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      <title>RSS-Feeds von Bodo Ramelow</title>
      <description>Hier finden sie alle von Bodo Ramelow angebotenen RSS-Feeds in einem Einzigen gebündelt. 
Tagebuch / Pressemitteilungen / Presseartikel / Plenarreden / Texte&amp;Veröffentlichungen.

Besuchen Sie www.bodo-ramelow.de</description>
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      <pubDate>Fri, 10 Feb 2012 18:49:04 +0000</pubDate>
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         <title>Linksfraktion unterstützt zivilgesellschaftliches Engagement gegen braunen Ungeist</title>
         <link>http://www.bodo-ramelow.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail_presse/artikel/linksfraktion-unterstuetzt-zivilgesellschaftliches-engagement-gegen-braunen-ungeist/</link>
         <description>„Zivilgesellschaftliches Engagement gegen braunen Ungeist entbindet staatliche Strukturen nicht von...</description>
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         <pubDate>Fri, 10 Feb 2012 13:21:00 +0000</pubDate>
         <content:encoded><![CDATA[<b>„Zivilgesellschaftliches Engagement gegen braunen Ungeist entbindet staatliche Strukturen nicht von ihrer Verantwortung“, sagt der Fraktionschef der LINKEN im Thüringer Landtag, Bodo Ramelow, mit Blick auf die angekündigten Bürgerbündnis-Proteste gegen den Neonazi-Aufmarsch am Montag in Dresden sowie morgen Vormittag in Marlishausen (Ilmkreis) gegen den Immobilienerwerb durch einen bekannten Rechtsextremen.</b><br /><br />Staatliche Verwaltung müsse an der Seite der Bürger stehen in ihrem Engagement für Demokratie und zur Zurückdrängung des Neonazismus, seiner Ideologie und Strukturen, so Ramelow weiter. Auch wenn nicht alle Aktivitäten brauner Gesinnungstäter im Vorfeld durch Verbote verhindert werden könnten, „ist das Versagen des Landratsamtes gegenüber der Gemeinde Marlishausen unsäglich“, kritisiert der LINKE Politiker. <br /><br />Während der Bürgermeister sensibilisiert gewesen sei habe sich die für die Gemeinde zuständige nächst höhere Verwaltungsstruktur nicht nur uninformiert, sondern offenbar auch unfähig gezeigt, öffentlich zugängliche Materialien, die gerade auch zur Behördeninformation gedacht sind, zu lesen und zu bewerten. Die Fraktion DIE LINKE unterstützt die Aufrufe der Bürgerbündnisse zum Protest in Marlishausen. Es müsse die Gefahr abgewendet werden, dass sich neben der Erlebnisscheune in Kirchheim ein weiterer Neonazi-Treffpunkt im Ilmkreis etabliert. <br /><br />Für die Proteste am Montag in Dresden erwartet Ramelow eine breite Beteiligung vieler Menschen aus zahlreichen Bundesländern, die gemeinsam verhindern wollen und werden, dass Neonazis mit Fackeln ihre menschenverachtende Ideologie durch Dresden tragen. Auch Thüringer LINKE-Abgeordnete werden in Dresden vor Ort sein. „Die LINKE bekennt sich zum antifaschistischen Protest und wird sich auch nicht durch die Kriminalisierungsversuche der sächsischen Justizbehörden in ihrer Überzeugung erschüttern lassen, dass friedlicher Protest gegen Neonazi-Aufmärsche nicht nur legitim, sondern vor allem auch notwendig ist“, so Ramelow.<br /><br /><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/BodoRamelow/~4/ST6lpK1IdOc" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      </item>
      <item>
         <title>Kooperationsverbot ist doch nicht ganz so toll</title>
         <link>http://www.bodo-ramelow.de/nc/tagebuch/post/2012/02/09/kooperationsverbot-ist-doch-nicht-ganz-so-toll/</link>
         <description>Quelle: Deutscher Bundestag (www.bundestag.de)Soll man sich wundern? Wenn ich mir anschaue, was derzeit im Bundesrat für Debatten geführt werden, kann ich mir nur die Augen reiben. Die schwarz-gelbe Koalition aus Schleswig-Holstein bringt einen Antrag ein, der das Kooperationsverbot der Länder in Sachen Bildung überwinden soll. Das von der SPD alleinregierte Hamburg reicht ebenfalls einen Antrag ein, der aber inhaltlich hinter dem aus Kiel zurückbleibt. Das muss man sich mal vorstellen. Und was macht die Thüringer SPD in ihrer schwarz-rosa Koalition? Sie erklärt, dass es vielleicht, unter Umständen, wenn es irgendwie ginge, doch ganz supi wäre, wenn Thüringen dem Antrag aus dem Norden zustimmen könnte. Aber wenn nicht, ist auch nicht schlimm. Für ein bisschen Bildungspolitik lohnt es ja nicht, die errungenen Pöstchen zu riskieren. Genauso wenig wie für eine ernstgemeinte Mindestlohninitiative.Als mit den Föderalismusreformen I und II das Kooperationsverbot und die Schuldenbremsen beschlossen wurden, haben wir eindrücklich davor gewarnt, dass das ein fataler Irrweg ist (siehe Bundestagsvideo). Es war von Anfang an klar, dass diese Beschlüsse den Ländern auf die Füße fallen. Jetzt kehrt langsam Vernunft ein, aber bis sie bei der Thüringer Landesregierung ankommt, kann es wohl noch lange dauern.Privat beschäftigt mich inzwischen der anhaltende Frost – und das gleich in dreifacher Ausführung. In der Bungalowsiedlung bei Ilmenau, die ich sozusagen Wasser- und Abwassertechnisch betreue, kommt momentan kein Wasser mehr aus der Leitung, in unserer jetzigen Wohnung ist die Heizung kaputt und aus dem Haus, in das ich demnächst einziehen will, bekomme ich auch noch eine Meldung, über eine defekte Wasserleitung. Also heißt es für alle drei Fälle nach Ursachen zu suchen, um dann Prognosen über die Dauer der Misere abgeben zu können.Die Frostschäden halten mich auch von einigen Terminen ab, die ich eigentlich im Landtag wahrnehmen wollte. Aber Klempner und anderen Handwerkern Zu...&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/BodoRamelow/~4/s9KBn3e57Oo" height="1" width="1"/&gt;</description>
         <author>(Bodo Ramelow)</author>
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         <pubDate>Thu, 09 Feb 2012 14:21:00 +0000</pubDate>
         <category>Politik, Reden, Privat</category>
      </item>
      <item>
         <title>Wieder versagt</title>
         <link>http://www.bodo-ramelow.de/nc/tagebuch/post/2012/02/08/wieder-versagt/</link>
         <description>Wieder wurde eine Immobilie in Thüringen durch Nazis erworben – wieder hat der Verfassungsschutz völlig versagt. Die Beamten haben es einfach nicht mitbekommen, was da vor sich geht. Wie auch? Sie haben ja sicher Wichtigeres zu tun – Zeitungsartikel über DIE LINKE ausschneiden und aufkleben, oder so. Unglaublich! Dieses Amt gehört abgeschafft, denn es schadet mehr als es nützt. Beziehungsweise ist das auch falsch, denn es schadet ja einfach nur und nützt gar nichts. Da die Behörden keine Hilfe bieten, brauchen die Menschen in Crawinkel jetzt viel zivilgesellschaftliche Unterstützung, damit die Immobilie kein Puzzleteil in einem neonazistischen Netzwerk wird.Eine bezüglich dieser Nachrichten angenehme Abwechslung erlebe ich am Dienstagmittag. Die Landesmedienanstalt hat anlässlich des „safer internet day“ eine Tagung über Jugendliche und ihr Verhalten in sozialen Netzwerken organisiert. Zur Tagung gehört auch eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aller Landtagsfraktionen (siehe Foto).In der Diskussion herrscht weitgehende Einigkeit über die notwendige Förderung von Medienkompetenz. Offen bleibt dagegen die Frage, in welcher Form Angebote für welche Altersgruppen gemacht werden sollen. Ich glaube, ein bisschen „learning by doing“ gehört bei Facebook, Twitter und Co. dazu – zumindest ging es mir selbst so. Entscheidend ist aber, dass das Umfeld ein Auge darauf hat, wenn ein junger Mensch privateste Informationen ins Netz stellt und im Fall der Fälle das Gespräch sucht. Es gilt aber auch zu bedenken, dass Mediennutzung heutzutage bereits im Kindergartenalter losgeht und auch dort medienpädagogische Angebote gemacht werden sollten.Eine Bemerkung noch zum Thema zivilgesellschaftlicher Protest gegen Nazis. Das Komitee für Grundrechte und Demokratie e. V. hat einen Untersuchungsbericht über die Proteste gegen den Nazi-Aufmarsch in Dresden vorgelegt. Darin wird deutlich, dass durch die Überwachungsmaßnahmen gegen friedliche Demonstranten jedes demokratische und rechtsstaatl...&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/BodoRamelow/~4/_iqWxjES0Og" height="1" width="1"/&gt;</description>
         <author>(Bodo Ramelow)</author>
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         <pubDate>Wed, 08 Feb 2012 17:05:00 +0000</pubDate>
         <category>Politik, Rechtsextremismus &amp; Antisemitismus, Geheimdienste &amp; Verfassungsschutz</category>
      </item>
      <item>
         <title>Thüringer SPD – links blinken und mit der CDU im Nichts enden</title>
         <link>http://www.bodo-ramelow.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail_presse/artikel/thueringer-spd-links-blinken-und-mit-der-cdu-im-nichts-enden/</link>
         <description>„Offenkundig will die SPD gar keine politische Auseinandersetzung mehr führen, sondern beschränkt...</description>
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         <pubDate>Wed, 08 Feb 2012 14:32:00 +0000</pubDate>
         <content:encoded><![CDATA[<b>„Offenkundig will die SPD gar keine politische Auseinandersetzung mehr führen, sondern beschränkt sich im Bundesrat auf faule Kompromisse mit der CDU“, kommentiert Bodo Ramelow, Föderalismusbeauftragter der Fraktionsvorsitzendenkonferenz der LINKEN und LINKE-Fraktionschef in Thüringen, einzelne Vorlagen aus dem Bundesrat.</b><br /><br />Der Bundesrat wird sich u.a. mit Initiativen zum Bildungsföderalismus und der Frage zur Abschaffung des Kooperationsverbots befassen. „DIE LINKE steht seit langem an der Seite derjenigen, die einheitliche Bildungs- und Finanzierungsstandards für die gesamte Bundesrepublik einfordern. Bemerkenswert an den Initiativen für den Bundesrat ist aber, dass der SPD-Antrag aus Hamburg hinter den schwarz-gelben Vorschlägen aus Schleswig-Holstein zurückbleibt“, so Ramelow. Offenkundig hätten die SPD-Länder nicht einmal den Mut, die Fehler zu korrigieren, die sie in der großen Koalition mit verzapft haben.<br />In einer weiteren Vorlage wird sich der Bundesrat mit einer Steuerrechtsnovelle befassen. „Den Spitzensteuersatz anzuheben, um damit Steuersenkungen für niedrigen und mittlere Einkommen zu finanzieren, ist eine der klassischen Forderung des Wahlprogramms der LINKEN. SPD und CDU wären mit Blick auf das Bundesratsplenum gut beraten, besser vollständig von der LINKEN abzuschreiben als nur halbgewalktes Stückwerk zu liefern. Es ist offenkundig, dass die Mehreinnahmen aus dem SPD-Antrag zur Erhöhung des Spitzensteuersatzes, nicht ausreichen, um die Defizite aus dem Steuersenkungsantrag der CDU-Länder zu kompensieren. Es bleibt ein Defizit von 1 bis 1,5 Milliarden Euro.“<br /><br />Ramelow erinnert auch an die Mindestlohn-Debatte und daran, dass die SPD in Thüringen erst kürzlich eine Mindestlohninitiative gestartet hat. Vor wenigen Wochen habe es dazu einen Bundesratsantrag aus Baden-Württemberg zur Einführung eines gesetzlichen, flächendeckenden Mindestlohnes gegeben. „Wenn man die Stimme Thüringens nicht verschenken will, muss man sich entscheiden, welchen Weg man gehen will. Wenn man die Stimme aus Thüringen nicht verschenken will, ist es allerhöchste Zeit für die SPD, sich aus der babylonischen Gefangenschaft mit der CDU zu lösen“, so Ramelow.<br /><br />Es bleibe der Eindruck, dass CDU und SPD die nächsten Bundestagswahlen schon verloren geben und große Koalition im Bund spielen. Am Ende werden die Dinge so verwaschen, dass wirkliche Veränderungen nicht mehr angeschoben werden. Es wird immer deutlicher, dass man sich nur noch auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt&quot;, so Ramelow. Schließlich sei es doch „kurios, wenn die CDU mittlerweile fortschrittlichere Anträge einbringt als die SPD, die dann auch noch die Rolle des Bremsers übernimmt“.<br />Bodo Ramelow abschließend: „Da wird ein seltsamer Tanz zur Vorbereitung einer großen Koalition aufgeführt!“<br /><br /><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/BodoRamelow/~4/KAkspzWSYdE" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      </item>
      <item>
         <title>Untersuchungsbericht zu Dresden bestätigt Kritik am Vorgehen der Sächsischen Polizei und Justiz</title>
         <link>http://www.bodo-ramelow.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail_presse/artikel/untersuchungsbericht-zu-dresden-bestaetigt-kritik-am-vorgehen-der-saechsischen-polizei-und-justiz/</link>
         <description>Der durch das Komitee für Grundrechte und Demokratie e. V. Anfang Februar vorgelegte Bericht...</description>
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         <pubDate>Tue, 07 Feb 2012 13:49:00 +0000</pubDate>
         <content:encoded><![CDATA[<b>Der durch das Komitee für Grundrechte und Demokratie e. V. Anfang Februar vorgelegte Bericht bestätigt nach Ansicht des Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Bodo Ramelow, die Kritik am Vorgehen der Sächsischen Polizei und Justiz gegen Menschen, die sich friedlich und erfolgreich bereits zweimal dem größten Nazi-Aufmarsch Europas widersetzten.</b><br /><br />„Zum einen wird offenbar, dass durch die Überwachungsmaßnahmen der Teilnehmer der Versammlung jedes demokratische und rechtsstaatliche Maß überschritten wurde. Die Autoren der Untersuchung stellen aber auch klar, dass der Versuch, ein Bild von gewalttätigen Demonstranten zu zeichnen, mit der Realität zehntausender friedlich Demonstrierender nichts zu tun hat. Es wird auch deutlich, dass die Verweigerung der Versammlungsfreiheit durch die Polizei die Konfrontationen erst hervorgerufen hat“, so Ramelow.<br /><br />DIE LINKE fühlt sich durch den Untersuchungsbericht bestärkt, auch weiterhin für die Unterstützung der diesjährigen Proteste in Dresden gegen die angekündigten Nazi-Aufmärsche am 13. und 18. Februar aufzurufen.<br />„Nazis dürfen keine Möglichkeit erhalten, ihre menschenverachtende Ideologie auf die Straßen Dresdens zu tragen. Die Teilnahme an den Protesten gegen den jährlichen Naziaufmarsch in Dresden zeigt, dass sich viele Menschen in einer politischen Mitverantwortung zur Verhinderung des Neonazismus sehen, die nicht deshalb endet, weil Staatsanwaltschaften diese Engagierten mit Grundrechtseinschränkungen und Strafverfahren bedenken“, so Ramelow.<br /><br />Der Untersuchungsbericht steht unter http://www.grundrechtekomitee.de/sites/default/files/Dresden-Bericht-30_01_2012.pdf zur Verfügung.<br /><br /><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/BodoRamelow/~4/NqCMppRNz9U" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      </item>
      <item>
         <title>Rechtsstreit um Linken-Politiker</title>
         <link>http://www.bodo-ramelow.de/nc/presse/presseartikel/detail_presseartikel/artikel/rechtsstreit-um-linken-politiker/</link>
         <description>Das Bundesverfassungsgericht will sich im Herbst mit der Überwachung von Linken-Politikern durch...</description>
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         <pubDate>Tue, 07 Feb 2012 13:20:00 +0000</pubDate>
         <content:encoded><![CDATA[Das Bundesverfassungsgericht wird sich noch in diesem Jahr mit der umstrittenen Beobachtung von Linken-Politikern durch den Verfassungsschutz befassen. Davon geht der thüringische Fraktionsvorsitzende Bodo Ramelow aus, der in einer Art Musterprozess gegen seine Überwachung streitet. Zuvor allerdings hofft die Linke, dass der Bundestag sich auf ein Vetorecht gegen die Beobachtung von Abgeordneten verständigt.<br /><br />Parteichef Klaus Ernst sagte dem Tagesspiegel: „Das Parlament sollte als Souverän dem Gericht zuvorkommen. Ein Beschluss, der dem Bundestag ein Vetorecht gegen die Beobachtung von Parlamentariern gibt, wäre ein wichtiges Zeichen. Die Ausforschung der Linken durch den Inlandsgeheimdienst muss enden.“<br /><br />Grundsätzlich ist nicht neu, dass Linken-Politiker im Visier des Verfassungsschutzes sind. Doch hatten aktuelle Zahlen über die Beobachtung von mindestens 27 Bundestagsabgeordneten vor Tagen eine erregte Debatte ausgelöst. Auch Politiker von SPD, Grünen und FDP halten das Vorgehen des Geheimdienstes für falsch oder mindestens überzogen.<br /><br />Ramelow berichtete seiner Parteiführung jetzt, dass sein Verfahren in Karlsruhe mit der Organklage der Bundestagsfraktion zusammengefasst werden soll. Der von den Linken beauftragte Staatsrechtler Hans-Peter Schneider von der Universität Hannover habe mit Verfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle telefoniert. Voßkuhle höchstpersönlich werde Berichterstatter und damit federführender Richter sein, die mündliche Verhandlung sei für Frühherbst/Herbst geplant.<br /><br />Im Juli 2010 hatten Ramelow und die Linke vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Niederlage hinnehmen müssen. Die Leipziger Richter urteilten, dass auch das Spitzenpersonal der Linkspartei in eine Beobachtung einbezogen werden dürfe, selbst wenn es sich um Mandatsträger handelt oder um Politiker, die selbst gar keine extremistischen Parolen schwingen. Das bedeutet laut Ramelow: Jeder Einzelkläger müsse sich anrechnen lassen, „was irgendjemand in der Partei gesagt, getan oder gemacht haben könnte“. Für ihn ist das „absonderlich“. Ob das in Karlsruhe auch so gesehen wird, ist offen. Einerseits reagierte Gerichtsvizepräsident Ferdinand Kirchhof eben erst irritiert auf die CSU-Forderung, einen Verbotsantrag gegen die Linke zu prüfen („Man liest die Zeitung und staunt“). Andererseits verdächtigt Ramelow das Verfassungsgericht, dass es möglicherweise Klageverfahren von rechtsextremistischen Abgeordneten „demonstrativ parallel mit behandeln will“. Er warnt: „Die Gleichsetzung von NPD und der Linken dient der politischen Delegitimierung sämtlicher Ideen von links“.<br /><br />Insgesamt sind 14 Verfahren von Linken-Politikern gegen eine Überwachung anhängig, darunter die von Gregor Gysi, Lothar Bisky und Dietmar Bartsch. Doch bisher ruhen alle Verfahren – bis auf das von Bodo Ramelow. Möglicherweise will die Partei so vermeiden, dass die Aktivitäten von wirklich radikalen Genossen wie Sevim Dagdelen oder Ulla Jelpke in den Fokus geraten – selbst wenn diese behaupten, der Verfassungsschutz finde über sie nur „Harmlosigkeiten“ heraus, wie Jelpke es formulierte.<br /><br />Juristisch aufgerollt werden könnte zusätzlich allerdings der Fall von Petra Pau, über die der Verfassungsschutz eine mehrere Hundert Seiten starke Akte angelegt hat. „Sie ist als Bundestagsvizepräsidentin Repräsentantin des ganzen Parlaments“, sagt Ramelow zur Begründung.<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/BodoRamelow/~4/JAOHA7bYYEU" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      </item>
      <item>
         <title>Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt</title>
         <link>http://www.bodo-ramelow.de/nc/tagebuch/post/2012/02/07/bei-der-feuerwehr-wird-der-kaffee-kalt/</link>
         <description>Ganz so aufregend wie im Kinderbuch von Hannes Hüttner war es nicht, als ich am Samstag der Freiwilligen Feuerwehr in meinem Erfurter Wahlkreis einen Besuch abstattete (Hier geht es zu den Bildern.). Aber die Feuerwehr in Möbisburg hat tatsächlich rund um die Uhr zu tun, 700 Arbeitsstunden wurden im letzten Jahr geleistet und einige davon wären nicht nötig gewesen, wenn die Stadt ihre Zusagen den Hochwasserschutz zu verbessern, auch umgesetzt hätte.Als ich mir im letzten Jahr bei einem Rundgang das von Überflutungen bedrohte Gebiet angeschaut habe, wurde mir berichtet, dass es die Zusage gibt, dass hier zeitnah eine Lösung gefunden wird. Jetzt höre ich über ein halbes Jahr später, dass ein Großteil der Einsatzstunden der Feuerwehr dafür verwendet werden musste, den Kindergarten vor dem Wasser zu schützen. Das ist inakzeptabel und folglich setze ich mich Montagfrüh gleich an meinen Schreibtisch, um einige Briefe aufzusetzen, die etwas Bewegung in die Sache bringen sollen.Was mich am Montag auch beschäftigt, sind die Meldungen vom Wochenende, dass meine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht wegen der Beobachtung durch den „Verfassungsschutz“ noch in diesem Jahr behandelt werden soll. Es wird Zeit, dass hier eine Entscheidung fällt. Noch besser wäre es, wenn der Bundestag sich vorher auf eindeutige Regeln einigen würde, in welchem Fall eine Beobachtung rechtens ist. Momentan agieren hier die Verfassungsschutzämter nach Gutdünken und überwachen die Personen, die eigentlich gewählt sind, um den Verfassungsschutz zu überwachen. Das ist ein Unding. Für mehr Informationen kann ich einen Artikel von Matthias Meisner aus dem Tagesspiegel empfehlen.Am Montag war außerdem noch Sitzung des geschäftsführenden Landesvorstands und auch hier konnte ich erfreut feststellen, dass die neuen stellvertretenden Vorsitzenden straff organisiert arbeiten und die Treffen entsprechend produktiv sind. Prima, so soll’s sein.&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/BodoRamelow/~4/J7zy1s3j1po" height="1" width="1"/&gt;</description>
         <author>(Bodo Ramelow)</author>
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         <pubDate>Tue, 07 Feb 2012 11:24:00 +0000</pubDate>
         <category>Politik, Erfurt, Partei</category>
      </item>
      <item>
         <title>Kritik an Rechtsterroraufklärung: Sogar das Nichts ist noch geheim</title>
         <link>http://www.bodo-ramelow.de/nc/presse/presseartikel/detail_presseartikel/artikel/kritik-an-rechtsterroraufklaerung-sogar-das-nichts-ist-noch-geheim/</link>
         <description>Die Rede von Bodo Ramelow war eigentlich nicht mehr, als eine Schilderung der mehr als paradoxen...</description>
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         <pubDate>Fri, 03 Feb 2012 18:46:00 +0000</pubDate>
         <content:encoded><![CDATA[Erfurt. Der Linke-Fraktionschef berichtete im Landtagsplenum davon, mit welcher Taktik (Bund und Länder schieben sich gegenseitig die Schuld zu) offenbar versucht werde, den Parlamentsausschüssen ein angebliches Geheimpapier des Bundesamtes für Verfassungsschutz weiter vorzuenthalten, das längst von den Medien veröffentlicht wurde.<br /><br />Im Anschluss an seine Rede indes wurde es unangenehm. Ein Beamter der Landtagsverwaltung gab dem Linken unmissverständlich zu verstehen, dass er gegen die Geheimhaltungsvorschrift verstoßen habe. Der Grund: Ramelow hatte seine Erkenntnisse zumindest teilweise aus der Parlamentarischen Kontrollkommission (PKK), die einer besonderen Vertraulichkeit unterliegt.<br /><br />Verwunderlich ist dabei jedoch, dass die Fraktionschefs eigentlich von ihren jeweiligen PKK-Mitgliedern informiert werden dürfen. Davon ist auch der PKK-Vorsitzende Wolfgang Fiedler stets ausgegangen und bot jüngst sogar der FDP an, die nicht in dem Gremium vertreten ist, sie persönlich in Kenntnis zu setzen. Auch die Fiedler-Rede müsste demnach wohl noch einmal auf eine mögliche strafrechtliche Relevanz untersucht werden. In dem konkreten Fall nämlich waren die PKK-Inhalte allesamt als &quot;geheim&quot; eingestuft.<br /><br />Für Ramelow ist &quot;eine parlamentarische Aufklärung, die unter einem solchen Verdikt steht, fast unmöglich&quot;. Und er fügt hinzu: &quot;Das ist doch Irrsinn.&quot;<br /><br /><b>Notfalls müssen die Gerichte entscheiden</b>
<br />Die gesamte Hoffnung der Linken auf mehr Transparenz ruht nun auf dem von allen Landtagsfraktionen gemeinsam beschlossenen Untersuchungsausschuss. Aber Ramelow macht unmissverständlich klar: Sollte sich Innenminister Jörg Geibert (CDU) weiterhin weigern, Auskünfte zu erteilen und sich immer auf eine vermeintliche Geheimhaltungspflicht berufen, werde man vor den Verfassungsgerichtshof in Weimar ziehen.<br /><br />Auch die Linke-Bundestagsabgeordnete Petra Pau kritisiert die Geheimhaltung der jeweiligen Behörden auf Bundesebene und schließt deshalb sogar nicht aus, das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe anzurufen. Die Bundesregierung verfahre offensichtlich nach der Devise: &quot;Nichts gewusst, aber auch das Nichts wird noch geheim behandelt.&quot; Pau sprach sich dafür aus, gegebenenfalls sogenannte Ermittlungsbeauftragte einzusetzen, die beispielsweise für den Untersuchungsausschuss des Bundestages in Thüringen vor Ort Akten einsehen.<br /><br />Die Thüringer Grünen-Fraktion sieht unterdessen den Untersuchungsausschuss des Freistaat als ihr Großprojekt dieses Jahres. Ziel sei es, öffentlich aufzuklären und dann über eine künftige Sicherheitsstruktur im Land zu diskutieren, sagte die Fraktionsvorsitzende Anja Siegesmund .<br /><br />Auch müsse geklärt werden, welche Arbeit der Landesverfassungsschutz zukünftig übernehmen solle und inwiefern die Zusammenarbeit der einzelnen Landessicherheitsbehörden verbessert werden müsse. &quot;Rechtsterrorismus und Rechtsextremismus sind keine Thüringer Phänomene&quot;, sagte Siegesmund. Erste Ergebnisse des Ausschusses erwarte sie nicht vor Ende 2013.<br /><br />Darüber hinaus wollen sich die Grünen für eine &quot;Willkommenskultur&quot; einsetzen. Ausländern müsse die Integration leichter gemacht werden, sagte Siegesmund.<br /><br />Fordert mehr Informationen durch Behörden: Linken-Bundestagsabgeordnete Petra Pau.<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/BodoRamelow/~4/mXPjmv7uqno" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      </item>
      <item>
         <title>Wortmeldung an den Parteivorstand der LINKEN bezüglich eines Mitgliedervotums zur Personalfindung</title>
         <link>http://www.bodo-ramelow.de/nc/politik/texte/detail_texte/artikel/wortmeldung-an-den-parteivorstand-der-linken/</link>
         <description>Bodo Ramelow wendet sich bezüglich eines Mitgliedervotum zur Personalfindung an den Parteivorstand...</description>
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         <pubDate>Thu, 05 Jan 2012 13:13:00 +0000</pubDate>
         <content:encoded><![CDATA[Brief als PDF herunter laden. 
--------------------------<br />
Liebe Gesine, <br />lieber Klaus, <br />liebe Genossinnen und Genossen,<br /><br />zum Jahresanfang noch einen herzlichen Gruß und uns allen viel Kraft für ein kämpferisches Jahr 2012.<br /><br />Zur Vorbereitung der nächsten PV-Sitzung möchte ich Euere Aufmerksamkeit darauf lenken, dass ich lange vor dem Erfurter Parteitag beim Parteivorstand und bei der Bundesgeschäftsstelle nachgefragt hatte bzw. nachfragen hatte lassen, inwieweit mit der vorbereiteten Beschlussempfehlung zum Erfurter Parteitag ein Mitgliederentscheid als Mitgliedervotum zur Personalfindung, z.B. unserer Doppelspitze, möglich und zulässig sei.<br />Gerade da begleitend zu den Mitgliedervoten eine Ordnung erlassen werden sollte, war es für mich als Parteitagsdelegierten von Interesse, ob ich einen entsprechenden Antrag noch dem Parteitag zuleiten müsste, damit das höchste aller Gremien - nämlich der Bundesparteitag - selber darüber befinden kann, ob ein solches Mitgliedervotum zulässig sei und in welchem Rahmen es ermöglicht werden kann. Politisch - und da verweise ich gern auf meine mehrfach getätigten öffentlichen Äußerungen - habe ich mich für ein Mitgliedervotum engagiert, und zwar ausdrücklich unabhängig von den jeweiligen Kandidaten, Strömungen oder regionalen Herkünften.<br /><br />Ich bin schon vor dem Rostocker Parteitag vehement für eine Geschlechterdoppelspitze eingetreten und vertrete diese Ansicht nach wie vor, denn sehr schnell verliert DIE LINKE ihr weibliches Gesicht, wenn sie nicht auf bestimmte Mindeststandards achtet. Im Alltag droht dies sehr schnell unterzugehen und genau hier hilft eine geschlechtsspezifische Doppelspitze, die weibliche Sicht nicht im Alltag aus dem Blick zu verlieren.<br />Da ich von einer geschlechtsspezifischen Doppelspitze ausgegangen bin und mir sehr gut vorstellen kann, dass ein Mitgliedervotum gleichfalls eine große Kampagne sein kann, um innerhalb der Partei mehr Genossinnen und Genossen zu aktivieren, um sich auch mit Führungsfragen und Führungspersönlichkeiten auseinanderzusetzen, wollte ich die Frage nach einem Mitgliedervotum vor dem Erfurter Parteitag geklärt wissen.<br /><br />Der Geschäftsführende Parteivorstand hat dazu eine eindeutige Auffassung vertreten und ein Mitgliedervotum gemäß § 2 Abs. 8 unserer Ordnung für zulässig bewertet.<br />Da es nie um eine Urwahl ging, habe ich mich mit dem Parteienrecht nicht auseinandersetzen müssen, denn eine Urwahl hat eine andere Bindewirkung wie ein Mitgliedervotum. Im Vertrauen auf die Auskunft, die der Geschäftsführende Parteivorstand im Rahmen einer Parteivorstandssitzung gegeben hat, habe ich von einer Antragstellung zum Parteitag abgesehen.<br /><br />Wenn Ihr Euch gemeinsam daran erinnert, hat zumindest in meiner Wahrnehmung niemand der Sicht des Geschäftsführenden Parteivorstands vehement widersprochen, sondern es gab jeweils nur politische Abwägungseinschätzungen dazu.<br />Man kann die Frage des Mitgliedervotums auch völlig anders beantworten. Dies halte ich für legitim und im politischen Diskurs für zulässig. <br /><br />Wenn aber ein Minderheitenrecht mit einem 25-Prozent-Quorum ausgestattet ist, sollte nicht hinterher mit juristischen Winkelzügen das konterkariert werden, was das Parteiführungsgremium vorher als zulässig und als legitim ausgeführt hat. Unabhängig von der Frage, ob oder welche politischen Auffassungen der einzelne Repräsentant im Parteivorstand hat, bleibt die Frage der Verlässlichkeit einer Auskunft, die das höchste Führungsgremium zwischen den Parteitagen gegeben hat. <br /><br />Vor der Elgersburger Runde hat der Geschäftsführende Parteivorstand dann - wenn ich es richtig verfolgt habe - in einer Abstimmung von 4:2 Mitgliedern Prof. Morlock einen Auftrag zu einem Gutachten diesbezüglich gestellt.<br /><br />Da ich als Parteibildungsbeauftragter mit Prof. Morlock sämtliche Schritte der Parteibildung jeweils gutachterlich erörtert habe, habe ich volles Vertrauen darauf, dass Prof. Morlock qualifiziert gutachterlich antworten wird. Ich hoffe nur, dass die erteilte Auskunft des Geschäftsführenden Parteivorstandes, der im Parteivorstand nicht widersprochen wurde, Grundlage des Gutachten-Auftrages geworden ist, dass nämlich die Parteigremien selber von der Zulässigkeit eines Mitgliedervotums ausgegangen sind.<br /><br />Die gutachterliche Bewertung einer Urwahl ist nicht notwendig, da ein solcher Antrag weder beabsichtigt war zu stellen noch zwischenzeitlich gestellt wurde. <br />Ich bitte deshalb die Mitglieder des höchsten Führungsgremiums, sich daran zu erinnern, dass erteilte Auskünfte auch zur Geschäftsgrundlage für Antragsteller zum Parteitag wurden oder umgekehrt zur Nichtantragstellung geführt haben. Dies sollte bei weiteren Bewertungen, wenn es um die Zulässigkeit des gestellten Antrags von Mecklenburg-Vorpommern geht, mit ins Kalkül gezogen werden, denn ein erreichtes Quorum, das Satzung und Ordnung festschreibt, kann nicht durch Mehrheitsbeschluss außer Kraft gesetzt werden. Lediglich wenn Nichtigkeitstatbestände zu dem gestellten Antrag vorliegen würden, gebe es eine andere Bewertungsgrundlage.<br />Wir sollten deshalb gemeinsam ein Interesse daran haben, dass dies nicht zu einer strömungspolitischen Frage wird, denn es geht prinzipiell um die Glaubwürdigkeit im Umgang von Mehrheiten und Minderheiten.<br /><br />Erinnern möchte ich allerdings daran, dass andere Parteien Mitgliedervoten schon praktiziert haben, ohne dass dort das Parteien-, Vereins- oder Satzungsrecht entgegen gestanden hätten. Mitglieder, die damals in einer solchen Partei selber aktiv waren, sollten sich auch daran erinnern, dass zumindest die juristischen Fragen noch auf der gleichen Substanz zu beantworten sind. Ansonsten würde man instrumentell mit zweierlei Maß messen, was dem Umgang mit politischer Kultur nicht gut tun würde.
<br />In diesem Sinne vertraue ich auf eine weise Beurteilung bei der Zulässigkeitsprüfung für das Mitgliedervotum und würde mich politisch freuen, wenn es mehr als nur einen Kandidaten bei Wahlen gebe und auch in unserer Partei das Wort Wahlen von Auswählen abgeleitet werden könnte.<br /><br />Mit herzlichsten Grüßen<br /><br />Bodo Ramelow<br />Parteitagsdelegierter, Mitglied des Kreisverbandes Erfurt (Basis), eine der drei Vertrauenspersonen des beantragten Mitgliedervotums des Landesvorstandes Mecklenburg-Vorpommern<br /><br /><i>nachrichtlich:</i><br />Steffen Bockhahn und<br />Landesgeschäftsführer Kay Spieß, Mecklenburg-Vorpommern<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/BodoRamelow/~4/jR-r1AkdIxg" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      </item>
      <item>
         <title>Bodo Ramelow am 16.11.2010 im Thüringer Landtag zum Naziterror und Verfassungsschutzskandal</title>
         <link>http://www.livestream.com/linke_thl/video?clipId=pla_36ea6444-b933-4608-9c04-79ef665e6f7c</link>
         <description>Bodo Ramelows klare und präzise Antwort auf die Regierungserklärung der Ministerpräsidentin...&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/BodoRamelow/~4/-0h0AnaFNjk" height="1" width="1"/&gt;</description>
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         <pubDate>Wed, 16 Nov 2011 14:33:00 +0000</pubDate>
      </item>
      <item>
         <title>Entwicklung des Rechtsextremismus und des rechtsextremistischen Terrorismus</title>
         <link>http://www.bodo-ramelow.de/nc/politik/plenarreden/detail_reden/artikel/entwicklung-des-rechtsextremismus-und-des-rechtsextremistischen-terrorismus/</link>
         <description>Zur Regierungserklärung der Ministerpräsidentin</description>
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         <pubDate>Wed, 16 Nov 2011 10:01:00 +0000</pubDate>
         <content:encoded><![CDATA[<b>Zur Regierungserklärung der Ministerpräsidentin     </b>
<br /> 
Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Habil Kilic, Yunus Turgut, Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubasik, Halyd Yusgat, Michelle Kiesewetter, zehn Namen, zehn Menschen, die ermordet worden sind, zehn Menschen, bei denen wir trauernd Anteil nehmen und bei den Familien sind. Namen, die ausgesprochen werden müssen, Namen, die uns mahnen, daran zu denken, dass dieser Tod von Thüringen ausgegangen ist. Die uns aber auch mahnen, daran zu denken, dass dieser Tod nicht isoliert in Thüringen entstanden ist, aber dass die Zuständigen mit daran Schuld sind, dass die Büchse der Pandora geöffnet wurde, die letztendlich zum Tod von so vielen Menschen, von denen wir bisher wissen, und wir können nicht ausschließen, ob es noch weitere sind. Diese braune Blutspur durch Deutschland hatte einen Ausgangspunkt in Thüringen.  
<br /> 
Allerdings müssen wir auch dazusagen, dass das Klima, in dem diese Blutspur entstanden ist, in dem dieser Terror erst ermöglicht wurde, etwas damit zu tun hat, dass nach der Wende, als die Grenze sich öffnete, auch Namen und Menschen hierher gekommen sind, die ein bestimmtes Klima mit entwickelt haben. Michael Kühnen kam sofort mit der Grenzöffnung hier nach Thüringen. Karl-Heinz Hoffmann, dessen Name mich in Westdeutschland schon immer in Grausen versetzt hat, geboren in Kahla, zurückgekehrt aus Westdeutschland, hier wieder in Thüringen ansässig. Thorsten Heise, der aus Niedersachsen über den Harz nach Fretterode gekommen ist. Die sind nicht alleinstehend, aber sie sind Synonym für eine Entwicklung, in der junge Menschen, die orientierungslos waren, auf einmal einbezogen wurden in eine geheime Welt, in eine verschwörungstheoretische Welt, in eine Welt, in der ihnen einfache, leichte Antworten gegeben worden sind und - in dem das nicht passiert ist, Frau Ministerpräsidentin, was Sie eben zu Recht eingefordert haben - dass Nachbarn, dass Lehrer, dass vielleicht Menschen im Sportverein rechtzeitiger deutlich gemacht haben, dass bestimmte Denkprozesse am Schluss in einer mörderischen Logik enden könnten, nämlich Faschismus, Rassismus, Antisemitismus.  
<br /> 
Als Sie eben zu Recht Ihre Ausführungen gemacht haben, dass wir zivilgesellschaftliches Engagement stärken müssen, habe ich mich an die Rede von Heike Taubert erinnert, als wir das Landesprogramm hier beraten haben. Allein bei der Frage, nennen wir es Landesprogramm gegen Rechts, gab es einen trefflichen Streit, hat es treffliche Debatten darüber gegeben, ob dann damit die linke Gefahr relativiert würde. Und wenn man darauf hingewiesen hat, dass wir Realitäten zum Ausgangspunkt von demokratischem Engagement und widerständiger Entwicklung, dass wir Menschen Mut machen, widerständig zu sein, dass wir Mut machen, eben solchen braunen Rattenfängern nicht die Kinder einfach zu überlassen, aus denen dann Jugendliche wurden und aus denen dann Schlägertrupps wurden.  
<br /> 
Ich sage das deswegen, meine sehr verehrten Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen, weil es mehrere Ebenen, mehrere Facetten gibt, wenn es den braunen Terror, von dem wir jetzt wissen, zu betrachten gilt. Es gibt den aufzuarbeitenden, da gibt es bei mir mehr Fragezeichen als Antworten. Da kann ich sagen, ich glaube, es ist mit der Sonderermittlungsinstitution ein richtiger Mensch gefunden worden - mit Herrn Schäfer - und der Form hoffe ich, dass es gelingt, tatsächlich in die Tiefe der aufzuklärenden Widersprüche zu kommen. Da ist für mich so die Frage, um es an dem Fall der drei Verschwundenen festzumachen, da habe ich damals schon öffentlich lautstark und auch hier im Parlament gesagt, wie kann man eigentlich die Verjährung zulassen. Warum sind keine staatsanwaltschaftlichen Mittel ergriffen worden, um die Verjährung zu hemmen? Das ist eine Frage, bei der ich das Gefühl habe, dass das Zusammenwirken der unterschiedlichen Organisationsstrukturen und der unterschiedlichen Zuständigkeiten nicht funktioniert hat. Aber die Verjährung ist eingetreten, man hat sie eintreten lassen. Das ist eine Fragestellung, der werden wir nachgehen müssen.  
<br /> 
Eine weitere Fragestellung ist, was ist mit den Zielfahndern. Herr Roewer erzählt jetzt außerhalb des Parlaments und außerhalb seiner Zuständigkeit vor vielen Kameras, dass er eine Zielverhandlungsoperation unternommen hat, die aber nicht zielführend war. Das kann ich nicht prüfen, aber ich lese, dass Zielfahnder des LKA ein Jahr später sie avisiert hatten, also ausgemacht hatten, aber es hätte keinen Zugriff gegeben. Eine Geschichte, die ich nicht nachvollziehen kann. Für mich gibt es deswegen innerhalb dieser Dinge tiefergehende Aufklärungsbedarfe, welche zuständigen Stellen hier eklatant versagt haben. Dass wir es mit einem eklatanten Versagen zu tun haben, davon gehe ich aus. Daran kann man nichts beschönigen,  
<br /> 
<i>(Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</i>
<br /> 
da haben zuständige Stellen miteinander nicht gearbeitet, nicht kooperiert. Es geht mir jetzt auch nicht darum, einfach einen schnellen Schuldigen zu haben, sondern es geht darum, das Versagen zu untersuchen.  
Ich will aber über eine zweite Facette reden. Ich kann mich erinnern, dass wir im Zusammenhang Rechtsextremismus - deswegen habe ich eben das Thema „Landesprogramm für Toleranz und Weltoffenheit“ genannt, das ursprünglich als Arbeitsthema „Landesprogramm gegen Rechtsextremismus“ hieß, das ist mehr als nur ein Wortgeklingel, dahinter steckt auch ein Denkansatz, der zur Verharmlosung führt, indem man Unvergleichliches miteinander vergleicht.  
<br /> 
<i>(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</i>
<br /> 
Ich habe in vielen Reden hier deutlich für meine Fraktion und für meine Partei gesagt, dass es selbstlegitimierte Gewalt nicht geben darf, dass es keine Steine gibt, die irgendetwas rechtfertigen, egal, von wem sie geworfen werden. Das habe ich hier immer wieder wiederholt.  
<br /> 
<i>(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</i>
<br /> 
Trotzdem, Frau Ministerpräsidentin, ist es jemand wie Eckhard Jesse, der als Wissenschaftler davon spricht, dass der weiche Extremismus der Linken gefährlicher sei als der Rechtsextremismus. Das hat er mehrfach wissenschaftlich ausgeführt und es ist Ihr Generalsekretär Dr. Mario Voigt, der genau in dieser Bandbreite immer wieder operiert und sagt, die Gefährlichkeit meiner Partei muss thematisiert werden. Da sage ich, damit relativieren wir  
<br /> 
<i>(Beifall CDU, FDP)</i>
<br /> 
ja, da ist der Applaus, das ist genau das, was ich meine, dieses zynische Zurücklehnen,

<i>(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</i>
<br /> 
als wenn wir Menschen ermordet hätten, als wenn wir für linksextremistische Gewalt stehen würden, sondern die Einordnung, es gibt gute Demokraten und es gibt schlechte Demokraten und dann schauen wir gemeinsam weg, was rechts passiert. Ich sage das deswegen mit großer Leidenschaft - hier hat Frau Dr.&nbsp;Kaschuba …
<br /> 
<i>(Zwischenruf Abg. Bergemann, CDU: 1.000&nbsp;Mauertote.)</i>
<br /> 
Das sind die Antworten, SED, Stasi, 1.000&nbsp;Mauertote und dann nickt ihr noch. Entschuldigung, dass ihr euch nicht was schämt angesichts der Toten, von denen ich gerade gesprochen habe.  
<br /> 
<i>(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</i>
<br /> 
Das Problem ist, dass ihr nicht mal zuhören wollt,  
<br /> 
<i>(Zwischenruf Abg. Wetzel, CDU: Wer hat denn jetzt damit angefangen?)</i>
<br /> 
weil Ihr von zum Beispiel Reyk Seela ablenken wollt, der früher zwischen euch gesessen hat, der den Verharmlosungsfilm für den Verfassungsschutz gedreht hat, der dann in die Schulen gekommen ist, wo die Punks gleichgestellt worden sind mit den rechtsextremistischen Gewalttätern, wo Thorsten Heise &amp; Co abgebildet sind, wo Kapke und Co sich vor der Kamera des späteren Landtagsabgeordneten Reyk Seela äußern konnten, bezahlt von Herrn Roewer.  
<br /> 
<i>(Unruhe CDU)</i>
<br /> 
<i>(Beifall DIE LINKE)</i>
<br /> 
<i>(Zwischenruf Abg. Barth, FDP: Dieses Thema herzunehmen und zu sagen, wir sind die Besseren, das ist die Absicht in Wahrheit.)</i>
<br /> 
Man sollte wenigstens den Anstand haben, einem Gedankengang mal zuzuhören, aber ihr seid ja schon reflexartig, weil ihr den Schaum schon vor dem Mund habt, um einzuordnen, wer die Gutmenschen und wer die Bösen sind. Deswegen wollte ich zumindest diese Deutlichkeit in die Debatte reinbringen, weil die drei Täter keine isolierten Täter sind, sie sind nicht einfach die, auf die man hinterher dann die Steine werfen und sagen kann, das waren sie. Es gab die Mittäter, es gab die Hintermänner und es gab die Gesinnungstäter, die das alles zugelassen haben, dass diese Büchse der Pandora aufgemacht worden ist.  
<br /> 
<i>(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</i>
<br /> 
Darüber wollte ich schon reden.  
<br /> 
An diesem Pult hat Frau Dr.&nbsp;Karin Kaschuba vor einigen Jahren gestanden und gesagt, bei mir in Jena werde ich jeden Abend vom Thüringer Heimatschutz begrüßt. Begrüßt heißt, man hat sie fotografiert. Man hat in ihrem Hauseingang gestanden. Kapke hat dort gestanden mit dem Hund. Ich habe in Jena bei einer Veranstaltung erlebt, dass in der Veranstaltung 20&nbsp;Leute vom Heimatschutz saßen - einfach nur saßen&nbsp;-, die Polizei kam und ging wieder. Ich habe erlebt, wie in Apolda bei einer Wahlveranstaltung 40&nbsp;Schwarzuniformierte saßen - einfach saßen. Die Polizei kam, schaute sich das an und ging wieder. Ich sage das mit Frau Dr.&nbsp;Kaschuba deswegen, als sie es hier gesagt hat und dass ihr Kind auf dem Sportplatz attackiert worden ist mit „Rote Sau hau ab“ von den gleichen Leuten, da ist hier gelacht worden, als sie das erzählt hat. Gudrun Lukin aus Jena, die unmittelbar auch mit diesen Menschen zu tun hatte, wurde fotografiert bei einer Veranstaltung mit den Worten: Wir machen die Bilder, damit, wenn das KZ fertig ist, wir die Bilder von euch haben. Darüber wollte ich reden. Ich wollte reden über etwas, das seit den 90er-Jahren immer wieder hier auch thematisiert wurde und das man nicht weglassen kann. Es ist eben nicht erst der Versuch des Bombenanschlags auf Katharina König im vergangenen Jahr, es ist eben nicht einfach nur 47 Geschäftsstellen und Wahlkreisbüros meiner Partei in den letzten sechs Jahren hier in Thüringen - 120 zerstörte Wahlkreisbüros der LINKEN bundesweit im letzten abgelaufenen Jahr. Darin eingebettet vollzieht sich etwas, dass an mehreren Orten stattfindet. Deswegen wehre ich mich auch dagegen, einfach das auf Thüringen zu reduzieren und zu sagen, also es war der Roewer, es war der Richard Dewes, es war einfach nur die später wegschauende Institution Christian Köckert, der seine eigenen Spielchen mit dem Verfassungsschutz getrieben hat; das wäre viel zu einfach. Das Thema ist eigentlich das Thema Angst.  
<br /> 
Ich habe hier vorne mal gestanden und davon gesprochen, dass meine japanische Schwägerin aus London sich immer wieder geweigert hat, nach Thüringen zum Familienfest zu kommen, und immer wieder gesagt hat, wir treffen uns in Heidelberg. Da kann man nur lachen, ja, da können Sie „ach“ sagen. Wenn man das nicht einmal zur Kenntnis nimmt, dass Menschen sagen, wir haben Angst vor dem Klima, wenn man es nicht spürt, weil man nicht Schwarzer ist, weil man es nicht spürt, weil man nicht Japaner ist, wenn man nicht spürt, wie der US-amerikanische Bobweltmeister, der in Oberhof zusammengeschlagen worden ist, einfach nur, weil er eine schwarze Hautfarbe hatte, und wenn wir dann sagen, dass sind alles Einzeltaten, das sind alles nur ein paar Verwirrte, dann nehmen wir nicht zur Kenntnis, dass es sei 1990 189 rassistische Morde in Deutschland gegeben hat. Die Zahl ist gerade durch diese Täterserie enorm gesteigert worden.  
<br /> 
Ich bin gerne bereit, über Stasi und Mauertote zu reden. In der historischen Betrachtung müssen wir das auch tun, man darf sie auch nicht verharmlosen, man darf sie aber nicht aufwiegen gegen etwas, wo in der Nachbarschaft, wie in Fretterode Heise das Rittergut kauft und anschließend in Fretterode geschwiegen wird, weil die Zivilgesellschaft nicht mehr weiß, wie sie damit umgeht, weil von dort aus das Signal kommt, bitte lasst uns in Frieden, wir wollen unsere bürgerliche Ruhe haben. Ich kann die Bürger dort gut verstehen, weil die - allein gelassen - in Fretterode, gegen das Rittergut und das Gedankengut, was dort ausgeübt wird, nicht angehen können. Oder in Mosbach, wenn Horst Mahler dort regelmäßig seine nationalsozialistischen hohen Messen zelebriert. Im Dorf existiert Ratlosigkeit, wie man damit umgehen kann, weil es sich ja hinter verschlossenen Türen in Privaträumen abspielt, in Kneipen, in Häusern, die gekauft worden sind.  
<br /> 
Damit sind wir beim Schützenhaus in Pößneck. Da war ich Ihnen, Frau Ministerpräsidentin, eben dankbar, dass wir gemeinsam dort gestanden haben, alle zusammen, und gesagt haben, Gesicht zeigen gegen braunen Ungeist. Das beginnt auf dieser Ebene, wo die durch einen Ort gehen und sagen, wir zeigen euch, was nationalbefreite Zone ist. Über das Thema nationalbefreite Zone ist hier immer drüber hinweggehuscht worden, als gäbe es das nicht in Thüringen, als wäre das irgendwo anders auf einem fernen Planeten; aber es war eingebettet in den Thüringer Heimatschutz, es war eingebettet in die Organisation Blood &amp; Honour und es war eingebettet in die NPD in Thüringen, weil sie switchten mal von Blood &amp; Honour zum Thüringer Heimatschutz, vom Thüringer Heimatschutz wiederum zur NPD und wieder zurück.  
<br /> 
Meine Damen und Herren, darüber haben wir zu reden. Blood &amp; Honour, als der Bundesinnenminister Blood &amp; Honour verboten hat, was eine richtige Entscheidung war, gab es einen Thüringer Beamten, der den Geraer Kassierer von Blood &amp; Honour gewarnt hat, und als die polizeiliche Durchsuchung war, war die Wohnung clean und alle haben gesagt, so etwas hätten sie noch nicht erlebt. Tage später kam raus, er war gewarnt worden. Es war dann einfach nur eine Reise, die dann verharmlost wurde, er hätte ja gar nicht über die Polizei mit ihm gesprochen. Aber was ein Thüringer Beamter eines Sicherheitsdienstes bei dem Kassierer von Blood &amp; Honour wenige Tage vor der Hausdurchsuchung und polizeilichen Maßnahme zu suchen hat, bleibt das Geheimnis der Zuständigen und derjenigen, die dafür Verantwortung tragen. Deswegen wollte ich diese Dinge nebeneinander stellen, dass man nicht nur einfach sagt, wir wissen jetzt um diese Terrorzelle, sondern wir müssen schauen, in welchem Klima ist sie entstanden, damit sie diese Mordtaten begehen konnte. Da sind wieder ganz andere Fragen: Wo haben sie diese Waffe her? Für mich ein seltsamer Vorgang, dass aus einer tschechischen Spezialwaffe, die man nicht im Nachbarschaftsladen kaufen kann und die man auch nicht bei normalen Waffendealern kaufen kann, nach dem was mir jedenfalls Fachleute sagen, da frage ich mich, wo kommt die her? Das ist ein Thema, das aufzuklären ist. Die Frage, wenn es nur 24 von diesen Waffen gibt, die insgesamt gefertigt worden sind, und acht davon verschwunden sind, dann frage ich mich, wo die anderen sieben sind, und müssen wir uns weiter Gedanken machen? Für mich ist das Thema nicht abgearbeitet. Ich erinnere mich, als die Wehrmachtsausstellung in Erfurt war, war es der SPD-Vizeministerpräsident Gerhard Schuchardt, der diese Wehrmachtsausstellung eröffnet hat. Er ist dafür heftig angegriffen worden, wie er es wagen könnte, als erster Minister in Deutschland diese Wehrmachtsausstellung zu eröffnen. Als dann der Altnazi, Rechtsanwalt Roeder, diese Ausstellung überfallen hat und ich ihn dann daran gehindert habe, die Zerstörung weiter vorzunehmen, habe ich erlebt den Prozess vor dem Gericht, wie Herr Roeder die Richterin angriff und mich als Zeugen der Anklage. Und da saßen die beiden Täter, von denen wir reden, tagelang in meinem Kreuz. Ich habe in meinem Leben selten Angst gehabt. An diesen Prozess von Herrn Roeder erinnere ich mich, als wenn es heute gewesen wäre, weil es zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl von nackter Angst war. Ein Schweigen, ein eiskaltes Schweigen, und jedes Mal, wenn man den Gerichtssaal verlassen hat, standen beide dort, beide Täter. Damals waren es für mich braune Rotzlöffel, da waren es für mich damals noch die Leute, die Karin Kaschuba und Gudrun Lukin das Leben in Jena schwer gemacht haben. Beide kennen sie aus der Nachbarschaft. Es sind Menschen aus der Nachbarschat ursprünglich gewesen und es waren andere, die dann weggeguckt haben. In diesem Klima sind sie dann aufmarschiert und haben dann deutlich gemacht, wer am Ort das Sagen hat. Deswegen ist es für mich auch so eine Frage, wenigstens eine Frage, wenn die letzte Bank, die überfallen wurde, wenige Meter neben dem Dönerladen ist, der Jahre vorher einen rassistischen Terroranschlag erlebt hat, und zwar vom Thüringer Heimatschutz, dann frage ich mich, war das ein Zufall, war das wieder ein Signal? Das sind für mich Fragen. Ich bin froh, dass die Thüringer Polizei dann zugegriffen hat, ich bin froh, dass die Ermittlungstaktik geändert wurde, nach allem was ich gelesen und gehört habe, aber ich wundere mich eben auch, wenn ich höre, dass beim weiteren Ermitteln immer wieder irgendwelche Dienste Polizisten auf den Füßen rumstehen. Dann frage ich, was machen die da? Entweder sind die zum Aufklären da, dann müssen die die Polizei unterstützen, oder sie sind dazu da, irgendwelche Spuren noch weiter zu verwischen oder zu verunklaren, dann wäre das ein Skandal. Deswegen haben wir uns eben auch rücksichtslos und rückhaltlos um die Aufklärung zu kümmern. Das ist, Frau Lieberknecht, und da bin ich bei Ihnen, nicht nur Thüringer Sache.  
<br /> 
Es ist mir zu einfach, wenn der Bundesinnenminister sich heute hinstellt und mit dem Finger nur auf Thüringen zeigt. Ich frage, wie kann es sein, dass ein Hauptamtlicher des Verfassungsschutzes in Hessen, der den Beinamen kleiner Adolf hat, dass der offenbar bei sechs Taten in der Nähe war und mindestens bei einer Tat in Kassel im Nachbarlokal gesessen hat. Da habe ich doch Fragen an die Hessen. Wie kann denn das sein, gegen den ist ermittelt worden, nach dem Zufall, dass er in der Nähe war. Aber die Frage bleibt, was hat er da gemacht, welches Zusammenspiel gibt es da? Deswegen geht es auch weit über Thüringen hinaus.  
<br /> 
Meine Damen und Herren, wir müssen auch reden über die lange Kette von verfestigten rechtsradikalen Strukturen. Das sind nicht nur die, die hier in den Landtag wollten. Ich habe ja deutlich gemacht, dass sie hin und her geswitcht haben, mal waren sie in der Organisation, mal in der. Der legale Anstrich war dann der Versuch, über die NPD hier reinzukommen. Das ist zum Glück über die Bevölkerung und über die Wählerinnen und Wähler nicht gelungen und darüber können wir wirklich froh sein. Aber den Aufstand der Anständigen kann es nur geben, wenn es ein Handeln der Zuständigen gibt. Und ein glaubwürdiges Handeln der Zuständigen kann nicht damit einhergehen, zu erklären, wie man 13 Jahre nicht merkt, wo diese drei Typen geblieben sind und anschließend nicht merken will, wo die Verbindungslinien sind. Für mich bleibt so eine Frage, die für mich derzeit nicht zu beantworten ist.  
<br /> 
Das Tatmerkmal der Fahrradfahrer, das offenkundig in mehreren Taten eine Rolle spielte und nicht nur bei den Banküberfällen. In Köln wird berichtet, bei dem Bombenanschlag mit den Nagelbomben, dass Fahrradfahrer auch gesehen worden sind. Deswegen frage ich auch, ob das Zusammenspiel der Zuständigen hier völlig schief geht, also nicht nur eine Frage von Thüringen, nicht nur eine Frage eines einzelnen Landesamts für Verfassungsschutz. Deswegen plädieren wir mit Ihnen, mit dem Sonderermittler für ein tiefgehendes Aufklären dieser Fragen und ein hoffentliches Mitspielen der Bundesebene und der Nachbarländer. Da ist für mich nur fraglich, warum der Verfassungsschutz gestern in Berlin bei der PKG-Sitzung nicht war.  
<br /> 
<i>(Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</i>
<br /> 
Also zumindest melden das die Nachrichten. Ich kann ja niemanden fragen in der PKG und mein Kontakt zum Verfassungsschutz ist auch nicht so ausgeprägt, außer dass sie mich seit 30 Jahren belästigen. So ist nämlich das Feindbild. Jemand wie ich, der wird 30 Jahre lang vom Verfassungsschutz ausgeschmiert und darüber wird dann so deutlich gemacht: es könnte ja ein Antidemokrat sein. Liebe Frau Ministerpräsidentin, wir haben in den letzten Tagen regelmäßig telefoniert und wir haben immer wieder über unsere Sorgen gesprochen. Aber ich will es auch persönlich sagen, umgekehrt tut die Bundesrepublik Deutschland so, als wenn ich kein Demokrat wäre. Deswegen habe ich mir die anderen Bemerkungen erlaubt. Da habe ich schon gesagt: die Wählerinnen und Wähler haben uns einen Auftrag gegeben hier im Parlament parlamentarische Arbeit zu leisten. Daran wollen wir gemessen werden und nicht an der Unterstellung, ob wir im Extremismus gleichgestellt werden können mit Rechtsextremismus, der zum Rechtsterrorismus führt. Wenn wir nicht die Kraft haben, mit klaren Worten Abgrenzungen vorzunehmen, die dem Problem gerecht werden, dann wird uns das Problem wieder einholen. Deswegen ist für mich auch eine Grundherangehensweise, Sie haben das klar formuliert, mir wäre es nur lieb, wir hätten es als Verfassungsauftrag, einen Verfassungsauftrag des Antifaschismus, also ein klares Bekenntnis, dass Faschismus, Rassismus und Antisemitismus nicht nur unerhörte Meinungen sind, sondern Grundlage von Verbrechen sind.
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<i>(Beifall DIE LINKE)</i>
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Nur dann können die Zuständigen auch handeln und Handlungsoptionen daraus abgeleitet werden. Deswegen, meine Damen und Herren, bleibt noch mal meine klare Bitte, das Landesprogramm gegen Rechts auch Landesprogramm gegen Rechts zu nennen, das Landesprogramm auszubauen, das Landesprogramm zivilgesellschaftlichen Engagements weiter zu entwickeln und es nicht nur zu reduzieren oder einzuordnen in Jugendarbeit. Wir brauchen auch Nachbarschaftsarbeit, Gemeinschaftsarbeit, Im-Dorf-Arbeit da, wo sich antidemokratisches Potenzial ansiedelt und sich das Thema Angst breitmacht, wenn in einem Dorf nicht mehr geredet wird, wenn in einem Fußballverein geschwiegen wird, wenn in einer Feuerwehr weggeguckt wird, weil solche Witze gemacht werden. Wenn man den einen Täter sieht: Am Ilmenau-Kolleg beschreiben seine Klassenkameraden, dass er sich während des Unterrichts nicht mit rechtsradikalen Äußerungen erwischen lassen hat, aber jeder von ihnen hätte gewusst, dass er rechtsradikal ist. Das heißt, er hat eine Aura gehabt, eine Ausstrahlung, bei der er einerseits hochkonzentriert seine Ausbildung gemacht hat, aber andererseits geschickt genug war, sich nicht an irgendwelchen öffentlichen Debatten im direkten Umfeld zu beteiligen. Sobald sie aber im Heimatschutz waren, haben sie gemeinschaftlich Angst ausgeübt, weil sie auch Angst ausüben wollten. Wir haben es häufig genug erlebt, wir haben es häufig genug gesehen. Für mich bleibt bis heute die Frage, wie nach Heilsberg, nach der Geschichte mit dem größten Waffenfund, der nach 1945 in Deutschland überhaupt jemals stattgefunden hat, fast wieder zur Tagesordnung übergegangen wurde und Tino Brandt weiter Geld bekommen hat. Wie man weiterhin geglaubt hat, man könnte Indianerspielchen mit braunen Indianern machen und jeder im Amt hat noch seine eigenen Fäden, wen er da führt und wen er nicht führt und wer wen gegeneinander sozusagen auch noch ausspielt. Die Erinnerung ist bei mir noch sehr präsent, dass die eine Quelle mal abgeschaltet wird, der Nächste kommt, sie wieder anschaltet und man sich fragt, ist das ein Tollhaus am Haarberg? Ist unser Landesamt für Verfassungsschutz einfach nur mit sich selbst beschäftigt oder sind da Beamte dabei, Karriere zu machen, indem sie sich mit bestimmten Quellen überbieten. Wenn es stimmt, was die BILD-Zeitung gerade eben meldet, dass nämlich die Täterin Zschäpe selbst V-Frau war und sich selbst an Informationen beteiligt hat, sind wir bei einem Riesenskandal. Dann sind wir auch bei einer Staatskrise, denn dann ist die Frage, ob staatliche Institutionen wissentlich, willentlich es zumindest geduldet haben. Deswegen reicht es mir auch nicht, Frau Lieberknecht, wenn Sie sagen, V-Leute-Führer dürfen nicht wegsehen, wenn Kriminalität geschieht. Das halte ich für selbstverständlich. Sie dürfen auch nicht schweigen, wenn sie Kenntnis davon haben. Sie müssen auch handeln, wenn sie es mitbekommen. Da gibt es genügend Fragen bei den Dreien und bei den Nächsten, die im konzentrischen Kreis schon drumherum zu finden sind. Aber Kapke und Co., die alle mit finanziellen Mitteln mitgeholfen haben, sind uns alle bekannt. Die sind hier alle offen herumgelaufen und sie sind regelmäßig aufmarschiert immer bei den Aktionen, wenn sie gezeigt haben, wie sie die Straße beherrschen wollen. Da kann man sagen, die Veranstaltung letztens vor dem Landtag, da war es gut, dass wir alle gemeinsam die Straße hier gekehrt haben. Das war eine gute Aktion. Das würde ich mir bei jedem Ort in Thüringen wünschen, in Jena, in Gera und überall und eben nicht, dass man hinterher das Gefühl hat, dass man dafür noch zur Rechenschaft gezogen wird. Insoweit ist auch das, was in Sachsen passiert, für mich ein Skandal. Nicht nur die Frage, wie kann das in Zwickau sein, dass niemand etwas merkt. Das ist die eine Frage. Die andere Frage ist aber, wenn man am 13. Februar Gesicht zeigt gegen braunen Ungeist, anschließend die Polizei im Haus hat wie der Jugendpfarrer König, anschließend eine Anklage bekommt und auch Menschen hier im Haus meine Immunität aufheben und sagen, na ja, dann soll er sich mal rechtfertigen vor der Justiz. Wenn also die, die marschieren oder sitzen oder deutlich machen, wir lassen keinen Millimeter für braunen Ungeist Platz, wenn die kriminalisiert werden, dann geht etwas schief.  
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<i>(Beifall im DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</i>
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Deswegen würde ich mir wünschen, dass wir aus den Morden Schlussfolgerungen ziehen, erstens, was die Aufklärung angeht. Da habe ich, denke ich, jetzt das Gefühl, dass wir den richtigen Schritt machen. Für meine Fraktion kann ich sagen, unter diesen Bedingungen behalten wir uns vor, ob wir wirklich in der jetzigen Phase den Untersuchungsausschuss parlamentarisch brauchen, wenn das Parlament beteiligt wird an der Aufklärungsarbeit und die Fragen, die ich hier mit formuliert habe, tatsächlich auch bearbeitet werden und eine Rückinformation an das Parlament auch erfolgt. Dann glaube ich, wäre das eine wirksamere Maßnahme.  
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Die zweite Geschichte ist, dass wir die Bundesebenen und die Nachbarländer auffordern müssen, an der Aufklärung mitzumachen. Auch ihre Dokumente offenzulegen, auch zugänglich zu machen, auch das gehört in den Kontext hinein. Aber eine Grundüberlegung muss uns, glaube ich, prägen. Damit der Satz, den Bert Brecht im unaufhaltsamen Aufstieg des Arturo Ui gesagt hat: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ Wir erleben es gerade, dass der Schoß fruchtbar ist. Wenn wir diese Fruchtbarkeit bekämpfen wollen, wenn wir diesen braunen Ungeist unfruchtbar machen wollen, dann müssen wir uns auch die Mühe machen, klar zu formulieren, was wir meinen. Faschismus, Rassismus und Antisemitismus sind keine Meinungen, sie sind ein Verbrechen und so sollten wir sie auch behandeln. Vielen Dank.  
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<i>(Beifall im DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</i>
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         <title>Erfurter Wortmeldung von Knut Korschewsky und Bodo Ramelow</title>
         <link>http://www.bodo-ramelow.de/nc/politik/texte/detail_texte/artikel/erfurter-wortmeldung-von-knut-korschewsky-und-bodo-ramelow/</link>
         <description>Hier die "Erfurter Wortmeldung" als PDF herunter laden.
Das PDF Dokument beinhaltet...</description>
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         <pubDate>Thu, 20 Oct 2011 12:28:00 +0000</pubDate>
         <content:encoded><![CDATA[<hr />
 Hier die &quot;Erfurter Wortmeldung&quot; als PDF herunter laden.<br />
Das PDF Dokument beinhaltet neben den unten stehendem Text ebenfalls das &quot;<b>Erfurter Programm von 1891</b>&quot; sowie die &quot;<b>Erfurter Erklärung vom 9. Januar 1997</b>&quot;.<br />
<hr />

<i>Liebe Genossinnen und Genossen, </i> 
<i>liebe Delegierte der 2.Tagung des 2. Parteitages der Partei DIE LINKE,</i>
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wenn eine Partei in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt einen Bundesparteitag abhält und wenn dies noch unsere eigene Partei DIE LINKE ist, werden sehr schnell Parallelen und historische Bezüge zu einem Parteitag deutlich, der in die Geschichtsbücher eingegangen ist und ein wesentliches Fundament für die deutsche ArbeiterInnenbewegung und für den Aufbruch einer jungen, damals nach Selbstdefinition noch marxistisch-sozialistischen Partei darstellt, der SPD.
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Während des »Erfurter Parteitages« von 1891 wurde geschickt der Spannungsbogen zwischen den Ansätzen der SPD-Theoretiker Karl Kautsky und Eduard Bernstein austariert, um auf der Basis der Marx’schen Lehre Alltagstauglichkeit und Visionäres in der Programmatik der ersten deutschen Arbeiterpartei zu verankern. Heute, 120 Jahre später, trifft sich nach langen Irrungen und Wirrungen, nach vielen Brüchen, vielen Spaltungen und noch mehr Niederlagen der sozialistischen Bewegung wieder eine Partei in Erfurt, die sich aufmacht, die Achse der gesellschaftlichen Debatten nach links zu verschieben.
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Erfurt ist nicht nur wegen dieses geschilderten historischen Bezugs ein gut gewählter Ort für unseren Parteitag, sondern auch weil die ArbeiterInnenbewegung hier zwischen Eisenach, Gotha und Erfurt bereits vor 120 Jahren ihren Herzschlag spürte. Zudem gibt es im Stammland der Reformation auch den Spannungsbogen zwischen den Theologen Martin Luther und Thomas Müntzer. Bei aller Unterschiedlichkeit im Wirken der beiden einte sie ein Aufbegehren gegen eine Obrigkeit, die ihre Untertanen dumm und ungebildet halten wollte. Die lateinische Bibel ins Deutsche zu übersetzen, war eine bedeutende Tat, die – verbunden mit den Möglichkeiten des Gutenberg’schen Buchdrucks – das mit auslöste, was später zur Aufklärung führte.
Thüringen ist aber auch das Land der Reformpädagogik und einer umfassenden Volksbildung. Der Kindergarten als Ort der frühkindlichen Bildung, der inzwischen weltweit diesen Namen trägt, ist mit dessen Erfinder Friedrich Fröbel verbunden. Der Ort Bad Blankenburg, Ausgangspunkt dieser Institution, hat heute übrigens einen Bürgermeister mit unserem Parteibuch.
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Und die in Jena entstandene Reformpädagogik trägt ihre regionale Herkunft im Namen, und es ist sicher kein Zufall, dass wir uns als Partei diesem pädagogischen Vermächtnis verbunden fühlen: Das Prinzip des längeren gemeinsamen Lernens und das Konzept einer Schule, die Lern- und Lebensort ist, sind Elemente eines umfassenden Bildungskonzeptes, das wir in Thüringen vertreten. Wir treten dafür ein, dass der Schulhort ein Element des pädagogischen Konzeptes einer ganztagsorientierten Schule ist. Gebührenfreie Bildung – von der Kita über die Schule mit dem Schulhort bis zur Hochschule – sowie ein kostenloses Mittagessen für alle SchülerInnen gehört dazu.
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In Thüringen ist mit der 1923 gebildeten Koalitionsregierung aus SPD und KPD unter Ministerpräsident August Frölich die erste und einzige reformsozialistische Landesregierung nach den Verheerungen des ersten Weltkrieges entstanden – eine frühere Koalition von SPD und USPD war hier von der KPD bereits toleriert worden. Sie hatte sich genau diesem Bildungsansatz verschrieben. Thüringen wurde in der Folge mit der »Reichsexekution« belegt, die Reichswehr marschierte unter blutigen Übergriffen ein.
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Hier in Erfurt war es später die PDS gemeinsam mit dem DGB, die seit nunmehr 21 Jahren immer wieder auf solche Zusammenhänge hingewiesen hat . Eingebettet auch in diese Aktivitäten gab es in Thüringen und insbesondere hier in Erfurt erstaunliche Entwicklungen, darunter die mittlerweile traditionelle gemeinsame 1.-Mai-Feier von Gewerkschaften, PDS/DIE LINKE, SPD und Grünen. Die »Erfurter Erklärung« von 1997 war das erste bundesweite Signal, das politisch die drei Parteien SPD, Grüne und PDS mahnte, das Trennende zu überwinden, um gemeinsam die Ära des Helmut Kohl zu beenden. Kohl hatte verstanden. Er nannte auf einem CDU-Parteitag sowohl die »Erfurter Erklärung« als auch die gemeinsamen Maiveranstaltungen die »Volksfront von Erfurt«, vor der er vehement warnte. Dass bei einem wie Kohl und seinen alten und neuen Brüdern im Geiste die Gefahr stets von links kommt, verwundert keinen.
<br /> 
Mit dem Betriebsrätebündnis »5 vor 12 – Thüringen brennt« hatten Gewerkschaften und die PDS bereits 1992/1993 ein ganzes Jahr lang gemeinsam mit den Belegschaften gegen die verheerende Deindustrialisierungs- und Vernichtungspolitik der Treuhandanstalt gekämpft. Unsere Solidarität mit den im Arbeitskampf stehenden Kalikumpeln von Bischofferode war gelebte und praktizierte politische Arbeit. Im Jahr 2007 galt unsere Solidarität der Belegschaft der Firma »Bike Systems« in Nordhausen, die dort ihren von Schließung bedrohten Betrieb besetzte und selbst Fahrräder (»Strike Bike«) produzierte. Trotz des Scheiterns wurde hier die wichtige Erfahrung gemacht, dass es möglich ist, selbst aktiv zu werden und ohne Hierarchien zu arbeiten, wie Heinz Bierbaum in seinem lesenswerten Aufsatz über die »Renaissance der Belegschaftsbetriebe« (Luxemburg, 3/2011) schrieb. Das kalte Vernichten von Bischofferode nähert sich nun seinem traurigen 20-jährigen Jubiläum. Es wird Zeit, sowohl den bis heute geheimen Kali-Fusionsvertrag endlich ans Licht der Öffentlichkeit zu holen als auch »die nackte Fratze des Kapitalismus«, wie der damalige Ministerpräsident von Thüringen, Bernhard Vogel (CDU), die damaligen Vorgänge umschrieb, wieder zu thematisieren.
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Im Juli 2005 fand ebenfalls in Erfurt unter reger Beteiligung der gerade entstandenen Linkspartei.PDS das erste deutsche Sozialforum statt. 2006 trafen sich hier in Erfurt Vertreter von WASG und Linkspartei.PDS im Festsaal des Rathauses, um die Partei DIE LINKE als gemeinsames Projekt auf den Weg zu bringen. Heute treffen sich die Delegierten unserer Partei, um das erste gemeinsame, aus der Mitte der Partei entstehende Programm zu beschließen. Es ist wünschenswert, dass die historische Mischung aus Frühsozialisten wie Wilhelm Weitling und Moses Heß, aus Theoretikern der Arbeiterbewegung wie Kautsky, Bernstein und Rosa Luxemburg, aus Pragmatismus und Vision unter Berücksichtigung der Marx’schen Analyse unsere kraftvolle Handschrift ausmacht.
<br /> 
Thüringen war aber auch nationalsozialistischer »Mustergau«. Das oberhalb von Weimar gelegene KZ Buchenwald ist das Thüringer Symbol für Terror und Massenmord an JüdInnen, DemokratInnen, Sinti und Roma, Behinderten, der ArbeiterInnenbewegung, Kriegsgefangenen und sogenannten Asozialen, die nicht ins Weltbild des Faschismus passten. Der Schwur von Buchenwald mahnt uns und ist uns Verpflichtung: »Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.« Ein bis heute aktueller Auftrag angesichts wöchentlicher Aufmärsche von Neonazis, rassistischer Überfälle, Angriffen auf Partei- und Wahlkreisbüros und der großen und kleinen Sarrazins im Alltag.
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Wir benötigen aber auch eine Zielbestimmung, einerseits das Parteiprogramm – in dem unsere Vorstellung eines demokratischen Sozialismus skizziert wird – und andererseits Klarheit darüber, wofür wir im Alltag stehen. Wollen wir Teil des gesellschaftlichen Projektes sein, mit dem wir Mehrheiten anstreben, um unsere Inhalte nicht nur besser zu formulieren, sondern sie auch alltagstauglich durchsetzen zu können, dann müssen wir uns die Frage nach unserer Funktion stellen. Es wäre deshalb sinnvoll und richtig, zehn gesellschaftliche Hauptprojekte in den Mittelpunkt zu rücken, um an solchen Hauptlinien auch mögliche gesellschaftliche Bündnispartner messen zu können. Diese zehn Punkte könnten sein:
<br /> 
<br /> 
<ol><li><p>Ein einklagbares und 	durchsetzbares Recht auf Arbeit, bei dem es neben der Verankerung 	als Verfassungsgebot einer entsprechenden gesetzlichen Richtschnur 	bedarf – auch als Antwort auf die asoziale Logik der 	Hartz-Gesetze. Dadurch sollen alle am Arbeitsmarkt zusammenwirkenden 	Komponenten daraufhin ausgerichtet werden, dass ein Mensch, der 	arbeitslos wird, nicht den aus seiner gelebten Erwerbsbiographie 	erwachsenen Schutz verliert. Nach einer kurzen und überschaubaren 	Zeit muss ihm immer die Rückkehr in eine bezahlte und 	sozialversicherte Arbeit gesetzlich ermöglicht werden.</p> </li></ol>
<br /> 
<ol start="2"><li><p>Ein flächendeckender, 	einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn, der nach französischem 	bzw. britischem Modell, ohne Unterscheidung nach Geschlecht oder 	nach West und Ost sowie ohne jede Brancheneinschränkung 	auszugestalten ist, denn der Wert der menschlichen Arbeit darf nicht 	zerstört werden. Zehn Euro ist unsere Forderung für den 	gesetzlichen Mindestlohn, eine Untergrenze, die endlich die 	Schmutzkonkurrenz am Arbeitsmarkt wirksam unterbinden würde.</p> </li></ol>
<br /> 
<ol start="3"><li><p>Ein armutsfestes und 	generationengerechtes Sozialversicherungssystem, darunter eine 	Rentenversicherung, die sämtliche Erwerbsquellen (einschließlich 	der derzeitigen Sonderversorgungssysteme bis hin zum 	Beamtenversorgungssystem) integriert. Wichtig und zentral ist, dass 	dies eine absolute Absage an jedes kapitalgedeckte System sein muss 	und dass die Armutsfestigkeit auch unter Zuhilfenahme von 	Steuermitteln garantiert werden muss. Keinem Menschen darf nach 	einem vollen Erwerbsleben zugemutet werden, in der Rentenphase als 	Bittsteller bei Sozialbehörden vorstellig werden zu müssen.</p> </li></ol>
<br /> 
<ol start="4"><li><p>Die Umstellung der konkurrierenden 	Krankenkassen sowie die Einbeziehung des Pflegebereiches in ein 	einheitliches Versicherungssystem, das als moderne 	Bürgerversicherung so aufgebaut ist, dass aus jeder Einkommensart 	eines Bürgers ein Beitrag in diese moderne Bürgerversicherung 	für Gesundheit und Pflege eingezahlt werden muss. 	Beitragsbemessungsgrenzen sind genauso aufzuheben wie die 	Privilegierung durch Privatvorsorge oder Ausnahmetatbestände bei 	Selbstständigkeit.</p> </li></ol>
<br /> 
<ol start="5"><li><p>Das Bildungssystem der 	Bundesrepublik Deutschland muss in seinen Hauptentwicklungslinien 	stärker angeglichen werden (wobei der Bildungsföderalismus gar 	nicht im Weg steht, wenn die Entwicklungsziele gemeinsam festgelegt 	und standardisiert sind). Längeres gemeinsames Lernen bis zur 	Klasse 10 unter Einbeziehung eines Hortangebotes sowie einer 	vorschulischen Betreuung, bei der pädagogische Konzepte schon im 	Kindergarten ansetzen. Das Prinzip »Auf den Anfang kommt es an« 	setzt ein anderes Bildungsverständnis voraus (das finnische 	Bildungssystem kann hierbei Pate stehen). Das Bildungssystem muss 	selbstverständlich gebührenfrei und staatlich ausfinanziert 	sein, 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes – in der Verfassung 	verankert – sind jährlich nötig, um ein gut funktionierendes 	Bildungssystem zu realisieren . Zu diesen Investitionen zählen 	auch sämtliche Personalkosten für Lehrer, Erzieher, 	Schulpsychologen, Hausmeister, Küchenpersonal, den Menschen im 	Schulsekretariat oder auch in der Schulbibliothek. Die Schule als 	»Lern- und Lebensort« ist die Zielprojektion für diesen 	pädagogischen Aufbruch.</p> </li></ol>
<br /> 
<ol start="6"><li><p>Das Studium an Universitäten, 	Fachhochschulen und Berufsakademien, Forschung und Entwicklung etc. 	müssen gebührenfrei sein, aber auch der innere Prozess an den 	Hochschulen, die Verbindung von Forschung und Lehre müssen sich 	wieder mehr am Humboldt’schen Bildungsideal als an der Verschulung 	durch den Bologna-Prozess orientieren.</p> </li></ol>
<br /> 
<ol start="7"><li><p>Eine Demokratie lebt von der 	Vitalität ihrer Gemeinden und der sozialen Beziehung im 	ländlichen Raum. Gemeinden und Städte müssen in ihrer 	kommunalen Autonomie gestärkt werden, und durch 	Gemeindewirtschaftsrecht sowie den systematischen Auf- und Ausbau 	von Gemeinde- und Stadtwerken muss es zu einer Stärkung der 	kommunalen Ebene kommen. Das Steuerrecht, die Steuereinnahmen und 	die Steuerverteilung müssen so reformiert werden, dass zuerst das 	Fundament einer Demokratie, die kommunale Ebene, auskömmlich 	finanziert ist.</p> </li></ol>
<br /> 
<ol start="8"><li><p>Der Atomausstieg muss mit den 	Prinzipien »regional, dezentral und regenerativ« ein völliges 	Umdenken in der Energieproduktion und -verteilung, beim 	Energiesparen und in der Energieeffizienz auslösen. Jede Region, 	jedes Dorf, jede Gemeinde muss soviel Energie und Wärme 	produzieren, wie in der eigenen Region verbraucht wird. Für das 	Einsparen von Energie muss es Anreizmodelle geben, soziale 	Ausgrenzungstatbestände gilt es, z.B. durch 	Genossenschaftsmodelle, zu überwinden.</p> </li></ol>
<br /> 
<ol start="9"><li><p>Die künstliche Trennung zwischen 	ambulant und stationär im Gesundheitsbereich muss nachhaltig 	überwunden werden. Börsennotierten Anbietern im Gesundheitswesen 	ist der Markt zu entziehen. Wir brauchen im regionalen Bereich 	wieder mehr aufeinander abgestimmte Akteure im Gesundheitswesen 	unter Einschluss der Allgemeinmediziner, der Landärzte, der 	Gemeindeschwestern, aber auch im aktiven Zusammenwirken mit den 	Pflegeberufen. Ziel ist, dass nicht die Krankenhauskonzerne 	profitorientiert ihre Effizienz steigern, sondern der Patient oder 	der zu Pflegende in seinem sozialen Kontext den tatsächlichen 	Schwerpunkt ausmacht.</p> </li></ol>
<br /> 
<ol start="10"><li><p>Ein einheitliches Arbeitsrecht, 	bei dem Trennungen zwischen Arbeitern, Angestellten und Beamten 	konsequent überwunden werden und das vereinheitlicht sowie für 	jeden anwendbar und durchschaubar ausgestaltet wird. Die 	Atomisierung der Arbeitsverhältnisse und die »Miniaturisierung« 	von Großkonzernen führen dazu, dass Mitbestimmung und 	Mitgestaltung nicht einmal mehr den Namen wert sind. Ein 	selbstbewusster Arbeitnehmer, der Rechte hat, diese kennt und auch 	anwenden kann, ist Teil einer gelebten Demokratie. Emanzipation und 	Partizipation müssen der rote Faden sein, der sich durch all diese 	Anforderungen zieht, die wir als Partei an den gesellschaftlichen 	Veränderungsprozess stellen.</p> </li></ol>
<br /> 
Diese zehn Punkte sind beispielhaft aufgezählt, um daraus in Verbindung mit unserem Grundsatzprogramm abzuleiten, wofür unsere Partei steht und wofür wir als Mitglieder dieser Partei gemeinsam kämpfen. Die Frage, die wir uns stellen müssen und die wir uns ehrlich beantworten müssen, lautet: Wollen wir mit unseren Forderungen und Zielen als einem inhaltlichen Kompass Mehrheiten im gesellschaftlichen Diskurs erreichen? Wenn ja, dann müssen wir diese Strategie auch in den Mittelpunkt unserer politischen Arbeit stellen. Zu diesen Mehrheiten gehören dann auch Mehrheiten in den Gewerkschaften, Mehrheiten bei Arbeitskämpfen, Mehrheiten bei Kommunalwahlen, Mehrheiten bei Landtags- und Bundestagswahlen. Abstrakter und komplizierter wird es sicherlich auf der europäischen Ebene. Auf der lokalen Ebene müssen wir immer wieder sagen, wofür wir stehen, damit diejenigen, mit denen wir Bündnisse schließen können – sei es auf Zeit, sei es punktuell oder sei es in der Bewegung –, uns als verlässliche Partner erkennen, damit wir mit gemeinsamer Kraft den gesellschaftlichen Diskurs nach links verschieben.
<br /> 
Lasst uns nicht »im eigenen Saft schmoren«! Es wäre fatal, wenn wir am Schluss den Kampf nur noch untereinander führen. Es geht nicht darum, die Partei weiter nach links zu verschieben, sondern die Gesellschaft.
<br /> 
In diesem Sinne freuen wir uns, Euch in Erfurt zu Gast zu haben, in einer Stadt, in der unsere Partei alle vier direkt in den Landtag gewählten Abgeordneten und die Bürgermeisterin stellt, in einem Bundesland, in dem wir kommunalpolitisch fest verankert sind. Lasst uns gemeinsam aus Erfurt einen Aufbruch in eine kraftvolle Gesellschaftsdebatte wagen!
<br /> 
<i>Mit sozialistischen Grüßen,</i>
<i>Knut Korschewsky (Vorsitzender DIE LINKE. Thüringen und Mitglied des Thüringer Landtages)</i>
<i>und  </i>
<i>Bodo Ramelow (Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Thüringer Landtag)</i>
<i>21. bis 23. Oktober 2011 in Erfurt</i><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/BodoRamelow/~4/llMi7mHUi9k" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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