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<?xml-stylesheet type="text/xsl" media="screen" href="/~d/styles/rss2full.xsl"?><?xml-stylesheet type="text/css" media="screen" href="http://feeds.feedburner.com/~d/styles/itemcontent.css"?><rss xmlns:creativeCommons="http://backend.userland.com/creativeCommonsRssModule" xmlns:feedburner="http://rssnamespace.org/feedburner/ext/1.0" version="2.0"><channel><title>re(e)volution · blog</title><link>http://blog.reevolution.org</link><description>[ · personal pathfinder · ]</description><language>en</language><lastBuildDate>Wed, 11 Nov 2009 19:24:56 PST</lastBuildDate><generator>WordPress http://wordpress.org/</generator><creativeCommons:license>http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/</creativeCommons:license><image><url>http://wandzeitung.informations-compagnie.de/icons/grafiken/sic-logo-grafik-128-neu.png</url><title>Sorry, but the requested image cannot be displayed.</title></image><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="self" href="http://feeds.feedburner.com/ReevolutionBlog" type="application/rss+xml" /><feedburner:emailServiceId>ReevolutionBlog</feedburner:emailServiceId><feedburner:feedburnerHostname>http://feedburner.google.com</feedburner:feedburnerHostname><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com" /><item><title>Canasta mit Freud</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/U9h572PTtnE/canasta-mit-freud-662</link><category>Nicht-Reisen</category><category>putzig</category><category>Das ist doch albern!</category><category>Ich plädiere auf geistige Abwesenheit</category><category>Keine Drogen. Ich wiederhole: Keine Drogen!</category><category>Leben eben</category><category>Mecklenburg-Vorpommern</category><category>Nichtstun</category><category>schön</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Wed, 11 Nov 2009 19:24:56 PST</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=662</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Nacht. Studierzimmer.</strong> Zwei durchtanzte Leiber fallen durch die Tür ins Bett. Ich will nur noch schlafen, für sie ist reden gerade richtig wichtig. Ich bin in einer Zwickmühle: Einerseits ist meine Müdigkeit auf dem Vormarsch, andererseits ist Solidarität das Gebot der Stunde. Hoffentlich geht es schneller. Mein Unterbewusstsein kramt eine Konfliktlösungsstrategie aus der Trickkiste hervor und zaubert den Kokon interessierter Ignoranz hervor. Ich bin gerettet! Während sich um meine Ohren ein Wattebausch legt, der die Geräusche immer ferner erscheinen lässt, brumme ich anteilnehmend weiter vor mich hin. Ich nehme mir vor, mir morgen früh gleich als erstes den entsprechenden Orden anzuheften.<strong></strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Minuten später.</strong> Alles Brummen hat nicht geholfen, sie muss nochmal raus um etwas loszuwerden. Geräusche von außerhalb des Kokons brechen in die Wattewand und wirken wie tausend kleiner Nadelstiche in meiner Magengrube. Die Ordenorder wird storniert, da ist noch genügend Optimierungspotential vorhanden. Entweder schneller einschlafen oder wirklich reden. Oder im Schlaf sprechen und dabei das Richtige sagen. Naja, schneller einschlafen tut&#8217;s auch.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Eine weitere Viertelstunde später. </strong>Ein ausgekühlter entkräfteter Leib schmiegt sich an mich an. Mir war sowieso viel zu warm. Jetzt darf endlich ohne schlechtes Gewissen schlafen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>6 Uhr 30. </strong>Frosch und Storch spielen am Ufer eines Sees Canasta. Es gibt Tee und Weihnachtsgebäck. Ich bin verwirrt. Alles sieht nach Sommer aus und die Temperaturen erinnern mich eher an eine Sauna als an kostümierte Rentner in Geberlaune. Darüber hinaus frage ich mich, ob Frosch und Storch wissen, an welchen Stellen der Nahrungskette sie eigentlich stehen. Als ob er meine Gedanken lesen könnte, antwortet der Storch, dass er sich entschlossen hat, keine Frösche mehr zu essen, da es ihm zu grausam ist. Außerdem gäbe es wohl nur sehr weniger gute Canastapartner unter den Störchen, während die Frösche würdige Gegner seien. Der Frosch kräuselt die Lippen vor Glück.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>6 Uhr 32</strong>.	Sie meint, der Wecker würde seit ein paar Minuten klingeln. Später wird sie sogar behaupten, ich hätte gesagt, sie solle ihn ruhig ausstellen. Ich hingegen glaube, dass der Wecker in Wirklichkeit überhaupt nicht angegangen ist. Sonst hätte ich ihn doch gehört.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Zurück zu den wichtigen Dingen des Augenblickes: Dem Frosch und dem Storch. Es sieht ganz so aus, als ob Meister Adebar die Runde nicht für sich entscheiden könne, er scheint angespannt und nervös. Außerdem klappert er bedrohlich mit dem Schnabel. Ich glaube, er ist ein schlechter Verlierer. Der Frosch hingegen wähnt sich offenbar in Sicherheit, denn er ignoriert das Getue. Jedoch kommt ihm der Schnabel immer näher. Der Storch schaut mich dabei an, als ob er mir sagen wollen würde: „Ich bin ein Storch. Das ist ein Frosch. Störche essen Frösche. Moral hin oder her. Außerdem ist Canasta auch nicht alles.“ Ich mache mir ernsthaft Sorgen um den Frosch. Doch der spielt seelenruhig sein Spiel. Der Storch hingegen bereitet sich genüsslich auf die Nahrungsaufnahme vor. Aus der Uferböschung holt er eine mobile Speisekammer hervor und beginnt, sich einen Salat zu machen. Ich hingegen mache mir jetzt Angst. Da fällt mir ein, dass ich in meinen Träumen der Bestimmer bin. Welch glücklicher Zufall. Für den Frosch. Ich bestimme also, dass dem Storch einfällt, dass er ganz vergessen hat in den Süden zu ziehen und er deshalb Hals über Kopf aufbricht. Ohne Lebwohl zu sagen. Reinhard Mey gleitet mit einem Ruderboot durch den See und singt „Über den Wolken“ in düsterem moll. Geschockt bleibt der Frosch zurück und sieht dem sich hastig entfernenden Storch mit feuchten Augen nach.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>6 Uhr 37</strong>.	Der Storch ist aus dem Blickfeld verschwunden, Reinhard zum Glück auch. Allerdings sieht mich der Frosch jetzt durchdringend an und fragt mich, warum ich das getan habe, ob ich nicht wüsste, wie lieb er den Storch gewonnen hätte. Ich versuche ihm zu erklären, dass der Storch zwar das eine gesagt, aber das Gegenteil getan habe. Da macht der Frosch einen Satz und springt mir auf die Schulter, direkt neben mein Ohr. In dieses lädt er unüberhörbar seinen Unmut ab. Ich resigniere, breite meine Flügel aus und fliege dem Storch hinterher. Soll sich der Frosch doch fressen lassen, wenn er will.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>7 Uhr 59</strong>.	Mein Zug kommt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich bin zu bodenständig, um stundenlang durch die Gegend zu schweben. Ich lande und setze den Frosch ab, doch nicht ohne ihn mit Marschverpflegung und detailliertem Kartenmaterial zu versorgen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>8 Uhr</strong>.	Moment mal. Ich bin boden-was? Habe ich mir das Vorpommern-Virus eingefangen? Reflexartig warne ich mein Immunsystem. Eigentlich kann es nicht sein, aber man kann nie wissen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>8 Uhr 01</strong> . Ich frage sie nach der Uhrzeit, stelle fest, dass ich den Zug kaum werde erreichen können. Dann winke ich ihm eben in Gedanken hinterher.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mein Immunsystem macht Meldung. Es sei nicht das Vorpommern-Virus, was mich so dröge mache, das sei einfach nur das Nachbeben des gestrigen Abends. Eine leise Stimme aus dem Untergrund flüstert mir hingegen zu, ich solle mich nicht von der Antwort blenden lassen, ich könnte bereits infiziert sein.<br />
Habe ich mich doch infiziert, kann das sein? Nach Jahren des auto-immunen Widerstandes soll ich dieser heimtückischen Krankheit also auf den Leim gegangen sein?<br />
Wie gut, dass ich just in diesem Augenblick zurück nach Berlin fahre, denn Metropolenleben ist pures Gift für Pommeritis.
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>8 Uhr 02. </strong>Ich öffne die Augen. Hier fährt nichts, dafür dreht sich umso mehr. Also Augen wieder zu.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich stehe in einem Heißluftballon und fahre über Wälder, Wiesen und Felder hinweg. In der Ferne duellieren sich der Frosch und der Storch, Sigmund Freud und C.G. Jung sind ihre Sekundanten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>8 Uhr 22</strong>.	Mir wird die Uhrzeit mitgeteilt. Nett. Wirklich. Aber der Zug fährt doch erst in anderthalb Stunden, jetzt verpasse ich noch das Duell.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>8 Uhr 23</strong>.	Ich habe es verpasst, beide haben es nicht überlebt. Dafür stecken beide auf demselben Spieß über einem Feuerchen. Kulinarisch gesehen ist die Kombination höchst selten. Das haben sich Freud und Jung wohl auch gedacht, wohl deshalb veranstalten sie jetzt ein Picknick. Irgendwie sehen die Jungs verliebt aus. Ich bin verwirrt. Storch und Frosch spielen Karten. Okay, das ist ein Traum. Frosch verliebt sich in Storch. Meinetwegen. Aber Freund und Jung? Ich hab&#8217;s: Das ist ein deutliches Signal, die Stimme aus dem Off nicht weiter zu verdrängen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>8 Uhr 24.</strong> Die Stimme gehört ihr.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>8 Uhr 25.</strong> Was sie sagt klingt gut.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>8 Uhr 26.</strong> Was sagt sie nun eigentlich?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>8 Uhr 27.</strong> Ich kann das deutsche Sprachmodul nicht laden. <em>Segmentation fault</em>. <em>&#8211;force</em> bringt nichts und <em>&#8211;debug</em> liefert nur kryptische Kernel Traces. Dafür ist es noch viel zu früh, einstweilen lege ich die verfügbare Energie auf die Deflektoren. Warum weiß ich nicht genau, aber nach 15 Jahren StarTrek-Konsum weiß man einfach, dass das nie falsch ist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">In der Zwischenzeit lasse mich weiter vom Klang der Stimme berieseln.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>9 Uhr 21.</strong> Sie sagt, es sei kurz vor halb zehn. Gerade war es noch halb neun.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich sollte wohl mal SOLL und IST der aktiven Prozesse überprüfen: Sprache offline, Zeitgeber offline. Was bin ich nur für ein Saustall? Kein Monitoring, bestimmt auch kein Backup.<br />
Und überhaupt: Seit wann bin ich ein Server?<br />
Das kann nur eines bedeuten: Descartes hat sich eingeschlichen! Jedes Jahr das Gleiche: Kaum kommt die erste kühle Nacht, sucht er Anschluss.
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>9 Uhr 22</strong>.	Dachte ich&#8217;s mir doch: Descartes! Der René! Steht auf einer Holzkiste im Stammhirn und agitiert. Ich packe ihn am Kragen und setze ihn vor die Tür. Der hat es noch drauf, meine Hirnhälften gegeneinander aufzuwiegeln. Das ist echt unschön.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ihre Stimme spricht jetzt eindringlicher. Das mit der Uhrzeit war also doch ernst gemeint. Kickstart! Anziehen! Kaffee ziehen! Losziehen!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>9 Uhr 38</strong>.	Wir verabschieden uns. Kurz und bündig. Sachlich. Ganz so als würden wir uns am Abend wiedersehen. In Wirklichkeit verdrängen wir diesen Teil des Lebens und seine Zwänge. Sie sind grausam genug, da müssen wir uns den Abschied nicht zur Qual machen. In Wirklichkeit haben wir uns längst schon verabschiedet, wir verabschieden uns seit meiner Ankunft. Häppchenweise und im Voraus.</p>

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Nacht. Studierzimmer. Zwei durchtanzte Leiber fallen durch die Tür ins Bett. Ich will nur noch schlafen, für sie ist reden gerade richtig wichtig. Ich bin in einer Zwickmühle: Einerseits ist meine Müdigkeit auf dem Vormarsch, andererseits ist Solidarität das Gebot der Stunde. Hoffentlich geht es schneller. Mein Unterbewusstsein kramt eine Konfliktlösungsstrategie aus der Trickkiste hervor [...]</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">0</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/canasta-mit-freud-662</feedburner:origLink></item><item><title>Alles Gute nachträglich…</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/FFQbkerUtkU/alles-gute-nachtraglich-650</link><category>Gedanken</category><category>Politik</category><category>Reisen</category><category>Zeitgeist</category><category>putzig</category><category>Das ist doch albern!</category><category>Ich plädiere auf geistige Abwesenheit</category><category>Polemik - die unterhaltsame Form der Diskussion</category><category>schön</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Thu, 15 Oct 2009 06:07:09 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=650</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Tag der Deutschen Einheit. Vor der Mensa ein Punkkonzert.Stürmische Kälte. Eine Traube von 70 Menschen drängt sich um eine kreischende Stimme mit kaum verständlichem Englisch. Es ist dunkel. Wahrscheinlich ist das Equiment stilgemäss zusammengeschnorrt worden. Hin und wieder weht ein paar Wortfetzen herrüber, aus denen sich schließen lässt, dass hier die bereits totgeglaubte Fahne der antifaschistischen Revolution hochgehalten wird.</p>
<p>Mein linkes Herz drängt den Worten entgegen, doch ich halte mich zurück - meine Erscheinung ist geradezu bourgeois und ich befürchte, dass ich nicht als bürgerlicher Linksintellektueller aufgenommen, sondern vielmehr als Ausbeuter am nächsten Baum aufgeknüpft werde.</p>
<p>Ein wenig entfernt sehe ich folgendes Bild:</p>
<div id="attachment_652" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://blog.reevolution.org/wp-content/uploads/2009/10/33785633.jpg"><img class="size-medium wp-image-652" title="Deutschland Du Opfer" src="http://blog.reevolution.org/wp-content/uploads/2009/10/33785633-300x225.jpg" alt="Deutschland Du Opfer" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Deutschland Du Opfer</p></div>
<p>Auf dem Berliner Wedding, in Neukölln oder Friedrichshain wäre ich schmunzelnd vorbeigelaufen, doch ich bin in Greifswald. Mir schiesst Bismarcks Spruch «Wenn die Welt untergeht, so ziehe ich nach Mecklenburg, denn dort geschieht alles 50 Jahre später», den wir erweiterten um «und danach gehe ich nach Vorpommern, da dauert&#8217;s weitere 50», durch den Kopf. Wieder merke ich, wie überheblich wir doch alle waren: der Fürst und wir progressiven studentischen Hilfsrevolutionäre. Die Metropolen werden vom Fortschritt nach vorn gepeitscht, doch die belächelte beschauliche Ruhe der Provinz hat den revolutionären Geist erhalten. Die Provinz ist zur Front geworden! Metropolitaner, fürchtet die Kleinstadtrevoluzzer! Sie werden sich erheben, die Inseln Eurer Zivilsation umzingeln und den Euern globalisierten Wahnsinn in ein Reich der Glückseligkeit putschen!</p>
<p>Oder so.</p>

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</div>]]></content:encoded><description>Tag der Deutschen Einheit. Vor der Mensa ein Punkkonzert.Stürmische Kälte. Eine Traube von 70 Menschen drängt sich um eine kreischende Stimme mit kaum verständlichem Englisch. Es ist dunkel. Wahrscheinlich ist das Equiment stilgemäss zusammengeschnorrt worden. Hin und wieder weht ein paar Wortfetzen herrüber, aus denen sich schließen lässt, dass hier die bereits totgeglaubte Fahne der [...]</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">0</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/alles-gute-nachtraglich-650</feedburner:origLink></item><item><title>Auszeit</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/4AnEqAe6qjQ/auszeit-631</link><category>Nicht-Reisen</category><category>schön</category><category>träumen</category><category>Zeit</category><category>zeitlos</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Fri, 21 Aug 2009 05:09:39 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=631</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Ich trete ins Freie, entzünde meine Zigarette, nehme einen ersten tiefen Zug, schaue mich um. Der Himmel hängt grau überm Land und lässt einen Mittagsregen niedergehen. Ich laufe los, der Asphalt löst sich nur ungern von der Wärme der Vortage, wärmt dafür meine Füsse, in den Rinnsteinen liegen weggefegte Kiesel. Vor den Reihenhäusern liegen die Beete und saugen das fallende Lebenselexier ruhig, doch voller dankbarer Gier auf. Die kleine Straße ist leer, die aufgereihten Gärten hinter den Häusern hübsch anzusehen, zierliche Gemüsebeete drängen sich dicht an kleine Gewächshäuser, die Rasenflächen werden wohl morgen gekürzt. An einer Hauswand rankt zaghaft empor ein Wein,  dessen erste Ernte noch ein Jahrzehnt wird brauchen, doch er hat sie, die Zeit. Die Tage ziehen langsamer hier. Unter einem Verschlag wartet eine Katze auf das Ende des Regens und ist darüber eingeschlafen. Überhaupt scheint die ganze Siedlung zu schlafen, einen sanften, tiefen Mittagsschlaf. Die Postfrau kommt mir geschäftig entgegen und trotz aller gebotenen Eile ist auch auf ihrem Gesicht Schlaf zu lesen. Auf einem größeren Stück Rasen steht eine Schaukel und wartet. Leise fallen die Regentropfen auf Blätter, Blüten, Gras, wiegen sich die Pappeln müde im Wind, nach den Strapazen der letzten Hitzetage ruht sich alles aus, der Regen lullt sie mit seinem sanften Singsang ein und lässt von der Vergänglichkeit der Zeit nur mehr eine Ahnung zurück. Unter einem Carport erwartet ein Berhardiner sein Herrchen, auch er schläft lieber, als die Katze von nebenan zu jagen.</p>
<p>Schwach schwebt die letzte Rauchwolke meiner Zigarette durch die Regenluft, wird von den Tropfen durchlöchert, bis sie ganz verschwindet. Ich schaue mir auf die Fußsohlen, sie sind sauber, ich tappe durch die Pfützchen. Das weiche, warme Wasser umspült mir die Sohlen. Ich verschenke einen Gedanken an die große laute Stadt, lasse ihn fliegen, er sackt zu Boden, bleibt liegen. Ich hebe ihn auf, ein wenig flattert er noch mit den kleinen Flügelchen, doch schließlich schläft auch er. Ich kehre zurück zum elterlichen Haus, beschaue meine Fußsohlen und es scheint fast, als ob sie sauberer sind als zuvor.</p>

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</div>]]></content:encoded><description>Ich trete ins Freie, entzünde meine Zigarette, nehme einen ersten tiefen Zug, schaue mich um. Der Himmel hängt grau überm Land und lässt einen Mittagsregen niedergehen. Ich laufe los, der Asphalt löst sich nur ungern von der Wärme der Vortage, wärmt dafür meine Füsse, in den Rinnsteinen liegen weggefegte Kiesel. Vor den Reihenhäusern liegen die [...]</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">0</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/auszeit-631</feedburner:origLink></item><item><title>Wieder in Berlin</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/UKvmKZ8fL8I/wieder-in-berlin-619</link><category>Nicht-Reisen</category><category>Berlin</category><category>Danke BVG</category><category>Das ist doch albern!</category><category>Ich plädiere auf geistige Abwesenheit</category><category>Johann Sebastian Bach</category><category>Johann Wolfgang von Goethe</category><category>Neil Tennant</category><category>Peter Alexander</category><category>schön</category><category>Schonkaffee</category><category>Selbstversuch</category><category>social network</category><category>Straßenbahn  Bus &amp; Co</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Wed, 19 Aug 2009 04:03:07 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=619</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><strong>20 Uhr 44. </strong>Drei Flaschen vorzüglichen Rieslings im Gepäck treffe ich im Neuköllner Epizentrum der studentischen Feierlaune meines Matrikeljahres ein. Johanna mit den frisch gewaschenen Haaren öffnet die Tür, Laura muss noch malochen. Eine muss schließlich das Geld verdienen.</p>
<p><strong>20 Uhr 45. </strong>Vom vielen Reden sind uns die Kehlen ganz trocken und rau. Um unserer Selbst willen suchen wir fieberhaft nach Lösungen, Johanna hat Weißen im Kühlschrank gefunden, der wird zur ersten Hilfsmaßnahme erklärt.</p>
<p><strong>20 Uhr 46.</strong> Die erste Flasche öffnet sich fast von selbst. Wie immer. Der Wein schmeckt, obwohl er als Medizin gilt. Unser Glückstag!</p>
<p><strong>22 Uhr 53. </strong>Laura ist endlich fertig. Trifft sich gut, denn Johanna und ich brauchen dringend Nahrung.</p>
<p><strong>23 Uhr 07.</strong> Döner hat die Currywurst als typisches Berliner Gericht abgelöst. Gibt&#8217;s auch viel häufiger und europaweit. Die Türkei muss überhaupt nicht in die EU, sie ist schon längst da. Europäische Nachkriegsesskultur ohne Döner? Undenkbar!</p>
<p><strong>1 Uhr 30.</strong> Die Urlaubserzählungen sind vorbei. In den Weinflaschen herrscht auch gähnende Leere. Durchzählen&#8230; ein, zwei, drei, vier,  fünf. Alle Flaschen anwesend. Alle Flaschen leer. Schade eigentlich. Während ich in trüb-schwermütigen Gedanken an Systembollaget denke, senden Johanna &amp; Laura fast gleichzeitig ein bekanntes Stoßgebet gen Himmel: <em>Späti, gib uns Nachschub!</em> Ich schiebe ein <em>Berlin, Hallelujah, Berlin!</em> hinterher.</p>
<p><strong>1 Uhr 31.</strong> Wir küren Johanna zur Oberhofweinbesorgungsfachfrau.</p>
<p><strong>1 Uhr 37.</strong> Nachschub trifft ein, ein kurzes liebliches Ploppen durchzuckt den Raum, gefolgt von Schwefelgeruch, der der rauchgeschwängerten Luft eine weitere Note hinzufügt. Die Musik wird von <em>laut</em> auf <em>richtig laut</em> gestellt, ein Ball aus drei ziemlich angetrunkenen Menschen schickt sich an, zu einem spontan ausgesuchtem Mix aus 80er und Elektro zu tanzen. Wechselweise wird über die aktuelle musikalische Leitung entschieden. Das Neuköllner Epizentrum afrikawissenschaftlicher Feierlaune ergeht sich in meisterhaften Elegien rhytmischer Zuckungen.</p>
<p><strong>2 Uhr 17.</strong> Ich muss dringend schlafen. Sagt mein Körper. Laura heisst mich eine weitere Flasche Wein aufzumachen. Das halbtrockene Ploppen verstummt im Treiben der Bässe. Die Gläser spielen Ringelreihen, kommen und gehen, werden zusammengestossen und geleert, um anschließend von Neuem gefüllt zu werden.</p>
<p><strong>2 Uhr 59. </strong>Die siebte Flasche hallt als Dominantsept in mir nach: Sehr dominant und nach Auflösung strebend. Ich muss ins Bett, doch die Damen unbeaufsichtigt auf der Tanzfläche zurückzulassen bringe ich nicht übers Herz. Auf geht&#8217;s, ab geht&#8217;s, drei Tage wach&#8230;</p>
<p><strong>3 Uhr 30. </strong>Mein Körper strebt zielsicher eine Lösung entgegen, doch nicht ins muntere Dur, sondern ins schläfrige moll, wenn ich mich nicht beeile, gibt es noch einen Vorzeichenwechsel. Ich füge mich, denn mich zu wehren vermag ich beim besten Willen nicht mehr.</p>
<p><strong>3 Uhr 31. </strong>Ich falle tot ins Bett.</p>
<p><strong>3 Uhr 32. </strong>Es ist Lauras schätze ich, schließlich scheint sie im Dunkel herumzuschweben. Oder liegt sie neben mir? Sie redet. Redet sie? Doch, es ist ihre Stimme. Lauras Zimmer.</p>
<p><strong>7 Uhr 30.</strong> Meine mobile Wundermaschine mit den vielen Macken feuert ihren ersten Event des neuen Tages - ein Wecker klingelt.</p>
<p><strong>Irgendwann Uhr Später.</strong> Das Telefon triggert den zweiten Event: Aufgrund mangelnder Interaktionsbereitschaft seitens der humanoiden Akteure Klingeln einstellen.</p>
<p><strong>9 Uhr 00.</strong> Ein weiterer Weckversuch wird gestartet.</p>
<p><strong>9 Uhr 01.</strong> Ich werde munter und öffne meinen Schlafsack. Peter und Alexander durchstreifen noch Morpheus&#8217; weites Reich.</p>
<p><strong>9 Uhr 02.</strong> Vor dem Zelt steht Neil Tennant in Elton Johns Nikita-Outfit und reicht mir einen Schonkaffee.</p>
<p><strong>9 Uhr 12. </strong>Neil und ich trällern lauthals <em>Single-Bilingual</em>, als ein Elch vorbeikommt und mitsingt. Peter und Alexander sind zu einem verkaterten Peter Alexander mutiert. Peter Alexander geht Espresso kaufen und raucht kubanische Zigarren.</p>
<p><strong>9 Uhr 13.</strong> Der Elch singt schief, Neil ist verstimmt und geht.</p>
<p><strong>9 Uhr 14. </strong>Der Elch singt nicht wirklich, doch kommen melodische Geräusche aus seinem Maul.</p>
<p><strong>9 Uhr 15. </strong>Der Elch ist ein Wecker. Der Elch ist mein Wecker. Mein Wecker klingelt. Na bitte, wer sagt&#8217;s denn? Rätsel gelöst. So Elch, du darfst bitte gehen, Neil und ich waren nämlich noch nicht ganz fertig mit singen.</p>
<p><strong>9 Uhr 16. </strong>Der Elch geht, das Klingeln bleibt. Ich drehe mich nach allen Seiten um. In einem Gebüsch hockt Neil und wippt zum Takt der Musik, sein Anzug leuchtet in der Morgensonne. Ich rufe ihn an, er redet, doch es klingt wie der Wecker.</p>
<p><strong>9 Uhr 17.</strong> Frühsport à la Mimmelitt: Linkes Auge auf, linkes Auge zu; rechtes Auge auf, rechtes Auge zu; auf, zu, auf, zu; beide Augen auf, beide Augen zu; auf, zu, auf, zu. Tückische Täuschung! Neil ist weg, der Elch auch. Peter Alexander wird nicht mit Kaffee wiederkommen, er wird überhaupt nicht wiederkommen! Dafür liegt eine komatöse Frau neben mir. Beide Augen auf. Laura. Laura. Laura?! Laura. Ich werfe die Erinnerungsmaschine an, sie wirft mir ein paar Fetzen vor die Füsse, ich beuge mich äußerst vorsichtig nach unten und schaue mir die Polaroids der letzten Nacht an. Laura. Stimmt schon. Viertel zehn war das? Schon?! Alle Maschinen volle Kraft voraus!</p>
<p><strong>9 Uhr 18.</strong> Volle Kraft fühlt sich anders an. Das ist eher Schonkaffee. Zwei weitere Polariods tun sich vor mir auf. Das eine mit vollen Flaschen, das andere voller Flaschen, aber leere. Das erklärt das Schonkaffeegefühl.</p>
<p><strong>9 Uhr 42.</strong> Frisch geduscht, behutet und bebrillt steuere ich durchs Treppenhaus. Der Mensch unter der Wohnung ist munter. Jetzt schon? Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, seine Nacht war doch gezwungenermaßen nicht wesentlich länger als unsere. Berlin eben. Durch die Wohnungstür klingt ein Schlager. Wenn nichts mehr geht, eins geht immer, denkt sich die Disco Queen in mir, zieht die Rollschuhe an und legt los. <em>Und dann die Hände zum Himmel und lasst uns fröh-lich sein! </em>Mein Hirn wacht von den Tanzbewegungen des Alkohols auf. Ganz vorsichtig.</p>
<p><strong>9 Uhr 43. </strong>Es dreht sich doch nochmal um. Naja, der Wille zählt.</p>
<p><strong>9 Uhr 47</strong>. Der U-Bahnhof riecht wie sieben Toiletten rückwärts. Berlin Neukölln, Du hast mich wieder!</p>
<p><strong>9 Uhr 48. </strong>Ich bekomme langsam ein Gefühl für meinen Schädel. Er braucht jetzt vor allem Ruhe und viel Platz. Ein Schonkaffee wäre schon schön, wird wohl aber nicht helfen. Das Blut im Alkohol versucht derweil, die Herrschaft an sich zu reissen, doch wird der dilletanitsch ausgeführte Putschversuch bereits im Ansatz vereitelt.</p>
<p><strong>9 Uhr 51.</strong> Die U-Bahn fährt ein. <em>Jaqueline, mache du die Affenmusik aus</em>, tobt mein Schädel. Ich gebe ihm Bach und er ist&#8217;s zufrieden. Die Tür geht nicht ganz auf, ich muss meinen Kopf vorsichtig durch den Türspalt falten.</p>
<p><strong>10 Uhr 06.</strong> Nahrung! Echt-Kaffee! Ich! In einer Nacht-und-Nebel-Aktion, das Überraschungsmoment gekonnt genutzt, obsiegt das Blut über den Alkohol.</p>
<p><strong>10 Uhr 07.</strong> Der Alkohol schlägt zurück. Ich vermittele einen Waffenstillstand samt Abrüstungsplan.</p>
<p><strong>10 Uhr 09.</strong> Im Büro. Ich muss meine Sonnenbrille abnehmen, Paul schaut mich an und meint nur: <em>You look worse than I feel. </em></p>
<p><strong>10 Uhr 12.</strong> Mails checken, Soziale Netzwerke prüfen. Das Klopfen in meinem Kopf vermenschlicht sich. Es ist Neil! Ich setze die Kopfhörer auf&#8230; <em>New york city boy / You&#8217;ll never have a bored day / cause you&#8217;re a new york city boy </em></p>

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</div>]]></content:encoded><description>20 Uhr 44. Drei Flaschen vorzüglichen Rieslings im Gepäck treffe ich im Neuköllner Epizentrum der studentischen Feierlaune meines Matrikeljahres ein. Johanna mit den frisch gewaschenen Haaren öffnet die Tür, Laura muss noch malochen. Eine muss schließlich das Geld verdienen.
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<p>Das statistische Bundesamt hat vor zweieinhalb Jahren die <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Statistiken/Bevoelkerung/VorausberechnungBevoelkerung/InteraktiveDarstellung.psml" target="_blank">Ergebnisse seiner 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung</a> präsentiert. Aus den Grafiken lässt sich zum Beispiel herauslesen, dass sich der Anteil der über 35-jährigen seitdem kontinuierlich gesteigert hat. Waren die Alten während der letzten Revolution noch in der Unterzahl, so werden sie sich bis 2050 einen bequemen Vorsprung von gut 20% verschafft haben. Wenn 70% der Bevölkerung lieber in Ruhe Sportschau und Sturm der Liebe gucken wollen, lässt sich&#8217;s schwer revoluzzen. Naja, man könnte von 7 bis 13 Uhr und dann nochmal von 15 bis 22 Uhr.  Das sind immerhin 11h Revolution am Tag und anschließend kann man noch eine Stunde beraten, um dann 8h zu schlafen und frisch, fromm, fröhlich, frei in den neuen Revolutionstag zu stürzen. Von 13 bis 15 Uhr gäbe es sogar Mittagspause und Halbzeit zugleich.</p>
<p>Sozial verträgliche Revolutionen! Das wird der neue deutsche Exportschlager!</p>
<p>Okay. Ich nehme, alles zurück: Danke, liebe 68-er. Durch Euer beherztes Aufbegehren werden wir Jungen zwar in die demographische Defensive gedrängt, doch wenn wir dies als Chance und nicht als Problem begreifen, können wir revoluzzen ohne die staatliche Ordnung zu gefährden <em>und</em> dieses revolutionäre Revolutionsprinzip in die Welt exportieren, um davon die Renten Eurer Kinder zu bezahlen und Euch zu gefallen.</p>
<hr style="height: 1px; width: 99%;" size="1" />
<p>Gut. Ich bemerke gerade, dass ich demographisch gerade noch so in die gerade erwähnte Generation hineinfalle. Andererseits aber auch wieder nicht. Eigentlich bin ich auch ein Kind der Praktikums- und Krisengeneration. Das sind die Menschen, die trotz multipler Auslandsaufenthalte, Qualifikationen und Fremdsprachen nur an Praktika geraten. Das ist das Prinzip, was zwar allgemein durch Lippenbekenntnisse verschmäht wird, aber weiterhin gängige Praxis ist. Euer Prinzip. Ein Weiteres ist, uns von Kindesbeinen an die Angst vor dem Aufmucken einzubläuen, weil nur Duckmäuser Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Das war sehr clever von Euch. Macht nur so weiter und Ihr werdet Euch eine Generation williger Rentenleistungerbringungsaffen heranzüchten, die für Euch tanzt, während Ihr von individueller Freiheit, Bürgerrechten und demokratischen Prinzipien schwadroniert. Dann könnt Ihr Euch jeden Morgen im Aufenthaltsraum Eures Pflegeheimes treffen und gemeinsam diese Jugend von heute begaffen, die sich auf der Straße darum prügelt, die Gebisse von 150 alten Menschen putzen zu dürfen. Für ein Mittagessen, versteht sich. Der Rest muss an Euch gehen, ihr seid ja schließlich die pflegebedürftige Mehrheit und wir leben in einer solidarischen Gemeinschaft. Mit Euern statistischen 1,4 Kindern seid Ihr alle Eltern.</p>
<p>Wisst Ihr, was Ihr eigentlich verdient hättet? Dass sich die heutige Jugend als Minderheit begreift, sich zusammenrottet, Minderheitenschutz beantragt und Euch bei dieser Gelegenheit ins Gesicht sagt, was ihr an Eurem System nicht passt:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Entweder Zukunftsjobs oder Schluss mit lustig.<br />
Entweder Ihr macht hier mal wirklich was oder wir werden Eure Rente nicht zahlen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Entweder alle hören auf, unsere Planeten zu terminieren, anstatt nur davon zu reden oder <em>wir</em> bringen die Zukunft zu Ende.<br />
Denn eins ist mal klar: Wenn&#8217;s auf dem Planeten kuschelig warm sein wird und Eure dämlichen Atomfässer im Salzschacht fleißig vor sich hinbrodeln, werdet Ihr nicht mehr anwesend sein.<br />
Wir aber schon.<br />
Meint ihr allen Ernstes, wir haben Lust darauf?<br />
Meint Ihr allen Ernstes, wir würden das Gleiche machen wie Ihr - Kinder in eine verrottende Welt setzen und hoffen, dass es denen einmal besser gehen wird, obwohl wir doch alle längst wissen, dass das nicht der Wahrheit entspricht - und den zweifelhaften Mut aufbringen, diesen - unseren - Kindern diese Lebenslüge der Gesellschaft ins Hirn zu pflanzen?
</p>
<p style="padding-left: 30px;">Gebt uns Jobs und bezahlt uns anständig, sonst ist sozialer Frieden etwas, wovon Ihr träumen könnt, wenn wir Euch lassen.</p>
<p>Obwohl: Ein Aufstand der Jugend gegen das Alter muss fehlschlagen, weil die Kommunikationsebenen andere sind. Die Jugend argumentiert und handelt eher emotional, während das Alter eher (pseudo-) sachlich spricht.</p>
<p>Nun. Das können wir auch.<br />
Wenn wir wollen.<br />
Wollen wir aber nicht.<br />
Aber wenn wir wollten, ginge das höchstwahrscheinlich so: Wir sagen Euch einfach ganz in Ruhe wie wir uns das vorstellen und präsentieren Euch einen neuen Gesellschaftsvertrag. Falls Ihr den ablehnt, werden wir uns umdrehen und Euch ignorieren.  Und die Rentenkasse mit unseren frischgezeugten Kindern plündern. Ha!</p>

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</div>]]></content:encoded><description>Man kann den 68-ern ja vorwerfen, was man will. Heute will ich ihnen auch einmal etwas vorwerfen. Nämlich, dass sie mit ihrem verhunzten Aufstand für die Vergreisung der deutschen Gesellschaft verantwortlich sind.
Das statistische Bundesamt hat vor zweieinhalb Jahren die Ergebnisse seiner 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung präsentiert. Aus den Grafiken lässt sich zum Beispiel herauslesen, dass sich [...]</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">1</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/bedrohte-minderheiten-heute-die-jugend-605</feedburner:origLink></item><item><title>Zäsuren.</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/PW7hw6BHYU4/zasuren-2-585</link><category>Gedanken</category><category>Bundeswehr</category><category>Leipzig</category><category>nachdenken</category><category>nachgedacht</category><category>Reisen</category><category>schade</category><category>schön</category><category>Schüler</category><category>Selbstversuch</category><category>Wehrdienst</category><category>Zäsur</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Thu, 02 Jul 2009 04:54:48 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=585</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Mein Neffe ist beim Bund. Gerade lief er noch mit seiner viel zu großen Brille fröhlich lachend durch die Wohnung und plötzlich trägt er eine Uniform. Wo ist nur die Zeit geblieben? Ihn gehen zu sehen ist schon seltsam. Vor mittlerweile einem Jahrzehnt war ich es, der zum Dienst ging. Und jetzt Robert. Damals war er gerade erst aufs Gymnasium gekommen, mittlerweile hat er sein Abitur.</p>
<p>Irgendwie ist es schizophren: Seit Generationen schickt meine Familie ihre Söhne zur Armee. Inzwischen ist er die dritte Generation, die mit Sicherheit auch wiederkommt. Wir gehen ohne großes Nachdenken. Wir gehen, leisten unseren Pflichtdienst und verschwinden wieder. Und doch verurteilen wir deutsche Kriegseinsätze. Das Nachdenken ist auch von zwei Seiten her blockiert. Einerseits wird über einen längeren Dienst nicht wirklich nachgedacht, weil das Auslandseinsätze mit sich führen würde. Andererseits fragen wir uns nicht, was mit dem Grundwehrdienst eigentlich verbunden ist, nämlich die prinzipielle Anerkennung der Notwendigkeit einer Armee, deren eigentlicher Sinn der Angriff und nicht die Verteidigung ist. Wären alle Armeen nur auf Defensive aus, würde sich das Konzept von selbst erledigen.</p>
<p>Wie dem auch sei, mit Roberts Eintritt in die Bundeswehr geht auch etwas zu Ende. Er geht und kommt wieder. Doch er geht und kommt als ein anderer. Diese Veränderung sehen wir nur aus der Ferne, nur in den Momentaufnahmen. Er ist dem Einfluss der Familie entzogen worden, steht zum ersten Mal völlig allein in einem fremden Umfeld und muss sich behaupten. Dass er das meistern wird, steht außer Frage. Und dennoch - wir als seine Familie sind nicht da, um ihm zu helfen. Er muss es ganz allein schaffen. Dieses Loslassen ist das bittersüße in der Freude über seine Selbstständigkeit.</p>
<p>Gestern telefonierte ich mit meinem Bruder, der ihn in die Kaserne brachte. Er war gerade auf dem Heimweg. «Alles Scheiße», meinte er. Ihm fällt es auch nicht leicht, seinen Jungen gehen zu sehen. Aber beide wissen wir, dass dieser Schritt notwendig ist - in Roberts Interesse. Beide haben wir das Gleiche erfahren. Und trotzdem.</p>
<p>Schließlich huscht mir noch ein kleines Lächeln übers Gesicht. Ich freue mich schon auf das erste Wiedersehen mit Robert. Wir werden bei meinen Eltern im Garten sitzen, grillen und Bier trinken. Die alten Hasen unter uns werden erzählen, dass früher alles viel härter war und er sich glücklich schätzen kann, dass er in diesen Zeiten dienen darf. Danach packen wir unsere Dienstgrade aus und norden den Gefreiten in spe erst einmal ein. Zwar sind die Schulterstücke aller vor mir längst passé, denn inzwischen bin ich der Einzige, auf den sich der Ernstfall einer Generalmobilmachung auswirken könnte, aber das zählt in diesem Augenblick nicht. Schließlich haben wir alle längere Dienstzeiten als er.  Nun wird er seine neuesten Geschichten über StUffze und Uffze und OGs und HGs und die Fähnriche und Fahnenjunker auspacken. Wir werden sie gnädig anhören, dabei genüsslich unser Gerstenbrot trinken und anschließend spenden wir ihm Trost und Stärke, indem jeder seine eigenen Geschichten auf den Tisch legt. Genau dieser Augenblick ist etwas eigenartiges: In diesem Moment verbrüdern wir uns nicht als Väter, Brüder und Söhne sondern als Kameraden. Eigentlich geht es dabei darum, Robert in den Kreis der Männer der Familie aufzunehmen - und Feststellung der Hierarchie ist dabei wichtig. Das interessante dabei ist allerdings, dass dies über einen außerfamiliären Zusammenhang geschieht.</p>
<p>Genau jetzt muss ich über dieses zukünftige Treffen schmunzeln. «Mensch, woher kommt Dir das nur bekannt vor?» Und da fällt es mit ein «Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt.» Heinrich Mann: Der Untertan. Ach ja, die gute alte Kaiserzeit. Damals war es Sedan 1870, davor waren es die 48er und davor die Teilnehmer der Völkerschlacht. Heute zählen nicht die geschlagenen Schlachten, sondern wieviel Zeit jemand zum Antreten in Kampfmontur hatte oder welche Ereignisse es während der Wachdienste gab. Das Prinzip ist dasselbe, die Geschichten sind andere.</p>

<p><a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/eQUKjEC2ltlEPTVgfM_cogdV-pw/0/da"><img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/eQUKjEC2ltlEPTVgfM_cogdV-pw/0/di" border="0" ismap="true"></img></a><br/>
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</div>]]></content:encoded><description>Mein Neffe ist beim Bund. Gerade lief er noch mit seiner viel zu großen Brille fröhlich lachend durch die Wohnung und plötzlich trägt er eine Uniform. Wo ist nur die Zeit geblieben? Ihn gehen zu sehen ist schon seltsam. Vor mittlerweile einem Jahrzehnt war ich es, der zum Dienst ging. Und jetzt Robert. Damals war [...]</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">0</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/zasuren-2-585</feedburner:origLink></item><item><title>Michael Jackson stirbt und das Internet bricht zusammen.</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/8Z60i9jCN-A/michael-jackson-stirbt-und-das-internet-bricht-zusammen-580</link><category>Gedanken</category><category>Internet</category><category>Zeitgeist</category><category>putzig</category><category>Aber bitte mit Musik</category><category>Das ist doch albern!</category><category>fake ddos</category><category>Fundstelle</category><category>google</category><category>Hype</category><category>Ich plädiere auf geistige Abwesenheit</category><category>michael jackson</category><category>schade</category><category>social network</category><category>Spam</category><category>trendy</category><category>twitter</category><category>UCE</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Sat, 27 Jun 2009 15:56:06 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=580</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Ist doch völlig logisch, oder?</p>
<p>Nicht? Doch. Und zwar weil:</p>
<p>Web2.0 hat aus dem Informierungsdrang der Menschheit vielerorts bereits einen Zwang entstehen lassen.  Mit den entsprechenden Repressalien auf allen Kommunikationskanälen. <em>Ich habe Dir vor einer Stunde eine Mail geschrieben, warum antwortest Du nicht?</em> oder noch besser <em>Ich habe Dich angerufen, aber Du bist nicht rangegangen.</em> Vielleicht will ich einfach nicht? Egal. Halten wir einfach fest, dass Menschen jetzt, wo sie kommunizieren können, glauben, sie müssten kommunizieren. Denn das Konzept von Sender-&gt;Botschaft-&gt;Empfänger funktioniert nur, wenn der Empfänger auch empfängt.</p>
<p>Mit diesem gehen wir einen Schritt weiter: Das Internet das weltweite Kondolenzbuch. Seit Michael Jackson gestorben ist. Genauer gesagt liegt es an Twitter. Die sind der ganzen Sache noch nicht gewachsen. Twitter hatte eine <a href="http://www.examiner.com/x-4519-SF-News-Media-Examiner~y2009m6d27-Websites-swamped-after-Michael-Jacksons-death-Google-feared-it-was-under-attack" target="_blank">Verdopplung der sekündlichen Nachrichten</a> zu verkraften. Das ist jetzt nicht wenig. (Nagut, man könnte jetzt sagen, mit einem cleveren EC2-Konzept hätte man entgegenwirken können.) Doch nicht nur Twitter hatte zu tun. AIM war für 40 Minuten einfach tot und der  Alles-von-Michael-Jackson-Kanal bei AOL Radio hatte mal locker flockig 28.471% mehr Zugriffe. In Worten: Achtundzwanzigtausendvierhunderteinundsiebzig. Da hilft das beste Konzept nichts. Da ist es einfach nur vorbei.</p>
<p>Aber das Internat ist nicht nur Kummerkasten. Es ist auch die weltweite Welterklärmaschine. Seit der Patrick-Swayze-Panne ist man vorsichtig geworden, per Gerücht Menschen für tot zu erklären. Doch in den Minuten der Ungewissheit und des Wartens fragt man das Netz natürlich häufiger. <a href="http://news.cnet.com/8301-1023_3-10273325-93.html?tag=mncol;txt" target="_blank">CNET hat sich eine Grafik dafür besorgt</a>. Bei wikipedia <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Administrators'_noticeboard/Incidents#Michael_Jackson_cardiac_arrest_.2F_reported_death" target="_blank">stritt man sich</a> höchst offiziell, ob und wie und wann man denn nun schreiben darf, dass der Mensch tot ist. Die Webseiten der Zeitungen und Fernsehstationen waren entweder unwahrscheinlich langsam oder schlicht und ergreifend weg. Auch hierzu hat <a href="http://news.cnet.com/8301-1023_3-10273277-93.html?tag=mncol;posts">CNET einen schönen Artikel</a>.</p>
<p>Selbst google war der Sache<a href="http://news.cnet.com/8301-17939_109-10274137-2.html"> nicht gewachsen</a>. Aufgrund des sprunghaften Anstieges des Datenaufkommens hat sich die google-Maschine entschlossen, das als Angriff zu werten und in den entsprechenden <a href="http://arstechnica.com/web/news/2009/06/internet-groans-under-weight-of-michael-jackson-traffic.ars" target="_blank">Selbstschutz-Modu</a>s zu gehen (Offenbar gibt es sowas. Toll, oder?). Damit war ein großer Teil der Webseiten zum Thema verdächtig.</p>
<p>In Los Angeles stirbt ein Mensch und die ganze Welt dreht völlig frei. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlingseffekt" target="_blank">Schmetterlingseffekt?</a></p>

<p><a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/mFGtM2hZ1Ok9KXmGK41SOLkcjro/0/da"><img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/mFGtM2hZ1Ok9KXmGK41SOLkcjro/0/di" border="0" ismap="true"></img></a><br/>
<a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/mFGtM2hZ1Ok9KXmGK41SOLkcjro/1/da"><img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/mFGtM2hZ1Ok9KXmGK41SOLkcjro/1/di" border="0" ismap="true"></img></a></p><div class="feedflare">
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</div>]]></content:encoded><description>Ist doch völlig logisch, oder?
Nicht? Doch. Und zwar weil:
Web2.0 hat aus dem Informierungsdrang der Menschheit vielerorts bereits einen Zwang entstehen lassen.  Mit den entsprechenden Repressalien auf allen Kommunikationskanälen. Ich habe Dir vor einer Stunde eine Mail geschrieben, warum antwortest Du nicht? oder noch besser Ich habe Dich angerufen, aber Du bist nicht rangegangen. Vielleicht will [...]</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">0</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/michael-jackson-stirbt-und-das-internet-bricht-zusammen-580</feedburner:origLink></item><item><title>Luft holen / Take a breath</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/iOR1v_HZxCw/luft-holen-take-a-breath-567</link><category>Gedanken</category><category>Internet</category><category>Zeitgeist</category><category>Aber bitte mit Musik</category><category>Antonín Dvořák</category><category>François-Joseph Gossec</category><category>Fundstelle</category><category>Hype</category><category>Iran</category><category>nachgedacht</category><category>schön</category><category>social network</category><category>twitter</category><category>Unterstützung</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Wed, 24 Jun 2009 08:56:34 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=567</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<table class="aligncenter" style="border-spacing:10px;" border="0" cellpadding="10">
<tbody>
<tr>
<td style="padding:5px;vertical-align:top;">Gerade ist alles ziemlich bunt: Twitter lässt die Leitungen glühen und unterstützt hyperhektisch das Aufbegehren einer Elite, Java &amp; PHP machen mein professionelles und seSotho &amp; Tibet mein akademisches Leben schwer.</p>
<p>Wie soll man da bitte zur Ruhe kommen?!</p>
<p>Natürlich mit einer Aufnahme von Antonín Dvořáks Humoresque op. 101 No. 7 in einer Interpretation von Mischa Elman! Uralt und wunderschön.</p>
<p>Auf ein beiläufig-kurzweiliges Detail möchte ich aber noch kurz aufmerksam machen. Das Video wurde von Warner Brothers produziert und verfügt über eine A- und B-Seite. Das ist wie eine 45er-Schallplatte, nur mit Videos.</td>
<td style="padding:5px;vertical-align:top;background-color:#FAFAFA;">At the moment, things are quite fast: Twitter has gone wild over supporting a elite&#8217;s uprising, Java &amp; PHP make my professional life a torture while seSotho &amp; Tibet doing the same for the academic.</p>
<p>How am I supposed to calm down then?</p>
<p>With a record of Antonín Dvořák&#8217;s Humoresque op. 101 No. 7 interpreted by Mischa Elman! Immemorial and marvellous at once.</p>
<p>There&#8217;s a fancy little detail. The video is like a 7&#8243;-vinyl but with video: The A-side is Dvořák while the B-side is Gossec. Interesting concept, Warner Brothers.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<a href="http://blog.reevolution.org/luft-holen-take-a-breath-567"><p><em>Click here to view the embedded video.</em></p></a>

<p><a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/E01LMxgm3_d0QvjZ1j49o58e8tY/0/da"><img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/E01LMxgm3_d0QvjZ1j49o58e8tY/0/di" border="0" ismap="true"></img></a><br/>
<a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/E01LMxgm3_d0QvjZ1j49o58e8tY/1/da"><img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/E01LMxgm3_d0QvjZ1j49o58e8tY/1/di" border="0" ismap="true"></img></a></p><div class="feedflare">
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</div>]]></content:encoded><description>


Gerade ist alles ziemlich bunt: Twitter lässt die Leitungen glühen und unterstützt hyperhektisch das Aufbegehren einer Elite, Java &amp;#38; PHP machen mein professionelles und seSotho &amp;#38; Tibet mein akademisches Leben schwer.
Wie soll man da bitte zur Ruhe kommen?!
Natürlich mit einer Aufnahme von Antonín Dvořáks Humoresque op. 101 No. 7 in einer Interpretation von Mischa Elman! [...]</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">1</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/luft-holen-take-a-breath-567</feedburner:origLink></item><item><title>Die Iraner web2.0-mäßig unterstützen…</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/FtPiORZpv5E/die-iraner-web20-masig-unterstutzen-563</link><category>Nicht-Reisen</category><category>Politik</category><category>Zeitgeist</category><category>Iran</category><category>Selbstversuch</category><category>Spam</category><category>UCE</category><category>Unterstützung</category><category>Wahlen</category><category>Wahlfälschung</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Sat, 20 Jun 2009 16:59:24 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=563</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<div>
<p>&#8230;ist eigentlich recht einfach: Ein Konto bei <a href="https://twitter.com/signup" target="_self">twitter</a> eröffnen und in den Profileinstellungen die Zeitzone auf GMT+3.30 sowie den Ort auf Teheran einstellen.</p>
<p>Der Grund: Die iranischen Sicherheitskräfte durchforsten derzeit die Twitter-Sphäre nach Landsleuten. Je mehr dieser iranischen Falschkonten entstehen, umso geringer wird die Zahl der echten Treffer. So kann man ihnen ein bisschen zusätzliche Arbeit aufhalsen und vielleicht den einen oder anderen Twitterer ein wenig decken.</p>
<p>Also: Mitmachen &amp; Weitersagen!</p></div>

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</div>]]></content:encoded><description>
&amp;#8230;ist eigentlich recht einfach: Ein Konto bei twitter eröffnen und in den Profileinstellungen die Zeitzone auf GMT+3.30 sowie den Ort auf Teheran einstellen.
Der Grund: Die iranischen Sicherheitskräfte durchforsten derzeit die Twitter-Sphäre nach Landsleuten. Je mehr dieser iranischen Falschkonten entstehen, umso geringer wird die Zahl der echten Treffer. So kann man ihnen ein bisschen zusätzliche Arbeit aufhalsen [...]</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">0</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/die-iraner-web20-masig-unterstutzen-563</feedburner:origLink></item><item><title>GEMA zurückpfeifen!</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/q_ZrPRSPozw/gema-zuruckpfeifen-560</link><category>Politik</category><category>eDemocracy</category><category>Gebühreneröhung GEMA</category><category>GEMA</category><category>GEMA will Gebühren erhöhen</category><category>nachdenken</category><category>Online-Petition</category><category>Petition: Bürgerliches Recht - Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) vom 19.05.2009</category><category>Unterstützung</category><category>Wahlen</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Wed, 17 Jun 2009 06:09:06 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=560</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Das habe ich soeben gemailt bekommen. Macht mit!</p>
<p>&#8212;8&lt;&#8212;</p>
<address></address>
<address>Hallo Freunde,</address>
<address>
dieses hier ist kein Newsletter, sondern eine wirklich große Bitte an  euch alle an der folgenden Petition des Bundestages teilzunehmen:</address>
<address> </address>
<address><a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4517" target="_blank">https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4517</a></address>
<address>
Die Registrierung ist sicher und läßt sich innerhalb von 2 Minuten  bewerkstelligen. Die Datenschutzerklärung ist in Ordnung und zur  Zustimmung braucht es dann nurnoch einen einzigen Klick.</address>
<address>
Es handelt sich um eine SEHR SEHR wichtige Petition, die ALLE  betrifft, die Musik machen, Musik hören, gerne auf Konzerte gehen oder generell einem großen kulturell schadhaftem Mißstand in unserem Land entgegentreten wollen: der Tantiemenverteilung der GEMA.</address>
<address>
Das Thema wird nur auf die Tagesordnung unseres Parlaments kommen, wenn bis zum 17.Juli 50000 Unterschriften gesammelt sind. Deshalb  bitte ich euch alle diesen Aufruf an eure Freunde weiterzuleiten und möchte insbesondere Musiker, Blogbetreiber und Journalisten um die Bekanntmachung der Petition und zum Aufruf an der Teilnahme bitten.</address>
<address>
Insbesondere geht es hierbei um die von der GEMA beabsichtige Erhöhung der Gebühren bei Live Musik um 600% (!!). Dies wird nicht nur den  Veranstaltern schaden, manche, vor allem kleinere Konzerte unmöglich machen, die Preise für Veranstaltungen erhöhen, es ist auch nicht zum Nutzen der Musiker (wie man eigentlich erwarten könnte).</address>
<address>Durch einen überaus komplexen Verteilungsplan, welcher u.a. Radioairplays (es werden Deutschlandweit nur 25 (!!) Sender</address>
<address>ausgewertet), Chartpositionierungen (die Erstellung der zur Auswertung kommenden Charts ist sehr fragwürdig), Unterscheidung zwischen E- und  U-Musik (E ist sogenannte ernste Musik, in erster Linie Klassik, U ist Unterhaltungmusik) beinhaltet, werden die von der GEMA eingenommenen Gelder nicht direkt den auftretenden Künstlern zugewiesen, sondern landen erst in einem „großen Topf“. Da fast alle Independent-Artists  weder auf Airplay, TV-Sendungen, oder Charterfolge, etc. verweisen  können, werden die Einnahmen vor allem Majorlabel-Artists, Lady Gaga,  Musikantenstadl und Co. zu Gute kommen. Es klingt abgedroschen, aber  es handelt sich hier um die Realität! Kleinere und mittelgroße  Künstler (also der größte Teil) werden von der Erhöhung der Gebühren  in der GEMA-Sparte Livemusik kaum profitieren! Im dreistelligen Euro- Bereich eingenommene Gebühren können hier schnell zu einem Centbetrag  zusammenschrumpfen.</address>
<address>
Bitte nehmt euch die Zeit!</address>
<p>das</p>
<p>White Trash Team</p>
<p>&#8212;&gt;8&#8212;</p>

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</div>]]></content:encoded><description>Das habe ich soeben gemailt bekommen. Macht mit!
&amp;#8212;8&amp;#60;&amp;#8212;

Hallo Freunde,

dieses hier ist kein Newsletter, sondern eine wirklich große Bitte an  euch alle an der folgenden Petition des Bundestages teilzunehmen:
 
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4517

Die Registrierung ist sicher und läßt sich innerhalb von 2 Minuten  bewerkstelligen. Die Datenschutzerklärung ist in Ordnung und zur  Zustimmung braucht es dann nurnoch einen einzigen Klick.

Es [...]</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">0</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/gema-zuruckpfeifen-560</feedburner:origLink></item><item><title>Eine erkenntnisreiche Erhellung</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/z3i8HNY0ZEE/eine-erkenntnisreiche-erhellung-558</link><category>Gedanken</category><category>asta</category><category>nachgedacht</category><category>protestzeit</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Tue, 16 Jun 2009 06:38:58 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=558</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Seit Jahren nun sitzen wir alten Haudegen, wir Veteranen früherer Schlachten zusammen, zeigen unsere Narben vor und unterhalten uns über die gute alte Protestzeit. Wir klopfen uns immer wieder gegenseitig auf die Schultern und sagen uns, wie sehr wir damals richtig gehandelt haben. Und wie sehr doch jetzt alles nicht mehr so ist, wie damals. Damals war vor sieben Jahren.</p>
<p>In der Art und Weise, wie an meinem Institut zum Thema Bildungspolitik derzeit agiert und gestritten wird, erkenne ich mich wieder. Mein Gott, was war ich damals verblendet! Kein Argument, nicht das Geringste kam an. Alles wurde abgeschmettert. Alles war neoliberal. Hat das Spaß gemacht, es diesen Lackaffen zu zeigen. Sie hatten es verdient, in Grund und Boden diskutiert zu werden: Die FDP-Wähler, RCDS-BWLer-Bauern und das ganze apolitische, denkfaule Pack, das lieber länger schläft anstatt zu protestieren! Und wenn man dann doch diskutierte und auf einer Ebene nicht weiterkam, sprang man einfach auf eine andere. Es gab ja genug, schließlich waren wie ja die Profis im hochschulpolitischen Geschäft! Plötzlich diskutierte man über das System und die Welt und völlig andere Zusammenhänge und irgendwann gaben sie auf und man hatte Recht.</p>
<p>Sieben Jahre später bin ich dieser Neoliberale. Und alles was ich sage wird auf- aber nicht angenommen. Und es hilft nichts, dass sich Viele für eine vermeintlich gute Sache einspannen lassen, die sich aus einer paradiesischen Vorstellung einer nie existenten Vergangenheit nährt. Und ich merke, dass Resignation nicht gleich bedeutet, argumentativ die Seite zu wechseln.</p>
<p>Nun, wie dem auch sei. Ich habe mich damals sehr verblendet und in meiner Verblendung vielen Menschen vor den Kopf gestoßen oder  - schlimmer noch - ihnen weh getan. Sieben Jahre sind eine lange Zeit, doch mir wurde es erst heute bewußt und deshalb will ich jetzt nachholen, was ich schon längst hätte tun sollen.</p>
<p><em>Ich bitte jeden um Verzeihung, den ich in der damaligen Phase meines Lebens vor den Kopf gestossen und/oder verletzt habe.</em></p>
<p><span style="font-size: x-small;">Ich weiß, ich mache das wieder super-theatralisch und nehme mich super-wichtig, aber dieses Mal ist es nicht so gemeint.<br />
</span></p>

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</div>]]></content:encoded><description>Seit Jahren nun sitzen wir alten Haudegen, wir Veteranen früherer Schlachten zusammen, zeigen unsere Narben vor und unterhalten uns über die gute alte Protestzeit. Wir klopfen uns immer wieder gegenseitig auf die Schultern und sagen uns, wie sehr wir damals richtig gehandelt haben. Und wie sehr doch jetzt alles nicht mehr so ist, wie damals. [...]</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">4</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/eine-erkenntnisreiche-erhellung-558</feedburner:origLink></item><item><title>Ich bin gegen den Bildungsstreik, weil</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/bcHPA9Fw8hc/ich-bin-gegen-den-bildungsstreik-weil-539</link><category>Gedanken</category><category>Projekte</category><category>Zeitgeist</category><category>asta</category><category>bildungskrise</category><category>bildungsstreik</category><category>bologna</category><category>hochschulpolitik</category><category>nachdenken</category><category>nachgedacht</category><category>schade</category><category>stupa</category><category>universitäten</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Sun, 30 Aug 2009 01:38:44 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=539</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<h3><strong>Vorbemerkung.</strong></h3>
<p class="MsoNormal">Vom 12.-19.6. 2009 wird ein bundesweiter Bildungsstreik stattfinden. Dabei sollen Studenten und Schüler gemeinsam auf die Straße gehen, um eine Debatte über Soll-Zustände des Bildungssystems zu initiieren.<span class="MsoFootnoteReference"> <a name="_ftnref1"></a></span></p>
<p class="MsoNormal">Ich habe für mich selbst einige Zeit geschwiegen. Ich habe mich mit den Forderungen der Studierenden lange und durchaus intensiv auseinandergesetzt. Und ich habe gezögert, meine Meinung (wenn auch in diesem kleinen Rahmen) zu veröffentlichen. Doch letztlich habe ich erkannt, dass es notwendig ist, sich kritisch mit dem Streik auseinanderzusetzen, um bereits vorher zu wissen, welches Geschirr am Ende der kommenden Woche zerbrochen sein wird. Ich weiß, dass man in dieser Situation besser ruhig sein und nichts sagen soll, anstelle aus den eigenen Reihen heraus Verrat zu üben. Ich tue es dennoch. Einerseits, weil ich festgestellt habe, dass es Mitstudenten von mir ähnlich geht, ihnen aber Hintergründe und Zusammenhänge fehlen. Andererseits, weil mir die Art und Weise des Streikes, seine Zielsetzung und Auswirkungen wirklich an sie Substanz gehen. Und – diese vermessene Hoffnung habe ich auch – sich vielleicht ein einzelner Journalist auf diese Seite verirrt und die eine oder andere Idee für eine Frage an die Studierenden erhält.</p>
<h3>Der Streik an sich</h3>
<p class="MsoNormal">Ein Studentenstreik ist die Ultima Ratio der Werkzeuge der Vertreter der Studierendenschaften.<a name="_ftnref2"></a> Das hat drei wesentliche Gründe. Erstens müssen sich die Asten und Stupen eingestehen, dass sie aus eigener Kraft nicht weiterkommen. Zweitens sind Studenten zum Studieren an den Hochschulen. Wenn sie also ihre Tätigkeit unterbrechen und damit ihr Studium potentiell gefährden, muss es schon etwas äußerst Wichtiges sein. Daher sollten die Vertreter mit diesem Gut höchst behutsam und sorgfältig umgehen. Drittens ist eine streikende Studierendenschaft kaum zu kontrollieren. Kontrolle aber ist ein Grundbaustein eines erfolgreichen Streiks.</p>
<p class="MsoNormal">Den ersten Punkt haben die Studierendenschaftsvertreter offenbar schon hinter sich. Denn indem sie ihre Studenten versammeln und zum Streik aufrufen, zeigen sie, dass all ihre bisherigen Anstrengungen gescheitert sind. Also jeder Versuch, in die Hochschulgremien zu wirken, jede Verhandlung mit den zuständigen Ministerien, jedes Gespräch mit den Bildungspolitikern des Landtages und jeder Versuch, sich in der Medienöffentlichkeit Gehör zu verschaffen.</p>
<p class="MsoNormal">Mit dem zweiten Punkt werde ich mich später detaillierter auseinandersetzen; für jetzt sei aber gesagt, dass die Bildungskrise nichts Neues ist. (Das Bildungssystem in Deutschland <em>ist</em> eine Krise.)</p>
<p class="MsoNormal">Drittens muss man als Studierendenschaftsvertreter davon ausgehen, dass seine Studenten nicht so sehr mit der Materie vertraut sind, wie das ein hochschulpolitischer Referent oder ein AStA-Chef etwa ist. Es ist also notwendig, seine Informationen zu sammeln, zu sortieren, zu entkomplizieren, danach Lektion für Lektion an die Studenten zu verteilen und alles so oft zu erklären, bis es der Letzte wirklich verstanden hat. Was „es“ ist? Die Geschichte, wie es dazu gekommen ist; die Akteure; die Interessen; wer welches Spiel spielt; wie unsere Strategie aussieht; warum sie so aussieht; was unsere derzeitige Position ist; warum sie so ist, wie sie ist; kurz: Alles, aber häppchenweise. Tut man das nicht sorgfältig genug, werden die Studenten mit komplexen Zusammenhängen überfrachtet und wenden sich ab. Oder sie missverstehen ihre Vertreter und sagen falsche Dinge. Schlimmer noch: sie könnten sich radikalisieren und Dinge tun, die man als Vertreter aller Studenten unmöglich tolerieren kann. Damit wäre jedwede Auswirkung des Streiks gleich Null.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Im Zeitpunkt des Streiks spiegelt sich auch das Verständnis der Vertreter über die Vertretenen wider. Keiner erklärt, warum gerade diese Woche gewählt wurde. In dieser Woche liegt immerhin der 17. Juni. Warum nicht die Woche davor oder die Woche danach? Warum gerade jetzt? Welche Botschaft verbirgt sich hinter dem Datum? Hat das Datum überhaupt eine Bedeutung?</p>
<p class="MsoNormal">Keiner erklärt, welche inhaltliche politische Arbeit dem Streik vorausgegangen ist. Es werden nur Streikaufrufe verteilt. Auch die Forderungsliste findet sich nur im Internet. Wenn die Studenten nicht gebrieft werden – und je mehr es sind, umso länger dauert so etwas – können sie nicht in dem dafür notwendigen Maße auf die Fragen der Journalisten antworten. Dann werden Situationen entstehen, die an den Schülerstreik im November erinnern.</p>
<p class="MsoNormal">Meiner Ansicht nach zeugt es von herbem Misstrauen der Vertreter gegenüber den Vertretenen, wenn sie sich auf einen Termin mit Wärmewahrscheinlichkeit festlegen. Diesem Misstrauen liegt ein Fehlschluss zu Grunde: Die sind eh alle unpolitisch und nicht zu motivieren. Wenn die Inhalte stimmen und wenn die Studenten wissen, warum sie für welches Ziel kämpfen, dann werden sie das auch tun. Aber dazu müssen die Studenten als Partner akzeptiert und behandelt werden und nicht als eine rufbereite dröge Masse von Mitläufern, deren Hauptzweck es ist, als Requisite für die Medienberichterstattung zu dienen.</p>
<p class="MsoNormal"><em><strong>Was aber wird dieser Streik erreichen?</strong></em> Nun, es wird die ganze Woche über berichtet werden. Vielleicht werden Teile der Linken, der SPD oder der Grünen das Thema aufnehmen und Wahlkampf damit betreiben. Das war&#8217;s dann auch schon.</p>
<p class="MsoNormal"><em><strong>Warum?</strong></em> Weil das Selbstverständnis der Studierendenvertreter recht einfach zu zeichnen ist: Der Staat soll es machen. Deshalb beschweren sie sich auch beim Staat. Deshalb fordern sie auch vom Staat. Aber der Staat ist nicht der Empfänger ihrer Botschaften. Sie wollen eine gesamtgesellschaftliche Diskussion anregen. Um überhaupt zu solche einer Diskussion zu kommen, müssen Informationen her. Informationen fehlen aber. Dafür gibt es Forderungen.  Das ist auch gut, aber nicht das Richtige. Hinzu kommt, dass die Hochschule selbst nach Autonomie gerufen haben und ergo ein Teil der Forderungen von den Hochschulen selbst zu erledigen ist. Für wen die Forderungen bestimmt sind, lässt sich allerdings nicht erkennen. Leider.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Ich muss noch das Folgende erklären, weil ich denke, dass ich sonst missverstanden werden könnte: Das prinzipielle Anliegen des Streiks ist nicht falsch. Die Herangehensweise ist es. Ein Streik funktioniert nur, wenn die Vertreter ihren Studenten erklären, was der Stand der Sache ist, wo sie in welchen Verhandlungen stecken und warum sie die Unterstützung ihrer Studenten benötigen. Ein Konzept also. Denn ein Streik hilft den gewählten Helfern, wenn die Studenten hinter ihren Vertretern stehen und dem Gegenüber damit klarmachen: Ihr solltet wirklich mit denen reden, denn was sie sagen, sagen wir alle auch.</p>
<h3>Zu den Forderungen</h3>
<p class="MsoNormal">Dieser Abschnitt wird etwas weniger trocken, dafür aber polemischer. Das liegt aber in der Natur der Forderungen. Die Adressaten meiner Kommentare auf die Forderungen sind ganz klar deren Verursacher.</p>
<h4>Soziale Öffnung der Hochschulen</h4>
<h2>den Abbau von Zulassungsbeschränkungen durch den Ausbau von Studienplätzen!</h2>
<p class="MsoNormal">Okay. Ihr wollt also allen ernstes zum Finanzminister Eures Vertrauens gehen, die Hand aufhalten und sagen: „Lieber Finanzminister, wir wollen eine siebenstellige Summe X von Dir, weil wir der Ansicht sind, dass jeder, auch jemand, der absolut keinen Zugang zu Naturwissenschaften hat, Quantenphysik studieren können sollte.“</p>
<p class="MsoNormal">Ihr führt damit das Leistungsprinzip in der Schule ad absurdum, nur dass Euch das klar ist. Ihr belohnt die Faulen und bestraft die Fleißigen.</p>
<h2>die Abschaffung von Studiengebühren und die gesetzlich verankerte Gebührenfreiheit von Bildung!</h2>
<p class="MsoNormal">Aha. Das ist gut. Nein im Ernst. Ich habe nur eine Frage: Wie wollt Ihr das fiskalisch abfedern?</p>
<p class="MsoNormal">Das wir uns nicht falsch verstehen: Studiengebühren gehören abgeschafft. Jedenfalls dort, wo sie eingeführt worden sind. Und sie gehören auch nicht eingeführt. Das ist allgemeiner Konsens. Nicht nur, weil das die Studenten unsinnig hoch belastet und unsozial ist, sondern weil sie nur eine Wirkung zeigen: Der Staat zieht sich weiter aus der Verantwortung. Nein. Nicht der Staat: Das Land.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Aber Semestergebühren und so bleiben, oder wie oder was? Die 250€ hier in Berlin sind ja nun auch kein Pappenstiel.</p>
<h2>die finanzielle Unabhängigkeit der Studierenden – ohne Kredite!</h2>
<p class="MsoNormal">Oh. Finanzen! Also wieder zurück ins Finanzministerium, rasch an die Tür vom Chef geklopft und hinein in die gute Stube. Wieder haltet ihr die Hand auf und dann sagt ihr: „Lieber Finanzminister, wir sind Studenten, wir haben es verdient, finanziell unabhängig zu sein und deswegen fordern wir das von Dir.“ Da sagt der Finanzminister zu Euch: „Na klar, Ihr habt völlig Recht.“, nimmt sich ein Blatt Papier, einen Stift und schreibt: „Hiermit verfüge ich, dass alle in unserem Bundesland Studierenden finanziell unabhängig sind.“ Damit das besser ankommt, geht er zu seinem Chef und lässt das auch von ihm unterschreiben. So. Nun seid Ihr finanziell unabhängig. Und nun?</p>
<p class="MsoNormal">Wieviel ist „finanzielle Unabhängigkeit“ im Monat? 600€? 800€? 1.000€? 1.500€? Was ist überhaupt dann mit den Lehrlingen? Bekommen die dann den gleichen Satz? Oder weniger, weil ihnen ja der Meister etwas zahlt? Oder haben die dann mehr? Ändert sich dann etwas am Krankenkassenbeitrag? Ist da ein Rentenbeitrag mit drin? Und Praktika sind dann ab sofort für lau. Oder ihr verdient etwas und bekommt dafür entsprechend weniger Geld. Wer soll das eigentlich zahlen?</p>
<p class="MsoNormal">Klar wäre das toll, aber das wird keiner machen. Das wird völlig verworfen.</p>
<p class="MsoNormal">Allerdings könnte die Politik (und die sprecht Ihr ja an) das Blatt auch mal lockerleicht umdrehen und fett die Bedingungen diktieren. So von wegen Regelstudienzeit und wozu das Geld auszugeben ist. Und wie ihr wisst, waren die Jungs und Mädels in den Ministerien bei der Berechnung der Hartz-IV-Sätze ziemlich kreativ. Das blüht Euch dann mit Sicherheit. Das machen die im freiwilligen Testbetrieb über 3 Jahre hinweg und legen die Bedingungen so, dass es nach 3 Jahren mangels Akzeptanz eingestellt wird.</p>
<h2>die Abschaffung jeglicher Diskriminierung, auch in ihrer institutionalisierten Form gegenüber ausländischen Studierenden!</h2>
<p class="MsoNormal">Aha. Jegliche Diskriminierung. Klar. Wo lebt ihr denn bitte? Die institutionalisierte Diskriminierung, darüber kann man ja reden. Was meint Ihr eigentlich damit? Dass Formulare in deutschen Universitäten nur auf Deutsch verfügbar sind? Dass Bürokratie in Deutschland mit Ausländern nicht so toll umgeht? Richtig. Die machen das auch nicht aus Spaß. Die Ausländerpolitik in Deutschland ist auf „Wollen wir eigentlich nicht haben, aber wenn es nicht anders geht…“ festgelegt worden. Da müsst ihr zu Bundestag und Bundesrat gehen und die CDU bitten, ihre Haltung diesbezüglich komplett zu ändern.</p>
<p class="MsoNormal">Außerdem würde das auch heißen, dass in jeder Universitätsstadt ein Mensch sitzen muss, der einer von den 6.500 gesprochenen Sprachen der Erde mindestens fließend mächtig ist, nur für den Fall, dass ein ausländischer Student in diese Stadt kommt und ein Formular ausfüllen möchte. Oder würde man die Studierenden diskriminieren, indem man auf eine Drittsprache wie Englisch oder Französisch zurückgreift? Schließlich sind die Sprachen wegen der Kolonialreiche so verbreitet. Nun, lassen wir das und nehmen an, dass ein Mensch mit bis zu vier Sprachen flüssig umgehen kann, dann wären wir mit Lebenspartner und dem statistischen Drittelkind bei etwa 3700 Einwohner, die jeder deutsche Hochschulstandort aufnehmen müsste. Super. Wir sehen also: Das wird nichts. (Ja, die könnten auch mehrere Hochschulstandorte gleichzeitig bedienen, aber das würde selbst Diskriminierungspotential besitzen und das wollen wir ja nicht.)</p>
<h2>Abschaffung von Bachelor/Master in der derzeitigen Form</h2>
<p class="MsoNormal">Frage: Warum wollt Ihr Bachelor/Master abschaffen?<br />
Antwort: Wollen wir nicht.<br />
Frage: Wollt Ihr nicht?<br />
Antwort: Nein, nur in seiner bisherigen Form.<br />
Frage: Ihr wollt das also verändern?<br />
Antwort: Ja.<br />
Frage: Warum schreibt Ihr das dann nicht hin?
</p>
<p class="MsoNormal">So. Um es gleich vorweg zu nehmen: „Bachelor/Master“ an sich ist schon mal Unsinn. Das heißt, ihr wollt was mit dem Abschluss machen. Eine schnieke Feier. Eine andere Urkunde. Oder meintet Ihr mit „Bachelor/Master“ das System, dass sich dahinter verbirgt? Ja? Aha! Gut. Das ist mal wieder absurd. Ihr habt es echt noch nicht begriffen. Okay. Noch einmal: <strong><em>Auch wenn es Euch nicht gefällt: BA/MA ist ein Fakt, mit dem Ihr umgehen müsst. Je eher Ihr das begreift, umso besser für die Studenten, für die Ihr sprecht. Der Magister ist tot. Er starb in dem Moment, als Bologna entstand. Das war vor 10 Jahren.</em> </strong>Euer ideologisch verblendeter Widerstand hat dazu geführt, dass die Hochschulen ihre Diplomstudiengänge widerwillig in drei- bzw. vierjährige Bachelorkurse gepresst haben. Danke dafür. Strukturreformen an den Hochschulen waren seitdem notwendig. Mit der Übernahme dieses Abschlussmodells ist man gezwungen, sich eine ganz neue Hochschulphilosophie anzueignen. Die allerdings muss man zunächst einmal verstehen wollen, um danach darüber nachzudenken, wie man das Alte und das Neue irgendwie miteinander verbinden kann. Stattdessen kommt Ihr im Jahr 10 nach Bologna noch immer mit dieser Abschaffen-Rhetorik. Das ist so was von 90er!</p>
<h2>die Abkehr vom Bachelor als Regelabschluss!</h2>
<p class="MsoNormal">Ja nee. Netter Versuch, dasselbe mit anderen Worten nocheinmal zu wiederholen.</p>
<h2>das Ende von Verschulung, Regelstudienzeit und Dauerüberprüfung!</h2>
<p class="MsoNormal">Verschulung ist ein Problem. Das habt Ihr erkannt. Sehr gut! Bei Fachhochschulen etwa ist das seit Ihrer Gründung Usus. Das war in den 1970ern. Verschulung kann man durch kluge Studien- und Prüfungsordnungen verhindern. Im Zuge der Umstellung auf das neue System wäre das möglich gewesen. Da aber das neue System aber ablehnt, lehnt Ihr auch seine Ordnungen ab. Nun, die Realität hat Euch eingeholt. Die Studiengänge jetzt zu ändern ist schwierig bis fast unmöglich.</p>
<p class="MsoNormal">Regelstudienzeit und Dauerüberprüfung. Okay, das geht in einem Aufwasch. Also: Ihr wollt Euch einschreiben und irgendwann fertig sein und nur in Schaltjahren einmal gefragt werden, ob Ihr auch etwas gelernt habt. Für ein Ja gibt’s ’ne 1,0. Ein ehrliches Nein nur 1,3. Merkt Ihr’s noch?</p>
<p class="MsoNormal">Das einzig sinnvolle ist doch, Studienprogramme so aufzulegen, dass sie zur der Lebenswirklichkeit der Studierenden passen. Das hat aber mit der Abschaffung der drei Schlagworte nicht viel gemein. Hochschulen stehen zum Großteil einfach leer. Semesterferien nennt man das. Warum keine Trimester? Damit würde Lehre und Forschung einerseits flexibler, andererseits könnte das gleiche Pensum bequemer gestaffelt werden. Selbst Praktika könnten dann anders angegangen werden, weil man nicht ein Semester von der Uni fernbliebe oder seine Ferien opfern müsste. (Abgesehen davon bringen Praktika im Sommer nicht so viel, denn da sind für allgemein Ferien)</p>
<h2>die Möglichkeit individueller Schwerpunktsetzung im Studium!</h2>
<p class="MsoNormal">Aha. Also ich kann das. Ob das angerechnet wird, ist eine andere Frage. Beispiel: Ich studiere Experimentalphysik. Mein Schwerpunkt soll aber die Geschichte der Bantusprachen sein. Wollt Ihr das wirklich? Dass Ihr dann mal wieder zum Finanzminister Eures Vertrauens müsst, ist Euch aber schon klar, oder? Und dass Ihr seine Gesundheit wirklich ernsthaft gefährdet, auch? Der lacht sich tot, ich sag’s Euch.</p>
<p class="MsoNormal">Das ist einfach nur eine Phrase. Mehr nicht. Macht einen Vorschlag, dann kann man drüber reden.</p>
<h2>die tatsächliche Umsetzung der Mobilität zwischen den Hochschulen!</h2>
<p class="MsoNormal">Klingt gut. Was meint Ihr damit? Linienbusse zwischen Hamburg, Berlin und München? Bahncard 100 für alle Studenten? Ihr könnt Euch wirklich freuen, dass der Mehdorn nicht mit im Bahnvorstand ist. Der hätte bestimmt nicht so sehr darüber gelacht wie Euer Finanzminister.</p>
<h4>Demokratisierung des Bildungssystems</h4>
<h2>den Abbau von wirtschaftlichen Zwängen im Bildungsbereich!</h2>
<p class="MsoNormal">Stimmt. Herrlich. Jetzt seid es nicht mehr nur Ihr, die den Finanzminister einen Lachkrampf nach dem anderen bescheren, jetzt kann das jeder Professor. Wir untersuchen ein halbes Jahr lang die pommerschen Auswanderergemeinden in Brasilien. Soziologisch, linguistisch und was uns sonst noch so einfällt. Mit 130 Studenten. Nee, wir können ja alle alles studieren, also sind wir gleichmal 230 Studenten. Da sparen wir Geld, wenn wir einen Airbus chartern. Und dann ist es auch billiger, das Hotel zu kaufen, anstatt uns einzumieten.</p>
<p class="MsoNormal">Wirtschaftliche Zwänge können nicht falsch sein. In der Grundlagenforschung ist das vielleicht nicht angebracht, aber es ist nicht alles Grundlage, was erforscht wird. Und dass die Orchideenfächer auch etwas privates Geld verdienen können, steht bislang nicht zur Debatte. Warum eigentlich nicht? Ich denke, das geht sehr gut und mehr, als es bislang getan wird.</p>
<h2>die Mitbestimmung aller Beteiligten im Bildungssystem, u.a. durch Viertelparität in den Hochschulgremien!</h2>
<p class="MsoNormal">Der Finanzminister hat Eure Finanzierung abgesegnet, schon vergessen? Da ist nix mit Viertelparität. Fünftelparität. Eigentlich Sechstelparität, denn den Ausflug nach Brasilien hat er schließlich auch gezahlt. Also drücken wir die Regie dem Finanzminister in die Hand, das würde uns die Gremienarbeit sehr erleichtern.</p>
<h2>die Einführung verfasster Studierendenschaften mit politischem Mandat in allen Bundesländern!</h2>
<p class="MsoNormal">Verfasste Studierendenschaften! Da hat sich doch tatsächlich ein inhaltlicher Punkt versteckt! Super! Mehr davon!</p>
<p class="MsoNormal">Welches politische Mandat meint Ihr eigentlich? Das allgemeine oder das hochschulpolitische? Bei letzterem stimme ich voll und ganz zu: Eine verfasste Studierendenschaft muss Vertreter wählen können, die in ihrem Namen sprechen. Aber wirklich auch im Namen der Vertretenen und nicht nur in Eurem Namen.</p>
<h4>Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen</h4>
<h2>die Umsetzung freier alternativer Bildungskonzepte!</h2>
<p class="MsoNormal">Wie definiert Ihr das? Frei in Euerm Sinne oder im Sinne der Lehrenden? Wenn sich ein Dozent vor einen Hörsaal stellt und anderthalb Stunden redet ohne etwas zu sagen, ist das dann auch frei und alternativ?</p>
<p class="MsoNormal">Dass Euer Wunsch nur konsequent auf die Hochschulwirklichkeit reagiert, ist Euch hoffentlich bewusst. Es gibt keinen Konsens darüber, welche Inhalte einen Abschluss rechtfertigen. Ein Physikstudium in Bremen und eines in München können beide von den Inhalten um 100% abweichen. Beide bilden Physiker aus. Ist Euch das nicht frei und alternativ genug?</p>
<h2>die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse im Bildungsbereich!</h2>
<p class="MsoNormal">Super. Eure ursprüngliche Aussage habe ich verstanden und teile sie. Allerdings könnte man das Ganze leicht missverstehen. Das würde dann spontan zu einem kündigungsbedingten Haushaltsüberschuss an den Hochschulen sorgen.</p>
<p class="MsoNormal">Okay. Lassen wir das Wunschdenken einfach mal beiseite und kommen in die Realität zurück. Die Hochschulen haben nach Autonomie geschrien und sie teilweise auch bekommen. Dass sie eine ganz andere Art Autonomie erhalten haben, als sie wollten, steht außer Frage. Trotzdem müssen sie jetzt autonom handeln und selbst dafür Sorge tragen, dass diese Art Beschäftigung aufhört. Die wirtschaftsnahen und industrieinteressanten Bereiche machen das schon sehr gut: Die stellen Leute ein, die ausschließlich Forschungsanträge schreiben. Das funktioniert sehr gut. Wenn man jetzt noch ein wenig finanziellen Sachverstand hinzufügt, kommt man dazu, dass eine eingeworbene Stelle immer mehr einbringt, als sie kostet. Damit finanziert man Engpässe und weitere Stellen. Auf diese Art und Weise können die Hochschulen selbst Eure Forderung erfüllen.</p>
<h2>die Aufstockung des Lehrpersonals auf ein pädagogisch tragbares Niveau! Dazu sind in den nächsten drei Jahren mindestens 8.000 Professuren, 4.000 Mittelbaustellen und 10.000 Tutor_innenstellen neu zu schaffen!</h2>
<p class="MsoNormal">Also. Ausgehend von der Tatsache, dass an Universitäten der Mittelbau ausbildet und an Fachhochschulen die Professoren selbst, kommen wir also dahin, dass 6.000 der 8.000 Professuren für die Fachhochschulen selbst sind und die restlichen 2.000 Professuren zusammen mit den 4.000 Mitarbeitern in den Unis verschwinden. Die Tutoren teilen wir dann hälftig auf. Das wäre denkbar. Aber ist es auch das, was Ihr damit meint? Wisst Ihr auch, dass ein verbeamteter Lehrstuhl so um die 3 Millionen Euro an Personalkosten verschlingt? Nicht jedes Jahr, aber von dem Zeitpunkt, dass der Lehrstuhl besetzt wird, bis zur Emeritierung und darüber hinaus. Das zahlen die Hochschulen aus Ihren Haushalten. Die immer kleiner werden. Und seien wir mal ehrlich: Wir können uns freuen, wenn die Sätze eingefroren werden oder zumindest noch ein Inflationsausgleich hinzukommt. Von Tariferhöhungen ganz zu schweigen.</p>
<h2>die Förderung aller Studierenden statt einseitiger Elitenbildung!</h2>
<p class="MsoNormal">Klingt gut. Mit dem richtigen Konzept geht das aber auch so. Wenn man einen herausgehobenen Bereich der Hochschule aufbaut und den bekanntmacht, dann können die anderen Bereiche mit interdisziplinären Projekten davon profitieren. Wie wollt Ihr eigentlich der Öffentlichkeit erklären, was eine Universität mit 30.000 Mitgliedern alles macht? (Nein, Ihr habt nicht unendlich Zeit dafür.)</p>
<h2>die Einheit von Forschung und Lehre statt der Exzellenzinitiative!</h2>
<p class="MsoNormal">Wie viel aktuelle Forschungsinhalte kommen eigentlich bei Lehrveranstaltungen an? Hat sich das durch die Exzellenzinitiative geändert? Nein. Denn es war vorher schon schlecht. Dieser Aspekt des Humboldtschen Bildungsideals ist ein Eckpfeiler der angelsächsischen Bildungsphilosophie. Was haben die gleich für Abschlüsse? Bachelor und Master?</p>
<h3>Ein Vorschlag zur Güte</h3>
<p class="MsoNormal">Halten wir fest: Erstens ist die Bildungskrise ein Dauerzustand und nichts Neues, zweitens hat die Art und Weise der Umsetzung des Bologna-Prozesses den Druck auf und in den Hochschulen drastisch erhöht, drittens liegen die Auswirkungen der Krise heute viel klarer. Wie können wir das ändern?</p>
<p class="MsoNormal">Damit das klar ist: Es gibt kein Zurück mehr. Das sollte uns freuen. Ein Zurück heißt nämlich auch, dass falls einem Fachbereich bei der Besetzung eines Lehrstuhles ein grober Fehler unterlaufen ist, diese Entscheidung für ein Vierteljahrhundert nicht mehr zurückgenommen werden kann. Wer die Leidtragenden davon sind, ist klar: Die Studenten.</p>
<p class="MsoNormal">Ein Zurück gibt es auch allein deshalb nicht, weil der politische Wille ein gänzlich anderer ist. Daran gibt es nichts zu deuteln. Dass es politische Gruppen gibt, die einer anderen Ansicht sind, steht außer Frage, denn es gibt sie. Aber sie haben nicht die Macht.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">So. Nachdem wir nun wissen, dass ein Zurück nicht in Frage kommt, schauen wir nach vorn. Endlich. Also. Das Hochschulsystem wird meiner Ansicht nach folgendermaßen funktionieren. Die Länder werden die Bildungshoheit nicht an den Bund abtreten, weil die Hochschulen einen viel zu großen Prestigefaktor besitzen. Die Finanzierung wird 2019 einen Punkt erreicht haben, der nur für die fixen Kosten, die Verwaltung und die Lehrstühle ausreicht. Alles Weitere muss über Drittmittel bezahlt werden.</p>
<p class="MsoNormal">Wenn die Hochschulen klug sind, werden sie zunächst die Verwaltung optimieren. Ja, das geht. Mit Schulungen, mit Anreizen, mit Dynamik. Wer im Denken stehenbleibt und nur Dienst nach Vorschrift macht, wird sich nicht lange halten können. Dies wird auch für die Lehrstühle gelten. Lehrstühle werden Geld anziehen oder ihre Inhaber sind Koryphäen, deren Ruf etwas anderes rechtfertigt. Neue Leute werden auch nur dann eingestellt, wenn sie vorher erfolgreich Projektgelder eingeworben haben (Das ist in Schweden bereits heute der Fall). Das sorgt sicherlich für einen höheren Druck, weil sich niemand mehr ausruhen kann. Das soll er aber auch nicht (Warum sollte jemand eine Stelle im öffentlichen Dienst für Nichtstun erhalten? Das sind Steuergelder!).</p>
<p class="MsoNormal">Jetzt sehen einige bestimmt schon die Geisteswissenschaften im freien Fall, weil die Drittmittelquote so schlecht ist. Falsch. Das liegt einerseits an den Leuten selbst. Zum einen ist ihnen nicht bewusst, wer außer der DFG alles bereit ist, für ihre Arbeit Geld zu geben, zum anderen verbietet ihnen ihr Standesdünkel, sich mit Fragen nach dem schnöden Mammon auseinanderzusetzen. Letztere werden es in 10 Jahren sehr schwer haben. Den anderen kann man mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zurück zum falschen Fall der Geisteswissenschaften. Sie sind ein essentieller Teil jeder Hochschule, doch wird Ihr Wert verkannt. Zunächst innerhalb der Hochschule und als Folge dessen auch von außen. Wenn wie in der Schweiz ein technisch-naturwissenschaftliches Studiums zu einem Drittel geisteswissenschaftliche Inhalte vermittelte, hätte das den Vorteil, dass Interdisziplinarität nicht mehr länger nur ein leeres Wort wäre, es würde gelebt werden. Wer weiß, vielleicht regen dann Studenten Zusammenarbeiten zwischen verschiedenen Lehrstühlen an, weil sie in einem Seminare Verbindungen erkennen. Vielleicht beeinflusst das auch die Lebenswege der Studenten zum Positiven.</p>
<p class="MsoNormal">Diese Veränderungen können schwere nicht sein. Jahrhundertealte Handlungsmuster werden innerhalb eines Jahrzehntes über Bord geworfen, Neues und Fremdes wird ihren Platz einnehmen. Die kuschelige Hackordnung der Fakultäten wird neu geregelt werden. Die Selbstgefälligkeit der Lehrstühle wird zum Luxus.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Schließlich werden sich auch die Gremien und Institutionen ändern müssen. Wie das auf studentischer Seite geschehen wird, vermag ich nicht zu sagen. Da kommt es darauf an, wie hoch der Wille ist, das 68er-Erbe aufzugeben. Was ich damit meine ist folgendes: Das System studentischer Selbstverwaltung spiegelt im Groben die Realität wider. Wir haben ein Wahlvolk, das regelmäßig wählen soll. Das Wahlvolk wählt Listen von Kandidaten, die es nicht kennt. Die Kandidaten kommen in ein Parlament. Das Parlament bestimmt je nach Zusammensetzung eine Regierung. Diese Regierung heißt AStA. Achso: Fachschaftsräte gibt es auch noch. Da sind aber Legislative und Exekutive zusammen. Ich glaube, dass die Zusammenlegung auch auf studentischer Hochschulebene nicht falsch wäre. Ich glaube auch, dass eine Art Wahlbezirk sinnvoller wäre. Dann hätte jede Fakultät ihre Ansprechpartner. Damit wäre die Vernetzung mit den Fachschaften auch enger. Außerdem könnte es dazu führen, dass die Studenten in den Parlamenten keine ideologischen Grabenkämpfe mehr führen würden, sondern sich auf sachorientierte Hochschulpolitik einließen. Für mich ist das der Schlüssel zu einer höheren Wahlbeteiligung und einer aktiverer studentischen Beteiligung.</p>
<div>
<hr size="1" />
<div id="ftn1">
<p class="MsoFootnoteText"><a name="_ftn1"></a> Ich weiß sehr wohl, dass der politisch korrekte Terminus derzeit „Studierende“ lautet. Ich verwende „Studenten“ anstelle von „Studierende“, weil es lesbarer ist und ich nicht jene diskriminieren möchte, die zwar Studenten, aber keine Studierenden sind. Die Verwendung des Begriffs „Studierende“ ist für mich ein Zeichen dafür, dass die Vertreter der Studierendenschaften sich selbst gegenüber viel unkritischer sind, als sie es vom Rest der Gesellschaft erwarten.</p>
</div>
<div id="ftn2">
<p class="MsoFootnoteText"><a name="_ftn2"></a> Als Studierendenschaften bezeichnet man alle Studenten einer Hochschule. Allgemein gesprochen sind ihre Vertreter die Gewählten in den vielen Gremien. In diesem Artikel meine ich damit allerdings die Vertreter aus AStA und StuPa, also die hochschulweite Exekutiv- und Legislativgewalt der Studierendenschaft.</p>
</div>
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</div>]]></content:encoded><description>Vorbemerkung.
Vom 12.-19.6. 2009 wird ein bundesweiter Bildungsstreik stattfinden. Dabei sollen Studenten und Schüler gemeinsam auf die Straße gehen, um eine Debatte über Soll-Zustände des Bildungssystems zu initiieren. 
Ich habe für mich selbst einige Zeit geschwiegen. Ich habe mich mit den Forderungen der Studierenden lange und durchaus intensiv auseinandergesetzt. Und ich habe gezögert, meine Meinung (wenn [...]</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">1</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/ich-bin-gegen-den-bildungsstreik-weil-539</feedburner:origLink></item><item><title>von innen</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/mI-PuvCzfDI/von-innen-515</link><category>Gedichte</category><category>kein Kopfgedicht</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Thu, 11 Jun 2009 06:55:43 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=515</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Bin in mir drinnen<br />
dringe tief in mich ein<br />
Kann mich nicht verlieren<br />
bin doch hier zum Einsam sein</p>
<p>Bin in mir drinnen<br />
wo ich mich tiefer nicht spür<br />
Mit all meinen Sinnen<br />
finde ich vor mir Gehör</p>
<p>Bin in mir drinnen<br />
am innersten Ort<br />
Dumpf klingt das Außen hier<br />
klar mein Wort</p>
<p>Bin in mir drinnen<br />
nehme mich in mir auf<br />
Beladen ohne Last<br />
beginnt der nächste Lauf</p>

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</div>]]></content:encoded><description>Bin in mir drinnen
dringe tief in mich ein
Kann mich nicht verlieren
bin doch hier zum Einsam sein
Bin in mir drinnen
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Mit all meinen Sinnen
finde ich vor mir Gehör
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</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">0</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/von-innen-515</feedburner:origLink></item><item><title>A day in life…</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/8kdyQ5ZdlTM/a-day-in-life-508</link><category>Nicht-Reisen</category><category>Reisen</category><category>Aber bitte mit Musik</category><category>Berlin</category><category>Das ist doch albern!</category><category>Ich plädiere auf geistige Abwesenheit</category><category>Keine Drogen. Ich wiederhole: Keine Drogen!</category><category>schön</category><category>Wahlen</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Mon, 08 Jun 2009 06:35:50 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=508</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>«Play»: Langsam fadet sich «Aaron» durch die Kopfhörer in mein Bewusstsein. «Sonnenbrille!» schießt es mir durch den Kopf und ich eile sie zu holen, damit ich im Hausflur bin, bevor der Beat beginnt. Ich berühre die erste Treppenstufe just als der Beat lostritt und wippe mich aus dem Haus. Die Brille ist zwar nicht ganz dem Wetter entsprechend, wohl aber meinem Gemüt. Sie schirmt mich ein wenig von der Realität ab, die Musik tut ihr übriges: Ich gleite durch mein eigenes Musikvideo. Wieder denke ich an meine Idee, einmal eine kleine Videokamera an die Sonnenbrille zu montieren und einfach aufs Geratewohl loszugehen. Mit der richtigen musikalischen Untermalung bestimmt eine preiswerte Möglichkeit Musikvideos zu generieren.</p>
<p>Mit dem «Alten Kamuffel» im Kopf durchquere ich die seltsam anmutende Baustelle in der Goethestraße. Alles voller Schilder, eine Straßenhälfte ist befahrbar, die andere holzumrüstet und offen. Irgendwo liegt ein riesiger Sandhaufen und überhaupt ist nicht ganz klar, auf welcher Straßenseite ich zur Ostseestraße komme.</p>
<p>Ich versuche die Ostseestraße zu überqueren, als «Azure» losdreht. Prompt reißt für einen Moment der Himmel auf. Die Autos ziehen im Rhythmus an mir vorbei. Was will man mehr? Die andere Straßenseite erreichen? Ach ja, richtig! Okay.Ich swinge also über die Straße. Hab noch ganz schön viel Gestern Abend in der Blutbahn. Eine Straßenseite ist überquert. Aber schon wieder eine Baustelle. Der Parkplatz in der Mitte ist auch nur noch halb so groß wie sonst. Diesmal metallumrüstet und offen. Während sich ein Rudel Autos nähert und mich am Wechseln der Straßenseite hindert, entdecke ich einen Fußweg auf der linken Fahrbahnseite. Was es nicht alles gibt. Ich drehe mich um, merke mir das vorletzte Auto der Horde und laufe los. Das Rauschen der Fahrgeräusche dringt langsam in die Musik. Mein Auto zieht an mir vorbei, ich drehe mich um, warte eine Sekunde und bin schon auf der anderen Straßenseite.</p>
<p>«Bengang» kündigt sich an. Mit dem einsetzenden Beat kommt ein dicker Mann aus einer Haustür. Langsam kommt es mir aber schon spanisch vor. Zufall sieht wirklich anders aus. Aber es geht weiter. Ostseestraße Ecke Hosemannstraße steht eine «Richtungstafel in Kurven», dahinter ein Riesenaufsteller von Martin &amp; Frank-Walter. Die Richtungstafel weist für heute auch zum Wahllokal. «Is&#8217; ja gut Jungs, ich komme ja schon», denke ich kopfschüttelnd im Vorbeigehen. <img class="alignleft size-full wp-image-511" title="one-day-in-life" src="http://blog.reevolution.org/wp-content/uploads/2009/06/one-day-in-life.png" alt="one-day-in-life" width="331" height="320" /></p>
<p>Tja und da bin ich auch schon: Am Wahllokal. Das muss ich genießen, so oft kann man in Deutschland schließlich nicht wählen. Und diesmal ist es überhaupt eine grandiose Wahl. Dreihundertfünfundsiebzig Millionen Menschen geben ihre Stimme ab. Dreihundertfünfundsiebzig Millionen! Von Lappland bis Gibraltar, von der Bretagne bis zum Bosporus! Und daraufhin machen sich siebenhundertsechsunddreissig Menschen aus allen 27 Ländern auf den Weg nach Straßburg und Brüssel, um sich im Parlament zu konstituieren. Mächtig gewaltig, Egon! oder nicht? Okay. Ich habe genug Pathos eingesaugt und grüße die Wahlhelfer mit einem fröhlichen «Guten Morgen». Gut, das klang jetzt noch etwas matt. Ich werde etwas ungläubig angesehen und setze ein «oder so» hinterher. Ein Blick auf die Uhr verrät, dass es bereits halb fünf ist. Nun, damit wäre der Grund für die komischen Blicke gefunden. Vor mir sitzen ein bärtiger Mittdreissiger, der sein gesellschaftliches Engagement demonstriert. Soll ich mal raten? Er wählt grün und ist leidenschaftlicher Prenz&#8217;lberger, der Ende der 90er Jahre hergezogen ist. Sie sieht auch ein bisschen aus wie Prenzlauer Berg, aber hat mehr Authentizität. Okay, sie färbt sich ihre Haare, das ist genaugenommen nicht authentisch, aber ihr «rötliche Erdfarben»-Look sieht ehrlich aus. «Sowas hab ich von meinem Sohn auch gehört, wenn er weg war», trällert sie. «Naja, wenn man Student ist, kann man das noch machen», grummelt er. «Neidisch? Unzufrieden mit dem eigenen Leben? Dann ändere es und heule mir nicht die Ohren voll!», denke ich mir. Er schaut auf meinen Personalausweis. «Jahrgang 1981. Naja.» «Naja WAS», antworte ich ihm in Gedanken. «Das ist doch jung», flötet sie.  Das war Balsam für die Seele. Bevor ich losgegangen bin, hatte ich wieder so ein «Du wirst alt» Erlebnis und konnte den Grund diesmal mit Worten dingfest machen. Solange die Generation nach mir noch keinen spürbaren Fußabdruck im öffentlichen Bewusstsein hinterlassen hat, fühle ich mich den Jungen zugehörig. Auch wenn ich der Älteste der Jungen bin, rechne ich mich dazu und werde dazugerechnet. Ist der Fußabdruck aber vorhanden, ist die Trennung da und plötzlich bin ich der Jüngste der Alten und gehöre zu den anderen. Ich flöte der Rothaarigen also das mildeste «Dankeschön» entgegen, das ich zu bieten habe und verschwinde in die Kabine. Der längste Teil des Wahlvorganges ist irgendwie das Wahlscheinfalten. Der Zettel verschwindet in der Urne und ich aus dem Lokal.Beide Worte sind irgendwie unwirklich zum Ereignis: Urnen beinhalten Asche, Verbranntes, Verbrauchtes, Beendetes. Meine Stimme haben ich zwar abgegeben, aber bis zur nächsten Wahl hat sie doch eine Berechtigung: Aufgrund meines Wahlverhaltens bestimmt sich ein Dreihundertfünfunsiebzigmillionstel der Sitzverteilung des europäischen Parlamentes. Und ein Lokal ist auch etwas anderes. Das hier ist ein öffentliches Gebäude.</p>
<p>Das ist so wie bei Fahrscheinen. Die werden entwertet, bleiben aber gültig. Eigentlich besitzen Fahrscheine doch über die Dauer ihrer Gültigkeit einen Wert und verlieren diesen zusammen mit der Gültigkeit; warum sagen wir dann, dass Fahrscheine entwertet werden? Wenn sie keinen Wert mehr haben, könnten wir sie doch eigentlich wegwerfen. Dann aber wären wir bei der BVG-Kontrolle angeschmiert. Warum zeigen wir eigentlich gültige, aber wertlose Fahrscheine vor?</p>
<p>Hui. Realität. Musik an, Brille auf und weiter geht die Party. Wieder steht Paulchen an den Tellern und versüßt mir den grau behimmelten Sonntag. Okay, im Augenblick treibt mich «Gebrünn Gebrünn» eher, als dass es mich fliegen lässt. Mehr und mehr Schwerkraft liegt auf dem Track. Irgendetwas Dunkles lastet auf diesem Stück. Und genau dieses Dunkle, fast Boshafte hat mein tanzendes Alter Ego gerade vom Himmel geholt und schleift es über den Asphalt. Ich wechsle zu «Sky and Sand» und augenblicklich verwandelt sich die kleine blutverschmierte weisse Taube in einen kleinen aufstehenden Jungen. Er hat Kopfhörer auf und nickt mit dem Kopf zur Musik. Der Beat setzt ein, es gibt eine Blende weg vom Realfilm, hin zur Animation. Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung ausschließlich aus Linien, keine Grautöne. Die Stimme im Track setzt wieder ein. Der Junge ist älter geworden, blickt nach links. Die Kamera schaut jetzt durch seine Augen auf seine Freundin, die ihn verliebt ansieht. Der Blick geht zurück und eine urbane Allee eröffnet sich. Die Kamera zieht ein wenig aus seinem Kopf heraus. Kopfhörer, Kopf, Körper. Ein Fußweg mit alternden Platten, parkende Autos, Laubbäume, Häuser. Der Blick geht an den Häuserwänden entlang und bleibt auf kleinen Details stehen, zoomt kurz federnd hinein und wieder heraus und geht weiter. Wieder Zeichnungen, diesmal etwas reifer. Der Junger ist schließlich älter geworden. Albrecht Dürers «Betende Hände» öffnen sich auf der Textzeile <em>in the palm of your hand</em> Dann der letzte Chorus, wieder im Realfilm. Viele Meter weiter. Am Ende der Straße ist eine Bank. Ein alter Mann mit den selben Kopfhörern und dem selben Nicken. Die Kamera fährt auf ihn zu, dreht und blickt durch seine Augen auf die zurückliegende Straße. Er sieht den Jungen mit seiner Mutter nach links vorbeigehen, sein Teenager-Ich geht der Mutter hinterher, überholt sie, die Bilder überlagern sich. Die Freundin geht weinend auf der rechten Seite des Bildes ab. In der Mitte des Bildes wird eine junge Frau halbtransparent und flackernd eingeblendet. Sie altert in ein paar Stufen und verblasst schließlich. In jedem der Bilder lächelt sie den alten Mann auf die selbe Weise an und streckt ihm ihre Hände leicht entgegen. Mit dem letzten Ton gehen die Augen zu.</p>
<p>Ich bin beeindruckt von meiner Phantasie. Ich sollte Regisseur werden. Vielleicht ist Weltursupator doch nicht das Richtige für mich. Das muss ich mir noch überlegen. Ursupator wird aber auf jeden Fall zum Wort der Woche erklärt.</p>
<p>Mit «Square 1» zuckt mir plötzlich ein Schmerz durch die Kniekehlen. Ich muss mich von der Last des letzten Abends befreien, sagt mein Körper. Ich streite mich mit ihm darüber, dass dieses Ziel ein gemeinsames unsererseits sei und ohne den unnötigen Druckaufbau seinerseits schneller erreicht werden könnte. Nach einigem hin und her sieht er es letztlich ein und ich kann unseren Weg entspannt weitergehen.</p>
<p>Die Haustür fällt mit einem Knall ins Schloss und in meinen Kopfhörern schließt eine Berliner S-Bahn ihre Türen.  «Train» fährt mich die Treppe hoch.</p>
<hr style="height: 1px; width: 100%;" size="1" />
<h2><em>Nun noch die Musik zum Titel&#8230;</em></h2>
<h3>The Beatles - Day In The Life</h3>
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<h2><em>Und jetzt die Musik zum Text&#8230;</em></h2>
<h3>Aaron</h3>
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<h3>Altes Kamuffel</h3>
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<h3>Bengang</h3>
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<h3>Gebrünn Gebrünn</h3>
<a href="http://blog.reevolution.org/a-day-in-life-508"><p><em>Click here to view the embedded video.</em></p></a>
<h3>Sky and Sand</h3>
<a href="http://blog.reevolution.org/a-day-in-life-508"><p><em>Click here to view the embedded video.</em></p></a>
<h3>Square 1</h3>
<a href="http://blog.reevolution.org/a-day-in-life-508"><p><em>Click here to view the embedded video.</em></p></a>
<h3>Train</h3>
<a href="http://blog.reevolution.org/a-day-in-life-508"><p><em>Click here to view the embedded video.</em></p></a>

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</div>]]></content:encoded><description>«Play»: Langsam fadet sich «Aaron» durch die Kopfhörer in mein Bewusstsein. «Sonnenbrille!» schießt es mir durch den Kopf und ich eile sie zu holen, damit ich im Hausflur bin, bevor der Beat beginnt. Ich berühre die erste Treppenstufe just als der Beat lostritt und wippe mich aus dem Haus. Die Brille ist zwar nicht ganz [...]</description><thr:total xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0">0</thr:total><feedburner:origLink>http://blog.reevolution.org/a-day-in-life-508</feedburner:origLink></item><item><title>Das muss jetzt einfach mal gesagt werden!</title><link>http://feedproxy.google.com/~r/ReevolutionBlog/~3/gX3FpjPtbUs/das-muss-jetzt-einfach-mal-gesagt-werden-500</link><category>Gedanken</category><category>Internet</category><category>Politik</category><category>Re(e)volution</category><category>Zeitgeist</category><category>Das ist doch albern!</category><category>delicious</category><category>die zukunft spielt vorn</category><category>facebook</category><category>Hype</category><category>kritik von kleingeistern und ignoranten</category><category>nachdenken</category><category>nachgedacht</category><category>neophobie</category><category>ping.fm</category><category>schade</category><category>Selbstversuch</category><category>social bookmarks</category><category>social network</category><category>trendy</category><category>twitter</category><category>web 2.0</category><dc:creator xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">marcus</dc:creator><pubDate>Sat, 06 Jun 2009 07:43:29 PDT</pubDate><guid isPermaLink="false">http://blog.reevolution.org/?p=500</guid><content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Was das Netz bringt, wird immer klarer. Neue Ausdrucksformen für hobbymäßige Schreiberlinge wie mich (<a href="http://blog.rreevolution.org" target="_blank">blogs</a>), für semiprofessionelle Videokünstler (<a href="http://www.youtube.com" target="_blank">youtube</a>), für Wohnzimmernachrichtenticker (<a href="http://twitter.com/derliebemarcus" target="_blank">twitter</a>), für Vergessliche gibt es selbstaktualisierende Adressbücher und Geburtstagserinnerer (<a href="http://www.facebook.com" target="_blank">social networks</a>) sowie allgemeine Erinnerungshelfer (<a href="http://delicious.com/derliebemarcus" target="_blank">social bookmarking</a>).</p>
<p>Einzeln betrachtet sind diese Sachen schon recht spannend. So richtig spannend wird die Sache aber erst, wenn sie miteinander verknüpft werden. Was auf der Anbieterseite bereits <a href="http://www.google.com/profiles/marcus.pauli">geschieht</a>. Denkt sich ein Nutzer aber nun: &#8220;Wenn die das können, kann ich das auch!&#8221;, so wird es schwer.</p>
<p>Nachdem ich meine anfängliche Twitter-Abneigung überwunden hatte, fand ich in diesem Tool eine <a href="http://www.slideshare.net/pixelfreund/twitter-howto-eine-einfhrung-in-twitter" target="_blank">wunderbare Möglichkeit</a> halbnützliche Links zu verteilen. Bisher hatte ich ein Rudel von Leuten, die so etwas über Skype zugeschickt bekamen. An und ab. Das ist dann aber wieder so eine Sache: Manche schauen es sich nicht an, andere hingegen schon und wieder andere wehren sich dann vehement dagegen. Es ist ihnen zu viel. Für einen Moment spielte ich mit dem Gedanken, die Links, die mir am Tag über die Füße gefallen sind, abends in einem Artikel zu posten. Das geht aber mit meinem Tagesrhythmus nicht. Also wöchtentlich. Hui. Das wäre ganz schön viel. Also verwerfe ich den Gedanken und versuche es einmal mit Twitter. Das geht recht gut: Man findet einen Link, setzt noch eine Zeile Text dazu und schickt die Sache weiter. Doch es wird noch besser: Weil die Zeitungen, die man online liest, ihre Nachrichten auch twittern, braucht man keinen RSS-Feed mehr zu abonnieren und muss die Links nicht mehr via copy&amp;paste in Skypefenster transformieren, muss keine Leute bestimmen, die das erhalten sollen, in der Hoffnung es nicht falsch zu treffen und danach wieder zeitverschlingende Diskussionen vom Zaun zu brechen. Nein! Ein Klick, ein Enter und schon ist ein Posting fertig. Und jeder, der will, kann es sich ansehen. Niemand ist gezwungen. Toll! (Und ich lache wieder einmal über mich selbst, weil ich den<a href="http://www.zeit.de/zeit-wissen/2009/04/Kiosk-Schluss-Mit"> neophoben Trendsettern</a> mal wieder auf den Leim gegangen bin)</p>
<p>Seit einer Weile ist mir klar, dass die Verknüpfung der  ganzen Technologien  ihr ureigenstes Ziel ist, denn jede dieser Anwendungen ist auf zwei Sachen aus, nämlich  Leute zusammen zu bringen und Informationen auszutauschen. Aber wie fange ich das an?</p>
<p>Nun, zunächst die blogs:<br />
Ich bastele mir ein<a href="http://new.informations-compagnie.de" target="_blank"> eigenes blog</a>, das seine Informationen von meinen blogs und meinem delicious-Konto erhält. (Wozu social bookmarking, wenn keiner davon erfährt?) Nagut, ich aggregiere von weiteren blogs aus meiner direkten Umgebung, allerdings wird die Herkunft nie verschwiegen. Das wiederum lasse ich von Facebook einsaugen. Wenn andere social networks so clever wären, würde ich das auch dort machen. Außerdem bekommt Twitter eine Information über neue Postings auf diesem Aggregator und verkündet automatisiert davon.</p>
<p>Jetzt die Instant-Messenger und die social networks:<br />
Beim Twittern selbst habe ich ein weiteres Problem für mich gelöst, dass mir seid einer Weile nun schon sauer aufstieß: Nicht nur die Informationen sind völlig verteilt, die Menschen selbst sind es auch. Einen Teil kenne ich im XING, andere im Skype oder im facebook, im google-Universum oder über twitter. Woher soll ich also wissen, welche Information für wen von Relevanz sein kann? Das geht bewi 200-300 Menschen nicht mehr. Dann wäre ich nur noch am Kommunizieren und hätte kaum die Möglichkeit, von selbst neue Eindrücke zu bekommen. Also schalte ich vor Twitter noch <a href="http://www.ping.fm" target="_blank">ping.fm</a>. Das sorgt nicht nur dafür, dass lange URLs verkürzt werden, sondern verteilt den Status an Twitter, all meine Instant-Messenger und Facebook.</p>
<p>Für mich ist damit das Ziel erreicht: Ich poste von einer Stelle aus alles halb-relevante und es wird breit verteilt. Bei den blogs ist es ähnlich, allerdings entscheidet das Thema über den ursprünglichen Entstehungsort.</p>
<p>Ich lebe entspannter als zu vor: Ich deinstalliere meine Facebook-Toolbar, denn der Status aktualisiert sich von selbst. Ich bin viel weniger häufig in den sozialen Netzen und vergeude ergo weniger Zeit. Jedoch sind die  es tun umso erregter: Zu viele Informationen. Nun, jeder sollte inzwischen seine eigene Strategie entwickelt haben, mit der tagtäglichen Informationsflut umzugehen. Seltsam ist es dann aber wenn die Leute, die sich über zu viele Informationen mit Sätzen wie &#8220;Arbeitst Du überhaupt&#8221; beschweren, zum sinnfreien Diskutieren über die Tatsache, dass ich es tue, mehr als genügend Zeit finden. Und das nur Minuten nach der Veröffentlichtung. Über Tage hinweg.</p>
<p>&lt;sarkasmus&gt;</p>
<p><em>Ich erkenne soeben, wieviel Schuld auf mir lastet: In dem Versuch, Informationsangebote zu unterbreiten und dabei gleichzeitig meinen Zeitverlust zu minimieren, habe ich Leute dazu genötigt, Teile  ihrer Arbeitszeit aufzubringen, mich dafür  zu kritisieren. Denn habe für einen Moment vergessen, wer ich bin: Der Ursupator Eures Willens!</em></p>
<p>&lt;/sarkasmus&gt;</p>

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