatty acid supplementation on cognitive function in older people: a randomized, double-blind, controlled trial, <a href="http://www.ajcn.org/cgi/content/abstract/ajcn.2009.29121v1">doi:10.3945/ajcn.2009.29121</a></li></ul></p>

<p><em>Lese-Empfehlung:</em><br />
<ul>	<li>Der Wikipedia-Artikel zu den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Omega-3-Fetts%C3%A4uren">Omega-3-Fettsäuren</a></li></ul></p>

<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/f047df7101754cfb9c200343911d2eb3" width="1" height="1" alt=""></p>
     <hr />

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   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/05/omega3fettsauren-keine-wirkung-auf-konzentration-und-gedachtnis.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Alzheimer</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Konzentration</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Nahrungsergänzung</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Omega-3-Fettsäure</category>
            
            <pubDate>Tue, 04 May 2010 19:15:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Hirnforschung: Unser Gehirn braucht Überraschungen, liebt sie aber nicht?!</title>
            <description><![CDATA[
     <p><img title="Rätselhaftes Organ; Bildquelle: flickr-user 'perpetualplum', Public domain" alt="Hirnforschung.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Hirnforschung.jpg" width="200" height="196" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 14px;" /><em><strong>Wie arbeitet unser Gehirn? Wie funktioniert Wahrnehmung? Welche Faktoren prägen unser Gedächtnis?</em> - Es gibt so unendlich viele spannende Fragen an die Hirnforschung. Doch deren Antworten sind bislang kaum zufriedenstellend. Zwar findet man in den einschlägigen neurowissenschaftlichen Journals fast im Wochentakt interessante Veröffentlichungen, aber das sind dann allenfalls winzig kleine Mosaiksteinchen, die sich vielleicht irgendwann in ein großes Bild einfügen lassen, das uns dann verstehen hilft, wie unser Gehirn tatsächlich "tickt". Aber bis dahin ist es noch weit. </strong></p>

<p>Und so müssen wir uns wohl mit den Befunden einzelner Studien zufrieden geben, die sich - jedenfalls auf den ersten Blick - allerdings teilweise widersprechen. Aber das ist möglicherweise weniger ein Problem der Hirnforschung, denn der Wissenschaftskommunikation. Ein Beispiel.</p>

<blockquote class="left">Zwei Studien, zwei Aussagen: Legen es die Neurowissenschaften auf Verwirrung an?</blockquote>

<p><strong>Studie I: Das Hirn liebt Überraschungen</strong></p>

<p>Vor etwa vier Wochen publizierte ein Forscherteam um Nikolai Axmacher von der Universität Bonn die spannenden Ergebnisse einer Studie. Die Hirnforscher hatten untersucht, wie das Gehirn auf erwartete bzw. unerwartete Informationen reagiert und wie sich das alles auf die Erinnerung auswirkt. Dazu sollten sich die Probanden die Bilder auf einem PC-Bildschirm einprägen. Es wurden Gesichter und Häuser gezeigt und später wurde abgefragt, an welche Bilder sich die Probanden erinnern konnten.</p><p>Währenddessen wurde die Aktivität in bestimmten Hirnregionen gemessen. Und die Versuchsanordnung war eben so gestaltet, daß einer Gruppe der Probanden deutlich mehr Gesichter gezeigt wurden, Häuser nur selten. Bei der anderen Gruppe war es umgekehrt. Es war also so, daß die Probanden nach der Durchsicht einiger Bilder jeweils eine bestimmte Erwartungshaltung bildeten (also bspw. weitere Häuser angezeigt zu bekommen). </p>

<p>Wurde diese Erwartung enttäuscht (kam überraschenderweise ein Gesicht), dann zeigte sich im Hippocampus eine deutlich erhöhte Aktivität (als Reaktion auf die Überraschung) und kurz darauf zeigte sich eine Aktivitätsspitze im Nucleus accumbens, einem Teil des Belohnungszentrums, das daraufhin Dopamin ausschüttete. </p>

<blockquote>„Das Gedächtniszentrum vergleicht die tatsächliche Situation mit der erwarteten - das ist das frühe Signal im Hippocampus.", sagte Axmacher</blockquote>

<p>Und durch das Signal an den Nucleus accumbens wird Dopamin ausgeschütet, das dann wieder das Gedächtniszentrum anregte. Die "überraschend" angezeigten Bilder konnten jedenfalls deutlich besser erinnert werden. Das Ergebnis der Studie lautet also: je mehr Dopamin ausgeschüttet wird, umso wahrscheinlicher ist es, daß der Hippocampus das Ereignis ins Langzeitgedächtnis überträgt.</p>

<p>Oder anders formuliert: das Gehirn liebt neue, unerwartete Ereignisse, da sie das Belohnungssystem aktivieren.</p>

<p>Das ist eine hübsche, typische Meldung, wie wir sie häufig aus der Hirnforschung lesen. Interessant ist aber, was man eine Woche später <a href="http://derstandard.at/1267743837629/Das-Gehirn-mag-keine-Ueberraschungen">lesen durfte</a>... </p>

<p><strong>Studie II: Keine Überraschungen bitte!</strong></p>

<p>Eine andere neurowissenschaftliche Studie (diesmal von den Frankfurter Hirnforschern um Wolf Singer) kommt - zumindest wenn man der <a href="http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dokumentation/pressemitteilungen/2010/pressemitteilung201003091/">offiziellen Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts</a> glauben schenkt - zu einem gegenteiligen Ergebnis.</p>

<p>Dort liest man: "Keine Überraschungen bitte! Unser Gehirn verarbeitet vorhersagbare Sinnesreize besonders effektiv". Innerhalb der Studie, die im "Journal of Neuroscience" publiziert wurde, wurde den Probanden ein Bildschirm gezeigt, auf dem sich Balken in einem bestimmten Rhythmus bewegten. </p>

<p>Die Kernspinaufnahmen zeigten, daß genau dann, wenn sich das Muster der Balkenbewegung überraschend veränderte, die Aktivität im Bereich des primären visuellen Kortex erhöhte. </p>

<p>Daraus leiteten die Forscher folgende Schlußfolgerungen ab: erstens sei das Gehirn kein passiver Apparat, der lediglich auf den Signalinput warte, sondern das Gehirn versuche aktiv mögliche Sinneseindrücke vorherzusagen. Und zweitens, so erklärt Wolf Singer:</p>

<blockquote>"Treffen die Vorhersagen zu, kann das Gehirn die tatsächlich eintreffenden Informationen besonders effektiv verarbeiten." </blockquote>

<p>Klingt recht eindeutig und so liest man in den Artikeln zur Studie: Das Gehirn liebt keine Überraschungen. Irgendwie unerfreulich - zumindest wenn man die Richtigkeit dieser Interpretation unterstellt. Denn die widersprüchlichen Meldungen dürften wohl bei den meisten Lesern für Erstaunen bzw. Überraschung sorgen. Da liest man erst, daß das Gehirn ganz wild auf Überraschungen sei, nur um wenige Tage darüber informiert zu werden, daß das gleiche Gehirn diese Überraschungen gar nicht so gern habe. </p>

<p><strong>Widersprechen sich die Hirnforscher?</strong></p>

<p>Alles nicht ganz optimal, zumindest aus Sicht der Wissenschaftskommunikation. Wenn man sich die Ergebnisse der beiden Studien freilich genauer ansieht, so zeigt sich allerdings, daß der Widerspruch wohl weniger gravierend ist. Denn Wolf Singer und seinen Kollegen ging es vor allem um die Effizienz der Informationsverarbeitung. Und hier stellten sie eben fest, daß überraschende visuelle Reize das Gehirn zunächst "irritieren", für höhere Aktivität sorgen und eine schnelle Verarbeitung etwas behindern. </p>

<blockquote class="right">Sind die Ergebnisse der beiden Studien konträr? Oder ist es nur deren populäre 'Übersetzung'?</blockquote>

<p>Bei der Studie von Axmacher war das Design ja anders ausgerichtet. Es ging um die Wechselwirkung zwischen Gedächtnis- und Belohnungszentrum. Und die Untersuchung zeigte ja eben eine bessere Erinnerung an die unerwarteten Informationen. Insofern müssen sich die beiden Studien also doch nicht widersprechen. </p>

<p>Aber es zeigt sich, daß die 'Übersetzung' von Wissenschaft (die der Wissenschaftsjournalismus leisten soll) eben mit vielen, vielen Fallstricken versehen ist. Und das beginnt bereits mit der Darstellung und Interpretation der Studienergebnisse durch die einzelnen Forscher. Denn die Behauptungen, das Gehirn "liebe" Überraschungen bzw. "liebe keine" Überraschungen kam ja von den Wissenschaftlern selbst.</p>

<p>--</p>

<p><em><strong>Links:</strong></em></p>

<ul><li>Alink A, Schwiedrzik CM, Kohler A, Singer W, Muckli L.: <a href="http://www.jneurosci.org/cgi/content/abstract/30/8/2960">Stimulus predictability reduces responses in primary visual cortex.</a> Journal of Neuroscience, 24. Februar 2010;30(8):2960-6, doi:10.1523/JNEUROSCI.3730-10.2010</li>
<li>N. Axmacher, M.X. Cohen, J. Fell, S. Haupt, M. Dümpelmann, C.E. Elger, T.E. Schlaepfer, D. Lenartz, V. Sturm, C. Ranganath: <a href="http://www.cell.com/neuron/abstract/S0896-6273%2810%2900097-8">Intracranial EEG correlates of expectancy and memory formation in the human hippocampus and nucleus accumbens</a>, Neuron, 2010. doi:10.1016/j.neuron.2010.02.006</li></ul>

<p><em>Bsp. für die entsprechenden Zeitungsartikel:</em><br />
<ul><li><a href="http://derstandard.at/1267743837629/Das-Gehirn-mag-keine-Ueberraschungen">Das Gehirn mag keine Überraschungen</a>, Der Standard, 14.03.2010</li><li><a href="http://www.g-o.de/wissen-aktuell-11295-2010-02-26.html">Gehirn: Überraschungen kurbeln Belohnungssystem an</a>, SciNexx, 26.02.2010</li></ul></p>
     <hr />

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            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/03/hirnforschung-unser-gehirn-braucht-ueberraschungen-liebt-sie-aber-nicht.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/03/hirnforschung-unser-gehirn-braucht-ueberraschungen-liebt-sie-aber-nicht.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Kultur</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Gehirn</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Hirnforschung</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Neurowissenschaften</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Wissenschaftsjournalismus</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Wissenschaftskommunikation</category>
            
            <pubDate>Mon, 29 Mar 2010 13:45:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Body-Mass-Index: Abgesang auf eine irrelevante Meßgröße</title>
            <description><![CDATA[
     <p><img title="Der Taillenumfang, nicht das Gesamtgewicht entscheidet; B ildquelle: stock.xchng, User: zeafonso" alt="Maßband.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Ma%C3%9Fband.jpg" width="180" height="246" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 14px;" /><strong>Den Body-Mass-Index können wir getrost vergessen. Er hat - das ist eine der Meldungen des heutigen Tages - als Kriterium für bestimmte (koronare) Krankheiten keine Aussagekraft. Das ist das interessante Resultat einer Langzeitstudie, deren Ergebnis jetzt vorab bekannt wurde. Allerdings wird es auch in Zukunft nicht egal sein, wieviel Fett wir auf den Hüften haben - an die Stelle des ausrangierten BMI tritt die WHtR...</strong></p>

<p>Mehr als 10.500 Teilnehmer wurden über viele Jahre gewogen, vermessen und hinsichtlich ihres Risikos für Herz- und Kreislaufkrankheiten untersucht. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, daß ausgerechnet der weitverbreitete BMI quasi keine Aussagekraft hat.<br />
<blockquote><em> "Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen"</em></blockquote>erklärte Studienleiter Harald Schneider von der Universität München. </p>

<p>Dafür ergab die Auswertung der Studie, daß ein anderer Wert durchaus prädiktiven Wert besitzt. Hinter dem Kürzel WHtR verbirgt sich die "waist-to-height-ratio". Wenn man den Taillenumfang durch die Körpergröße teilt, dann lassen sich nämlich durchaus Rückschlüsse auf gewisse gesundheitliche Risiken ziehen. </p><p>Im Kern zeigt die Studie, daß das reine Körpergewicht zunächst einmal keine Bedeutung hat, wenn es um die Einschätzung geht, welches Risiko die einzelne Person für koronare Krankheiten hat. Entscheidend ist die Verteilung des Körperfetts. An Oberschenkeln oder Po ist es kaum kritisch, am Bauch allerdings schon. Der Taillenumfang ist entscheidend. </p>

<p>Je höher der Wert des "WHrT", desto höher ist die Sterblichkeit durch Herz- und Gefäßerkrankungen. Das ist der Befund der Studie, die in der kommenden Ausgabe des  "Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism" veröffentlicht wird.</p>

<p><strong>Die unheimliche Karriere des BMI</strong></p>

<p>Interessant an der Sache ist, daß der BMI in den letzten 20 Jahren eine mehr als beachtliche Karriere gemacht hatte. Der Body-Mass-Index (Gewicht durch Körpergröße in Metern zum Quadrat) ist ja allgegenwärtig. Im Internet gibt es hunderte Rechner, mit denen man seinen individuellen BMI ermitteln kann. </p>

<blockquote class="right">Wie konnte die untaugliche Kenngröße BMI überhaupt so einen riesigen Stellenwert bekommen?</blockquote>

<p>Und auch im Gesundheitssystem selbst war der BMI eine zentrale Größe. Natürlich war der BMI - weil zu unspezifisch - unter Fachleuten seit langem umstritten, aber die Einteilung der Bevölkerung in Gruppen mit Untergewicht, Normalgewicht und (krankhaftem) Übergewicht wird eben dennoch genau mit und durch den BMI bestimmt. </p>

<p>Die Adipositas-Klassifikation der WHO orientiert sich genauso am BMI, wie etwa die Einstellungsuntersuchungen für deutsche Beamte. Wer einen zu hohen BMI aufweist, der muß im Extremfall den Traum einer Verbeamtung begraben. </p>

<p>Jetzt sieht es so aus, daß der BMI beerdigt wird. Zumindest ist er als untaugliche Meßgröße entlarvt. Es wurde allerhöchste Zeit. </p>

<p><br />
--</p>

<p><em>Studie</em>: </p>

<ul>	<li>Harald J. Schneider, Nele Friedrich, Jens Klotsche et. al.: <a href="http://jcem.endojournals.org/cgi/content/abstract/jc.2009-1584v1?maxtoshow=&hits=10&RESULTFORMAT=&author1=Schneider,+H&fulltext=obesity&searchid=1&FIRSTINDEX=0&sortspec=relevance&resourcetype=HWCIT">The Predictive Value of Different Measures of Obesity for Incident Cardiovascular Events and Mortality</a>. in: J. Clin. Endocrinol. Metab. published February 3, 2010, doi:10.1210/jc.2009-1584</li></ul>
     <hr />

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   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/03/bodymassindex-abgesang-auf-eine-irrelevante-messgrosse.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/03/bodymassindex-abgesang-auf-eine-irrelevante-messgrosse.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">BMI</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Ernährung</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Gesundheit</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Herz- und Kreislaufkrankheiten</category>
            
            <pubDate>Tue, 02 Mar 2010 18:00:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>ScienceFeed: Microblogging für Wissenschaftler</title>
            <description><![CDATA[
     <p><img alt="logo_science_feed.png" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/logo_science_feed.png" width="134" height="58" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 16px 16px;" /><strong>Es sieht aus wie ein schlanker, eleganter Mix aus Twitter, Friendfeed, Blogkommentaren und Buzz. Und es ist - so jedenfalls die Idee - zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Wissenschaftlern, die sich zu aktuellen wissenschaftlichen Themen miteinander austauschen. <a href="http://www.sciencefeed.com/">ScienceFeed</a> heißt diese neue Plattform, die seit wenigen Stunden online ist und tatsächlich mehr Raum bietet für das, was Forscher alltäglich beschäftigt.</strong></p>

<p>Die Stärke und Faszination von Twitter hat ja viel mit den eingebauten Schwächen und Limitierungen des Microblogging-Dienstes zu tun. Ein Tweet bietet nunmal nur exakt 140 Zeichen Platz, um sich der Welt mitzuteilen. Und auf einen Tweet kann man eben auch nur wieder mit einem Tweet reagieren. </p>

<blockquote class="left">Für wissenschaftliche Diskussionen sind 140 Zeichen einfach zu kurz, oder?</blockquote>

<p>Bei Twitter hat das - mehr zufällig, als geplant - zu wunderbar subtilen Formen der Micro-Kommunikation und der gegenseitigen Anschlüsse geführt und <a href="http://www.twitkrit.de">Twitkrit</a> beweist, wie wunderschön Micro-Literatur ist. Aber für Statements zu wissenschaftlichen Diskussionen sind 140 Zeichen einfach schlicht zu kurz. Da sprengen manchmal schon die ellenlangen Fachtermini den Platz...</p><p><strong>Faktor 3: Mehr Platz, mehr Möglichkeiten, mehr Microblogging für Wissenschaft?</strong></p>

<p>Genau diese strikte Beschränkung auf 140 Zeichen hat ScienceFeed nicht. Dreimal mehr Platz - also insgesamt 420 Zeichen - hat man beim neuen MicroBlogging- und Diskussionsportal für Wissenschaftler, das heute offiziell gestartet ist. Außerdem lassen sich Bilder, Links zu Publikationen und andere notwendige Beigaben direkt in die Kurznachricht packen. Sicher eine gute Idee. </p>

<p>Hinter ScienceFeed steht ein kleines Team um Ijad Madisch, der vor knapp 2 Jahren auch schon zur Gründermannschaft von <a href="http://www.researchgate.com/">ResearchGATE</a> gehörte. Das SocialNetwork für Forscher ist ein beachtliches Erfolgsmodell. Inzwischen haben rund 250.000 Wissenschaftler ein Profil bei ResearchGATE, wie Ijad erzählt. </p>

<p>Mit ScienceFeed soll dieser Erfolg natürlich wiederholt werden. Und dahinter steckt auch diesmal wieder eine wohlklingende Vision - ScienceFeed will den Austausch von Forschern, das veröffentlichen von Ideen und deren Diskussion und Kritik fördern - und das alles in Echtzeit:<br />
<em><blockquote> "Das World Wide Web wurde ursprünglich dafür entwickelt, Forschungsergebnisse einfacher und schneller zu verbreiten. Ich glaube, mit unserem neuen Service geben wir dem Internet einen Teil seiner anfänglichen Bedeutung zurück"</em>, erklärt Ijad Madisch.</blockquote></p>

<blockquote class="right">ScienceFeed ist eine offene Schnittstelle für Diskussionen aus Twitter und Facebook. Allerdings gibt es zusätzliche Möglichkeiten...</blockquote>

<p>Um dieses Ziel zu erreichen dockt ScienceFeed explizit an das etablierte Microblogging-Vorbild Twitter an. Alle ScienceFeed-Statements kann man direkt auch mit dem eigenen Twitteraccount koppeln. Dasselbe funktioniert per Klick für Facebook und Friendfeed. Das ist gut gelöst und wenn eine kritische Masse an Usern direkt von ScienceFeed Nachrichten absetzt, dann sollte das durchaus für Feedback und Aufmerksamkeit sorgen. </p>

<p>Das interessante an ScienceFeed ist - soweit ich das auf den ersten Blick für mich feststellen kann - , daß die Diskussion eines Statements auf verschiedenen Wegen erfolgen kann. Es kann einerseits Anschlußstatements bei Twitter oder eben durch einen ScienceFeed provozieren, es kann aber andererseits (und das ist neu) auch direkt auf der jeweiligen Seite weiterdiskutiert werden. Und das sogar ohne jegliche Zeichenbeschränkung. Und Diskussionen können auch in Gruppen organisiert werden - auch das muß bei Gelegenheit einfach ausprobiert werden. </p>

<p>Es sind also einige gute Ideen in ScienceFeed eingeflossen - bleibt abzuwarten, wieviele Fans das Portal finden wird. </p>

<div style="text-align: center;">----</div>

<p>Und als ersten Test verlinke ich hier auf eine ScienceFeed-Diskussion: </p>

<p>Die Frage: <em><a href="http://www.sciencefeed.com/werkstatt/b410c76f_Brauchen_Wissenschaftler_noch_ein_weiteres_Instrum">Brauchen Wissenschaftler noch ein weiteres Instrument, um (in Echtzeit) miteinander zu kommunizieren? Genügen Mails, Skype, Google Wave + Buzz, sowie Facebook und Twitter nicht?</a> </em></p>

<p> </p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/02/sciencefeed-microblogging-fur-wissenschaftler.php</link>
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            <pubDate>Mon, 15 Feb 2010 22:15:00 +0100</pubDate>
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            <title>Nebenfolgen der Schweinegrippe: Kinder-Impfstoffe ausverkauft</title>
            <description><![CDATA[
     <p><img title="Es fehlen wichtige Kinder-Impfstoffe; Bildquelle: stock.xchng, User: eddmun" alt="Impfung_2010.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/echolot/Imfpung_2010.jpg" width="200" height="128" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 12px;" /><strong>Es klingt unglaublich und für viele junge Eltern wie ein schlechter Witz: in Deutschland sind derzeit insgesamt sieben Impfstoffe gegen Kinderkrankheiten nicht oder nur schwer lieferbar, darunter der Sechsfach-Impfstoff für Säuglinge "Infanrix hexa" von GlaxoSmithKline. Die Impfstoffhersteller haben offenbar seit letztem Herbst fast ihre gesamten Produktionskapazitäten für die Herstellung des Schweinegrippe-Impfstoffs reserviert. Wie man dabei vergessen konnte, daß andere Impfstoffe weiterhin nachgefragt werden und lieferbar sein müssen, ist rätselhaft.</strong></p>

<blockquote class="left">Deutschland im Frühjahr 2010: Kinder-Impfstoffe werden knapp.</blockquote><p>Wie man heute in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" nachlesen kann [Text von Volker Stollorz, leider nicht online], gibt es seit wenigen Wochen einen Lieferengpaß bei einigen Kinder-Impfstoffen. Die Vorräte bei den Apotheken sind aufgebraucht, GlaxoSmithKline aber kann keinen neuen Impfstoff mehr liefern. Die Kinderärzte müssen die Eltern also abweisen und vertrösten; nachvollziehbar, daß sowohl Ärzten, als auch den Eltern das Verständnis fehlt. </p>

<p><strong>Sechsfach-Impfstoff "Infanrix hexa" derzeit nicht lieferbar</strong></p>

<p>Denn unter den derzeit ausverkauften Impfstoffen ist auch der Sechsfach-Impfstoff Infanrix hexa®. Dabei handelt es sich um den einzigen zugelassenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hexavalenter_Impfstoff">hexavalenten Impfstoff</a>, der zur Grundimmunisierung gegen Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b sowie Hepatitis B eingesetzt wird. Dieser Kombi-Impfstoff ist natürlich schon allein deswegen häufig nachgefragt, weil dadurch die Anzahl der Impftermine reduziert werden kann. </p><p>Und Hersteller von "Infanrix hexa" ist eben GlaxoSmithKline (GSK). Doch beim britischen Pharmakonzern hat die Bestellung der 50 Millionen Impfdosen des H1N1-Impfstoffs Pandemrix offenbar dazu geführt, daß man die Produktion anderer Impfstoffe vernachlässigt oder zwischenzeitlich eingestellt hat. Sprecher von GSK bedauern natürlich, daß es zu Lieferproblemen kommt, an der Verärgerung der Betroffenen wird das wenig ändern. Denn noch bis April oder Mai wird es nach derzeitigem Informationsstand dauern, bis wieder ausreichend Nachschub zur Verfügung steht. </p>

<p><strong>Unvermeidliche Nebenfolgen?</strong></p>

<blockquote class="right">Sorgte die Konzentration auf die Produktion des H1N1-Impfstoffs zwangsläufig zur Vernachlässigung anderer Bereiche?</blockquote>

<p>Der Fall ist auch insofern bemerkenswert, als daß hier mustergültig sichtbar wird, welche Fern- und Nebenfolgen in komplex gekoppelten Systemen auftreten. Und ebenfalls wird sichtbar, wie unvermeidbar solche Pannen ganz offensichtlich sind. Denn eigentlich sollte man davon ausgehen, daß man bei GlaxoSmithKline genau weiß, wieviele Dosen "Infanrix hexa" jeden Monat verimpft werden. Da gibt es sicher leichte Schwankungen, aber der Impfstoff ist seit 10 Jahren auf dem Markt und ist quasi die Standard-Immunisierung bei Säuglingen. </p>

<p>Es besteht also kein Zweifel darüber, daß diese Größe (monatlicher Bedarf an "Infanrix") bekannt ist. Wenn man dann - wie im letzten Herbst - vor der Entscheidung steht, die eigenen Produktionskapazitäten umzuschichten (weil eben der H1N1-Impfstoff produziert werden muß), dann muß man sicher noch andere Zahlen in die Kalkulation mit einbeziehen. Die Zahl der vorrätigen Reserven des Impfstoffs im eigenen Lager, dazu die Vorräte bei den Apotheken. </p>

<p>Doch das alles ist keine höhere Mathematik. Wie man sich dann als GlaxoSmithKline in die peinliche Situation manövrieren kann, daß im Januar kein Infanrix mehr lieferbar ist, ist vollkommen unverständlich. Aber eben doch ein Beispiel mehr, wie schwer sich auch Organisationen tun, unter halbwegs komplexen Randbedingungen richtige Entscheidungen zu treffen.</p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


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            <pubDate>Sun, 07 Feb 2010 14:00:00 +0100</pubDate>
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