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	<title>Sechzig Grad</title>
	
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		<title>14. Februar, 21.28 Uhr</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Aug 2009 19:59:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Josephine</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Benedict]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Stimme, die mein Ohr erreichte, war nicht der wunderbar sonore Bass, den ich erwartete. Ich drehte mich um. Das schüchterne Lächeln, das mich zaghaft begrüßte, zeigte nicht Robs volle Lippen. Ich senkte enttäuscht den Blick. Meine Augen blieben einen Moment an der schwarz-weißen Simpsons-Krawatte hängen.
&#8220;Oh, du? Hallo!&#8221; sagte ich. Mist! Mir fiel der Name [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Stimme, die mein Ohr erreichte, war nicht der wunderbar sonore Bass, den ich erwartete. Ich drehte mich um. Das schüchterne Lächeln, das mich zaghaft begrüßte, zeigte nicht Robs volle Lippen. Ich senkte enttäuscht den Blick. Meine Augen blieben einen Moment an der schwarz-weißen Simpsons-Krawatte hängen.</p>
<p>&#8220;Oh, du? Hallo!&#8221; sagte ich. Mist! Mir fiel der Name meines unscheinbaren Tischnachbarn nicht mehr ein. Was stand noch mal auf seinem Tischkärtchen? Ich erinnerte mich an ein großes, geschwungenes &#8220;B&#8221;. Boris? Bernard? Barry? B&#8230;b&#8230;b&#8230;</p>
<p>Benedict!</p>
<p>&#8220;Benedict, hast du vorhin einen Zettel auf meinen Stuhl gelegt?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ähm, ja Josephine. Das war ich.&#8221; Er strich sich peinlich berührt mit der Handfläche über sein zu lang gewachsenes dünnes Haar, das er seitlich gescheitelt trug. Von dieser Geste ein bisschen angewidert knirschte ich mit den Zähnen. Ich sah ihn fragend an, denn er sagte nichts &#8211; keine Erklärung, keine Frage, kein Anbaggerspruch. Nichts. Zehn Sekunden Stille.</p>
<p>&#8220;Und warum hast du das gemacht, Benedict?&#8221; Ich vermute, ich klang ein bisschen genervt. Nicht sehr nett, schon klar&#8230; aber ich war einfach enttäuscht, dass es nicht Rob war, der mich in die Hotelbar gebeten hatte!</p>
<p>Er antwortete nicht. Sein unsicherer Blick verließ meine Augen&#8230; war ihm die Situation, die er selbst herbeigeführt hat, jetzt etwa so unangenehm? Ähm, nein &#8211; einen Moment bitte &#8211; bemerkte ich richtig? Er hatte seine Augen von meinen gelöst und stattdessen Blickkontakt mit meinen Brüsten aufgenommen! Das kann doch nicht sein Ernst sein?!</p>
<p>Ich räusperte mich mit einem wütenden Unterton und zog mein Kleid am Dekolleté vielsagend ein paar Zentimeter nach oben. Immer noch keine Reaktion von meinem Gegenüber.</p>
<p>&#8220;Benedict?!&#8221;</p>
<p>In diesem Moment stellte der Barkeeper meinen Cocktail vor mir auf den Tresen.</p>
<p>&#8220;Madame, ihr Mandarin Sunset. A votre santé!&#8221; Huch, ein Franzose in einer asiatisch angehauchten Hotelbar in New York? Ich drehte mich zu dem Barkeeper um, bedankte mich und nahm das vor Kälte beschlagene Glas in die Hand. Als ich mich wieder umdrehte, war Benedict weg.</p>
<p>&#8216;Ganz toll. Gut gemacht, Jo. Wieder einen Mann vergrault&#8230;&#8217; nuschelte ich mir verbittert zu. Wahrscheinlich spricht der Arme jetzt meinetwegen jahrelang keine Frau mehr an und muss einsam alt werden.</p>
<p>Und was nun? Wieder zurück zur Feier konnte ich nicht: die Begegnung mit Benedict wäre zu unangenehm. Meine Chancen, Rob näher zu kommen, reduzierten sich damit auf Null &#8211; denn eine Handynummer von ihm hatte ich nicht. Und ihm über eine Kollegin ein Zettelchen mit meiner Nummer zustecken lassen? Nein, mein Zettel-Karma stimmte heute irgendwie ganz und gar nicht&#8230;</p>
<p>Ich trank also meinen Cocktail aus, bezahlte dafür unglaubliche 20 Dollar &#8211; inklusive Trinkgeld &#8211; und machte mich frustriert auf den Heimweg. Warum müssen Valentinstage bei mir immer so auffallend beschissen ausgehen?</p>
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		<title>Meine lange Schreibpause…</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 09:14:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; ist jetzt erstmal vorbei! Hier endlich ein frisches Kapitel &#8220;14. Februar, 21.02 Uhr&#8221;
Dankeschön an alle Leser, die so geduldig auf neue Kapitel gewartet haben. Ich habe den Juli mit Kistenpacken, Wohnungsumzug und intensiven Hochzeitsvorbereitungen (in zwei Monaten ist es soweit!) verbracht, sodass für konzentriertes Schreiben einfach keine Zeit war. Und wenn ich mal einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; ist jetzt erstmal vorbei! Hier endlich ein frisches Kapitel <a title="Neues Kapitel" href="http://sechziggrad.de/?p=518" target="_blank">&#8220;14. Februar, 21.02 Uhr&#8221;</a></p>
<p>Dankeschön an alle Leser, die so geduldig auf neue Kapitel gewartet haben. Ich habe den Juli mit Kistenpacken, Wohnungsumzug und intensiven Hochzeitsvorbereitungen (in zwei Monaten ist es soweit!) verbracht, sodass für konzentriertes Schreiben einfach keine Zeit war. Und wenn ich mal einen Abend Zeit hatte, mangelte es mir an Ideen und Inspiration.</p>
<p>Geht es &#8220;richtigen&#8221; Autoren auch so, dass sie zwischendurch mal eine längere Schreibpause machen? Dass man einfach einige Wochen das Gefühl hat, Konzentration und Motivation machen Urlaub und die Worte wollen einfach nicht so richtig fließen? Ich freue mich auf eure Erfahrungen!</p>
<p>Liebe Grüße,</p>
<p>eure Karen</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Meine+lange+Schreibpause...+http://is.gd/2iBAE" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://sechziggrad.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Meine+lange+Schreibpause...+http://is.gd/2iBAE" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p>]]></content:encoded>
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		<title>14. Februar, 21.02 Uhr</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 08:58:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Josephine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Buch]]></category>
		<category><![CDATA[bar]]></category>
		<category><![CDATA[hochzeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen und ließ den Zettel unauffällig in meiner Hand verschwinden. Betont entspannt setzte ich mich auf meinen Stuhl, spürte mein Herz hart im Hals klopfen. In meiner kurzen Abwesenheit wurde offensichtlich das Dessert serviert: eine luftige, weiße Johannisbeermousse an Vanilleparfait, das bereits zu schmelzen begann. Es sah köstlich aus, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen und ließ den Zettel unauffällig in meiner Hand verschwinden. Betont entspannt setzte ich mich auf meinen Stuhl, spürte mein Herz hart im Hals klopfen. In meiner kurzen Abwesenheit wurde offensichtlich das Dessert serviert: eine luftige, weiße Johannisbeermousse an Vanilleparfait, das bereits zu schmelzen begann. Es sah köstlich aus, aber das war jetzt Nebensache &#8211; der Nachtisch musste warten.</p>
<p>Ich atmete tief ein, faltete mit schwitzigen Fingern den Zettel unter dem Tisch auseinander und fühlte mich schlagartig in die Zeit meiner pubertären Schultage zurückversetzt. In freudiger Erwartung lehnte ich mich ein wenig zurück und richtete meinen Blick hinab auf das Papier. In kleiner, aufrechter Handschrift stand da: &#8220;Ich warte in der MObar auf dich&#8221;. Oh, die Hotelbar! Das ist sehr &#8220;Pretty Woman&#8221;&#8230; ob Rob schon am Flügel sitzt, seine Finger über die Tasten gleiten lässt und alle anderen Gäste aus der Bar vertreibt, sobald ich mich zu ihm setze? Ohhhh, eine sehr heiße Vorstellung.</p>
<p>Um nicht unhöflich zu sein &#8211; und weil ich Süßem einfach nicht widerstehen kann &#8211; nahm ich hektisch einige Löffel des cremigen Parfaits, bevor ich mich bei meinen Sitznachbarn entschuldigte und mich vom Tisch erhob. Während ich meinen Dessertteller halb ungegessen zurückließ, hatte mein nerdiger Comic-Krawatten-Sitznachbar seine Portion noch überhaupt nicht angerührt. Erst jetzt fiel mir auf, dass er schon seit einiger Zeit nicht mehr neben mir saß. Vielleicht hatte er an einem anderen Tisch jemanden gefunden, mit dem er besser über Linux Netzwerke sprechen konnte, als mit mir?</p>
<p>Ich klemmte mir meine schmale Clutch unter den Arm und ging zielstrebig zu den Fahrstühlen. Als die Aufzugtür hinter mir schloss, nutzte ich die Fahrt in den 35. Stock, um meinen Lippenstift nachzuziehen und mit zwei beherzten Handgriffen meine Brüste im Kleid zu richten. Ähm, sind Hotelfahrstühle kameraüberwacht? Ich schielte in die Ecken des Fahrstuhls, konnte aber keine verräterische Linse entdecken.</p>
<p>Ich betrat die MObar und war angenehm überrascht von der geschmackvollen Einrichtung: braune Lederstühle, eine warme, sexy Athmosphäre durch orientalische Dekoration, dunkelrote Wände und zarte goldene Vorhänge. Wunderschön. Eine junge, schwarzhaarige Frau in einem asiatisch geschnittenen Seitentop begrüßte mich.</p>
<p>&#8220;Ich darf Ihnen von einem Herrn ausrichten, dass Sie bitte einen Moment an der Bar Platz nehmen mögen&#8221;, flüsterte sie mir zu und zwinkerte wissend.</p>
<p>&#8220;Ähm ok, vielen Dank&#8221;, es war mir etwas peinlich, dass Rob offenbar das Personal eingeweiht hatte.</p>
<p>Ich platzierte mich mit aufrechtem Rücken und sexy überschlagenen Beinen auf einem der wenigen freien Lederstühle am langen Thresen und bestellte einen Cocktail von der Karte: einen &#8220;Mandarin Sunset&#8221;. Ich war nervös, wippte mit dem Fuß und bemerkte, wie ich an meinem Daumennagel kaute. Nicht gut! Nicht sexy! Ein bisschen Nervennahrung würde helfen! Also ließ ich mir ein Schälchen mit salzigen Erdnüssen bringen, warf mir einige davon in den Mund, kaute angespannt, wippte schneller mit dem Fuß.</p>
<p>Endlich spürte ich, dass jemand hinter mir stand. Ich hörte eine bekannte Männerstimme sagen: &#8220;Wie schön, dass du hergekommen bist!&#8221;</p>
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		<title>Josephines Lieblingsrezept im Juli: Französische Macarons</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 13:52:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Macarons]]></category>
		<category><![CDATA[Rezept]]></category>

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		<description><![CDATA[Josephine teilt mit den Lesern von &#8220;Sechzig Grad&#8221; ihr Lieblingsrezept des Sommers: köstliche Schokoladen-Macarons.

Zutaten für das Baiser (bitte mit einer Digitalwaage genau abwiegen!):
160 g Puderzucker
93 g sehr fein geriebene Mandeln
13 g dunklen Kakao
73 g Eiweiß (ihr braucht ca. zwei Eier)
Den Puderzucker, die Mandeln und den Kakao in eine Schüssel sieben. Das Eiweiß steif schlagen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Josephine teilt mit den Lesern von &#8220;Sechzig Grad&#8221; ihr Lieblingsrezept des Sommers: köstliche Schokoladen-Macarons.<br />
</strong></p>
<p><strong>Zutaten für das Baiser </strong>(bitte mit einer Digitalwaage genau abwiegen!):<br />
160 g Puderzucker<br />
93 g sehr fein geriebene Mandeln<br />
13 g dunklen Kakao<br />
73 g Eiweiß (ihr braucht ca. zwei Eier)</p>
<p>Den Puderzucker, die Mandeln und den Kakao in eine Schüssel sieben. Das Eiweiß steif schlagen und unter die Schoko-Mandel-Mischung heben. Das ganze wird eine klebrige Mischung mit etwas weniger Volumen als das Eiweiß zuvor hatte &#8211; so muss es sein! Die Masse füllt ihr in eine Spritztüte mit runder Tülle (ca. 8 mm) und spritzt die Macarons in Tupfen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech.  Nicht zu groß &#8211; ihr solltet etwa 35 bis 40 Macarons aus der Masse spritzen können. Lasst sie dann für 30 bis 60 Minuten bei Zimmertemperatur stehen.</p>
<p>Den Backofen auf richtig heiße 250° C vorheizen*, die Macarons reinschieben und sofort die Temperatur auf 180 Grad runterstellen. 10 bis 12 Minuten backen OHNE auch nur ein Mal die Ofentür zu öffnen.</p>
<p><strong>Zutaten für die Füllung:</strong><br />
30 g Butter<br />
50 g beste dunkle Schokolade (mind. 70% Kakao)<br />
1 EL Milch<br />
1 EL Cointreau oder Amaretto</p>
<p>Butter, Schokolade und Milch bei geringer Temperatur schmelzen. Dann den Alkohol dazugeben, vorsichtig unterrühren und bei Zimmertemperatur komplett auskühlen lassen. Jeweils zwei Macarons mit ein wenig Schokofüllung zusammensetzen, für mindestens 36 Stunden in den Kühlschrank stellen und GENIESSEN!</p>
<div id="attachment_527" class="wp-caption alignright" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/45436569@N00/394427083/"><img class="size-full wp-image-527" title="Chocolate Macarons" src="http://sechziggrad.de/wp-content/uploads/394427083_4080d59413.jpg" alt="Chocolate Macarons" width="500" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">cc by Canon S3 IS in Paris, France via flickr.com</p></div>
<p>Viel Spaß, eure Josephine</p>
<p>* Im Gegensatz zu den dicken weißen Baisers, brauchen Macarons deutlich mehr als 60°C&#8230; die werden eben nicht langsam getrocknet, sondern schnell und heiß gebacken.</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Josephines+Lieblingsrezept+im+Juli%3A+Franz%C3%B6sische+Macarons+http://is.gd/1zCV0" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://sechziggrad.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Josephines+Lieblingsrezept+im+Juli%3A+Franz%C3%B6sische+Macarons+http://is.gd/1zCV0" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p>]]></content:encoded>
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		<title>14. Februar, 18.42 Uhr</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Jun 2009 12:26:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Josephine</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Rob! Das ist ja ein Zufall&#8230;&#8221; Ich griff nach einem Glas Champagner auf seinem Tablett. &#8220;Angezogen hätte ich dich fast nicht erkannt&#8221;, zwinkerte ich ihm zu. &#8220;Cheers!&#8221; Er lächelte zurück &#8211; ohne eine Spur von Verlegenheit. Im Gegenteil: Seine Augen wanderten unverhohlen meinen Körper herunter. An seinen Augen konnte ich ablesen, dass ihm gefiel, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Rob! Das ist ja ein Zufall&#8230;&#8221; Ich griff nach einem Glas Champagner auf seinem Tablett. &#8220;Angezogen hätte ich dich fast nicht erkannt&#8221;, zwinkerte ich ihm zu. &#8220;Cheers!&#8221; Er lächelte zurück &#8211; ohne eine Spur von Verlegenheit. Im Gegenteil: Seine Augen wanderten unverhohlen meinen Körper herunter. An seinen Augen konnte ich ablesen, dass ihm gefiel, was er sah.</p>
<p>Die Fahrstuhltür hinter uns öffnete sich und neue Gäste betraten die Sky Lounge des Hotels. Rob sah erst das neu eingetretene Paar an, dann mich, zuckte entschuldigend mit seinen Schultern und ließ mich allein mit meinem Glas Champagner zurück. Er bot den Gästen etwas zu Trinken an&#8230; und mir eine fabelhafte Aussicht auf seinen Po, hübsch und knackig verpackt in einer schwarzen Anzughose.</p>
<p>Ein junges Mädchen in einem weißen Kostüm stand plötzlich neben mir und präsentierte mir übertrieben freundlich ein Tablett mit schwarz-weißen Amuse Bouche. Ich entschied mich für ein Saté-Spießchen in dunklem Chili-Schokoladenjus und eine sehr eigenartige, fest-flüssige Mozzarellablase &#8211; ganz offensichlich war der Trend der Molekularküche inzwischen auch bei Hochzeiten angekommen.</p>
<p>Endlich betrat das Brautpaar die Lounge und wurde mit kräftigem Applaus willkommen geheißen. Der Bräutigam hielt eine sauber eingeübte Begrüßungsrede und bedankte sich bei den Anwesenden für ihr Kommen. Ich bekam seine Worte nur am Rande mit, denn ich war abgelenkt: Angestrengt versuchte ich, Rob in der Masse der schwarzen Anzugträger wiederzufinden. Keine Chance.</p>
<p>Ich nahm einen großen Schluck aus meinem Glas, um mich etwas zu entspannen. Jetzt war eigentlich DIE Gelegenheit, mir eine Sex-Strategie zurechtzulegen: Wie bekomme ich das sexy Schokostückchen dazu, seinen Job heute Abend sausen zu lassen und mit mir den Hotelpool unsicher zu machen? Ich würde ihn auch gerne mit einem anderen &#8216;Job&#8217; entschädigen&#8230; hmmm.</p>
<p>Ich könnte ihm eine eindeutige Aufforderung ins Ohr flüstern. Oder ihm einen Zettel offen aufs Tablett legen, auf dem nicht mehr als zwei unmissverständliche Worte stehen. Oder ich könnte mit einer lasziven Geste andeuten, dass er  mir nach draußen folgen soll und dann mit aufreizendem Hüftschwung den Fahrstuhl betreten. Jaaa, das klang alles nach dem Auftakt zu einer hollywoodreifen Sexszene! Aber um mich auch nur eine dieser Maßnahmen zu trauen, brauchte ich mehr Champagner! Zum Glück kreuzte in dem Moment ein weiterer Service-Mitarbeiter meinen Weg und ich tauschte mein leeres Glas gegen ein volles.</p>
<p>Der Abend plätscherte so dahin. Die Hochzeitsgäste wurden gegen halb acht gebeten, Platz zu nehmen &#8211; mein Tischherr war übrigens ein ein geschiedener IT-Berater mit schütterem Haar schwarz-weißer Comic-Krawatte &#8211; und wir ließen zwischen den einzelnen Gängen geduldig die eine oder andere Rede über uns ergehen. Das Essen war köstlich, die Unterhaltungen mit meinen Tischnachbarn waren mau. Was auch daran gelegen haben mag, dass ich jedes Mal, wenn Rob mit Tellern oder Weinflaschen aus der Küche trat und seinen athletischen Körper elegant durch die Tischreihen schob, vom Gespräch abgelenkt war. Leider war es unmöglich, ihm während dieses offiziellen Teils der Hochzeit mein Vorhaben mitzuteilen. Ich rutschte unruhig auf meinem Stuhl hin und her.</p>
<p>Vor dem Dessert verschwand ich kurz auf der Damentoilette. Bei einem Blick in den Spiegel fiel mir auf, dass mir die Erregung förmlich ins Gesicht geschrieben war: meine Augen glänzten und meine Wangen waren gerötet. Aber es war mir nicht unangenehm &#8211; heute Abend wollte ich Sex! Und wenn man es mir ansah, umso besser!</p>
<p>Ich kehrte an meinen Platz zurück und hob meine Serviette hoch, die ich beim Aufstehen auf meinen Stuhl gelegt hatte. Ich erstarrte und hielt für einen Moment den Atem an: Unter der Serviette lag ein gefalteter Zettel! Ich spürte, wir mir das Herz bis zum Hals schlug&#8230;</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=14.+Februar%2C+18.42+Uhr+http://is.gd/4r1zJ" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://sechziggrad.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=14.+Februar%2C+18.42+Uhr+http://is.gd/4r1zJ" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p>]]></content:encoded>
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		<title>14. Februar, 17.33 Uhr</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 20:01:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Josephine</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rob]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war Samstag. Valentinstag. In ganz Amerika ein beliebter Tag für romantische Eheschließungen. Demnach hatte ich heute Morgen schon eine Hochzeitstorte ins Mandarin Oriental  ausgeliefert. Vielmehr waren es 150 Mini-Cupcakes mit weißem Guss und schwarzen Monogrammen des Brautpaares. Passend zu dem Hochzeitsmotto &#8220;Black&#38;White&#8221; und passend zu dem unkonventionellen Geschmack der Braut (&#8221;Normale Hochzeitstorten sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war Samstag. Valentinstag. In ganz Amerika ein beliebter Tag für romantische Eheschließungen. Demnach hatte ich heute Morgen schon eine Hochzeitstorte ins Mandarin Oriental  ausgeliefert. Vielmehr waren es 150 Mini-Cupcakes mit weißem Guss und schwarzen Monogrammen des Brautpaares. Passend zu dem Hochzeitsmotto &#8220;Black&amp;White&#8221; und passend zu dem unkonventionellen Geschmack der Braut (&#8221;Normale Hochzeitstorten sind sooo langweilig!&#8221;). Jaja, das liebe ich ja: Frauen, die sich für besonders kreativ und ausgefallen halten, aber dann ausgerechnet am Valentinstag heiraten&#8230;</p>
<p>Jetzt stand ich mit aufgerissenen Augen und offenem Mund vor meinem Kleiderschrankspiegel und tuschte mir die Wimpern. Dabei musste ich an den Spruch denken, den mir mein dicker Onkel Heinz bei einer Familienfeier betrunken ins Ohr geflüstert hat: &#8220;Frauen, die sich die Wimpern pinseln, sind die, die beim Pimpern winseln.&#8221; Damals war ich zarte siebzehn und ziemlich angewidert von Onkel Heinz. Jetzt schüttelte ich nur den Kopf und spürte Mitgefühl mit meiner Tante Angela, seiner Frau. Vermutlich hat sie seit ihrer Hippie-Hochzeit in den Siebzigern darunter gelitten, dass er bei den monatlichen Männerstammtischen bierselig Geschichten über sein wildes eheliches Sexleben erfunden hat. Reine Spekulation meinerseits natürlich&#8230;</p>
<p>Ich schraubte meine Mascara zu und positionierte einige Haarnadeln zwischen meinen zusammengekniffenen Lippen. Mit wenigen Handgriffen drehte ich meine Haare zu einer lockeren Banane und steckte sie mit den Nadeln fest. Mein Blick fiel auf den Wecker auf meinem Nachttisch: 17.45 Uhr. Noch eine Viertelstunde, bevor ich aus dem Haus musste. Um halb sieben würde die Black&amp;White Hochzeit mit einem Champagnerempfang eröffnet und ich wurde schon vor Wochen &#8211; beim Cupcake-Vorgespräch mit der Braut &#8211; zu der Feier eingeladen. Und da ich irgendwie ahnte, dass ich am &#8220;Tag der Liebenden&#8221; sowieso nichts Besseres vorhaben würde, hatte ich ihr direkt zugesagt. In meiner hautfarbenen, super-formenden SPANX-Unterwäsche hüpfte ich zu Sarah ins Zimmer. Sie hatte angeboten, mein Kleid für den Abend noch einmal frisch aufzudämpfen. Jetzt hing es glatt auf einem Bügel an ihrer Kleiderschanktür: Weiß, leicht glänzend und mit asymmetrischen Ausschnitt. Leider ein Kleid, bei dem jedes Röllchen, jede Delle und vor allem die VPL (so nennen Amerikanerinnen die &#8220;visible panty line&#8221;) zu sehen ist. Daher meine Wunderwaffe: die hautenge Ganzkörperpelle namens SPANX. Ich schlüpfte in das Kleid und fand mich wunderbar. Jetzt noch schnell grüne Ohrringe, silberne Pumps und etwas Parfum hinters Ohr getupft (ich entscheid mich für &#8220;Style&#8221; von Ralph Lauren).</p>
<p>Es wahren nur dreieinhalb Meilen bis zum Hotel. Trotz des dichten Verkehrs eines Samstagabends kam ich absolut pünktlich. Ich gab meinen Mantel an der Garderobe ab, tupfte noch einmal etwas Lipgloss nach und ließ mich mit dem Fahrstuhl in die Sky Lounge fahren, wo der Champagnerempfang stattfinden sollte.</p>
<p>Die Fahrstuhltür öffnete sich und ich stand inmitten von etwa achzig fremden, komplett in schwarz-weiß gekleideten Menschen, die sich angeregt unterhielten. Ich ließ meinen Blick durch die Gesellschaft schweifen und suchte das Brautpaar, konnte es aber nicht finden. Alternativ suchte ich dann nach jemandem, der mir zu einem Glas Champagner verhelfen könnte. Nicht weit von mir sah ich den Rücken eines auffallend breitschultrigen Kellners, der ein Tablett mit Gläsern in der rechten Hand hielt. Zielstrebig näherte ich mich ihm und dachte &#8216;Ach, wie konsequent: ein schwarzer Kellner für eine Black&amp;White Party.&#8217; Ich war direkt hinter ihm, als er sich plötzlich zu mir umdrehte und mir direkt in die Augen sah. Ich blieb abrupt stehen, mein Unterkiefer senkte sich vor Überraschung. Konnte das möglich sein..?</p>
<p>&#8220;Wie schön, dich wiederzusehen! &#8216;Jo&#8217;, habe ich Recht?&#8221; Die klangvolle, tiefe Bassstimme streichelte meine Ohren wie Jazzmusik. Das makellose weiße Lächeln nahm mir den letzten Zweifel: Rob. Der sexy Mitbewohner von Josh, der mir am Neujahrsmorgen im WG-Flur begegnet war. Ich spürte, wie sich sofort mein Puls beschleunigte, mir das Blut in die Wangen schoss und mein Unterleib leicht zu pulsieren begann. Dieser Mann löste bei mir nun schon zum zweiten Mal eine unaufhaltsame Welle der Erregung aus.</p>
<p>Es war Samstagabend. Valentinstag. Und ich war bereit, ihn mit Rob gebührend zu feiern&#8230;</p>
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		<title>7. Februar, 23.12 Uhr</title>
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		<pubDate>Thu, 21 May 2009 21:02:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Josephine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Buch]]></category>
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		<category><![CDATA[Joshua]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah]]></category>
		<category><![CDATA[WG]]></category>

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		<description><![CDATA[Sarah, Josh und ich saßen in unserer WG-Küche. Wir hatten große Kissen auf den Fußboden gelegt und lehnten uns mit dem Rücken an die warme Heizung. Um uns herum standen leere Bierflaschen, die Sarah gerade säuberlich in einem Halbkreis anordnete.
&#8220;Ach Jo, wenn du etwas NICHT kannst, dann ist es spontan lügen&#8230;&#8221; Josh knuffte mich mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sarah, Josh und ich saßen in unserer WG-Küche. Wir hatten große Kissen auf den Fußboden gelegt und lehnten uns mit dem Rücken an die warme Heizung. Um uns herum standen leere Bierflaschen, die Sarah gerade säuberlich in einem Halbkreis anordnete.</p>
<p>&#8220;Ach Jo, wenn du etwas NICHT kannst, dann ist es spontan lügen&#8230;&#8221; Josh knuffte mich mit dem Ellenbogen in die Seite. &#8220;Ist dir auf seine Frage wenigstens &#8216;ne schlagfertige Antwort eingefallen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich hab einfach gesagt, die Hochzeit sei nicht in New York, sondern auf Martha&#8217;s Vineyard. Ich war mich sicher, dass Ben seine Praktikantin nicht nur wegen ein paar Recherchen 250 Meilen fahren lassen würde.&#8221; Ich nippte an meinem Bier.</p>
<p>&#8220;Wie clever!&#8221;, nickte Sarah.</p>
<p>&#8220;Und? Ist dein Plan aufgegangen?&#8221; Josh kämpfte mit einem Feuerzeug und dem Kronkorken einer jungfräulichen Flasche.</p>
<p>Mit meinem Daumennagel knibbelte ich verlegen an dem Flaschenetikett. &#8220;Najaaaa&#8230;&#8221;</p>
<p>Sarah sah mich an und hob fragend die Augenbrauen.</p>
<p>&#8220;Ich hatte Recht, er wird seine Praktikantin nicht bis nach Martha&#8217;s Vineyard schicken&#8230;&#8221;, ich räusperte mich. &#8220;Aber, ähm, Sarah &#8211; die schlechte Nachricht ist: Wir müssen demnächst eine Torte nach Rhode Island bringen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Willst du mich verarschen? Rhode Island? Da hoch brauchen wir mit unserer lahmen Kiste bestimmt einen halben Tag! Wir arbeiten doch nur in New York, Jo &#8211; hast du das etwa vergessen?&#8221; Sarah schüttelte den Kopf.</p>
<p>&#8220;Ich weiß, das ging echt in die Hose&#8230; Aber als ich ihm sagte, ich hätte einen Auftrag auf der Vineyard, war er total begeistert! Er hätte nicht gedacht, dass ich auch Hochzeiten in DER Entfernung beliefere. Und er war so verzückt von deinem Hibiskus-Kunstwerk, dass er uns spontan für eine Luxushochzeit im März gebucht hat.&#8221;</p>
<p>&#8220;Autsch!&#8221; Josh hatte mit dem Feuerzeug seinen Daumen geklemmt. Sarah riss ihm genervt die Flasche aus der Hand und öffnete mit einer extrem lässigen Bewegung die Flasche an der Heizungskante hinter ihr.</p>
<p>&#8220;Tunte&#8230;&#8221;, grinste Sarah und reichte Josh die offene Flasche rüber. &#8220;Jo, ich mache gern die Torte mit dir zusammen, aber ich fahre auf keinen Fall nach Rhode Island. Weder unser alter Lieferwagen noch ich würden das überleben. Ich sag dir, Sophia Loren würde noch vor Providence das Zeitliche segnen &#8211; und ich sterbe auf Hochzeiten außerhalb von New York vor Langeweile. Du kennst mich&#8230;&#8221;</p>
<p>Oh ja, Sarah verließ nur ungern Manhattan. Außerhalb des Staates New York bewegte sie sich nur in ganz dringenden Ausnahmefällen. Im vergangen Jahr steckte Sarah in diese Kategorie: einen J. Crew Ausverkauf in Connecticut, ein Besuch der Ben&amp;Jerry&#8217;s Factory Tour in Vermont und die Vernissage eines unanständig gutaussehenden Malers in Providence.</p>
<p>&#8220;Sag mal, Jo, vielleicht eine blöde Frage: Aber warum hast du den Job nicht einfach abgelehnt?&#8221;, Josh setzte ein unerträglich dümmliches Lächeln auf. &#8220;Warum hast du dem Wedding Planner nicht einfach die rote Karte gezeigt? Ich dachte, du kannst ihn sowieso nicht ausstehen..?&#8221;</p>
<p>Hm, schon die zweite Situation an diesem Tag, in der ich krampfhaft nach einer guten Antwort suchte&#8230;</p>
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		<title>7. Februar, 11.41 Uhr</title>
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		<pubDate>Sun, 17 May 2009 18:14:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Josephine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Ben]]></category>
		<category><![CDATA[Josephine]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich drehte den Schlüssel und stoppte den Motor. Meine Stirn sank auf meine linke Hand, die oben auf dem Lenkrad lag. Mit geschlossenen Augen stieß ich ein paar zischende Flüche zum Himmel. Ich ging meine Möglichkeiten durch:
1. Aussteigen und den Rollwagen holen? Nein. Ich wollte weder noch einmal an Bord der wogenden Yacht, noch wollte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich drehte den Schlüssel und stoppte den Motor. Meine Stirn sank auf meine linke Hand, die oben auf dem Lenkrad lag. Mit geschlossenen Augen stieß ich ein paar zischende Flüche zum Himmel. Ich ging meine Möglichkeiten durch:</p>
<p>1. Aussteigen und den Rollwagen holen? Nein. Ich wollte weder noch einmal an Bord der wogenden Yacht, noch wollte ich mich mit meinem Aussehen &#8211; das auf einer Attraktivitätsskala von eins bis zehn eine minus drei verdient hätte &#8211; den prüfenden Augen des hochnäsigen und perfektionistischen Hochzeitsplaners aussetzen.</p>
<p>2. Einfach wegfahren und einen neuen Tortenwagen kaufen? Hm, das wäre eine Möglichkeit. Aber der harte Winter mit wenigen Hochzeiten lag hinter mir und mein Konto würde mir für mein unsinniges Kaufvorhaben einen Vogel zeigen.</p>
<p>3. Ich könnte nach Hause fahren, mich dort in Ruhe sanieren und den Wagen heute Nachmittag selbst abholen! Nein, verdammt. Dann wären die Vorbereitungen an Bord schon im vollen Gange &#8211; vermutlich wäre die Brautmutter vor Ort, um die Dekoration, Blumenschmuck und Tischordnung abzusegnen und ihren letzten Senf dazuzugeben. Würde sie mich an Bord sehen, würde sie mich (und meine Seekrankheit) mit großer Wahrscheinlichkeit zu der Hochzeitsfeier am heutigen Abend einladen… erfahrungsgemäß machen das die Brautmütter aus gutem Haus aus Höflichkeit &#8211; wenn ihnen die Torte gefiel. Und da bestand in diesem Fall kein Zweifel: die Hochzeitstorte mit Sarahs lebensechten Hibiskusblüten war ein Kunstwerk.</p>
<p>4. Ich könnte Sarah anrufen und sie bitten, den Wagen heute Nachmittag abzuholen…</p>
<p>Ein lautes Klopfen unterbrach meine gedankliche Suche nach dem besten Ausweg aus dieser Situation. Ruckartig erhob ich meinen Kopf vom Lenkrad und hatte das gut gebräunte Gesicht des Hochzeitsplaners vor mir &#8211; hinter der Windschutzscheibe natürlich. Wie ein lebendiger Knick-Strohalm hatte er seinen langen Oberkörper zu mir herunter gebogen, um von vorne in den Fahrerraum gucken zu können. Er klopfte mit den Knöcheln seiner zur Faust gerollten Hand an die Scheibe und lachte mich an.</p>
<p>„Hey, Josephine! Noch nicht losfahren &#8211; ich habe hier etwas, das Ihnen gehört!“ Seine Worte kamen durch die Glasscheibe gedämpft bei mir an.</p>
<p>Ich setzte ein überraschtes Gesicht auf und sah ihn fragend an. „Nein echt?? Ich? Was denn?“</p>
<p>Er machte eine schwungvolle, winkende Bewegung, mit der er mich aufforderte, auszusteigen. Ben richtete sich auf und sein Gesicht verschwand aus meinem Blick. Durch die seitliche Scheibe sah ich jetzt nur noch den kleinen Bildausschnitt &#8216;Schmale Männerhüfte mit auffälliger Aigner-Gürtelschnalle&#8217;. Ich nutzte den kurzen unbeobachteten Moment, um mir ein paar Mal kräftig in die Wangen zu kneifen und meine schlappen Locken mit den Fingern aufzulockern. Dann stieg ich aus.</p>
<p>„Sie haben Ihre Sackkarre beim Koch stehen lassen. Die brauchen Sie doch bestimmt noch.“ Er deutete hinter sich und grinste.</p>
<p>SACKKARRE? Mein zierliches Wägelchen verdient weder den Namen „Karre“, die von groben Handwerkern unachtsam mit Zement und Farbe bespritzt wird, noch hat sie jemals irgendetwas anderes transportiert als feinste Sahneträume, mit Baiser verzierte Kuppeltorten, mehrstöckige Marzipankunstwerke oder mit geschwungenen Initialen bemalte Hochzeitsmuffins auf silbernen Etageren. Bestimmt keine Säcke! Sackkarre&#8230; von wegen! Langsam beschlich mich das Gefühl, dieser Ben wollte mir absichtlich vors Knie treten mit seinen unverschämten Äußerungen.</p>
<p>„Ahm, ja. Die brauche ich tatsächlich noch“, ich setzte ein freundliches Lächeln auf. „Ich habe gar nicht bemerkt, dass ich die eben vergessen habe!“</p>
<p>„Naja, Sie haben ja auch ziemlich überstürzt die Yacht verlassen…“</p>
<p>Mist, es ist ihm DOCH aufgefallen! Ich räusperte mich.</p>
<p>„Hhm ja, richtig… ich wollte nur schnell zurück ins Atelier. Dieses Wochenende wartet noch ein weitere großer Auftrag auf mich“, log ich.</p>
<p>&#8220;Ach, hier in New York? Verraten Sie mir, welche Hochzeit und welche Location? Dann würde ich da gern eine meiner Praktikantinnen hinschicken  Sie wissen schon: Es kann nie schaden, die Konkurrenz zu beobachten, neue Locations zu finden, Ideen zu klauen…“. Er zwinkerte mir zu.</p>
<p>Ich fragte mich kurz, ob ein Zwinkern auch bei Ben die Vorstufe des Flirtens bedeutete, verwarf diesen Gedanken aber wieder. Irgendwie nahm ich bei ihm den trügerischen Beigeschmack von berechnendem Charme. wahr. Das war aber in diesem Moment das kleinere Problem: Ich musste ganz schnell aus einer Lüge herauskommen &#8211; und das war nicht gerade meine größte Stärke!</p>
<p>Mein Hirn suchte nach einer passenden Antwort.</p>
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